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  1. Buddhaland Forum
  2. mukti

Beiträge von mukti

  • Majjhima Nikāya 55, Jīvaka Sutta

    • mukti
    • 13. September 2026 um 16:35
    Upasaka Dhammavicayo:

    Du stehst nicht ganz außerhalb. Dein Gemüse, dein Brot, dein Wasser kommen auch über Wege, in denen Lebewesen zu Schaden kommen können. Das muss man nicht zerreden. Es hilft, nicht stolz zu werden.

    Im Hinduismus habe ich die Gesinnung der Gewaltlosigkeit und Güte für alle Lebewesen kennen und schätzen gelernt. Leider ist es in dieser Welt kaum möglich, gar kein Leid zu verursachen aber man kann das verringern, soweit es eben geht. Das lehrt wohl auch der Buddha.

    Als ich 1978 aufgehört habe Fleisch zu essen, ist mir das nicht schwer gefallen, weil mir schon als Kind davor gegraust hat. Anderen Menschen fällt manches leicht, was mir schwer fällt, für Stolz oder "Ich bin besser" gibt es also keinen Grund.

    Übrigens wollte ich niemand ungefragt belehren, nur nach meiner Ansicht und Befindlichkeit über dieses Thema reflektieren. Wenn jemand eine andere Überzeugung hat, ist das seine Sache.

  • Majjhima Nikāya 55, Jīvaka Sutta

    • mukti
    • 13. September 2026 um 11:39

    Ich bin kein Mönch und kaufe mein Essen, wo es in großer Auswahl erhältlich ist. Der Markt wird bestimmt durch Angebot und Nachfrage: Wenn keine Nachfrage ist, gibt es kein Angebot. Die Tiere werden also für alle geschlachtet, die Fleisch essen wollen. Für mich nicht, ich ernähre mich vegetarisch.

  • Majjhima Nikāya 44, Cūḷavedallasutta

    • mukti
    • 9. September 2026 um 14:36
    Qualia:

    mukti Wenn ich verstehe, dass ich nichts von dem bin, was ich glaube oder annehme, bleibt nur Ich stehen, „Ich ohne Ich“ oder sonstiges Zugefügtes.

    Dieses Erscheinen ist leer von Inhalt, aber nicht nicht-existent.


    Das philosophische Nachdenken, Kontemplieren und Praktizieren dessen, was ich alles bin, lässt „Ich ohne Ich“ erscheinen, aber nicht von mir für wahr gehalten, denn „Ich bin“ muss etwas sein. Damit ist „Ich-bin“ weder Person noch Bewusstsein, sondern reines Auftreten.


    Die unbeseitigbare Gegenüberstellung von „Ich ohne Ich“ und „Ich bin“ die Welt.

    Alles anzeigen

    In dem Zusammenhang vielleicht interessant ist das Paliwort viññāna, gewöhnlich übersetzt mit Bewusstsein; vi-auseinander, ñāna-erkennen. Bewusstsein ist nach der Lehre nicht über sich selber bewusst, da ist immer Dualität: Bewusstsein und die Objekte die es erkennt.

    Bei einem Erwachten ist es wohl über das Ich bewusst, das ja zu Lebzeiten noch vorhanden ist, ohne sich damit zu identifizieren.

    Qualia:

    Was bleibt nach dem Sterben im Zerfallen? Weder „Ich ohne Ich“ noch „Ich bin“. Erst da hebt sich die Gegenüberstellung auf: nirodha beendet paṭiccasamuppāda, das bedingte Entstehen. Alles kehrt ohne Identität oder Individualität in die Quelle aller Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten ein, aus der es erschienen ist.

    Nach dem höchsten arupa-jhana vergeht das Bewusstsein und damit diese Dualität und so wird es wohl auch nach dem Tod eines Erwachten sein. Das ist eben nicht mehr fassbar: Er ist, er ist nicht, weder ist er noch ist er nicht, er ist und ist nicht - das trifft alles nicht zu, sagt der Buddha.

    Qualia:

    Wer bin ich dann, wenn ich das so wahrnehme? Diese Frage ist unweises Erwägen, sagt der Buddha. Was sollte er auch mehr erklären?

    Eben, man denkt sich halt was zusammen damit der Verstand Ruhe gibt. In der modernen westlichen Kultur will man ja alles mit dem Verstand ergründen.

