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  1. Buddhaland Forum
  2. flopsy

Beiträge von flopsy

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 30. August 2024 um 18:16
    Aravind:
    flopsy:

    Der Weg der Befreiung ist ein spirituelles Konzept, also eine Religiöse Idee, so etwas ist nicht Teil der natürlichen Entwicklung des Universums

    Nö, ganz im Gegenteil. Wenn man das Grundprinzip verstanden hat, ist es ein recht einfaches psychologisches Konzept. Es ist der Abschluss des Erwachsenwerdens.

    (Einfach, aber nicht leicht.)

    Liebe Grüße, Aravind.

    Ok, ich gebe es auf ... hier bekomme ich keine Antworten, es wird nur ausgewichen, drum herumgeredet, Wortklauberei betrieben oder abgelenkt ... schade.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 30. August 2024 um 12:32
    Metta:
    flopsy:

    Wenn alles nur eine natürliche Folge von Ursache und Wirkung ist, dann bracht man keine Religion. Was ist die Rolle des Buddhismus in einer Welt, in der man alles mit Wissenschaft erklären kann? Und wie passt die Erleuchtung von Buddha dazu, ist das deiner Meinung nach eher eine Märchengeschichte?

    Es geht nicht einfach um "Erklärung", sondern um den Weg zur Befreiung. Er muß jeweils individuell gegangen werden, das nimmt dir doch keine Wissenschaft ab.

    Der Weg der Befreiung ist ein spirituelles Konzept, also eine Religiöse Idee, so etwas ist nicht Teil der natürlichen Entwicklung des Universums.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 30. August 2024 um 12:29
    Metta:
    flopsy:

    Die Frage ist jetzt, könnte ein Teil dieses Bewusstsein unsterblich sein? Dann hätte man etwas Seelenartiges. Ja oder nein?

    Aus den eben genannten Gründen nicht. "Unsterbliches" müßte zumindest in irgendeinem Teil konstant sein, also könnte nicht interagieren, denn genau beim Interagieren (das wäre schon ein erster Kontakt) wird die Konstanz aufgehoben. Wenn es nicht mit der übrigen Welt nicht in Kontakt treten kann, ist es völlig irrelevant, wir könnten nichts darüber wissen oder erfahren.

    Macht keinen Sinn, was du da schreibst ... oder ich bin zu doof.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 30. August 2024 um 12:23
    Metta:
    flopsy:

    Damit meine ich irgendetwas, das nicht ein Resultat des Urknalls ist, um es mal so auszudrücken. Man könnte auch sagen, etwas, das nicht mit unserer Wissenschaft erklärbar ist.

    Wüßte nicht, was das sein soll. In Bezug auf Buddhismus hätte es wohl auch keine Relevanz, es geht hier schlicht nur um "das Leiden" (dukkha), dass dieses Ursachen und Bedingungen hat, die jedermann erkennen kann und um den Weg der aus dem Leiden herausführt.

    Wenn alles nur eine natürliche Folge von Ursache und Wirkung ist, dann bracht man keine Religion. Was ist die Rolle des Buddhismus in einer Welt, in der man alles mit Wissenschaft erklären kann? Und wie passt die Erleuchtung von Buddha dazu, ist das deiner Meinung nach eher eine Märchengeschichte?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 30. August 2024 um 12:19
    Metta:
    flopsy:

    Du hast mal etwas Nicht-Deterministischen beobachtet? Was war das? Hört sich nach einem wunder an.

    Wenn du kalte Milch in heißen Kaffee oder Tee gießt :). Wie sich das "Wulkje" entwickelt, ist schlicht nicht berechenbar (deterministisch). Es entwickelt sich natürlich entsprechend der lokalen Bedingungen, also nicht ursachenlos. In einem bedingten (aber nicht deterministischen) System, gibt es immer mehr als einen einzigen möglichen Ausgang (Freiheitsgrade), weil das System nicht vollständig durch seine Anfangsbedingungen beschreibbar ist - und das betrifft die überwiegende Anzahl der natürlichen Systeme.

    Es ist für uns nicht berechenbar, das bedeutet ja nicht, dass es grundsätzlich nicht berechenbar ist. Bestenfalls besteht hier die Möglichkeit für Nicht-Determinismus.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 30. August 2024 um 12:15
    mukti:
    flopsy:

    Noch mal: Ich rede hier nicht von etwas Unveränderlichem und Ewigem, so weit gehe ich nicht, das habe ich immer gesagt. Ich rede hier von etwas Seelenartigem, zum Beispiel einem unsterblichen Teil des menschlichen Bewusstseins, der sich entwickeln und wiedergeboren werden kann. Das wäre der perfekte Mechanismus für Karma ... oder wie sonst kann Karma ohne so etwas funktionieren?

