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  1. Buddhaland Forum
  2. Dudjom

Beiträge von Dudjom

  • Karma: Scheißleben - selbst Schuld?

    • Dudjom
    • 24. August 2010 um 07:23
    Hurai:

    Wie sag ich das am besten... Also ich persönlich glaube nicht an Götter, auch nicht an diesen einen Gott, wie ich ihn vom Christentum kenne.


    Ich glaube auch nicht dran, d.h. ich glaube nicht, dass sie wahrhaft existieren, aber ich "arbeite" mit "sowas Ähnlichem" wie "Götter" und zwar sehr erfolgreich. :D

    Hurai:


    Naja, dann hat hier jemand gemeint, dass es eher den Hinduismus betrifft?


    Ach weißt du, die Leute meinen viel. Vor allem jene, die die Lehre des Buddhas nicht studieren und ihre eigene Meinung für so klug und bedeutend halten.

    Hurai:


    Ach und wegen der Frage, was die christliche Lehre dazu sagt: Man soll da doch alles und jedem vergeben, ...


    Das ist auch im Buddhismus so, denn derjenige der unter dem Einfluss seiner Unwissenheit negatives tut, der kann ja in bestimmtem Sinne nichts dafür, hat die Konsequenzen später auszubaden und ist also Gegenstand von Mitgefühl.

    Hurai:


    Ich finde das Christentum daher auch so dämlich, tut mir Leid, will hier keinen beleidigen oder so, aber es gibt so viele Fälle von pedophilen Pfarrern und so, da hört es sich für mich an, als sollte das "Vergebegungs-Gelaber" lediglich eine Ausrede(ein passenderes Wort ist mir gerade nicht eingefallen^^) sein.


    Du musst unterscheiden zwischen der Lehre und den Menschen. Auch unter Buddhisten wirst du welche finden, die Unrechtes tun. Das hat aber mit der Lehre nicht viel zu tun, denn die beihaltet ja wie man sich richtig verhält.

    Hurai:


    Jedenfalls, wenn ihr an schlechtes Karma glaubt und daran, dass es die Ursache für ein Scheißleben ist, könnt ihr das z.B. einem Vergewaltigungsopfer ins Gesicht sagen? Glaubt ihr dann immer noch fest daran? Vielleicht gibt es ja ein paar hier, die ähnliches durchlebt haben und trotzdem an sowas glauben.


    Auch wenn es Karma gibt und alles was wir an Gutem oder Schlechtem erleben die Folge von Karma und damit die Folge von Taten und Gedanken, ist, so muss man doch unterscheiden, wann es angebracht ist, dies zu sagen und wann nicht. Einem Leidenden ist mitfühlend sein Leid zu mildern, dem hilft es nichts, wenn er einen Vortrag über Karma bekommt. Aber man kann einen Leidenden unter Umständen dazu bringen Gutes zu tun und die positiven Folgen davon zu spüren ohne über Karma zu reden.

    LG

  • Karma: Scheißleben - selbst Schuld?

    • Dudjom
    • 23. August 2010 um 16:03
    Hurai:

    Nun, wie gehen Buddhisten mit dem Opfer um? Helfen sie dem Opfer trotzdem? Oder nicht? Denken sie wirklich: Er/sie ist ja selbst Schuld daran?

    Wie gehen den Christen damit um? Verhalten sich Christen alle gleich? Wenn nein, warum fragst du dann nach "Buddhisten"?
    Wenn wir also nicht nach Christen fragen können, weil der eine sich so und der andere sich anders verhält, was sagt denn die christliche Lehre dazu?

    LG

  • Karma: Scheißleben - selbst Schuld?

    • Dudjom
    • 23. August 2010 um 09:37
    Lena:
    Dudjom:

    Das ist die Wirkung von Karma, ja. Aber das ist kein Grund nicht Mitgefühl zu haben.
    Außerdem: Ein ander Mal erwischt es uns.

    in einem gewissen Sinne haben es sich die sterbenden Kinder also selbst eingebrockt...
    Die Spätwirkung früheren unwissenden Handelns....

    So wie wir uns unsere Wiedergeburt in den niederen Bereichen eingebrockt haben, und all unser zukünftiges Leid, wenn wir nichts dagegen tun, obwohl wir die Gelegenheit dazu haben.

