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Welt, ein Trugbild?

  • Maytreka
  • 17. August 2013 um 09:28
  • Zum letzten Beitrag
  • Maytreka
    Themenautor
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    9. Januar 2013
    • 20. August 2013 um 21:09
    • #26
    MonikaMarie1:

    Zunächst einmal freue ich mich, dass Du Deine erste Antwort korrigiert hast und jetzt - jedenfalls aus meiner Sicht - auch klarer wirst. Tut mir leid, wenn ich Dich nicht richtig verstanden habe. Aber ich verstehe Dich noch nicht einmal jetzt richtig.
    Du schreibst z. B.

    Zitat

    Wenn der Geist lediglich als Beobachter fungiert, dann kannst du die Herzensbewegungen (Neigungen des Herzens) beobachten. Du spürst dann bei der Betrachtung von Dingen ein leichtes Ziehen (Neigung). Das kommt daher, dass du dem Drang auf die Dinge einzugehen nicht nachgibst. Ich kann dir aber sagen, dass du dazu sehr viel Achtsamkeit brauchst.

    Ich schrieb aber aus der Sicht desjenigen, der mit sehr viel Achtsamkeit bereits diese Hürden erforscht, durchschaut und ständig be-ACHTET. Ich schreibe nicht aus der Sicht desjenigen, der diese Welt immer noch nicht als Trugbild erkennt und sich ständig von einem Ding zum anderen ziehen lässt.

    Du hast Recht, wenn Du schreibst:

    Zitat

    Normalerweise lassen wir uns von dem Ziehen mit wegreißen und dadurch spüren wir die Neigung nicht. Im Alltag kann ich das nicht wahrnehmen. Hier siehst du auch ganz deutlich wie der Luger arbeitet und das unabhängig von dir.

    Ja, das sehe ich ganz deutlich und - jetzt komme ich wieder - mit ungeschultem Geist spüren wir diese Neigung nicht (wer schult diesen Geist?), sondern halten jegliches Empfinden, Wahrnehmen, Fühlen usw. für die absolute Realität und jede Reaktion hat ihre Berechtigung und dass dies von Außen kommt. Das ist ein Grund für die Gewalt auf dieser Erde, um noch einmal aufs Thema zu kommen.

    Der Buddha hat uns doch aber die Mittel gegeben, den Geist zu schulen, um diesem Luger das Handwerk zu legen. Sonst wäre ja alles sinnlos, weil wir es nach Deiner Auffassung nicht in der Hand haben, diese Neigung auszuschalten.

    Maytreka:


    Eigentlich geht es ja um die Aussage, das alles was im Geist erscheint von einer Empfindung begleitet wird. Das ist schon ein wichtiger Punkt. Ich würde sagen, dass immer alles von einer Empfindung begleitet ist. Sehr wohl kann aber die Empfindung neutral sein. Das bedeutet ja dann, dass die Gefahr der Verblendung besteht.

    Und ich weiß aus Erfahrung, dass nicht alles, was in meinem Geist erscheint von einer Empfindung begleitet wird, wenn ich sehr achtsam bin. Manches aber schon. Und da sehe ich denn auch, wie ich früher reagiert hätte. Da ich dies aber nur wertfrei beobachte, verliert es immer mehr an Macht. Manches taucht eben nicht einmal mehr auf. Aber während ich so schreibe, fällt mir auf, dass ich vielleicht jetzt endlich verstehe, worauf Du hinaus willst. Wenn also Manches bei mir nicht mehr auftaucht, dann erscheint es nicht mehr im Geist, wird also nicht mit Empfindung begleitet, da es ja gar nicht erst auftaucht. Wenn es also auftaucht, ist da grundsätzlich noch Empfindung.

    Meinst Du das so?

    _()_

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    Meinst Du das so?
    Ja. :)
    Es ist aber wichtig zu sehen, dass die Empfindung in dem Moment der Einschreibung in die Wahrnehmung erfolgt und bei nicht genügender Achtsamkeit nicht wahrgenommen wird. Auf diese Empfindung folgt dann normalerweise eine Reaktion und das kann wieder Gefühl oder Gedanke usw. sein.
    Hier noch eine Anmerkung:
    Für die Praxis im Alltag ist es nicht ganz so wichtig, die Empfindung wahrzunehmen. Man kann ohne die Empfindung wahrzunehmen auch von der Reaktion lassen. Wenn man allerdings die Empfindung wahrnimmt, dann beschleunigt das den Prozes der Dekonditionierung. So ist da meine Erfahrung.

    Zitat


    Ich schrieb aber aus der Sicht desjenigen, der mit sehr viel Achtsamkeit bereits diese Hürden erforscht, durchschaut und ständig be-ACHTET. Ich schreibe nicht aus der Sicht desjenigen, der diese Welt immer noch nicht als Trugbild erkennt und sich ständig von einem Ding zum anderen ziehen lässt.

    Hürden kannst du doch nur insofern meistern, dass du komplett von allem loslässt und die Dinge sich nicht mehr mit Abstoßung, Anziehung, Blendung melden. Dann ist es ruhig aber es ist immer noch Wahrnehmung. Es ist so lange Wahrnehmung und deshalb Trugbild bis Wahrnehmung weg ist.

    Zitat

    Der Buddha hat uns doch aber die Mittel gegeben, den Geist zu schulen, um diesem Luger das Handwerk zu legen.

    Ja klar. Der Luger arbeitet aber auch nach der Befreiung. Die 5 Anhäufungen sind da auch noch da. Sie können von einem Erwachten verwendet werden.

    Also, du legst dem Luger nur indirekt das Handwerk. Erinnere dich was ich in einem vorigen Thread geschrieben habe. Wenn das Herz rein ist, dann geschieht etwas und zwar fällt die Wahrnehmung für Momente oder länger aus.
    Das kann öfter geschehen aber irgendwann kommt der Moment und Gier, Hass und Verblendung sind dann für immer weg.

