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Buddhismus und das StGB

  • shankar
  • 9. Oktober 2014 um 15:04
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • shankar
    Gast
    • 9. Oktober 2014 um 15:04
    • #1

    Wie steht der Buddhismus zu Sanktionen und Strafen?
    Wie stehen Buddhisten zum Grundgesetz oder zum StGB?
    Was sind Gesetze, wenn das einzige Gesetz im Universum Wandel ist?
    Wie verhalten sich Buddhisten in Unrechtsstaaten? Gibt es überhaupt Unrecht, wenn überall nur die Erfüllung des Karmas wirksam ist? ;)


    http://www.gym-hartberg.ac.at/schule/images/…odesstr_Rel.pdf


    http://blog.wolfgangfenske.de/2012/05/30/buddha-strafen/

    Dazu auch Paul Dahlkes berühmte Streitthesen------->

    http://books.google.de/books?id=IfwxH…Strafen&f=false


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  • Mabuttar
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    • 10. Oktober 2014 um 20:07
    • #2

    Hehe, für alle Anhänger eines naiven esoterischen Karmabegriffs und dem Ausschluss der niyamas ( Naturursachen, Nichtverantwortbare Ursachen / Wirkungen usw. ) dürfte es keinerlei Rechtssprechung geben.

    Es wäre sinnlos ausgegebenes Volkseinkommen. Karma regelt alles nach einer höheren Gerechtigkeit. Durch Bestrafung mindere ich unheilsames Karma da ich es verwirkliche und durch Schutz verhindere ich den Abbau schlechten Karmas.

    Heißt Leiden schaffen zum Abbau des üblen Karmas !!!! :?:

    Dabei soll doch alles was einem selbst und anderen kein Leiden schafft als heilsam gelten .....

    Nibbana:..Befreit von der Zuordnung durch Form, Vaccha, ist der Tathagata tief, grenzenlos, hart auszuloten, wie die See. 'Wiedererscheinen', ist nicht anwendbar. 'Nicht wiedererscheinen',ist nicht anwendbar... MN72 (http://zugangzureinsicht.org/)

  • Geronimo
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    • 11. Oktober 2014 um 09:19
    • #3
    Zitat

    "Puṇṇa, es gibt vier Arten der Handlung, die von mir verkündet wurden, nachdem ich sie mit höherer Geisteskraft unmittelbar selbst verwirklicht hatte. Was sind die vier?

    Es gibt dunkle Handlung mit dunklem Ergebnis;
    es gibt helle Handlung mit hellem Ergebnis;
    es gibt dunkle-und-helle Handlung mit dunklem-und-hellem Ergebnis;
    und es gibt Handlung, die weder dunkel, noch hell ist, mit weder-dunklem-noch-hellem Ergebnis, Handlung, die zur Vernichtung von Handlung führt."

    ...

    "Und was, Puṇṇa, ist Handlung, die weder dunkel, noch hell ist, mit weder-dunklem-noch-hellem Ergebnis, Handlung, die zur Vernichtung von Handlung führt? Der Wille, der im Überwinden der Art von Handlung steckt, die dunkel, mit dunklem Ergebnis ist; und der Wille, der im Überwinden der Art von Handlung steckt, die hell, mit hellem Ergebnis ist; und der Wille, der im Überwinden der Art von Handlung steckt, die dunkel und hell, mit dunklem und hellem Ergebnis ist: dies nennt man Handlung, die weder dunkel, noch hell ist, mit weder-dunklem-noch-hellem Ergebnis, Handlung, die zur Vernichtung von Handlung führt. Dies sind die vier Arten der Handlung, die von mir verkündet wurden, nachdem ich sie mit höherer Geisteskraft unmittelbar selbst verwirklicht hatte."

    http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m057z.html

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

  • shankar
    Gast
    • 12. Oktober 2014 um 20:55
    • #4
    Geronimo:
    Zitat

    "Puṇṇa, es gibt vier Arten der Handlung, die von mir verkündet wurden, nachdem ich sie mit höherer Geisteskraft unmittelbar selbst verwirklicht hatte. Was sind die vier?