    Andere haben nicht die Gelegenheit, weil sie - obwohl als Mensch geboren - doch unter erbärmlichen Zuständen leben müssen wie Krieg, Hunger, Diktatur und fehlende Religionsfreiheit usw usf ... aber auch dies ist die Wirkung vergangener Taten.

    LG

  • Karma: Scheißleben - selbst Schuld?

    • Dudjom
    • 23. August 2010 um 07:54
    Lena:

    und die Kinder, die jetzt in Pakistan ersaufen - einfach schlechtes Karma?

    Das ist die Wirkung von Karma, ja. Aber das ist kein Grund nicht Mitgefühl zu haben.
    Außerdem: Ein ander Mal erwischt es uns.

    Lena:

    Wieso muss ich plötzlich an die katholische Erbsünde denken?...


    Weil du den Unterschied nicht verstehst. Wahrscheinlich verbindest du "unwissendes Handeln" mit "moralischer Schuld" - ein Problem mit dem viele Christen lange zu kämpfen haben, wenn sie sich dem Buddhismus nähern. Unwissenheit ist doch gerade der Grund für Mitgefühl, und nicht etwa für Schelte.

    LG

  • Karma: Scheißleben - selbst Schuld?

    • Dudjom
    • 22. August 2010 um 21:16

    Lamrim kann man auch systematisch studieren: ;)
    http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=14&t=3789

  • Karma: Scheißleben - selbst Schuld?

    • Dudjom
    • 22. August 2010 um 21:07
    BigR:

    Dudjom, kennst du hierzu vielleicht gute Literatur? Mich würde dieses Thema sehr interessieren denn das ist etwas was ich schwer nachvollziehen kann.


    Die entsprechenden Kapitel im Lamrim Chenmo (Band 1, englisch) von Tsongkhapa sind das Beste, was ich bislang zur Karmalehre gefunden habe. Vielleicht gibt es noch Besseres (?), ich glaube aber kaum, dass es eine systematischere Darstellung gibt. Tsongkhapa selbst systematisiert darin Schriften von Vasubandhu, Asanga, Shantideva, Nagarjuna u.a.

    LG

  • Karma: Scheißleben - selbst Schuld?

    • Dudjom
    • 22. August 2010 um 20:49
    Hurai:

    Aber: Soweit ich das mit dem Karma verstanden habe, soll jeder, dem es im jetzigen Leben schlecht geht, in einem früheren Leben etwas schlimmes getan bzw. schlechtes Karma gesammelt haben. Stimmt das?


    Nicht in einem früheren Leben und auch nicht etwas schlimmes und auch nicht notwendigerweise "schlimm", aber auf jeden Fall verblendet. Denn auch "gute" Taten führen zu karmisch bedingten Wiedergeburten, in denen man, weil auch anderes Karma zur Reife gelangt, durchaus Negatives erfahren kann.
    Tatsächlich handelt es sich um eine Anhäufung über zahllose Leben von fast unendlich vielen Taten, Gedanken und Motivationen, die sich gegenseitig verstärken oder auch abschwächen und irgendwann, nur wenn die Bedingungen gegeben sind, die entsprechenden Wirkungen nach sich ziehen. Bestimmtes Karma führt auch zu Wirkungen in dem Leben, in dem die Taten begangen wurden.
    Es gibt Karma, welches die Daseinsform selbst bestimmt und Karma, welches das Erleben inerhalb der Daseinsformen bestimmt.
    Ein höchst komplexes Thema, dessen "Verständnis" aber sehr wichtig ist.


    LG

  • Laiengelübde?

    • Dudjom
    • 21. August 2010 um 09:14
    Maymoon:

    Hallo thecap,

    Die fünf Silas sind für mich eigentlich selbstverständlich....


    Gratuliere! :)

    Maymoon:

    Ob das meine bisherigen Erfolge beim Meditieren auf die grüne Tara erklärt?
    Namaste

    Ganz sicher! :D

    Liebe Grüße

  • zu einer Buddha Figur beten bzw. meditieren

    • Dudjom
    • 21. August 2010 um 09:12

    Hallo

    matt608:

    Ich habe schon öfters in Thailand den Menschen beim beten bzw. Meditieren zu geschaut, wenn sie sich zum Beispiel einer Buddha Figur zuwenden. Was für eine Bedeutung haben dabei die Räucherstäbchen und Blumen genau?

