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Das verflixte "Ich"

  • anita.m4
  • 9. Juli 2009 um 14:21
  • Zum letzten Beitrag
  • anita.m4
    Gast
    • 9. Juli 2009 um 14:21
    • #1

    Hallo,

    bin ja nun schon einige Zeit in diesem Forum, aber fast noch keinen Schritt weiter gekommen.
    Eher ist bei mir ein gößerer Wirr-Warr entstanden.

    Aber eines ist für mich am schlimmsten einzusehen - Ich soll kein Ich haben???????

    Da geht es mir wie meiner Hündin, die schüttelt ihr ganzes Fell, wenn ihr was überhaupt nicht passt :lol:

    Ich weiß nicht ob ein Anfänger diese Frage schon einmal gestellt hat?

    Bei mir ist diese Frage im Augenblick relefant.

    Tiere haben kein eigenes Ich, denn sie gehören doch einer Gruppe an? Maus ist Maus, Elefant ist Elefant, diese Tiere haben eine Erbinformation, nach der sich ihr Leben gestaltet?

    Der Mensch aber kann sich doch in seiner eigenen "Person" erkennen, z. B. im Spiegel sein eigenes Spiegelbild erkennen - er weiß, das bin ich?

    Tiere können sich selber nicht erkennen, wenn sie einen Spiegel hätten würden sie wahrscheinlich vor ihrem eigenen Spiegelbild erschrecken und die Flucht ergreifen.

    Grüsse Anita

  • KDR
    Punkte
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    Beiträge
    368
    Mitglied seit
    3. Januar 2009
    • 9. Juli 2009 um 14:33
    • #2
    anita.m4:

    Der Mensch aber kann sich doch in seiner eigenen "Person" erkennen, z. B. im Spiegel sein eigenes Spiegelbild erkennen - er weiß, das bin ich?


    Das soll man dann sein? Man muss nur genau hingucken: Blut, Knochen, Gewebe, Moleküle, Atome, subatomare Partikel, etc. Da ist nichts, was man greifen kann, kein Kern, keine Essenz, kein bleibendes Wesen. So ist es mit dem Geist auch.

    Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Skandhas

    Schöne Grüße
    Karma Deleg Ragyä

    DRACO DORMIENS NUNQUAM TITILLANDUS

  • qilin
    Gast
    • 9. Juli 2009 um 14:59
    • #3
    anita.m4:

    Der Mensch aber kann sich doch in seiner eigenen "Person" erkennen, z. B. im Spiegel sein eigenes Spiegelbild erkennen - er weiß, das bin ich?

    Tiere können sich selber nicht erkennen, wenn sie einen Spiegel hätten würden sie wahrscheinlich vor ihrem eigenen Spiegelbild erschrecken und die Flucht ergreifen.


    Nicht unbedingt - Affen können ihr Spiegelbild tatsächlich als solches erkennen - nach ein paar vergeblichen Kontaktversuchen ;) - und auch Hunde und Katzen schauen hinter den Spiegel, um dort den 'Anderen' zu finden.


    Dass der Mensch (oder auch der Affe) sich erkennen kann, sagt über das 'Ich' noch nichts aus. Nochmals aus meiner Übersicht:

    Zitat

    Ganz wichtig ist im Vergleich zu den abrahamitischen Religionen, daß im Buddhismus der Begriff einer Seele, ja der eines Ich völlig fehlt. Das Ego wird erklärt als Bündel von Erfahrungen und Gefühlen, das letztlich keine Grundlage in der Existenz besitzt.

    - ganz ähnlich sehen es viele moderne Psychologen, die den Ich-Begriff für eine für eine evolutionäre Entwicklung, eine Vorspiegelung unseres Gehirns, halten. Ich glaube ich habe irgendwo einen Text dazu, müsste ihn aber erst suchen...

