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  1. Buddhaland Forum
  2. Geronimo

Beiträge von Geronimo

  • Selbsterhalt & Gewalt, relativer Respekt vor Leben

    • Geronimo
    • 24. Oktober 2014 um 08:02
    Libre:


    "Wie verhält sich ein buddhistischer Mönche wenn er eine geklatsch bekommt bzw. ihm Schaden zugefügt wird?" - Hält er die andere Wange hin?

    Zitat

    A.IV.165 Vier Wege des Verhaltens II - 5. Dutiya-khama Sutta

    Vier Wege des Verhaltens gibt es, ihr Mönche. Welche vier?

    Den Weg der Ungeduld,
    den Weg der Geduld,
    den Weg der Bezähmung und
    den Weg der Stillung.

    Was aber, ihr Mönche, ist der Weg der Ungeduld? Da vermag einer nicht, Hitze und Kälte zu erdulden, Hunger und Durst und die Belästigung durch Bremsen, Stechmücken, Wind, Sonne und Kriechtiere. Unerträglich sind ihm gehässige, unfreundliche Worte, sowie aufgestiegene körperliche Schmerzgefühle, scharfe, stechende, brennende, beschwerliche, unangenehme und lebensgefährliche. Das, ihr Mönche, nennt man den Weg der Ungeduld.

    Was aber, ihr Mönche, ist der Weg der Geduld? Da erträgt einer geduldig Hitze und Kälte, Hunger und Durst und die Belästigung durch Bremsen, Stechmücken, Wind, Sonne und Kriechtiere. Standhaft erträgt er gehässige, unfreundliche Worte sowie aufgestiegene körperliche Schmerzgefühle, scharfe, stechende, brennende, beschwerliche, unangenehme und lebensgefährliche. Das, ihr Mönche, nennt man den Weg der Geduld.

    Was aber, ihr Mönche, ist der Weg der Bezähmung? Erblickt da der Mönch mit dem Auge eine Form . . . (wie in Text 164)

    Was aber, ihr Mönche, ist der Weg der Stillung? Da läßt der Mönch einen aufgestiegenen Gedanken der Sinnenlust nicht Fuß fassen . . . (wie in Text 164)

    Diese vier Wege des Verhaltens gibt es, ihr Mönche.

    Alles anzeigen

    http://www.palikanon.com/angutt/a04_161-170.html

  • Buddhismus und Alkohol + Gesellschaft

    • Geronimo
    • 14. Oktober 2014 um 19:37
    goodlife89:

    Hallo,

    ich finde es sehr schwer zu unterscheiden, ob der Alkohol per se als "schlecht" angesehen wird oder der Zustand, in den man kommt, wenn man zu viel getrunken hat. Einige schrieben hier von alkoholfreien Bier oder Medikamente, wie ist es damit? Ein Malztrunk für Kinder enthält ja schon < 0.5%.

    Ein alkoholfreies Bier macht mich auf jeden Fall schon ein bisschen beschwipst. Das glaubt dir zwar allgemein kaum einer, aber jeder der mal länger nichts getrunken hat wird das bestätigen können.

    Also gilt für mich auch dabei das es mir auf meinem Weg nicht unbedingt weiterhilft.

  • Buddhismus und Alkohol + Gesellschaft

    • Geronimo
    • 12. Oktober 2014 um 19:26
    Sôhei:


    Verstehe nicht, worauf du hinaus willst.
    Weißt du, dass es eine buddhistische Befreiung gibt, oder glaubst du es? Und wenn du es weißt, wodurch? Und wenn die Antwort nur darin besteht, durch die Praxis des Achtfachen Pfades (und nicht weiter belegbar ist), dann ist es halt Glauben.
    Ist ja auch egal.

    Ich merke wie mir jeder Schritt auf dem 8fachen Pfad gut tut. Wie klar mein Geist heute ist, im Gegensatz zu früher. Wie ausgeglichen ich den größten Teil des Tages mittlerweile bin. Wie freundlich sich mein Herz nun anfühlt. Was muss ich denn noch mehr wissen?

    Die Praxis, das Loslassen, ist eine einzige Befreiung. Er wirkt so wie er ist, wenn man ihn nur geht.