    Was es für die Thailänder bedeutet, weiß ich nicht, aber was es bei "uns" bedeutet ist, dass die Regeln der Zuflucht beinhalten, den 3 Juwelen regelmäßig Gaben darzubringen.

    LG

  • Sich mit der Vergangenheit aussöhnen?

    • Dudjom
    • 14. August 2010 um 19:51

    foula


    Noch ein Ansatz:

    Wem nützen deine Erinnerungen? Helfen Sie irgendjemandem? Können Sie Geschehenes rückgängig machen? Weder können Sie Geschehenes rückgängig machen, noch helfen sie jemandem ... im Gegenteil, sie schaden dir. Diese Erinnerungen lassen dich leiden und sind zu nichts Nutze. Erkenne also diese Erinnerungen als bloße Gedanken. Wenn du diese Gedanken schon nicht abstellen kannst, weil du sie so sehr antrainiert hast und zur Gewohnheit hast werden lassen, dann richte ab nun wenigstens deine gesamte Energie darauf dich nicht auf sie einzulassen. Grade so als wie du eine heiße Herdplatte nicht anfasst und sie dir deswegen nicht schaden kann, verhalte dich grade so auch diesen Gedanken gegenüber, wenn sie ohne dein Zutun erscheinen. Sag einfach "Ach da seid ihr ja schon wieder ..." und wink sie durch .. schalte "auf Durchzug".
    Hüte dich auch davor selbst aktiv weiterhin Gedanken in diese Richtung zu erzeugen. Hier kannst du sehr gut Achtsamkeit üben!
    Du wirst sehen, dass diese erinnernden Gedanken weniger werden, wenn du sie nicht mit ängstlicher Beachtung fütterst. Sieh ein dass diese Gedanken schädlich, unnütz und leidhaft sind. Da du dein Leid reduzieren willst, betrachte diese Gedanken als Feinde, denen du besser aus dem Weg gehst und die du nicht mehr weiter "hochzüchten" willst. Aber als Feinde die du nicht hasst, weil das sie nur weiter nähren würde. "Schlage" sie mit Liebe - wenn dir dies liegt ... sie sind ja schließlich "ein Teil von dir" ;)

    LG

  • Sich mit der Vergangenheit aussöhnen?

    • Dudjom
    • 14. August 2010 um 14:26
    foula72:

    Das stimmt alles jeweils für sich und beschreibt auch sehr treffend die Problematik meiner Frage aber das Hauptproblem ist der Weg welchen ich zur Überwindung einschlagen soll. Sumedha schreibt, dass es sicher eine Vielfalt von Methoden gibt. Und ich sehe, höre und lese den Wald vor Blättern nicht. :?:

    Vertrauen ist der Weg.

    Und du sagst dann vielleicht: "In wen oder was? Ich verstehe immer noch Bahnhof."

    Meine Antwort wäre dann: In die drei Juwelen - In Buddha, den Weg den er lehrt und die ihm nachfolgende Gemeinschaft. Das dritte Juwel ist am schwersten zu "fassen" und ergibt sich immer deutlicher "auf dem Weg".

    Du sagst vielleicht: "Aber Vertrauen kann ich nicht auf Knopfdruck haben"

    Dann würde ich sagen: "Klar, das kommt auch erst dann, wenn man ernsthaft beginnt."

    Oder hast du die Erwartung, dass dir hier was anderes empfohlen wird?

    Das hat doch Ji'un Ken bereits getan:

    Ji'un Ken:

    Manchmal hilft übrigens auch ein gutes Gespräch mit Freunden, einem Pastor oder einem Therapeuten, um einen Einstieg zu finden. Es muss also nichts speziell "buddhistisches" sein.

    Obwohl ich mich der Empfehlung "Pastor oder Therapeut" nicht unbedingt anschließe, liegt es dennoch an dir.


    LG

  • Sich mit der Vergangenheit aussöhnen?

    • Dudjom
    • 14. August 2010 um 12:23
    accinca:
    Dudjom:


    Wozu Gedanken an etwas, das nun wirklich sogar im ganz konventionellen Sinne nicht existiert. wozu solche Gedanken kultivieren? Warum eine Vergangenheitsmeditation betreiben?


