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Wozu Erleuchtung?

  • sensen
  • 21. Mai 2009 um 12:37
  • Zum letzten Beitrag
  • sensen
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 12:37
    • #1

    Hallo,
    ich bin sensen. ich bin neu im Forum..und auch etwas "neue" im Thema Buddhimsus.
    Das was ich vom Buddhismus weiß, stammt aus dem ev. Religionsunterricht und meinem Kampfsport.

    Mich beschäftig eine Frage sehr. Wozu Erleuchtung? Was soll das?

    Ich weiß, meine Frage hört sich nicht gerade "klug" an, aber so sieht sie eben aus.

    Danke für jede Antwort.

    sensen

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 12:44
    • #2

    Moin Sensen,
    herzlich Willkommen bei uns.

    Zitat

    Mich beschäftig eine Frage sehr. Wozu Erleuchtung? Was soll das?


    Eine gute Frage.

    Erleuchtung ist völlig unsinnig. Kümmere dich einfach nicht darum. :D

    Hilft dir die Antwort weiter?

    Alles Liebe,
    Ji'un Ken

  • melong
    Punkte
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    Mitglied seit
    20. März 2009
    • 21. Mai 2009 um 12:45
    • #3
    sensen:

    Mich beschäftig eine Frage sehr. Wozu Erleuchtung? Was soll das?

    Gute Frage. Kann ich dir ohne Weiteres nicht beantworten.

    Aber mir fällt auch eine gute Frage ein: Was verstehst du unter "Erleuchtung"?

    Wenn du das beantwortest, dann kommen wir vielleicht weiter :)

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • Thai
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 12:53
    • #4

    Hallo,
    ich versuche es mal ohne Rätsel und verständlich für einen der noch keine tiefen Erfahrungen hat. Später kann man dann Wege wie Rätsel, Konzepte sprengen usw. anwenden. Also für normal Sterbliche.

    Als erstes sollten wir unterscheiden zwischen Befreiung also der Arahatschaft der Theravada und der Buddhaschaft wie sie beim Mahayana/Diamantweg gesehen wird.
    Das erste zielt darauf selber den Daseinskreislauf für sich zu beenden und Nirvana zu verwirklichen. Die hat seine Berechtigung solange man auf dem Weg dorthin anderen die Möglichkeit gibt Verdienste anzusammeln und mit der Lehre in Kontakt zu kommen und diese zu verstehen.
    Das zweite zielt darauf ab andere zum verwirklichen von Nirvana zu helfen. Und wenn die Zeit gekommen ist, also wenn es keinen Buddha gibt und die Lehre nicht erhalten ist, selber Buddha zu werden um die Lehre neu zu verbreiten. Erst danach geht man ins Paranirvana.
    Letztendlich aber ist das Ziel „Frei sein von Leiden“ die einen wollen es für sich selber die anderen für so viele wie möglich. Es gibt auch Bodhisattvas die das versprechen abgegeben haben erst Buddha zu werden wenn alle Wesen befreit bzw. erleuchtet sind.


    Also Erleuchtung ist es mal weltlich auszudrücken und wie oben schon geschrieben „Frei sein von Leiden“. Nicht mehr und nicht weniger.
    Gruß
    Thai

  • Taishan
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 13:01
    • #5

    Statt Erleuchtung ist der Ausdruck Erwachen oder Erlösung brauchbarer nach meiner Ansicht.

    Nun der Buddha lehrt, dass alles Leben Leiden ist und was die Ursache des Leidens ist, das Begehren nicht zu leiden. Dann zeigt er einen Weg auf wie jeder dorthin kommt und das nennt man Erwachen, Erlösung, Erleuchtung.

    Deine Frage heißt nun auch - wozu Leiden? Was soll das?

  • Dhammika
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 13:05
    • #6
    Zitat

    Erleuchtung, was ist damit gemeint?

    In dem Augenblick, wo man diese so genannte "Erleuchtung" erlangt, legt man jegliches Unwissen und jegliche Lebensgier von sich ab. Man erkennt, dass jede Existenz letztendlich leidvoll/unvollkommen/unzulänglich ist. Man durchschaut die Ursache, die Entstehung des Leidens. Man erkennt, wie das Leiden aufgehoben werden kann und hat den Weg dahin gefunden. Dieses so genannte "Leuchten" entsteht aus der erkannten Gewissheit um die endgültige Erlösung von allem Leidhaften. Im Stadium der vollständigen Erleuchtung ist das Weltliche für den Erleuchteten erloschen, bzw. der Erleuchtete ist für die bestehende Welt erloschen und hat das Nibbāna erreicht. Nur die noch vorhandene Körperlichkeit trennt ihn noch vom körperlosen völligen Nibbāna bei seinem Tod.