    () Wolfgang

  • qilin
    Gast
    • 9. Juli 2009 um 15:16
    • #4

    Hier habe ich eine Erklärung, nicht von einem Psychologen, sondern von einem buddhistischen Mönch, aus IMHO einer der besten Einführungen in den Buddhismus, 'Buddhism from Within' von Daizui MacPhillamy - leider gibt's das noch nicht auf Deutsch :doubt:

    Zitat

    Wie ist das mit 'du' und 'ich'?

    Ja - wie ist es mit uns? Wenn alle Dinge nur praktische kleine Fiktionen sind, gilt das auch für uns selbst? Wenn wir uns irgendwie von 'den Dingen' unterscheiden und mehr sind als nur zweckdienliche Namen für aktuelle Positionen im universalen Fließen, dann sollten wir besser wirklich irgendwo existieren, als getrennte und unabhängige Selbste, die irgendwie unser ganzes Leben hindurch sich gleich bleiben. Wo mögen aber solche getrennten und gleichbleibenden Selbste existieren?

    Jedenfalls nicht in unserem Körper - denn der verändert sich unmerklich von Tag zu Tag, und sehr deutlich merkbar über längere Zeiträume. Im Alter von 56 bin ich mir deutlich bewusst, dass mein Körper nicht mehr derselbe ist wie der, als ich 20 war! Und wie man mir sagt, werden im Laufe von ein paar Jahren die meisten Zellen, die meinen Körper ausmachen, nicht mehr existieren, sondern ersetzt sein durch andere, die eine ähnliche Funktion haben, aber eben nicht dieselben sind. Selbst wenn ich einen schrecklichen Unfall hätte und meinen Arm verlieren würde, würde ich mich noch als 'ich' sehen - ich würde sagen "Ich bin's immer noch, nur mit einem Arm weniger."

    Das Selbst kann auch nicht wirklich in unserem Geist beheimatet sein. Auch abgesehen von der Frage, ob es so etwas wie einen Geist überhaupt gibt, der unabhängig von den Nervenzellen existiert, aus denen mein Gehirn besteht - auch er ändert sich andauernd. Ja wenn wir genau beobachten, können wir bemerken, dass er sich noch schneller ändert als der Körper. Keine zwei Gedanken-Momente sind exakt die gleichen. Das geistige Erlebnis, diesen letzten Satz getippt zu haben, ist jetzt vorbei, und ich kann es niemals zurückholen. Ich kann mich daran zwar irgendwie erinnern, aber das ist in keinster Weise dasselbe wie wirklich wieder dort zu sein. Ist mein Selbst mein Geist, dann bin ich sicherlich nicht jenes sichere, fortdauernde Ding, das impliziert wird, wenn ich mich 'ich' nenne.

    Könnte das Selbst vielleicht im Bewusstsein gefunden werden - oder in der Kontinuität des Bewusstseins? Nun ja, es scheint etwas Konstantes und Unterbrechungsloses an meinem Bewusstsein zu geben. Jedenfalls solange ich nicht einschlafe. Höre ich auf zu existieren, wenn ich schlafe? Um einzuschlafen, muss ich nicht eine ganze Reihe von Dingen loslassen, einschließlich des Bewusstseins selbst; und die Erfahrung 'ich' zu sein ist eindeutig nicht vorhanden, während ich schlafe. An das Selbst als Kontinuität des Bewusstseins zu denken funktioniert ganz gut, bis wir uns klar werden, dass das bedeuten würde zu sagen, dass das Selbst jeden Abend aufhört zu existieren und am folgenden Morgen ein neues geboren wird. Das kommt aber nicht mal in die Nähe von dem, was wir 'Ich' nennen möchten. Um diesem Problem zu entgehen, könnte ich vielleicht annehmen dass, weil mein heutiges Bewusstsein eine Erinnerung an gestern enthält, mein Selbst irgendwo sonst hingegangen sein muss, solange ich schlief, und am Morgen zurückgekommen ist. Aber das löst das Problem auch nicht - wo bin ich gewesen?

