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  1. Buddhaland Forum
  2. Doris

Beiträge von Doris

  • Verzehr von Fleisch aus Supermarkt moralischer als selber jagen?

    • Doris
    • 20. Januar 2019 um 11:14
    kilaya:
    Doris:

    Mich interessiert ihr Leid, so wie es für sie ist. Und da sehe ich Abwehrmaßnahmen, Eingehen, Rückzug, verfrühtes Blühen usw.

    Wenn ich Dir ein einfaches Computerprogramm schreibe, das all diese Reaktionen auf Reize zeigen kann, nimmt Du dann auch an, dass der Computer bzw. das Programm Leid empfinden kann?

    Da gab es ja mal diese "Tamagotchis" - da lebte ein kleines "Wesen" das Hunger signalisiert hat, geschlafen hat, gute oder schlechte Laune zeigte, und vom Besitzer richtig behandelt werden musste, damit es sich gut entwickelt und nicht stirbt. Keine KI, simple Programmzeilen mit ein paar Zufallsgeneratoren, auf dem Rechenlevel einer digitalen Armbanduhr aus den 90ern. Leid?

    Du weißt, dass es bereits eine Debatte um KI gibt.

    Ein Tamagotchi ist sicher noch keine KI. Eine Pflanze ist kein Tamagotchi.


    [lz]

    Gut, ein Koan ist keine Wissenschaft sondern hat andere Zwecke. Aber logisch betrachtet könnte man sagen, dass eben "hören" etwas anderes ist, als "auf Schallwellen reagieren".[/lz]

    Warum?

    Höre ich einen großen Krach, dann zucke ich automatisch und reflexartig zusammen. Da wird kein Denkprogramm vorgeschaltet. Da ist lebenswichtig, dass es so reflexartig geht.

  • Verzehr von Fleisch aus Supermarkt moralischer als selber jagen?

    • Doris
    • 20. Januar 2019 um 10:57
    Markus:

    Trotzdem: Wenn es darum geht wie ich mich ernähre stelle ich mir die Frage, wie sehr ein Lebewesen leiden muss weil ich es - oder ein daraus hergestelltes Produkte - esse. Auch wenn manche Pflanzen auf ihre Art und Weise sehen/hören/fühlen können (die wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema sind äußerst interessant) ist es höchst unwahrscheinlich, dass sie auch Leid empfinden können. Als Laie mag sich diese Schlussfolgerung logisch anhören ("Na, wenn die auf so vieles reagieren können, müssen sie ja auch Leid empfinden können!"), tatsächlich ist das aber sehr weit hergeholt.

    Leid im Sinne des Buddhismus interessiert mich nicht im Bezug auf andere Wesen. Das Konzept ist für sie irrelevant, es entspringt dem menschlichen diskursiven Denken und Erleben. Wir sind nicht das Zentrum der Welt.

    Wir haben schlicht keine Ahnung, wie es ist eine Pflanze zu sein. Aber wenn wir unser Nichtgetrenntsein (nicht nur im Sinn der buddhistischen Psychologie) erkennen, dann können wir auch Mitgefühl mit Pflanzen entwickeln.

    Mich interessiert ihr Leid, so wie es für sie ist. Und da sehe ich Abwehrmaßnahmen, Eingehen, Rückzug, verfrühtes Blühen usw.

    Im Grunde machen wir komplexer aufgebaute Wesen auch nichts anderes.

  • Verzehr von Fleisch aus Supermarkt moralischer als selber jagen?

    • Doris
    • 20. Januar 2019 um 10:48
    kilaya:

    Nicht wirklich, denn zum Klang gehören immer zwei Seiten, die Schallwelle allein macht noch keinen Klang. Erst wenn dieser Klang auf einen Körper trifft und diesen zum Schwingen bringt, und dann Nervenimpulse das weiterleiten, und aus dieser Information Klang erzeugt wird, kann man von einem Ton reden.

    Die Pflanzen können diese Schallwellen wahrnehmen und als Information weiterverarbeiten. Daraufhin beginnen sie mit der verstärkten Produktion von Nektar, um die Bienen stärker anzulocken. Wahrscheinlich werden sie den Schall anders wahrnehmen wie wir, aber das tut schon ein tauber Mensch und andere Tiere auch, z.B. die Fähigkeit Ultraschall wahrzunehmen bei Fledermäusen.

