1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhistische Schulen/Strömungen
  3. Chan/Thien/Seon/Zen - Buddhismus

Hakuin und die Quietisten

  • Buddhaghosa
  • 20. Oktober 2013 um 09:33
  • Zum letzten Beitrag
  • xxx
    Reaktionen
    164
    Punkte
    10.244
    Beiträge
    1.956
    Mitglied seit
    11. Mai 2011
    • 21. Oktober 2013 um 19:00
    • #26
    Buddhaghosa:

    Hallo,

    beim Lesen über Hakuin bin ich häufiger auf seine Aussagen zu den buddhistischen Quietisten gestossen:

    Hakuin:

    daß ihre Übertragung von diesen quietistischen Pseudo-Zen-Anhängern verleumdet und schlechtgemacht werden... (noch viele ähnliche Aussagen)


    Welche Praktiken sind hiermit genau gemeint?

    Gruß
    Florian

    Hallo Florian

    Hakuin bekämpfte seinerzeit die Anhänger von Bankei Yotaku, welcher eine Zen Lehre vom Ungeborenen propagierte ( “Unborn”— Fu-shō ). Bankei war damals sehr populär. Zu seinen "teachings" pilgerten jeweils tausende von Anhängern aus allen Schichten. Oft führte dies zu logistischen Problem in den Klöstern, die Gäste mussten z. B. in mehreren Schichten schlafen, da zu wenig Betten vorhanden waren. Ebenso erfolgreich war Hakuin später in seiner Bekämpfung. Bankei ging fast in Vergessenheit bis er von D.T. Suzki mitte letzten Jahrhunderts "wiedererweckt" wurde.

    Hakuin bekämpfte Bankei Yotakus Lehre aufs schärfste, da sie ihm zu simpel, zu populistisch und zu oberflächlich erschien.
    Bankei Yotaku lehrte als höchstes Ziel und höchste spirituelle Entwicklung nämlich schlicht ein verweilen im Zustand des ungeboren seins, d.h. gar nicht erst geboren werden und so nicht einer Identifikation als ich, d,h, als als Buddhist, als erleuchtetes Wesen, als Frau, als Mann, als Liebhaber, als xy mit all ihren Konsequenzen zu erliegen.

    Hakuin war dies viel zu simpel. Quietistisch, hohl und leer an die wand zu starren, wie er es oft ausdrückte (Wild Ivy) Er bevorzugte ein hartes, strenges und strukturiertes Training an Koans.

    Bakram

  • Sumedhâ
    Gast
    • 21. Oktober 2013 um 19:06
    • #27
    Bakram:

    Bankei Yotaku lehrte als höchstes Ziel und höchste spirituelle Entwicklung nämlich schlicht ein verweilen im Zustand des ungeboren seins, d.h. gar nicht erst geboren werden und so nicht einer Identifikation als ich, d,h, als als Buddhist, als erleuchtetes Wesen, als Frau, als Mann, als Liebhaber, als xy mit all ihren Konsequenzen zu erliegen.


    meinst du das unterstrichene wortwörtlich?
    also Bankei Eitaku lehrte quasi das keine menschen mehr geboren werden?.....damit...usw

    _()_
    .

  • Buddhaghosa
    Gast
    • 21. Oktober 2013 um 19:19
    • #28

    Hallo,

    also über Sogen (Ralf Boeck) sollten wir hier nicht diskutieren. Über sein Zitat aber gerne.

    Ist es also nach Sogen so, dass Hakuin die Jhana-Meditation bzw. eine bestimmte Jhana-Meditation ablehnte. Wer würde dem so zustimmen?

    Interessant auch was Bakram schreibt. Die Kritik Hakuins richtet sich in der Tat (häufig) gegen Bankeis Lehre. Bakram, kannst du ein wenig ausführlicher über Bankeis Praxisanweisungen schreiben?

    Gruß
    Florian

  • Sumedhâ
    Gast
    • 21. Oktober 2013 um 19:24
    • #29
    Buddhaghosa:

    Die Kritik Hakuins richtet sich in der Tat (häufig) gegen Bankeis Lehre.


    kannst du da bitte eine literaturquelle nennen.
    Hakuin kritisierte so ziemlich alles was nicht Koan praxis war.... :)

    _()_
    .

