Wie kommt man auf die Idee so was zu verschenken?
Beiträge von Doris
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Ignoranz?
Möchtest Du ignoriert werden? Willst Du, dass man Deine Probleme, Dein Leid ignoriert?
Macht es die Welt besser, wenn wir das Problem Umweltzerstörung ignorieren?
Hilft es den Menschen im Jemen, dass wir ihr Leid ignorieren und gemütlich Weihnachten feiern?
Ist es gut, wenn die überarbeitete Ärztin einen Notruf ignoriert?
Sollen wir sich anbahnende weltpolitische Kriesen ignorieren?
Bringt es was, Schmerzen zu ignorieren?
Macht es die Familie glücklich, wenn die Sorgen der Kinder ignoriert werden, weil die Eltern gerade Ärger in der Arbeit haben?
…
Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.
Das Leid des Weltkrieges blieb mir nicht erspart, denn ich musste es über die Geschichte meiner Eltern mittragen.
Es gibt eigentlich nichts, das ich nicht auch mittragen muss. Selbst wenn ich das nicht direkt spüre.
Um nicht zu spüren, was in der Welt um uns herum los ist, müssen wir verdummen, um uns selbst kreisen, erkalten, in einer Art Parallelwelt leben.
Alles auszublenden erscheint mir sehr mühsam. Es gibt so Leute, ich kenne sie. Entweder sie sind irgendwie verhuscht und lebensuntüchtig oder sie sind geradezu soziopathisch. Jedenfalls sehr anstrengend. Die Umwelt muss ihre Traumwelt bezahlen.
Man könnte meinen, dass an der Unzulänglichkeit der Menschen und der Welt zu zerbrechen. Aber eigentlich zerbricht man an der Egozentrik, also weil man alles auf sich bezieht. Da ist ein Bild wie die Welt zu sein hat, und das deckt sich nicht mit der Realität. Daran könnte man verzweifeln.
Ich denke, das liegt aber daran, dass man ausblendet. Dass man die täglichen Schönheiten ausblendet, die Liebe, die Menschen täglich einander entgegenbringen, still, leise, unaufdringlich und selbstverständlich. Wir neigen dazu eine Vorstellung von Liebe zu haben, die sensationell und erschütternd ist, gigantisch, atemberaubend. Dabei ist es eigentlich nur die Tür, die einem aufgehalten wird, das Guten-Tag des unbekannten Nachbarn, das Rezept des Arztes, der Wagen der Müllabfuhr, die unseren Müll wegbringt … Das ist das Netz der Liebe, das uns täglich umgibt. Wir sind soziale Wesen und können nicht anders als uns umeinander zu kümmern, auch wenn wir uns damit unseren Lebensunterhalt verdienen. Nicht der ärgste Kapitalismus kann dieses Band zwischen uns zerstören (er beruht sogar darauf, wenngleich er die Illusion des Egos propagiert und darauf hineinfällt).
Das Gegenmittel zur Verzweiflung ist die Liebe. Den Blick öffnen für das tägliche Geschenk des Lebens. Dankbarkeit üben für alles, sogar für die Luft zum Atmen, sogar für die unangenehmen Erfahrungen, die einem zum Lehrer werden können.
Geben statt Nehmen. Also nicht erwarten, dass die Welt so sein soll wie ich es mir wünsche und wie sie mir genehm ist, sondern aktiv meine kleine Welt mit dem beschenken, von dem ich mir wünsche, dass sie mich beschenkt.
Wie man geistig das bewerkstelligt, dafür hat Spock oben einen Text reingestellt.
Ich finde, die meisten Texte, auch die Post-Buddha-Texte, die ich kenne, zielen darauf ab.
P.S. Das ich wieder die Großschreibung verwende, ist keine Marotte, sondern ein Zeichen dafür, dass ich nicht mehr mit den Tastenanschlägen sparen muss.