    Es gibt allerdings Dinge die sind weder schwarz noch weiß:
    "Da ist, ihr Mönche, der edle Jünger achtsam, ist mit höchster Geistesgegenwart begabt:
    Was da einst getan, einst gesagt wurde, daran denkt er, daran erinnert er sich." (z.B. M 53)
    Es kommt da nicht darauf an wie real etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt ist oder war.
    Ebenso ist es mit dem vermeiden von Lügen über vergangene Dinge oder das Erinnern an
    heilsame Dinge und hilfreiche Dinge. Gäbe es kein erinnern an das Leiden der Vergangenheit,
    dann gäbe es auch keine Befreiung vom Leiden denn man wüßte nichts mehr davon.

    Alles anzeigen

    Da hast du recht, lieber accinca. Wenn Erinnerung förderlich ist, in dem Sinne, dass sie in der Gegenwart dabei hilft Falsches zu lassen und Richtiges zu tun, dann ist es sicherlich so wie du schreibst. Dann ist es ein Methode des Geistestrainings, bestimmte Gedanken zu kultivieren, selbst dann, wenn die Objekte dieser Gedanken außerhalb dieser Gedanken nicht existent sind.
    Meine Bemerkung bezog sich auf den Kontext, den foula schildert. Denn wenn es weder vor noch zurück geht und nur Blockade das Resultat ist, dann ist es besser per Analyse die fiktive Vergangenheit endgültig abzuschneiden. Wenn aber die "Dämonen der Vergangenheit" stärker sind als die analytische Kraft des eigenen Geistes (idR mangels konzentrativer Kapazität und Erfahrung mit Analyse), dann ist - wie bereits gesagt - eine Reinigungspraxis anzuwenden.

    LG

  • Sich mit der Vergangenheit aussöhnen?

    • Dudjom
    • 13. August 2010 um 20:37

    Im tibetischen gibt's für solche Zwecke die 35 Bekenntnisbuddhas oder auch Vajrasattva. Ich persönlich finde die Praxis der 35 Bekenntnisbuddhas extrem effektiv. ... Aber man braucht einen "Draht" dazu. Der "Draht" ist oft der Lehrer, der die "Verbindung" herstellt.

    LG

  • Sich mit der Vergangenheit aussöhnen?

    • Dudjom
    • 13. August 2010 um 20:30
    foula72:


    Hallo Dudjom, danke für Deine Antwort. Hm, warum die Gedanken an die Vergangenheit? Weil auch ich Anderen Unrecht angetan habe, weil auch ich mich schuldig gemacht habe und weil diese Dinge ständig durch den Kopf gehen. Wenn ich z.B. in der Meditation bin, nehme ich blitzartige Erinnerungen wahr, die mit der Vergangenheit zu tun haben; ich nehme sie wahr, versuche sie nicht zu bewerten aber sie kommen immer wieder. Auch ist der Schmerz immer wieder da, zu wissen, dass ich Fehler gemacht habe: mir selbst gegenüber aber eben auch anderen.


    Reinigungspraxis. Auch wenn nun vielleicht einige aufheulen mögen, denen das fremd ist. Reinigungspraxis ist in solchen Fällen angezeigt. Ist aber natürlich davon abhängig in welcher Tradition man praktiziert.

    foula72:

    So gern möchte auch ich mich mit der Vergangenheit aussöhnen aber das WIE fehlt mir noch. Ich bin mir 100% sicher, dass auch ich andere verletzt habe, auch das würde ich gerne aussöhnen.


    Bekenne deine schlechten Taten, bereue sie von ganzem Herzen und nimmt dir vor, sie nie wieder zu begehen. Die an die du dich erinnerst, versinnbildlichen dabei nur die, welche du seit angfangloser Zeit begangen hast. Und mach das vor "Zeugen" (klar "vorgestellte Zeugen" sind okay). Und stell dieses Bekenntnis auch eine "solide" kontinulierliche Praxis. Das ist ganz wichtig. Eine solide Praxis ist z.B. die regelmäßige Wiederholung der Zuflucht (mind 1x täglich)

    LG

  • Sich mit der Vergangenheit aussöhnen?