  • bel
    Gast
    • 21. Oktober 2013 um 20:29
    • #30
    Buddhaghosa:

    Hallo,
    also über Sogen (Ralf Boeck) sollten wir hier nicht diskutieren. Über sein Zitat aber gerne.
    Ist es also nach Sogen so, dass Hakuin die Jhana-Meditation bzw. eine bestimmte Jhana-Meditation ablehnte. Wer würde dem so zustimmen?


    SoGen nimmt überhaupt nicht zu Hakuin Stellung und was der zu den Jhanas (falls überhaupt) meinte.
    Es ist einfach so, daß Zazen sich nicht in den Jhanas erschöpft, denn die sind keine vollständige Übung, Zazen aber schon - und genau das sagt Sogen in seinem Artikel und ich kann dem nur zustimmen.

  • Peeter
    Punkte
    7.930
    Beiträge
    1.537
    Mitglied seit
    14. Juni 2010
    • 21. Oktober 2013 um 21:06
    • #31
    bel:
    Peeter:

    Nein ..
    Den Narren kenn ich nicht :|
    Kennt ein Narr sich selber, solange noch die Glocke
    auf der Narrenkappe disharmonisch klingelt ?

    Ok, wir haben heute Tag der Urteile, laßt Euch nicht stören.


    es war doch gar Niemand damit gemeint .. von den Lesenden hier ... :!:
    und wo liest du da ein urteil rein ?

  • bel
    Gast
    • 21. Oktober 2013 um 21:08
    • #32
    Peeter:
    bel:

    Ok, wir haben heute Tag der Urteile, laßt Euch nicht stören.

    ach ;)

    es war doch gar Niemand damit gemeint .. von den Lesenden hier ... :!:
    und wo liest du da ein urteil rein ?


    wenn niemand gemeint ist, was soll dann der kram?

  • Sumedhâ
    Gast
    • 21. Oktober 2013 um 21:16
    • #33

    ich frage mich überhaupt was soll der kram.....
    aussagen die nicht belegt sind......ich habe gelesen.... na wo?
    interpretationen die unfassbar sind..............

    willkommen im bastelkabinett....

    :D
    .

  • Aiko
    Gast
    • 21. Oktober 2013 um 21:33
    • #34
    Bakram:


    Hakuin bekämpfte seinerzeit die Anhänger von Bankei Yotaku, welcher eine Zen Lehre vom Ungeborenen propagierte ( “Unborn”— Fu-shō ). Bankei war damals sehr populär. Zu seinen "teachings" pilgerten jeweils tausende von Anhängern aus allen Schichten. Oft führte dies zu logistischen Problem in den Klöstern, die Gäste mussten z. B. in mehreren Schichten schlafen, da zu wenig Betten vorhanden waren. Ebenso erfolgreich war Hakuin später in seiner Bekämpfung. Bankei ging fast in Vergessenheit bis er von D.T. Suzki mitte letzten Jahrhunderts "wiedererweckt" wurde.

    Hakuin bekämpfte Bankei Yotakus Lehre aufs schärfste, da sie ihm zu simpel, zu populistisch und zu oberflächlich erschien.
    Bankei Yotaku lehrte als höchstes Ziel und höchste spirituelle Entwicklung nämlich schlicht ein verweilen im Zustand des ungeboren seins, d.h. gar nicht erst geboren werden und so nicht einer Identifikation als ich, d,h, als als Buddhist, als erleuchtetes Wesen, als Frau, als Mann, als Liebhaber, als xy mit all ihren Konsequenzen zu erliegen.

    Hakuin war dies viel zu simpel. Quietistisch, hohl und leer an die wand zu starren, wie er es oft ausdrückte (Wild Ivy) Er bevorzugte ein hartes, strenges und strukturiertes Training an Koans.

    Bakram

    Also - in Wild Ivy sind da vor allem und ausschließlich die Anmerkungen und Text-Ergänzungen von Norman Waddell, der die Übertragung ins Englische leistete, die die Kritik Hakuins auf Bankei beziehen. Aber Hakuin hat sich mit allen Strömungen seiner Zeit auseinander gesetzt und in "Orategama Zokushu" gibt er da eine sehr differenzierte Sicht z.B. übers Nembutsu und die Pure Land Praxis. Die eine Seite ist natürlich die, des "um zu" - wie es bei der Nembutsu-Praxis der Fall ist - um eben ein Buddha zu werden - und das andere Extrem ist "schon ein Buddha" - das Bankei-Konzept des Verweilens im sog. Ungeborenen, aber auch des Definierens dieses Verweilens.