    Im Allgemeinen lösen wir dieses Problem dadurch, dass wir nicht so genau hinsehen - und das funktioniert auch meist ganz gut. Der Idee anzuhängen, jeder von uns existiere als bequem fortdauerndes Selbst, getrennt voneinander und von der Welt und imstande, Wirkungen auszuüben auf die Dinge um uns, ist eine sehr nützliche Annahme. Sie ist keine schlechte Annäherung daran, wie die Dinge sind, sie vereinfacht merklich die Grundbedürfnisse des Lebens: Überleben, Fortpflanzung, nicht von Bussen überfahren zu werden - solche Dinge eben. Das mag auch der Grund sein, warum wir Menschen es tun - es hat Überlebenswert in der Evolution. Zweifellos haben jene Unglücklichen, die das Gefühl eines Selbst nicht zu entwickeln vermögen (ebenso wie die, die kein Gefühl für 'die Dinge' entwickeln) ein viel schwereres Leben als die, welche ein nettes solides Gefühl dafür erlangen 'ich zu sein'.

    Allerdings macht die Tatsache, dass das Gefühl, ein Ich zu haben, eine gute Annäherung an die Wahrheit ist, es nicht zu einer Wahrheit im absoluten Sinn. Und da der Buddhismus daran interessiert, ist Menschen zu helfen, so nahe wie irgend möglich an die Wahrheit heranzukommen, sind Annäherungen nicht gut genug. Dabei kollidiert nämlich die so nützliche Annahme eines Selbst mit der klaren Sicht auf die eigene Erfahrung der Existenz, und darauf was sie genau ist - immer wechselnd, immer fließend, nie dieselbe von einem Augenblick zum nächsten. Mit anderen Worten, der Buddhismus lehrt, dass du und ich einfach Ideen und Namen sind, mit der wir die grundlegende Erfahrung des Fließens nur überschreiben. Wir sind handliche Fiktionen, ebenso wie die Dinge; wir haben nicht mehr Wirklichkeit an uns als dieses Buch hier - tut mir schrecklich leid.

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  • anita.m4
    Gast
    • 9. Juli 2009 um 15:50
    • #5

    Danke für die schnelle Hilfe, damit komme schon mal weiter.

    Einige Punkte, die mich anderst denken lassen habe ich schon gefunden, die anthropologische Dualität und die moderne Psychologie.

    Natürlich kommt da bei mir gleich wieder ein aber, aber ich lese mich erst einmal richtig ein, damit ich die buddhistische Sichtweise besser verstehen kann.

    Wenn bei mir weitere Fragen dazu aufkommen, melde ich mich wieder.

    Dankende Grüsse Anita

  • Dhammika
    Gast
    • 9. Juli 2009 um 16:59
    • #6

    Hallo Anita!

    Was ist denn das "Ich" aus Deiner Sicht?
    Das was Du im Spiegel siehst?

    Das ist doch schon die vergangene Anita die Du da siehst.
    Alles verändert sich. Jeden Augenblick.

    Ist dein Körper Dein "Ich"?
    Wenn ja, dann würde er tun was Du möchtest und würde z. Bsp. niemals krank.

    Lieber als "Ich", sage ich "keine beständige Seele".

    Anita gibt es ja nun....also etwas was man als temporäres empirisches "Ich" (Konditionierung") bezeichnen könnte, um sich mit anderen Wesen verbal austauschen zu können. Also nur eine grobe Benennung.

    Ist der Geist das "Ich" (Seele)?
    Wie sieht das aus? Versuch es zu beschreiben. Ist es gleichbleibend.......ist Anita gleichbleibend?

    Mit Metta
    Dhammika

  • anita.m4
    Gast
    • 9. Juli 2009 um 17:30
    • #7

    Hallo Dhammika,

    danke für Deine Fragen, so kann ich am bessten lernen, denn wenn ich gefragt werde muss ich mich damit richtig auseinandersetzen.

    Grüsse von einer lernenden Anita

    Dhammika:

    Hallo Anita!

