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  1. Buddhaland Forum
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Beiträge von ixi

  • Wie ich den sB (derzeit) verstehe

    • ixi
    • 13. Mai 2026 um 11:29

    Der Buddha wie auch der säkulare Buddhismus spekulieren wenig über ohnehin nicht falsifizierbare metaphysischen Themen; es kümmert sie stattdessen die praktische Lebensführung zum Zweck der Leidminderung in diesem (vermutlich einzigen) Leben. Sämtliche anderen Bereiche, die dieses Kernthema übersteigen, klammert der Buddha weitgehend aus: Antworten auf derartige Fragen bleibt er in der Regel schuldig und geriert sich diesbezüglich als Agnostiker (Nichtwissender).


    Gerade diese auffällige Zurückhaltung gegenüber metaphysischen Fragestellungen lässt säkularen Buddhisten allerdings auch jede Menge Raum zur Entwicklung entsprechender persönlicher Ansichten. Derartige Konstruktionen verstehe ich allerdings als „work in progress“ (vgl. „geschickte Mittel“ bzw. „beliefs“/Glaubensinhalte im Sinne von Wilfred Cantwell Smith) - keinesfalls als endgültige Wahrheiten.


    „Beliefs“, die möglicherweise geeignet wären, die angestrebte Leidbefreiung aller fühlenden Wesen zu unterstützen:


    Ich entstehe, lebe, vergehe und mein Bewusstsein mit mir. Bin ich erst einmal tot, wird nach aktuellem neurowissenschaftlichen Erkenntnisstand für mich nichts mehr ein Thema sein - weder ich selbst noch andere, weder Gier noch Hass, Angenehmes oder Unangenehmes. Von mir und meinem Bewusstsein keine Spur mehr - ein Szenario1 vergleichbar dem vor meinem Entstehen.


    ------------------------------

    1Epikur lässt grüßen: Ist man tot, erlebt man nicht, dass man tot ist, weil man ja tot ist. Erleben findet dann generell nicht mehr statt.

  • Was entsteht, vergeht.

    • ixi
    • 9. April 2026 um 08:01
    KarmaHausmeister:

    Alles ist im Fluss, anicca. Alles was da ist, hat Vorbedingungen und ist selbst Vorbedingung für das Kommende paticca samuppada.


    Ich frage mich, ob uns das Vorbedingungsmodell nicht in einen unendlichen Regress führt, denn jede Vorbedingung hätte in diesem Modell ja wieder eine Vorbedingung. Dieser Regress wäre noch dazu einer von der bösartigen Sorte, denn über den Urknall kommen wir zeitlich ja nicht zurück.


    Das Gefüge aus Ursachen/Wirkungen, das wiederum andere Ur­sache-/Wirkungskonstellationen hervorbringt, wäre zudem streng mechanistisch bzw. deterministisch. Wo bleibt in diesem Modell Raum für den Zufall, der laut Quantentheorie ja existiert, dem Indeterminismus die Tür öffnet und somit jeglicher Evolution ein offenes Ende beschert?


    Ich räume natürlich gerne ein, dass wir im Alltag in der Regel ganz gut ohne Quantentheorie zurechtkommen. Zudem glaubt auch in der zeitgenössischen Physik ohnehin niemand mehr, dass die Quantentheorie tatsächlich der Weisheit letzter Schluss ist.


    Wie wäre es also, wenn wir im säkularen Buddhismus derartige Modelle überhaupt als „geschickte Mittel“ betrachten würden - verbunden mit dem Eingeständnis, dass wir Genaueres derzeit einfach nicht wissen? Sieht sich nicht auch Stephen Batchelor in letzter Konsequenz als Agnostiker, also als „Nichtwisser“?

  • Was entsteht, vergeht.

    • ixi
    • 7. April 2026 um 10:22

    Was entsteht, vergeht.


    Alles Entstehende/Vergehende wird irgendwann gleich – nämlich vergangen, gelöscht, inexistent.


    Erwachen zielt auf die Zeit davor: Es ist ein Mittel zur Angstlösung bzw. Leidlinderung; es verhindert nicht Vergehen, Sterben, Tod, Inexistenz.

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    Denke ich da richtig?

  • Wie könnte ein westlicher Buddha aussehen?

    • ixi
    • 1. April 2026 um 09:13

    Mich beschäftigt durchaus auch das Material, aus dem ein westlicher Buddha „geschnitzt“ sein könnte. Es sollte m. E. nicht allzu widerstandsfähig sein, um Veränderungen über die Zeit erkennbar werden zu lassen. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an eine Kerze, die bei einem Toscana-Urlaub auf unserem Frühstückstisch im Freien vollkommen aufrecht stand. Ohne dass für mich eine Bewegung direkt wahrnehmbar war, neigte sie sich in der Hitze des Tages bis zum Abend völlig auf eine Seite...


    Holz fault im Freien, Eisen setzt Rost an, Stein erodiert: Wandel ist überall.

  • Erwachen vs. erwacht

    • ixi
    • 25. März 2026 um 09:11

    Allen herzlichen Dank!

  • Erwachen vs. erwacht

    • ixi
    • 22. März 2026 um 14:35

    Ich habe erst vor Kurzem den säkularen Buddhismus entdeckt und kenne mich weder mit Pali noch mit Sanskrit aus. Mir fällt aber auf, dass in deutschen Übersetzungen eher vom Erwachen (also einem Prozess) als vom Erwachtsein (dem Idealzustand am Ende des Erwachens) die Rede ist.


    Erwachen als Vorgang motiviert mich und erscheint mir machbar; Erwachtsein als in diesem vermutlich einzigen Leben kaum erreichbarer Zielstatus tut es nicht.


    Wie seht ihr das?

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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