    • Dudjom
    • 13. August 2010 um 19:50
    foula72:

    Sollte man sich auf dem buddhistischen Weg mit seiner Vergangenheit aussöhnen / versöhnen?
    Irgendwie verstehe ich es doch so, dass man weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft leben soll. Ist die Vergangenheit dann überhaupt relevant?


    Selten ist ein Phänomen so leicht durchschaubar wie das, was "Vergangenheit" genannt wird. Bei "Vergangenheit" ist doch nachvollziehbar, dass sie nicht existiert, dass sie vorbei ist, dass es nur den Gedanken daran gibt. Gedanken aber lösen sich von selbst auf.
    Wozu Gedanken an etwas, das nun wirklich sogar im ganz konventionellen Sinne nicht existiert. wozu solche Gedanken kultivieren? Warum eine Vergangenheitsmeditation betreiben?
    Mit jedem Atemzug nimmt die verbleibende Lebensspanne ab. Wozu bitte sollten Vergangenheitsgedanken dabei in irgendeiner Weise dienlich sein außer dazu, dass sie Flucht aus der jeweiligen Gegenwart sind?

    LG

  • Unterschied zwischen angenehmen und unangenehmen Gefühlen

    • Dudjom
    • 7. August 2010 um 06:57
    Erdmaus:

    was ist der Unterschied zwischen der Empfindung "Rot" und der Empfindgung "Blau" ?
    Diese Frage konnte ich mir bislang ebensowenig erklären wie die Frage nach dem Unterschied zwischen angenehmen und unangenehmen Gefühlen, welcher
    für mich nachwievor ein großes Rätsel bleibt.

    lg
    maus

    Es gibt 6 Sinne (die auf Basis der 5 physischen Sinnesorgane und den 6. Sinn, besser bekannt unter der Bewußtseins-Bezeichnung "Hauptbewußtsein", manchmal sehr falsch - weil nur auf eine einzige von vielen Funktionen abhebend - "Denk-"Bewußtsein genannt. Dieser 6. Sinn wird auf der einen Seite "gespeist" von den 5 anderen, führt aber auch sein "Eigenleben", letzteres meist in der Form "kreativer Synthese" wie sprachliches Denken welches - nur im Zusammenhang mit den 5 anderen Sinnen - zwar trügerische aber dennoch pragmatisch hilfreiche "Bestimmung" ist oder auch bildliches Denken wie Visualisierung, "Muster"-Projektion oder assoziatives Denken wie nicht-sprachliche Bedeutungszuweisung ohne Benennung).

    Unterscheide zwischen direkter (Sinnes-)Wahrnehmung und synthetischem Denken (es gibt kein nicht-synthetisches Denken), dann wirst du es verstehen lernen.
    Die Zuweisung "rot" oder "blau" erfolgt nach den gleichen Kausalitäten wie die Zuweisung "angenehm" und "unangenehm", nur die Vermittlung, das Lernen, was "rot" oder "blau" auf der einen Seite zu nennen ist und "angenehm" und "unangenehm" auf anderen Seite erfolgt unter Anwendung unterschiedlicher direkter (Sinnes-)Wahrnehmung. Es ist ein Lernen, weil die Benennung bloße sprachliche Konvention ist.

    (Dharmakirti ist in dem Kontext von direkter Wahrnehmung und indirekter Schlussfolgerung zu empfehlen - Benennung kann auch als eine Art 'Schlussfolgerung' betrachtet werden)

    LG

  • Unterschied zwischen angenehmen und unangenehmen Gefühlen

    • Dudjom
    • 6. August 2010 um 20:55
    sumedha:
    sumedha:

    Dudjom hat geschrieben:Das Leidhafte aber wendet sich nicht ebenso ins Angenehme


    eben erlebt:
    seid gestern abend war ich sehr sehr betrübt weil in nachbarshof ein kätzchen ganz jäerlich heulte, ich konnte es sehen, hören aber nicht erreichen. jeder kreischer stach in mein herz.
    eben gerade kamen die nachbarn, haben das kätzchen entdeckt, sie werden es füttern. jetzt geht es mir gut, sehr gut!
    wie nennt man sowas? das leidhafte hat sich ins angenehme gwendet.
    :grinsen: vorleufiger punkabzug :grinsen:

    Du verdrehst die Aussage. Es geht nicht darum, dass sich deine Geistesobjekte ändern. Natürlich können die sich ändern und die Emfpindungen sich ensprechend wandeln.
    Es geht um das Objekt, welches Leiden verursacht. Dein Leid ist das, was du beim hören des Kreischens empfindest. Dieses wendet sich nicht ins Angenehme.
    Wenn du beim Hören einer Musik Angenehmes empfindest und hörst ohne Ende, ohne Unterbrechung, dann wendet sich das Hören ins Leidhafte.
    Dein Ergötzen am Füttern des Kätzchens ist ein Gedanke. Kein Klang.

