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  1. Buddhaland Forum
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  3. Anfängerbereich

Können sich Erleuchtete (Meister) im allgmeinen auch täuschen...(?)...

  • MittlererWeg
  • 28. März 2017 um 08:54
  • Zum letzten Beitrag
  • DeepSea
    Gast
    • 29. März 2017 um 10:14
    • #26

    Was geht der Frage stets voraus? Was geht dem Leid stets voraus? Was geht der Erkenntnis stets voraus? Der Fingerzeig, das heißt: der Schöpfer.

  • fotost
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    • 29. März 2017 um 10:34
    • #27
    MittlererWeg:

    Ist dann vielleicht alles Sinnlos
    oder alles eine Sklaverei?

    "Alles" ist sinnlos! (besser Sinn-frei)

    Zitat

    Das hab ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthi, im Siegerwalde, im Garten Anāthapindikos. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche: "Ihr Mönche". - "Erlauchter" antworteten jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

    "Alles will ich euch zeigen, ihr Mönche, das höret wohl. Was ist also, ihr Mönche, alles?

    Das Auge ist es und die Formen,
    das Ohr und die Töne,
    die Nase und die Düfte,
    die Zunge und die Säfte,
    der Körper und die Gegenstände,
    der Geist und die Dinge:

    das heißt man, ihr Mönche, alles.

    Wer, ihr Mönche etwa behaupten wollte: 'Ich werde solch ein <Alles> zurückweisen und ein <Alles> von anderer Art aufweisen,' und er würde über den Gegenstand seiner Behauptung befragt werden, so könnte er keinen Bescheid geben, würde vielmehr in weiteren Widerstreit geraten. Und aus welchem Grunde? Weil so etwas, ihr Mönche, nicht zu finden ist".


    S.35.23 Alles - 1. Sabba Sutta

    Siehst Du in der Aufzählung irgendwo etwas von Sinn? Es ist nicht zu finden. Es gibt keinen großen, versteckten Sinn. Das was von Theisten gern 'Sinn des Lebens' genannt wird existiert nicht.

    Niemand kann Dich aber hindern, Deinem Leben oder einem zeitliche oder inhaltlichen Abschnitt davon einen Sinn zu geben. So ungefähr wie ein Schriftsteller Kapiteln seines Buches einen Titel gibt. Das hilft sehr bei der Orientierung :grinsen:


    Sklave ist, wer äußerlich oder innerlich nicht frei ist. Sowohl äußere als innere Freiheit, besonders Freiheit von Leiden existiert, also kann nicht alles Sklaverei sein.

  • MittlererWeg
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    24. März 2017
    • 29. März 2017 um 20:25
    • #28

    Was haltet ihr von diesem hier?
    (Scrollt aber runter bis zum Titel: Buddha und Baha’u’llah)

    https://bezugspunkte.wordpress.com/tag/prophezeiung/

    Und dann lesst mal. Angeblich soll das Buddha selbst prophezeit haben.
    Da fängt man sich schon an zu fragen, wie erleuchtet Buddha wirklich war. Oder ob er auch nur so mensch selbst nach der Erleuchtung war, dass er auch so gewisse abgespacte Fantasien hatte, die er für wahr hielt.
    Es soll angeblich in buddhisstischen Pali-Kanon geschrieben sein. Die Rede ist von das Kommen des großen Weltlehrers, des Buddha Maitreya.

  • kilaya
    Gast
    • 30. März 2017 um 12:33
    • #29

    Assoziatives Denken ist zwar eine gute kreative Qualität, aber das kann auch schwer nach hinten losgehen, wie man an allerlei Verschwörungstheorien und merkwürdigen spirituellen Querverknüpfungen sehen kann.