    Was du also hier als Aussagen Hakuins uns unterschiebst, sind die Anmerkungen Waddell's - es wäre daher hilfreich, du gibt's mal die exakte Seitenzahl dafür an.

  • Sumedhâ
    Gast
    • 21. Oktober 2013 um 21:56
    • #35
    Zitat

    Für Hakuin war koan-Praxis der zentrale Punkt der ganzen ZenÜbung.
    Er sah in ihr die einzige Methode, mit der ein Schüler zur wahren Einsicht gebracht werden konnte, und er wurde nicht müde, über die Praxis der »schweigenden Erleuchtung« herzuziehen, die von anderen Zen-Meistern verwendet wurde, besonders aber von der Soto- Schule. Zen ohne strenge koan-Praxis sei eine Perversion der »Wahren Lehre der Alten«, ärger noch, eine Verschwendung des menschlichen Lebens, einer »Wiedergeburt, die so schwierig zu erlangen ist«.
    Er zog alle rhetorischen Register, wenn er seine Schüler davor warnte, übersolche Praktiken auch nur nachzudenken: Da gibt es diese blinden, glatzköpfigen Idioten, die sich an einen ruhigen, ungestörten Ort zurückgezogen haben, wo sie von nichts gestört werden können. Dann meinen sie, dass der Geisteszustand, der in einer solchen Atmosphäre entsteht, die Einsicht in ihre eigene Natur umfasst. Sie glauben, dass es ausreicht, die Reinheit zu polieren und zu perfektionieren, haben aber selbst im Traum noch nie die Erleuchtung erfahren. Menschen dieser Art verbringen den ganzen Tag in der Übung des Nicht-Tuns und waren dann doch die ganze Zeit geschäftig; sie vertun den ganzen Tag mit Nicht-Hervorbringen und haben dann doch die ganze Zeit etwas hervorgebracht. Warum ist das so? Weil ihre Einsicht in den Weg nicht klar ist, und sie so die Wahrheit der dharma-Natur nicht erreichen können.
    -------------------
    Hakuin konnte nie sein Samurai-Erbteil loswerden; die Faszination des Bildes vom »starken Krieger« führte ihn dazu, die Samurai-Klasse zu bevorzugen. Er pries sogar die »Stärke und Weisheit« des grausamen Shogun Ieyasu, des Stammvaters des Tokugawa-Clans. Hakuin nutzte die Vernarrtheit der Samurai in den Tod als Werkzeug der Lehre und legte den daimyo und höher gestellten Lehnsleuten nahe, das Wort shi, »Tod«, auf die gleiche Weise zu benutzen, wie er seinen Mönchen den koan »Mu« aufgab. Sobald der Krieger dem Bereich von Leben und Tod in der Erfahrung des satori entkommen war, konnte er wieder als tapferer und moralischer Kämpfer hervortreten, loyal seinem Herrn und mitfühlend den normalen Sterblichen gegenüber.

    Quelle: Zen Rebellen, Radikale und Reformer - Perle Besserman • Manfred B. Steger

    EDIT:

    Zitat

    »Das Ungeborene ist nicht etwas, das durch Disziplin erreicht oder erlangt wird.
    Es ist nicht eine Beschaffenheit des Geistes oder religiöse Ekstase; es ist, dort wo du stehst, makellos so, wie es ist.
    Alles, was du tun musst, um es zu erkennen, ist, du selbst zu sein, genau wie du bist; zu tun, genau was du tust, ohne Kommentar,
    Befangenheit oder Urteil.«

    Bankei Eitaku

    da treffen dann schon "zwei felsen" aufeinander :D

    _()_
    .

