1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
    1. Letzte Änderungen
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Alles
  • Alles
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Sven

Beiträge von Sven

  • Nirvikalpa Samadhi, die Vertiefungen, Satori, Kensho was ist was

    • Sven
    • 13. September 2022 um 09:50
    Rigpa:
    Sven:

    Am besten mal im Abhidhammatthasangaha nachschauen.

    Danke für Deine Antwort :) und für den Hinweis. :like: Ja, ich werde versuchen da mal rein zu lesen. Noch so ein Kenner.

    Was ich faszinierend finde ist, dass die Tradition des Buddhismus so viele Erfahrungen kennt, sie studiert hat, Namen ausgedacht, Beschreibungen der Erfahrungen mit der Zeit entstanden sind. So das jemand der etwas in der Art erfahren hat es nachlesen kann. ( Was war das ? )

    Im Yoga ist es sicher auch so...

    Eigentlich eher nicht. Yoga war immer ein wenig Geheimlehre mit Einweihung etc. Die Theravada-Buddhisten haben versucht eine fast wissenschaftliche Beschreibung zu hinterlassen. So ist deren Weg so gut wie für alle zugänglich. Natürlich gibt es auch hier Fehler, aber ihre Beschreibung reicht vollkommen aus, um sich nicht in den Sutten zu verirren.

  • Nirvikalpa Samadhi, die Vertiefungen, Satori, Kensho was ist was

    • Sven
    • 13. September 2022 um 09:25
    Ellviral:

    Über das 4, Jhana hinaus, gibt es nichts mehr zu erkennen oder zu erfahren oder zu denken. Nicht nur wortlos. Nicht nur Leere. Nichts, absolut nichts. Kein ich kein du, kein Nirvana.

    Zur Vervollständigung:

    Das Bewusstsein ist zwar immer dieselbe Kategorie, aber die erkannten Objekte können sich noch verfeinern.
    Im Buddhismus gibt es vier Stufen von "unendlicher Raum" bis zur "weder Wahrnehnung noch nicht-Wahrnehmung"

    Dann gibt es noch die überweltlichen jhana die Pfad- und Fruchtmomente mit nibbana als Objekt.

    Und tatsächlich noch etwas darüber Hinausgehendes nämlich nirodha samapatti. Die Abwesenheit von Wahrnehmung und Gefühl.
    Dies kann aber natürlich nicht direkt erfahren werden, sondern erst im Nachhinein erkannt werden.

  • Nirvikalpa Samadhi, die Vertiefungen, Satori, Kensho was ist was

    • Sven
    • 12. September 2022 um 09:28
    Rigpa:
    Sven:

    Samadhi ist ein zeitbehafteter Zustand der den Reaktionteil eines einzigen Gedankenprozesses so ausdehnt, dass keine neuen Gedankenprozesse entstehen können und diese damit verlöschen.


    Wenn dieser Zustand ohne Nachjustierung des Geistes (nirvikalpa) erlangt wird, soll er die Samskaras (Karma) auslöschen können und wenn das geschehen ist, ist der Mensch frei und nicht mehr verstrickt mit dem Gedankenprozess. Das wäre dann das Zeugenbewusstsein.

    Aha, ein wenig kompliziert, wo hattest du denn diese Erklärung her ?

    1. Samadhi ist ein zeitbehafteter Zustand...

    In den meisten Abhidhamma-Werken steht das drin. Am besten mal im Abhidhammatthasangaha nachschauen. Da müsste es stehen. Der Zustand soll je nach Fähigkeit bis zu 7 Tage ausgedehnt werden können.

    2. Wenn dieser Zustand ohne Nachjustierung...

    Yoga Sutra. Dort steht dass nirvikalpa samadhi ohne vitakka vicara ist. Also ab 2. Jhana im Buddhismus (dort wird dann noch weiter unterteilt).
    vitakka vicara ist praktisch gesehen das relativ mühevolle ständige Nachjustieren der Konzentration. Im 2. Jhana fällt da weg.

    Vitakka justiert hier während der Meditation das Objekt immer wieder in den Mittelpunkt.

    Vicara untersucht hier während der Meditation die Verbindungen bzw. des Objekts (Geistobjekte sind letztendlich immer Teile des neuronalen Netzes mit neuronalen Verbindungen zu anderen Objekten) ohne selbst in eine dieser Verbindungen abzurutschen.
    Buddhaghosa beschreibt dies sehr gut im Visuddhi Magga und in der Atthasalini (Kommentar zum Dhammasangani).

    https://palikanon.com/visuddhi/vis04_01.htm

    "Als "Diskursives Denken" (vicāra) gilt das 'Umherwandern', das Hin- und Herwandern (des Geistes). Sein Merkmal besteht im 'Überstreichen' (= Überlegen, Erwägen) des Vorstellungsobjektes, sein Wesen in der kontinuierlichen Verbindung mit den gleichzeitig entstehenden (Gedankengängen), seine Äußerung in der fortgesetzten Tätigkeit des Geiste..."

  • Visuddhi Magga XIV: Die Daseinsgruppen

    • Sven
    • 3. September 2022 um 15:31
    Ellviral:
    Sven:

    2. Freie Bewusstseinsmoment im Unerleuchteten und Erleuchteten
    (Hier findet die Entscheidung statt, praktisch der Moment des "freien Willens", kiriya also frei)

    Hier findet die Entscheidung statt, praktisch der Moment der freien Entscheidung.