    Mit Logik hat das nicht viel zu tun:

    1. Buddha prophezeit den nächsten Buddha (aus tibetischer Sicht geht das noch weiter, da ist Shakyamuni der 4. dieses Zeitalters, in dem 1000 historische Buddhas erscheinen werden. Maitreya wird der 5. und der 6. ist auch schon bekannt... So weit, so gut...)
    2. Eine andere Religion (oder ein Kult, austauschbar) sieht in ihrem Verkünder den nächsten Weltenlehrer und identifiziert ihn daher mit Prophezeiungen aus der eigenen Tradition oder anderen Religionen und spaltet sich so ab oder vereinnahmt die andere Religion und stellt sich auf diese Weise darüber.
    3. Jemand schaut sich beides an, hält 2. für Bockmist und zweifelt daher auch an 1. obwohl das aus dem buddhistischen Blickwinkel rein gar nichts miteinander zu tun hat.

    So funktioniert das nicht. Wenn man zu derartigen (Kurz-)Schlüssen neigt, sollte man sicher besser auf eine klare Praxis fokussieren und alles andere alles andere sein lassen. Wenn man danach sucht, findet man immer Widersprüche. Wenn man nicht gerade neue Verschwörungstheorien in die Welt setzen will - oder sich an einer religions-wissenschaftlichen Überblicksarbeit versucht - ist es besser diese zu ignorieren und eine klare Linie da zu fahren, wo man vertrauensvoll eine Anbindung gefunden hat.

  • Sudhana
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    • 30. März 2017 um 12:58
    • #30
    MittlererWeg:

    Was haltet ihr von diesem hier?


    Das ist Unsinn. Denkst Du allen Ernstes, Du könntest bei den Baha'i ernstzunehmende Informationen über den Buddhadharma finden? Da kannst Du genau so gut bei den Katholiken oder Muslimen suchen.

    MittlererWeg:

    Angeblich soll das Buddha selbst prophezeit haben.


    Im Palikanon wird die Auffassung vertreten, dass, wenn der Weg zur Befreiung völlig vergessen ist, ein Buddha aufritt. D.h. jemand, der ihn neu und unabhängig - d.h. aus eigener Kraft - entdeckt und ihn dann Andere lehrt. Genau dies macht einen Buddha im höchsten Sinn (einen Sammásambuddha) aus. Gautama Buddha ist also nicht der erste und auch nicht der letzte dieser Reihe. Bis der nächste, der im Palikanon Metteya genannt wird, erwartet werden kann, dauert es allerdings noch ein wenig. Wenn man den Palikanon (konkret Cakkavatti Sutta, DN.26) wörtlich nimmt, muss dazu erst einmal die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen auf 10 Jahre sinken und dann wieder auf 80.000 Jahre ansteigen. In absehbarer Zeit ist damit eher nicht zu rechnen. Ganz gewiss ist jemand wie Baha’u’llah nicht mit 'Metteya' gemeint.

    MittlererWeg:

    Da fängt man sich schon an zu fragen


    Ja - ich stelle mir hinsichtlich Deiner Postings auch die eine oder andere Frage. Vor allem, was so etwas wie Dein letztes hier im Anfängerbereich zu suchen hat. Sinnvollerweise muss ich Dir wohl oder übel unterstellen, Anfänger zu sein. Dann also ergänzend zum oben geäußerten Rat, wo man zuverlässige Informationen über den Buddhismus ganz gewiss nicht suchen sollte, weil man dort nur Desinformation findet, noch einen weiteren. Die Sutten des Palikanon sind keine Offenbarungen, die man wörtlich glauben sollte. Man sollte schon versuchen, den Sinn dahinter zu entdecken.

    Der hinter der Geschichte mit dem zukünftigen Buddha Metteya / Maitreya und den sog. Vorzeitbuddhas steckende Sinn ist der, dass Erwachen emergent ist - also bei einzelnen Menschen unabhängig von der Existenz der Lehre auftritt. Diese Menschen nennt man im Palikanon Paccekabuddha - und, wenn sie darüber hinaus den Weg zum Erwachen durch Neubegründung der Lehre an Andere weitergeben - Sammásambuddha. Metteya Buddha ist der Name, mit dem im Palikanon der Sammásambuddha bezeichnet wird, der den Buddhadharma neu entdecken und lehren wird, wenn Gautama Buddha und seine Lehre aus dem Gedächtnis der Menschheit verschwunden sind.