    Es scheint erst einmal ein Widerspruch zu sein, wenn man von "Erleuchtung" und gleichzeitig von "Erlöschen" spricht. Viele Menschen machen sich Gedanken über den Sinn des Lebens, klammern aber den Tod dabei aus. Sie wollen nicht wahrhaben, dass das Leben untrennbar mit dem Tod verbunden ist. Hat man den Sinn des Lebens für sich erst einmal erkannt, bzw. seinem Dasein einen Sinn gegeben, so wird man auch das naturgemäß dazu gehörende Sterben und das, wovon man meint, es käme "danach", nicht länger als Schrecken betrachten.

    Im alltäglichen Sprachgebrauch findet man viele Äußerungen, die auf den Sinn des Wortes "Erleuchtung" hinweisen und erahnen lassen, was damit gemeint sein könnte. Da sind zum Beispiel: "Es wird mir klar." "Mir geht ein Licht auf." "Der ist aber helle im Kopf." "Mit leuchtenden Augen." "Der ist eine Leuchte in seinem Fach." "Licht ins Dunkle bringen." Erleuchtung bedeutet also "Licht, Helligkeit, von innen heraus leuchten, klar und leuchtend im Geist sein". Es ist ein Zustand, der für Außenstehende durchaus sichtbar sein kann, aber nur vollkommen nachvollzogen werden kann, wenn man ihn selbst erlangt hat. Deswegen sind jegliche Beschreibungen über Erleuchtung, die von einem noch nicht Erleuchteten getan werden, immer nur Erahnen, Vermutung, Gelesenes oder Hören-Sagen. Nur die eigene Erfahrung lässt einen den Begriff "Erleuchtung" begreifen. Erst dann vollzieht sich die Umwandlung, in welcher "Erleuchtung" aufhört ein bloßer begrifflicher Standpunkt zu sein, sondern statt dessen zur Wirklichkeit wird. Aus der Wirklichkeit als Erfahrung wird die Wirklichkeit als Erleben, oder anders ausgedrückt, es findet der Übergang von Erfahrung zum Erleben statt.

    Was aber nicht heißt, dass man dann auch in der Lage ist, es anderen zu beschreiben oder zu erklären. Warum auch - es ist für jeden ein persönliches Erlebnis!

    Es kann sogar zu einem Hemmnis werden und zu Verirrungen führen, wenn man sich an Erfahrungen, die andere gemacht haben, anlehnen oder - noch schlimmer - messen möchte. Den Weg aber der zur Erleuchtung führt, den hat uns der Buddha aufgezeigt. Er wurde schon von vielen gegangen und hat nachweislich zum Ziel geführt. Einen Versuch, den Zustand der Erleuchtung zu beschreiben, findet man im vierten Kapitel des Mahāvagga I (13/57.):

    Da sagte der König von Magadha, Seniya Bimbisāra, zum Erhabenen, nachdem er die Wahrheit gesehen, die Wahrheit erlangt, die Wahrheit verstanden, die Wahrheit durchdrungen, den Zweifel überwunden, die Ungewissheit beseitigt, die vollkommene Zuversicht aus eigener Kraft in der Lehre erlangt hatte: ... wie wenn (man) etwas Umgedrehtes richtig hinstellen würde oder etwas Verdecktes aufdecken würde oder einem Verirrten den Weg zeigen würde, oder wie wenn man in der Dunkelheit eine Öllampe hinhalten würde, damit wer Augen hat, die Gestalten sieht...