    Durch die Freiheit der Entscheidung für eine absichtliche Handlung entfällt das Problem des freien Willens.

    Denn freien Willen gibt es nicht. Wenn es den geben würde, könnte ich meinen Körper, meinen Geist, so steuern, dass er immer so ist, wie ich es will.

    Dieser Glaube an meinen freien Willen führt zum Festhalten an Körper und Geist und damit zu Leiden.

    Falls es jemanden interessiert:

    Ich wollte hier natürlich keinen "freien Willen" postulieren. Ich führe es deshalb weiter aus.

    Wenn karma-vipaka immer zu bestimmten kusala und akusala Bewussteinsprozessen führen würde, wäre die Befreiung komplett durch karma und vipaka determiniert.
    Andersherum, wenn dieser kiriya-Moment frei wäre, gäbe es einen Part der nichtdeterminiert ist. Woher sollte dieser freie Part kommen?

    (Das würde natürlich ganz genau wie Ellviral sagt letztendlich ein Ich postulieren, einen Macher, eine Kontrolleur und kein anatta)

    Ich habe deshalb natürlich den mir damals glücklicherweise zur Verfügung stehenden burmesischen Abhidhamma-Lehrer gefragt, was er denn meint, ob dieser Moment bedingt oder frei wäre. Seine Antwort war etwa die Folgende:

    "Auch diese (freien) kiriya-Bewusstseinsmomente sind bedingt, aber nicht durch karma-vipaka, sondern durch 'momentane Bedingungen'".

    Was diese 'momentanen Bedingungen' nun sein sollten, konnte er mir leider auch nicht mehr erklären.

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass in diesen 'momentanen Bedingungen' auch der Zufall als Bedingung ein Rolle spielt.
    (Also, dass quasi hier eine Wahrscheinlichkeitswelle, wie sie auch bei Elektronenbeschuss am Doppelspalt auftritt mit reinspielt. Aber das ist natürlich reine Spekulation :)

  • Visuddhi Magga XIV: Die Daseinsgruppen

    • Sven
    • 2. September 2022 um 07:54
    Bosluk:

    Dazu sind mir aber die Unterschiede zwischen den Acht karmisch heilsamen (1-8. in dieser Tabelle) und Acht karmisch unheilsamen (22.-29. in dieser Tabelle) nicht klar. Die Beispiele aus dem Buch helfen mir da auch nicht weiter.

    Aus dem Kapitel geht hervor, dass die Pfadmomente (18.-21., Spalte des karmisch heilsamen wirkenden) zu den Fruchtmomenten (Spalte des vipāka) führen. Das ist jetzt erstmal trivial, jedoch ist die karmisch-unheilsam wirkende Spalte in lobha, moha, dosa wurzelnd und führt entsprechend nicht zu den Pfadmomenten. Das würde bedeuten, dass alles in lobha, dosa und moha wurzelnd wirkende die Grundlage zum Pfadmoment nimmt und damit erlischt. Das verwirrt mich, da doch erst das auf dem Pfad wandeln zur Minderung der drei Wurzeln führt. Hier beißt sich jetzt die Katze in den Schwanz.

    Die beiden Links sind bei dir identisch und weisen nicht auf unterschiedliche Tabellen!

    Um das zu verstehen, muss man sich den Bewusstseinsprozess ansehen. Dieser besteht aus 15-17 (?, weiß ich nicht mehr so ganz genau) Bewusstseinsmomenten und diese Momente findet man in der Tabelle.

    Den Bewusstseinsprozess kann man in drei Teile aufspalten:
    1. Aufnehmende, erfahrene Bewusstseinsmomente (vipaka, also karmagewirkt)
    2. Freie Bewusstseinsmoment im Unerleuchteten und Erleuchteten
    (Hier findet die Entscheidung statt, praktisch der Moment des "freien Willens", kiriya also frei)

    3. Reaktion (kusala oder akusala also heilsam oder unheilsam)

    Bei 2. finden wir im Abhidhamma eine Art freien Willen. Wie dieser zu einer Entscheidung kommt (die beiden zugehörigen dhammas sind mansikara und adhimokkha (adhimokkha, weiß ich nicht mehr ganz genau auswendig) , wird nicht weiter ausgeführt.

    Damit wird der "freie Willen nicht begründet. Für den Befreiungsweg ist dies auch unerheblich. Trotzdem natürlich schade. Ich war damals sehr neugierig, ob der Abhidhamma nicht doch noch irgendwelche Geheimnisse enthält :-). Ist schon wieder über 20 Jahre her. Die Zeit rennt.

  • Was Psychotherapie und Buddhismus verbindet

    • Sven
    • 20. August 2022 um 07:45
    Igor07:

    Was oder wer definiert, den Begriff " psychich Krank" oder "gesund" zu sein?

    Derjenige, der leidet und die Therapie aufsucht.

    Beispiel ein mir persönlich bekannter Fall von PTBS (PostTraumatische BelastungsStörung):
    Ursache etc.: Die Eltern der Patientin wurden vor Ihren Augen erschossen. Danach wurde sie mehrfach vergewaltigt.
    Zu heilende Symptome: Schlafstörungen, Albträume, Depressionen, Suizidgedanken, nicht aufhören können ständig an den Vorgang zu denken

    Die Erinnerung hat sich quasi so in das Gehirn so eingefressen, dass fast alle Gedanken/Situationen immer wieder zur Taterinnerung führen.