  • Majjhima Nikāya 44, Cūḷavedallasutta

    • mukti
    • 9. September 2026 um 11:24

    Die ganze Welt hat also nichts mit mir zu tun, ich bin kein Teil von ihr. Ich nehme nichts an und lehne nichts ab, alles ist wie es ist - hören ist nur hören, sehen nur sehen, fühlen nur fühlen, erkennen nur erkennen.

    Wer bin ich dann, wenn ich das so wahrnehme? diese Frage ist unweises Erwägen, sagt der Buddha in M.2.: Werde ich sein? Bin ich? Bin ich nicht? Wie bin ich? Was bin ich? Das führt nur zu Ansichten: Es gibt ein Selbst, es gibt kein Selbst, das Selbst nimmt sich selbst wahr, das Nicht-Selbst nimmt das Selbst wahr, das Selbst ist ewig.

    Philosophisches Nachdenken kann die Wahrheit nicht offenbaren. Ich kann nur verstehen was ich nicht bin und auf dieser Grundlage versuchen die Triebe, den Fluss des Begehrens zu überwinden durch Erkennen, Kontrolle, rechten Gebrauch, Erdulden, Vermeiden, Entfernen und Entfalten (M.2.) Alles mündet in bhāvanā, Entfaltung der Wirklichkeit durch direkte Erfahrung.

  • Majjhima Nikāya 44, Cūḷavedallasutta

    • mukti
    • 6. September 2026 um 18:30
    Hue32:

    Wenn man das Sutta wirklich ernst nimmt, wird einem nämlich der gewohnte Boden unter den Füßen weggezogen.

    Da kann Angst entstehen. Das Verlöschen der Verblendung, also Nibbana, wird aber als das Erreichen höchster Sicherheit, Stätte höchsten Friedens und das Transzendente bezeichnet. Mit den Erfahrungen am achtfachen Pfad wächst allmählich dieses Vertrauen heran, bis es unerschütterlich ist.

  • Majjhima Nikāya 44, Cūḷavedallasutta

    • mukti
    • 6. September 2026 um 17:58
    Upasaka Dhammavicayo:

    Wenn du nach dem suchst, was deine Persönlichkeit ausmacht, findest du nur fünf Ansammlungen: den Körper, die Gefühle, die Wahrnehmungen, die geistigen Regungen und das Bewusstsein. Da ist kein geheimer Herrscher dahinter, keine Seele, die das Ganze zusammenhält. Es ist eine laufende Show aus diesen fünf Zutaten.

    Die Ursache für diese Show ist der Durst.

    Das habe ich mir so erklärt: Was ich wahrnehme, kann ich nicht sein. Z.B. nehme ich einen Tisch wahr, aber ich bin nicht der Tisch. Ich nehme den Körper, Gefühle, Gedanken und Willensregungen wahr, also bin ich dies alles nicht. Das Bewusstsein selber kann ich nicht wahrnehmen, sein Vorhandensein zeigt sich nur, indem ich über etwas bewusst bin. Bin ich nun das Bewusstsein, das alles wahrnimmt? Könnte ich mich selber als Bewusstsein wahrnehmen, wäre das Bewusstsein über sich selbst bewusst. Es wird aber so erfahren, dass es immer über etwas bewusst ist, das es selber nicht ist, nämlich über Sinnes- und Geistesobjekte.
    Ich bin aber über mich selbst bewusst, ich nehme ja meine Persönlichkeit wahr? Genauer betrachtet entspricht das nicht der Wirklichkeit, die Persönlichkeit ist eben auch nur ein Objekt der Wahrnehmung bzw. eine Erscheinung im Bewusstsein. Sie ist eine geistige Gestaltung, eine Vorstellung, die in Wirklichkeit nicht existiert. So wie eine Fata Morgana zwar vorhanden ist, jeder kann z.B. eine Oase sehen, aber es ist nur ein Bild ohne Substanz.
    Aufgrund von Unwissenheit und Begehren erscheint die Persönlichkeit als etwas reales, substantielles, in sich existierendes. 'Ich bin' bedeutet aber immer 'Ich bin dieses', nämlich Körper und Geist. Das bin ich eben in Wirklichkeit nicht.


