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  1. Buddhaland Forum
  2. flopsy

Beiträge von flopsy

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 28. August 2024 um 15:50
    Frei:
    flopsy:

    Also gibt es da einen spirituellen/übernatürlichen/göttlichen Aspekt?

    Selbstverständlich!

    Und was ist das, wenn es nichts Göttliches und nichts Seelenartiges gibt?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 28. August 2024 um 15:49
    Metta:
    flopsy:

    Das würde ja bedeuten, dass der Buddhismus eine Religion ist, die nur sagen will, dass es nichts Übernatürliches, nichts Spirituelles und nichts Göttliches gibt, weil jeder Mensch nur ein willenloser Spielball von Ursache und Wirkung ist. Sie ist also eine Religion, die alles Religiöse abstreitet. So siehst du den Buddhismus?

    Wieso willenlos? Du hast immer Entscheidungsoptionen und so geht man den Weg: man entscheidet, in welche Richtung, man sieht die Folgen und korrigiert sich entsprechend - weil man sich nicht auf etwas Übernatürliches, Göttliches herausreden kann.

    Wenn man das mit Ursache und Wirkung in einem deterministischen Universum ernst nimmt, wird es halt sehr schwer, einen freien Willen zu erklären. Mit etwas Seelenartigem wäre das hingegen sehr einfach.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 28. August 2024 um 12:54
    Frei:
    flopsy:

    So wie ich das verstehe, ist Karma eine persönliche, individuelle Eigenschaft ...

    Karma ist das universelle Schicksalsgesetz von Ursache und Wirkung und besagt, dass jede von einem Wesen ausgehende physische, seelische oder geistige Wirkung, die die geistig-kosmische Ordnung stört, auf dieses selbst zurückschlägt und auch dessen eigene innere seelisch-astrale Ordnung stört, es in Disharmonie zur geistigen Weltordnung bringt und dadurch sein Schicksal bestimmt.

    Ist dieses "universelle Schicksalsgesetz von Ursache und Wirkung" im Buddhismus denn mehr als das natürliche, deterministische Gesetz von Ursache und Wirkung, das die moderne Wissenschaft akzeptiert? Also gibt es da einen spirituellen/übernatürlichen/göttlichen Aspekt?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 28. August 2024 um 11:13
    Metta:
    flopsy:

    Was du da beschreibst, ist aber nur der natürliche mit Wissenschaft zu erklärende Determinismus von Ursache und Wirkung. Dafür braucht man ja keine Religion.

    Ganz genau. Deshalb ist ja auch der Buddhismus die einzige "Religion", die sich schlussendlich selbst überflüssig macht. Dazu reicht allerdings nicht aus, dass man sich die Dinge nur "erklärt", sondern dem Mechanismus von Ursache und Wirkung vollkommen folgt.

    Das würde ja bedeuten, dass der Buddhismus eine Religion ist, die nur sagen will, dass es nichts Übernatürliches, nichts Spirituelles und nichts Göttliches gibt, weil jeder Mensch nur ein willenloser Spielball von Ursache und Wirkung ist. Sie ist also eine Religion, die alles Religiöse abstreitet. So siehst du den Buddhismus?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 28. August 2024 um 11:05
    JoJu91:
    flopsy:

    Das könnte ganz einfach das menschliche Bewusstsein sein, das den Tod überdauert.

    Kannst Du dieses menschliche Bewusstsein spüren und erleben, ohne daran zu denken ?

    :)

    Ja, weil es in jedem Gedanken immer gegenwärtig ist. Man muss nicht explizit an das Bewusstsein denken, um sich dessen bewusst zu sein. Aus dem Grund ist es prädestiniert dafür, mehr zu sein, als nur eine körperlicher Funktion.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 27. August 2024 um 12:38
    JoJu91:
    flopsy:

    Etwas Seelenartiges wäre für mich die einfachste, passendste und logischste Erklärung

    Wie würdest Du denn persönlich subjektiv mit Worten das beschreiben, was Du Deine Seele nennst ? Muss nicht physikalisch (Masse, Ladung, Spin ...) sein, darf auch gerne poetisch sein ...

    :) :?

