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Zazen & Shikantaza

  • Schmu
  • 28. Februar 2021 um 12:55
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  • Schmu
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    • 28. Februar 2021 um 12:55
    • #1

    Hallo,

    in letzter Zeit ist in mir öfter mal die Frage aufgetaucht: Was ist der Unterschied zwischen Zazen und Shikantaza?

    Das mit Hilfe des Internets herauszufinden, ist nicht möglich. Mein Versuch ist jedenfalls gescheitert. Selbst einigermaßen seriöse Seiten scheinen die beiden Begriffe zu verwenden, wie sie gerade lustig sind. Da werden locker beide Begriffe in einem Artikel verwendet, als wären sie (zumindest nahezu) Synonyme.

    Das sind sie ja vielleicht auch ein kleines bisschen. Aber nicht so wirklich... :?

    Hier mal zuerst Auszüge aus Wikipedia (ja, ich weiß, ich weiß, für ein tieferes Verständnis nicht zu gebrauchen, aber ein Anfang. Also Geduld, ruhig Blut!).

    Zuerst ein paar Sätze zu Zazen:[lz]

    Die Meditationsübung kennt verschiedene Varianten, doch stets wird sie in vollkommener Achtsamkeit durchgeführt. Sie stellt, zumindest am Beginn, eine physische und psychische Belastung für die Schüler dar. Durch Selbstbeobachtung des Körpers, seiner Haltung und Atmung (z. B. Betrachtung des Atemflusses und der Empfindungen, der Denkvorgänge und des Bewusstseins) verbindet sich der Übende mit dem gegenwärtigen Ort und Moment. Da Körper und Geist nicht getrennt sind, hat die Körperhaltung direkten Einfluss auf das Empfinden, Denken und die physisch-psychische Verfassung. Durch die Haltung, Beobachtung und Konzentration kommt der Strom der Gedanken zur Ruhe oder wird zeitweise komplett unterbrochen. Die auch im Körper manifestierten Lebenserfahrungen und Unterbewusstes erscheinen in dieser Geisteshaltung und können sich lösen.

    Zazen hat aber kein definiertes Ziel und keine Bedeutung, die über das Sitzen selbst hinausgeht. Deshalb gibt es außer dem Hinweis auf Achtsamkeit traditionell kaum allgemeine Anweisungen. Zazen wird häufig kurz „Praxis“ genannt, um die Abkehr von der theoretischen Beschäftigung zu betonen.[/lz]

    Dann zu Shikantaza:[lz]

    Shikantaza wird oft als die Methode ohne Methode bezeichnet. Es richtet sich an die Geisteshaltung der Zen-Praktizierenden und stellt eine vertiefende Methode der Zen-Meditation dar. Anders als andere Meditationstechniken gibt es hier nichts zu tun, als einfach nur in bewusster Achtsamkeit zu sitzen. Dabei soll nicht über das Sitzen selbst nachgedacht werden, sondern es soll sich ein Eins-Werden mit dem Da-Sitzen einstellen.

    Shikantaza ist keine losgelöste Methode, sondern basiert auf der Zazen-Haltung und der Grundeinstellung, an keinem erlebten Zustand oder Gefühl haften zu bleiben. Die Übung wird als endlose Vertiefung aufgefasst. Selbst ein Erleuchteter soll nicht an dem "Zustand" des Satori anhaften, sondern selbst diese Erfahrung hinter sich lassen und die Übung weiter vertiefen.[/lz]

    Das bestärkt mich in der Annahme, dass Zazen und Shikantaza unmöglich voneinander zu trennen sind. Ich kann nicht sagen: Um 15:00 praktiziere ich Zazen, und um 18:00 Shikantaza. Das ist ein sinnloser Satz, das greift doch ineinander...

    Nochmal was von Shunryu Suzuki (04/2018 bei Lion’s Roar):[lz]

    Shikantaza bedeutet, Leerheit zu praktizieren oder zu verwirklichen. Obwohl Sie ein vorläufiges Verständnis davon durch Ihr Denken haben können, sollten Sie die Leerheit durch Ihre Erfahrung verstehen. Sie haben eine Vorstellung von Leerheit und eine Vorstellung von Sein, und Sie denken, dass Sein und Leerheit Gegensätze sind. Aber im Buddhismus sind beides Ideen des Seins. Die Leerheit, die wir meinen, ist nicht so wie die Idee, die Sie vielleicht haben. Sie können ein vollständiges Verständnis der Leerheit weder mit Ihrem denkenden Geist noch mit Ihrem Gefühl erreichen. Das ist der Grund, warum wir Zazen praktizieren.

    (Übersetzt mit DeepL/Translator)[/lz]

    Auch hier werden beide Begriffe im selben Artikel benutzt. Ich würde sagen, Shikantaza hat in gewisser Weise etwas Fortgeschritteneres, kann man das so sagen? Bei Shikantaza bin ich nicht mehr bei schmerzenden Körperstellen, beim Atmen, im Bauch, im Kopf, in den Füßen oder bei meinen Gedanken. Sondern ich beginne mich von dieser ganzen Ebene zu lösen. Ist das gemeint, dieser Zustand?

    Hier noch etwas von sotozen.com zu Shikantaza / Zazen.