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Einfach ausgedrückt: "Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird"
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ich denke, es muss so heiß gegessen werden, wie es gekocht wird.
es klingt unverständlich und unerfüllbar, jedoch nur wenn es mit "weltlicher logik" zu verstehen versucht wird.
jemand, der beispielsweise an wiedergeburt über das augenblickliche leben hinaus glaubt, für den ist das wichtig, weil es ihn darauf hinaus ausrichtet, eine wiedergeburt zu erlangen, in der er weitermachen kann.
man muss nicht so einen "naiven" wiedergeburtsglauben haben. ich habe schon weiter oben meine sicht der gelübde geschildert, darum lass ich das an dieser stelle sein.
ich gebe dir aber recht. es ist wohl zu schaffen. jedes mal aufs neue.
die gelübde kann man immer wieder neu nehmen, wenn man dagegen verstösst. das soll jedoch nicht dazu verführen leichtsinnig gegen sie zu handeln und auf die erneuerung der gelübde zu hoffen. so eine barocke sichtweise passt nicht, obschon das verständnis für die fehlbarkeit des menschen eingebaut ist.
zu dem schönen text von kal oben möchte ich noch mit eigenen worten anfügen:
die ansicht man sei jetzt quasi "fertig" und am ziel, ist ein riesiger und heimtückischr irrgarten, aus dem man wohl nur schwer wieder herausfindet, weil man sich dort so wohl fühlt. besinnt man sich aber auf die bodhisattva-gelübde, also dass man nie aufhört, dann ist dies der ariadne-faden aus dieser falle. es gibt dann kein "fertig", auf dem es sich ausruhen lässt und eine "erleuchtung" gefeiert werden kann. letzteres scheint mir die gemeinste aller fallen zu sein, die einen blind macht für die unzulänglichkeiten und für rat und hinweise selbst seitens der lehrer, schon gar seitens der "einfachen" mitmenschen, weil man meint schon alles zu wissen und erkennen zu können.
das passiert immer wieder auf dem weg. es kann nach jedem erkennen die meinung auftreten, das es das schon wäre. aber die lebenserfahrung eines jeden von uns, belehrt uns eines besseren: wer denkt nicht rückblickend immer wieder, was er doch noch im letzten jahr für dummheiten gemacht hat und um wie viel wissender er heute ist. trotzdem fallen wir immer wieder auf unsere vermeintliche allwissenheit herein. ich zumindest. die gelübde richten den blick nach vorne: "weiter, weiter. das ist erst der anfang." vielleicht fällt das auch unter den begriff des "anfängergeistes" im zen?
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Im Übrigen halte ich den Mahayanabuddhismus für eine irrige Degeneration des Dharmas - dass in Mahayanaquellen diverse Sutren Gewalt billigen sollen, bestätigt mir abermals diese Ansicht. Dem Gelöbnis im Mahayana, erst dann ins Nibbana einzuziehen, wenn alle anderen Wesen vom Leiden befreit sind, wohnt ein tiefes Paradoxon inne: Sobald dies 2 oder mehr Wesen geloben, befinden sie sich in einer Endlosschleife ("Du ziehst zuerst ein!" "Nein Du!" "Nein Du!" ...). Überdies zog der Buddha höchstselbst einfach so ins Parinibbana ein, obwohl Milliarden anderer Wesen bis heute zu leiden haben (und das, obwohl er nach eigener Aussage sogar noch bis zum Ende des gegenwärtigen Universums in seinem physischen Leib hätte existieren können - darüber hatte Anandozu entscheiden, der es leider versäumte). Dieses Gelübde scheint jedenfalls auf den ersten Blick zwar ehrenwert, kollidiert aber mit der Logik und dem Wirken des Erwachten höchstselbst.[/lz]
irgendwie bestätigt dieser absatz den spiegel …
weißt was, wenn man von was keine ahnung hat, ist schweigen die bessere lösung.
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Im geschäftlichen-wirtschaftlichen Leben muss man manchmal hart sein, um seine Ziele zu erreichen. Da nur die Stärksten überleben.
Die Einfühksamkeit passt da nicht rein.[/lz]
das kommt auf die ziele an.