    Zum Koan: Ist gerade keine Doris da, die den Baum umfallen hört und weshalb es den umfallenden Baum für sie nicht gibt, so sind da unzählige andere Wesen, die die Schallwellen wahrnehmen und auf sie reagieren.

  • Verzehr von Fleisch aus Supermarkt moralischer als selber jagen?

    • Doris
    • 20. Januar 2019 um 09:31

    Wir wissen nicht, wie Pflanzen empfinden. Wir können nur beobachten und unsere Schlüsse ziehen, die wir in einer Weise machen, die uns als Tiere, als Primaten möglich sind. Kein Nervensystem zu haben, das dem der Tiere gleicht (die Unterscheidung Tier–Pflanze entspringt dem menschlichen Denken), bedeutet nicht, dass Pflanzen nicht leiden können. Sie tun das womöglich anders als wir es tun.

    Letztens las ich einen kleinen Artikel darüber, dass Pflanzen hören können und die Produktion des Blütennektars steigern, wenn sie das Brummen von Bienen hören (man muss dann wohl von "Hören" sprechen, denn sie registrieren die Schallwellen – was wiederum das Koan vom Umfallen eines Baumes im Wald doch ein wenig aushebelt :grinsen: ).

    Wenn man mehr Verbindung zu den Mitwesen, zum Leben bekommt, dann steigt auch die Beziehung zu den Pflanzen. Sie wird sogar eine persönliche. Gärtner haben sie, Kinder haben sie häufiger, und ganz gewiss ist diese in den Naturreligionen üblich. Bei mir selbst merke ich das und wie schwer es mir fällt, manche Pflanzen im Garten herauszuziehen. Vor einem Fenster wächst eine große alte Esche. Sie begleitet mich schon fast mein ganzes Leben. Sie ist das erste, das ich morgens sehe und das letzte am Abend. Für mich ist sie kein Irgendwas, sie ist ein lebendiges Wesen, ein Gegenüber mit einer Persönlichkeit – wenngleich mir diese im Dunkeln bleibt, so weiß ich um sie.

    Wenn man alle Lebewesen auf der Erde als eine Einheit in Vielfalt betrachtet, das nicht anders ist als der "einzelne" Organismus "Ich", dann verabschiedet man sich von der Idee, dass es hier irgendwas geben könnte, das "nur" dies oder das sei. Auch ich bin ein Planet mit Billionen von Wesen in mir und auf mir. Wir zusammen bilden "Doris". Jedes Einzelwesen ist unverzichtbar, individuell und einmalig.

    Als Fazit bleibt dann nur die Achtung vor jedem einzigen Wesen, unabhängig davon wie wir es kategorisieren. Natürlich kann das ein Dilemma darstellen, denn wir müssen essen. Aber wenn man das Leben als einen Prozess von Werden und Vergehen versteht, einer gegenseitigen Abhängigkeit ohne Trennung, dann löst sich das Dilemma auf. Man geht mit allen Wesen, mit der ganzen Erde so schonend wie nur möglich um, das betrifft auch Pflanzen, Pilze, Bakterien, die Erdkrume … und sogar Steine.

  • Vorstellbarer Zustand

    • Doris
    • 8. Januar 2019 um 13:29

    Offensichtlich hat Kornfield aber was anderes gemeint als das, was mir eingefallen ist.

    Oder was meinst Du mit Deiner Bemerkung?

  • Vorstellbarer Zustand

    • Doris
    • 8. Januar 2019 um 12:54

    Ahhh!

    Danke für den Text.

  • Vorstellbarer Zustand

    • Doris
    • 8. Januar 2019 um 12:47
    Schneelöwin:
    Grashuepfer:

    Jack Kornfield sagte mal so schelmisch: "Loslassen heißt, jede Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit aufzugeben"

    wie kann man denn auf eine bessere Vergangenheit hin "hoffen"?

