Allgemein lässt sich wohl sagen, rechte Rede ist ohne Gier, Hass und Verblendung. Davon ist aber kaum jemand vollkommen befreit und oft merkt man es selber gar nicht, wenn diese Geistestrübungen bei der eigenen Rede im Spiel sind. Da bedarf es besonderer Achtsamkeit, sowie der Bereitschaft zur Einsicht, wenn man darauf aufmerksam gemacht wird. Das sollte wiederum keine schroffe Zurechtweisung sein, eher ein freundlicher Hinweis.
Ich finde, damit hast Du Deine Frage schon ziemlich gut beantwortet…
Das ist halt sehr allgemein gehalten, es ist ja nicht immer gleich ersichtlich, wo sich das Begehren versteckt. Etwa, wie KarmaHausmeistersagt, hinter der Absicht, die eigene Position durchzusetzen. Da bedarf es wohl der Introspektion: Ist meine Ansicht eine unbezweifelbare Erkenntnis, oder nur eine Vermutung, die für mich hilfreich ist? Wenn es nur eine Vermutung ist, wären Duelle zu vermeiden, indem man sie als solche kennzeichnet - "So sehe ich das", "Das ist meine persönliche Arbeitshypothese" und dergleichen. Da geht es also um Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit, was ja ein wesentliches Merkmal rechter Rede ist.
Wenn man sich eingesteht, dass man die höchste Wahrheit nicht verwirklicht hat, kann eine Diskussion dazu beitragen, ihr näherzukommen. Oft findet sich dabei etwas, das man selber nicht berücksichtigt hat oder nicht berücksichtigen wollte, um die eigene Position nicht zu gefährden. Wobei man sich wieder selber fragen kann, ob man grundsätzlich dazu bereit ist, etwas fallen zu lassen, das sich als unzulänglich erweist.
Es gibt so viele Aspekte beim Diskutieren, etwa Rücksichtnahme: Der Verzicht auf etwas, das von jemandem als störend empfunden wird. Besondere Rücksicht für die Moderatoren, deren unentgeltliche Arbeit Wertschätzung und Dankbarkeit verdient und für den Forumseigner, der alles ohne Gegenleistung zur Verfügung stellt. Er darf sich zurecht buddhistische Gelassenheit anstatt der Zensurvorwürfe wünschen und erwarten, dass dem nachgekommen wird. Was wieder den Aspekt "Vertrauen" aufwirft usw. usw.