    Es gibt dunkle Handlung mit dunklem Ergebnis;
    es gibt helle Handlung mit hellem Ergebnis;
    es gibt dunkle-und-helle Handlung mit dunklem-und-hellem Ergebnis;
    und es gibt Handlung, die weder dunkel, noch hell ist, mit weder-dunklem-noch-hellem Ergebnis, Handlung, die zur Vernichtung von Handlung führt."

    ...

    "Und was, Puṇṇa, ist Handlung, die weder dunkel, noch hell ist, mit weder-dunklem-noch-hellem Ergebnis, Handlung, die zur Vernichtung von Handlung führt? Der Wille, der im Überwinden der Art von Handlung steckt, die dunkel, mit dunklem Ergebnis ist; und der Wille, der im Überwinden der Art von Handlung steckt, die hell, mit hellem Ergebnis ist; und der Wille, der im Überwinden der Art von Handlung steckt, die dunkel und hell, mit dunklem und hellem Ergebnis ist: dies nennt man Handlung, die weder dunkel, noch hell ist, mit weder-dunklem-noch-hellem Ergebnis, Handlung, die zur Vernichtung von Handlung führt. Dies sind die vier Arten der Handlung, die von mir verkündet wurden, nachdem ich sie mit höherer Geisteskraft unmittelbar selbst verwirklicht hatte."

    http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m057z.html


    Leider bezieht sich die Stelle nur auf spirituelle Praxis, weder auf Moral, Ethik, noch Rechtsordnungen. Leider, ein gutes Zitat, falsch zitiert.


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    • 13. Oktober 2014 um 10:08
    • Offizieller Beitrag
    • #5

    Zwischen Recht und Religion gibt es ja die Arbeitsteilung, dass Religion für Moral und Spiritualität zuständig ist, während das Recht die öffentliche Ordnung regelt. In manchen Ländern ist das ja nicht so getrennt und die Polizei ist dafür zuständig, wenn jemand fremd geht oder ketzerische Ansichten hegt. So eine Vermischung führt selten zu was Gutem.

    In den meisten Ländern hatten die Buddhisten das Glück, dass es funktionierende, weltliche Prinzipien und Organisationen gab, auf deren Basis man das Rechtssystem stellen konnte. In China, Korea, Vietnam und Japan war das konfuzianistisch, geprägt, in Thailand, Sri Lanka, Bali und Birma basierte es auf indisches Prinzipien. An Orten, wie Tibet, wo buddhitische Klöster weltliche Macht ausübten, führte das nicht zu positievn Resultaten.

    Dort vermischten sich sich weltlliche und buddhitische Begriffe und Institutionen ungünstig. Man übernahm das grausame Strafrecht der Mongolen, wobei man aus religiösen Erwänungegen einige Änderung vornahm. So haben Hinrichtungen ja den Nachteil, dass der Henker sich "negatives Karma" aufhäuft. Deswegen verfiel man auf die Idee, den Dilinquenten am Boden festzubinden und die Natur, die Strafe ausführen zu lassen. Die Synergien liegen auf der Hand: Niemand häuft schlechtes Karma auf. Strafgesetz und Naturgesetz fallen in eins.

    Was ja dem Begriff des Karma entspricht, dass ja auch manchmal als eine Art unpersonlichesm Naturgesetz gesehen wird, während es dann doch wieder als was moralisches betrachtet beschrieben . Diese Vermischung kann seltsame Blüten treiben. So gibt es ja Texte in denen die Tatsache, arm, als Frau, oder in einer Gegend mit Erdbeben aufzuwachsen eine Strafe für schlechte Taten in vorherigen Leben gesehen wird. Behinderten wird unterstellt, ihr Behinderung selbst verursacht zu haben.