    Zitat

    weil wir es nach Deiner Auffassung nicht in der Hand haben, diese Neigung auszuschalten.


    Da hast du was falsch verstanden. Ich habe doch noch nichts darüber gesagt, wie die Neigungen verändert werden können. Erinnere dich wieder. Ich habe gesagt, dass es im Wahrnehmungsprozess einen passiven und einen aktiven Teil gibt. Der passive läuft passiv ab, da kannst du nichts willentlich machen. Aber den aktiven hast du in der Hand und über den kannst du die Neigungen auflösen und von den Reaktion und Identifikationen wegkommen.

    Schön, dass wir uns annähern. :)

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 21. August 2013 um 09:09
    • #27

    Ja, danke Maytreka.
    Aber das war aus meiner Sicht nur ein sprachliches Problem.

    Zitat

    Für die Praxis im Alltag ist es nicht ganz so wichtig, die Empfindung wahrzunehmen. Man kann ohne die Empfindung wahrzunehmen auch von der Reaktion lassen. Wenn man allerdings die Empfindung wahrnimmt, dann beschleunigt das den Prozes der Dekonditionierung. So ist da meine Erfahrung.

    Ja, diesen Unterschied kenne ich wohl. Und die Wahrnehmung der Empfindung gleich zu Beginn löst Freude aus. Da wird Fortschritt sichtbar.
    Natürlich ist das kein Rundumschlag, sondern Schritt für Schritt eine Tendenz nach der anderen. So jedenfalls meine Erfahrung.

    Zitat

    Hürden kannst du doch nur insofern meistern, dass du komplett von allem loslässt und die Dinge sich nicht mehr mit Abstoßung, Anziehung, Blendung melden. Dann ist es ruhig aber es ist immer noch Wahrnehmung. Es ist so lange Wahrnehmung und deshalb Trugbild bis Wahrnehmung weg ist.

    Eben, deshalb schrieb ich ja auch

    Zitat

    Aber während ich so schreibe, fällt mir auf, dass ich vielleicht jetzt endlich verstehe, worauf Du hinaus willst. Wenn also Manches bei mir nicht mehr auftaucht, dann erscheint es nicht mehr im Geist, wird also nicht mit Empfindung begleitet, da es ja gar nicht erst auftaucht. Wenn es also auftaucht, ist da grundsätzlich noch Empfindung.

    Dennoch muss ich in der Lage sein, die nicht mehr stattfindende Wahrnehmung gedanklich wahrzunehmen, sonst würde ich ja behaupten, ich hätte derartige Gefühle usw. nie gehabt. Auch der Buddha konnte ja im Nachhinein seine ganzen Irrtümer und Erinnerungen noch kommunizieren.

    _()_ Monika

  • Maytreka
    Themenautor
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    1.015
    Beiträge
    199
    Mitglied seit
    9. Januar 2013
    • 21. August 2013 um 09:38
    • #28
    MonikaMarie1:

    Ja, danke Maytreka.
    Aber das war aus meiner Sicht nur ein sprachliches Problem.

    Zitat

    Für die Praxis im Alltag ist es nicht ganz so wichtig, die Empfindung wahrzunehmen. Man kann ohne die Empfindung wahrzunehmen auch von der Reaktion lassen. Wenn man allerdings die Empfindung wahrnimmt, dann beschleunigt das den Prozes der Dekonditionierung. So ist da meine Erfahrung.

    Ja, diesen Unterschied kenne ich wohl. Und die Wahrnehmung der Empfindung gleich zu Beginn löst Freude aus. Da wird Fortschritt sichtbar.
    Natürlich ist das kein Rundumschlag, sondern Schritt für Schritt eine Tendenz nach der anderen. So jedenfalls meine Erfahrung.

    Zitat

    Hürden kannst du doch nur insofern meistern, dass du komplett von allem loslässt und die Dinge sich nicht mehr mit Abstoßung, Anziehung, Blendung melden. Dann ist es ruhig aber es ist immer noch Wahrnehmung. Es ist so lange Wahrnehmung und deshalb Trugbild bis Wahrnehmung weg ist.

    Eben, deshalb schrieb ich ja auch

    Zitat

    Aber während ich so schreibe, fällt mir auf, dass ich vielleicht jetzt endlich verstehe, worauf Du hinaus willst. Wenn also Manches bei mir nicht mehr auftaucht, dann erscheint es nicht mehr im Geist, wird also nicht mit Empfindung begleitet, da es ja gar nicht erst auftaucht. Wenn es also auftaucht, ist da grundsätzlich noch Empfindung.

    Dennoch muss ich in der Lage sein, die nicht mehr stattfindende Wahrnehmung gedanklich wahrzunehmen, sonst würde ich ja behaupten, ich hätte derartige Gefühle usw. nie gehabt. Auch der Buddha konnte ja im Nachhinein seine ganzen Irrtümer und Erinnerungen noch kommunizieren.

    _()_ Monika

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    Zitat

    Dennoch muss ich in der Lage sein, die nicht mehr stattfindende Wahrnehmung gedanklich wahrzunehmen


    Die Wahrnehmung ist immer gleich wie schon mehrfach erwähnt. Aber was du wahrnehmen kannst und das kommt dadurch, dass es ruhiger wird und zeigt den Fortschritt das ist das geänderte Grundgefühl. Das wird nämlich heller, freudiger und ist erst dadurch richtig erkennbar.

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 21. August 2013 um 11:18
    • #29

    Genau, Maytreka :D
    (ich muss jetzt die 30 Zeichen vollkiegen)
    _()_

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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