    Das Bewusstsein verändert sich je nachdem, worüber es bewusst ist, aber die Eigenschaft über etwas bewusst zu sein, ändert sich nicht. Einmal ist es das Bewusstsein eines Kindes, dann eines alten Menschen, dann wieder eines Kindes usw., jedes mal in einer Situation, die vom Karma bestimmt wird.

    Die Frage ist jetzt, könnte ein Teil dieses Bewusstsein unsterblich sein? Dann hätte man etwas Seelenartiges. Ja oder nein?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 30. August 2024 um 12:10
    Aravind:
    flopsy:

    Könnte man als Buddhist an etwas Seelenartiges glauben?

    Du kannst als Buddhist an alles glauben, auch an den Weihnachtsmann.

    Meine Frage war, aus welcher Sicht Dich das interessiert, aus Sicht der Praxis, oder aus Sicht einer akademischen Diskussion.

    Das bestimmt, was "könnte" im jeweiligen Zusammenhang bedeuten würde.

    Liebe Grüße, Aravind.

    Warum ist das wichtig, würdest du mir davon abhängig davon eine andere Antwort auf diese simple Frage geben?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 30. August 2024 um 12:03
    JoJu91:
    flopsy:

    Es ist auch das, was man ständig fühlt, diese Gefühl, etwas zu sein, das mehr ist, als nur ein Haufen bedeutungsloser Moleküle.

    Dieses Gefühl ist auch in einem Zustand der "wachen Stille" noch vorhanden, wenn die Gedanken und Emotionen für einen wenn auch nur kurzen Moment zur Ruhe gekommen und kaum mehr spürbar sind ?

    :?

    Na ja, das ist so, wie wenn man die Augen schließt, natürlich sieht man dann nichts mehr, trotzdem hat man ja nicht aufgehört zu sehen.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 30. August 2024 um 11:57
    JoJu91:
    flopsy:

    Könnte man als Buddhist an etwas Seelenartiges glauben?

    Warum nicht ?

    Das frage ich mich halt auch. Aber gemeinhin streiten Buddhisten strikt die Existenz von etwas Seelenartigem ab, was ich nicht wirklich bereife.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 30. August 2024 um 11:55
    JoJu91:
    flopsy:

    Könnte ein so schwacher nicht wahrnehmbarer Nicht-Determinismus dazu führen, dass wir einen freien Willen haben?

    Freiheit, Determinismus, Gültigkeit von Naturgesetzen macht Sinn nur in Bezug auf den Bewusstseinszustand der erlebenden Wesen.

    Als Mensch haben wir Zugang zu einer "Leiter" von Bewusstseinszuständen.

    In den niederen Bewusstseinszuständen (etwa im gewöhnlichen Nacht-Traum) erlebe ich eine chaotische Welt ohne jegliche Gesetzmässigkeiten, ich bin ein völlig unfreier Spielball unbewusster Kräfte, diese Welt scheint jedoch absolut real..

    Im gewöhnlichen menschlichen Alltgagsbewusstsein gelten für mich die Gesetze der Physik, für meine Psyche vielleicht einige psychologische Gesetze, mein Geist scheint eine gewisse Freiheit zu haben, in Wahrheit besteht er meist aus einem Muster ständiger Wiederholungen. Ich würde sagen, ja, mein gewöhnliches Leben im Alltagsbewusstsein ist fast vollständig determiniert.

    Auch diese Welt scheint absolut real zu sein, wie der Nacht-Traum.

    In den höheren "meditativen" Bewusstseinszuständen fallen zumindest für den Geist immer mehr Beschränkungen ab, die Psyche spielt keine Rolle mehr, die Welt wird kreativ und schöpferisch, es ist die Welt der Freiheit, aber in den "niederen höheren" Bewusstseinszuständen nicht ohne Gefahren.

    :angel:

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    Das mit dem Traum-Vergleich finde ich gut. Letztendlich könnte unser Leben ja genau so ein Traum sein, aus dem wir irgendwann erwachen. In dem Fall hätten wir hier etwas wie eine Seele und wenn wir wieder einschlafen und den nächsten Traum des Lebens träumen, ist das wie eine Wiedergeburt. Zum Buddhismus und seinem Karma könnte das gut passen.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 29. August 2024 um 22:25
    Metta:
    flopsy:

    Du glaubst, das Universum ist nicht deterministisch? Wie kommst du darauf?

