Wenn Ihr was ironisch meint, schreibt Ihr es aber dran, oder?
Beiträge von Lirum Larum
-
-
Hallo Grünkern,
Zu Deiner Frage Nr. 2: ich bin auch eine Noch-nicht-ganz-Buddhistin. Das vorweg, um zu klären, von mir kann hier niemand weise fundierte Sprüche über Karma oder Erleuchtung erwarten. Es ist auch, nehme ich mal an, fast unmöglich, so eine schwere Frage zu beantworten, ohne sich der Gefahr auszusetzen, in dümmliches Geschwafel abzugleiten. Was soll man sich anmaßen über das Karma der armen Menschen zu disputieren?
Vielleicht findet ja noch ein anderer Forist eine mitfühlende, erhellende, weise Antwort - ich hab keine.Nur dieses Gedicht aus "Der Himmlische Jagdhund von Francis Thompson fällt mir dazu ein:
Die Stimme, die mich rings umgibt,
Ist wie ein brausend Meer:
"Ist dir die Erde so verleidet,
In Scherben gar zerprungen?
Sieh, alle Dinge fliehen dich,
Wenn du Mich fliehst!
Was ich dir je genommen,
Ich nahm es nicht, um dich zu kränken;
Nur darum, dass du´s suchen sollst in Meinen Armen.
All das, was du, mein Kind,
In deinem Irrtum für verloren glaubst,
Ich hab´es aufbewahrt für dich daheim.
Steh´auf!
Fass´ Meine Hand und komm." -
Mitgefühl ist gut.
Aber man sollte nicht vom Hundertsten ins Tausendste kommen.
Hab auch Mitgefühl mit Deinem Betrieb und Deinen Kollegen, die Dich pünktlich brauchen.Fehlendes Mitgefühl halte ich für ein Grundübel - aber je mehr man über alles nachdenkt, kommt man doch drauf, wie alles in Kreisen und Verschachtelungen einander bedingt. Alles hat seine Zeit und wenn es regnet, bist Du ja nicht schuldig daran.
Als ich früher noch geraucht habe, hab ich die Glut meiner Zigarette (bei der Gartenarbeit) in der Erde ausgedrückt, weil ich sie für einen Sandhaufen hielt. Als ich dabei dann mal einen dicken Regenwurm mit der Glut traf, wurde mir klar, dass dieser Boden ein Lebensraum ist und habe meine Zigaretten in Zukunft gefälligst woanders ausgedrückt.
Also ich will sagen: man kann ja aufpassen, was man tut, aber man kann nicht jegliches Leid auf dieser Welt jetzt sofort mit seinen eigenen Händen verhindern.Wichtig für das Wohlergehen Deiner (meiner) Umgebung ist auch die eigene geistige Gesundheit. Meiner Meinung nach kommt man aus dem Lot, wenn man nur noch eigens mit dem Teelöffel geerntete Mohrrüben isst, weil eine übliche Erntemaschine zu viel Leid erzeugt. So gesehen müsste man zu atmen aufhören. Das verlangt kein Gott und kein Buddha - das ist einfach nur der eigene Geist, der versucht einen durcheinander zu bringen.
Man muss immer schön auf dem Teppich bleiben und gucken, was wichtig und richtig ist und was nicht, finde ich.
-
Ji'un Ken:
Zen-Geschichten (5)
Ein bereits älterer Mönch kam zu einem Zen-Meister und sagte: «Ich habe in meinem Leben eine Vielzahl von spirituellen Lehrern aufgesucht und nach und nach immer mehr Vergnügungen aufgegeben, um meine Begierden zu bekämpfen. Ich habe lange Zeit gefastet, jahrelang mich dem Zölibat unterworfen und mich regelmäßig kasteit. Ich habe alles getan, was von mir verlangt wurde, und ich habe wahrhaft gelitten, doch die Erleuchtung wurde mir nicht zuteil. Ich habe alles aufgegeben, jede Gier, jede Freude, jedes Streben fallengelassen. Was soll ich jetzt noch tun?» Der Meister erwiderte: «Gib das Leiden auf!»
Das erinnert mich an das Zeichen "60. Dsie / Die Beschränkung" aus dem I Ging. Zitat:
Das UrteilBeschränkung. Gelingen.
Bittere Beschränkung darf man nicht beharrlich üben.
Schranken sind bemühend. Aber sie richten etwas aus. Durch Sparsamkeit im gewöhnlichen Leben ist man gerüstet auf Zeiten der Not. Durch Zurückhalten erspart man sich Beschämung. Aber ebenso sind Schranken in der Ordnung der Weltverhältnisse unentbehrlich. Die Natur hat feste Schranken für Sommer und Winter, Tag und Nacht, und durch diese Schranken erhält das Jahr seine Bedeutung. So dient die Sparsamkeit dazu, daß durch feste Schranken in den Ausgaben die Güter erhalten bleiben und die Menschen nicht geschädigt werden.
Nur ist auch in der Beschränkung Maßhalten nötig. Wollte man seiner eigenen Natur allzu bittere Schranken auferlegen, so würde sie darunter leiden. Wollte man die Beschränkung der anderen zu weit treiben, so würden sie sich empören. Darum sind auch in der Beschränkung Schranken nötig.
LG, Jyotsna' -
witjaKarmaDorje:Ji'un Ken:
Selber essen macht dick. Ich empfehle Schwarzsauer.Alles Liebe,
Ji'un KenJi'un Ken,
ich liebe Zen!!!! Wann fragst du mich, wie ich ohne popeln in der Nase bohre?? Wirklich herrlich!!!!!
WitjaKarmaDorjeAaahhh - verstehe! (Oder auch nicht.
)
Ji'un Ken empfiehlt Schwarzsauer, weil das so eklig ist, dass einem das Essen vergeht... Aber weiter komme ich nicht.
Warum soll sparrow denn nicht selber essen? (Ich weiß, ich kenne mich mit Zen nicht aus. Generalentschuldigung!)
Herzlich willkommen, sparrow, von Jyotsna'
-
Habe hier bei Wikipedia ( unter dem Stichwort "Vajrayana") eine schöne, klare Formulierung gefunden:
Yidam [Bearbeiten]
Vajrasattva. Die Praxis von Vajrasattva als Meditationsgottheit wird als besonders wirksam zur Reinigung von negativem Karma angesehen.
Vajrasattva. Die Praxis von Vajrasattva als Meditationsgottheit wird als besonders wirksam zur Reinigung von negativem Karma angesehen.Yidam - Meditations-Gottheiten (vgl. Visualisierung) dürfen im Vajrayâna nicht dem europäischen Kontext gemäß als Schöpfergott/-götter oder vom Praktizierenden unabhängige Wesenheiten missverstanden werden. Sie müssen auch von den Devas (weltlichen Göttern) der indischen Tradition unterschieden werden. Es handelt sich hierbei vielmehr um die Sambhogakaya-Form verwirklichter Wesen. Mit Hilfe von Meditations- und Visualisationspraktiken in Verbindung mit diesen Gottheiten ruft der Praktizierende die ihm innewohnende erleuchtete Natur wach.