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Gutes Karma sammeln

  • Leon
  • 12. Oktober 2016 um 18:17
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    • 14. Oktober 2016 um 13:38
    • #26

    Wenn ich jetzt für Haiti spende habe ich mein Gewissen beruhigt und sammle gutes Karma und wenn ich es nicht tue weiß ich das ich nicht wieder die unterstütze die sich an meiner Spende bereichern, dann hab ich eben schlechtes Karma.
    Das selbe geschieht wenn ich einem Bettler Geld gebe, nur da weiß ich das ich keinerlei Rechte habe ihm zu sagen was er damit zu tun hat und habe in jedem Fall gutes Karma und keinerlei Gewissen. Dann bin ich Gewissenlos hab aber gutes Karma.

  • RolfGe
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    • 14. Oktober 2016 um 17:12
    • #27

    Hallo !

    Sherab Yönten:


    Das gilt nur, solange Du sicher bist, dass es sich um Bettler handelt, die nicht im Auftrag von organisierten Bettlerbanden betteln! Wenn ich selbst angesprochen werde, halte ich mich zurück.

    Nein. Wenn die Absicht gut war, spielt es keine Rolle ob deine Freigebigkeit missbraucht wurde
    oder auf einen wirklich Bedürftigen trifft.
    Dann hast du eine heilsame Tat begangen die karmisch wirkt.

    Es ist nicht vom "Erfolg" abhängig sondern von der Intention.

    Gruß Rolf

  • RolfGe
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    • 14. Oktober 2016 um 17:21
    • #28

    Hallo

    fotost:


    Gibt es irgendeine Möglichkeit, diese Aussage zu überprüfen? Gibt es irgendeine Möglichkeit, diese Aussage zu falsifizieren?

    Diese Frage hättest du bereits zum Eingangstext des Threaderöffners stellen können.
    Wenn Citroen davon ausgeht, das "nach Lhasa pilgern" gutes Karma bewirkt, ist seine/ ihre
    Ausgangsannahme doch klar und meine Antwort passt in diesen Kontext.

    Wenn du jetzt mit der Leier "säkular, - alles nicht bewiesen " kommst, ist das eine
    andere Ebene und ein anderes Thema und passt nicht in den Frage-Kontext.

    Ist es wirklich so schwer, bei der Intention der Eingangsfrage zu bleiben anstatt
    direkt die Ebene zu wechseln ?

    Gruß Rolf

  • kilaya
    Gast
    • 14. Oktober 2016 um 17:34
    • #29

    Weil die Motivation / Intention so wichtig ist, wirken auch Meditationen und Rituale "Opfergaben an die Buddhas" als karmische Eindrücke. So richtig tief wirken die Handlungen, wenn die Motivation stimmt, die Handlung ausgeführt wird, man sich dessen bewusst ist, was man tut - und wenn man sich über das Ergebnis freut. D.h. wenn man eigentlich weiss, dass man jemandem nicht wirklich hilft, sondern vielleicht nur eine karmisch ungünstige Situation unterstützt, dann ist das kein sonderlich guter Eindruck. Wenn man aber in bestem Wissen und Gewissen etwas Gutes tut, und jemand macht etwas Schlechtes draus, schmälert das den Eindruck nicht.

    kilaya

  • fotost
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    • 14. Oktober 2016 um 18:37
    • #30
    RolfGe:

    Hallo

    fotost:


    Gibt es irgendeine Möglichkeit, diese Aussage zu überprüfen? Gibt es irgendeine Möglichkeit, diese Aussage zu falsifizieren?

    Diese Frage hättest du bereits zum Eingangstext des Threaderöffners stellen können.
    Wenn Citroen davon ausgeht, das "nach Lhasa pilgern" gutes Karma bewirkt, ist seine/ ihre
    Ausgangsannahme doch klar und meine Antwort passt in diesen Kontext.

    Wenn du jetzt mit der Leier "säkular, - alles nicht bewiesen " kommst, ist das eine
    andere Ebene und ein anderes Thema und passt nicht in den Frage-Kontext.