    Hoffnung betrifft doch eigentlich nur die Zukunft - ich stehe wohl mal wieder auf dem Schlauch - :silent::tee:

    Liebe Grüßilies von Schneelöwin

    Was Jack Kornfield damit gemeint hat, weiß ich nicht.

    Mir fällt dabei folgendes ein:

    Die Bewertung in "gut" und "schlecht" fällt immer im Nachhinein. Das kann ein winziger Moment später sein. Jedenfalls erlebe ich das nie als Gegenwart. Die Gegenwart ist immer Sein, das Bewertete ist immer Teil der Vergangenheit. Wenn da also Hoffnung auf was "Besseres" ist, dann bedeutet das, dass man Dinge erleben möchte, die man im Anschluss als "besser" bewerten kann.

    Im Gegensatz dazu kann jeder Moment als "gut" erachtet werden, weil er ist wie er ist. Dann ist das Leben in der Gegenwart, man nimmt alles so an wie es kommt.

  • Bin ich reifs fürs Kloster

    • Doris
    • 8. Januar 2019 um 09:47

    Aber genau das habe ich doch gemacht.

    Es war dann klar, dass Fred bereits in therapeutischer Behandlung ist. Auch über die Möglichkeit einer Medikation habe ich geschrieben. Gerade weil Erkrankte oftmals Angst vor Medikamenten haben oder sich deswegen schämen.

  • Bin ich reifs fürs Kloster

    • Doris
    • 8. Januar 2019 um 08:49

    Hallo void,

    ich habe nicht als Therapeutin geschrieben, sondern als Betroffene.

    Was ich beschrieben habe, sind alles Selbsthilfemaßnahmen, die die Resillienz und Heilung fördern und diese Dinge gehören zu den Standardempfehlungen, auch wenn ich selbst das instinktiv so gemacht habe, und daher aus eigener Erfahrung berichte. Das ist nichts, was nicht jeder hier innerhalb von einer halben Minute nachgoogeln könnte, z.B. ::: Selbsthilfe bei Depressionen durch gute Ernährung, Schlaf, Bewegung und gezielte Veränderungen.

    Wenn man diese Maßnahmen betrachtet, so stehen sie wohl nicht für ein Leben in einem buddhistischen Kloster. Dort wird in der Regel dem Körper möglichst wenig Aufmerksamkeit geschenkt, wenig für das Wohlbefinden gemacht, das Umstyling macht nicht gerade attraktiver und getanzt wird auch nicht, und wenn man bedenkt, was bel über das Essen in Antaji schrieb … Im Grunde soll dort dem Körper und den Emotionen und dem Ego nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das ist bei Depressionen aber kontraproduktiv. Das einzige, das von Nutzen sein könnte, ist der feste Rahmen im Tagesablauf.

    Diesen Kontrast habe ich herausgearbeitet. Ich bin kein Mensch, der ein solches Anliegen mal so nebenbei abwiegelt. Und ich möchte immer ein Stück Hoffnung und Perspektive mit geben: Ein Nein ist nicht vernichtend, sondern stets auch ein Ja für eine andere Richtung.

    Mir war es wichtig, es auf diese Weise zu machen, weil ich das Anliegen und auch die Bedenken von Fred nicht als unreif erachte, sondern als die Suche nach einem geschützten Raum für die Heilung. Für jemanden in einer kleinen Lebenskrise mag ein Kloster ein guter Ort sein, um zu sich zu kommen und sich neu zu orientieren, aber ich bezweifle, dass es sich für jemanden mit Depressionen und suizidalen Gedanken eignet. Das ist eben keine therapeutische Einrichtung und die Bewohner und Chefs sind keine Therapeuten, sondern nur Leute, die in einer gemeinsamen Umgebung meditieren und zusammenleben.

    Im übrigen finde ich es Scheiße, dass ich mich hier zu einer Rechtfertigung gezwungen sehe, auch wenn ich Deine Bedenken verstehen kann.