    Eine Übung ist das Beobachten von Körper und Geist, ohne etwas davon zu ergreifen. Gewöhnlich nimmt man aber nur die Regungen auf der Oberfläche wahr. Mit entwickelter Sittlichkeit, Konzentration bzw. Sammlung, tiefgründiger Erkenntnis der drei Daseinsmerkmale und einer sehr stabilen Achtsamkeit, lässt sich die Wirklichkeit klar erkennen und anhaltende Loslösung erreichen.

  • Majjhima Nikāya 102, Pañcattayasuttaṃ

    • mukti
    • 5. September 2026 um 22:09
    Leonie:
    mukti:

    Die Erkenntnis reicht eben nicht tief genug.

    Aber diese Erkenntnis ist schon mal da -


    Und für das Weitere:

    Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

    So ist es und der Weg ist der achtfache Pfad.

  • Majjhima Nikāya 102, Pañcattayasuttaṃ

    • mukti
    • 5. September 2026 um 14:51
    Leonie:
    mukti:

    Ich kann das Selbst nicht augenblicklich loslassen, aber ich kann so handeln, dass das Ergreifen weniger wird.

    Wenn du erkennst, dass es nur eine Vorstellung von einem Selbst gibt und der Daseinstrieb nur auf diesen Vorstellungen und Ansichten eines vorgestellten Daseins beruht, dann fragt sich doch, weshalb du Vorstellungen und Ansichten ergreifst und an diesen "mehr oder weniger" fest hältst - worin besteht denn da der Sinn?

    Die Erkenntnis reicht eben nicht tief genug.

  • Majjhima Nikāya 102, Pañcattayasuttaṃ

    • mukti
    • 5. September 2026 um 12:12
    Leonie:
    mukti:

    wenn ich jetzt etwas Unrechtes tue, werde ich nachher leiden.

    Ich tue - Ich leide - damit hast du bereits automatisch Ich, mein und Selbst ergriffen - und es ist gleich, ob da noch eine Zeitzuschreibung hinzukommt.

    Ich kann das Selbst nicht augenblicklich loslassen, aber ich kann so handeln, dass das Ergreifen weniger wird.

    Leonie:
    mukti:

    Ich erfahre mich als Selbst und es interessiert mich, was nach dem Tod mit mir passiert.

    Aber du weißt das ja auch - und da ist es schon fraglich, ob die willens bist, das Selbstbewusstsein los zu lassen. Dann gilt es aber auch die Neugier los zu lassen, was nach dem Tod passiert - mit dir oder dem Selbst.

    Der Daseinstrieb wird in diesem Leben wohl nicht vollkommen versiegen. Je mehr ich mich aber um Befreiung bemühe, desto bessere Voraussetzungen schaffe ich, um im nächsten Leben weitermachen zu können.

  • Majjhima Nikāya 102, Pañcattayasuttaṃ

    • mukti
    • 5. September 2026 um 10:10
    Upasaka Dhammavicayo:

    Das Heute wird morgen zum Gestern, und was ich jetzt tue, wirkt eben genau in diese Tage hinein. Nur das Sorgen darum oder das Festhalten dran, das ist wirklich unnütz. Die Tage selbst sind einfach das, was sie sind.

    Für mich ist der Gedanke an die Zukunft schon eine wesentliche Motivation für rechtes Handeln - wenn ich jetzt etwas Unrechtes tue, werde ich nachher leiden. Wenn ich in der Gegenwart leide, habe ich in der Vergangenheit unrecht gehandelt. Wenn ich mich jetzt an den achtfachen Pfad halte, werde ich allmählich von Leid befreit werden.

    Upasaka Dhammavicayo:

    Der Buddha zählt diese ganzen Ansichten auf, und da sind es mal fünf Stück über die Zukunft und drei über die Vergangenheit. Aber das Entscheidende kommt danach.

    Mir wird klar, worin alle diese Meinungen eigentlich wurzeln. Es ist das Anhaften an den fünf Dingen, die wir im Alltag greifen: der Körper, die Gefühle, die Wahrnehmungen, die gedanklichen Regungen und das Bewusstsein. Sobald man eines dieser Dinge nimmt und denkt "Das bin ich" oder "Das gehört mir", fängt das Kopfzerbrechen an. Was passiert mit diesem Ich, wenn der Körper zerfällt? Dann strickt man sich eine Theorie zurecht, um sich selbst zu beruhigen.