    Ist es wirklich so schwer, bei der Intention der Eingangsfrage zu bleiben anstatt
    direkt die Ebene zu wechseln ?

    Gruß Rolf

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    Kurzform - nein, es gibt keine Möglichkeit..

  • Yeshe
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    • 14. Oktober 2016 um 19:03
    • #31
    fotost:
    RolfGe:

    Hallo


    Diese Frage hättest du bereits zum Eingangstext des Threaderöffners stellen können.
    Wenn Citroen davon ausgeht, das "nach Lhasa pilgern" gutes Karma bewirkt, ist seine/ ihre
    Ausgangsannahme doch klar und meine Antwort passt in diesen Kontext.

    Wenn du jetzt mit der Leier "säkular, - alles nicht bewiesen " kommst, ist das eine
    andere Ebene und ein anderes Thema und passt nicht in den Frage-Kontext.

    Ist es wirklich so schwer, bei der Intention der Eingangsfrage zu bleiben anstatt
    direkt die Ebene zu wechseln ?

    Gruß Rolf

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    Kurzform - nein, es gibt keine Möglichkeit..

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    Klar gibt es die Möglichkeit. Du musst nur Deine Buddhanatur erkennen und dann schauen, ob die Lehre von Buddha Shakyamuni diesbezüglich stimmt oder nicht.

    Wenn ich eine Frage stelle, ist das immer als echte Frage gemeint! :vajra:

  • Leon
    Gast
    • 14. Oktober 2016 um 19:13
    • #32
    Samten:

    "Wie sammelt ihr besonderes, gutes Karma?"

    ehrlich gesagt: keine Ahnung....(und das ist mein Ernst ;)

    Lhasa in Deutscheland?
    vllt. wose Stupas hingebaut haben....

    https://www.google.de/url?sa=t&rct=j…135475266,d.ZGg
    Stupa Berlin - Chronik | Facebook
    de-de.facebook.com › Orte › Berlin › Buddhistischer Tempel

    am 28.11.2016 geht der Bau los :)
    Das ist doch mal ein Anfang, in meiner Nähe .

  • Lucky Luke
    Gast
    • 14. Oktober 2016 um 19:37
    • #33
    RolfGe:

    Hallo !

    Sherab Yönten:


    Das gilt nur, solange Du sicher bist, dass es sich um Bettler handelt, die nicht im Auftrag von organisierten Bettlerbanden betteln! Wenn ich selbst angesprochen werde, halte ich mich zurück.

    Nein. Wenn die Absicht gut war, spielt es keine Rolle ob deine Freigebigkeit missbraucht wurde
    oder auf einen wirklich Bedürftigen trifft.
    Dann hast du eine heilsame Tat begangen die karmisch wirkt.

    Es ist nicht vom "Erfolg" abhängig sondern von der Intention.

    Gruß Rolf

    Ist das so? Nehmen wir mal an, ich wüsste, dass eine kriminelle Bettlerbande regelmäßig mit einem Bettler zusammenarbeitet, ich würde aber trotzdem diesen Bettler Geld geben. Dann unterstütze ich doch durch diese Gabe indirekt unheilsame Handlungen von Kriminellen, auch wenn ich eine reine Motivation hätte. Das wäre dann die Frage, ob das wirklich eine heilsame Tat wäre.

  • fotost
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    • 14. Oktober 2016 um 19:43
    • #34
    Yeshe:
    fotost:

    Kurzform - nein, es gibt keine Möglichkeit..

    Klar gibt es die Möglichkeit. Du musst nur Deine Buddhanatur erkennen und dann schauen, ob die Lehre von Buddha Shakyamuni diesbezüglich stimmt oder nicht.

    Ok..

    Also - nach Lhasa pilgern. Sich für einen Teil des Lebens, der einem wichtig ist Zeit nehmen und sich persönlich anstrengen und bemühen - positiv

    Bettlern in Deutschland etwas geben - dissoziales Verhalten unterstützen, das sich oft in kleinkriminellem Umkreis befindet und den größten Teil aller anderen Menschen belästigt - negativ.

    Du hast vollkommen recht.