    Was ist denn das "Ich" aus Deiner Sicht?
    Das was Du im Spiegel siehst?
    Nicht was ich im Spiegel sehe, denn das ist nur mein Spiegelbild, aber "das" was "Erkennt", das ist mein "Selbst" oder mein "Ich"
    Das ist doch schon die vergangene Anita die Du da siehst.
    Alles verändert sich. Jeden Augenblick.
    Stimme Dir voll zu, ist Vergangenheit
    Ist dein Körper Dein "Ich"?
    Mein Körper ist ein physikalischer Teil meines Ganzen.
    Wenn ja, dann würde er tun was Du möchtest und würde z. Bsp. niemals krank.
    Das wäre sehr schön, aber ich denke er altert oder wird krank, weil der physische Körper vergänglich ist.

    Lieber als "Ich", sage ich "keine beständige Seele".
    Da bin ich gerade beim Einlesen, vielleicht kann ich bald mehr dazu sagen???
    Anita gibt es ja nun....also etwas was man als temporäres empirisches "Ich" (Konditionierung") bezeichnen könnte, um sich mit anderen Wesen verbal austauschen zu können. Also nur eine grobe Benennung.
    Richtig, es ist nur meine Hülle in diesem jetztigen Leben.
    Ist der Geist das "Ich" (Seele)?
    Nein. "Physischer Körper" und "Geist" und "Seele" und "Ich" sind Bestandteile meines Ganzen.
    Wie sieht das aus? Versuch es zu beschreiben. Ist es gleichbleibend.......ist Anita gleichbleibend?
    Keine der Teile, (die ich eine Zeile weiter oben genannt habe) sind gleichbleibend, sie sind in einem ständigen Prozess des Wandles.
    Mit Metta
    Dhammika

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  • anita.m4
    Gast
    • 9. Juli 2009 um 17:59
    • #8

    Möchte ich noch anfügen:

    Alles entwickelt sich weiter?

    Im Geistigen:
    Buddha hat vor ca. 3000-2500 Jahren gelehrt(weiß ich nicht genau)?

    Im Weltlichen:
    Die alten Griechen haben auch vor ca. 2500 Jahren die Demokratie begonnen zu lehren?

    Auf Beide wird heute noch zurückgeschaut (ob im weltlichen oder im geistigen, da sie eben gute Ratgeber und Lehrer für heute sind, jeder auf seinem Gebiet.

    Nur, so wie sich das weltliche weiterentwickelt, so entwickelt sich auch das Geistige weiter.

    Auch unser Erde entwickelt sich ständig weiter.
    Es gibt keinen Stillstand.

    Bin richtig am Arbeiten Anita

  • melong
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    • 9. Juli 2009 um 19:54
    • #9
    anita.m4:

    Aber eines ist für mich am schlimmsten einzusehen - Ich soll kein Ich haben???????


    Natürlich hast du eines. Es ist nur nicht so wie du das wahrnimmst.

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • anita.m4
    Gast
    • 9. Juli 2009 um 20:22
    • #10

    Hallo Melong,

    bin am arbeiten, und wenn ich mich mal in was vertiefe, dann kann ich noch keine entgüldigen Antworten geben.
    Nur Deine Ansichten sind für mich ganz und gar unverständlich.

    Nicht böse sein.

    Wünsche Dir noch einen angenehmen Abend.

    Anita

    melong:
    anita.m4:

    Aber eines ist für mich am schlimmsten einzusehen - Ich soll kein Ich haben???????


    Natürlich hast du eines. Es ist nur nicht so wie du das wahrnimmst.

  • melong
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    • 9. Juli 2009 um 20:28
    • #11
    anita.m4:

    Hallo Melong,

    bin am arbeiten, und wenn ich mich mal in was vertiefe, dann kann ich noch keine entgüldigen Antworten geben.
    Nur Deine Ansichten sind für mich ganz und gar unverständlich.

    Nicht böse sein.