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  • Sudhana
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    • 30. März 2017 um 13:17
    • #31
    DeepSea:

    Was geht der Frage stets voraus? Was geht dem Leid stets voraus? Was geht der Erkenntnis stets voraus? Der Fingerzeig, das heißt: der Schöpfer.


    Falsche Baustelle. Hier ist ein buddhistisches Forum - und im Buddhismus existiert ein 'Schöpfer' lediglich als unplausible und irrelevante Theorie. Auf Deine Fragen gibt der Buddhismus völlig andere Antworten - aber das ist hier, in diesem Thread offtopic. So, wie übrigens auch Dein Posting.

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  • kilaya
    Gast
    • 30. März 2017 um 13:41
    • #32
    Sudhana:

    Der hinter der Geschichte mit dem zukünftigen Buddha Metteya / Maitreya und den sog. Vorzeitbuddhas steckende Sinn ist der, dass Erwachen emergent ist - also bei einzelnen Menschen unabhängig von der Existenz der Lehre auftritt.


    Das ist ein wichtiger Aspekt, danke für die Erinnerung. Aber vielleicht: "... auftreten kann", oder? Es ist ja kein Selbstläufer, man muss etwas dafür tun bzw. besondere Voraussetzungen bereits über eine langen Zeitraum geschaffen haben - in diesem Fall ohne einen Weg vorgezeigt zu bekommen.

    Übrigens, um eine tibetische Perspektive zu ergänzen: Dass die Dinge - und bei den Tibetern ganz besonders Zahlen und Aufzählungen - oft oder meistens einen symbolhaften Charakter haben, den man in Bezug auf Wirkung und Bedeutung interpretieren kann, muss man in tibetischen Texten auch immer mit berücksichtigen. Viel Kritik an angeblich "falschen" Aussagen zum Dharma kann man an dieser Sichtweise abprallen lassen. Sie sind "wahr" im Sinne einer "Wahrhaftigkeit" - die Absicht dahinter ist echt, der Wortlaut aber nicht unbedingt wörtlich zu nehmen.

  • Sudhana
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    • 30. März 2017 um 14:17
    • #33
    MittlererWeg:

    Es ist erstaunlich, das behauptet wird das Buddha Gautama Siddhartha nach seiner Erleuchtung all seine früheren Leben gesehen hat. Jedoch ich bisher noch nie von irgend einem anderen Erleuchteten oder Erwachten, davon gehört habe dass er/sie über seine eigenen, früheren Wiedergeburten und die Erinnerungen danach gesprochen hat.
    Wieso hat Buddha Gautama Siddhartha das erlebt und wieso alle anderen Erwachten/Erleuchteten Lehrer und Bücherschreiber nicht?

    Das kann durchaus etwas damit zu tun haben, dass "alle anderen Erwachten/Erleuchteten Lehrer und Bücherschreiber" etwas Anderes erfahren haben als Buddha und die, die nach und mit ihm seinen Weg gegangen sind und ihn verwirklicht haben.

    MittlererWeg:

    Ich persönlich bin nämlich davon überzeugt, das selbst Erwachte oder Erleuchtet nicht alles wissen können. Und wenn Sie nicht alles wissen, können Sie auch nicht behaupten dass der Weg mit der Erleuchtung zu ende ist.
    Viel mehr, bin ich der Überzeugung dass diese durch die Erleuchtung getäuscht worden sind.