  • RolfGe
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    • 15. Oktober 2016 um 13:57
    • #35

    Hallo

    Sherab Yönten:


    Ist das so? Nehmen wir mal an, ich wüsste, dass eine kriminelle Bettlerbande regelmäßig mit einem Bettler zusammenarbeitet, ich würde aber trotzdem diesen Bettler Geld geben.

    Dann würde ich mich fragen warum du sowas machst...
    Was wäre bei diesem Beispiel deine Motivation so zu handeln ?

    Ist ähnlich gelagert wie die Frage, wie es wäre einem Obdachlosen Geld zu geben obwohl
    man weiß das er sich dafür Alkohol kauft, was ja schädlich für ihn ist.
    Wenn du nur aus Mitgefühl handelst , handelst du aus einer guten Motivation heraus. Allerdings
    ohne viel Weisheit.
    Freigebigkeit soll auch mit Weisheit einhergehen. Je größer die Weisheit desto treffender
    der Erfolg der Freigebigkeit.
    Diese Einsicht, absolut weise zu handeln hat allerdings letztlich nur ein Bodhisattva/ ein Buddha.
    Deshalb ist unsere Freigebigkeit nie "rein" sondern besteht immer im Sinne des Abhängigen
    Entstehens aus gemischten Motivationen und Effekten.

    LG Rolf

  • RolfGe
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    • 15. Oktober 2016 um 13:59
    • #36

    Hallo

    fotost:


    Kurzform - nein, es gibt keine Möglichkeit..

    Ergänzung: (Kurzform) : deiner Ansicht nach.

    Gruß R

  • Lucky Luke
    Gast
    • 15. Oktober 2016 um 18:14
    • #37
    RolfGe:

    Diese Einsicht, absolut weise zu handeln hat allerdings letztlich nur ein Bodhisattva/ ein Buddha.Deshalb ist unsere Freigebigkeit nie "rein" sondern besteht immer im Sinne des AbhängigenEntstehens aus gemischten Motivationen und Effekten.

    Ja, Rolf, genau das wollte ich mit meinen Beispielen veranschaulichen! :)

  • Martin (Dhammavaro )
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    • 15. Oktober 2016 um 21:04
    • #38

    Karma ist für mich eine giftige aggressive Schlange.
    Schlechtes Karma = Der Kopf
    Gutes Karma = Der Schwanz.
    Beides gefährlich.

    Ich sehe Karma als Treibstoff für Samsara.
    Ich würde dafür nicht spezielle Orte aufsuchen. Es ist eine Herzensangelegenheit.

  • fotost
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    • 15. Oktober 2016 um 23:37
    • #39
    RolfGe:
    fotost:


    Kurzform - nein, es gibt keine Möglichkeit..

    Ergänzung: (Kurzform) : deiner Ansicht nach.

    Ich bin kein Priester, ich verkünde keine absoluten Wahrheiten.

    'es gibt keine Möglichkeit' ist allerdings keine Ansicht, sondern eine Aussage, die sich leicht widerlegen lässt. Man muss nur eine Möglichkeit zeigen.

  • Karnataka
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    • 16. Oktober 2016 um 11:17
    • #40

    Die Frage, was gut sei, besitzt zwei Seiten: Gut ist, was einer guten Motivation folgt. Gut ist, was gute Konsequenzen zeitigt. Das lässt sich zwar theoretisch auseinander dividieren, ist aber eigentlich nur dann ein Problem, wenn man nach einem Leitsatz dafür sucht, was gut sei. Eine solche Schablone gibt es jedoch aus meiner Sicht nicht. (So ähnlich wie es auch nicht die eine richtige Ideologie für die Wirtschaft gibt.) Im wirklichen Leben braucht es Mitgefühl und Einsicht, um komplexe Fragen zu beurteilen.

    Wenn das Karma Gesetz traditionell vielleicht eine solche Schablone bietet, dann meint Säkularismus demgegenüber eine Betonung der Vernunft. Gleichzeitig muss aber klar sein, dass eine Vernunft ohne Mitgefühl nicht viel wert ist. Auch braucht es die Überzeugung, dass man sich um das Gute bemühen sollte. Diese Motivationsfrage knüpft das Bemühen, gut zu sein, an das eigene Wohlergehen und Glück. Für unser persönliches Leben lässt sich dieser Zusammenhang sehr gut begründen. Geht es aber über den individuellen Tod hinaus, scheint mir eine Form des Glaubens durchaus sinnvoll.