    Mit der Anhaftung an diese fünf Dinge bin ich auf die Welt gekommen, ohne zu wissen dass ich das nicht bin oder besitze. Das habe ich erst später gehört, erwogen und für richtig befunden. Das hat aber die Anhaftung, das "Ich und Mein" nicht beendet, es ist nur die rechte Ansicht, die Grundlage für die Bemühung, rechte Gesinnung, Sittlichkeit, Achtsamkeit und Sammlung zu entwickeln, um das am Ende des Weges vollkommen zu durchschauen.

    Upasaka Dhammavicayo:

    Der Haken ist nur: All diese Standpunkte entstehen aus der Berührung mit der Welt. Wenn das Auge sieht, das Ohr hört, der Geist einen Gedanken fasst, und man daran Freude oder Ablehnung empfindet, dann greift man diesen Eindruck auf. Aus diesem Zugreifen wachsen dann die festen Ansichten. Sie sind nichts weiter als abhängige Gebilde, die kommen und gehen, sobald die Umstände sich ändern.

    Wer das deutlich sieht, der steigt aus diesem Spiel aus. Er braucht sich nicht mehr festzulegen, ob es ein Selbst gibt oder nicht, ob es nach dem Tod weitergeht oder aufhört. Das ist alles nur ein Gewirr von Gedanken, das einen festhält. Der Buddha hat diesen ganzen Dschungel hinter sich gelassen. Er sieht genau, wie diese Vorstellungen entstehen, wie sie sich auflösen, welches Leid sie im Schlepptau haben und wo der Ausweg liegt.

    Das sehe ich nicht deutlich genug, um aus diesem Spiel auszusteigen. Ich erfahre mich als Selbst und es interessiert mich, was nach dem Tod mit mir passiert. Der Buddha hat in vielen Lehrreden beschrieben, wo man überall hingeraten kann und dass erst der Stromeintritt vor dem Fall in niedrigere Daseinsformen bewahrt und dereinst zum vollständigen Erwachen führt.

    Upasaka Dhammavicayo:

    Deshalb hält er sich an keiner dieser Lehren fest. Er freut sich nicht über die eigene Meinung und ärgert sich nicht über die Meinung der anderen. Genau das ist der Ausweg. Man muss diese ganzen philosophischen Schubladen nicht durchdenken, um zur Ruhe zu kommen. Es reicht, die sechs Sinnestore zu verstehen und zu erkennen, dass alles, was man dort aufgreift, vergänglich ist. Darin liegt die echte Freiheit, nicht im Gewinnen einer theoretischen Debatte. 🙏

    Wenn die Vergänglichkeit nur ganz klar wäre, dann wäre alles gut. Manche Lehrreden enden ja mit dieser Einsicht der Hörer: "Da ging ihm das Auge der Weisheit auf: Alles Entstandene muss vergehen". Durchdenken und debattieren philosophischer Theorien wird nicht zu dieser Einsicht führen. Wenn die Unreinheiten, die aus Gier, Hass und Verblendung stammen, schon weitgehend beseitigt sind, kann das klare, direkte Erkennen der Vergänglichkeit stattfinden. Da gibt es für mich noch eine Menge zu tun.

  • Erfahrungsberichte bei der "Samadhi Sangha" (Dharmacharya Rodrigo Gonzalez Zimmerling)

    • mukti
    • 4. September 2026 um 17:40
    Hue32:

    Bei Rodrigo González habe ich jedenfalls den Eindruck, dass hier sehr viel mit spiritueller Autorität, großen Versprechungen und einer entsprechenden Selbstdarstellung gearbeitet wird.

    Mein Eindruck ist, dass er nicht frei von Selbstdarstellung ist. Ich halte es aber für durchaus möglich, dass das nicht seine einzige oder auch nur die dominierende Motivation ist. So genau habe ich mich mit ihm nicht auseinandergesetzt.

    Hue32:

    Aber einen spirituellen Lehrer kritisch auf mögliche Scharlatanerie zu prüfen, ist keine Intoleranz. Im Gegenteil: Gerade wer Befreiung verspricht, sollte sich besonders strenge Fragen gefallen lassen.

    Das sehe ich ähnlich, hast du ihm strenge Fragen gestellt? Aufgrund eines oberflächlichen Eindrucks sollte man jedenfalls niemanden verurteilen finde ich.

  • Erfahrungsberichte bei der "Samadhi Sangha" (Dharmacharya Rodrigo Gonzalez Zimmerling)

    • mukti
    • 4. September 2026 um 17:31
    KarmaHausmeister:
    mukti:

    Es kommt ja jeder selber drauf, was ihm gut tut.