    Ja - und das trifft nicht zuletzt auf Deine "anderen Erwachten/Erleuchteten Lehrer und Bücherschreiber" zu. Insbesondere auch auf die hier im Forum, die sich für "erleuchtet" halten. Ein gewisser Bücherschreiber meinte dazu:

    Zitat

    Der Versuch, die Übung und Erleuchtung durch uns durchzuführen, ist eine Täuschung. Durch die Erscheinungswelt Übung und Erleuchtung zu haben, ist Erleuchtung. Buddha zu sein heißt, die große Erleuchtung über die Täuschung zu haben. Grosse Illusion über die Erleuchtung zu haben, heißt ein Lebewesen zu sein. Weiterhin sind einige fortwährend erleuchtet jenseits der Erleuchtung, während andere immer mehr Täuschungen anhäufen.

    Der eingangs angesprochene "Versuch" ist ziemlich charakteristisch für "alle anderen Erwachten/Erleuchteten Lehrer und Bücherschreiber" - und entsprechend das Ergebnis.

    MittlererWeg:

    Nicht das die Erleuchtung was falsches ist (oder eine Täuschung). Nein. Das meine ich nicht.

    Ich hingegen schon.

    MittlererWeg:

    Sie wurden erleuchtet und haben nun eine weitere Stufe der Selbsterkenntnis des Lebens erblickt. Und weil diese, neue Selbsterkenntnis so neu und so überzeugend ist, glauben Sie nun das damit alles gesehen wurde was über sich selbst es zu sehen und zu erkennen gibt.

    Das ist kein bodhi sondern etwas ganz Triviales. So etwas erfährt man schon als Kleinkind. Das gibt sich dann auch wieder. Wenn man das mit bodhi verwechselt, wird es allerdings ziemlich albern. Wenn man mit solch einer Verwechslung dann andere Leute an der Nase herumführt, fängt es an, tragisch zu werden.

    MittlererWeg:

    Die Nichts-Erkenntnis lässt ja keinen Raum mehr für eine Weiterentwicklung, man ist ja dann der Raum selbst, mit dieser Erkenntis,...was soll man da also noch weiter an sich selbst erkennen?!

    Da spekuliert jetzt aber jemand wild drauflos ...

    MittlererWeg:

    <---Das ist das womit ich Mühe habe, bei den Erwachten/Erleuchteten.

    ... was wohl nicht ganz zufällig damit zusammenhängt.

    MittlererWeg:

    Sie sehen damit ein abosolutes Ende ihrer eigenen Erkenntnis und Erkenntis über das Leben als ganzes.

    Weisst Du, was ein Kategorienfehler ist? Die Verwechslung von Erkenntnis und bodhi z.B. ist ein solcher.

    MittlererWeg:

    Oft scheint es mir, als ob Erwachte oder Erleuchtete (zumind. diese mit bekannten Namen oder solche bekannte Schriftsteller die gut ankommen bei der Allgmeinheit) schon fast angebetet werden.

    Ja, das ist eine ziemlich typische Kinderkrankheit.

    MittlererWeg:

    Niemand jedoch hinterfragt sich, ob diese jenigen auch wirklich so wissend sind wie Sie schon fast angehimmelt werden.

    Echt jetzt? Niemand? Von Dir mal abgesehen, versteht sich? Deckt sich nicht so ganz mit meiner Wahrnehmung.

    MittlererWeg:

    Ich meine mal im ernst: Was wissen denn Erwachte oder Erleuchtete (Meister) wirklich?
    Kennen Sie wirklch alle Antworten auf das Leben? Alle?!

    Keine Ahnung. Ehrlich gesagt interessiert mich auch deutlich mehr, was ich wirklich weiss. Die Antworten Anderer "auf das Leben" hingegen nützen mir herzlich wenig.

    Mal grundsätzlich, weil wir hier im 'Anfängerbereich' sind. Ein brauchbarer Lehrer oder eine Lehrerin des Buddhadharma gibt Dir nicht seine / ihre Antworten, sondern hilft Dir, Deine eigenen zu finden. Und er / sie nennt sich auch nicht 'erleuchtet'. Ob Du ihn oder sie für erleuchtet hältst, ist ausschließlich Deine Angelegenheit, nicht ihre.