    Bei diesen Worten kann man einen Geschmack dafür bekommen, was Erleuchtung bedeutet. Im Gegensatz zum Begriff "Erleuchtung", "das Helle" steht "das Dunkle", dass wir in folgenden Ausdrücken in unserem Sprachgebrauch wiederfinden: " ... ist geistig umnachtet", "dunkle Gestalten", " Sein Geist verdunkelt sich.", "Trübung des Geistes", usw.
    http://www.satinanda.de/thema-01/bojjhanga.htm

    Alles anzeigen

    Mit Metta
    Dhammika

  • Dorje Sema
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 13:11
    • #7

    Grüss Dich ganz recht herzlich Taishan,

    ich fände es sinnig dem Begriff der Erleuchtung das Verdunkelt sein im Sinne des vedunkelten Seins gegenüber zu setzen als auch dem Begriff Erwachen das träumen bzw. des schlafens wobei ich Erwachen hier synonym zu aufwachen
    verstehe.

    Mit ganz lieben und freundlichen Grüssen
    Dorje Sema
    Edit : Es war gerade ganz dunkel, habe ich nicht gesehen oder beachtet ???????????

    nochmal edit: weil inzwischen ist es so stockfinster das ich ?....? habe.

    2 Mal editiert, zuletzt von Anonymous (21. Mai 2009 um 21:34)

  • sensen
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 14:11
    • #8
    Ji'un Ken:

    Moin Sensen,
    herzlich Willkommen bei uns.

    Zitat

    Mich beschäftig eine Frage sehr. Wozu Erleuchtung? Was soll das?


    Eine gute Frage.

    Erleuchtung ist völlig unsinnig. Kümmere dich einfach nicht darum. :D

    Hilft dir die Antwort weiter?

    Alles Liebe,
    Ji'un Ken

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    Es hört sich sehr erleichternd an, danke....aber dennoch hab ich die Frage. Sie ist wie ein Mückestich und der juckt eben.

  • sensen
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 14:19
    • #9
    melong:
    sensen:

    Mich beschäftig eine Frage sehr. Wozu Erleuchtung? Was soll das?

    Gute Frage. Kann ich dir ohne Weiteres nicht beantworten.

    Aber mir fällt auch eine gute Frage ein: Was verstehst du unter "Erleuchtung"?

    Wenn du das beantwortest, dann kommen wir vielleicht weiter :)

    Ich hab wohl eher ne "hollywoodmäßige Vorstellung" von Erleuchtung oder Erleuchtete.
    :D

    Na, ja, so ein Erleuchteter hat übermenschliche Fähigkeiten: Er weiß alles, er durchschaut jeden, hat den Tod besiegt, kennt das Schicksal jedes Menschen und den Sinn des Lebens, Er macht Telepathie und kann Telekinese. Er steht über oder außerhalb der Welt und den Dinge. Er kennt weder Schmerzen, noch Leiden und ist befreit von allen körperlichen Bedingungen und Grenzen. Er ist so ne Art Übermensch, ein Gott?!? Ehrlich, ich weiß es nicht besser....es sind halt Vorstellungen die so in mir kreisen.

  • sensen
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 14:23
    • #10

    Allen anderen Postern auch meinen Dank...aber eure Sprache kommt mir wie ein Fremdsprache vor. Sorry, ich weiß noch nicht so viel, um das wirklich verstehen zu können, was ihr damit meint. Danke dennoch.

  • melong
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    • 21. Mai 2009 um 14:43
    • #11
    sensen:
    melong:

    Gute Frage. Kann ich dir ohne Weiteres nicht beantworten.

    Aber mir fällt auch eine gute Frage ein: Was verstehst du unter "Erleuchtung"?

    Wenn du das beantwortest, dann kommen wir vielleicht weiter :)

    Ich hab wohl eher ne "hollywoodmäßige Vorstellung" von Erleuchtung oder Erleuchtete.
    :D

    Na, ja, so ein Erleuchteter hat übermenschliche Fähigkeiten: Er weiß alles, er durchschaut jeden, hat den Tod besiegt, kennt das Schicksal jedes Menschen und den Sinn des Lebens, Er macht Telepathie und kann Telekinese. Er steht über oder außerhalb der Welt und den Dinge. Er kennt weder Schmerzen, noch Leiden und ist befreit von allen körperlichen Bedingungen und Grenzen. Er ist so ne Art Übermensch, ein Gott?!? Ehrlich, ich weiß es nicht besser....es sind halt Vorstellungen die so in mir kreisen.

