Im Aggañña Sutta (Digha Nikaya 27) finden sich eine kurze Erklärung und Beschreibung zur Entstehung des aktuellen Universums und im Satta Suriya Sutta (Anguttara Nikaya 7.62) findet sich eine Beschreibung über die Zerstörung des Universums, wenn nacheinander sieben Sonnen erscheinen.
Zitat«Es kommt wohl, Vāsetther, eine Zeit vor, wo sich da hin und wieder, im Verlaufe langer Wandlungen, diese Welt zusammenballt. Wann die Welt sich zusammenballt, ballen sich die Wesen zumeist als Leuchtende zusammen. Die sind dann geistförmig, genießen Wonne, kreisen selbstleuchtend im Raume, bestehn in Schönheit, lange Wandlungen dauern sie durch.
«Es kommt wohl, Vāsetther, eine Zeit vor, wo sich da hin und wieder, im Verlaufe langer Wandlungen, diese Welt auseinanderballt. Wann die Welt sich auseinanderballt, gelangen die Wesen zumeist, dem Reigen der Leuchtenden entschwunden, hienieden zu Dasein. Sie sind noch geistförmig, genießen Wonne, kreisen selbstleuchtend im Raume, bestehn in Schönheit, lange Wandlungen dauern sie durch.
«Einzig Wasser geworden aber ist es, Vāsetther, zu jener Zeit, tiefdunkel, tiefdunkle Finsternis; es gibt keinen Mond und keine Sonne, es gibt keine Sterne und Planeten, es gibt weder Nacht noch Tag, es gibt keine Monate und Wochen, es gibt keine Wenden und Jahre, es gibt weder Weib noch Mann: die Wesen sind nur eben als Wesen aufzuweisen. Da hat denn, Vāsetther, vor den Wesen dort irgend einmal, im Verlaufe langer Wandlungen, ein Streifen saftiger Erde im Wasser sich erhoben. Gleichwie etwa bei kochender Milch, wenn sie zu versieden beginnt, oben ein Streifen zurückbleibt: ebenso auch ist er zum Vorschein gekommen. Der ist farbig gewesen, duftig gewesen, saftig gewesen. Gleichwie etwa geschlagener Rahm oder geschlagene Butter, so war seine Farbe; gleichwie etwa süßer Honig, ohne Waben, so war sein Geschmack.
«Alsbald nun, Vāsetther, hat eines der Wesen, lüstern geworden, <Sieh' da, was mag das nur sein?>, die saftige Erde fingernd gekostet. So von der saftigen Erde aufkostend empfand es Behagen, Durst aber war ihm entstanden. Andere aber noch, Vāsetther, der Wesen sind im Hinblick auf dieses Wesen nachgefolgt und haben die saftige Erde fingernd gekostet. So von der saftigen Erde aufkostend empfanden sie Behagen, Durst aber war ihnen entstanden. Da haben nun, Vāsetther, die Wesen dort die saftige Erde bissenweise behandelnd zu genießen begonnen. Sowie aber dann, Vāsetther, die Wesen dort die saftige Erde bissenweise behandelnd zu genießen begannen, war auch schon der ihnen selbst eigene Glanz verschwunden. Als der ihnen selbst eigene Glanz verschwunden war, ist Mond und Sonne zum Vorschein gekommen. Als Mond und Sonne zum Vorschein gekommen waren, sind Sterne und Planeten aufgegangen. Als Sterne und Planeten aufgegangen waren, ist Nacht und Tag erschienen. Als Nacht und Tag erschienen war, sind Monate und Wochen gekommen. Als Monate und Wochen gekommen waren, sind Wenden und Jahre geworden. Insoweit aber war dann, Vāsetther, diese Welt wiederum auseinandergeballt.
ZitatEs kommt aber einmal die Zeit, ihr Mönche, wenn irgendwann einmal, am Ende eines langen Zeitlaufes, eine fünfte Sonne erscheint. Ist aber, ihr Mönche, die fünfte Sonne erschienen, so gehen die Wasser des Weltmeeres hundert Yojanas zurück, gehen zweihundert, dreihundert, siebenhundert Yojanas zurück. Und das Wasser des Weltmeeres steht dann nur noch sieben Palmen hoch, nur noch sechs, fünf, vier, drei, zwei, ja bloß eine Palme hoch. Darauf steht das Wasser des Weltmeeres nur noch sieben Mann hoch, steht nur noch, sechs, fünf, vier, drei, zwei Mann hoch, sinkt auf eine Manneshöhe herab, auf eine halbe Manneshöhe, geht bloß noch bis zur Hüfte, dann nur noch bis zum Knie und schließlich nur noch bis zum Knöchel. Gleichwie, ihr Mönche, wenn zur Herbstzeit ein starker Regen niedergeht, da und dort das Wasser in den Hufspuren der Rinder stehen bleibt, ebenso auch, ihr Mönche, reicht dann das Wasser des Weltmeeres hier und da nur noch bis an die Knöchel. Nach dem Erscheinen der fünften Sonne aber steht das Wasser des Weltmeeres auch nicht einmal ein Fingerglied hoch. So vergänglich, ihr Mönche . . .