  • fotost
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    • 16. Oktober 2016 um 14:27
    • #41
    Karnataka:

    ...Im wirklichen Leben braucht es Mitgefühl und Einsicht, um komplexe Fragen zu beurteilen.

    Wenn das Karma Gesetz traditionell vielleicht eine solche Schablone bietet, dann meint Säkularismus demgegenüber eine Betonung der Vernunft. Gleichzeitig muss aber klar sein, dass eine Vernunft ohne Mitgefühl nicht viel wert ist.


    Ich weiß jetzt nicht genau, wohin das gehen soll, aber ich kann Dir versichern, daß Mitgefühl und Einsicht direkt aus rationaler Überlegung, aus Vernunft folgern. Vielleicht ist ehrlicher zu schreiben folgern können, weil es natürlich auch Menschen gegeben hat die aus angeblicher Rationalität heraus falsch gehandelt habe.

    Ganz nebenbei bei komplexen Tieren mit einer extrem langen Adoleszenzphase ist Mitgefühl geradezu evolutionstheoretisch zwingend erforderlich.

    Karnataka:


    Geht es aber über den individuellen Tod hinaus, scheint mir eine Form des Glaubens durchaus sinnvoll.


    Ob sie sinnvoll ist mag ich nicht beurteilen. Sagen wir eine 'Form des Glaubens' ist dafür zwingende Voraussetzung.

    Ich finde die Ergänzung 'individueller' Tod sehr hilfreich. Daß das Leben weitergeht und das Wirkungen in Lebenskreis übertragen werden, davon kann sich jeder Überzeugen.

  • fotost
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    • 16. Oktober 2016 um 14:36
    • #42
    Lucy:

    Hallo fotost,

    du wirst es halt nicht ausprobieren, wer vajrayana praktiziert, der tut das und kann immer prüfen, wie eine Praxis sich auswirkt.

    Hallo Lucy,

    stimmt, ich werde es nicht ausprobieren, wie so vieles andere auch nicht.
    Ich wünsche Dir für Deine Praxis alles Gute und viel Erfolg :rose:

  • Karnataka
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    • 16. Oktober 2016 um 15:59
    • #43
    fotost:
    Karnataka:

    ...Im wirklichen Leben braucht es Mitgefühl und Einsicht, um komplexe Fragen zu beurteilen.

    Wenn das Karma Gesetz traditionell vielleicht eine solche Schablone bietet, dann meint Säkularismus demgegenüber eine Betonung der Vernunft. Gleichzeitig muss aber klar sein, dass eine Vernunft ohne Mitgefühl nicht viel wert ist.


    Ich weiß jetzt nicht genau, wohin das gehen soll, aber ich kann Dir versichern, daß Mitgefühl und Einsicht direkt aus rationaler Überlegung, aus Vernunft folgern. Vielleicht ist ehrlicher zu schreiben folgern können, weil es natürlich auch Menschen gegeben hat die aus angeblicher Rationalität heraus falsch gehandelt habe.

    Ganz nebenbei bei komplexen Tieren mit einer extrem langen Adoleszenzphase ist Mitgefühl geradezu evolutionstheoretisch zwingend erforderlich.


    Einspruch! Vermutlich meinst du mit den Tieren mit langer Kindheit den Menschen. Dennoch, "evolutionstheoretisch": Es findet sich eine Form der Fürsorglichkeit, Nähe schon bei Säugetieren und Vögel. Dieses Empfinden führt schließlich zu den individuellen Beziehungen unter Primaten und bildet als Instinktverhalten ebenso die Grundlage für menschliches Sozialverhalten.