    Das könnte ganz einfach das menschliche Bewusstsein sein, das den Tod überdauert. Dieses Bewusstsein ist ein Teil der Persönlichkeit, das immer wiedergeboren wird und sich zu Lebzeiten mit den körperlichen Persönlichkeitsmerkmalen mischt.,,

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 21. August 2024 um 11:35
    void:
    flopsy:

    Es muss ja keine klassische Seele sein. Das Konzept von einer unveränderlichen Seele finde ich auch unvernünftig. Aber warum nicht etwas Seelenartiges, etwas, dass einen Teil mitnimmt und lernen und sich verändern kann. Ohne das macht Karma für mich einfach keinen Sinn.

    "Reinkarnation" ist ja ein westliches Wort und da gibt es die Idee einer Seelenwanderung (Metempsychose): Eine Seele sucht sich einen neuen Körper. Es gibt eine Kontinuität im Grundcharakter

    Im Buddhismus ist das nicht der Fall. Auch wenn es eine Kontinuität im Bewußtseinstrom gibt, bleibt sonst nichts erhalten: Geschlecht, Aussehen und Charakter sind vollkommen anders. Es gibt keinerlei Gemeinsamkeit.

    Es ist verständlich, wenn sich theosophische Ideen der Seelenwanderung befriedigender anfühlen , wo die Seele nach und nach nach dazulernt und reift und sich so weiterentwickeln kann. Dagegen wirkt die buddhistische Lehre, wo nicht erhalten bleibt und nur die Taten weiterwirken unbefriedigend, sinnlos und sperrig.

    Aber der Grund dieser Sinnlosigkeit liegt eher im eigenen Bedürfnis, sich selbst und sei es nur in seinem Wesenskern zu erhalten.

    Was du da beschreibst, ist aber nur der natürliche mit Wissenschaft zu erklärende Determinismus von Ursache und Wirkung. Dafür braucht man ja keine Religion. Wenn man eine spirituelle oder gar religiöse Version von Ursache und Wirkung haben will, muss da ja noch mehr sein ... was und wo ist dieses Mehr? Etwas Seelenartiges wäre für mich die einfachste, passendste und logischste Erklärung.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 21. August 2024 um 11:29
    JoJu91:
    flopsy:

    Das Konzept von einer unveränderlichen Seele finde ich auch unvernünftig. Aber warum nicht etwas Seelenartiges, etwas, dass einen Teil mitnimmt und lernen und sich verändern kann. Ohne das macht Karma für mich einfach keinen Sinn.

    Die Frage nach Deiner Seele kannst Du auch höchstpersönlich beantworten (lassen), hierfür gibt es im Buddha-Dhamma das "Werkzeug" der Meditation, hier eine gängige Übung:

    Nimm eine bequeme, aber aufrechte Haltung ein, am besten mit leicht geöffneten Augen.

    Stell Dir einen Wecker auf etwa 25 Minuten.

    Entspann Dich vollständig wie eine Katze vor dem Mauseloch, sei entspannt aber hellwach.

    Und jetzt die wichtigtse Regel:

    Bis zum Läuten des Weckers darfst Du unter keinen Umständen an Flopsy denken.

    Du darfst Dich auch nicht mit anderen Gedanken oder künstlich erzeugten Gefühlen von dieser wichtigsten Regel ablenken. Bleib einfach wach und entspannt ohne zu denken.

    Es ist nur ein Spiel, ohne Erfolgsdruck.

    Nachdem der Wecker geläutet hat, hast Du die Antwort, sie kam "aus der Tiefe des Raumes".

    Der nahe Feind von "wach" ist aufgeputscht, durch Kaffee oder Sonstiges.

    Der nahe Feind von "entspannt" ist schläfrig, dumpf, dösend.

    Wenn es nicht auf Anhieb klappt:

    Nachts im Bett in der Shavasana-Stellung ist die Übung oft ein hervorragendes Schlafmittel.