    Liebe Grüße

    Doris

  • Bin ich reifs fürs Kloster

    • Doris
    • 7. Januar 2019 um 18:29

    Hallo Fred,

    der Tod ist nichts Schlimmes. Natürlich ist auch diesen Weg wählbar. Nur … man wird dann nie erfahren, ob man nicht doch eine andere Möglichkeit gefunden hätte. Ich schreibe das, weil dieser Gedanke mir in meinen schweren Zeiten geholfen hat. Wenn alles ohnehin egal ist, warum nicht dann kämpfen bis zum letzten Atemzug? Warum sich diese Chance entgehen lassen?

    Weiß Dein Therapeut um Deine Gedanken? Falls nicht, dann wäre es wichtig, es ihm mitzuteilen. Eventuell können Medikamente die Qual ein wenig lindern.

    Es gibt noch Methoden, die Du selbst machen kannst, um einer Depression entgegenzuwirken. Mir hat es geholfen.

    Das eine ist eine gesunde, vitaminreiche Kost mit viel Obst und Gemüse. Viele Nüsse essen, z.B. Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln. Das Gehirn benötigt das. Wenig Fleisch. Nahrung ist wirklich wichtig für die Stimmung. Kein Alk, keine Gifte!

    Dann mache regelmäßig Ausdauersport. Walken, Joggen, Schwimmen, Langlauf … Und bewege Dich viel und oft in der Natur, vor allem im Wald. Geh in die Sonne.

    Pflege Deinen Körper regelmäßig und creme Dich mit etwas ein, dessen Duft Du sehr magst. Geh zum Friseur, kauf eine neue Brille, kaufe Dir was Schönes zum Anziehen, mache ein Umstyling. Lass Dich massieren. Das wirkt von außen nach innen.

    Tanze. Wenn nicht mit anderen, dann für Dich alleine zu einer Musik, die Du magst. Schwinge mit ihr mit und lass Dich tragen.

    Gönne Dir jeden Tag mindestes eine Sache, die Du magst, Dir gut tut, Dir Freude macht. Egal wie mies Du Dich gerade fühlst.

    Beschäftige Dich mit Tieren. Vielleicht kannst Du einen Hund (falls Du selbst keinen hast) eines Nachbarn oder Bekannten regelmäßig ausführen oder sonst irgendwie regelmäßig mit Tieren zusammensein. Im Umgang mit Tieren werden Hormone produziert, die uns glücklich machen. Und die Tiere ebenso. Du bekommst sofort unmittelbares Feedback von Tieren.

    Was mir sehr geholfen hat, war das regelmäßige Aufsagen meiner Positivliste. Manchmal habe ich das stundenlang machen müssen, vor allem am Anfang. Aber allmählich genügte der Vorsatz es zu tun, um meinen Blick von der negativen Seite auf die positive zu lenken.

    Einen Positivliste kann man auch machen, indem man jeden Tag aufschreibt, was man alles gemacht hat. Ich weiß, dass es für Menschen, die nie in so einem Loch saßen komisch klingt, aber mit einer Depri ist es ein Erfolg, wenn man morgens aufsteht, sich wäscht und seiner Pflicht nachgeht, das Klo putzt, einen wichtigen Anruf erledigt, einkauft usw. Statt sich ständig vorzuwerfen, was man alles nicht schafft, kann man sich aufzeigen, was man alles schafft, trotz der emotionalen Lag: Blickrichtung ändern.

    Auch das ist eine Form der Meditation.

    Den Job kannst Du natürlich nicht einfach so schmeißen. Es ist gut, dass Du Arbeit hast. Aber da sie Dich nicht beansprucht, musst Du dieses Bedürfnis irgendwie anders befriedigen. Vielleicht lernst Du eine neue Fremdsprache? Oder machst einen Fernkurs, der nicht lange dauert, damit Du schnell ein Ergebnis erzielen kannst? Oder ein Wochenendseminar? Also keine großen jahrelangen Projekte in Angriff nehmen, sondern kleine, überschaubare.

    Insgesamt gesprochen, jeden Tag in Angriff nehmen, von Tag zu Tag.