    Ich habe doch nicht behauptet, dass jemand nicht erst Leid und dann Angenehmes empfinden kann. Natürlich geht das. Aber das Angenehme vergeht und Leid kommt wieder zum Vorschein.

    LG

  • Unterschied zwischen angenehmen und unangenehmen Gefühlen

    • Dudjom
    • 6. August 2010 um 19:25
    sumedha:
    Dudjom:

    Das deutet darauf hin, dass "angenehmes Gefühl" nur eine kurzzeitige Unterbrechung offensichtlichen Leidens ist ... bis sich eine andere Form von Leiden offen manifestiert.


    den satz kann man genau so gut umdrehen, dann ist das leid eine kurzzeitige unterbrechung des angenhemen gefühls, wenn ich nähmlich vorwiegend barfüßig laufe. eine sache der perspektive nicht der deutung. du weisst :) die geschichte mit dem halb vollen oder halb leeren glas :grinsen:

    Nein denn das vermeintlich Angenehme wendet sich bei Aufrechterhalten und Intensivierung ganz natürlich ins Leidhafte. Das Leidhafte aber wendet sich nicht ebenso ins Angenehme.
    Lauf einfach immer barfuss, es wird sich ins leidhafte wandeln. Es ist keine Sache der Perspektive dass das Leidhafte alles durchdringt. Du musst nur genau hinsehen. Dein Körper wie alle anderen Aggregate sind Garant fürs Leiden

    LG

  • Unterschied zwischen angenehmen und unangenehmen Gefühlen

    • Dudjom
    • 6. August 2010 um 06:08
    sumedha:
    Erdmaus:

    Was unterscheidet ein angenehmes von einem unangenehmen Gefühl?


    wenn mcih der schuh drückt ist es unagenehm, ziehe ich ihn aus ist es angenehm; in diesem fall der schuh

    Das deutet darauf hin, dass "angenehmes Gefühl" nur eine kurzzeitige Unterbrechung offensichtlichen Leidens ist ... bis sich eine andere Form von Leiden offen manifestiert.

    LG

  • Unterschied zwischen angenehmen und unangenehmen Gefühlen

    • Dudjom
    • 5. August 2010 um 19:27
    Erdmaus:

    Was unterscheidet ein angenehmes von einem unangenehmen Gefühl?

    U.a. die Benennung "angenehm", welche nicht das ist, was "Gefühl" genannt wird.

    LG

  • Viele Fragen eines Neulings

    • Dudjom
    • 5. August 2010 um 07:27

    Liebe(r) Qnkad

    Qnkad:


    Aber nun habe ich soviel geschrieben, ich denke es wird Zeit für die Fragen. :)
    1. Ich ernähre mich seit meiner Erkenntnis strikt vegetarisch. Jedoch habe ich vor kurzem Gummibärchen gekauft, von denen ich dachte sie seien vegetarisch (Pektin). Voller Vorfreude, dass ich Pektin gelesen hatte, kaufte ich sie und aß daheim auch ein Viertel der Packung... Trotzdem wurde ich etwas misstrauisch und ich las nochmal genau nach und ich sah, dass dort noch Speisegelatine enthalten war. Ich googelte und fand auf der Herstellerseite, dass diese Gelatine aus Schweinen hergestellt war... Unwissenheit schützt ja bekanntlich nicht vor Strafe, aber ich bin jetzt auch sehr enttäuscht von mir selbst, nach 7 Monaten jetzt diese Gummibärchen gegessen haben zu müssen und weiß nicht recht, was ich jetzt davon halten soll... Denn im Grunde habe ich ja dazu beigetragen, dass immer mehr Schweine für diese Gummibärchen getötet werden müssen und schon welche dafür sterben mussten, nur damit ich diese "vernaschen" konnte ... Ich weiß jetzt nicht sorecht was hier jetzt die Frage ist, aber wie soll ich damit umgehen und wir wirkt es sich auf mein Karma aus ? Denn ich bin eigentlich der Typ, der das auch durchzieht was er sich vornimmt und dann kommt sowas ... :(