    :angel:

    Alles anzeigen

    Dass Ich (bzw. das Gefühl der Seele) mit Mediation zu "verdrängen" funktioniert ja gerade nicht, bzw. nur sehr schwer. Also ist das doch eher ein Beleg dafür, dass es eine Seele gibt ;)

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 21. August 2024 um 11:25
    pano:
    flopsy:
    pano:

    Je mehr ich den Buddhismus kennen lerne, um so mehr wird mir klar: Man kann sich aus den vielen Strömungen und Varianten des Buddhismus 2 oder mehr diametral gegensätzliche Buddhismen zusammensetzen, die sich alle in teilen widersprechen oder unvereinbar erscheinen. Entsprechend kann eine Diskussion in diesem Forum kaum zum Ziel haben "Das ist die gültige Definition von Karma im Buddhismus" herauszufinden, vielmehr "Was sind buddhistische Sichten auf karma und welche Auswirkungen haben sie auf buddhistische Praxis und aufs Leben von Buddhisten und ihrem Umfeld".

    Ob nun eine Seelenwanderung statt findet oder nicht ist für mich, da bin ich ganz pragmatisch, einfach nicht relevant, ich beobachte keine Seelenwanderungen, ich beobachte keine Reinkarnation, und im großen und ganzen blieben alle Fragen der Ethik und der spirituellen Praxis für mich unverändert, wenn Reinkarnation oder Seelenwanderung teil meiner Erfahrungswelt wären. Das kann ich sagen weil ich überzeugt bin, dass die Gruselbilder von Wiedergeburten in Höllenwelten, als Hungergeister etc. im besten Falle Metaphern sind, im schlimmsten Falle Schreck-Geschichten zur Ängstigung der Bauern.

    Na ja, eine Seelenwanderung, wie du es nennst, würde halt so viel mehr Sinn ergeben. Es muss ja nicht so extrem wie im Christentum sein. Aber das komplett zu negieren, ist halt auch wieder so ein Extrem. Warum hier nicht einen Mittelweg gehen und Karma einen Hauch von Seele zugestehen? Das würde alles so viel einfacher und verständlicher machen.

    Das verwirrt mich jetzt, im mainstream Christentum gibt es keine Seelenwanderung. Worauf beziehst du dich?

    Die Seele wandert dort vom Diesseits in Jenseits. Charakter, Bewusstsein, usw. werden also von hier nach dort mitgenommen, als in der Seele gespeicherte Eigenschaften. Für ein Konzept um Karma wäre eine besonders gut funktionierende Erklärung.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 21. August 2024 um 11:21
    Anna Panna-Sati:

    Hallo flopsy, :)

    Das Konzept "Karma" ist im Buddhismus eng verknüpft mit der Erkenntnis des Buddha von "anatta"....

    flopsy:

    Ich weiß, dass es nicht gerne gesehen wird, wenn man beim Karma von der Seele spricht, aber könnte man mit viel gutem Willen nicht sagen, dass Karma so eine Art Seele light ist?

    Ich denke nicht, dass es einen Sinn machen und in irgendeiner Weise nützlich oder hilfreich wäre, das zu tun.

    Denn Karma und Seele sind eben sehr unterschiedliche Konzepte, die man nicht (oder nur schlecht) direkt miteinander vergleichen kann.

    Karma bezieht sich auf Handlungen/Taten und deren Folgen, basiert auf dem Prinzip Ursache und Wirkung - in Bezug auf ethisches/moralisches Handeln - und ist ein fortlaufender Prozess, keine Entität.

    ("Karma, ihr Mönche, erkläre ich, sind die ABSICHTEN (der WILLE/cetana).")

    Als Seele wird ja eine unveränderliche, "ewige" Essenz des Individuums verstanden, ein fester, permanenter "Wesenskern".


    Vorstellungen von "Seele" oder "Seele light" würden die buddhistische Praxis, meines Erachtens, eher behindern, könnten zu Irritationen, Zweifeln und Verwirrung führen.


    Der Buddha hat die Existenz einer unsterblichen, beständigen Seele oder eines festen Wesenskerns verneint

    (und dafür waren gute Gründe, vor allem Einsichten/Erkenntnisse durch seine Befreiung, die Erfahrung von Nibbana, ausschlaggebend).


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

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    Der Sinn und Nutzen wäre halt, dass es viel verständlicher wäre für Menschen, und man könnte die Zusammenhänge auch einfacher und logischer erklären.

    Im Hinduismus gibt es ja Seele und Karma, und beides hängt dort stark zusammen, man kann das als eine Einheit betrachten, und das funktioniert gut. Mit einem bisschen guten Willen könnte man also beides leicht vereinen. Das Ergebnis wäre keine starre, sondern eine veränderliche Seele.