    Leute, echt. Es geht doch nicht darum, was gut tut, sondern was zur Befreiung führt.


    Ihr verteidigt hier einen offensichtlichen Scharlatan unter dem Deckmantel von Toleranz.

    Unter "gut tun" habe ich das buddhistisch Heilsame gemeint, also Befreiung. Woran genau erkennst du, dass Zimmermann ein Scharlatan ist?

  • Erfahrungsberichte bei der "Samadhi Sangha" (Dharmacharya Rodrigo Gonzalez Zimmerling)

    • mukti
    • 4. September 2026 um 16:57
    KarmaHausmeister:

    Das ist keine strenge Auslegung, sondern hermeneutische Naivität, die in die Irre führt. Das sieht man auch an seinen Videos. Er lehrt oft einfach Unsinn, weil er es nicht versteht.

    So kann man es auch sehen, Zimmermann ist wiederum der Meinung, dass er authentischen Buddhismus unterrichtet. Es kommt ja jeder selber drauf, was ihm gut tut.


    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige." Nagarjuna

  • Erfahrungsberichte bei der "Samadhi Sangha" (Dharmacharya Rodrigo Gonzalez Zimmerling)

    • mukti
    • 4. September 2026 um 16:39
    KarmaHausmeister:
    mukti:

    Also ich glaube schon, dass man von ihm was lernen kann


    Das finde ich eine spannende Aussage. Was denkst Du, was man von ihm lernen könnte?

    Die Videos sehen mir nicht danach aus, dass er kein Wissen hätte oder alles falsch verstünde. Er dürfte sich schon intensiv mit dem Palikanon auseinandergesetzt haben und den achtfachen Pfad praktizieren, wie genau weiß ich aber nicht.

  • Erfahrungsberichte bei der "Samadhi Sangha" (Dharmacharya Rodrigo Gonzalez Zimmerling)

    • mukti
    • 4. September 2026 um 12:37

    Also ich glaube schon, dass man von ihm was lernen kann aber ich konnte kein rechtes Vertrauen zu ihm entwickeln, zu seiner Art der Autorität. Darum schaue ich mir das schon lange nicht mehr an und halte mich an Andere, die mir seriöser erscheinen. Nur mein persönlicher Eindruck.

  • Erfahrungsberichte bei der "Samadhi Sangha" (Dharmacharya Rodrigo Gonzalez Zimmerling)

    • mukti
    • 4. September 2026 um 09:35
    dampfwelle:

    Was mich immer ein wenig stutzig macht ist, dass man für seine Videos meist 11,90€ zahlen muss. Natürlich ist mir bewusst das man irgendwie Geld verdienen muss (so auch Rodrigo), wenn man in der Wirtschaft überleben oder an Essen kommen will, aber dennoch finde ich es hat einen komischen Beigeschmack.

    Hallo,

    Ich habe mir das nur mal angesehen und habe sonst keinen Kontakt. Man sollte aus der Lehre kein Geschäft machen, daher ist im Theravada Dana üblich, freiwillige Spende an den Lehrer. Videos über die Lehre gibt es jede Menge, auch viele von Ordinierten die Jahrzehnte als Mönch praktizieren, dafür wird kein Geld verlangt.

  • Einfach mal 'Danke' sagen

    • mukti
    • 2. September 2026 um 09:56

    Bedanke mich auch bei dir für die Belebung des Theravada-Forums auf so authentische und verständnisvolle Weise.

  • Aṅguttara Nikāya 9:13, Mahā-Kotthita Sutta

    • mukti
    • 1. September 2026 um 14:15
    Schneelöwin:
    mukti:

    Gewöhnlich fehlt nur die Erkenntnis, dass man gar nichts braucht und dass jegliches Ergreifen mit Begehren oder Aversion immer nur eine Ruhestörung ist.

    Zu dem nichts brauchen und nicht begehren: Ich begehre und brauche schon manche komfortablen Dinge.

    Und ich verstehe die Praxis so, wenn es vorbei ist oder kaputt oder nicht mehr existent, dass dann kein Leid mehr entsteht, weil man (bei fortgeschrittener Praxis) garnicht mehr dem Verlust nachhängt, weil bestimmte Gedanken nicht mehr auftauchen.