    Ich gratuliere dir zu diesen Fragen und deiner Haltung. Für einen Buddhisten ist es wichtig, wo immer er/sie kann Schaden von anderen zu vermeiden. Und bei der Ernährung kann man das einfach und also sollte man es auch tun, wenn man nicht seine gesamte Praxis aushöhlen will und "anderen nicht schaden" nicht nur zu einer hohlen Floskel verkommen soll.

    Wenn deine Absicht ist, dich vegetarisch zu ernähren, um anderen keinen Schaden zuzufügen, ist das Versehen mit dem Gummibärchen nicht überzubewerten. Es war ja keine Absicht und du hast es bereut und willst zukünftig davon Abstand nehmen. Karma muss getan und angesammelt werden um ganz sicher den entsprechenden Effekt herbeizurufen. Ansammlung setzt aber bewußtes Begehen einer Tat voraus. Anders wäre es, jetzt wo du weißt, immer wieder Gummibärchen zu essen, denn das wäre ein absichtsvolles Zuwiderhandeln dem Grundsatz gegenüber "anderen keinen Schaden zu verursachen".

    LG

  • Tiere töten

    • Dudjom
    • 28. Juli 2010 um 21:31
    Vajrakila:
    Dudjom:


    Wenn mit "moralische Wende des Einzelnen" gemeint ist die "Hinwendung des Einzelnen zum tugendhaften Lebenswandel", dann frage ich mich wirklich, wie jämmerlich eigentlich die Praxis von einem sein muss, der solche Aussagen macht.

    LG

    Jämmerlich ist der, der die Fakten des Lebens verneint. Trotz der Fakten sich nicht in Widersprüche verwickeln, daß ist höchste Kunst.

    Tugendhafter Lebenswandel ist nicht "Verneinung der Fakten des Lebens", sondern im Gegenteil die Bejahung der kausalen Fakten des Lebens durch Integration.
    Die Widersprüche sind in dir.

    LG

  • Tiere töten

    • Dudjom
    • 26. Juli 2010 um 17:50
    Chandan:
    Dudjom :

    Aber das ist doch nur deine Projektion.

    Der Klassiker.


    Wohl weil in aller Regel zutreffend, wenn ambivalente Worte auf die ein oder andere Art interpretiert werden. Es entscheidet dann eben die Konditionierung des Interpretierenden.

    Chandan:


    Ich denke wir haben unsere Positionen ausgetauscht ...


    Mehr als einmal.

    Chandan:


    ... und belassen es dabei.


    So sei es.

    LG

  • Tiere töten

    • Dudjom
    • 26. Juli 2010 um 14:38
    Chandan:

    Ich denke nur dieses Von-oben-herab der Vegetarier ist nicht angebracht, da sie nicht viel "besser" sind als Fleischesser. Irgendwer tadelt einen immer für seine Ernährungsgewohnheiten.

    Aber das ist doch nur deine Projektion.

    Keine Fleisch essen ist "richtig", weil es der buddhistischen Ethik des "keinen Schaden zufügen" entspricht und "Fleisch essen" ist "falsch", weil es dieser Ethik zuwiderläuft. So ist also "richtig" "besser" als "falsch". Das macht aber doch eine Person nicht "besser". Wir sind hier doch nicht bei den Christen, hör mal.

    LG

  • Tiere töten

    • Dudjom
    • 26. Juli 2010 um 14:10
    Chandan:

    Du würdest ja auch kein Bio-Tofu bei einem Produzenten kaufen, der für die Rohdung der Anbauflächen Menschen vertrieben und getötet hat, auch wenn das Tofu an sich einwandfrei ist oder?


    Was hat eine derartige Spkulation mit der Frage zu tun, ob man Fleisch ist zu dessen Gewinnung nachweislich getötet werden muss?