    Ach Vorstellungen sind erst mal nicht schlecht. Irgendwie muss man sich der Sache ja annähern. Das heißt, man muss nicht, aber kann, wenn es einen interessiert. Und wenn's einen interessiert, ist das schon mal ein Anfang ... wovon auch immer.
    Aber vielleicht sind deine Vorstellungen ja gar nicht so falsch? Wobei "übermenschliche Fähigkeiten" relativ ist, denn der, dem "Erleuchtung" nachgesagt wird, der ist ja Mensch gewesen. "Mensch sein" und diese "Fähigkeiten" können sich also nicht ganz ausschließen. "außerhalb der Welt" stand er vielleicht in dem Sinne als ihm die Dinge der Welt nicht sehr "tangiert" haben. Andererseits war er aber "mitten in der Welt", denn da gab es doch viele, denen er was erzählt hat, damit sie es ihm gleichtun können (wenn sie wollen).
    Wir stehen auch alle "mitten in der Welt", aber vielleicht in einem anderen Sinne, da uns halt sehr vieles "tangiert" und wir darunter leiden oder uns deswegen sorgen. So hat so eine Vorstellung "über den Dingen" zu stehen, die uns Probleme bereiten, schon was verlockendes. Finde ich zumindest ;)
    Ihm, dem Buddha, scheint wohl "ein Licht aufgegangen zu sein" (s. Dhammika) wie es sich so verhält, mit der Welt und den Dingen, so dass er fortan "über den Dingen der Welt" stehen konnte und da er gesehen hat wie die anderen sich sorgen und wie sie Probleme haben, hat er dann wohl versucht, es ihnen auch beizubringen. :D

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • sensen
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 15:57
    • #12
    melong:

    ... So hat so eine Vorstellung "über den Dingen" zu stehen, die uns Probleme bereiten, schon was verlockendes. Finde ich zumindest.
    Ihm, dem Buddha, scheint wohl "ein Licht aufgegangen zu sein" (s. Dhammika) wie es sich so verhält, mit der Welt und den Dingen, so dass er fortan "über den Dingen der Welt" stehen konnte und da er gesehen hat wie die anderen sich sorgen und wie sie Probleme haben, hat er dann wohl versucht, es ihnen auch beizubringen. :D


    Ja , diese Vorstellung hat was verlockendes. Andererseits studiere ich Biologie. Leiden läßt sich für die Biologie auf Mangel/Defizit reduzieren. Dieser Mangel liegt in der Natur des Lebens. Ohne diesen Mangel(bzw. natürlicher Antrieb (dispositiver stoffkreislauf) den Mangel zu überwinden) gäbe es keine Entwicklung, keinen Fortschritt. Ich befürchte, wenn alle über den Dingen der Welt stehen, wird das Leben (biologisch) aufhören zu existieren. Ich vermute eine Hybris hinter diesem Anspruch.
    Dann wiederum kann ich mir nicht vorstellen, wie das gehen soll, sich den Stoffkreisläufen unseres Planeten entziehen zu können? Dennoch finde ich den Ansatz und die Idee verwegen und spannend.
    ch bin für alles offen.
    danke

  • Dhammika
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 16:13
    • #13

    Das ist das typische Argument, was immer wieder von "Nicht-Buddhisten" kommt.

    "Wenn alle erleuchtet wären, gäbe es die Welt ja nicht mehr."

    Richtig.

    Aber wie viele sind denn erleuchtet?
    Wenn das so einfach wäre...................brauchten wir tatsächlich keine Welt, keine Fortpflanzung, Entwicklung usw.
    Es bestände keine Notwendigkeit mehr dafür.
    Keine Existenz mit Gier, Hass und Verblendung..............kein Leiden.

    sensen:

    .......... kann ich mir nicht vorstellen, wie das gehen soll, sich den Stoffkreisläufen unseres Planeten entziehen zu können?

    Einer der es "geblickt" hat, kann sich nicht den körperlichen Gegebenheiten entziehen. Auch er wird krank und der Körper stirbt irgendwann. Aber er geht anders damit um. Er "leidet" nicht mehr.