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Moin Doris,
wenn Du mit Verteidigung meinst "Verteidigung hier im Forum", gebe ich Dir Recht.
Andererseits können Einsichten auch nur (meistens) entstehen, wenn das Für und Wider bis ins Detail ausgelotet wurde - "ah, das hab ich noch gar nicht bedacht".
Im Fall einer Zeitungsüberschrift finde ich Verteidigung bzw. Dementi deshalb wichtig, weil es ja auch andere Menschen lesen, die möglicherweise in die Falle gehen. Durch gute Argumente könnten sie vielleicht ihre Haltung ändern.
Beispiel: Nazihetze. Wenn da keiner widerspricht, schleicht dieses Gift unbemerkt Schritt für Schritt weiter - so wie im Dritten Reich, als es noch nicht so viel Medien und Informationen gab.
sicher.
nur finde ich, dass es etwas anderes ist, ob ich argumentiere und das aus einem inneren frieden heraus, oder ob ich mich in verteidigungshaltung begebe, mich empöre, mich von meiner empörung vereinnahmen lasse. so was schlägt sich sofort erkennbar im stil nieder, in dem man seine argumente vorträgt. das öffnet ohren und herzen. während verteidigung die kampfbereitschaft des gegenüber erhöht.
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sprichst du mich an, lieber jianwang?
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niemand wünscht sich, dass die religion, der er sich zugehörig fühlt, in einem falschen licht gesehen wird. das ist völlig normal und eine universelle, religionsübergreifende erscheinung.
über den titel und seine funktion wurde hier schon genug geschrieben.
für mich stellt sich jedoch die frage, wie ich mit so was umgehen soll?
plakative, gar reisserische headlines kann ich nicht ändern, vorurteile kann ich nicht ändern. nur meine haltung und reaktion darauf.
im gespräch mit anderen kann ich meinen standpunkt darlegen, ansichten durch fakten versuchen zu korrigieren. das war es schon.
nun kommt die gretchenfrage: was ist mit mir selbst?
erst mal die erkenntnis, dass da identifkation stattfindet. ICH fühle mich angegriffen, weil es mein glaubenssystem berührt, weil ich meinen weg in gefahr sehe usw. das ICH versteckt sich hinter dem begriff "dharma". in meinen augen ist diese erkenntnis schon mal der halbe schuh, den man sich unter die füße schnallen kann. vielleicht sogar der ganze?
denn wenn diese identifikation wegfällt, wo sollte noch ein grund sein, sich zu streiten?
man könnte dann ganz gelassen über vorurteile sprechen, argumentieren … und den dingen ihre zeit lassen, sich zu entfalten.
man könnte dann auch lernen zu verstehen, wie es anhänger anderer religionen so geht, die ständig angegriffen werden.
man könnte lernen anders miteinander umzugehen, weil das ego-ding das boot ist, in dem wir alle sitzen.
das wäre dann in meinen augen der gelebte dharma, und der wird so besser verteidigt als durch jeden verteidigungsversuch, weil er auf die verteidigung verzichtet, weil es da nichts mehr zu verteidigen gibt.
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ich geh mal nur auf die headlline ein: "das märchen vom friedlichen busshismus" …
den finde ich eine ganz logische und einleuchtende antwort auf das klischee, dass mir seit jahr und tag begegnet, wenn irgendwer davon erfährt, dass ich mich dem buddhismus zugehörig finde.
selbiges klischee lautet: "ach ja! der buddhismus ist ja eine friedliche religion. und die buddhisten sind so friedlich." das muss ich dann doch immer ein wenig korrigieren und verweise darauf, dass es auch nur menschen sind, die buddhisten sind und es deshalb unter ihnen genauso menschelt und man alles finden kann, vom heiligen bis zum großen missetäter.
letztendlich ist das dann sehr verbindend, weil dann irgendwie jeder in seiner religion die misstände zugeben kann, ohne das gefühl zu haben, angegriffen zu werden und am ende finden wir wertschätzende worte für einander.
kritik kann offenbar förderlich sein für die zwischenmenschlichen beziehungen.