    Mögliche Therapie:

    Da Erinnerungen plastisch sind und sich jedes Mal beim Erinnern ändern, könnte man versuchen mit Hilfe von Benzodiazepinen bzw. Betablockern etc. die Erinnerung so umzuformen, dass sie weniger emotional (leidvoll) erfahren wird.

    Ich denke, hier kann man aber auch allgemein von "psychisch krank" sprechen,

  • Was versteht man im Buddhismus unter Unwissenheit

    • Sven
    • 17. August 2022 um 11:29
    Ellviral:

    Das „Unwissen“ ist wohl doch das nicht wissen wollen der eigenen Verblendungen, Vorstellungen, die Verlangen und oder Ablehnung auslösen.

    Erkennt man die eigenen Vorstellungen, den eigenen Glauben, verschwinden Gier und Hass.

    Unwissen ist Unwissenheit über die 4 Edlen Wahrheiten.

    U. a. dass das, was wir als Welterfahrung kennen und Welt nennen, nur Dukkha ist (1. Wahrheit).

    Vor allem aber die Ansicht, dass es eigene Verblendungen gibt (Diese Verblendungen sind mein und gehören mir).

    Es handelt sich aber um einen unpersönlich ablaufenden bedingten Prozess (Paticca Samupada) ohne Täter. Alles andere ist Verblendung!

    Die Unwissenheit selbst entsteht durch den Unwissenheitstrieb (avijjāsava). Dieser besteht, solange man nicht erwacht ist und zieht einen immer wieder in die Täter- bzw. Ich-Illusion.

    Meine persönliche Meinung:

    Die Ursache des Unwissenheitstriebes ist meines Erachtens durch Evolution zu erklären. Alle Menschen, die diesen Trieb nicht hatten, sind aus nachvollziehbaren Gründen ausgestorben.

    "Dem Schaumball gleicht der Körper,

    der Wasserblase das Gefühl,

    ein Luftphantom ist Wahrnehmung der Sinne,

    Gestaltungen sind ohne Kern wie der Bananenstamm,

    und Gaukelkünsten ähnelt das Bewußtsein.

    So hat der Sonnenheld es aufgezeigt.

    Wenn man so nachsinnt, gründlich untersucht,

    als hohl und leer erkennt man es dann weise..."

    Samyutta Nikaya 22.91-120

  • Palikanon lesen - wie einsteigen?

    • Sven
    • 16. August 2022 um 09:41
    Cla:

    Ist mit der Mittleren Sammlung etwas besonders?

    Ja, die Lehrreden sind nicht zu lang und nicht zu kurz und es gibt eine gute Übersetzung. Leider sind sie nicht systematisch oder nach Schwere sortiert. So ist z. B. die erste Lehrrede der MN. nicht für Anfänger geeignet.

    Die gruppierte Sammlung ist thematisch geordnet. Das wäre eigentlich gut, wenn es denn eine aktuelle Übersetzung gäbe. So ist sie ohne Hintergrundwissen nur wenig zu gebrauchen (Beispiel: die Glieder der Paticca Samupada werden mit dem Wort Ursache verbunden, statt bedingt durch. Auch Hecker übersetzt leider im "Debischen" Sinne) . Wenn man Englisch kann, kann man aber auch sehr gut mit der englischen Version anfangen.

  • Was Psychotherapie und Buddhismus verbindet

    • Sven
    • 16. August 2022 um 09:12
    Railex:

    Dann empfehle ich nochmals den Interessierten das Buch "Buddhistische Psychotherapie-Ein Leitfaden für heilsame Veränderungen " von M.Ennenbach zum Thema und alles Gute _()_

    Was es alles gibt!

    Gut, der Name Buddhismus ist nicht geschützt, so kann sich jeder etwas zusammenreimen und es so nennen. Zum Beispiel bezieht sich Scientology auf den Buddha. Dort versucht man mittels nicht anerkannter "psychotherapeutischer Methoden" geistige Störungen zu beseitigen.

    Überblick:

    Psychotherapie benutzt Methoden, die Versprechen geistige Störungen zu beseitigen.
    Buddhismus sind meist Religionen, die geistige Übungen verwenden, deren Nebenwirkungen auch positive Einflüsse auf den Geist haben können, aber bei empfindlichen Personen auch Psychosen auslösen. Das Ziel ist aber im Allgemeinen ein ganz anderes.

    Im definierten Theravada ist es das Ziel, die 4 Edlen Wahrheiten zu erkennen (darin inkludiert das Bedingte Entstehen) und dadurch zur Erlösung zu gelangen.

    Wie bei jeder Religion befinden sich auch immer mehr oder weniger gefährliche ideologische Elemente darin (es gibt verschiedene auch gefährliche Sekten), die das Gegenteil von Therapie bewirken können. Das gibt es wohl aber leider in einigen Psychotherapien auch.

    Grundsätzlich denke ich aber, dass es keinerlei Gemeinsamkeiten gibt. Psychotherapie braucht auch keinen Buddhismus um hilfreich sein zu können.

  • Was Psychotherapie und Buddhismus verbindet

    • Sven
    • 14. August 2022 um 09:25
    void:

    Seine Mitte ist also kein Kompromiss sondern eine extremistische Haltung bei der selbst der Asketenstolz überwunden wird.

    Hier das weiter unten zitierte Gleichnis mit der Laute.

    Ich denke eher, er hat erkannt, dass eine allgemeine Gesetzmäßigkeit auch für die Askese gilt.