    Mit Metta
    Dhammika

  • melong
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    • 21. Mai 2009 um 16:18
    • #14
    sensen:
    melong:

    ... So hat so eine Vorstellung "über den Dingen" zu stehen, die uns Probleme bereiten, schon was verlockendes. Finde ich zumindest.
    Ihm, dem Buddha, scheint wohl "ein Licht aufgegangen zu sein" (s. Dhammika) wie es sich so verhält, mit der Welt und den Dingen, so dass er fortan "über den Dingen der Welt" stehen konnte und da er gesehen hat wie die anderen sich sorgen und wie sie Probleme haben, hat er dann wohl versucht, es ihnen auch beizubringen. :D


    Ja , diese Vorstellung hat was verlockendes. Andererseits studiere ich Biologie. Leiden läßt sich für die Biologie auf Mangel/Defizit reduzieren. Dieser Mangel liegt in der Natur des Lebens. Ohne diesen Mangel(bzw. natürlicher Antrieb (dispositiver stoffkreislauf) den Mangel zu überwinden) gäbe es keine Entwicklung, keinen Fortschritt.


    Das stimmt durchaus mit Buddhismus überein: "Ohne Leiden, kein Fortschritt" & "Leiden liegt in der Natur des Lebens". :)

    sensen:


    Ich befürchte, wenn alle über den Dingen der Welt stehen, wird das Leben (biologisch) aufhören zu existieren.


    In gewissem Sinne könntest du da durchaus recht haben :D

    sensen:


    Ich vermute eine Hybris hinter diesem Anspruch.


    Aus Sicht der Biologie?
    Manche studieren Biologie und manche studieren Buddhismus. Es soll sagar welche geben, die studieren beides.

    sensen:


    Dann wiederum kann ich mir nicht vorstellen, wie das gehen soll, sich den Stoffkreisläufen unseres Planeten entziehen zu können? Dennoch finde ich den Ansatz und die Idee verwegen und spannend.


    Wie bereits gesagt, Vorstellungen sind gut zur Annäherung. Auf der anderen Seite stößt man mit Vorstellungen auch rasch an Grenzen. Warum? Weil jeglichen Vorstellungen gewisse, nicht ausgesprochene Grundannahmen vorausgehen, welche nicht hinterfragt werden, weil man sie als "gegeben" voraussetzt. Für die einen sind sie "Gott-gegeben", für die anderen "naturwissenschaftlich-gegeben". Buddhismus setzt aber keine Gegebenheiten voraus, im Gegenteil, Buddhismus stellt alle in Frage. Dazu bedarf es Mut und Entschlossenheit.

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • sensen
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 16:29
    • #15
    Dhammika:

    Das ist das typische Argument, was immer wieder von "Nicht-Buddhisten" kommt.

    "Wenn alle erleuchtet wären, gäbe es die Welt ja nicht mehr."

    Richtig

    Aber wie viele sind denn erleuchtet?
    Wenn das so einfach wäre...................
    Einer der es "geblickt" hat, kann sich nicht den körperlichen Gegebenheiten entziehen. Auch er wird krank und der Körper stirbt irgendwann. Aber er geht anders damit um. Er "leidet" nicht mehr.

    ja, ich kann nicht behaupten, daß ich Buddhist sei, aber ich interessiere mich einfach mal mit meinen Mitteln und meinem Verständnis. Welchen Zugang sollte ich sonst wählen?

    ich dachte immer, der Buddhismus wäre für alle Menschen da? Wollen denn die Buddhisten nicht alle Menschen "erleuchten/erlösen"? Und wer sagt denn, daß nicht die Zeit mal käme (sozusagen synchron), wo alle Menschen es geblickt hätten?
    Warum ist es eigentlich so wichtig, nicht mehr zu leiden? Bzw. was ist gegen Leiden als Bedingung des Lebens einzuwenden?

  • sensen
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 16:37
    • #16
    melong:

    Aus Sicht der Biologie?
    Manche studieren Biologie und manche studieren Buddhismus. Es soll sagar welche geben, die studieren beides.


    Nee aus meiner Angst vorm "Größenwahn". Na ja, und natürlich aus der Vorstellung heraus in eine unsichere Situation zu geraten.....psycholgisch(abdriften)......historisch(Totalitarismus)


    Zitat

    Wie bereits gesagt, Vorstellungen sind gut zur Annäherung. Auf der anderen Seite stößt man mit Vorstellungen auch rasch an Grenzen. Warum? Weil jeglichen Vorstellungen gewisse, nicht ausgesprochene Grundannahmen vorausgehen, welche nicht hinterfragt werden, weil man sie als "gegeben" voraussetzt.


    Davon gehe ich ja aus, darum bin ich ja hier, um nachzufragen.