    • Nächster offizieller Beitrag
  • shankar
    Gast
    • 13. Oktober 2014 um 14:38
    • #6
    void:

    So gibt es ja Texte in denen die Tatsache, arm, als Frau, oder in einer Gegend mit Erdbeben aufzuwachsen eine Strafe für schlechte Taten in vorherigen Leben gesehen wird. Behinderten wird unterstellt, ihr Behinderung selbst verursacht zu haben.


    Texte im Pali? Kambodscha und das Reich der Khmer ist doch ein schönes Beispiel. Der Herrscher war gleich höchster buddhistischer Mönch und Richter und konnte sein Amt weitervererben. Als Strafen gab es Gliederabschneidung, Blendung und Tötung. Wie kommts? Dharma falsch verstanden? ;)


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    • 13. Oktober 2014 um 15:17
    • Offizieller Beitrag
    • #7
    shankar:

    Texte im Pali? Kambodscha und das Reich der Khmer ist doch ein schönes Beispiel. Der Herrscher war gleich höchster buddhistischer Mönch und Richter und konnte sein Amt weitervererben. Als Strafen gab es Gliederabschneidung, Blendung und Tötung. Wie kommts? Dharma falsch verstanden? ;)

    Als Herrscher ist es wichtig, die Herrschaft zu legitimieren. Und wenn die Kultur buddhitisch geprägt ist, legitimiert man sie sie eben buddhitisch. Da man als Herrscher eh der Hauuptbrötchengeber der buddhitischen Mönche ist, wird man sei eben so lange in ihren alten Texten graben lassen, bis sie Stllen gefunden haben, die das legitimieren, was ich als Herrscher sowieso mache. Also meine Feinde zu vernichten, Rebellen zu bestrafen und mir einen Harem stehen lassen.

    Die Khmer Herrscher waren ja hauptsächlich hinduistisch geprägt. War man Buddhist, so war man Mahayana Buddhist und es wr Avalokiteshvara, als dessen Verkörperung man herrschte. Dabei knüpfte man an das Idealbild Ashokas als vollendeten buddhitischen Herrscher an. Und ich nehme an auch der verhängte Starfen, bei denen an heute von Menschenrechtsverletzungen sprechen würde.

    Auch Buddha selbst war in der Sache kein Vorkämpfe für den Humanismus sondern jemand der die Verhältnisse seiner Zeit eher pragmatisch hinnahm. Als König hatte man die Wahl ein milder und ungerechter oder ein blutiger und gerechter Herrscher zu sein, aber veiles wurde als uvermeidbare Sachzwänge gesehen. So wie es zum Beruf des Bauern gehört, beim Pflügen Insekten abzuschlachten, gehörte es zum Job des Königs Feinde zu metzeln und Übeltäter fertigzumachen.

    Im Mahayana-Kontext kann man das noch blumiger ausdrücken. So wie es von Buddha hiess, er habe in seinem früheren Leben einen Piratenkapitän getötet, um dessen Geiseln zu retten, muss auch der gütige Herrscher aus MItgefühl mit der Gesellschaft ab und zu einen einzelnen opfern.

    Und so haben auch heute viele buddhitische Länder die Todesstrafe.

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  • shankar
    Gast
    • 18. Oktober 2014 um 22:52
    • #8
    void:

    Im Mahayana-Kontext kann man das noch blumiger ausdrücken. So wie es von Buddha hiess, er habe in seinem früheren Leben einen Piratenkapitän getötet, um dessen Geiseln zu retten, muss auch der gütige Herrscher aus MItgefühl mit der Gesellschaft ab und zu einen einzelnen opfern.

    Und so haben auch heute viele buddhitische Länder die Todesstrafe.


    Ja, das Jataka ist voller nachträglicher Rechtfertigungen, die Buddha nebenbei gesagt zu Lebzeiten auch diversen Königen gleich mitgeliefert hat. Stell Dich mit den Herrschern gut, steht auch Dein Tempel gut.

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Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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