  • Buddhismus und Alkohol + Gesellschaft

    • Geronimo
    • 12. Oktober 2014 um 18:36
    Sôhei:


    Ich vermute durch beides, so wie eben andere Menschen auch, die eine Lehre oder Weltanschauung vertreten haben - von Sokrates bis Osho. Wobei ich unter "Präsenz" an eine charismatische und eindrucksvolle Person denke; ob Buddha tatsächlich beim Doppelwunder Feuer und Wasser aus seinem Leib hat austreten lassen - keine Ahnung. Beides, die verbale ebenso wie die Darlegung durch Präsenz, haben manche überzeugt und andere nicht. Unwiderlegbarkeit oder Widerspruchsfreiheit sehe ich da auch nicht.

    Was brauchst du denn noch für deine Praxis?

  • Buddhismus und Alkohol + Gesellschaft

    • Geronimo
    • 12. Oktober 2014 um 16:17
    Sôhei:

    Dagegen habe ich noch niemanden getroffen, der ein "es ist so und kann nicht anders sein" unwiederlegbar oder widerspruchsfrei darlegen konnte.)

    Wie hat es denn der Buddha dargelegt? Durch Worte oder durch Präsenz?

  • Buddhismus und Alkohol + Gesellschaft

    • Geronimo
    • 12. Oktober 2014 um 15:44
    Sôhei:


    Sozusagen die buddhistische Version der Pascalschen Wette: http://de.wikipedia.org/wiki/Pascalsche_Wette

    Die Praxis (8facher Pfad) ist dazu da Glauben durch Wissen zu ersetzen. Wie weit man dabei kommt liegt an jedem selbst.

    Das Wissen (um die Befreiung) jedoch muss am Ende vorhanden sein. Sonst fehlt noch etwas.

  • Buddhismus und Alkohol + Gesellschaft

    • Geronimo
    • 11. Oktober 2014 um 17:59

    Verzeih' wenn ich da noch einmal mit dem Büddha antworte. Aber prägnanter geht es nicht.

    Zitat

    "Darüber erwägt ein Weiser so: 'Wenn es eine andere Welt gibt, dann wird dieser gute Mensch bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode an einem glücklichen Bestimmungsort, ja sogar in der himmlischen Welt wiedererscheinen. Aber egal, ob das Wort jener guten Mönche und Brahmanen wahr ist oder nicht, einmal angenommen, es gibt keine andere Welt: dieser gute Mensch wird trotzdem hier und jetzt von den Weisen als eine sittsame Person gelobt, als einer mit richtiger Ansicht, der die Lehrmeinung der Bejahung vertritt. Wenn es aber andererseits eine andere Welt gibt, dann hat dieser gute Mensch einen doppelt guten Wurf gemacht: weil er von den Weisen hier und jetzt gelobt wird, und weil er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in glücklichen Umständen, ja sogar in der himmlischen Welt wiedererscheint. Er hat diese unbestreitbare Lehre richtig angenommen und übernommen, auf eine Weise, daß sie sich in beide Richtungen erstreckt und die unheilsame Alternative ausschließt.'"

    http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m060z.html

  • Buddhismus und Alkohol + Gesellschaft

    • Geronimo
    • 11. Oktober 2014 um 16:54
    Sôhei:


    Verstehe ich nicht ganz. Gibt es denn einen Beweis für die Befreiung, wie sie im Kernholz-Text angedeutet wird? Sonst ist es doch eine Glaubensentscheidung (basierend auf Erfahrungen und Überlegungen, ja, aber doch ein gewisser Rest von Glauben.) Und sind die Unwägbarkeiten für dich nicht mehr vorhanden? Sprich, kennst du die Umstände deines Dahinscheidens schon?
    Wenn zweimal "Ja" fände ich es natürlich spannend, mehr darüber zu erfahren. Wenn zweimal "Nein", betrifft es dich ja ebenso wie mich.

    Wie soll so ein Beweis denn aussehen? Woran erkennst du denn ob der 8fache Pfad funktioniert oder nicht?

  • Buddhismus und Alkohol + Gesellschaft

    • Geronimo
    • 11. Oktober 2014 um 15:02
    fotost:


    Es gibt viele Studien die belegen, daß sehr mäßiger Alkoholkonsum die Lebenserwartung erhöht und die Gesundheit fördert.