    Jedenfalls geht es darum, das was an Kraft bei Dir da ist zu aktivieren und zu fördern. Und Kraft ist da, denn sonst würdest Du Deine Situation nicht aushalten können. Du hast bereits einiges ertragen, und das ist eine große Leistung. Depression ist Aggression, die gegen sich selbst gerichtet ist. Also ein sehr kraftvoller Prozess. Ich habe mir gesagt: Wenn da in mir Kraft ist mich zu zerstören, dann könnte ich diese Kraft dazu umlenken, mir zu nutzen. Allein schon in diesem vermeintlich kraftlosen Zustand zu wissen, dass Kraft da ist, hat mir ein wenig geholfen.

    Den Gedanken mit der Regelmäßigkeit, die in einem Kloster normal ist, finde ich gut. Geregelte Abläufe tun gut, sie holen einen aus dem Bett, zwingen einen dazu das Nötige zu tun …. Diesen Rahmen kannst Du Dir auch so schaffen.

    Damit wirst Du keinen neuen Job bekommen und keine neuen Freunde, aber es ändert die Sichtweise, beeinflusst die Stimmung positiv und gibt Dir vielleicht die Kraft durch Deinen Tunnel durchzugehen. Wenn der Blick nicht mehr so sehr ins Schwarze geht, dann geraten auch die Dinge ins Blickfeld, die neue Chancen eröffnen.

    Das Zauberwort heißt "Geduld". Davon wünsche ich Dir ganz viel.

    Liebe Grüße

    Doris

  • Bin ich reifs fürs Kloster

    • Doris
    • 7. Januar 2019 um 11:23

    Hallo Fred,

    an Deiner Stelle würde ich erst mal versuchen, wieder im Alltag klarzukommen und herausfinden, in welche Richtung Dein Leben gehen soll, bzw. warum Du Entscheidungen triffst, die Dich derart runterziehen. Da Du über Selbstmord nachdenkst, halte ich es für dringend angebracht, Dich an eine Beratungsstelle zu wenden, die Dir dabei weiterhilft eine geeignete Therapie für Dich zu finden. Meiner Meinung nach, solltest Du erst mal stabilisiert werden. Eventuell kommt auch eine stationäre Behandlung in Frage. Das, so denke ich, hat oberste Priorität. Ich glaube nämlich nicht, dass es Dir in einem Kloster besser gehen wird. Eher schlechter.

    ich kann mir vorstellen, dass Du Dir auf Dauer einen anderen Job suchen wirst, einer der Deinen Fähigkeiten besser entspricht, und der Dich mehr herausfordert. Unterfordert sein ist ebenso schädlich auf Dauer wie überfordert. Manche meinen, Unterforderung sei das Schlimmere. So was drückt einen nieder und das wirkt sich dann auf den Rest des Leben aus. Das Selbstwertgefühl kann erheblich darunter leiden.

    Die Widerstände seitens Deiner Familie müssen gar nicht als Unterdrückung gemeint sein, vielleicht ist ihnen nur klarer als Dir, dass ein Klosteraufenthalt nicht die Lösung sein wird. Es wäre also interessant zu erfahren, warum sie Dir in diesem Wunsch Widerstand entgegenbringen.

    Da ist auch ein Punkt, den Du in einer Therapie klären solltest.

    Auch, warum Du Dich isoliert hast. Es ist normal, dass sich Freundschaften verlaufen. Aber ich finde es bedenklich, wenn man dann keine neuen Freundschaften schließt und meine, das ist eine wichtige Frage.

    Alles Gute

    Doris

  • Blockade am Hals

    • Doris
    • 4. Januar 2019 um 20:17

    Nun, ich meine, so lange Du niemanden schlägst, absichtlich beleidigst, unnötig belagerst und belästigst, oder ähnliches, brauchst Du Dich darum nicht so zu kümmern.

    Ich erzähl Dir mal was aus meinem Leben:

    Meine Mutter war eine sehr impulsive Frau. Impulsiv im Sinne von herzlich und überschwänglich. Sie liebte alle und zeigte das ungeniert. Auch fasste sie Menschen einfach an, um ihnen ihre Zuneigung zu zeigen. Dass mir das unangenehm war, konnte sie überhaupt nicht verstehen. Natürlich gab es manchmal auch Leute, die von ihrer Art ganz perplex waren. Aber das waren sehr wenige, sie war ungeheuer beliebt. Ich dachte aber, dass alle so empfinden müssten wie ich. Daher war ich immer zurückhaltend, fasste Menschen nicht an, war recht unspontan. Und genierte mich immer fürchterlich für meine Mutter. Aber eines Tages muss irgendein Türchen in meinem Herzen offen geblieben sein. Wir waren zusammen beim Einkaufen und es begegneten uns einige Bekannte und meine Mutter hat wieder ihre ganze Zuneigung verschenkt, wie immer. Und da sah ich mit einem mal, wie sehr die Menschen die Zuneigung meiner Mutter erwiderten und wie sie sich über ihre Herzlichkeit freuten. Es war ihnen beileibe nicht unangenehm. Von da an betrachtete ich ihre Art mit anderen Augen. Und es geschah etwas mit mir: Ich fing unwillkürlich an mich zu öffnen. Seitdem spreche ich unbekannte Leute an z.B. beim Einkaufen, plaudere mit fremden Kindern, umarme jeden, von dem ich denke, es könnte ihm gefallen … Ich habe keine Angst mehr vor Menschen und davor, ihnen meine Gefühle (in gewissen Grenzen) zu zeigen. Da ist ein Knoten geplatzt.

    Es sind die Vorstellungen, die uns oftmals daran hindern, zu leben und frei miteinander umzugehen. Manchmal werden wir verletzt, wenn wir unsere Gefühle zeigen, manchmal verletzen wir. Aber wir sind von Natur aus dafür geschaffen, das überleben zu können.

  • Blockade am Hals

    • Doris
    • 4. Januar 2019 um 18:53

    Was würde denn passieren, wenn das Gefühl ungefiltert rauskäme?

  • Blockade am Hals

    • Doris
    • 4. Januar 2019 um 17:01

    Ja. "Schrei vor Glück!"

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    Ich kann mir nur vorstellen, dass Du Angst hast, Deine Emotionen zu äußern. Sei es aus Scham, Gefühl jemanden zu verraten, was Schlimmes auszulösen (also magisches Denken), auf Ablehnung zu stossen …
    Da kann einem der Buddhismus mit seiner Einstellung zu Emotionen schon mal ganz gelegen kommen. Weil Manche Emotionen als Pfui, Bäh verstehen und Mediation dazu missbrauchen, diese ganz einzudampfen. Oder sich davon erhoffen, dass diese in einer vorgestellten geläuterten und reinen Form verwandelt werden könnten. Funktioniert nur nicht wie gewünscht.

    Könnte es sein, dass Dein Kloß so ein kleiner Dreckskerl ist? Einen, den Du schon gerne rauslassen würdest, aber bitte, einfach so rauskullern und in Deine Vorstellungssuppe fallen darf er aber nicht? Ein edles Markklößchen oder gar aus Kalbsbries soll es schon werden. Weiß und zierlich und mit makellosen Rundungen? *


    *Ich mach mich nicht über Dich lustig. Ich denke immer in Bildern, die fallen dann manchmal so aus.

  • Blockade am Hals

    • Doris
    • 4. Januar 2019 um 16:33

    Verstehe ich das richtig? Den Kloß empfindest Du wie ein Stopfen, der spürbar wird, wenn eine Emotion aufkommt, und Du möchtest diese Emotion eigentlich unten halten? Um es mit einem Bild zu sagen: Er hält Dir das Maul zu, damit Du nicht schreien kannst?

  • Blockade am Hals

    • Doris
    • 4. Januar 2019 um 16:07

    Seit wann hast Du das denn? Kannst Du das irgendwie für Dich zeitlich und in ein Ereignis, eine Lebensphase einordnen?

  • Blockade am Hals

    • Doris
    • 4. Januar 2019 um 15:49

    Offensichtlich ist das nichts Gefährliches.

    Könntest Du es nicht als Indikator sehen dafür, dass jetzt eine Emotion entstanden ist?

    Andere Menschen haben viel Mühe damit, das Aufkommen von Emotionen zu erkennen. Da hast es Du doch leichter.

    Für die Übung ist das eigentlich prima.

    Wenn Du es als Geschenk betrachtest, dann kannst Du entspannt dem Kloß entgegensehen. Manchmal muss man nur die Perspektive ändern.