    Darüber will und kann ich nicht urteilen, aber bei mir ist es so: Wenn ich unter einem Verlust nicht leide, dann habe ich das Ding nicht wirklich gebraucht und war auch nicht daran angehaftet. Was ich wirklich brauche ist sehr wenig, der überwiegende Teil ist Luxus und an den bin ich schon angehaftet. Sonst würde ich mich nicht bemühen, das alles zu erhalten.


    Ich habe öfter mit dem äußersten Minimum gelebt und habe mich dabei richtig wohl und frei gefühlt. Ich musste mich um nichts anderes mehr kümmern als um die Einsicht, dass ich nicht einmal der Besitzer dieses Körpers und Geistes bin. Ich habe aber immer wieder Begehren nach mehr und dann Anhaftungen und hinderliche Gewohnheiten entwickelt. Der Verlust dieser Freiheit ist auch etwas, das Trauer aufsteigen lässt. Immerhin habe ich den Pfad der Einsicht und Befreiung nie aus den Augen verloren und praktiziere jetzt halt so recht und schlecht. Mittlerweile bin ich wieder dabei, unnötigen Ballast abzubauen.

  • Aṅguttara Nikāya 9:13, Mahā-Kotthita Sutta

    • mukti
    • 1. September 2026 um 11:03
    Upasaka Dhammavicayo:

    Es geht um die nüchterne, alltägliche Arbeit, immer wieder die Finger von dem zu lassen, was einen nur täuscht. Jedes angenehme Gefühl, jede scheinbar feste Meinung, jeder Regung im Kopf wird zur Baustelle.

    Du weißt, dass das Ziel der vollkommene Frieden ist, das Erlöschen des Durstes. Aber dieser Frieden zeigt sich nicht irgendwann in der Zukunft. Er zeigt sich genau in diesem Loslassen, in diesem schlichten Anerkennen: Auch das ist nicht ich, auch das gehört mir nicht, auch das bin ich nicht. Das heilige Leben hat seinen Zweck genau hier erfüllt, in dem Augenblick, wo du etwas festhältst und es bewusst wieder gehen lässt. Es ist ein Weg des Erkennens, der gleichzeitig das Loslassen ist. Ein ganz einfacher, gerader Weg, der doch die ganze Aufmerksamkeit fordert, die du aufbringen kannst. 🙏

    Ist das nicht eigentlich die konsequente Weiterführung von etwas, das jeder Mensch immer wieder mal macht? Wenn man einer Sinneswahrnehmung, einem Gefühl, einem Gedanken oder einer Willensregung nicht nachgehen möchte, zieht man die Aufmerksamkeit davon ab, identifiziert sich nicht damit, ergreift es nicht und bewahrt seine Ruhe, man braucht das jetzt nicht. Gewöhnlich fehlt nur die Erkenntnis, dass man gar nichts braucht und dass jegliches Ergreifen mit Begehren oder Aversion immer nur eine Ruhestörung ist.

  • Working Class Dharma

    • mukti
    • 31. August 2026 um 07:41
    lotusbomber:

    Die eigentliche Frage: Kennt jemand Projekte – Gegenwart, Vergangenheit - bei denen in "Brennpunkten" meditiert wird. Vor ein paar Jahren war in der National Geographic mal ein Artikel über wen, der Vipassana in Thai-Knästen anbietet. Sowas meine ich nicht. Eher sowas wie Streetwork mit Dharma.. Habt hr von solchen Projekten gehört, vielleicht auch, mit welchem Ergebnis?

    Es sind ja alle buddhistischen Zentren und Tempel für alle Menschen zugänglich, auch für die "Working Class". Streetwork wendet sich dagegen an Personen mit verschiedenen Problemlagen, wie Drogen- oder Alkoholabhängige, Obdachlose usw. Wie sollte denn buddhistische Streetwork für einfache Arbeiter aussehen, etwa Werbung für Meditationskurse vor Fabriken ?

  • Working Class Dharma

    • mukti
    • 30. August 2026 um 19:09
    lotusbomber:

    Vor ein paar Jahren war in der National Geographic mal ein Artikel über wen, der Vipassana in Thai-Knästen anbietet. Sowas meine ich nicht.

    Oje, das habe ich übersehen. Naja jetzt steht es nun mal da, schadet ja nicht.