    Das steht garnicht mal im Widerspruch zu dem was ich meine.

  • Buddhismus und Alkohol + Gesellschaft

    • Geronimo
    • 11. Oktober 2014 um 15:00
    Sôhei:


    Bitte nicht als "Contra" missverstehen, ich sehe das eigentlich genauso. Allerdings gehen mit einer solchen Auffassung viele Glaubensentscheidungen und Unwägbarkeiten einher: Annahme einer Möglichkeit der irgendwie gearteten Befreiung durch geistige Klarheit, vielleicht speziell im Todesmoment (d.h. eine ganze Weltsicht); Unklarheit darüber, wie der eigentliche Tod tatsächlich kommt - kann ja auch absolut unvermittelt sein - Herzversagen, Pistolenschuß, Verkehrsunfall etc. - oder eine langsames Verlieren der geistigen Kräfte wie Demenz u.Ä., oder trotz allem Beeinträchtigung durch Medikamente infolge untragbarer Leiden etc. etc. Das alles hindert mich nicht, es trotzdem zu versuchen. Aber für mich ist klar, dass es keine handfeste Grundlage dafür gibt, so zu handeln bzw. dieses zu glauben.

    Das musst du ganz allein für dich selbst herausfinden. Was ich für mich herausgefunden habe steht hier.

  • Buddhismus und Alkohol + Gesellschaft

    • Geronimo
    • 11. Oktober 2014 um 12:19

    Achso, und ohne Alkohol altert man auch wesentlich langsamer, habe ich den Eindruck. Das lässt sich relativ gut an sich selbst und
    an anderen Abstinenzlern erkennen, nach einiger Zeit zumindest.

  • Buddhismus und Alkohol + Gesellschaft

    • Geronimo
    • 11. Oktober 2014 um 11:28
    Sôhei:

    Geronimo

    Sehe ich für mich weitgehend genauso. Finde es gerade oder eigentlich auch bei Alkohol nur wichtig, genauer hinzuschauen; aus den bereits genannten Gründen.
    Was meinst du mit "letzem Schritt gehen"?

    Gruß,
    Sôhei

    Ich zitiere mal aus Buddhadasa's "Das Kernholz des Bodhibaums", denn besser könnte Ich es auch nicht ausdrücken. Nur das man "den letzten Schritt" nicht nur auf den Moment des Todes bezieht, sondern auf die Möglichkeit den Pfad jederzeit ganz bis zum Ende gehen zu können.

    Zitat

    Die Kunst des Springens

    Der Körper muss unausweichlich sterben; er ist alt und hat sein Ende erreicht. Mit anderen Worten, Du bist im Begriff von der Leiter zu fallen. Sobald du fällst, musst du springen. Spring in das rückstandslose Erlöschen indem du im Geist erlebst, dass nichts wert ist, es zu haben oder zu sein. Das kann man einen Sprung in die richtige Richtung nennen. Bei diesem Sprung gibt es keinen Schmerz irgendeiner Art. Ganz im Gegenteil, er führt zum bestmöglichen Resultat: der Errungenschaft des rückstandslosen Erlöschens. So springt man wie ein Stuntman, der wirklich weiss, wie man von der Leiter fällt.

    Bitte fallt nicht wie die Narren herunter, die sich den Hals und alle Glieder brechen. Sogar jene die viel studiert haben und herumreisen und tolle Vorträge in den Klosterhallen geben, können immer noch von der Leiter fallen und sich alle Knochen brechen. Sie können sich nicht mit jenen vergleichen, die auf die richtige Weise interessiert waren und sei es auch nur an dieser einen Sache und die dadurch Ihre Haut retten können.
    Was macht man nun im Fall eines Unfalltodes? Wenn man zum Beispiel von einem Auto überfahren wird, ein Haus über einem zusammenfällt, man hinterrücks von einem Stier aufgespiesst oder von einer Atombombe in die Luft gesprengt wird. Wenn Ihr etwas Intelligenz besitzt, werdet Ihr sehen, dass es genau das Gleiche ist. Wenn in diesem Moment auch nur ein winziges Bisschen Bewusstheit übrig ist, müsst Ihr Euch zum rückstandslosen Erlöschen entschliessen. Dadurch, dass Ihr vorausgehend das Gefühl, dass nichts es wert ist, es zu haben oder zu sein entwickelt habt bis es völlig reibungslos und natürlich aufsteigt, werdet Ihr es in dem Sekundenbruchteil vor dem Ende in den Geist bringen können. Jemand, der vom Auto überfahren wird, stirbt nicht sofort. Es ist immer ein Zeitintervall vorhanden, und sei es nur eine Millisekunde oder ein einziger Gedankenmoment. Für die blitzartige Bewusstheit, die sich zum rückstandslosen Erlöschen entschliesst, ist das genügend Zeit.