    Daraus folgt recht klar, dass Gehirnregionen am Entstehen von Empathie beteiligt sind, die mit menschlicher Vernunft wenig und neuzeitlicher Rationalität gar nichts zu tun haben, weil sie entwicklungsgeschichtlich älter sind. Sicher spielen unsere Überzeugungen eine Rolle. Doch glaube ich, dass wir, um Güte und Fürsorglichkeit zu fördern, unsere Emotionen trainieren können. Nachdenken alleine reicht vielleicht nicht aus.

    Der berühmte Mahayana Text, wonach man andere wie sein eigenes Kind betrachten soll, meint dieses Training, nämlich einen Instinkt auszuweiten, bis es zu einer Stimmung „umfassenden“ Mitgefühls kommt.

    Einmal editiert, zuletzt von Karnataka (16. Oktober 2016 um 16:45)

  • Lucky Luke
    Gast
    • 16. Oktober 2016 um 16:29
    • #44
    fotost:

    Ich finde die Ergänzung 'individueller' Tod sehr hilfreich. Daß das Leben weitergeht und das Wirkungen in Lebenskreis übertragen werden, davon kann sich jeder Überzeugen.

    Wie meinst Du das? Leider kann sich keiner davon überzeugen, dass Wirkungen nach seinem individuellem Tod weitergehen, jedenfalls kann es keiner Beweisen (es sind höchstens Indizienbeweise möglich, aber keine wissenschaftlichen Beweise).

  • fotost
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    • 16. Oktober 2016 um 17:12
    • #45
    Sherab Yönten:
    fotost:

    Ich finde die Ergänzung 'individueller' Tod sehr hilfreich. Daß das Leben weitergeht und das Wirkungen in Lebenskreis übertragen werden, davon kann sich jeder Überzeugen.


    Wie meinst Du das? Leider kann sich keiner davon überzeugen, dass Wirkungen nach seinem individuellem Tod weitergehen, jedenfalls kann es keiner Beweisen (es sind höchstens Indizienbeweise möglich, aber keine wissenschaftlichen Beweise).

    Ist noch nie jemand gestorben, der Dir lieb war?
    Lebt nicht Wirkung aus den Taten, Erzählungen, Begegnungen mit diesen Menschen in Dir weiter?

    Ich halte mich nicht für etwas so besonderes, daß nach mir das Licht ausgeknipst wird. Warum sonst sollte ich mich darum kümmern, wie die Welt für andere Wesen nach meinem individuellen Tod aussieht?

  • fotost
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    • 16. Oktober 2016 um 17:58
    • #46
    Karnataka:


    Einspruch! Vermutlich meinst du mit den Tieren mit langer Kindheit den Menschen. Dennoch, "evolutionstheoretisch": Es findet sich eine Form der Fürsorglichkeit, Nähe schon bei Säugetieren und Vögel. Dieses Empfinden führt schließlich zu den individuellen Beziehungen unter Primaten und bildet als Instinktverhalten ebenso die Grundlage für menschliches Sozialverhalten.


    nein, ich meine durchaus andere höhere Säugetiere wie einige andere Affen, aber auch Elefanten. Ist aber egal, weil wir hier zum gleichen Ergebnis kommen.

    Karnataka:


    Daraus folgt recht klar, dass Gehirnregionen am Entstehen von Empathie beteiligt sind, die mit menschlicher Vernunft wenig und neuzeitlicher Rationalität gar nichts zu tun haben, weil sie entwicklungsgeschichtlich älter sind. Sicher spielen unsere Überzeugungen eine Rolle. Doch glaube ich, dass wir, um Güte und Fürsorglichkeit zu fördern, unsere Emotionen trainieren können. Nachdenken alleine reicht vielleicht nicht aus.


    Zum ersten nein, ich denke Du schätzt unsere Vorfahren falsch ein, aber das hat mit Buddhismus wenig zu tun. Zum zweiten ja. Potentiale, die man nicht übt verkümmern.

    Karnataka:


    Der berühmte Mahayana Text, wonach man andere wie sein eigenes Kind betrachten soll, meint dieses Training, nämlich einen Instinkt auszuweiten, bis es zu einer Stimmung „umfassenden“ Mitgefühls kommt.