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (21. Oktober 2013 um 22:08)

  • Jikjisa
    Gast
    • 21. Oktober 2013 um 22:01
    • #36

    Zu Hakuin - Fragen, bzw. seiner Kritik an Quietismus kann man sich auch an Ableger des Bodaisan Shoboji in München wenden.
    http://www.rinzai-zen-muenchen.de/ueberuns.htm
    Oder hier:
    http://www.shoboji.de/de/zen/tempel/myoshinji
    ( gehört zusammen )

    Im übrigen wandte Hakuin später die Koan-Methode nach Chan an, wie sie auch im Seon üblich ist. Auch arbeitete er nicht ausschließlich mit Koan - das ist nur ein Hilfsmittel zum Eintritt in den Zen-Weg, bzw. ins Samadhi - das Tor.
    Da ich im Bodaisan kein Koan erhalten habe, kann ich nichts dazu sagen. Ich war nicht lange genug da, bzw. vergeben sie nach spiritueller Konstitution. Ich war nur aufgrund eines Wohnort-Wechsels nicht mehr dort.

    Die Quietismus Kritik hat nichts damit zu tun, daß andere Leute oder andere Schulen kein Koan verwenden (m.M.)

    So seh ich das. Im Moment.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jikjisa

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (21. Oktober 2013 um 22:58)

  • Jikjisa
    Gast
    • 21. Oktober 2013 um 22:57
    • #37
    Zitat

    Dann meinen sie, dass der Geisteszustand, der in einer solchen Atmosphäre entsteht, die Einsicht in ihre eigene Natur umfasst. Sie glauben, dass es ausreicht, die Reinheit zu polieren und zu perfektionieren, haben aber selbst im Traum noch nie die Erleuchtung erfahren. Menschen dieser Art verbringen den ganzen Tag in der Übung des Nicht-Tuns und waren dann doch die ganze Zeit geschäftig; sie vertun den ganzen Tag mit Nicht-Hervorbringen und haben dann doch die ganze Zeit etwas hervorgebracht. Warum ist das so? Weil ihre Einsicht in den Weg nicht klar ist, und sie so die Wahrheit der dharma-Natur nicht erreichen können

    Genau das ist es. Das ist dieser Quietismus. In Thera-Sprech: Samatha mündet hier nicht in Satipatthana/Samadhi/Vipassana.
    Es ist eine Art stumpfe Achtsamkeit und Konzentration, die die Geistobjekte, den Körper, die Gefühle usw. ignoriert. Das wird mit der Reinheit des Buddha assoziiert.

    Boah, jetzt hab ich aber kein Bock mehr --- ich kanns schon nicht mehr hören---immer dasselbe---und nein, ich werde nicht die entsprechenden japan. bzw. koreanischen Begriffe rauskramen...Interessiert doch eh keinen.

    Und hallo, das ist meine jetzige fehlerbeklebte Meinung - :!:

    Und nein, Buddhagosa: Einsicht geht nicht ohne Samatha und Samadhi, falls du noch immer diese Hoffnung hegst - also ein Antiquietismus
    bringts auch nicht :D

    Om gara tsa ja sabaha ... _()_

    Liebe Grüße an Bel - nicht bös sein :) Sag einfach weiter: Dit is allet Voll-Keks .

  • Zenbo
    Gast
    • 21. Oktober 2013 um 23:21
    • #38
    Buddhaghosa:

    Hallo,

    beim Lesen über Hakuin bin ich häufiger auf seine Aussagen zu den buddhistischen Quietisten gestossen:

    Hakuin:

    daß ihre Übertragung von diesen quietistischen Pseudo-Zen-Anhängern verleumdet und schlechtgemacht werden... (noch viele ähnliche Aussagen)


    Welche Praktiken sind hiermit genau gemeint?

    Gruß
    Florian

    sagte er nicht mal: wie scheintote dachse glotzen sie mit gläsernem blick ins leere, und denken das ist das wahre leben. hakuin war wohl entäuscht von seiner zazen erfahrung, deshalb erfand er ja das koan! :D

  • Jikjisa
    Gast
    • 22. Oktober 2013 um 00:29
    • #39

    unsinn, das kommt von china her...
    hakuin war ein kämpfer, keine lusche- das hat ihn angenervt- die warmduscher und ihr einfluss auf die lehre--- :)

  • bel
    Gast
    • 22. Oktober 2013 um 06:19
    • #40
    Jikjisa:

    Liebe Grüße an Bel - nicht bös sein :) Sag einfach weiter: Dit is allet Voll-Keks .