    Ich bin Biophysiker :). Wäre mir schon aufgefallen, wenn die Welt deterministisch wäre.
    Einige unsere Modelle tun so, als wäre sie deterministisch, aber da werden nur Systeme im thermodynamischen Gleichgewicht abgebildet.
    Lies mal dazu ein modernes Buch, du meine Güte.

    Du hast mal etwas Nicht-Deterministischen beobachtet? Was war das? Hört sich nach einem wunder an.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 29. August 2024 um 22:23
    Metta:
    flopsy:

    Wenn es nicht mal etwas Seelenartiges gibt, gibt es dann irgendwas Spirituelles?

    Ich weiß nicht, was du mit "spirituell" meinst. Kannst du das mal präzisieren?
    Gemeinhin geht man im Buddhismus davon aus, dass Körper-Geist eine untrennbare Einheit sind.

    Damit meine ich irgendetwas, das nicht ein Resultat des Urknalls ist, um es mal so auszudrücken. Man könnte auch sagen, etwas, das nicht mit unserer Wissenschaft erklärbar ist.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 29. August 2024 um 22:20
    Metta:
    flopsy:

    Nach kurzer Recherche:

    "Recherchen" ohne Quellenangaben sind überhaupt nix wert.
    Der Mann hat für seine bahnbrechenden Arbeiten einen Nobelpreis bekommen und jetzt kommst du mit "kurzer Recherche" - gehts noch?

    flopsy:

    Das sind bestenfalls Theorien ... nichts davon ist bewiesen.

    1.) Du verstehst nicht, was in der Naturwissenschaft "Theorie" bedeutet.
    2.) Es wird in den Naturwissenschaften auch nichts "bewiesen", sondern höchstens etwas bestätigt oder widerlegt.

    Ok, mal anders: Wie stellst du dir das mit dem Nicht-Determinismus vor? In unserer wahrnehmbaren und messbaren Welt existiert er ja nicht, weil dort alles streng deterministisch ist. Wenn wir einen Apfel fallen lassen, macht er genau das, was Ursache und Wirkung ihn tun lassen. Seit vielen Jahrzehnten haben wir Computer, die ununterbrochen laufen und rechnen, und noch nie haben sie etwas Willkürliches getan, sondern immer korrekt und nachvollziehbar gearbeitet. Dieser Nicht-Determinismus muss also extrem subtil walten, wenn er nicht mal Computer-"Gedanken" beeinflussen kann. Könnte ein so schwacher nicht wahrnehmbarer Nicht-Determinismus dazu führen, dass wir einen freien Willen haben?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 29. August 2024 um 21:26
    Metta:
    flopsy:

    Ich suche kein Glück, sondern nur eine Antwort auf die Frage, ob es im Buddhismus etwas Seelenartiges geben kann oder nicht.

    nein, dass was du meinst, heißt im Buddhismus "Ātman/Attā" und wird als Täuschung erworfen. Das Erwachen im Buddhismus ist dadurch gekennzeichnet, dass man die Nichtexistenz vollkommen realisiert.

    Wenn es nicht mal etwas Seelenartiges gibt, gibt es dann irgendwas Spirituelles?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 29. August 2024 um 21:24
    Metta:
    flopsy:

    Nur weil wir es nicht berechnen können, bedeutet das nicht, dass es nicht berechenbar ist. Jeder Wetterzustand ist jederzeit eindeutig bestimmt und damit vorhersagbar, wir können das nur nicht durchschauen.

    Eben nicht. Falls es dich wirklich interessiert: https://de.wikipedia.org/wiki/Ilya_Prigogine

    Nach kurzer Recherche:

    "Prigogines Argumente gegen den Determinismus und für die Rolle des Zufalls und der Irreversibilität werden als philosophisch und spekulativ kritisiert."

    "Obwohl Prigogines Theorien viele interessante Ideen bieten, gibt es Kritik, dass einige seiner Konzepte nicht ausreichend experimentell bestätigt wurden."

    Das sind bestenfalls Theorien ... nichts davon ist bewiesen.