    MittlererWeg:

    Könnten Sie behaupten, wenn Sie wirklich ehrlich zu sich selbst sind, das Sie mit 100% Garantie, ohne jeglichen Zweifel, das Ende mit der Erleuchtung gefunden haben und kein Raum mehr ist für Zweifel?

    Was geht mich das an. Oder Dich? Das ist ausschließlich deren Problem - wenn es denn eines ist.

    MittlererWeg:

    Denn was wissen die schon? Wissen die wirklich zb. was nach dem Tod kommt? Wirklich?

    Ich weiss nicht, ob die das wissen. Du? Und wenn - was hast Du davon?

    MittlererWeg:

    Ich glaube kaum, denn Sie haben es selbst noch nicht erlebt.

    Puh - jetzt sind wir schon beim Glauben gelandet. Und bei Spekulationen darüber, was Andere so erleben und was nicht, die dann flugs zur Behauptung mutieren.

    MittlererWeg:

    Und wenn man etwas selbst nicht erlebt hat, hat man auch keine Beweise für etwas unbekanntes, noch nicht geblicktes.

    Oh - auch, wenn Du etwas erlebt hast heisst das noch lange nicht, dass Du das auch beweisen kannst. Die Frage ist immer, wer solche Beweise braucht - und wozu. Brauchst Du welche? Ich nicht.

    Den Rest erspare ich mir (und Dir) - wenn das so überfliege kommt da auch kein neuer Gedanke mehr. Da "scheinen" Dir Dinge, da wird "mal dahin fantasiert" ... Mag ja ganz unterhaltsam sein. Für Dich zumindest.

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    Zen
    • 30. März 2017 um 14:36
    • Offizieller Beitrag
    • #34
    Sudhana:
    MittlererWeg:

    Sie sehen damit ein abosolutes Ende ihrer eigenen Erkenntnis und Erkenntis über das Leben als ganzes.

    Weisst Du, was ein Kategorienfehler ist? Die Verwechslung von Erkenntnis und bodhi z.B. ist ein solcher.

    Ich finde das ein sehr wichtiger Punkt.

    Der Begriff der Erleuchtung wurde ja im Neoplatonismus wichtig. Und dort leitet er sich aus Plato Sokrates zugeschriebene Höhlengleichnis ab. Da auch viele esoterische und okkulte Strömungen an den Neoplatonismus anknüpfen ist es villeicht wichtig, sich das anzuschauen:

      Sokrates beschreibt eine unterirdische, höhlenartige Behausung, von der aus ein breiter Gang zur Erdoberfläche führt. In der Höhle leben Menschen, die dort ihr ganzes Leben als Gefangene verbracht haben. Sie sind sitzend an Schenkeln und Nacken so festgebunden, dass sie immer nur nach vorn auf die Höhlenwand blicken und ihre Köpfe nicht drehen können. Daher können sie den Ausgang, der sich hinter ihren Rücken befindet, nie erblicken und von seiner Existenz nichts wissen. Auch sich selbst und die anderen Gefangenen können sie nicht sehen; das Einzige, was sie je zu Gesicht bekommen, ist die Wand, der sie zugedreht sind. Erhellt wird ihre Behausung von einem Feuer, das hinter ihnen weit oben in der Ferne brennt. Die Gefangenen sehen nur dieses Licht, das die Wand beleuchtet, nicht aber dessen Quelle. Auf der Wand sehen sie ihre Schatten.

      Da die bewegten Gegenstände auf die Höhlenwand, der die Gefangenen zugewendet sind, Schatten werfen, können die Höhlenbewohner die bewegten Formen schattenhaft wahrnehmen. Von den Trägern ahnen sie aber nichts. Wenn jemand spricht, hallt das Echo von der Höhlenwand so zurück, als ob die Schatten sprächen. Daher meinen die Gefangenen, die Schatten könnten sprechen. Sie betrachten die Schatten als Lebewesen und deuten alles, was geschieht, als deren Handlungen. Das, was sich auf der Wand abspielt, ist für sie die gesamte Wirklichkeit und schlechthin wahr. Sie entwickeln eine Wissenschaft von den Schatten und versuchen in deren Auftreten und Bewegungen Gesetzmäßigkeiten festzustellen und daraus Prognosen abzuleiten. Lob und Ehre spenden sie dem, der die besten Voraussagen macht.