    Du ließt wohl doch heimlich meinen Blog :)

  • Jikjisa
    Gast
    • 22. Oktober 2013 um 07:44
    • #41

    Na klar...muss doch wissen was sonst noch so abgeht -oder halt nicht... :)

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (22. Oktober 2013 um 07:59)

  • Buddhaghosa
    Gast
    • 22. Oktober 2013 um 19:44
    • #42

    Hallo,

    bel:
    Buddhaghosa:

    Hallo,
    also über Sogen (Ralf Boeck) sollten wir hier nicht diskutieren. Über sein Zitat aber gerne.
    Ist es also nach Sogen so, dass Hakuin die Jhana-Meditation bzw. eine bestimmte Jhana-Meditation ablehnte. Wer würde dem so zustimmen?


    SoGen nimmt überhaupt nicht zu Hakuin Stellung und was der zu den Jhanas (falls überhaupt) meinte.
    Es ist einfach so, daß Zazen sich nicht in den Jhanas erschöpft, denn die sind keine vollständige Übung, Zazen aber schon - und genau das sagt Sogen in seinem Artikel und ich kann dem nur zustimmen.


    da Zazen eine vollständige Übung ist, bedeutet dies dann, das Zazen zwingend die Jhana beinhaltet?

    Gruß
    Florian

  • Buddhaghosa
    Gast
    • 22. Oktober 2013 um 19:59
    • #43

    Hallo,

    Jikjisa:
    Zitat

    Dann meinen sie, dass der Geisteszustand, der in einer solchen Atmosphäre entsteht, die Einsicht in ihre eigene Natur umfasst. Sie glauben, dass es ausreicht, die Reinheit zu polieren und zu perfektionieren, haben aber selbst im Traum noch nie die Erleuchtung erfahren. Menschen dieser Art verbringen den ganzen Tag in der Übung des Nicht-Tuns und waren dann doch die ganze Zeit geschäftig; sie vertun den ganzen Tag mit Nicht-Hervorbringen und haben dann doch die ganze Zeit etwas hervorgebracht. Warum ist das so? Weil ihre Einsicht in den Weg nicht klar ist, und sie so die Wahrheit der dharma-Natur nicht erreichen können

    Genau das ist es. Das ist dieser Quietismus. In Thera-Sprech: Samatha mündet hier nicht in Satipatthana/Samadhi/Vipassana.
    Es ist eine Art stumpfe Achtsamkeit und Konzentration, die die Geistobjekte, den Körper, die Gefühle usw. ignoriert. Das wird mit der Reinheit des Buddha assoziiert.


    okay, dies geht aber für mich klar in die Richtung, wie es Sogen in seinem Zitat angesprochen hat. Die Entwicklung von Jhana als Geistesruhe-Vertiefungen ohne Entwicklung von Weisheit.

    Jikjisa:


    Und nein, Buddhagosa: Einsicht geht nicht ohne Samatha und Samadhi, falls du noch immer diese Hoffnung hegst - also ein Antiquietismus bringts auch nicht :D


    Hmm, habe ich nie behauptet! Aber, kennen wir uns? Nancy?

    Gruß
    Florian

  • bel
    Gast
    • 22. Oktober 2013 um 20:44
    • #44
    Buddhaghosa:

    da Zazen eine vollständige Übung ist, bedeutet dies dann, das Zazen zwingend die Jhana beinhaltet?


    Nein. Schon überhaupt nicht als Übung, noch zwingend als die so beschriebenen "Zustände", ist ja auch nicht notwendig.

  • bel
    Gast
    • 22. Oktober 2013 um 21:02
    • #45
    Buddhaghosa:

    Aber, kennen wir uns? Nancy?


    Oh, heute auch Tag der Bekanntschaften :lol:

  • xxx
    Reaktionen
    164
    Punkte
    10.244
    Beiträge
    1.956
    Mitglied seit
    11. Mai 2011
    • 22. Oktober 2013 um 21:51
    • #46
    Buddhaghosa:

    Bakram, kannst du ein wenig ausführlicher über Bankeis Praxisanweisungen schreiben?
    Gruß
    Florian

    Alles was ich weiss, hab ich ausWild Ivy. Also nur die einseitig parteiische Sicht Hakuins.