    Was, wenn der Tod zu plötzlich, ohne Bewusstheit eintritt? Das ist dann auch das rückstandslose Erlöschen, denn wir haben uns ja in normalen Momenten darin geübt, diese Bewusstheit, dass nichts wert ist, es zu haben oder zu sein, ununterbrochen im Geist gegenwärtig gehalten. Wie ich bereits erklärt habe: wenn nichts Besonderes geschieht, übt Eure Bewusstheit, bis der Geist sich immer dem rückstandslosen Erlöschen zuneigt. Auch wenn der Körper vom Tod überrascht wird, ohne die Gelegenheit etwas zu denken oder zu fühlen, wird es zum rückstandslosen Erlöschen kommen, wenn diese Bewusstheit durchgängig gegenwärtig war. Und haben wir eine halbe Sekunde oder auch nur einen Gedankenmoment, können wir in aller Ruhe daran denken. Seid also nicht feige und fürchtet Euch nicht! Lasst nicht zu, dass Euch Feigheit und Furcht in die Quere kommen. Schreit nicht nach einem Arzt oder verlangt, dass man Euch ins Krankenhaus bringt. Fahren sie Euch hin, dann werdet Ihr halt dort sterben, warum also die verbleibende Zeit verschwenden?

    Die Menschen nennen es einen "unnatürlichen Tod" wenn jemand nicht sterben will, aber dann unerwartet oder sogar gewaltsam ums Leben kommt. Das über allem stehende Dhamma schützt nicht nur absolut gegen einen unnatürlichen Tod, es bringt einen zu nibba-na genau unter den Rädern des Autos, unter dem zusammengestürzten Haus oder in dem Haufen der Körper, die von der Nuklearexplosion verbrannt wurden. Anstelle eines gewaltsamen unnatürlichen Todes steht dann nibba-na.

    Diejenigen, die wenig studiert haben und nicht viel wissen, sind absolut dazu fähig, diese Lehre zu verstehen. Sie sollten sich alle darin üben, damit sie im Moment des Todes von der Leiter springen können. Was den Tod jener anbelangt die perfektes Wissen, wahre Geistesgegenwart und Weisheit besitzen, jene, die ausreichend studiert haben und sowohl in der Theorie als auch in der Praxis des Dhamma bewandert sind: für solche Menschen gibt es keinen Sprung, wenn sie von der Leiter fallen. Sie waren todlos, lange bevor eine körperliche Krankheit auftrat. Da sie schon lange vorher die höchste Dhammaebene erreicht haben, gibt es für sie keinen Tod.

    Bei einem Menschen von solch reichhaltigem Wissen wird, wenn der Zeitpunkt des Todes wirklich eintritt, ihre oder seine Vorbereitung viel besser sein, als für die, die springen müssen, wenn sie von der Leiter fallen. Weiss man, wie man makellose Geistesgegenwart und klare Bewusstheit (sati- sampajañña) festbegründet, kann man dem Tod ins Gesicht lachen. Wir können auch sagen, dass die Weisen die Leiter herabgleiten. Weil sie nicht fallen, müssen sie auch nicht springen. So ist das für jene mit vollkommenem Wissen. Die, welche nicht so viel wissen. sollten besser schlau genug sein zu springen noch bevor sie von der Leiter fallen. Das ist die Übung der Leerheit in der letzten Sekunde.