      Nun bittet Sokrates Glaukon sich vorzustellen, was geschähe, wenn einer der Gefangenen losgebunden und genötigt würde, aufzustehen, sich umzudrehen, zum Ausgang zu schauen und sich den Gegenständen selbst, deren Schatten er bisher beobachtet hat, zuzuwenden. Diese Person wäre schmerzhaft vom Licht geblendet und verwirrt

    Ein "Erleuchteter" ist also jemand, der einen Blick aus der Höhle gewonnen hat. Was natürlich Parallelen zum Buddhismus aufweist. Auch Buddha hat ja quasi den Ausgang gefunden. Allerdings ist dies bei Plato eben mit Erkenntnis verbunden. In dem Wikipediartikel hessit es weiter unten:

      Martin Heidegger ging in seiner Kritik des platonischen Wahrheitsbegriffs vom Höhlengleichnis aus. Er legte seine Auffassung in den Abhandlungen Vom Wesen der Wahrheit. Zu Platons Höhlengleichnis und Theäter und Platons Lehre von der Wahrheit dar. Heidegger deutete das griechische Wort alḗtheia („Wahrheit“) etymologisch als „Unverborgenheit“ und meinte, die Unverborgenheit liege in der Sache selbst. Platon habe sie nicht dort gesucht, sondern in das Erkennen des Menschen verlegt und zu einer Beziehung zwischen erkennendem Subjekt und erkanntem Objekt gemacht. Damit sei Wahrheit nicht mehr als Selbstoffenbarung der Dinge, sondern als Übereinstimmung der Aussage mit ihrem Gegenstand bestimmt worden

    Und das ist genau der gravierende Unterschied. Während es eigentlich daraum gehen sollte von der Täuschung zur Wirklichkeit vorzudringen, wird bei Plato so getan, als ging es darum "Wahrheiten" zu sammeln. Erkentisse, Wissen, usw. Also etwas was man im Gegensatz zur „Unverborgenheit“ sammeln und anhäufen kann.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • kilaya
    Gast
    • 30. März 2017 um 18:18
    • #35

    Wenn man das Höhlengleichnis nicht als Gleichnis sondern in seiner Bildhaftigkeit nimmt, ist der Weg aus der Höhle der erste Schritt, dann gilt es noch, die Illusion der Welt ausserhalb der Höhle zu durchschauen. Nimmt man es als Gleichnis für diesen zweiten Schritt, dass man also die Welt so sieht, wie sie letzten Endes wirklich ist, dann wäre das schon ein Synonym mit einem Verständnis von Erleuchtung. Die Frage, was man dann mit dieser Erkenntnis macht, hat dann weniger mit der Erleuchtung an sich zu tun, sondern der Frage: nun bin ich der Buddha der ich schon immer war, was mache ich mit meiner Einsicht? Das wäre zumindest im Mahayana ein gültiger Blickwinkel. Im Zen sagt man bekanntlich: "Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen. Nach der Erleuchtung: Holz hacke, Wasser holen" Das verstehe ich so, dass es nicht darauf ankommt, was in der Erfahrungswelt (auf der bedingten, relativen Ebene) passiert, sondern darauf, wie man diese Erfahrungswelt begreift.

  • DeepSea
    Gast
    • 30. März 2017 um 18:25
    • #36
    Sudhana:
    DeepSea:

    Was geht der Frage stets voraus? Was geht dem Leid stets voraus? Was geht der Erkenntnis stets voraus? Der Fingerzeig, das heißt: der Schöpfer.