    Im Gleichnis mit der Laute gibt die Saite nur dann einen guten Klang, wenn sie optimal gespannt ist.

    Das gilt für viele andere Dinge auch:
    - Die optimale Geschwindigkeit für einen Verbrauch von Benzin und der zurückgelegten Wegstrecke.

    - Wenn ich ohne Pausen trainiere, wird der Muskel verletzt anstatt zu wachsen (dasselbe gilt für den Geist z. B. beim Lernen und Üben)

    Die optimale (also geringer Kartonverbrauch) Fläche eines stapelbaren Kartons bei einem größtmögliches Volumen.
    (Das war bei uns früher sogar ein Thema im Mathematikunterricht.)

    Jetzt zu geistigen Beispielen:
    - Wenn ich mich an einen Traum erinnern will, darf ich mich nicht zu sehr anstrengen, sonst ist er weg. Wenn ich mich zu wenig anstrenge, kann ich mich nicht erinnern.

    - Wenn man sich zum Üben aufmacht und nichts will, wird auch nicht passieren, nur mit der rechten Anstrengung erhält man ein rechtes Ergebnis.

    Deshalb sagt Buddha in der oben genannten Sutte:

    "Ebenso auch, Sona, führt allzu straffe Anspannung der Willenskraft zur Aufregung, allzu schlaffe Anspannung aber zur Trägheit. Darum, Sona, halte dich an ein Ebenmaß deiner Willenskraft, erwirb dir ein Ebenmaß deiner Fähigkeiten..."

    Deshalb balanciert man die 5 geistigen Fähigkeiten in seiner Meditation aus.

    Irgendwo in den Sutten habe ich gelesen, dass der Buddha seinem Körper durch die Hungeraskese sehr geschadet hat. Er litt deshalb unter Rückenschmerzen.

    Eine Ausmerzung von Stolz kann ich hier nicht erkennen.

    Hier auch noch ein Link, was Mittlerer Weg ist, im Dhammacakkappavattana Sutta (der 1. gehaltenen Lehrrede Buddhas):

    Samyutta Nikaya 56


    Gruß

    Sven

  • Welche Meditationen lehrte der Buddha?

    • Sven
    • 12. August 2022 um 16:58
    Aravind:
    He Who Remains:

    Ich habe hier in Buddha's Discourses on Meditation die Meditationslehrreden aus dem Palikanon in der Übersetzung vom Ehrwürdigen Sujato zusammengetragen. Auf 266 Seiten, also nicht für jeden geeignet.

    Kann man nur herunterladen, wenn man bei scripd registriert

    Nein, Ich fand dort diesen vom Verfasser erstellten Downloadlink auf einen der ersten Seiten:

    Buddha’s Discourses on Meditation

    Edited by pamokkha, translated by Bhikkhu Sujato of SuttaCentral

    Version 1.0: 23.10.2019

    No rights reserved, 2019 München

    Keywords: Buddhism, Meditation, Early Buddhism

    Direct Download from OneDrive: Microsoft OneDrive – Greifen Sie überall auf Dateien zu. Erstellen Sie Dokumente mit der kostenlosen Office Online-Anwendung.

  • Palikanon lesen - wie einsteigen?

    • Sven
    • 9. August 2022 um 03:22

    Ein systematischer Einstieg:

    Der Weg zur Erlösung Buddhistische Handbibliothek 8 In den Worten der buddhistischen Urschriften Ausgewählt, übersetzt und erläutert von Nyanatiloka


    Aber auch:

    DAS WORT DES BUDDHA Eine systematische Übersicht der Lehre des Buddha in seinen eigenen Worten

  • Ein kritischer Blick auf den Achtsamkeitshype

    • Sven
    • 1. August 2022 um 07:53
    Aravind:

    ..Wenn man erst definieren muss, was Achtsamkeit bedeuten soll, dann gehört es wahrscheinlich nicht unter "Buddhismus und Wissenschaft".

    Wenn man in der Wissenschaft Alltagssprache verwendet, muss man diese Begriffe natürlich genau definieren.

    Man stelle sich vor zwei Chemiker streiten über die Eigenschaften von Alkohol (Alltagssprache). Einer sagt, es wäre ein hervorragendes Gleitmittel, da er Glycerin (ein Zuckeralkohol) meint und der andere behauptet, dass es doch fettlösend ist und deshalb gleiten eher verhindert, da er Ethanol/Ethylalkohol meint.

    Deshalb liebe ich die Pali-Begriffe im Theravada-Buddhismus, denn dort ist das, was gemeint ist, doch recht genau umrissen.

    Unter Achtsamkeit kann man z. B. auch Gründlichkeit, Umsicht. Sensibilität oder sogar Konzentration verstehen.
    Hier einmal einige Wortfelder für Achtsamkeit:

    ᐅ Achtsamkeit Synonym | Alle Synonyme - Bedeutungen - Ähnliche Wörter

    Wenn es z. B. mehrere Studien zum Thema Achtsamkeit gibt und eine versteht darunter Satipathana und die andere aber Achtsamkeit auf Konzepte (z. B. die A. des Scharfschützen) lassen sich diese nicht mehr vergleichen.

    Ich denke, dass dies gerade auf diesem Gebiet erst einmal eine gemeinsame Sprache, wie es sie fast in allen Wissenschaften gibt, gefunden werden muss, um überhaupt vergleichende Forschung betreiben zu können. Selbst bei einer Einzelstudie muss es meines Erachtens am Anfang eine exakte Definitionen geben, wenn der Alltagsbegriff nicht eindeutig ist.