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ist das für dich kein unterschied, ob ein trockener alkoholiker, der noch nicht lange trocken ist, seine alten saufkumpane meidet, wenn ein ex-knacki keinen kontakt zu seinen ehemaligen bandenmitglieder pflegt oder jemand alle meidet, die in sachen religion eine andere meinung vertreten oder gar einer anderen religon zugehören?
jetzt mal ehrlich, wenn ich jeden, der nicht meine anschauung zu 100 prozent vertritt, meide, dann bleibe letztlich ich alleine zurück. wenn dann noch der vergleich mit "schlechten leuten" ins spiel kommt wird es echt komisch.
für mich sind menschen, die eine andere meinung vertreten weder schlecht, noch ein schlechter umgang, noch zu meiden. leben wir in isis-land?
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Denn es ist nicht die Vergänglichkeit ( also im herkömmlichem Sinne ein Entstehen und wieder Vergehen der Phänomene ) die ich beobachte, sondern viel mehr ein Dasein und dann wieder Wegsein. Die Dinge tauchen auf und gehen wieder unter. Das aber sehr schnell und völlig irrelevant zur Meditation.[/lz]
"dasein" und "wegsein" sind die erscheinungen im geist. man richtet seine aufmerksamkeit auf etwas, dann ist es da. man wendet die aufmerksamkeit ab, dann ist es weg.
physikalisch:
die phänomene fluktuieren. da ist kein "plötzliches dasein".
wenn einem das so erscheint, dann hat das was mit der zeitschiene zu tun, in der wir leben. z.b. genügen uns 24/27 bilder pro sekunde, um uns etwas als ruckelfrei in bewegung seiend erscheinen zu lassen. das hat was mit unserem gehirn zu tun, das eben diese zeitschiene benötigt. aber die dinge bewegen sich kontinuierlich. diese kontinuiät in einer bis ins unendlich aufgeteilten zeit zu sehen, würde uns nichts nutzen, sondern uns komplett überfordern.
also, ab wann sollen phänomene denn als "da" gelten und ab wann als "weg"? genau das ist doch die illusion, der wir ständig erliegen. weil wir die permanente fluktuation nicht sehen können. selbst wenn etwas uns als konstant und fest erscheint, ist es das nicht. gegenstände bestehen aus teilchen, die immer in bewegung sind. wir können das nicht wahrnehmen. ein berg erscheint ewig, aber er ist entstanden und vergeht gleichzeitig. aber in zeiträumen, die uns nichts angehen.
geistig:
ich bin keine gute meditiererin, aber ich erkenne, wenn gedanken bei mir entstehen, also die formung der bilder, die sich aus einer diffusen masse herausbilden. den zustand vor der bennenung. man könnte das mit einem heranzoomen vergleichen, oder bildschärfung.
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man kann ihn auch kaufen.
dann hält man sich an die sila: nicht nehmen, was einem nicht gegeben wurde.
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Auch mit dem Ausdruck "Diamantweg" will man ja etwas "besondereres"/"besseres" (im Gegensatz zu) kennzeichnen. Sonst würde man es ja nicht tun.
das ist jetzt ein typisch westliches missverständnis.
"vajra" ist der donnerkeil. daher "vajrayana".
der donnerkeil ist das symbol für die weisheit.
der "diamant" wird nicht im westlichen sinne von "besonders wertvoller schmuckstein" verwendet, sondern bezieht seine symbolik aus der besonderen härte, die kraft der weisheit und der klarheit des diamanten, als symbol für die klarheit der weisheit.
es heißt auch, der dharma sei wie ein diamant.
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das resultat ist immer dasselbe.
alle richtungen sind gleichwertig.
Beruht diese Einschätzung auf persönlicher Erfahrung?