    Zitat

    Dann meinen sie, dass der Geisteszustand, der in einer solchen Atmosphäre entsteht, die Einsicht in ihre eigene Natur umfasst. Sie glauben, dass es ausreicht, die Reinheit zu polieren und zu perfektionieren, haben aber selbst im Traum noch nie die Erleuchtung erfahren. Menschen dieser Art verbringen den ganzen Tag in der Übung des Nicht-Tuns und waren dann doch die ganze Zeit geschäftig; sie vertun den ganzen Tag mit Nicht-Hervorbringen und haben dann doch die ganze Zeit etwas hervorgebracht. Warum ist das so? Weil ihre Einsicht in den Weg nicht klar ist, und sie so die Wahrheit der dharma-Natur nicht erreichen können.

    Dies zeigt die zentrale Haltung Hakuins, wie er es im ersten Kapitel seine Biografie darlegt: Meiner Ansicht hat er eine ziemlich elitäre Ansicht von Zen. Einsicht in die eigene Natur zu haben setzt er quasi voraus um überhaupt mit Zen zu beginnen (ich habe hier im Forum deshalb mal gepostet Zen sei für fortgeschrittene):

    Zitat

    Anyone who would call himself a member of the Zen family must first of all achieve kenshō — realization of the Buddha's Way. If a person who has not achieved kensho says he is a follower of Zen, he is an outrageous fraud. A swindler pure and simple. A more shameless scoundrel than Kumasaka Chōhan.

    Übersetzung: Wer auch immer von sich behauptet ein Mitglied der Zen Familie zu sein muss vorher Kensho erreicht haben - den Weg Buddhas erkennen. Wenn jemand der Kensho noch nicht erreicht hat von sich behauptet er sei Zenjünger/Anhänger ist diese Person ein unversämte(r) Betrüger(in), schlicht und einfach ein Schwindler. Ein noch schamloserer Schurke als Kumsaka Chohan. (War ein japanischer buddhistischer Priester der als Meisterdieb unterwegs war)

    Aiko:

    Was du also hier als Aussagen Hakuins uns unterschiebst, sind die Anmerkungen Waddell's - es wäre daher hilfreich, du gibt's mal die exakte Seitenzahl dafür an

    Lies doch mal das erste Kapital: Authentic Zen, the danger of false teachings:

    Zitat

    In recnt times, however, the Zen schools have been engaging in the practice of "silent illumination," doing nothing but sitting lifelessly like wooden blocks. What, aside from that, do you suppose they consider their most urgent concern? Well, they witter on about being "men of nobility" who have "nothing at all to do." They proceed to live up to that self-proclaimed role. Consuming lots of good rice. Passing day after day in a state of seated sleep. The surplice and cotton robe they wear as Buddhist priests is no more than a disguise.

    Übersetzung: In jüngster Zeit beschäftigen sich die Zen Schulen mit der Praxis der "stillen Erleuchtung"," Nichts tun ausser leblos wie Holzklötze dazu sitzen. Was meinst du betrachten sie sonst noch als ihr dringendstes Anliegen? Nun, sie labern "Männer des Adels zu sein", die überhaupt nichts zu tun hätten." Sie fahren fort dieser selbsernannten Rolle gerecht zu werden. Konsumieren Unmengen von gutem Reis. Verbringen Tag für Tag in einem Zustand von sitzendem Schlaf. Ihr Talar und ihre Mönchsrobe die sie als buddhistische Priester tragen ist nicht mehr als eine Verkleidung.


    Zitat

    Ahh! Monks! Priests! You can't all be thieves, every last one of you. And when I talk about thieving priests, I refer to those "silent illumination" Zennists who now infest the land.