    Gruß

    Sven

  • Ein kritischer Blick auf den Achtsamkeitshype

    • Sven
    • 29. Juli 2022 um 14:22

    Hi Hendrik,

    man muss die Dinge natürlich auch definieren, damit man nichts verwechselt. Im Allgemeine würde ich diese Definition annehmen:

    Achtsamkeit

    - macht die Zeit, in der man achtsam war, erinnerbar (Sati = Erinnerung)

    - hat einen höheren Energiebedarf

    - dient u. a. der Gefahrenabwehr, dem Lernen

    Beispiele:
    - Rollschuhlaufen lernen

    - eine befahrene Straße überqueren


    Im Gegensatz dazu gibt es die

    Trance (Autopilot)

    - ist normalerweise nicht erinnerbar

    - hat einen niedrigeren Energiebedarf

    - wird bei Situationen angewandt, die schon gelernt wurden und ungefährlich sind.

    Beispiele:

    - Autofahren bei langen Strecken (Autobahn)

    - Tagträumen

    - Monotone arbeiten erledigen


    Was man dem entnehmen kann, ist, dass beides immer in Bezug auf etwas angewandt wird. Hier wahrscheinlich mit dem Grund der biologischen Effizienz.

    Achtsamkeit als Selbstzweck als Mittelchen für "alles" kommt hier nicht vor. Es ist wahrscheinlich sogar umgekehrt, wenn man einen automatischen Vorgang achtsam betrachtet, läuft dieser nicht unbedingt mehr mit derselben Schnelligkeit und Präzision. Allerdings kann Achtsamkeit einen Fehler im Automatismus korrigieren. Beim Musizieren z. B. werden Stücke langsam und achtsam eingeübt, damit man sie später schnell und automatisch abrufen kann.

    Ich persönlich mag den Theravada-Buddhismus, da hier die Dinge genau benannt werden. Achtsamkeit ist hier kein Selbstzweck, sondern dient der endgültigen Befreiung vom Leiden und Achtsamkeit ist nicht die Achtsamkeit des Scharfschützen, sondern eine Achtsamkeit, die auf eine der vier im Satipatthana-Sutta genanten Grundlagen gerichtet ist.

    Diese Grundlagen sind sogenannte Dhammas (eine Art Bewusstseinsatom). Das heißt keine Achtsamkeit auf zusammengesetzte Konzepte (wie Mensch, Feind, Eltern, Tisch etc.), denn das wäre im Theravada-Sinne falsche Achtsamkeit (z. B. die des Scharfschützen)! Die Achtsamkeit ist auf die Herkunft dieser Konzepte gerichtet, um die darin enthaltenen Dhammas und damit auch automatisch ihre universellen Merkmale zu erkennen. Sie versucht immer tiefer in die Konzepte einzudringen bis man letztendlich bei den Dhammas landet. Dieses Erkennen ermöglicht erst die Ablösung von den Konzepten und das Reifen des Erlösungswunsches und anderer Bedingungen, die dann die Befreiung möglich machen.

    Nebenbeibemerkt, da es im Vortrag vorkam:

    Auch Karuma ("Empathie") etc. sind gut definiert und entsprechen nicht unserem allgemeinen Verständnis, obwohl sich diese falsche Verständnis auch bei den Theravadins eingeschlichen hat. Es ist eine "kalte" Form der Empathie nicht das Gefühl der Empathie, sondern eine Haltung (gehört zum sankhara-khanda), die sich aus den drei anderen Wurzeln nährt (Gierlosigkeit, Hasslosigkeit und Wissen).

    Beste Grüße

    Sven

  • Nirvikalpa Samadhi, die Vertiefungen, Satori, Kensho was ist was

    • Sven
    • 16. Juli 2022 um 09:46
    Keine Ahnung:

    Ich hab beim sitzen und anderen Übungen eigentlich gute Erfahrungen gemacht mit einfach so sitzen etc., Ziran, Jinen, Shizen, von selbst so, ohne mich zu bemühen. Mich selbst zu bemühen hat für mich eben etwas selbst bemühtes, ein sich selbst im Wege stehen. Bemühen ist ja gerade Wille, Ich.
    Gerade Maharishi's grundlegende Erfahrung war ja auch keine des Bemühens. Auch radikale Nondualisten wie Tony Parsons wiesen auf etwas ähnliches hin. Auch Buddhas Erwachen kann man so ähnlich lesen. Er gab das sich Bemühen auf, setzte sich einfach so unter einen Baum. Noch stärker ist das Element dann sicher bei Shinran, auch Hisamatsu verstehe ich so. Und im Daoismus ist es eh ein Hauptpunkt.
    Man kann ja einfach beides probieren.

    In den meisten buddhistischen Schulen gibt es den 8-fachen Pfad. Der enthält auch das Pfadglied rechte Anstrengung.

    Hier auch noch das berühmte Gleichnis mit der Laute zum rechten Maß des mittleren Weges:
    Anguttara Nikaya VI.55-60

    Bemühen ist zwar immer vom Willen begleitet, doch diese beiden sind auch unpersönlich und kein Ich.

    Sicherlich ist der Wille aber anders (die Richtung des Willens), wenn er als persönlich betrachtet wird.