Es kommt aber einmal die Zeit, ihr Mönche, wenn irgendwann einmal, am Ende eines langen Zeitlaufes, eine sechste Sonne erscheint. Ist aber, ihr Mönche, die sechste Sonne erschienen, so beginnt diese große Erde mitsamt dem Sineru, dem König der Berge, zu rauchen und zu qualmen. Gleichwie, ihr Mönche, der Ofen des Töpfers, wenn er frisch mit Lehm verschmiert wurde, zunächst raucht und qualmt; ebenso auch, ihr Mönche, beginnt beim Erscheinen der sechsten Sonne diese große Erde mitsamt dem Sineru, dem König der Berge, zu rauchen und zu qualmen. So vergänglich, ihr Mönche . . .
Es kommt aber einmal die Zeit, ihr Mönche, wenn irgendwann einmal, am Ende eines langen Zeitlaufes, eine siebente Sonne erscheint. Ist aber, ihr Mönche, die siebente Sonne erschienen, so beginnt diese große Erde mitsamt dem Sineru, dem König der Berge, aufzuflammen, aufzulodern, zu einer einzigen Feuermasse zu werden. Während aber, ihr Mönche, diese große Erde mitsamt dem Sineru, dem König der Berge, in Flammen steht und brennt, steigen die Flammen, vom Winde getrieben, hinauf bis zur Brahmawelt. Während aber, ihr Mönche, der Sineru, der König der Berge, in Flammen steht, brennt, untergeht und von einem mächtigen Flammenmeere überflutet wird, bersten die ein-, zwei-, drei-, vier- und fünfhundert Yojanas hohen Gipfel auseinander. Während aber, ihr Mönche, diese große Erde mitsamt dem Sineru, dem König der Berge in Flammen steht und brennt, zeigen sich weder Schlacken noch Asche. Gleichwie, ihr Mönche, beim Verbrennen von ausgelassener Butter oder Öl sich weder Schlacken noch Asche zeigen, ebenso auch zeigen sich weder Schlacken nod Asche, wenn diese große Erde mitsamt dem Sineru, dem König der Berge, in Flammen steht und brennt. So vergänglich, ihr Mönche, sind die Gebilde! So unbeständig, ihr Mönche, sind die Gebilde! So trostlos, ihr Mönche, sind die Gebilde! Genug ist es, wahrlich, um aller Gebilde überdrüssig zu werden, genug, um sich von ihnen abzuwenden, genug, um sich von ihnen zu befreien.
In Samyutta Nikaya 56.37. Gleichnis von der Sonne I - Paṭhamasūriya Sutta und
Samyutta Nikaya 56.38. Gleichnis von der Sonne II - Dutiyasūriya Sutta finden sich weitere Beschreibungen
Samyutta Nikaya 56
Das zweite Kapitel des Kalachakra-Tantra handelt von den inneren Zeitzyklen. Es erörtert die Lebewesen, die in den durch die äußeren Zyklen hindurchgehenden Umwelten leben. Ausserdem werden dort subtile und feine innere körperliche und geistige Prozesse beschrieben, u. a. die Existenz von Subtilste kreative Tropfen und Raumpartikel
ZitatDie subtilsten Tropfen sind analog zu den Raumpartikeln. Während leerer Äonen zwischen den manifesten Perioden eines Universums gibt es keine fassbaren Atome, dennoch verbleibt ein Raumpartikel als konzentrierte Spur der getrennten Elementarteilchen dieses Universums. Wie die in ein Schwarzes Loch gezogene Materie sind diese Spuren zeitweilig frei von den physikalischen Gesetzen, die normalerweise ein aus gröberen Teilchen und Atomen bestehendes Universum regieren. In gleicher Weise verweilt während der Todesperiode unserer Existenz, bevor unsere nächste Wiedergeburt sich mit dem ihr verbundenen Bardo manifestiert, ein subtilster kreativer Tropfen als Teil unseres Stroms der Kontinuität. Auch er besteht aus Spuren von Elementarteilchen, welche ebenfalls zeitweilig frei von den Gesetzen des Karma sind, die für gewöhnlich aus Atomen bestehende Körper regulieren.
Wenn der Raumpartikel eines Universums schließlich vom Wind des kollektiven Karma vieler Wesen beeinflusst wird – was das Ende seines leeren Äons markiert -, dann funktioniert er als Kernchen, das die körperliche Materie der nächsten Phase des Universums auftreten lässt. Ebenso lässt der subtilste kreative Tropfen, wenn er schließlich von den Winden des persönlichen Karmas beeinflusst wird – was das Ende seiner Todesperiode markiert -, die körperliche Materie des nächsten Wiedergeburtszustandes einer Einzelperson auftreten. Im Falle der Wiedergeburt als Mensch oder als Tier geschieht dies im Zusammenhang mit den groben Elementen der Verbindung Same und Ei. Wie ein körperlicher Schlüssel, allerdings nicht aus Atomen gemacht, öffnet der subtilste kreative Tropfen das Potential des befruchteten Eis, sodass es wächst und sich entwickelt.
Auf der subtilsten Ebene basieren die physikalischen Prozesse eines Universums und die karmischen Prozesse einer Wiedergeburt auf einem kontinuierlichen Strom an Raumatomen bzw. subtilsten Tropfen in einer ausgebildeteren Form. Dies bedeutet im Falle eines Universums den Raum zwischen den Teilchen und im Falle einer menschlichen Wiedergeburt die subtilen kreativen Tropfen des Energiesystems, das wir kurz erörtern werden.