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Beiträge von peterZen

  • Reiki - k/eine Spinnerei?

    • peterZen
    • 17. November 2024 um 11:59
    Samadhi1876:

    Ja, man spürt das selbst am Besten…

    Ich weiß nicht ob Du allein oder in einer Gruppe meditierst:

    Ich meditiere und lebe allein, war nur ab und zu mal in einer Gruppe, und dabei habe ich festgestellt, das ich dann auch zusätzlich viel mehr mit der Gruppe zusätzlich abgelenkt bin, als ganz allein. Oder Partner und Familie. Man spürt ja auch die anderen Menschen im Raum. Oder wenn man aufhört zu meditieren ist man sofort wieder mit anderen Menschen zusammen.

    Das mag aber von Mensch zu Mensch auch anders sein, da ich an sich schon mehr „hochsensibel“ veranlagt bin.

    Ich sitze manchmal in einer Zen-Gruppe und es fällt mir da oft leichter “durchzuhalten” und tiefer reinzukommen und war auch schon auf einigen Sesshins und Zazenkais. Bei mir helfen die anderen um mich herum, aber ich mag auch meine Mitmeditierer auch alle sehr gern und Ablenkungen versuche ich als Übung zu sehen.

    Samadhi1876:

    Ich war früher auch mehr ein rationaler Mensch. Und je mehr ich in meinem Bauch wieder war, begann ich auch nicht mehr so viel zu überlegen, ob, was oder wie ich etwas im Leben tun sollte. Ich begann gefühlt auch mehr dem Leben an sich zu vertrauen.

    Ja, so geht es mir mittlerweile auch. Für mich sind Meditation und Hara usw. keine Wissenschaft (obwohl es dazu durchaus ein paar Studien gibt), sondern eher etwas, was man erfahren muss, damit man wirklich etwas davon lernen kann bzw. damit es für einen selbst “real” wird. Es ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl, das der innere Kompass langsam kräftiger wird und ich jetzt besser weiß, was “rechtes Handeln” ist - und auch mehr Mut aufbringe, das Richtige wirklich auch durchzuziehen.

    Ich habe für mich immer das Bild “im Nebel langsam einen Fuß vor den anderen setzen und schauen, wo der Weg für einen weitergeht” oder “den endlosen Acker bestellen und dabei beobachten, ob und was darauf wächst”.

    Hingabe:

    Mit Hara zu arbeiten ist ja auch Energie- Arbeit. Und ich meinte eben woanders, dass es auch gefahren birgt.

    Wenn man zB das Hara konzentriert ( aufbaut ), aber die Bahnen vorher nicht geodnet hat, oder ?

    Wäre meine Vermutung, dass es dann zu nicht so guten Zuständen führen kann, zu einer überhöhten Energie, wo man sich selbst überschätzt und das Selbstbild zu erhöht ist, denn das Herz wurde nicht mitgenommen. Das untere Tandiem schon, aber das Mittlere nicht.


    Oder wenn man es mit anderen Übungen vermischt, dass man dann verwirtt werden kann. Wobei mir das noch nicht passiert ist. Nur mit einer bestimmten Yoga- Asana während Samatha zu üben, das führte schon zweimal in einen verwirtten Zustand ( so als wär die Erdung weg also die Selbstsicherheit ).

    Danke für das Thema. :)

    Hm, da habe ich keine Ahnung bzw. den Ansatz verfolge ich für mich nicht. Für mich ist “Hara” und “Energie” (im eher esoterisch gemeintem Sinne) jetzt auch nicht etwas physisch Existentes, wie es manchmal unterrichtet wird von verschiedenen Linien. Ich sehe “Hara” und “Energie” eher als Gleichnis. Beides ist für mich aber durchaus etwas, was ich spüren kann (ob eingebildet oder eine Folge von physischen Vorgängen, was mir mittlerweile egal ist).

    Wenn du aber Bedenken hast, verschiedene Übungen zu vermischen, weil es sich für dich nicht richtig anfühlt, dann solltest du es auch nicht machen. Ich experimentiere gerne mit Übungen, die bei mir etwas auflösen. Wenn ich merke, dass mir etwas nicht gut tut, lasse ich es sein. Einmal ist mir das schon mit einem Koan passiert, weil es für mich in dem Moment nicht gepasst hat.

  • Reiki - k/eine Spinnerei?

    • peterZen
    • 15. November 2024 um 09:36
    Samadhi1876:

    Das geschieht eigentlich schon durch das Atmen in den Bauch an sich. Mit der Zeit verlagert sich der „Schwerpunkt“ gefühlt vom Kopf mehr in den Bauch. Damit von „oben bis unten und zurück“ alles (Ki die Lebensenergie) gut fließen kann ist eine gerade Haltung auch wichtig.