    Gruß

    Sven

  • Nirvikalpa Samadhi, die Vertiefungen, Satori, Kensho was ist was

    • Sven
    • 14. Juli 2022 um 09:05
    Igor07:

    Hi, man kann es so mit dem Non-Dualen Zustand vergleichen, oder der Reine Zeuge.... es ist möglich, den Geschmack davon zu bekommen, wenn man wirklich sehr lange Zeit nach Patanjali Yoga praktiziert.

    LG.:)

    Der Non-Dualen Zustand kommt wohl aus dem Zen. Davon habe ich leider keine Ahnung.

    Laut Pantanjali ist Yoga das Verlöschen der "Gedankenprozesse" (citta vritti). Ein Gedankenprozess ist definiert als die kleinste Einheit von Erfahrung und Reaktion.


    Samadhi ist ein zeitbehafteter Zustand der den Reaktionteil eines einzigen Gedankenprozesses so ausdehnt, dass keine neuen Gedankenprozesse entstehen können und diese damit verlöschen.

    Wenn dieser Zustand ohne Nachjustierung des Geistes (nirvikalpa) erlangt wird, soll er die Samskaras (Karma) auslöschen können und wenn das geschehen ist, ist der Mensch frei und nicht mehr verstrickt mit dem Gedankenprozess. Das wäre dann das Zeugenbewusstsein.

    Wenn man "fleißig" ist, sich konzentrieren kann, eine gute Methodik hat (z. B. eine Sitzposition, in der man vom Körper unabgelenkt eine Stunde verweilen kann), könnte man pro Tag versuchen sich 10 Sekunden mehr auf das Meditationsobjekt zu konzentrieren. Nach einem Jahr hätte man dann eine Konzentrationsfähigkeit von ca. 60min.

    Der 3. Jhana-Faktor piti (freudige geistige Erregung) fängt etwa nach 15min Konzentration an. Danach ist es bedingt durch diesen Faktor leichter weiter durchzuhalten. Dies würde ich schon für einen wichtigen "Geschmack" halten.

    Gruß

    Sven

  • Nirvikalpa Samadhi, die Vertiefungen, Satori, Kensho was ist was

    • Sven
    • 13. Juli 2022 um 18:48

    Laut Patanjali entspricht das 1. Jhana der keimhaften Versenkung (savitarka, mit vitakka, savichara mit vichara) und alle anderen jhanas der keimlosen Versenkung.

    Vitarka/vitakka ist das Ausrichten des Geistes auf das Meditationsobjekt. Vichara das Untersuchen/Eingrenzen des Objektes (Gute Beschreubung dazu siehe Visuddhi Magga oder die Kommentare Sankaras zu Patanjalis Yogasutras.
    Beide sind mit Anstrengung verbunden und dienen dazu den Geist auf dem Objekt zu halten. Fällt diese Anstrengung weg und der Geist kann auch so das Objekt halten, ist die keimlose Versenkung erreicht.

    Gruß

    Sven

  • Paṭicca samuppāda - Ein paar Fragen an euch

    • Sven
    • 17. Januar 2022 um 13:22
    Bosluk:

    das Erleben der Bedingtheit beobachte ich ganz anders. Wenn ich die 12-gliedrige Kette mal außen vor lasse, sondern aufschreibe, wie ich es erlebe würde es so aussehen:

    ...

    So beobachte ich die Bedingtheit und sie ist so völlig anders, als die zwölfgliedrige Kette. Dieser Unterschied macht mich einfach stutzig.

    Richtig so. Da kann also was nicht stimmen. Es ist nicht unbedingt eine Bedingtheit im Sinne von "führt zu". Links und Rechts bedingen sich auch. Dies ist eine Gegenseitigkeitsbedingung. So gilt auch für die Paticca Samuppada, das Sankhara, Vinnana, Nama Rupa, salayatana etc. gleichzeitig da sind.

    Welche Bedingungsarten es gibt, findest du hier:

    paccaya

  • Rechte Anstrengung

    • Sven
    • 17. Januar 2022 um 12:57
    Monikadie4.:

    Mir kam dieser Satz auch gleich suspekt vor.

    Lieber Sven, entscheidend sind nicht irgendwelche Richtlinien oder Formationen. All das sind Hilfsmittel, so wie Wegweiser.

    Es gibt verschiedene Menschentypen, die auf ganz eigene Weise zur Befreiung kommen. Zum Beispiel

    Zitat

    14. "Ihr Bhikkhus, man findet sieben Arten von Personen [4] in der Welt. Welche sieben? Es sind:

    • einer, der auf beide Arten befreit ist,
    • einer, der durch Weisheit befreit ist,
    • ein Körperzeuge,
    • ein Ansichtsgereifter,
    • einer, der durch Vertrauen befreit ist,
    • ein Dhammaergebener und
    • ein Vertrauensergebener."
    • Majjhima Nikāya 70

      Puggala Paññatti Index

    _()_

    Alles anzeigen

    Ich kann aus den Texten nicht ableiten, dass es sich um verschiedene Wege handelt, sondern nur um verschiedene Menschentypen, bei denen jeweils andere Aspekte (bzw. auch Erkenntnistiefen) auf demselben Weg betont sind.