    Ich würde es nicht so sehr als "nicht frei fließen" betrachten. Es fließt doch. Deine Emotionen entstehen doch. Ziemlich deutlich sogar. Sie sind bei Dir halt nur mit einem körperlichen Gefühl gekoppelt, dass Dir dann den direkten Blick auf diese Emotion verstellt. Der Kloß schiebt sich halt vor: "Hallo! Erst komme ich!" Dann gib ihm doch die Aufmerksamkeit, die er möchte, also seine Soße: "Hallo Knödel! Auch wieder im Lande?". Knödel mit Soße lassen sich besser schlucken.

  • Blockade am Hals

    • Doris
    • 4. Januar 2019 um 15:08

    Du meinst "psychosomatisch"?

  • Blockade am Hals

    • Doris
    • 4. Januar 2019 um 14:24

    Unter Stress kann die Muskulatur verkrampfen, nicht nur die Muskeln des Bewegungsapparates. Auch die Atemmuskulatur.

    Auch die Bronchien können dann nicht mehr richtig funktionieren und verkrampfen. Das nennt man Asthma. Asthma kann von Allergenen und Feinstaub ausgelöst werden, aber auch durch Anstrengung und emotionale Belastung. Letzteres wissen viele nicht und schieben die Beschwerden auf Stress. Dieser ist aber nur Auslöser, nicht die Ursache.

    Daher sollte Dich Dein erster Weg zu einem Arzt führen, um abklären zu lassen, ob ein organisches Problem vorliegt.

    Der Hausarzt oder Internist sollte mal draufschauen.

    Die Schilddrüse könnte vergrößert sein.
    Die Ursache könnte auch ein Reflux sein.

    Ein HNO-Arzt kann nachschauen, ob in Deinem Schlund irgendwas ist, was da nicht hingehört oder falsch funktioniert. Auch der Kehlkopf kann bei Stress verkrampfen.

    Der Lungenfacharzt kann Dich auf Asthma oder eine sonstige Funktionsstörung der Atmungsorgane überprüfen. Dazu genügt nicht die Lungenfunktionsprüfung, die der Hausarzt machen kann, sondern es sind gründlichere Untersuchungen nötig, die nur der Facharzt vornehmen kann.

    Fast vergessen: Die Halswirbelsäule. Könnte eine Fehlhaltung sein.

    Ob da jetzt was gefunden wird oder nicht, Du kannst auf alle Fälle eine Atemschulung machen. Eventuell zahlt das auch die Krankenkasse. Frag dann die Ärzte wegen einer Überweisung.

    Mit der richtigen Atmung kann in jede Stresssituation beruhigend eingegriffen werden.

    Yoga soll auch helfen. Entspannungstechniken.

    Trockene Heizungsluft ist zu meiden.
    Auch Ausdauersport mit korrekter Atemtechnik hilft. Eventuell wäre eine psychotherapeutische Begleitung angebracht.

  • Blockade am Hals

    • Doris
    • 4. Januar 2019 um 12:11

    Was verstehst Du unter "Blockade im Hals"?

    Nackensteife? Schluckbeschwerden? …

  • Sakrileg im Buddhismus (am Beispiel eines Weihnachtsgeschenks)

    • Doris
    • 3. Januar 2019 um 09:34
    User19823:

    Könnt ihr beiden mal mit eurem Privatkrieg aufhören? Und zwar jetzt und sofort?

    Kloppt euch privat so viel wie ihr wollt, aber hier im Forum habe ich keine Böcke darauf!

    Da kann man auf den Gedanken kommen, dass so ein Buddha als Türstopper doch nicht so dämlich ist. So manche Dinge sollten einfach nicht über die Schwelle der Gedanken hinauskommen können.

    :?

  • Achtsamer Umgang mit Emotionen und Gefühlen

    • Doris
    • 30. Dezember 2018 um 19:38
    Bewusst-Sein:

    Wenn ich bspw. spüre das Trauer in mir ist und ich diese akzeptiere und dann loslasse im Sinne von Konzentration auf die Sinne oder das Äußere im Hier und Jetzt, ist das Weglaufen vor der Empfindung oder okay?