    Warum sollte ich böse sein? Du verstehst meist nicht, was ich sage ;)

    Ich zitiere mal den 5. Dalai Lama:

    Zitat

    Manchmal scheint das "ich" im Kontext des Körpers zu existieren. Manchmal scheint es im Kontext des Geistes zu existieren. Wiederum manchmal scheint es im Kontext der anderen einzelnen Aggregate zu existieren. Nach all diesen Erscheinungen in solch vielfältiger Art und Weise wirst du schließlich erkennen, dass das erscheinende "ich" unabhängig zu existieren scheint, als ob es von Beginn an aus sich selbst heraus etabliert wäre, und als könne es nicht von Geist und Körper unterschieden werden, die wie Milch und Wasser vermischt erscheinen.
    Dies ist er erste wesentliche Schritt bei der Meditation über die trügerische Erscheinung des "ich": die Identifikation des [trügerischen] Objektes, dem die Verneinung gilt. Du solltest analysieren bis eine tiefe [klare, eindeutige] Erfahrung dieser Art und Weise der Erscheinung des "ich" resultiert. Wenn du eine solche Erfahrung in deinem mentalen Kontinuum erzeugt hast, dann hast du das "ich" wie es dem gewöhnlichen Bewußtsein erscheint identifiziert. Dem gewöhnlichen Bewußtsein erscheint das "ich" selbst-etablierend innerhalb des Kontextes, dass das "ich" selbst und die Aggregate ähnlich erscheinen wie Wasser das in Wasser gegossen wurde.

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 9. Juli 2009 um 22:37
    • #12
    anita.m4:

    Hallo,

    bin ja nun schon einige Zeit in diesem Forum, aber fast noch keinen Schritt weiter gekommen.
    Eher ist bei mir ein gößerer Wirr-Warr entstanden.

    Aber eines ist für mich am schlimmsten einzusehen - Ich soll kein Ich haben???????
    (...)

    Hallo Anita,
    ich weiß ja nicht, ob mein Senf dazu nun hilfreich ist, aber ich kann ja einfach kurz mal sagen, wie es mir damit geht.
    Ich kenne diese Gefühle gut, und bei mir ist es so, dass ich auf der intellektuellen Ebene (lesen, reden, nachdenken) damit nicht weiterkomme.
    Ich mache es deshalb so, dass ich höchstens einen kurzen Satz darüber aus der Lehre aufnehme wie z.B. hier unten meine Signatur, und den trage ich dann mit mir herum. Ich lasse ihn sacken, vergleiche ihn mit den Dingen, die ich sehe und die mir widerfahren... ich nehme ihn mit und betrachte ihn möglichst entspannt. Kein "Ich soll", "Ich muss" oder "Ich darf nicht", sondern einfach nur betrachten, wenn ich Gelegenheit habe.
    Und mir ist wichtig, mich regelmäßig zur Meditation hinzusetzen, weil ich dabei noch besser die Wellen auf meinem mentalen See glätten kann und dann die Sicht auf die Dinge viel klarer erscheint. (Das übt sich. Erstmal ist da gar nix klar. Aber immerhin sehr interessant ;))
    Jedenfalls haben sich bei mir jetzt schon allmählich so ein paar Grundängste (wie z.B."Was ist, wenn ICH sterbe?") gelöst und drücken nicht mehr so hart. Ich glaube nicht, dass ich ohne Meditation mit reinem Intellektualismus da hin gekommen wäre.
    Nachdenken ist gut, aber eine Grundlage aus Meditation dazu ist notwendig, finde ich.

    Liebe Grüße :)

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Akuma
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    10. September 2008
    • 9. Juli 2009 um 23:14
    • #13
    anita.m4:

    Hallo,

    bin ja nun schon einige Zeit in diesem Forum, aber fast noch keinen Schritt weiter gekommen.
    Eher ist bei mir ein gößerer Wirr-Warr entstanden.

    Aber eines ist für mich am schlimmsten einzusehen - Ich soll kein Ich haben???????

    Ein Ich hast Du, aber nichts was unveränderlich wäre. "Selbst" bezieht sich auf Unveränderlichkeit.

    Zitat

    Tiere haben kein eigenes Ich, denn sie gehören doch einer Gruppe an? Maus ist Maus, Elefant ist Elefant, diese Tiere haben eine Erbinformation, nach der sich ihr Leben gestaltet?