    Alles anzeigen

    http://www.dhamma-dana.de/buecher/Buddha…_Bodhibaums.pdf

  • Buddhismus und Alkohol + Gesellschaft

    • Geronimo
    • 11. Oktober 2014 um 10:55
    Losang Lamo:


    Das fünfte Sila "Kein Alkohol" ist für mich eine große Hilfe. Alles Herumhantieren mit dieser Droge ist für mich einfach nur eine potentielle Gefährdung - kein Ausdruck von "Freiheit".
    Die klare Entscheidung "kein Alkohol" ist für mich eine große Erleichterung, ein guter Halt. Keine inneren Diskussionen mehr.
    Das ist eine Befreiung. :)

    Ich habe für mich selbst auch festgestellt das wann immer ich etwas länger tugendhaft lebe, umso sicherer werde ich im Umgang mit mir selbst und anderen. Das ist garnicht so einfach zu beschreiben. Aber es gibt mir ein Gefühl der Klarheit, Entschlossenheit, ja ganz allgemein der Richtigkeit.

    Das hat nichts mit Überlegenheit oder "besser und schlechter" zu tun, sondern ist zuerst einmal nur mich selbst sehr wirksam. Ich stelle mir dabei die Tugend wie ein Gefäß vor, in dem schon die kleinsten Risse oder Löcher einen Verlust an Kraft bedeuten können. Man fühlt sich stark wenn man es schafft dem heilsamen zu folgen.

  • Buddhismus und Alkohol + Gesellschaft

    • Geronimo
    • 11. Oktober 2014 um 10:45
    Sôhei:

    Ich glaube auch beim Thema Alkohol können externe Begründungen und Richtlinien nur begrenzt helfen. Denn die Frage bleibt ja offen - wie ist die von Geronimo zitierte Aussage zu verstehen? Als Edler unter Edlen - und unter nicht-Edlen? (Vielleicht im Sinne von "Allen alles werden" dann erlaubt?). Und - nur berauschende Getränke? Und sonstige Mittelchen sind erlaubt? Oder alles, was extern in den Gehirnstoffwechsel eingreift sollte vermieden werden? Also auch Tee und Kaffee, aber auch Medikamente. Aber vor allem: das Zitat sagt zwar, wie das Verhalten sein sollte, aber nicht warum! (Natürlich, Geronimo hat schon seine Beweggründe und Erfahrungen angeführt. Aber wenn es darum geht, ob ein gelegentliches Glas Wein auf dem Heilsweg grundsätzlich und für alle hinderlich ist, bewegen wir uns halt nur noch im Bereich der Meinungen, ohne da wirklich handfest argumentieren zu können. Meiner Meinung nach.)

    Das muss jeder für sich selbst herausfinden. Für mich ist es kein nützlicher Begleiter mehr.

    "Edler unter Edlen" muss man nun wirklich nicht auf die Goldwaage legen. Es bedeutet wie sich jemand verhält der auf ein glückliches Leben aus ist.

    Was berauschende Mittel angeht, so bezieht sich der Buddha vornehmlich auf Alkohol:

    Zitat

    'Ich will abstehen von den zum Leichtsinn führenden berauschenden Getränken wie Wein und Branntwein', ist der Wortlaut der letzten für alle Buddhisten bindenden 5 Sittengelübde (siehe sikkhā-pada).

    »Einen sechsfachen Unsegen bringt das Genießen von den zum Leichtsinn führenden berauschenden Getränken, wie Wein und Branntwein, nämlich:

    es führt zum Verlust des Vermögens,
    zu Streitigkeiten,
    ist eine Quelle der Krankheit,
    erzeugt üblen Ruf,
    zerstört das Schamgefühl,
    schwächt die Einsicht«

    Alles anzeigen

    http://www.palikanon.com/wtb/surameraya.html

    Aber das ist letztlich auch garnicht so entscheidend, denn du praktizierst ja für dich, und nicht für den Buddha. Wenn du der Ansicht bist das Kaffee, Tee oder intensiveres dir auf dem Pfad helfen, dann ist das zuallererst mal eine persönliche Entscheidung. Ich für mich selbst habe festgestellt das tatsächlich jedes Mittel das mein Bewusstsein in irgendeiner Weise stärker beeinflusst eher hinderlich als förderlich für die Praxis (8facher Pfad) ist. Selbst Grüner Tee, so sehr er mir auch schmeckt und ich ihn schätze, macht mich aüf ganz subtile Weise nervös. Und das ist im Alltag wie auch in der Meditation eher nicht so hilfreich.