  • Working Class Dharma

    • mukti
    • 30. August 2026 um 18:52
    lotusbomber:

    Kennt jemand Projekte – Gegenwart, Vergangenheit - bei denen in "Brennpunkten" meditiert wird. Vor ein paar Jahren war in der National Geographic mal ein Artikel über wen, der Vipassana in Thai-Knästen anbietet. Sowas meine ich nicht. Eher sowas wie Streetwork mit Dharma.. Habt hr von solchen Projekten gehört, vielleicht auch, mit welchem Ergebnis?

    Vipassana in Gefängnissen:


    "Vipassana-Meditationskurse wurden erstmals 1975 in Gefängnissen in Indien unterrichtet. Von da an haben sie sich in der ganzen Welt verbreitet. Kurse in Gefängnissen wurden in vielen Teilen der Welt abgehalten – in Amerika, Europa, Asien und Neuseeland. In Nordamerika wurden über dreißig zehntägige Kurse für mehr als 250 Teilnehmer in fünf Justizvollzugsanstalten durchgeführt. In Europa wurden Kurse in Irland (2015), Spanien (2003), dem Vereinigten Königreich (1998) und Israel (2007) abgehalten.

    Im Jahr 1994 wurde der größte Vipassana-Kurs der Neuzeit im Tihar-Gefängnis (Indien) mit über 1.000 Teilnehmern durchgeführt. In Indien gibt es mehrere ständige Zentren in Gefängnissen. Mit sechzig bis achtzig Kursen in über fünfzehn Gefängnissen pro Jahr empfiehlt die indische Regierung die Vipassana-Meditation als Standard für die soziale Rehabilitation. Außerdem nehmen Gefängnisbeamte und Führungskräfte an Vipassana-Kursen teil, um ihre Professionalität zu fördern und Stress abzubauen.
    Weitere Kurse wurden in Taiwan, der Mongolei, Thailand und Mexiko durchgeführt. In Nordamerika wurde ein Trust gegründet, der sich ausschließlich der Einführung der Vipassana-Meditation in Gefängnissen widmet. Bis heute haben Tausende von Insassen in aller Welt erfolgreich an zehntägigen Gefängniskursen teilgenommen."

    Quelle

  • Majjhima Nikāya 5, Anaṅgaṇa Sutta

    • mukti
    • 30. August 2026 um 18:51

    Die Quelle anzugeben wäre wohl nicht schlecht, also einen Link zu dem Sutta.

    Dann kann man es auf einfache Weise nachlesen.

  • Majjhima Nikāya 37, Cūḷataṇhāsaṅkhayasutta

    • mukti
    • 30. August 2026 um 10:50
    Qualia:

    Ich bin mir absolut sicher das jeder Erwachsene die Erleichterung erfahren hat bei dem Gedanken: „Das ist gar nicht mein Problem! Ich habe es zu meinem gemacht.“


    Diese Erfahrung nennt man Erleuchtung. Bei der Ersten bemerkt man noch nicht das man fast sofort ein anderes Problem zu seinem macht und sich wieder in Bemühen und Entsagung/Askese begibt. Doch die Befreiung vom ersten Problem ist noch durchleuchtend und man kann, wenn man es sieht, sich immer öfter von Problemen und Dingen befreien, die man zu seinen gemacht hat. Der letzte Schritt ist, zu erkennen das man nicht die Person ist, sondern dass meine Person nur eine Rolle ist. Ich bin immer nur ich. Alles andere ist Samsara, in dem, mit und durch das ich lebe, niemals mehr Samsara bin.

    Da beschreibst du gut das Prinzip finde ich. Wenn der Gedanke "Das ist gar nicht mein Problem" eine direkte Erkenntnis ist, verschwindet das Problem.

    Damit der Gedanke, dass man nicht die Person ist, zu einer direkten Erkenntnis wird, bedarf es nach meiner Erfahrung der Bemühung am gesamten achtfachen Pfad.

  • Majjhima Nikāya 37, Cūḷataṇhāsaṅkhayasutta

    • mukti
    • 30. August 2026 um 10:07

    Ein Problem ist, dass man ohne Freude nicht leben kann. Solange man das Glück der Loslösung nicht erfährt, muss man weltliches Glück ergreifen. Gerade dadurch behindert man aber die Entwicklung dieses überweltlichen Glücks. Also muss man sich mit Vertrauen, Erkenntnis und Willenskraft um Entsagung bemühen und der Spur des höheren Glücks folgen, das sich langsam entwickelt. Das kann ein langer und schwieriger Vorgang sein.

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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