    Zitat

    Für die einen sind sie "Gott-gegeben", für die anderen "naturwissenschaftlich-gegeben". Buddhismus setzt aber keine Gegebenheiten voraus, im Gegenteil, Buddhismus stellt alle in Frage. Dazu bedarf es Mut und Entschlossenheit.


    Und mit welcher Begründug stellt er das alles in Frage?

  • Dhammika
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 16:39
    • #17
    Zitat

    ja, ich kann nicht behaupten, daß ich Buddhist sei, aber ich interessiere mich einfach mal mit meinen Mitteln und meinem Verständnis. Welchen Zugang sollte ich sonst wählen?
    ich dachte immer, der Buddhismus wäre für alle Menschen da?

    Das sollte keine Wertung sein werter sensen.
    Es war eine Feststellung. Mehr nicht.

    sensen:

    Warum ist es eigentlich so wichtig, nicht mehr zu leiden? Bzw. was ist gegen Leiden als Bedingung des Lebens einzuwenden?

    Magst Du es, wenn es Dir nicht gut geht. Also ich mag es nicht.
    Ich bin weder gerne traurig, zornig, eifersüchtig, neidisch usw.

    Wer was anderes von sich behauptet, hat da dann so ne gewisse Neigung hin. :)

    sensen:

    Wollen denn die Buddhisten nicht alle Menschen "erleuchten/erlösen"?

    Das ist das spezielle Fachgebiet der Mahayanas 8) .
    Ist keine Negati-Wertung gegenüber den Dhamma-Freunden im Mahayana

    Theravadins versuchen aufzuhören mit dem "WOLLEN"

    "Haben wollen" ist ein unheilsamer, leidvoller Zustand.
    Brauch mer nisch!

  • melong
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    • 21. Mai 2009 um 16:41
    • #18
    sensen:
    Zitat

    Für die einen sind sie "Gott-gegeben", für die anderen "naturwissenschaftlich-gegeben". Buddhismus setzt aber keine Gegebenheiten voraus, im Gegenteil, Buddhismus stellt alle in Frage. Dazu bedarf es Mut und Entschlossenheit.


    Und mit welcher Begründug stellt er das alles in Frage?

    Mit der Begründung, dass denen geholfen werden soll, die Hilfe benötigen und diese annehmen wollen oder können.
    Es soll niemand bekehrt werden. Buddhismus ist keine Philosophie und kein Ideologie, sondern eine Wissenschaft der (Selbst-)Erkenntnis.

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • Dhammika
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 16:43
    • #19
    sensen:

    Und mit welcher Begründug stellt er das alles in Frage?

    Weil er "selber" die Dinge so sehen möchte wie sie wirklich sind. Ohne Begrenztheiten durch Naturwissenschaft und Religion.

  • melong
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    • 21. Mai 2009 um 16:45
    • #20
    melong:

    Buddhismus ist keine Philosophie und kein Ideologie, sondern eine Wissenschaft der (Selbst-)Erkenntnis.

    Wobei ich ergänzen möchte, dass durchaus philosophische Hilfsmittel verwendet werden - aus dem Bereich kritischer analytischer Philosophie.

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • sensen
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 16:55
    • #21
    Dhammika:

    Magst Du es, wenn es Dir nicht gut geht. Also ich mag es nicht.
    Ich bin weder gerne traurig, zornig, eifersüchtig, neidisch usw.


    nö, wer mag das schon...aber es macht nun mal das Leben aus. Und ist es nicht möglich sich einfach mit dieser Tatsache zu arrangieren? Ist es nicht kindisch, wenn man hinfällt und die Knie aufschlägt dem Boden oder der Schwerkraft die Schuld zu geben? Die Dinge sind nun mal, wie sie sind.

    Zitat

    Wer was anderes von sich behauptet, hat da dann so ne gewisse Neigung hin


    :lol: aber damit hast Du etwas benannt, was sehr wohl den wunsch nach Leiderlösung in Frage stellt. Nicht für jeden stellt sich das Leid gleichermaßen da und auch Maso......... sind Menschen, oder?

    sensen:


    Das ist das spezielle Fachgebiet der Mahayanas 8) .
    Ist keine Negati-Wertung gegenüber den Dhamma-Freunden im Mahayana

    Theravadins versuchen aufzuhören mit dem "WOLLEN"

    Ajha, also ein schwieriges Thema... muß ich wohl aufpassen, nicht ins Fettnäpfchen zu treten. Verstehe ich richtig: die einen sind "Egoisten", die anderen "Altruisten"?