    Am Ende geht es aber wirklich nur darum ob etwas dir beim loslassen hilft oder nicht. Denn wenn du dich an Hilfsmittel gewöhnst dann machst du gleich eine neue Baustelle wieder auf die auch irgendwann bearbeitet werden muss. Zumindest wenn du auch den letzten Schritt machen möchtest.

  • Buddhismus und das StGB

    • Geronimo
    • 11. Oktober 2014 um 09:19
    Zitat

    "Puṇṇa, es gibt vier Arten der Handlung, die von mir verkündet wurden, nachdem ich sie mit höherer Geisteskraft unmittelbar selbst verwirklicht hatte. Was sind die vier?

    Es gibt dunkle Handlung mit dunklem Ergebnis;
    es gibt helle Handlung mit hellem Ergebnis;
    es gibt dunkle-und-helle Handlung mit dunklem-und-hellem Ergebnis;
    und es gibt Handlung, die weder dunkel, noch hell ist, mit weder-dunklem-noch-hellem Ergebnis, Handlung, die zur Vernichtung von Handlung führt."

    ...

    "Und was, Puṇṇa, ist Handlung, die weder dunkel, noch hell ist, mit weder-dunklem-noch-hellem Ergebnis, Handlung, die zur Vernichtung von Handlung führt? Der Wille, der im Überwinden der Art von Handlung steckt, die dunkel, mit dunklem Ergebnis ist; und der Wille, der im Überwinden der Art von Handlung steckt, die hell, mit hellem Ergebnis ist; und der Wille, der im Überwinden der Art von Handlung steckt, die dunkel und hell, mit dunklem und hellem Ergebnis ist: dies nennt man Handlung, die weder dunkel, noch hell ist, mit weder-dunklem-noch-hellem Ergebnis, Handlung, die zur Vernichtung von Handlung führt. Dies sind die vier Arten der Handlung, die von mir verkündet wurden, nachdem ich sie mit höherer Geisteskraft unmittelbar selbst verwirklicht hatte."

    http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m057z.html

  • Verhalten gegenüber Bettlern

    • Geronimo
    • 11. Oktober 2014 um 09:10
    Dana:


    Ich bin auf der Erde, in dem Körper, ganz kurze Zeit da.
    Wer weißt, vielleicht in nächstem Leben werde ich keinen menschlichen Körper bekommen.
    Dann nutze ich jetzt die Möglichkeit, die sich mir in diesem Leben eröffnet, etwas gutes zu tun. :)

    Damit fährt man in jedem Fall am Besten. Ich selbst bin für jede Gelegenheit dankbar wenn ich um Hilfe gebeten werde. Und sei es auch "nur" das ich mal eine halbe Stunde am Telefon zuhöre.

    Wir sollten jede Bitte (auch wenn sie unausgesprochen bleibt) die an uns herangetragen wird als Geschenk betrachten, denn wir dürfen auch nicht vergessen das es durchaus viel Überwindung kosten kann andere überhaupt um etwas zu bitten. Und so ist ein "Ja" fast immer die bessere Antwort, selbst wenn wir dabei auch das eine oder andere Mal ausgenutzt werden. Denn auch dann haben wir in jedem Fall unser Herz geöffnet und es ein weiteres Stück wachsen lassen.

    Diese Möglichkeit sollten wir uns wirklich von niemandem nehmen lassen. Wir können nämlich auch durch ein "Nein" in den allermeisten Fällen Niemanden verändern. Von daher lasse ich mich in bestimmten Fällen lieber auch mal bewusst ausnutzen, zumindest wenn ich der Meinung bin das es Sinn macht, als das ich eine Gelegenheit für mich selbst verstreichen lasse.

  • Buddhismus und Alkohol + Gesellschaft

    • Geronimo
    • 11. Oktober 2014 um 08:46

    Da ich relativ fromm bin, was die Lehre des Buddha angeht, hat mich folgende Aussage über die Jahre immer mehr motiviert:

    Zitat

    Inwiefern aber lebt ein Edler mit Edlen zusammen? Da enthält er sich des Tötens, steht ab vom Stehlen, von unrechtem Geschlechtsverkehr, von Lüge (54: vom Hinterbringen, rohen Worten, müßigem Geschwätz, von Habsucht, Gehässigkeit und schlechten Ansichten), enthält sich des Genusses von berauschenden Getränken, er ist sittenrein, von gutem Charakter; und mit einem vom Makel des Geizes freien Herzen lebt er im Hause, indem er Asketen und Priester weder lästert noch verleumdet. Insofern lebt ein Edler mit einer Edlen zusammen.

    http://www.palikanon.com/angutt/a04_051-060.html

    Darüber hinaus habe ich festgestellt das ich mittlerweile besser denn je schlafe, seit ich mein letztes Bier zum letzten Jahreswechsel getrunken habe.