    Wenn Tiere kein Ich hätten, würden sie nicht funktionieren. Wenn in ihrem Geist kein Selbst-Greifen vorhanden wäre, würden sie garnicht als Tiere erscheinen.

  • thecap
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    • 9. Juli 2009 um 23:30
    • #14

    Hi Anita. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Existenzfragen nur den Geist verwickeln. Man redet zB unaufhoerlich vom "Nicht-Ich" und vergisst dabei, dass es letztendlich auch beim "Nicht-Ich" nur um die Auslegung des "Ichs" geht... Sieh es mal als Kommunikationsmittel, auch wenn's auf den ersten Blick weniger aufregend ist. LG

  • accinca
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    • 10. Juli 2009 um 00:57
    • #15
    thecap:

    Hi Anita. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Existenzfragen nur den Geist verwickeln. Man redet zB unaufhoerlich vom "Nicht-Ich" und vergisst dabei, dass es letztendlich auch beim "Nicht-Ich" nur um die Auslegung des "Ichs" geht... Sieh es mal als Kommunikationsmittel, auch wenn's auf den ersten Blick weniger aufregend ist. LG


    Na klar. Man rede ja auch von "Meiner Wohnung" obwohl sie mir in Wirklichkeit gar nicht
    gehört und nur gemietet ist. Aber auch sonst gibt es in Wahrheit nichts was einem gehören
    könnte. Jede Behauptung von Eigentum ist reine Konvention und Behauptung. Über diese
    hinaus gibt es kein Eigentum auch wenn man behauptet: Mein Bein, mein Arm, mein Kopf.
    Ebenso gibt es über Behauptung und Konvention hinaus kein Ich das jemand gehören würde.
    Wo es kein Eigen gibt, kann es kein Ich geben und genau das ist der Punkt warum der Buddha sagt:

    "Darum also, ihr Mönche: was euch nicht angehört, das gebet auf.
    Das Aufgeben wird euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen.

    "Was aber, ihr Mönche, gehört euch nicht an?

    "Der Körper, ihr Mönche, gehört euch nicht an: ihn gebet auf.
    Das Aufgeben wird euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen.

    "Das Gefühl, ihr Mönche, gehört euch nicht an: das gebet auf.
    Das Aufgeben wird euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen. usw." M 22

  • melong
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    20. März 2009
    • 10. Juli 2009 um 06:57
    • #16
    accinca:


    Na klar. Man rede ja auch von "Meiner Wohnung" obwohl sie mir in Wirklichkeit gar nicht
    gehört und nur gemietet ist. Aber auch sonst gibt es in Wahrheit nichts was einem gehören
    könnte. Jede Behauptung von Eigentum ist reine Konvention und Behauptung. Über diese
    hinaus gibt es kein Eigentum auch wenn man behauptet: Mein Bein, mein Arm, mein Kopf.
    Ebenso gibt es über Behauptung und Konvention hinaus kein Ich das jemand gehören würde.
    Wo es kein Eigen gibt, kann es kein Ich geben und genau das ist der Punkt warum der Buddha sagt:

    "Darum also, ihr Mönche: was euch nicht angehört, das gebet auf.
    Das Aufgeben wird euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen.

    "Was aber, ihr Mönche, gehört euch nicht an?

    "Der Körper, ihr Mönche, gehört euch nicht an: ihn gebet auf.
    Das Aufgeben wird euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen.

    "Das Gefühl, ihr Mönche, gehört euch nicht an: das gebet auf.
    Das Aufgeben wird euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen. usw." M 22

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    Na ja, andere Fahrzeuge andere "Einsichten" ;)

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • anita.m4
    Gast
    • 10. Juli 2009 um 12:18
    • #17

    Lasang Lamo und thecap,

    danke für Euren guten Rat, werde es befolgen.

    Dank auch für die Seiten zum nachlesen, denn nun kann ich mich mal mit diesen vielen Fremdwörtern auseinandersetzten.
    Und bekomme mal einen Einblick in die Buddhalehre.

    Also, ich arbeite heftig daran.