    Wenn Karma als spirituelles Konzept von Ursache und Wirkung funktionieren soll, muss es da aber mehr geben, als in der Natur vorhanden ist, denn sonst bräuchte man dafür keine Religion. Ein Hauch von Seele wäre dieses Mehr, das eine Religion um Ursache und Wirkung rechtfertigen würde.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 17. August 2024 um 12:08
    pano:
    flopsy:

    In dem Beitrag oben habe ich doch Zitate gebracht, die belegen, dass es im Buddhismus Strömungen/Schulen gibt, die das anders sehen.

    Je mehr ich den Buddhismus kennen lerne, um so mehr wird mir klar: Man kann sich aus den vielen Strömungen und Varianten des Buddhismus 2 oder mehr diametral gegensätzliche Buddhismen zusammensetzen, die sich alle in teilen widersprechen oder unvereinbar erscheinen. Entsprechend kann eine Diskussion in diesem Forum kaum zum Ziel haben "Das ist die gültige Definition von Karma im Buddhismus" herauszufinden, vielmehr "Was sind buddhistische Sichten auf karma und welche Auswirkungen haben sie auf buddhistische Praxis und aufs Leben von Buddhisten und ihrem Umfeld".

    Ob nun eine Seelenwanderung statt findet oder nicht ist für mich, da bin ich ganz pragmatisch, einfach nicht relevant, ich beobachte keine Seelenwanderungen, ich beobachte keine Reinkarnation, und im großen und ganzen blieben alle Fragen der Ethik und der spirituellen Praxis für mich unverändert, wenn Reinkarnation oder Seelenwanderung teil meiner Erfahrungswelt wären. Das kann ich sagen weil ich überzeugt bin, dass die Gruselbilder von Wiedergeburten in Höllenwelten, als Hungergeister etc. im besten Falle Metaphern sind, im schlimmsten Falle Schreck-Geschichten zur Ängstigung der Bauern.

    Na ja, eine Seelenwanderung, wie du es nennst, würde halt so viel mehr Sinn ergeben. Es muss ja nicht so extrem wie im Christentum sein. Aber das komplett zu negieren, ist halt auch wieder so ein Extrem. Warum hier nicht einen Mittelweg gehen und Karma einen Hauch von Seele zugestehen? Das würde alles so viel einfacher und verständlicher machen.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 17. August 2024 um 12:01
    pano:
    flopsy:
    Qualia:

    Wie ich schon sagte, hat Handeln einen Einfluss auf die Zukunft, in der ich noch nicht geboren bin und ist für jeden Menschen individuell/persönlich, das sind doch schon mal zwei typische Eigenschaften, die man mit Leben in Verbindung bringen würde. Das bestreitest du doch auch gar nicht, oder?

    Das ist ja das wissenschaftliche Prinzip von Ursache und Wirkung, dafür braucht man kein Karma und keine Religion. Wenn ich mich nicht komplett irre, ist dieses profane Prinzip von Ursache und Wirkung durch den Buddhismus mit seinem Karma auf eine andere Ebene gehoben worden, und wenn man das machen will, braucht man halt etwas Seelenartiges, damit das funktioniert.

    Es gibt im Buddhismus aber die Einsicht in anatman und in Anicca , also kein-selbst und Vergänglichkeit. Ich glaube ich bin nicht die selbe Person die ich vor 10 Jahren war, warum sollte es also eine unveränderliche Seele geben die wieder geboren wird? Bzw was würde wieder geboren werden? Ich denke im Sinne des Buddhas gibt’s es eben ein Vergehen und ein werden. Keine Reinkarnationen.

    Es gibt natürlich schon buddhistische Strömungen deren Interpretation nahe an einer reinkarnationslehre ist, aber auch “storehouse consciousness” ist keine Seele, vielmehr der Versuch eine Modell zu bauen in dem nicht-unmittelbar wirkende Karma folgen erklärt werden können. Ich glaube nicht dass das eine richtige Interpretation.