    Wenn ich traurig bin, dann ist das einfach so. Ich mache da gar nichts, weil ich das in der Situation erstens gar nicht will und zweitens dann noch trauriger werde. Vielleicht hat das was damit zu tun, dass ich der Traurigkeit dann umso mehr Aufmerksamkeit schenke, sie irgendwie verdingliche und sie zu einer festen Entität umgestalte. Das wird dann zu einem Hineinsteigern. Super Hollywood-Schmonzette, die ich dann zustandebringe!

    In der Regel ist es ja so, dass ich eine depressive Anwandlung bekomme, die mir früher wie ein Geschwür anhing und vor sich hin eiterte, heute aber im Laufe des Tages verlischt, so dass ich sie vollkommen vergesse.

    Ich frage mich schon, woran das liegen könnte.

    Vielleicht sind da heute ganz viele Faktoren da, die eine depressive Anwandlung flankieren und davor schützen, dass sie mich überflutet. Ich habe nicht an den Depressionen, der Trauer usw. gearbeitet, sondern andere Dinge gestärkt.

    Deshalb meine Vermutung: Man muss vielleicht gar nicht an der Emotion arbeiten und kann sie einfach erscheinen lassen. Sie wird in Schönheit sterben und einer anderen Emotion Platz machen.

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    Ablenkung und Flucht sind nicht nötig.

    Das bedeutet nicht, dass es nicht wichtig sein kann Emotionen zu ergründen und zu analysieren. Wann das ist, dafür muss man ein Gefühl entwickeln. Auch wann man was unternehmen und ändern muss. Aber das "Jetzt bin ich traurig! Ogottogott!" braucht man nicht. Das ist der Beginn des Rattenschwanzes, und sei es, dass er heißt Ichbinnochnichterleuchtet. Dann fängt man das Rödeln an, wird nervös und nervöser, weil das böse Ding nicht mehr weg gehen mag.

  • Echte Buddhisten in Asien? Und versteckter Rassismus gegen Europäer?

    • Doris
    • 30. Dezember 2018 um 18:20
    Sanshin:

    Wer sich einfach nur bereichern will der lässt die Leute in sinnlosen Übungen Zeitrausschinden wie Ngöndro, Göttergesängen und anderem wertlosem Quatsch! Dabei geht es 100% nur ums Geld!

    Mit Ngöndro lässt sich kein Geld verdienen.

    Wenn man sich dazu entschlossen hat das zu machen, dann erhält man eine Einweisung. Üben muss man ganz alleine für sich. Geht auch in der Gruppe, klar. Aber dafür muss man nicht zahlen. Selbst wenn man für die Einweisung eine kleine Spende gibt, lässt sich nichts daran verdienen. Manche Leute brauchen für das Ngöndro viele Jahre und haben vielleicht 20 Euronen gespendet. Das genügt für eine große Pizza. Auch ein hochverwirklichter Lama wird davon nicht länger als einen Tag satt.

    Du hast ne ziemlich miese Laune und macht zum Jahresende noch einen Rundumschlag. Wie kommt das?

  • Sakrileg im Buddhismus (am Beispiel eines Weihnachtsgeschenks)

    • Doris
    • 28. Dezember 2018 um 12:29
    Frieden-und-Freude:

    Ich werde übrigens heute Abend nachfragen, wie das Geschenk gemeint war. ;)

    Das war sicher nett gemeint.

    Nur, was steckt dahinter? Welche Vorstellung vom Buddhismus?

    Was ist da passiert?

    Es gibt wohl nur wenige Leute, die einem ein Kreuz zu Weihnachten schenken. Schon gar nicht, wenn sie keine Christen sind. Warum also ist der Buddha ein so übliches Mitbringsel geworden?

  • Sakrileg im Buddhismus (am Beispiel eines Weihnachtsgeschenks)

    • Doris
    • 28. Dezember 2018 um 11:49

    Man muss sich über den Türstopper nicht aufregen. Ist nur ein Ding.

    Ich frage mich immer noch, wie jemand darauf kommt einem Buddhisten zu Weihnachten einen Buddha als Türstopper zu schenken?

    Das ist für mich die eigentlich interessante Frage.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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