  • Noreply
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    • 28. Februar 2021 um 13:45
    • #2

    Bei mir war das genau der Hinweis, den ich brauchte, weil Zazen bei mir nicht so funktioniert. Entweder denk ich nicht oder es weitet sich aus. Shikantaza war die Lösung. "Nur SitZen". Das mache ich seit Jahren. Wirklich nur sitzen, nur auf das sitzen achten und alle Sinne offen lassen nur sitzen, so wie in meiner Vorstellung eine Buddhastatue nur sitzt. Alles auftauchende Denken ist nur auf Haltung gerichtet. Das ist auf freie Atmung gerichtet und darauf was diese behindert, nicht auf die Atemzüge oder zählen nur darauf "ist sie frei". Berühren sich die Daumenspitzen, berühren sie sich wirklich nur. Sind die Sinne frei und nicht auf etwas gebunden, alles bezieht sich ganz auf das was getan wird: Nur sitzen. Nicht denken, nichts empfinden außer sitzen, nicht glauben wie es sein sollte, nur sitzen werde ich. Das hilft die Gedanken im Zaum zu halten, wie beim Zazen z.B mit Zählen usw. Bei mir ist das so das ich zähle und es vergesse, nicht mehr denke. Aber da drifte ich schnell in Träumen ab. Also fing ich an die Haltung zu prüfen. Ich machte lange bevor ich den Begriff Shikantaza hatte, nur sitzen gemacht. Heute ist das so das ich es immer noch nicht wirklich kann. Aber es hat mir enorm geholfen im Raum aller Erscheinungen zu sein, ohne eine Erscheinung zu bevorzugen. Das mit dem Zählen ist so, das ich nicht Denken will, auch nicht zählen, kein Gedanke, rein das Sitzen erleben.

  • Schmu
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    • 28. Februar 2021 um 13:54
    • #3
    Ellviral:

    Das mit dem Zählen ist so, das ich nicht Denken will, auch nicht zählen, kein Gedanke, rein das Sitzen erleben.

    Das geht mir genauso. Atemzüge zählen bringt mir nichts. Damit habe ich eher eine zusätzliche Ablenkung.

    Dann schon eher: In den Bauch spüren oder mit dem Bewusstsein in "den Raum gehen", den die Hände da unten formen.

  • Katrin.
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    • 28. Februar 2021 um 14:01
    • #4
    Schmu:

    Ich würde sagen, Shikantaza hat in gewisser Weise etwas Fortgeschritteneres, kann man das so sagen? Bei Shikantaza bin ich nicht mehr bei schmerzenden Körperstellen, beim Atmen, im Bauch, im Kopf, in den Füßen oder bei meinen Gedanken. Sondern ich beginne mich von dieser ganzen Ebene zu lösen. Ist das gemeint, dieser Zustand?

    Beim Shikantaza gibt es kein Meditationsobjekt, sondern man achtet nur entspannt darauf, dass man sich nicht zu sehr auf etwas fokussiert. Während man bei anderen Techniken z.B. immer wieder zu einem Meditationsobjekt zurückkehrt, verzichtet man beim Shikantaza darauf und registriert lediglich wie sich das Denken immer wieder mal mit irgendwelchen Dingen eingehender beschäftigt und dann wieder zur Ruhe kommt um sich dann wieder mit dem nächsten zu beschäftigen. Dabei versucht man lediglich nicht in Unbewusstheit abzugleiten bzw. ans Denken anzuhaften, sondern die Zügel eher locker zu lassen und nicht ins Denken einzugreifen.

    Die Zazen-Haltung ist gut dafür geeignet um in diesen Zustand zu kommen, d.h. im Grunde setze ich mich nur hin und tue gar nichts, außer darauf zu achten dass man mit dem Denken nicht irgendwo "hängen bleibt" und dadurch dann ins das zur Unbewusstheit führenden "Nachdenken" abgleitet.

    Es ist also ein Balanceakt zwischen Entspannung und Aufmerksamkeit und da man auf ein Fokusobjekt verzichtet, benötigt diese Meditationsform einerseits weniger Energie, andererseits ist die Gefahr höher länger abzudriften, als wenn man die Aufmerksamkeit an ein Objekt bindet.

    Die Schwierigkeit kann außerdem sein, dass man den Eindruck hat, man müsste etwas mit seinem Denken tun oder seine Aufmerksamkeit auf etwas richten und es dauert vielleicht eine Weile bist man bemerkt, dass das nicht nötig ist und die Konzentration, Wachheit und Einsicht von selbst kommt.

  • Noreply
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    • 28. Februar 2021 um 14:22
    • #5
    Schmu:
    Ellviral:

    Das mit dem Zählen ist so, das ich nicht Denken will, auch nicht zählen, kein Gedanke, rein das Sitzen erleben.

    Das geht mir genauso. Atemzüge zählen bringt mir nichts. Damit habe ich eher eine zusätzliche Ablenkung.

    Dann schon eher: In den Bauch spüren oder mit dem Bewusstsein in "den Raum gehen", den die Hände da unten formen.

    Ich hab das gesagte gerade überprüft. Das mit den Gedanken ist wirklich wie Wolken. Kein Ergreifen registrieren ja, aber nicht verfolgen. Natürlich bringt das eine Tiefe mit sich in der fast alle Sinne augehen. Bis auf Hören und Tasten an dem Daumenspitzen. Aber es ist schon ein sitzen ohne denken. Achso, ein Satz, der glaub ich, aus eine deutsche Abteilung des Zen stammt kann ich sogar genau nachempfinden: Das Atmen durch die Füße wird wirklich, weil der ganze Körper atmet. Es hat keine Station mehr.

    Es gibt glaub ich aus Erfahrung, dass es keinen Unterschied zu Zazen gibt. Nur irgendwelche Begrifflichkeiten die dem einen Halfen oder eben nicht. Geschickte Mittel.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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