    Ich empfehle die Lektüre von MN38 https://suttacentral.net/mn38/de/sabbam…se&script=latin

    Es muss ja keine klassische Seele sein. Das Konzept von einer unveränderlichen Seele finde ich auch unvernünftig. Aber warum nicht etwas Seelenartiges, etwas, dass einen Teil mitnimmt und lernen und sich verändern kann. Ohne das macht Karma für mich einfach keinen Sinn.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 17. August 2024 um 11:57
    Leonie:
    flopsy:

    In dem Beitrag oben habe ich doch Zitate gebracht, die belegen, dass es im Buddhismus Strömungen/Schulen gibt, die das anders sehen.

    Du hast ein paar Sätze in Anführungszeichen gesetzt - aber Belege hast du für diese Zitate nicht gebracht.

    Es wäre hilfreich, wenn du das noch nachträgst, dann wissen wir hier worüber du redest.

    Ich habe einfach mehrere KI Chatbots danach gefragt, und das waren deren übereinstimmende Antworten.

    Vielleicht könnte ein Profi ja mal die Frage klären, ob es im Buddhismus Strömungen/Schulen gibt, die in Karma etwas Seelenartiges sehen.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 16. August 2024 um 12:03
    Nanu:
    flopsy:

    Ich verstehe nicht, wieso man Karma nicht als eine besondere (nicht-christliche) Form von Seele sehen kann, wenn die Eigenschaften von Karma ganz offensichtlich darauf hindeuten und es solche Konzepte im Buddhismus sogar schon gibt ...

    Weil Karma ein Gesetz der Handlung ist und nicht Auskunft über die individuelle Wiedergeburt gibt. Das ist sozusagen das Alleinstellungsmerkmal des Buddhismus, dass es dort keine feststehende Seele gibt, die wiedergeboren werden könnte. Der Buddha hat von seiner Erleuchtung berichtet, das er das unendliche Werden und Entstehen im permanenten Wandel des Samsara gesehen hat. Alles, auch die Bewusstseinsströme, unterliegen diesem Wandel.

    In dem Beitrag oben habe ich doch Zitate gebracht, die belegen, dass es im Buddhismus Strömungen/Schulen gibt, die das anders sehen. Außerdem rede hier ja auch nicht von einer feststehenden Seele, sondern von etwas Seelenartigem. Damit Karma mehr ist als der natürliche Lauf der Dinge ein einem deterministischen Universum, braucht man etwas Seelenartiges, wie sonst sollte das funktionieren? Und wie gesagt, das ist ja nicht mal ein un-buddhistisches Konzept, weil es diese Vorstellung im Buddhismus ja zu geben scheint.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 16. August 2024 um 11:55
    Qualia:
    flopsy:

    wie ich schon sagte, hat Karma einen Einfluss auf die Wiedergeburt und ist für jeden Menschen individuell/persönlich, das sind doch schon mal zwei typische Eigenschaften, die man mit einer Seele in Verbindung bringen würde. Das bestreitest du doch auch gar nicht, oder?

    Wie ich schon sagte, hat Handeln einen Einfluss auf die Zukunft, in der ich noch nicht geboren bin und ist für jeden Menschen individuell/persönlich, das sind doch schon mal zwei typische Eigenschaften, die man mit Leben in Verbindung bringen würde. Das bestreitest du doch auch gar nicht, oder?

    Das ist ja das wissenschaftliche Prinzip von Ursache und Wirkung, dafür braucht man kein Karma und keine Religion. Wenn ich mich nicht komplett irre, ist dieses profane Prinzip von Ursache und Wirkung durch den Buddhismus mit seinem Karma auf eine andere Ebene gehoben worden, und wenn man das machen will, braucht man halt etwas Seelenartiges, damit das funktioniert.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 15. August 2024 um 18:17
    Helmut:

    Karma hat nicht den geringsten Hauch von Atman. Karma hat nichts mit Seelenvorstellung zu tun.


    Das stimmt doch einfach nicht, denn wie ich schon sagte, hat Karma einen Einfluss auf die Wiedergeburt und ist für jeden Menschen individuell/persönlich, das sind doch schon mal zwei typische Eigenschaften, die man mit einer Seele in Verbindung bringen würde. Das bestreitest du doch auch gar nicht, oder?

    Außerdem gibt es im Buddhismus doch mehrere Strömungen/Schulen, die Karma ziemlich direkt in Verbindung mit einer Seele bringen:

    "In der Vijnanavada-Schule wird Karma als eine Art von „Bewusstseinsstrom“ (vijnana-santana) verstanden, der eine Kontinuität zwischen verschiedenen Lebensformen bildet. Dieser Bewusstseinsstrom wird als eine Art von „Seele“ oder „Ich“ interpretiert, das von einem Leben zum nächsten wandert und von den Handlungen des Einzelnen geprägt wird."