    Falsche Baustelle. Hier ist ein buddhistisches Forum - und im Buddhismus existiert ein 'Schöpfer' lediglich als unplausible und irrelevante Theorie. Auf Deine Fragen gibt der Buddhismus völlig andere Antworten - aber das ist hier, in diesem Thread offtopic. So, wie übrigens auch Dein Posting.


    Du hast mich offenbar missverstanden. Worauf mein Beitrag abzielt, ist vielmehr: Wer ist Sudhanas Schöpfer?! Sudhana! Und damit bist du auch schon am Ende angelangt.

    Gerade Anfänger kann man mit wenigen Worten an allem Singsang vorbei führen. Sogenannte Fortgeschrittene sind dazu meist zu tief in ihrer Lehre verstrickt.

  • kilaya
    Gast
    • 30. März 2017 um 18:34
    • #37

    Am Ende oder am Anfang? Ich vermute eher am Anfang... Wenn überhaupt: aus buddhistischer Sicht ist die Aussage "Ich bin mein eigener Schöpfer" nur eine Nebenbaustelle, die ohne den richtigen Kontext auch durchaus zu falschen Zirkelschlüssen führen kann. z.B. zu der Ansicht, dass dieses "Ich" tatsächlich auf letztendlicher Ebene als individuelles Phänomen existieren würde. Klar, Buddha würde auf die Frage, "wer hat mich geschaffen" antworten: Du selbst. Aber da geht es nur darum, das Konzept von einem schöpfenden allmächtigen Gott zu entkräften. Nicht mehr und nicht weniger. Erleuchtet wird man so nicht. Klar kann man sich in neuen buddhistischen Konzepten auch verstricken, aber diese sind zumindest so angelegt, dass sie über sich selbst hinaus weisen. Und das ist elementar für den buddhistischen Weg.

  • DeepSea
    Gast
    • 30. März 2017 um 19:46
    • #38

    Es gibt keine 'buddhistische Sicht'. Das kann man hier im Forum lernen.

    Am Ende meine ich, denn: Das Problem des Ich ist Ausgangspunkt für alle übrigen. Über solch einen Satz würde sich z.B. Huang-po freuen.

  • Sudhana
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    • 30. März 2017 um 20:09
    • #39
    DeepSea:

    Du hast mich offenbar missverstanden. Worauf mein Beitrag abzielt, ist vielmehr: Wer ist Sudhanas Schöpfer?! Sudhana! Und damit bist du auch schon am Ende angelangt.


    Auch daneben. Sudhana schöpft sich nicht selbst. Sudhana ist die momentane Funktion von Ursachen und Bedingungen, die dazu führt, dass Du das liest.

    ()

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  • Sudhana
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    • 30. März 2017 um 20:11
    • #40
    DeepSea:

    Das Problem des Ich ist Ausgangspunkt für alle übrigen. Über solch einen Satz würde sich z.B. Huang-po freuen.


    Warum sollte sich Huangbo freuen, wenn Andere ein Problem mit ihrem Ich haben?

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  • accinca
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    • 30. März 2017 um 20:35
    • #41
    kilaya:

    aus buddhistischer Sicht ist die Aussage "Ich bin mein eigener Schöpfer" nur eine Nebenbaustelle,

    Ein anfangloses Schöpfen und Vergehen wird als Samsaro bezeichnet.

  • accinca
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    • 30. März 2017 um 20:39
    • #42
    DeepSea:

    Es gibt keine 'buddhistische Sicht'.
    Das kann man hier im Forum lernen.


    Die rechte Buddhistische Sicht ist die erste Stufe
    des achtfachen rechten Pfades. Ganz unabhängig davon
    was hier im Forum darüber geglaubt wird.

  • DeepSea
    Gast
    • 30. März 2017 um 20:48
    • #43

    Na bitte. Auch jeder Buddhist hat seine eigene Sichtweise. Wie könnte es anders sein?! :)

  • DeepSea
    Gast
    • 30. März 2017 um 20:56
    • #44
    Sudhana:
    DeepSea:

    Du hast mich offenbar missverstanden. Worauf mein Beitrag abzielt, ist vielmehr: Wer ist Sudhanas Schöpfer?! Sudhana! Und damit bist du auch schon am Ende angelangt.