Wenn die Richtungen gleichwertig sind, wieso liest man zT in Büchern tibetischer Lehrer, dass dem eben nicht so wäre? Wenn es keine Unterschiede gibt (was ja "gleichwertig" in Bezug zu einer Lehre, die das Wertigste und Wichtigste überhaupt versucht zu erklären, heisst), was ist das dann, was andere da deutlich sehen?
Ich frage so rhetorisch, weil ich deutliche Unterschiede sehe.
ich verstehe das so:
zum einen ist es eine ausrichtung, die kein wesen ausschließt. da heißt es dann eben nicht: "die/der passt mir nicht, darum kümmere ich mich nicht."
Gibt es Grund für eine solche "andere" Ausrichtung? Gab es Wesen, die der Buddha ausgeschlossen hat vom Hören seiner Lehrreden?
Ist einer, der der Lehre des Buddha zu folgen versucht (und keinem weltlichen Lehrer) dadurch gekennzeichnet, dass er zum Ziel hat, bedingtes Bewusstsein in bestimmten Situationen nicht zu durchschauen? Also so, dass manchmal nicht erkannt werden soll, dass da Hass in Abhängigkeit ist?
du musst mir dann schon die stellen zeigen, damit ich weiß, was du da gelesen hast.
persönliche erfahrung?
ich gebe wieder, was ich gehört habe.
meine erfahrung ist, dass es egal ist, von welcher historischen linie ein lehrer ist, ich immer von der mir gezeigten weisheit und dem mitgefühl beeindruckt bin. das bezieht sich auch auf andere religionen.
der buddha hat da keine unterschiede gemacht. aber die einzelnen praktizierenden machen das. und weil die meisten von uns niemals so ganz heilig werden und wir immer wieder in ich-denken zurückfallen, von denen der glaube man sei erleuchtet und damit am ziel, vielleicht das schwierigste ist, ist da schon die versuchung da, zu meinen, jetzt muss man nicht mehr schauen.
weiter will ich darüber nicht mehr diskutieren.
zum einen fehlt es mir an fachwissen, zum anderen an der realisation und zuletzt möchte ich nicht, dass dies wieder zu einer trennenden diskussion ausartet. ich empfehle daher, sich bei fragen an kompetente lehrer der jeweiligen traditionslinie zu wenden.
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Befreiung für andere anzustreben ist ja ein nobler Gedanke, wobei mir aber nicht ganz klar ist wie man etwas geben könnte, das man selber nicht hat. Insofern müsste es in jedem Fall zunächst um die eigene Befreiung gehen, wobei Metta natürlich eine große Rolle spielt, vor und nach der Befreiung.
Wie das gehen soll dass man erst befreit sein möchte wenn alle Wesen befreit sind, ist mir vollends unklar, vielleicht ist das nicht wortwörtlich zu nehmen und dient dient vor allem der Entwicklung einer großherzigen Gesinnung. Was den Mahayana wieder sehr sympathisch macht.ich verstehe das so:
zum einen ist es eine ausrichtung, die kein wesen ausschließt. da heißt es dann eben nicht: "die/der passt mir nicht, darum kümmere ich mich nicht."
ende des dualistischen denkens und einteilens.
das ist eine riesenaufgabe für die meisten von uns.
zum anderen ist da das wissen der untrennbarkeit. niemand ist eine insel, keiner kann sich befreien ohne die anderen. indras netz. so wie wir karmisch miteinander verbunden sind, sind wir es auch in der befreiung. wir wissen nur den den lehren des buddha, weil unzählige menschen in vielen generationen daran beteiligt waren, sie zu übertragen und zu verwirklichen. nix also mit "ich allein".
dann sollen wir nicht aufhören mit dem streben, nur weil wir meinen, dass wir selbst jetzt befreit seinen und die leute um uns herum auch. das wäre ohnehin ein selbstbetrug und wir stünden wieder ganz am anfang.
dann geht es um mich und die unzähligen male, in denen ich wieder entstehe, jeden moment des ich-denkens entsteht ein neues wesen. und um die befreiung jedes dieser wesen soll ich mich bemühen.
für diejenigen, die an die wiedergeburt glauben (ihr wisst, was ich meine), ist das über das aktuelle leben hinaus die ausrichtung für die nächsten leben. ich glaube nicht an diese form der wiedergeburt, dennoch soll mein streben über meinen tod hinaus wirken.
aber mal ne frage:
wär dir der mahayana ansonsten unsympatisch?