    Schönes Wochenende Anita

  • qilin
    Gast
    • 10. Juli 2009 um 13:27
    • #18

    Hallo Anita,

    wenn's um [buddhistische] Fremdwörter geht, kann ich helfen - ich kann Dir Glossare von zwei Büchern schicken die ich online habe; damit hast Du schon mal Einiges abgedeckt, und Wörterbücher gibt's auch - gute und weniger gute... :grinsen:

    () Wolfgang

  • anita.m4
    Gast
    • 10. Juli 2009 um 13:42
    • #19

    Hallo qilin,

    Ja, es geht mir um buddhistische Wörter, denn da habe ich überhaupt keinen Schimmer. Mit Fremdsprachen stehe ich schon immer ein wenig auf dem Kriegsfuss. :roll:
    Nehme ich gerne an.
    Denn ohne die Definition sieht man alt aus, wenn man hier mitliest. :roll:

    Grüsse Anita

  • thecap
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    • 10. Juli 2009 um 17:24
    • #20
    melong:

    Na ja, andere Fahrzeuge andere "Einsichten" ;)

    So kann man seine Erkenntnisresistenz auch zum Ausdruck bringen ;).

  • melong
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    20. März 2009
    • 10. Juli 2009 um 20:28
    • #21
    thecap:
    melong:

    Na ja, andere Fahrzeuge andere "Einsichten" ;)

    So kann man seine Erkenntnisresistenz auch zum Ausdruck bringen ;).

    Was "Erkenntnis" ist und was nicht, ergibt sich aus der Anschauung derer, die sich mit der vermeintlichen "Erkenntnis" rühmen.

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • thecap
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    31. Oktober 2008
    • 11. Juli 2009 um 01:06
    • #22
    melong:

    Was "Erkenntnis" ist und was nicht, ergibt sich aus der Anschauung derer, die sich mit der vermeintlichen "Erkenntnis" rühmen.

    Und rechte Erkenntnis (samma ditthi) ergibt sich aus dem ersten Schritt des Achtfachen Mittelwegs.

    Sehr empfehlenswert fuer Buddhisten; fuer Nichtbuddhisten und Glaubensanhaenger mag das Dickicht der Anschauungen und des Ruhms genuegen. :P

  • melong
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    20. März 2009
    • 11. Juli 2009 um 03:31
    • #23
    thecap:

    ...fuer Nichtbuddhisten und Glaubensanhaenger mag das Dickicht der Anschauungen und des Ruhms genuegen. :P


    Sehr richtig. Hierzu sind auch jene zu zählen, die - in Abkehr vom Buddhismus - einem vermeintlich "modernen und aufgeschlossenen Buddhismus" huldigen.

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • Dorje Sema
    Gast
    • 11. Juli 2009 um 04:32
    • #24
    Zitat

    melong hat geschrieben:Was "Erkenntnis" ist und was nicht, ergibt sich aus der Anschauung derer, die sich mit der vermeintlichen "Erkenntnis" rühmen.

    Zitat

    thecap hat geschrieben:Und rechte Erkenntnis (samma ditthi) ergibt sich aus dem ersten Schritt des Achtfachen Mittelwegs.
    ...fuer Nichtbuddhisten und Glaubensanhaenger mag das Dickicht der Anschauungen und des Ruhms genuegen. :P

    Zitat

    melong schreibt: Sehr richtig. Hierzu sind auch jene zu zählen, die - in Abkehr vom Buddhismus - einem vermeintlich "modernen und aufgeschlossenen Buddhismus" huldigen

    Und wer nicht so tickt wie ich ticke der tickt nicht richtig?
    Ich nenne das ergriffen von dem eigenen Meinen zeigt sich deutlich der Titel dieses threats.

    Sahajaya

    Mit ganz herzlichen und lieben Grüssen
    Dorje Sema

  • melong
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    20. März 2009
    • 11. Juli 2009 um 06:57
    • #25
    Dorje Sema:

    Und wer nicht so tickt wie ich ticke der tickt nicht richtig?

    [edit-Isis]

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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