    Siehe dazu auch hier:
    Anguttara Nikaya IX.42-93

    (*1) In Erklärung der drei vorhergehenden Texte: Als 'Körperzeuge' (kāyasakkhi) gilt derjenige, der eine oder mehrere Vertiefungen ganz und gar meistert, der also in Geisteruhe (samatha) stark entwickelt ist, nicht aber im Hellblick (vipassanā). - Auch der 'Wissensrlöste' (paññā-vimutta) mag - wenn auch nicht notwendigerweise - die Vertiefungen teilweise oder ganz erreichen, meistert sie aber keineswegs in dem Grade wie der Körperzeuge; sein Vorzug besteht eben im Hellblick. - Im 'Beiderseitserlösten' (ubbhatobhāga-vimutta) sind sowohl die Vorzüge des Körperzeugen als auch des Weisheitserlösten vollkommen vertreten


    Siehe auch hier eine Übersicht:
    Sechste Reinheitsstufe 243-253

  • Rechte Anstrengung

    • Sven
    • 17. Januar 2022 um 12:29
    Ellviral:

    Na ja, ich habe das so gelernt,....

    Da hatte ich sofort den Gedanken: Das ist nicht entscheidend, hat er das Gelernte geübt, geprüft oder nur gelernt?

    Um eure Spekulationen zu beenden. Es war eine reine Höflichkeitsfloskel.

  • Rechte Anstrengung

    • Sven
    • 16. Januar 2022 um 13:21
    mukti:

    Vollkommen über die drei Daseinsmerkmale bewusst zu sein bedeutet für mich das Ende des Leids.

    Na ja, ich habe das so gelernt, dass es erst der Anfang ist, denn wenn die Welt in Formationen aufgelöst wurde und man in deren Daseinsmerkmale sieht. Werden zunächst verschiedene Erfahrungen gemacht.

    Zum Beispiel, dass aus diesen Formationen niemals echtes Glück entstehen kann (Augenmerk auf Merkmal Dukkha),

    dass man diesen Formationen komplett ausgeliefert ist (Denn man kann ja nicht sagen, eine Formation solle so oder so sein. Augenmerk auf Anatta). etc.

    Daraus erst bildet sich der Erlösungswunsch, der die Voraussetzung/Bedingung mit sich bringt, den Geist von den Formationen abwenden zu können.

    Erst dann soll der Geist in der Lage sein sich Nibbana zuzuwenden, um es zu erfahren. Hierbei werden gleichzeitig das Prinzip der 4 Edlen Wahrheiten und das Prinzip der Paticca Samupada vollständig erkannt.

    Erst so hat der Geist eine Alternative zu den leidhaften Formationen (nämlich nibbana) und ist auf diese nicht mehr angewiesen..

    Gruß

    Sven

  • Rechte Anstrengung

    • Sven
    • 15. Januar 2022 um 07:41
    mukti:
    Sven:

    Auch Sati kann Probleme machen und zu einer PTBS führen, wenn man z. B. bei einer Operation am offenen Herzen nur gelähmt anstatt narkotisiert ist.

    Das verstehe ich jetzt nicht so recht, in einer solchen Situation kann mich eigentlich nur Sati retten. Indem ich den Körper und was damit geschieht beobachte mit dem Wissen 'das bin ich nicht, das gehört mir nicht'. So ist es ja in Wirklichkeit und sich daran zu erinnern ist Sati.

    Ein Ansatz ist auch die Erinnerung daran dass alles vergänglich ist, wenn man also etwas bewahren will oder sich mit etwas identifiziert muss man leiden - das ist die Bewusstwerdung über die drei Daseinsmerkmale (ti lakkhana) Dukkha, Anicca und Anatta.

    Hier meinte ich eigentlich statt Sati lieber Vollnarkose anstatt "Wie verhalte ich mich am besten in dieser Situation?" Es kann natürlich sein, dass ein fortgeschrittener Buddhist zum Operateur sagt. Mir reicht die Körperlähmung durch Curare. Ich möchte das bewusst erleben. Also bitte keine Narkose :)

    Aber selbst in der Situation würde ich wohl eher versuchen mittels Konzentration die Achtsamkeit auf den Atem zu lenken, um alles andere auszuschalten. Also quasi Vollnarkose durch Konzentration. Das wäre mal rechte Anstrengung :)

    Denn, wenn du mittels Sati die allgemeine drei Daseinsmerkmale eines Dings erkennst, musst du auch gleichzeitig seine spezifischen Merkmale erfahren. Und bei längerem starken Schmerz können diese so intensiv sein, dass sich das in das Gehirn quasi einbrennen (Also im neuronalen Netz des Geistes quasi eine Autobahn mit Gefälle entsteht). Dadurch tauchen dann Erinnerungen daran ständig wieder auf und behindern den Alltag.

    Gruß

    Sven

  • Erfahrungen und Erklärungen

    • Sven
    • 15. Januar 2022 um 07:14
    shokanska:

    Der Grund für mein Posting ist aber ein anderer:

    Vorweg, ich konnte schon seit ich mich erinnere ein gewisses Gefühl in meinen Beinen hervorrufen dass einem Kribbeln ähnelt. Ich wusste und weiß bis heute nicht um welches Phänomen es sich dabei handelt und was es eigentlich ,,bringt,,. Dieses Gefühl ist nicht nur angenehm sondern auch ein wenig anstrengend und es kann intensiv werden.

    Dieses Gefühl kann ich (selten) in meinen Übungen auf meinen Oberkörper ausbreiten... lassen. oder wie auch immer. Manchmal, wenn mein Kopf sehr frei ist, funktioniert es besser.

