Der Buddha wie auch der säkulare Buddhismus spekulieren wenig über ohnehin nicht falsifizierbare metaphysischen Themen; es kümmert sie stattdessen die praktische Lebensführung zum Zweck der Leidminderung in diesem (vermutlich einzigen) Leben. Sämtliche anderen Bereiche, die dieses Kernthema übersteigen, klammert der Buddha weitgehend aus: Antworten auf derartige Fragen bleibt er in der Regel schuldig und geriert sich diesbezüglich als Agnostiker (Nichtwissender).
Gerade diese auffällige Zurückhaltung gegenüber metaphysischen Fragestellungen lässt säkularen Buddhisten allerdings auch jede Menge Raum zur Entwicklung entsprechender persönlicher Ansichten. Derartige Konstruktionen verstehe ich allerdings als „work in progress“ (vgl. „geschickte Mittel“ bzw. „beliefs“/Glaubensinhalte im Sinne von Wilfred Cantwell Smith) - keinesfalls als endgültige Wahrheiten.
„Beliefs“, die möglicherweise geeignet wären, die angestrebte Leidbefreiung aller fühlenden Wesen zu unterstützen:
Ich entstehe, lebe, vergehe und mein Bewusstsein mit mir. Bin ich erst einmal tot, wird nach aktuellem neurowissenschaftlichen Erkenntnisstand für mich nichts mehr ein Thema sein - weder ich selbst noch andere, weder Gier noch Hass, Angenehmes oder Unangenehmes. Von mir und meinem Bewusstsein keine Spur mehr - ein Szenario1 vergleichbar dem vor meinem Entstehen.
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1Epikur lässt grüßen: Ist man tot, erlebt man nicht, dass man tot ist, weil man ja tot ist. Erleben findet dann generell nicht mehr statt.