    Richtig zitieren bitte! Quelle, Link! Das lese nicht nur ich ;) (hoffentlich)

    Aber man braucht dazu überhaupt keine Mahayana Texte zitieren, (obwohl ich zugebe, daß diese oft sprachlich eindrucksvoller sind und sich auch gezielt an Laien wenden).

    Der Palikanon reicht vollkommen aus

    Zitat


    143
    Dies soll erwirken, wer des Heiles kundig
    Und wer die Friedens-Stätte zu verstehen wünscht [1]:
    Stark [2] soll er sein und aufrecht, aufrecht voll und ganz [3].
    Zugänglich [4] sei er, sanft und ohne Hochmut.
    144
    Genügsam sei er und sei leicht befriedigt,
    Nicht viel geschäftig und bedürfnislos.
    Die Sinne still, und klar sei der Verstand,
    Nicht dreist, nicht gierig, geht er unter Menschen [5].
    145
    Auch nicht im Kleinsten soll er sich vergehen,
    Wofür ihn andere, Verständige, tadeln möchten.
    Sie mögen glücklich und voll Frieden sein,
    Die Wesen alle! Glück erfüll' ihr Herz! [6]
    146
    Was es an Lebewesen hier auch gibt,
    Die schwachen und die starken [7], restlos alle;
    Mit langgestrecktem Wuchs und groß an Körper,
    Die mittelgroß und klein, die zart sind oder grob.
    147
    Die sichtbar sind und auch die unsichtbaren,
    Die ferne weilen und die nahe sind,
    Entstandene und die zum Dasein drängen [8], -
    Die Wesen alle: Glück erfüll' ihr Herz!
    148
    Keiner soll den anderen hintergehen;
    Weshalb auch immer, keinen möge man verachten
    Aus Ärger und aus feindlicher Gesinnung [9]
    Soll Übles man einander nimmer wünschen!
    149
    Wie eine Mutter ihren eigenen Sohn,
    Ihr einzig Kind mit ihrem Leben schützt,
    So möge man zu allen Lebewesen
    Entfalten ohne Schranken seinen Geist!

    150
    Voll Güte zu der ganzen Welt
    Entfalte ohne Schranken man den Geist:
    Nach oben hin, nach unten, quer inmitten,
    Von Herzens-Enge, Haß und Feindschaft frei! [10]
    151
    Ob stehend [11], gehend, sitzend oder liegend,
    Wie immer man von Schlaffheit frei,
    Auf diese Achtsamkeit [12] soll man sich gründen.
    Als göttlich Weilen gilt dies schon hienieden.
    152
    In falscher Ansicht nicht befangen,
    Ein Tugendhafter, dem Erkenntnis eignet,
    Die Gier nach Lüsten hat er überwunden
    Und geht nicht ein mehr in den Mutterschoß. [13]

    Alles anzeigen


    SUTTA-NIPĀTA, Lehr-Dichtungen
    I.8. Güte (Mettā-Sutta)

    Alternative Übersetzung hier http://www.palikanon.com/khuddaka/khuddaka.htm#IX

    Zitat

    Vier Unermeßlichkeiten (appamaññā):

    Da strahlt, ihr Brüder, ein Mönch liebevollen Gemütes weilend nach einer Richtung, dann nach einer zweiten, dann nach der dritten, dann nach der vierten, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlt er die ganze Welt mit liebevollem Gemüte, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem.
    Erbarmenden Gemütes,
    freudevollen Gemütes,
    unbewegten Gemütes weilend strahlt er nach einer Richtung, dann nach einer zweiten, dann nach der dritten, dann nach der vierten, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlt er die ganze Welt mit erbarmendem Gemüte, mit freudevollem Gemüte, mit unbewegtem Gemüte, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem.


    aus Digha Nikāya, 33. Sangīti Sutta

    Zur Haltung gegenüber negativen Menschen

    Zitat

    Der ehrwürdige Sāriputta sprach also:

    »Fünf Mittel gibt es, ihr Brüder, zur Überwindung des Grolls, durch die der im Mönche aufgestiegene Groll völlig überwunden werden sollte. Welche fünf?

    Da ist, ihr Brüder, ein Mensch von unlauterem Wandel in Werken, aber von lauterem Wandel in Worten. Gegen einen solchen Menschen soll man den Groll überwinden.