    Ab und zu meldet sich noch das Verlangen nach einem Gläschen, weil es ja durchaus eine angenehme Wirkung haben kann. Aber ich ziehe einfach zu viel Kraft aus dem Verzicht (und der Einhaltung gewisser heilsamer Grundregeln), als das ich das für ein paar angenehme Stunden wieder aus dem Gleichgewicht bringen möchte.

    Ohne Alkohol machen zwar einige gesellschaftliche Ereignisse erstmal für eine Weile nicht den selben Spaß wie früher. Aber bald freut man sich über die Klarheit, Übersicht und ja Einfachheit, die man dadurch gewonnen hat, inkl. der daraus folgenden neuen Betätigungsfelder (wie z.B. Situationen objektiver erkennen und entscheiden zu können), und möchte sie nicht mehr missen.

    Ich gehe sogar soweit zu sagen das Alkoholverzicht für mich im Endeffekt eine der besten Entscheidungen meines Lebens war, und das obwohl ich dem Alkohol eigentlich auch nur sporadisch zugetan war. Denn echte geistige wie körperliche Klarheit kann einem letztlich mehr Glück bescheren, als es ein (oder viele) ausgelassener Abend je könnte.

    Und nein, ich sehe hier den mittleren Pfad (wo man sich nur gelegentlich mal ein Gläschen gönnt) nicht als den Nützlichsten. Denn ich habe für mich erkannt, das ich im Schnitt ca. 2 - 3 Monate brauche, um nach bereits einem einzigen Bier ungefähr die selbe Ausgeglichenheit und Klarheit wieder zu erlangen, die mir jetzt ein so guter Begleiter geworden ist. Und mehr muss ich dann dazu auch garnicht wissen.

  • Dalai Lama räumt mit Unsinn auf

    • Geronimo
    • 11. September 2014 um 19:49
    shankar:
    Geronimo:

    Du verkündest das Wahre?

    Schau an, wonach Du suchst! ;)
    http://www.youtube.com/watch?v=3KdHaWa5NoA

    Kommt darauf an, ob man versteht das man die Suche irgendwann aufgeben muss um wahrhaft fündig zu werden.

  • Dalai Lama räumt mit Unsinn auf

    • Geronimo
    • 11. September 2014 um 15:33
    shankar:


    Nicht weinen! :lol:

    Du verkündest das Wahre?

  • Dalai Lama räumt mit Unsinn auf

    • Geronimo
    • 11. September 2014 um 12:38

    Und das ist für dich Buddhismus?

  • Lügen aus Mitgefühl.....?

    • Geronimo
    • 11. September 2014 um 12:02
    keks:

    Ein Tathāgata scheint ein Prinz zu sein.
    Da es ein Prinz ist trifft die Aussage für Prinzen zu.

    Tathāgata = Buddha.

  • Lügen aus Mitgefühl.....?

    • Geronimo
    • 10. September 2014 um 22:53
    Zitat

    "Ehrwürdiger Herr, würde ein Tathāgata Worte äußern, die anderen unwillkommen und unangenehm sind?"

    "Darauf gibt es keine eindeutige Antwort, Prinz."

    ...

    7. Bei dieser Gelegenheit lag ein junges, zartes Kleinkind unbeholfen auf dem Schoß des Prinzen Abhaya. Da sagte der Erhabene zum Prinzen Abhaya: "Was meinst du, Prinz? Wenn dieses Kind ein Stöckchen oder einen Kieselstein in den Mund stecken würde, während du oder dein Kindermädchen nicht darauf aufpaßt, was würdest du dann mit ihm anfangen?"