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das ist ein recht dualistisches denken.
und wo bleibt das mitgefühl?
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ich habe das im laufe der jahre schon desöfteren geschrieben. aber gerne noch einmal:
so habe ich es gelernt, und wer möchte, kann so was bei tulku urgyen trinley nachlesen [lz]
Wie es ist: Band 1; Essenz von Dzogchen und Mahamudra[/lz]
es geht nicht um die dichotomie theravada vs. mahayana, sondern um hinayana vs. mahayana.
also: das thema sind nicht zwei traditionslinien, sondern zwei geisteshaltungen.
ganz schwierig, weil die ganzen begriffe durcheinander gebraucht werden. man muss das auseinanderklamüsern und den jeweiligen kontext beachten, in dem die begriffe verwendet werden.
im tibetischen buddh. wird das so unterschieden:
hinayana ist die geisteshaltung, die auf die eigene befreiung zielt.
zu dieser geisteshaltung gehören studium, meditation, zuflucht.
mahayana ist die geisteshaltung, die alle wesen in die befreiung mit einbezieht.
keine der beiden geisteshaltungen ist besser oder schlechter.
beide sind unabdingbar und miteinander verwoben.
jede buddh. form aus dem vajrayana umfasst beide geisteshaltungen.
jede geisteshaltung muss gleichwertig praktiziert werden.
egal, welche geisteshaltung anfangs im vordergrund der praxis steht, am ende ist das resultat grenzenloses mitgefühl (und weisheit).
(das habe ich von meinem lehrer kenchog gyaltsen rinpoche)
sollte der theravada klassisch zuerst die hinayana-praxis im vordergrund haben, so wäre auch hier das resultat grenzenloses mitgefühl. weil richtige praxis immer darauf hinausläuft. und weisheit natürlich.
das resultat ist immer dasselbe.
alle richtungen sind gleichwertig.
ergo gibt es keinen grund sich darüber in die wolle zu kriegen.
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Ich glaube da gibt es zwei Seiten der Ablehnung des Thetavada:
Die neuere ist keine inhaltliche Kritik sondern eher eine Ablehnung der vetkrusteten Strukturen der Religion in den Theravadaländern sowie Berichte von desinteressierten Bikkhus oder solchen die grausam und korrupt sein sollen und der Bevölkerung die sie dennoch so gottgleich verehrt.
Die alte ist eben die die von streitsüchtigen Mahayana Anhängern seit Jahrhunderten betrieben wird um sich selbst zu profilieren, wie es das in allen Religionen gibt und gab, man denke nur daran wie Katholiken und Protestanten früher verfeindet waren. Da gab es kein Interesse am sachlichen Diskurs.
du blendest den elefanten im zimmer aus und kommst dann zu deinen schlüssen.
der elefant:
auch innerhalb des mahayana werden desinteressierte ordinierte und fehlegehende lehrer heftig kritisiert.
wenn du im forum mal nachliest, handelt jeder gefühlte dritte thread von einem lehrer des mahayana, dem missbrauch, amtsanmaßung, bereicherung usw. vorgeworfen wird, und der vorwurf kommt von mahayanis.