    Bei mir selbst habe ich auch festgestellt, das es für mich einen Unterschied macht, ob die Hände kurz unter dem Bauchnabel als kosmisches Mudra geformt liegen, oder tiefer. Kurz unter dem Bauchnabel, wie es eigentlich sein sollte, fühlt sich für mich harmonischer an. Es kommt mir dann vor das mein Bauch „durch das Mudra ein und ausatmet“.

    Weiss nicht warum das so ist. Es scheint dabei aber auch einen Zusammenhang zur Körperhaltung insgesamt zu geben. Sonst könnte man das Mudra und die Position ja auch weg lassen.

    Bei mir passiert der Energiefluss in den Bauch leider nicht allein durch die Atmung und ich brauche anscheinend noch etwas “Hilfe” dabei, aus meinem Kopf in meinen Körper zu “steigen”. Meine Haltung ist eigentlich ganz gut, daran liegt es vermutlich nicht. Mit Handhaltungen experimentiere ich noch, aber bei mir haben verschiedene Handhaltungen auch einen Effekt.

    Ich bin sehr lange ganz klassisch den Anweisungen meines Zenlehrers gefolgt, merke aber jetzt, dass es Zeit für mich ist zu experimentieren mit anderen Zenpraktiken oder sogar meinen eigenen “Abwandlungen” auszuprobieren (wie die Integration von autogenem Training oder Reiki). Ich weiß noch nicht mal, was mein Ziel dabei ist :) es ist nur einfach spannend.

    Ich denke, dass jeder eben unterscheidlich ist und das die klassischen Zenregeln ja auch nur durch Ausprobieren vor langer langer Zeit zu Stande kamen. Sie bilden eine sehr gute Grundlage, die man auch kennen sollte (so, wie wenn mein ein Instrument lernt) aber im Endeffekt muss man seinen eigenen Weg gehen (also vielleicht auch mal mit dem Gelernten anfangen zu improvisieren).

  • Berufswahl - passend zum Zen

    • peterZen
    • 15. November 2024 um 09:26

    Ich finde den Beruf “Wissenschaftler” komplementär zu Zen gut (ich war selbst lange in der Forschung). Allerdings gingen Tierversuche bei mir überhaupt nicht (hab’s ausprobieren müssen und dann meine erste Doktorarbeit deswegen abgebrochen), die man aber bei Wahl der richtigen Felds vermeiden oder sogar ersetzten kann.

    Man lernt in der Wissenschaft urteilsfrei zu beobachten. Außerdem bin ich zur Wissenschaft gekommen, weil ich wissen wollte “wie das Leben funktioniert” und ich kann sagen, dass ich das auf molekularer Ebene jetzt ausreichend weiß. Ich habe mich auch noch in Neurologie etwas eingelesen und verstehe auch dort jetzt genug. Und danach war für mich Zen eine tolle Ergänzung. Was mich lustigerweise an der Kombination Wissenschaft<->Zen sehr gereizt hat, ist, dass ich meine “Erklärungs-Wut” in meinem Kopf bei Zen zähmen muss und mein komplett verkopftes Dasein umschmeißen muss. Koans sind eine fiese Herausforderung für Wissenschaftler (sogar noch schlimmer in den Geisteswissenschaften habe ich das Gefühl), aber man geht den Zen-Weg ja nicht, weil er einfach ist…

    Ganz generell würde ich sagen, dass (fast) jede Arbeit im Sinne des Zen ausgeführt werden kann (Kaugummiautomatenauffüller, Immobilienmakler etc.). Andersherum können in jeder noch so zen-gemäßen Arbeit sich aus dem Zen ergebende moralische Wertvorstellungen auch angegriffen werden (Mobbing, dich erniedrigender Chef, politisch fragwürdige Entscheidungen etc.).

    Jeder Arbeitsbereich profitiert aber auf jedem Fall von einem Kollegen, der Zen praktiziert. Also vielleicht lieber in die Richtung denken ;)

  • Reiki - k/eine Spinnerei?

    • peterZen
    • 15. November 2024 um 08:40
    fotost:

    Reiki ist wissenschaftlich etwa auf dem gleichen Level wie Homöopathie oder Gesundbeten - es gibt weder sinnvolle Erklärungsmodelle noch unabhängige Meta-Studien für irgendwelche Wirkungen.

    Das stimmt so nicht ganz. Es gibt hier zum Beispiel eine Metastudie, wo 13 Studien einbezogen wurden: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5871310/

    8 dieser Studien zeigten eine positiven Effekt gegenüber Placebo, 4 Studien zeigten keinen Effekt (aber davon waren 3 statistisch nicht aussagekräftig). Einige der Studien wurden sogar an Ratten durchgeführt und funktionierten auch da.

