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  1. Buddhaland Forum
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2 Fragen zum Zazen

  • Placebo
  • 13. Oktober 2016 um 18:22
  • Zum letzten Beitrag
  • Placebo
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    • 13. Oktober 2016 um 18:22
    • #1

    Hi!

    Ich haette mal 2 Fragen zur Zazen-Praxis im Zen:

    1.) Gibt es eine Empfehlung wie weit der Abstand zur Wand sein sollte, die man anstarrt, oder ist es fuer die Praxis irrelevant?

    2.) Ich mag zwar diese "Wand Anstarren"-Praxis, aber ich frage mich, ob es noch andere Praktiken im Zen gibt?

    Lg,
    Placebo

  • Sudhana
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    • 13. Oktober 2016 um 18:30
    • #2
    Placebo:

    1.) Gibt es eine Empfehlung wie weit der Abstand zur Wand sein sollte, die man anstarrt, oder ist es fuer die Praxis irrelevant?


    Es ist irrelevant, weil man nicht die Wand anstarrt. Wenn die Wand zu nahe ist, starrt man halt durch die Wand durch.

    Placebo:

    2.) Ich mag zwar diese "Wand Anstarren"-Praxis, aber ich frage mich, ob es noch andere Praktiken im Zen gibt?


    Jede Menge. Aufstehen, Zähneputzen, Waschen, Frühstücken ...

    ()

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Festus
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    • 13. Oktober 2016 um 18:30
    • #3
    Placebo:

    ......
    1.) Gibt es eine Empfehlung wie weit der Abstand zur Wand sein sollte, die man anstarrt, oder ist es fuer die Praxis irrelevant?...


    Über den Abstand kann ich dir nichts sagen. Aber wer sagt, das du die Wand anstarren sollst?
    Du sitzt mit dem Gesicht zur Wand und hast deine Augen leicht geöffnet. Mehr nicht

    Placebo:

    ......2.) Ich mag zwar diese "Wand Anstarren"-Praxis, aber ich frage mich, ob es noch andere Praktiken im Zen gibt?


    Ja, gibt es. Dreh dich um, sitz mit dem Gesicht zur Raummitte und lass den Blick auf den Boden fallen ohne den Boden anzustarren.

    Ohne eine lange Zeit grimmiger Kälte,
    die Dir in die Knochen fährt –

    wie könnten die Pflaumenblüten

    dich erfüllen mit ihrem durchdringenden Duft?
    (Obaku)

  • Placebo
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    • 14. Oktober 2016 um 02:47
    • #4

    Ah ok, also ist es egal, ob man nun 5 Meter von der Wand entfernt sitzt, oder 30 cm.
    Mir war klar, dass man nicht gezielt die Wand anguckt...aber ja, generell ist das Ding mit "zur Wand" dann wohl scheinbar relativ irrelevant...

    Scheint mir, dass alles ok ist - zur Wand, Augen zu oder offen, etc...

    Sudhana:
    Achtsamkeit ist immer im Altag moeglich und ueberall- mir ging es hier konkret um Sitz-Praktiken...

  • Sudhana
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    • 14. Oktober 2016 um 10:29
    • #5
    Placebo:

    Ah ok, also ist es egal, ob man nun 5 Meter von der Wand entfernt sitzt, oder 30 cm.
    Mir war klar, dass man nicht gezielt die Wand anguckt...aber ja, generell ist das Ding mit "zur Wand" dann wohl scheinbar relativ irrelevant...

    Scheint mir, dass alles ok ist - zur Wand, Augen zu oder offen, etc...

    Sudhana:
    Achtsamkeit ist immer im Altag moeglich und ueberall- mir ging es hier konkret um Sitz-Praktiken...


    Grundsätzlich wird empfohlen, die Augen nicht zu schließen, um Schläfrigkeit ('Dösen') zu vermeiden. Die Blickrichtung ist halb nach unten (45°) gerichtet; die Augen sind nicht auf einen Punkt fokussiert, sondern blicken quasi ins Unendliche. Die Lider sind ein wenig gesenkt, um die Helligkeit des Lichts etwas zu mindern. Das Sitzen vor einer Wand hat den Effekt, visuelle Reize weitgehend zu minimieren - zu weit entfernt ist also nicht sinnvoll. Aber auch nicht so nahe, dass man sich nicht mehr problemlos verbeugen kann (ob und wenn, wann man das tut, ist erst einmal eine andere Sache).

    Speziell das japanische Zen (Soto und Rinzai) gehört in Japan zur Gruppe der Traditionen, bei denen ausschließlich 'eine Praxis' (senju) zentral ist.

    ()

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Placebo
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    • 15. Oktober 2016 um 01:57
    • #6

    Alles klar, danke!