    Auch daneben. Sudhana schöpft sich nicht selbst. Sudhana ist die momentane Funktion von Ursachen und Bedingungen, die dazu führt, dass Du das liest.


    Sudhana, momentan, Funktion, Ursache, Bedingung, zu etwas führen, lesen, ... Wer hat sich all das ausgedacht?? Sudhana! :)

  • kilaya
    Gast
    • 30. März 2017 um 21:15
    • #45
    DeepSea:

    Es gibt keine 'buddhistische Sicht'. Das kann man hier im Forum lernen.


    Es mag grosse Unterschiede in der Auslegung und Ausformung geben, aber es gibt auch grundsätzliche Dinge, die den Buddhismus als Ganzes ausmachen und über die es keine grossen Diskussionen zwischen den Traditionen gibt. Wobei, wie wir schon festgestellt haben, es nicht "die 8 Faktoren" gibt, die die Essenz des Buddhismus ausmachen. Es ist eher so, dass es ein paar Sachen gibt, ohne die es gar nicht geht (ohne die man es nicht mehr "Buddhismus" nennen kann), und dann eine Auswahl weiterer Sachen, aus denen eine gewisse Menge (sagen wir spasseshalber "10 aus 30") zusätzlich enthalten sein muss. Das ist jetzt keine präzise Wissenschaft, nur sowas wie eine grundsätzliche Idee auf der Suche nach einer "Essenz des Buddhismus".

  • fotost
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    • 30. März 2017 um 21:46
    • #46
    kilaya:

    ... nur sowas wie eine grundsätzliche Idee auf der Suche nach einer "Essenz des Buddhismus".


    Und wenn ich so etwas schreibe... :lol::lol:

  • kilaya
    Gast
    • 30. März 2017 um 21:56
    • #47
    fotost:
    kilaya:

    ... nur sowas wie eine grundsätzliche Idee auf der Suche nach einer "Essenz des Buddhismus".


    Und wenn ich so etwas schreibe... :lol::lol:

    Wenn Du sowas schreibst, findest Du meine Zustimmung allemal. (Hatten wir nicht sogar schonmal gemeinsam in die Richtung hier gedacht?)

  • accinca
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    31. Dezember 2007
    • 30. März 2017 um 23:24
    • #48
    DeepSea:

    Na bitte. Auch jeder Buddhist hat seine eigene Sichtweise. Wie könnte es anders sein?! :)


    Trotzdem gibt es nur eine rechte Ansicht
    in der Lehre des Buddha.

  • Sunu
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    • 31. März 2017 um 01:32
    • #49
    DeepSea:
    Sudhana:


    Auch daneben. Sudhana schöpft sich nicht selbst. Sudhana ist die momentane Funktion von Ursachen und Bedingungen, die dazu führt, dass Du das liest.


    Sudhana, momentan, Funktion, Ursache, Bedingung, zu etwas führen, lesen, ... Wer hat sich all das ausgedacht?? Sudhana! :)

    das hast du dir bloß ausgedacht !

  • DeepSea
    Gast
    • 31. März 2017 um 07:41
    • #50
    Sunu:
    DeepSea:


    Sudhana, momentan, Funktion, Ursache, Bedingung, zu etwas führen, lesen, ... Wer hat sich all das ausgedacht?? Sudhana! :)

    das hast du dir bloß ausgedacht !


    Bravo! Und wenn du es nun schaffst, dies in allem zu sehen, einschließlich deiner selbst, dann bist auch du fertig. Aber bedenke: Dies ist keine Aufforderung, sich vom Buddhismus abzuwenden, sondern bloß, auch den Buddhismus nicht als etwas von dir gesondertes zu betrachten. Denn auch wer auf den Buddhismus zeigt, zeigt nur auf sich selbst.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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