    Ich dachte immer ich müsste etwas forcieren um es hervorzurufen, seit ein paar Tagen kommt mir aber vor dass der Schlüssel dazu einfach nur ,,der freie, leere Kopf,, ist. Es entsteht dann von alleine. Ein sehr fremdes Gefühl am ehesten vergleichbar mit, wie gesagt, einem kribbeln. Achja, ein Hinderniss, dieses Gefühl zu ,,erhalten,, ist es dass ich dabei meist zum atmen aufhöre (für die paar Sekunden eben) und wenn ich wieder Luft hole ist das ,, kribbeln,, weg. Ich kann sozusagen dabei nicht weiteratmen, wie komisch sich dass auch anhört. Aus diesem Grunde kann ich das Gefühl nur für wenige Sekunden halten.

    Dieses Kribbeln funktioniert bei mir viel besser im sitzen als im liegen, als zusätzliche Information.

    Schau dir mal deinen Zeigefinger eine Weile an (1-bis 2 min) und versuche auszumachen, was das Fingergefühl ausmacht, woraus es im Einzelnen besteht, also bevor es im Bewusstsein als statisch erscheint. Na, sollte dir bekannt vorkommen?

    Jetzt seh' mal nach, ob du so ein einzelnes Ding kontrollieren kannst (anatta), ob es irgendwie statisch ist oder sich ständig ändert (anicca), und ob das Ding irgendwie zufriedenstellend sein kann (dukkha).

    Das Kribbeln sind die ursprünglichen Körperformationen, die wohl physiologisch bedingt im entspannten körperliche Zustand verstärkt werden. Man kann daran schön und ganz einfach die Drei Daseinsmerkmale erkennen.

    Letztendlich wirst du feststellen, dass nicht nur das Körpergefühl sich in Kribbeln auflösen lässt, sondern auch die ganze andere Welt. Also zu guter Letzt alles von deinem Geist von diesem "Kribbeln" ausgehend konstruiert wird.

    Gruß

    Sven

  • Rechte Anstrengung

    • Sven
    • 10. Januar 2022 um 08:28
    mukti:

    Z.B. was bedeutet der Begriff "Achtsamkeit" für mich, wie erfahre ich Achtsamkeit, wie kann ich sie entwickeln und wohin führt sie? So wie man das versteht und erfährt praktiziert man es. Für mich hat Sati auch was mit Konzentration zu tun, ist aber im Wesentlichen ein Akt der Erinnerung der in jedem Fall anwendbar ist. Aber wenn ich müde bin mache ich auch ein Nickerchen und gegen Entspannungsübungen habe ich auch nichts.

    Konzentration schließt andere Dinge aus, die nicht zum Objekt der Konzentration gehören. Also, wenn ich eine spannenden Film sehe, merke ich eventuell nicht, dass die Blase schon drückt. Wenn ich an einer kreativen Lösung arbeite, ist Konzentration kontraproduktiv. Bei der Umsetzung einer so erlangten neuen Idee dann wieder produktiv.

    Sati (Achtsamkeit), macht die Erfahrung erinnerbar. Quasi nicht nur ein einfaches "Ich weiß, sondern ein "Ich weiß, dass ich weiß".
    Sati muss nicht mit Konzentration einhergehen, ob es umgekehrt geht also Konzentration ohne Sati, weiß ich dann natürlich nicht, da ich es nicht erinnern kann (eventuell gibt es aber Möglichkeiten es abzuleiten).
    Sati ist so etwas wie eine 2. Bewusstseinsspur. Normalerweise wird der Faktor Sati bei automatisch ablaufenden Dingen (Gehen, Autofahren etc.) wahrscheinlich aus energetischen Gründen vom biologischen System abgeschaltet.

    Auch Sati kann Probleme machen und zu einer PTBS führen, wenn man z. B. bei einer Operation am offenen Herzen nur gelähmt anstatt narkotisiert ist.

    Deshalb heißt es auch im Theravada "Rechte Achtsamkeit" also Sati auf eine der 4 Säulen der Achtsamkeit gerichtet (also auf die Ursachen der Phänomene und nicht auf deren Inhalte).

    Um das besser fassbar zu machen ein Beispiel (Nur des Verständnisses wegen! Ich bin gegen fast alle Drogen außer Koffein):
    Wenn jemand LSD nimmt, sollte er seine Achtsamkeit nicht auf die erscheinenden Halluzinationen verschwenden, sondern auf die (Fehl-)Funktionen im Geist, die zum Halluzinieren führen.

    Gruß

    Sven

  • Rechte Anstrengung

    • Sven
    • 8. Januar 2022 um 07:11
    mukti:

    Man muss ja nicht immer genau dasselbe machen. Z.B. wenn es für die Atembetrachtung an Konzentration mangelt kann man den Geisteszustand betrachten: 'zerstreut ist der Geist'.

    Das sehe ich nicht so. Nennen wir es einmal anders: "Unachtsam ist der Geist".
    Sobald ich das feststelle, hört die Unachtsamkeit aber auf, um daraufhin, wenn nicht genug Kraft da ist, wieder in Unachtsamkeit zu versinken. (Ausnahme: Wenn eigentlich genug Kraft da ist und die Unachtsamkeit andere Gründe hat, die ich durch Betrachten ändern kann.)

    Wenn jemand vom Alltag durch Arbeit und Familie völlig geschafft ist, dann fände ich es besser sich hinzulegen um z. B. Autogenes Training zu üben bzw. ein Nickerchen zu machen, anstatt fehlerhaft Konzentration bzw. Achtsamkeit zu üben.

    Gruß

    Sven

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

30-cover-uw-137-png

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.2.8
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download