    Was ich ab und an mal mache, ist mit Schafmaske zu zazen -> Augen sind dann ocker geoeffnet, aber man hat keinen visuellen Reiz.
    Fuehlt sich oft gut an, da man leichter in einen Fokus kommt und/oder kaum/wenig Gedanken.
    Es gibt zwar keine Ziele/Erwartungen beim Zazen, aber letztlich fuehlt sich halt oben Genanntes oft besser an, als "Gedanken-chaos"

  • Samten
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    • 15. Oktober 2016 um 09:42
    • #7

    mit Schafmaske....?.lol..(hehe..geile vorstellung;)..sorry,ich weiß es ist albern, aber ich hatte echt nen gaanz üblen Lachanfall..nix für ungut...lachen am Morgen soll ja gesund sein..;)

  • Sudhana
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    • 15. Oktober 2016 um 12:42
    • #8
    Placebo:

    Was ich ab und an mal mache, ist mit Schafmaske zu zazen


    Hmmm ... Hilfsmittel sind durchaus erlaubt. Wenn ein Zafu (Sitzkissen), warum keine Schlafmaske. Andererseits sollte das Sitzen so 'natürlich' wie möglich sein. Ich glaube, ich empfände eine Maske vor dem Gesicht als störend.

    Bedenklicher ist meines Erachtens, dass damit Sinnesreize - die 'zehntausend Dinge' vor Deiner Nase - zu stark ausgeblendet werden. Das geht schon in Richtung sensorische Deprivation - eine Technik, deren sich z.B. sog. Isolationstanks oder Samadhi-Tanks bedienen. Das kann sehr entspannend sein - Zazen ist es nicht.

    ()

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Placebo
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    • 16. Oktober 2016 um 06:17
    • #9
    Sudhana:
    Placebo:

    Was ich ab und an mal mache, ist mit Schafmaske zu zazen


    Hmmm ... Hilfsmittel sind durchaus erlaubt. Wenn ein Zafu (Sitzkissen), warum keine Schlafmaske. Andererseits sollte das Sitzen so 'natürlich' wie möglich sein. Ich glaube, ich empfände eine Maske vor dem Gesicht als störend.

    Bedenklicher ist meines Erachtens, dass damit Sinnesreize - die 'zehntausend Dinge' vor Deiner Nase - zu stark ausgeblendet werden. Das geht schon in Richtung sensorische Deprivation - eine Technik, deren sich z.B. sog. Isolationstanks oder Samadhi-Tanks bedienen. Das kann sehr entspannend sein - Zazen ist es nicht.

    ()


    Ich wollte keinen Bias geben, daher hab ich nichts gesagt - aber genau das hervorgehobene ist da auch mein Bedenken.
    Daher wende ich es nur recht selten an - meistens fuer Quicky-sessions (<=10 Minuten).

  • Noreply
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    • 16. Oktober 2016 um 09:40
    • #10
    Placebo:
    Sudhana:


    Hmmm ... Hilfsmittel sind durchaus erlaubt. Wenn ein Zafu (Sitzkissen), warum keine Schlafmaske. Andererseits sollte das Sitzen so 'natürlich' wie möglich sein. Ich glaube, ich empfände eine Maske vor dem Gesicht als störend.

    Bedenklicher ist meines Erachtens, dass damit Sinnesreize - die 'zehntausend Dinge' vor Deiner Nase - zu stark ausgeblendet werden. Das geht schon in Richtung sensorische Deprivation - eine Technik, deren sich z.B. sog. Isolationstanks oder Samadhi-Tanks bedienen. Das kann sehr entspannend sein - Zazen ist es nicht.

    ()


    Ich wollte keinen Bias geben, daher hab ich nichts gesagt - aber genau das hervorgehobene ist da auch mein Bedenken.
    Daher wende ich es nur recht selten an - meistens fuer Quicky-sessions (<=10 Minuten).

    Wenn das Sitzen wirklich in den Techniken geübt wird braucht es keinerlei anderer Dinge oder Sperren, wie stillen Raum usw. Auch für einen Quicky-session nicht.Kann natürlich sein das ich das auch gebraucht hätte wenn ich für lange Zeit regelmäßig länger als 25 min gesessen hätte. Mein Ziel war aber auch ein anderes von Anfang an eine Technik zu finden mich in sehr kurzer Zeit Gedankenleer zu machen?

  • Placebo
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    • 18. Oktober 2016 um 06:59
    • #11
    Ellviral:
    Placebo:

    Ich wollte keinen Bias geben, daher hab ich nichts gesagt - aber genau das hervorgehobene ist da auch mein Bedenken.
    Daher wende ich es nur recht selten an - meistens fuer Quicky-sessions (<=10 Minuten).

    Wenn das Sitzen wirklich in den Techniken geübt wird braucht es keinerlei anderer Dinge oder Sperren, wie stillen Raum usw. Auch für einen Quicky-session nicht.Kann natürlich sein das ich das auch gebraucht hätte wenn ich für lange Zeit regelmäßig länger als 25 min gesessen hätte. Mein Ziel war aber auch ein anderes von Anfang an eine Technik zu finden mich in sehr kurzer Zeit Gedankenleer zu machen?