    "Es gibt auch andere buddhistische Schulen, die ähnliche Konzepte entwickelt haben, wie zum Beispiel die Sa-skya-Schule des tibetischen Buddhismus. In dieser Schule wird das Konzept des „Bewusstseinsstroms“ (vijnana-santana) ebenfalls verwendet, um die Kontinuität zwischen verschiedenen Lebensformen zu erklären."

    "Besonders in der Yogacara-Schule wird das Konzept des Alaya-Vijnana (Speicherbewusstsein) entwickelt, das als eine Art „Bewusstseinsstrom“ oder „Boden des Bewusstseins“ beschrieben wird, in dem karmische Eindrücke gespeichert werden. Dieses Speicherbewusstsein könnte in gewisser Weise als eine Art Kontinuum betrachtet werden, das karmische Samen trägt und somit von einem Leben zum nächsten weitergegeben wird."

    Ich verstehe nicht, wieso man Karma nicht als eine besondere (nicht-christliche) Form von Seele sehen kann, wenn die Eigenschaften von Karma ganz offensichtlich darauf hindeuten und es solche Konzepte im Buddhismus sogar schon gibt ...

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 13. August 2024 um 17:56
    void:
    flopsy:

    So wie ich das verstehe, ist Karma eine persönliche, individuelle Eigenschaft

    Karma bedeutet- wie Qualia schon geschrieben hat - von der Grundbedeutung "Handeln, Wirken, Tat".

    Unsere normale Denkweise ist, dass es ein "Ich" gibt und von diesem "Handeln" ausgeht. Aber es ist wohl umgekehrt - aus einem "Handeln" ergibt sich die Illusion eines Handelnden - eines "Ich". Es ist schwer sich so ein Handeln vorzustellen

    Und es besteht die Versuchung- wieder zum Ich zurückzurudern - eines Ichs dass dann "Karma" hat.

    Du sagst ja selbst, dass es gar nicht sicher ist, ob es so ist. Warum dann nicht eher bei unserer normalen Denkweise bleiben?

    Ich finde auch, das hört sich bewusst spitzfindig an. Ein Handeln muss ja immer irgendein Ursprung haben, das ist ja wie bei Wirkung und Ursache, und diese Ursache muss man doch benennen können, auch wenn man sie nicht als Ich bezeichnen will.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 13. August 2024 um 17:07
    Helmut:

    Da man den Handelnden mit gültiger Erkenntnis erfassen kann, ist er keine Illusion. Wenn Buddha Sakyamuni den Atman verneint, dann verneint er eine bestimmte Auffassung über die Bestehensweise des Ichs, aber nicht das Ich generell. Man muss also unterscheiden zwischen dem was Buddha Sakyamuni mit Anatman verneint und was er mit Anatman nicht verneint.

    Das gefällt mir. Atman ist ja, so weit ich weiß, das Konzept von Seele im Hinduismus. Und da der Buddhismus ja starke Verbindungen zum Hinduismus hat, wäre es doch sinnvoll, dieses Seelenkonzept nicht völlig zu negieren, sondern es in Form von dem buddhistischen Karma einfach nur weiterzuentwickeln. Könnte man deshalb nicht sagen, dass dieses Karma einen Hauch von Atman hat, also schon ein bisschen so was wie eine Seele ist?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 13. August 2024 um 16:49
    Helmut:
    flopsy:

    Also mindestes ein Teil, den man individuell unserer Persönlichkeit (oder wie du es sagst, unserem Bewusstseinskontinuum) zuordnen kann, überdauert den Tod und wird wiedergeboren. Das ist dann doch so eine Art Seelenkern.

    Warum ist das was in die nächste Existenz übergeht ein Seelenkern?