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mag sein, dass ich unter einer wahrnehmungsstörung leide, aber ich habe in den ganzen post keine aggressionen und angriffe herauslesen können, bis dann auf einmal das jemand den kommentatoren vorgeworfen hatte.
da war auch nirgendwo mara am werk, sondern der austausch über die eigenen essgewohnheiten und was geht und was nicht geht, was für sinnvoll erachtet wird und was nicht. ganz nach den kalamern.
ich vermag keinen sinn darin zu erkennen, die ordensregeln nicht unter die lupe zu nehmen und ihre sinnhaftigkeit, ihre aktualität, ihre regionale verortung, ihren historischen und gesellschaftlichen hintergrund usw. zu untersuchen. sogar für hausleute sollte das kein tabu sein. haben doch die zeitgenossen des stifters sicher damals schon gemacht. so was hilft einem nicht nur selbst in der privaten praxis, sondern immunisiert gegen leute in roben, die nur so tun als ob.
die frage für mich ist immer: geht es nur um regeln oder haben die auch einen sinn? wie kann ich heute, in meinem lebensumfeld, mit meinen bedingungen, aus dem sich mir erschließenden sinn, das für mich machbare herauspicken?
ich picke heraus:
mäßigung
bescheidenheit
dankbarkeit für das gegebene (und zwar allen wesen gegenüber)
zufriedenheit
wertschätzung
achtsamkeit auch gegenüber den körperlichen bedürfnissen
gemeinschaftssinn
rhythmus
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Ich finde gerade die Betrachtung in dem grossem Zusammenhang zu anderen Nahrungsarten & -aufnahmen hilfreich. Es gibt auch einen heilsamen & achtsamen Umgang mit der körpererhaltenden & bildenden Nahrung.
Geschmacksempfinden ändert sich, glaube ich, so stark, dass jemand der 2 Wochen hungern muss, sehr viel mehr "geniessen" kann als ein anderer, der nicht so hungern musste.
ich habe früher jedes jahr zwei wochen gefastet.
es ist wirklich so. fastenbrechen ging dann z.b. mit einer scheibe knäckebrot. ich benötigte ewig um dieses aufzuessen. der geschmack, der sich in meinem mund entfaltet, war vielfältig. und dann die dankbarkeit darüber, eine scheibe knäckebrot essen zu dürfen.
ich vergesse auch nie die erfahrung, als ich mal nach einer op, nach der ich unter extremen durst litt, versehentlich lange nichts zu trinken bekam (damals gab man nicht so viel infusionen, die das hätten kompensieren können) und nicht einmal den mund feucht machen durfte, einen schluck kamillentee zum auspülen bekam. allein die zunge in feuchtigkeit tauchen zu dürfen! ich vergesse nie mehr, was durst wirklich bedeutet.
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essen sollte auch schmecken, weil das wichtig ist für die bekömmlichkeit. genau dafür haben wir die geschmacksnerven, sie schützen uns und helfen bei der auswahl der nahrung, die ungiftig und gesund ist
[/lz]Das Geschmacksempfinden entsteht in Abhängigkeit auch von den Sinnesorganen und kann auch ziemlich "gestört" sein. Man kann sich ein ungesundes Geschmacksempfinden auch angewöhnen.
Geradezu giftig ist ja zB der Zucker. Unsere Gesellschaft konsumiert den in Massen. Gestörtes Geschmacksempfinden.
das ist richtig. wobei das verlangen nach süßem angeboren ist. weil süße bedeutet kohlehydrate, und die sind überlebenswichtig. kohlehydrate werden bereits im mund aufgespalten und schmecken süß. das signaliert uns: iss das! hier ist energie drin!
die milch ist süß, also das erste nahrungsmittel überhaupt. die künstlichen zuckerzugaben machen süchtig.
um so eine störung wieder aufzulösen, isst man über eine längere zeit möglichst unverarbeitete und unvermischte lebensmittel. achtsam und gut kauen. das trainiert die geschmacksnerven und bringt die übersteigerte insulinproduktion wieder ins gleichgewicht.
wenn man die geschmacksnerven wieder sensibilisiert hat, dann kann man nicht viel milchschokolade verdrücken. selbst ein stück erscheint einem schon viel zu süß. ein einfacher apfel wird hingegen zur sensation und man ist nach dem genuss gesättigt. das verlangen nach stark verabeiteter nahrung nimmt ab, und statt gier nach mehr, tritt gesättigtsein und zufriedenheit mit wenig ein.