    Übersetzung: OH Mönche, Priester. Ihr könnt doch nicht alle Diebe sein, jeder einzelne von euch. Wenn ich von diebischen Priester spreche meine ich jene "stille Erleuchtungs" Zennisten die das Land verseuchen

    Hier (wie auch am anfang mit den 8 Gelübten) kommt deutlich Mahyanagedankengut durch:

    Zitat

    Priests and laity are thus like the wheels of a cart: they move forward in unison. But the sad assortment of today's priests we see spending their lives sitting like wood blocks in the complacent self-absorption of their "silent illumination" are incapable even of freeing themselves from birth-and-death. How can they possibly hope to assist laypeople to achieve a more favourable karma?
    Übersetzung: Priester und Laien sind wie Räder eines Wagens, sie bewegen sich gemeinsamvorwärts. Aber die traurige Mischung heutiger Priester, die wir beim Sitzen wie Holzblöcke in selbstgefälliger Selbstbeschäftigung mit ihrer "stillen Erleuchtung" beobachten sind doch unfähig sich selber zu befreien dass. Wie können sie Hoffen fähig zu sein Laien darin zu unterstützen uein besseres Karma zu erwirken ?

    Gut es bezieht sich nicht wörtlich auf Bankei, aber wahrscheinlich auf die von ihm verursachten Auswüchse. Er lebte ja etwa 60 Jahre von Hakuin.So wie diese Mönche beschrieben werden liegt es irgendwie nahe, dass sie "unborn Zen" praktizieren, hakuin nennt es "silent Illumination". Er schreibt auch später im Buch immer wieder absätzig über diese Zen Mönche die "nur sitzen".

    Gruss Bakram

  • Sumedhâ
    Gast
    • 22. Oktober 2013 um 22:06
    • #47

    xxx,

    Zitat

    Bankei Yotaku lehrte als höchstes Ziel und höchste spirituelle Entwicklung nämlich schlicht ein verweilen im Zustand des ungeboren seins, d.h. gar nicht erst geboren werden und so nicht einer Identifikation als ich, d,h, als als Buddhist, als erleuchtetes Wesen, als Frau, als Mann, als Liebhaber, als xy mit all ihren Konsequenzen zu erliegen.


    kannst du bitte erklären was du da oben schreibst?

    _()_
    .

  • Aiko
    Gast
    • 22. Oktober 2013 um 23:28
    • #48
    Bakram:


    Gut es bezieht sich nicht wörtlich auf Bankei, aber wahrscheinlich auf die von ihm verursachten Auswüchse.


    Tja. Das meinte ich auch. Nur die "Auswüchse" waren schon immer eine mögliche Seite in der Zen-Tradition.

    Zitat


    Er lebte ja etwa 60 Jahre von Hakuin.So wie diese Mönche beschrieben werden liegt es irgendwie nahe, dass sie "unborn Zen" praktizieren, hakuin nennt es "silent Illumination". Er schreibt auch später im Buch immer wieder absätzig über diese Zen Mönche die "nur sitzen".

    Ja - er gilt als Wegbereiter von Hakuin. Doch daraus herzuleiten, dass Hakuin ihn mit seiner Kritik gemeint hat, ist spekulativ. Auch hat er nicht Shikantaza und Dogen kritisiert. Was Hakuin zu Recht scharf angegriffen hatte, dass war eben das Zen des "toten Holzes" und das ist ja ein ständiger Begleiter in allen Zen-Traditionen und in vielerlei Hinsicht eine Falle für die Praxis.

  • Aiko
    Gast
    • 22. Oktober 2013 um 23:49
    • #49
    Bakram:

    Einsicht in die eigene Natur zu haben setzt er quasi voraus um überhaupt mit Zen zu beginnen ....

    Ja. Das ist auch so und nennt sich bei Shunryu Suzuki "Anfänger-Geist" - nur der Weg hat auch keinen Anfang und kein Ende - . Im Grunde beginnst du immer neu mit Zen - jeder Tag ist ein guter Tag.

  • xxx
    Reaktionen
    164
    Punkte
    10.244
    Beiträge
    1.956
    Mitglied seit
    11. Mai 2011
    • 23. Oktober 2013 um 00:14
    • #50
    Zitat