    Chandan:
    Zitat

    Bei der Produktion von Eiern werden also die Hühner getötet, dass man an ihre Eier kommt?


    Nein, bei der Zucht werden die männlichen Kücken aussortiert.


    Na vielleicht gibt es ja welche, die die aussortierte nicht töten? Ansonsten streiche man halt Eier von der Speisekarte.

    Aber als erster, einfachster Schritt wäre doch zu überlegen, ob man Fleisch isst zu dessen Gewinnung zweifelsfrei systematisch getötet wird. Hat man die richtige Entscheidung getroffen, kann man sich ja dann weiteren Fragestellung der Lebensführung zuwenden, sollte aber darauf achten, dass Buddhismus nicht zu einer bloßen Ernährunglehre verkommt.

    Ich halte das schrittweise Vorgehen für angemessen und denke, dass mit dem Offensichlichsten anzufangen der Praxis dienlich ist bzw dass die Augen zu verschließen um eigenen Sinnesfreuden nachzugehen, die Praxis ganz grundsätzlich unterminiert, weil Geistestrübungen kultiviert, statt abgebaut werden.

    Chandan:
    Zitat

    So so ... du hast schon ganz besondere Einsichten in Ursache und Wirkung, das muss man dir lassen.


    Eigentlich nicht, würdest du denn Produkte von einem Betrieb kaufen, egal welche, wenn der ansonsten nicht zimperlich mit dem Leben von Tieren umgeht.


    Die Frage ist, ob "nicht zimperlich mit dem Leben von Tieren umgehen" notwendigerweise der Gewinnung von bestimmten Lebensmitteln dient. Ist dies der Fall, wie es beim Töten von Tieren zu Fleischgewinnung der Fall ist, dann sind solche Produkte zu vermeiden. Ist dies nicht der Fall so ist es eine Frage ob man Kenntnis davon hat und wenn ja, dann würde ich die Produkte solcher Betriebe ebenso vermeiden.

    Wovon ich und jeder andere aber ohne große Mühe Kenntnis haben ist, dass Fleisch systematisches Töten voraussetzt. Hiermit kann man deshalb ganz einfach beginnen!

    Chandan:
    Zitat

    Du verwechselst moralistisches Selbst-Reinewaschen mit Erkennen von Ursache und Wirkung

    Ich sehe Ursache und Wirkung nicht mit Scheuklappen.


    Ich sehe, dass du mit unrealistischen Fiktionen von "entweder alles oder nichts" bzgl. Weltverbesserung zynisch das unterminierst, womit jeder einzelne beginnen kann.

    Ich sehe in deiner Pseudoargumentation das gleiche Muster das jedesmal in Internetforen erscheint, wenn es um ethische Fragestellungen geht:
    Immer tauchen Zyniker und ethische Nihilisten auf, deren einziges Ziel es ist mit generalisierenden Pseudoargumenten, die auf spekulativen Annahmen beruhen, Zweifel zu sähen an der Richtigkeit von bestimmten Verhaltensweisen.
    Während sich ein Buddhist freuen sollte, wenn sich andere zu richtigem Handeln entschließen, selbst wenn er selbst noch nicht soweit ist, kann der Egozentriker eine solche Freude nicht empfinden, sondern muss die ethischen tugendhaften Anstrengungen anderer als "null und nichtig" und bedeutungslos zerreden. Mitfreude am Erfolg andere ist ihm fremd, weil er auch unfähig ist, seine Taten am Wohl anderer auszurichten.

    Wenn du Buddhist bist, solltest du deine Art und Weise wirklich überdenken. Ich will nicht sagen, dass du Nihilist oder Egozentriker bist, aber dein hartnäckiges Dagegenreden lässt doch Zweifel an der Aufrichtigkeit erkennen, anderen Fortschritt in der Praxis zu wünschen. Es zeugt in meinen Augen davon, dass du selbst von Zweifeln, was denn "richtig" und was denn "falsch" ist, zerrissen bist. die Ursache dafür kann meiner Meinung nach nur sein, dass du zu sehr am "außen", an den Meinungen und Sichtweisen der Welt interessiert bist, statt in dich selbst zu blicken. Oder du hast einfach noch nicht den richtigen Weg gefunden und stolperst so ein bischen auf dem Terrain "Buddhismus" herum.

    LG

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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