    Weil das die typischen Eigenschaften einer Seele sind. Es gibt etwas, das den Tod überdauert und das persönliche/individuelle Merkmale eines Menschen sind. Bei der christlichen Seele ist das alles, was einen Menschen ausmacht, und es ist unveränderlich, im Buddhismus ist das nur ein Teil und er kann sich entwickeln. Dieses Karma wirkt für mich wie eine Art Seele, nur halt nicht so strikt und starr.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 11. August 2024 um 10:58
    Monikadie4.:
    flopsy:
    Monikadie4.:

    Jetzt merke ich, dass ich überhaupt keine Ahnung von Karma hab, obwohl ich schon zig Jahre "buddhistisch" unterwegs bin.

    ...

    Was immer es ist, es muss geglaubt werden. Mit Seele hat das m.E. nichts zu tun, denn die wird von Buddha ja verneint.

    Genau das meine ich, einerseits verneint Buddha die Seele, aber andererseits hat Karma Eigenschaften, die typisch für eine Seele sind: Karma ist für jeden Menschen individuell/persönlich, Karma überdauert den Tod, Karma beeinflusst die Wiedergeburt des Menschen.

    Kann man diesen Widerspruch nicht lösen, indem man sagt, dass Karma zwar keine klassische Seele aber etwas Ähnliches ist, sozusagen eine Neuinterpretation von Seele, die mehr Sinn macht?

    Nein, das denke ich nicht. Eine Seele wäre ein den Tod überdauerndes Etwas.

    Was aber weiter wirkt - und das ist erkennbar - ist die Energie, die hier erschaffen wird - ob positiv oder negativ.

    _()_

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    Aber ein Teil des Karmas überdauert doch den Tod und hat Auswirkungen darauf, wie wir wiedergeboren werden. Oder stimmt das nicht?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 11. August 2024 um 10:52
    Helmut:
    flopsy:

    Genau das meine ich, einerseits verneint Buddha die Seele, aber andererseits hat Karma Eigenschaften, die typisch für eine Seele sind: Karma ist für jeden Menschen individuell/persönlich, Karma überdauert den Tod, Karma beeinflusst die Wiedergeburt des Menschen.

    Nicht jedes karmische Potenzial, das wir in diesem Leben angesammelt haben, überdauert unseren Tod. Nur die karmischen Prägungen, die in diesem Leben nicht zur Erfahrung von Glück oder Leid heranreifen und erfahren werden, gehen mit unserem Bewusstseinskontinuum in die nächste Existenz über.

    Also mindestes ein Teil, den man individuell unserer Persönlichkeit (oder wie du es sagst, unserem Bewusstseinskontinuum) zuordnen kann, überdauert den Tod und wird wiedergeboren. Das ist dann doch so eine Art Seelenkern.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 10. August 2024 um 12:16
    Monikadie4.:

    Jetzt merke ich, dass ich überhaupt keine Ahnung von Karma hab, obwohl ich schon zig Jahre "buddhistisch" unterwegs bin.

    ...

    Was immer es ist, es muss geglaubt werden. Mit Seele hat das m.E. nichts zu tun, denn die wird von Buddha ja verneint.

    Genau das meine ich, einerseits verneint Buddha die Seele, aber andererseits hat Karma Eigenschaften, die typisch für eine Seele sind: Karma ist für jeden Menschen individuell/persönlich, Karma überdauert den Tod, Karma beeinflusst die Wiedergeburt des Menschen.

    Kann man diesen Widerspruch nicht lösen, indem man sagt, dass Karma zwar keine klassische Seele aber etwas Ähnliches ist, sozusagen eine Neuinterpretation von Seele, die mehr Sinn macht?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 9. August 2024 um 10:32

    Also würdest du schon sagen, dass Karma ein bisschen so ist, wie die Christen sich eine Seele vorstellen, nur nicht so strikt und komplett? Im Christentum ist die Seele ja alles, was den Menschen ausmacht, und sie ist unveränderlich.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 8. August 2024 um 16:32

    Ich würde gerne verstehen, wie man sich das Konzept Karma genau vorstellen kann.

    So wie ich das verstehe, ist Karma eine persönliche, individuelle Eigenschaft (ist Eigenschaft eine passende Beschreibung?), die unsterblich/unvergänglich ist und eine wichtige Rolle dabei spielt, wie der Mensch wiedergeboren wird. Ist das richtig?

    Ich weiß, dass es nicht gerne gesehen wird, wenn man beim Karma von der Seele spricht, aber könnte man mit viel gutem Willen nicht sagen, dass Karma so eine Art Seele light ist?

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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