    You’re probably all wondering what this unborn Buddha-mind is like.
    The Buddha-mind, unborn and illuminating all things with perfect clarity, is like a mirror, standing clear and spotlessly polished. A mirror, as you know, reflects anything that’s before it. Whatever’s placed in front of it, the shape never fails to be reflected, though the mirror has no idea or intention of doing so. And when the object is taken away, the mirror doesn’t reflect it any longer, though it makes no decision to cease reflecting.
    Now that’s just how the unborn Buddha-mind works. You see and hear all things, no matter what they are, although you haven’t generated a single thought to see or hear them, because of the vital working of the unborn Buddha-mind each of you receives at birth.
    Once you’ve got the principle of this Unborn fixed in your minds, you’re Unborn whether you’re a man or a woman. You are always unborn. You go along living in the Buddha-mind quite unconscious of being a man or woman.
    Although you each have Buddha-minds, you’ve deprived yourselves of them because of the mistaken way that you’ve been brought up. A lifetime of learning the wrong things. You still have a Buddha-mind, for all the bad things you’ve learned and the delusions your thoughts create for you. You can’t possibly lose it. It’s just darkened by the illusions caused by your selfish desires and partiality.
    Perhaps a comparison will help make this clear.
    The sun shines day after day without fail, yet if clouds appear to make the sky overcast, it can’t be seen. It still comes up in the east every morning and goes down in the west. The only difference is that you can’t see it because it’s hidden behind the clouds. The sun is your Buddha-mind, the clouds are your illusions. You are unaware of your Buddha-minds because they’re covered by illusions and can’t be seen. But you never lose them, not even when you go to sleep.
    The unborn Buddha-mind that your mothers have given you is thus always there, wonderfully clear and bright and illuminating.

    - Bankei Yotaku (1622-1693)

    Übersetzung:

    Ihr mögt euch fragen was denn dieser ungeborenen Buddha - Geist sein soll.

    Die Buddha - Geist , ungeboren beleuchtet er alle Dinge mit perfekter Klarheit wie ein Spiegel, klar und makellos poliert. Wie wir wissen spiegelt ein Spiegel alle Dinge genau so wie sie vor ihm stehen. Was auch immer vor ihm platziert wird, dessen Gestalt wird immer wieder reflektiert werden, obwohl der Spiegel dabei weder Ahnung noch Absicht hat dies zu tun . Und wenn das Objekt weggenommen wird , wird der Spiegel nicht mehr spiegeln, obwohl er selber gar hierfür keine Entscheidung fällt damit aufzuhören.
    Nun, das ist genau so wie der ungeborene Buddha - Geist funktioniert . Man sieht und hört alles egal was es ist, obwohl man nicht einen einzigen Gedanken fasst um es zu sehen oder es zu hören aufgrund der lebendigen Funktion des ungeborenen Buddha - Geist der jeder von euch bei der Geburt erhält.
    Wenn ihr einmal das Prinzip dieses Ungeborenen fest in euren Köpfen habt, seid ihr selber ungeboren egal ob Mann oder Frau. Man bleibt für immer Ungeboren. Ihr werdet weiterhin im Buddhageist leben ohne zu wissen ob ihr ein Mann oder eine Frau seid.
    Obwohl jeder von euch eigentlich diesen Buddha - Geist besitzt, habt ihr euch selber dessen beraubt aufgrund falschen erziehung. Ein Leben langhabt ihr die falschen Dinge erlernt. Ihr habt noch eine Buddha - Geist auch wenn ihr all die schlechten Dinge gelernt und in Wahnvorstellungen die eurer Gedanken für euch erschaffen habt lebt. Ihr könnt ihn sicher nicht verlieren. Er wird einfach durch die Illusionen, die Eure egoistische Wünsche und Parteilichkeiten verursachen verdunkelt.

    Vielleicht wird dieser Vergleich dazu beitragen es zu verdeutlichen:

    Die Sonne scheint Tag für Tag ohne zu scheitern, aber wenn Wolken den Himmel bedecen, kann man sie nicht sehen. Sie geht immer noch jeden Morgen im Osten auf und im Westen unter. Der einzige Unterschied ist, dass man sie nicht sehen kann, weil sie hinter den Wolken versteckt ist. Die Sonne ist euer Buddha - Geists, die Wolken eure Illusionen . Du wirsd dir deines Buddha - Geists nicht bewusst, weil er von Illusionen bedeckt wird und nicht gesehen werden kann. Aber ihr werdet ihn nie verlieren, auch nicht , wenn ihr schlafen geht.

    Der ungeborene Buddha - Geist , der eure Mütter gegeben haben, ist also immer da, wunderbar hell klar und einleuchtend.

    - Bankei Yotaku (1622-1693)

    Alles anzeigen

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.18
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download