    Zitat

    "Haben wollen" ist ein unheilsamer, leidvoller Zustand.
    Brauch mer nisch!


    Essen und trinken muß doch jeder?

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 17:00
    • #22

    Moin Sensen,

    Zitat

    Ich befürchte, wenn alle über den Dingen der Welt stehen, wird das Leben (biologisch) aufhören zu existieren.


    Nein, das ist nicht so. Die Dinge sind nicht so, wie sie scheinen. Aber auch nicht anders. (Aus dem Lankavatara Sutra)
    Das Leben wird nicht aufhören, wir würden höchstens anders damit umgehen.


    Zitat

    ich dachte immer, der Buddhismus wäre für alle Menschen da? Wollen denn die Buddhisten nicht alle Menschen "erleuchten/erlösen"?


    Aus dem Diamantsutra

      3. DIE WAHRE LEHRE DES MAHAYANA

      Der Buddha sagte zu Subhuti: Alle Bodhisattva-Mahasattvas sollten so ihren Geist bezwingen.

      Jede Art und Gattung von existierenden Fühlenden Wesen – aus Eiern geschlüpft, aus dem Schoß geboren, aus Feuchtigkeit geboren oder durch Verwandlung entstanden, mit Form oder ohne Form, mit Wahrnehmung oder ohne Wahrnehmung, mit weder Wahrnehmung noch Nicht-Wahrnehmung, - all diese muss ich in das Nirvana ohne Rest führen und sie von allen Leiden befreien. Und dennoch ist, selbst wenn unermesslich, unzählbar und unbegrenzt viele Fühlende Wesen so befreit worden sind, tatsächlich kein einziges Fühlendes Wesen befreit worden.

      Und warum? Subhuti, weil ein Bodhisattva, der die Vorstellung von einem Selbst, die Vorstellung von einer Person, die Vorstellung von einem Fühlenden Wesen oder die Vorstellung von einer Lebensspanne hat, kein Bodhisattva ist.

    Hört sich hochphilosophisch an. :D

    Zitat

    Und mit welcher Begründug stellt er das alles in Frage?


    Haben Melong und Dhammika schon schön beabtwortet.

    Zitat

    Ajha, also ein schwieriges Thema... muß ich wohl aufpassen, nicht ins Fettnäpfchen zu treten. Verstehe ich richtig: die einen sind "Egoisten", die anderen "Altruisten"?


    Keine Hemmungen, Fettnäpfchen sind zum reintreten da. :lol:

    Alles Liebe,
    Ji'un Ken

  • sensen
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 17:01
    • #23
    melong:


    Mit der Begründung, dass denen geholfen werden soll, die Hilfe benötigen und diese annehmen wollen oder können.
    Es soll niemand bekehrt werden. Buddhismus ist keine Philosophie und kein Ideologie, sondern eine Wissenschaft der (Selbst-)Erkenntnis.


    Und wer sichert mir meine Selsbterkenntnis ab? Man kann sich doch auch irren, selbsttäuschen oder verlaufen? Oder ist damit so ne Art Selbstoffenbarung gemeint; es kann gar nicht anders kommen und es kommt immer nur so?!? Erleuchtung wäre dann für jeden das gleiche? Es gäbe nichts mehr subjektives?

  • accinca
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    • 21. Mai 2009 um 17:02
    • #24
    Ji'un Ken:


    Das Leben wird nicht aufhören, wir würden höchstens anders damit umgehen.


    Was ein Pech aber auch....Leben ist Leiden.

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 21. Mai 2009 um 17:10
    • #25
    accinca:
    Ji'un Ken:


    Das Leben wird nicht aufhören, wir würden höchstens anders damit umgehen.


    Was ein Pech aber auch....Leben ist Leiden.

    Nicht unbedingt Pech accinca.
    Als der Buddha erwachte, ist seine Welt auch nicht zusammengebrochen. Ein Glück auch, sonst gäb es seine Lehre nicht.
    Meiner Meinung nach Leiden wir auch nicht unter dem "Leben" sondern unter unserem Anhaften.
    Aber ich weiß natürlich auch, das wir uns hier nicht so ganz einig sind. :grinsen:
    Das ist ja das schöne .
    Da leide ich auch nicht drunter.

    Alles Liebe,
    Ji'un Ken

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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