  • Reiki - k/eine Spinnerei?

    • peterZen
    • 15. November 2024 um 08:21
    Mentus:

    ich hab zwar mittlerweile meine bereits gebuchte Reiki-Ausbildung wieder gecancelt, und der Lehrer, zu dem ich tendiere, hält von Jin Shin Jyutsu was, er sagt, es ist (fast) das selbe, nur dass man beim Reiki mehr dem anderen gibt und beim Heilströmen es sich selbst gibt. Keine Ahnung.

    Die Ausbildung, die ich gemacht habe, nannte sich “Level I” (hauptsächlich Eigenbehandlung, aber auch schon Behandlung anderer). Danach kommen noch Level II (Behandlung anderer glaube ich) und III (irgendwas mit Fernreiki). Die Übung war, sich vorzustellen, dass Energie aus dem Universum in den Kopf (Scheitel) durch den Körper in die Arme und Hände fließt und dann von dort durch leichtes Auflegen auf verschiedene fixe Körperregionen, die wir auswendig gelernt haben (so ähnlich wie bei Akkupunktur), weitergegeben haben. Und dabei haben wir entweder die Hände auf uns selbst gelegt oder auf jemand anderen. Wichtig war, dass nicht die eigenen Energie weitergegeben wurde, sondern sie praktisch von außen durch uns durchfloß. Es gab auch noch noch den Schritt “Aura glattstreichen”, was ich etwas merkwürdig fand.

    Bei der Zen-Meditation stelle ich mir manchmal am Anfang vor, dass die Energie von oben in mich hineinströmt (entweder direkt in den Bauch oder über meine Hände, die ja am Bauch liegen) und mich auflädt und heilt. Häufig fällt mir danach die Meditation leichter (weniger Schmerzen, mehr Fokus). Und ich habe danach das Gefühl, mir etwas Gutes getan zu haben.

  • Reiki - k/eine Spinnerei?

    • peterZen
    • 11. November 2024 um 19:06

    Ich habe als Teenager mal eine Reiki-Behandlung bekommen. Meine Eltern hatten mich wegen einer Hauterkrankung dort hingeschleppt und ich wusste damals überhaupt nicht, was mich erwartet . Die Behandlung hat aber krass bei mir gewirkt und ich war total überrascht, als ich stark sowas wie Wärme gespürt habe, die durch meinen ganzen Körper geschossen ist. Und auch danach ging es mir richtig gut (war sehr entspannt und erholt). Ein paar Jahre später habe ich zur Entspannung autogenes Training gelernt, bei dem bei dem Schritt “Sonnengeflecht” ebenfalls ähnliche, etwas langsamere Wärmeschübe durch meinen Körper gingen. ASMR ist zwar ähnlich, ist aber nicht so nachhaltig und “oberflächlicher”.

    Vor über 10 Jahren fing ich dann mit Zenmeditation an. Und ca. zur gleichen Zeit bin ich durch Zufall auch wieder auf Reiki gekommen, als ich eine Freundin besuchte und ich dann spontan mit ihr einen Reiki-Lehrgang “mitmachen musste”. Ich habe also praktisch “aus Versehen” das erste Ausbildungslevel gemacht, wo man sich selbst (und auch anderen) Reiki-Behandlungen geben kann/darf. Das Drumherum um die Ausbildung fand ich etwas esoterisch, aber die Konzentrationsübungen zur Vorbereitung auf die Behandlung und die Behandlung selbst haben mich stark an eine Kombination von Zen-Meditation und autogenem Training erinnert. Das Meditationsobjekt war im Falle von Reiki für mich der vor mir liegende Mensch, den man mit seiner eigenen Meditation vermutlich co-reguliert. So ähnlich, wie wenn man in einer Gruppe meditiert, nur fokusierter.

    In den letzten Jahren habe ich bei der Zenmeditation festgestellt, dass man die Vorbereitung auf eine Reikibehandlung auch dazu nutzen kann, um intensiver in die Meditation hineinzugleiten und ich habe ab und zu beides miteinander kombiniert. Und ich kann nur sagen, dass mich diese Kombi immer sehr mit Kraft und Energie auftankt.

    Ich bin Naturwissenschaftlerin und suche mir keine esoterischen Begründungen, um mir körperliche Empfindungen zu erklären. Aber genauso habe ich es mittlerweile aufgegeben, alles naturwissenschaftlich erklären zu wollen, da vieles einfach noch nicht genügend erforscht, beschrieben und bekannt ist. Daher an Mentus : probier doch die Kombination von Reiki und Zen selbst einmal aus und experimentiere. Vielleicht kannst du dir dann deine Frage selbst beantworten.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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