    Ich verstehe diesen Satz nicht - irgendwie erscheint mir die Formulierung sperrig^^
    Ist zum Beispiel der letzte Satz eine Frage oder die Feststellung, dass das eigene Ziel Gedankenleere war?

  • Noreply
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    • 18. Oktober 2016 um 12:36
    • #12
    Placebo:
    Ellviral:

    Wenn das Sitzen wirklich in den Techniken geübt wird braucht es keinerlei anderer Dinge oder Sperren, wie stillen Raum usw. Auch für einen Quicky-session nicht.Kann natürlich sein das ich das auch gebraucht hätte wenn ich für lange Zeit regelmäßig länger als 25 min gesessen hätte. Mein Ziel war aber auch ein anderes von Anfang an eine Technik zu finden mich in sehr kurzer Zeit Gedankenleer zu machen?

    Ich verstehe diesen Satz nicht - irgendwie erscheint mir die Formulierung sperrig^^
    Ist zum Beispiel der letzte Satz eine Frage oder die Feststellung, dass das eigene Ziel Gedankenleere war?

    Mein Ziel, als ich Meditation entdeckte, war frei zu werden von Gedankenkreisläufen. Ich suchte eine Technik die mir half sofort aus den Kreisläufen von Selbsterniedrigung, Selbstverachtung und Selbstbeschuldigung heraus zu kommen. Da war das Sitzen in Meditation schon gut, doch das Gedankenmachen über Meditationsgegenstände machte mir immer einen Strich durch die Rechnung. Dann begann ich alle Gedanken, alle Empfindungen, die ohne Beziehung zur Umwelt entstanden als Fehler zu sehen. Dann war das Ziel vor dem Sitzen: Ich werde jetzt nur sitzen. Dann hatte ich nach kurzer Zeit das erreicht was ich wollte. Nur Sitzen.

    Das Nur Still sein des Gedanken-Machen konnte ich dann überall anwenden. Heute geht das ohne Anweisung. Heute muss ich das Gedankenmachen bewusst einschalten. Ich muss mir Gedankenmachen wollen. Für mich ist die Nachdenkenleeere normal, Gedanken kommen und gehen sind aber keinerlei Kreisläufe mehr. Ich brauch nicht mehr viel bewusst entscheiden ich mach einfach das was ich jetzt tun kann.

    Alle Dinge die die Wahrnehmung der Sinne behindern habe ich, während der Meditation, höchstens Minuten angewendet. Die Sinnesobjekt sind das Tor zum Einssein.

  • Piti
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    • 18. Oktober 2016 um 14:29
    • #13

    Servus Helmut,
    Präsenz ist bei mir das Resultat des nur Sitzens, allerdings hatte ich kein Ziel der Gedankenleere - die Gedankenleere kommt und geht wie die Wolken.
    Bei der Präsenz merke ich, dass ich voll da bin - voll dem anderen zuhöre und nicht um mich herum denke - bin einfach 100%ig hier da und schaue was alles so ist

  • Noreply
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    • 18. Oktober 2016 um 14:43
    • #14
    Piti:

    Servus Helmut,
    Präsenz ist bei mir das Resultat des nur Sitzens, allerdings hatte ich kein Ziel der Gedankenleere - die Gedankenleere kommt und geht wie die Wolken.
    Bei der Präsenz merke ich, dass ich voll da bin - voll dem anderen zuhöre und nicht um mich herum denke - bin einfach 100%ig hier da und schaue was alles so ist

    Da bin ich eins mit Dir!
    Das ich dieses Ziel hatte ist mir erst viele Jahre später aufgefallen als sich die Prüfung eingeschaltet hat die Wissen wollte: warum bist Du mit meditieren angefangen?
    Die Prüfung wurde erst wichtig als ich Zen entdeckt hatte, ist also ein intellektueller Prozess der keinerlei Auswirkung hatte auf das schon lange praktizierte: Nur sitzen. Auch das "nur sitzen" wurde erst einige Jahre nach der Entdeckung von Zen als Ausdruck gefunden.
    Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.
    Helmut

  • Bird
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    18. Oktober 2016
    • 18. Oktober 2016 um 15:33
    • #15

    Vielen Dank, Helmut.
    Das passt gerade ganz gut, einfach sitzen. :)

    Verblüffend, so einfach.

    In den letzten Tagen gab es früh morgens im Übergang von Traum zu Tag viele Gedanken und Schmerz. Die Augen noch geschlossen. Wie geht ihr damit um?

  • KarmaHausmeister 3. Juni 2022 um 14:06

    Hat das Thema aus dem Forum Meditation nach Buddhistische Praxis verschoben.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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