    Da ist ein Mensch von unlauterem Wandel in Worten, aber von lauterem Wandel in Werken. Auch gegen einen solchen Menschen soll man den Groll überwinden.

    Da ist ein Mensch von unlauterem Wandel in Werken und Worten, aber von Zeit zu Zeit öffnet [3] sich sein Herz, erlangt sein Herz Zuversicht. Auch gegen einen solchen Menschen soll man den Groll überwinden.

    Da ist ein Mensch von unlauterem Wandel in Werken und Worten, und nicht öffnet sich von Zeit zu Zeit sein Herz und erlangt Zuversicht. Auch gegen einen solchen Menschen soll man den Groll überwinden.

    Da ist ein Mensch von lauterem Wandel in Werken und Worten, und von Zeit zu Zeit öffnet sich sein Herz und erlangt Zuversicht. Auch gegen einen solchen Menschen soll man den Groll überwinden.

    Alles anzeigen


    A.V.162 Fünf Mittel zur Überwindung des Grolls II - 2. Dutiya-āghātapaṭivinaya Sutta

  • Karnataka
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    • 16. Oktober 2016 um 18:15
    • #47

    Hallo fotost, hier das Zitat, kommt allerdings aus dem Pali-Kanon:

    Wie eine Mutter ihr Leben aufs Spiel setzen würde, um ihr Kind, ihr einziges Kind zu schützen,
    so sollte man auch ein grenzenloses Herz bezüglich aller Wesen pflegen.

    Quelle: Metta Sutta, aus dem Sutta Nipta 1,8

    Wie ich gerade sehe, zitierst du die Metta Sutta ja schon weiter oben.

    Klar kannten unsere Vorfahren natürliche Fürsorglichkeit, was denn sonst? Das bedeutet keine Verklärung der menschlichen Frühgeschichte. Schon Primaten schenken einander Trost, wie Frans de Waal gezeigt hat. Das siehst du anders?

  • Lucky Luke
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    • 16. Oktober 2016 um 18:25
    • #48
    fotost:

    Ist noch nie jemand gestorben, der Dir lieb war?Lebt nicht Wirkung aus den Taten, Erzählungen, Begegnungen mit diesen Menschen in Dir weiter?

    Das ist das Verständnis von einem Leben nach dem Tod, wie es auch meine Frau hat. :)
    Es hat aber nichts mit dem buddhistischen Verständnis von "Wiedergeburt" tu tun.

  • fotost
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    • 16. Oktober 2016 um 18:38
    • #49
    Sherab Yönten:
    fotost:

    Ist noch nie jemand gestorben, der Dir lieb war?Lebt nicht Wirkung aus den Taten, Erzählungen, Begegnungen mit diesen Menschen in Dir weiter?

    Das ist das Verständnis von einem Leben nach dem Tod, wie es auch meine Frau hat. :)
    Es hat aber nichts mit dem buddhistischen Verständnis von "Wiedergeburt" tu tun.

    Höre auf Deine Frau, sollte ein kluger Mann immer machen ;)

    Akzeptierst Du, daß andere Begriffe wie Wiedergeburt anders sehen als Du?
    Ich habe kein Problem damit, daß Du erklärst ein anderes Verständnis zu haben - das schafft Klarheit.

    Mich stört etwas, daß Du mir ein buddhistisches Verständnis eines der zentralen Begriffe der Lehre der ich folge absprichst.

    Außerdem gehen hier zwei Dinge munter durcheinander, die man vorsichtigerweise getrennt analysieren sollte. Wirkung nach dem individuellen Tod und Wiedergeburt.

  • fotost
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    • 16. Oktober 2016 um 18:50
    • #50
    Karnataka:


    Klar kannten unsere Vorfahren natürliche Fürsorglichkeit, was denn sonst? Das bedeutet keine Verklärung der menschlichen Frühgeschichte. Schon Primaten schenken einander Trost, wie Frans de Waal gezeigt hat. Das siehst du anders?

    Nein, habe ich mW auch nie so geschrieben.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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