    "Ehrwürdiger Herr, ich würde es herausnehmen. Wenn ich es nicht sofort herausnehmen könnte, würde ich seinen Kopf in die linke Hand nehmen, und indem ich einen Finger der rechten Hand krümme, würde ich es herausnehmen, auch wenn dabei Blut flösse. Warum ist das so? Weil ich Mitgefühl für das Kind habe."

    8. "Ebenso, Prinz, Worte, die der Tathāgata als unwahr, falsch und nicht nützlich erkennt, und die auch anderen unwillkommen und unangenehm sind: solche Worte äußert der Tathāgata nicht. Worte, die der Tathāgata als wahr und richtig, aber nicht nützlich erkennt, und die auch anderen unwillkommen und unangenehm sind: solche Worte äußert der Tathāgata nicht. Worte, die der Tathāgata als wahr, richtig und nützlich erkennt, aber die anderen unwillkommen und unangenehm sind: für den Gebrauch solcher Worte kennt der Tathāgata den richtigen Zeitpunkt. Worte, die der Tathāgata als unwahr und falsch erkennt, aber die anderen willkommen und angenehm sind: solche Worte äußert der Tathāgata nicht. Worte, die der Tathāgata als wahr und richtig, aber nicht nützlich erkennt, und die anderen willkommen und angenehm sind: solche Worte äußert der Tathāgata nicht. Worte, die der Tathāgata als wahr, richtig, und nützlich erkennt, und die anderen willkommen und angenehm sind: für den Gebrauch solcher Worte kennt der Tathāgata den richtigen Zeitpunkt. Warum ist das so? Weil der Tathāgata Mitgefühl für die Wesen hat."

    9. "Ehrwürdiger Herr, wenn gelehrte Adelige, gelehrte Brahmanen, gelehrte Haushälter und gelehrte Mönche, nachdem sie eine Frage formuliert haben, zum Erhabenen gehen und diese stellen, hat es dann bereits im Herzen des Erhabenen den Gedanken gegeben: 'Wenn sie zu mir kommen und mich so und so fragen, werde ich so und so antworten'? Oder fällt dem Erhabenen jene Antwort auf der Stelle ein?"

    10. "Was das anbelangt, Prinz, werde ich dir eine Gegenfrage stellen. Antworte nach Belieben. Was meinst du, Prinz? Kennst du dich mit den Teilen einer Kutsche aus?"

    "Ja, ehrwürdiger Herr, ich kenne mich aus."

    "Was meinst du, Prinz? Wenn Leute zu dir kommen und fragen: 'Wie heißt dieses Teil der Kutsche?' hat es dann bereits in deinem Herzen den Gedanken gegeben: 'Wenn sie zu mir kommen und mich so und so fragen, werde ich so und so antworten'? Oder fällt dir jene Antwort auf der Stelle ein?"

    "Ehrwürdiger Herr, ich bin als Wagenlenker, der sich mit den Teilen einer Kutsche auskennt, berühmt. Alle Teile einer Kutsche sind mir wohl bekannt. Jene Antwort würde mir auf der Stelle einfallen."

    11. "Ebenso, Prinz, wenn gelehrte Adelige, gelehrte Brahmanen, gelehrte Haushälter und gelehrte Mönche, nachdem sie eine Frage formuliert haben, zum Tathāgata gehen und diese stellen, dann fällt dem Tathāgata die Antwort auf der Stelle ein. Warum ist das so? Jenes Element der Erscheinungen ist vom Tathāgata vollständig durchdrungen worden, durch das vollständige Durchdringen dessen fällt dem Tathāgata die Antwort auf der Stelle ein."

    Alles anzeigen

    http://palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m058z.html

  • Anatta Lehre, bloß eine Phantasie?

    • Geronimo
    • 8. September 2014 um 11:46

    Unter was verbuchst du deine Aktivität für dich selbst, shankar? Lehrergründung?

  • Karma-Vipaka

    • Geronimo
    • 4. September 2014 um 09:42

    Innerliches und äußerliches Unglück sind verschiedene Dinge.

  • Anatta Lehre, bloß eine Phantasie?

    • Geronimo
    • 31. August 2014 um 13:25
    shankar:


    http://www.youtube.com/watch?v=_X3Jlj4M65k

    http://www.youtube.com/watch?v=efdambbBCUA
    Eleven Eleven Eleven


    _()_Namaste

    Sry, dafür ist mir die Zeit zu schade.

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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