    Zusammenfassend kann man sagen, es gibt unzählige Beweise für einen Determinismus aber keinen einzigen für das Gegenteil.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 29. August 2024 um 21:12
    Metta:
    flopsy:

    Dieser Determinismus könnte nur durchbrochen werden, wenn etwas von außerhalb des deterministischen Universums "eingreifen" würde, und das könnte eine Seele sein. Wie sollte es anders funktionieren?

    Ok, also die Grundlage deiner Überlegungen ist ewas Unzutreffendes (ein deterministisches Universum) und daraus folgerst du unzulässig, dass eine "Seele" geben müsste. Wie billig

    Du glaubst, das Universum ist nicht deterministisch? Wie kommst du darauf?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 29. August 2024 um 21:08
    mukti:
    flopsy:

    Es geht mir darum, ob es im Buddhismus auch die Möglichkeit einer Seele gibt, damit meine ich nicht die typische christliche Seele, sondern wenigstes etwas Seelenartiges. Oder ist das im Buddhismus strikt ausgeschlossen? Könnte man als Buddhist an etwas Seelenartiges glauben?

    Im Buddhismus wird das Dasein in fünf Gruppen eingeteilt: Körperliches, Gefühle, Wahrnehmung, Geistesformationen und Bewusstsein. In keiner dieser Gruppen befindet sich ein unveränderliches, ewiges Selbst das aus sich selbst heraus bestünde, alle sind der Veränderung unterworfen. Etwa Knochen und Fleisch sind kein Selbst sondern eben Knochen und Fleisch, Gedanken, Gefühle, Wille und Bewusstsein sind kein Selbst, nur eben das was sie sind.

    Das "Ich" ist eine geistige Gestaltung die aufgrund von Verblendung entsteht, eine Identifikation: Ich bin Körper oder Geist. Der Tod beendet die Verblendung nicht, aufgrund von Begehren erfolgt wieder Geburt. Die Taten (Karma) in Werken, Worten und Gedanken wirken sich in diesem Leben, im nächsten Leben oder zu einem späteren Zeitpunkt aus.

    Das Ziel ist das Ungestaltete, das Verlöschen von Gier, Hass und Verblendung, Nirvana.

    Noch mal: Ich rede hier nicht von etwas Unveränderlichem und Ewigem, so weit gehe ich nicht, das habe ich immer gesagt. Ich rede hier von etwas Seelenartigem, zum Beispiel einem unsterblichen Teil des menschlichen Bewusstseins, der sich entwickeln und wiedergeboren werden kann. Das wäre der perfekte Mechanismus für Karma ... oder wie sonst kann Karma ohne so etwas funktionieren?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 29. August 2024 um 21:02
    pano:
    flopsy:
    pano:

    Die Naturwissenschaften haben experimentell gezeigt, dass es nicht-deterministische Prozesse in unserem Universum gibt. Einstein hat sich lange dagegen gesträubt, (https://de.wikipedia.org/wiki/Einstein-…Rosen-Paradoxon). Seine Einwände mündeten in Experimente, die dann eben zeigten dass die Quantenmechanik nicht-deterministisch ist.

    Der Begriff der Seele stammt von Platon (zeitlich nach Buddha), entsprechend hat der Buddha (zeitlich vor Platon und in Indien) kein entsprechendes Konzept gelehrt.

    Menschliche Entscheidungen sind in Abhängigkeit entstanden, was bedeutet in diesem Zusammenhang frei? Ich denke die Frage ob es einen Freien Wilen gibt ist eigentlich eine Nebelkerze, jeder kann erkennen dass er nicht absolut frei ist, wir alle haben unsere Leitplanken und Zwänge. Die Frage, die bleibt ist, wie viel Beinfreiheit haben wir, und da denke ich schon, dass es eine gewisse "Beinfreiheit" gibt.

    Wenn wir die edlen Wahrheiten und den achtfachen Pfad betrachten, so finden wir da eine Anleitung wie wir so manche Leitplanke verschieben können, und so manche schiefe Ebene flach machen können, sodass wir nicht mehr ganz so getrieben sind. Und deswegen ist es ein Weg der Befreiung. Ob man da absolute Freiheit erreichen kann?

    Dass die Quantenmechanik nicht-deterministisch ist, ist ja reine Spekulation, dafür gibt es keinerlei Beweise. Der Mensch kann es im Moment nur noch nicht durchschauen.

    Ich rede hier ja nicht von absoluter Freiheit, sondern davon, ob es überhaupt nur das kleinste Bisschen Freiheit geben kann. In einem deterministischen Universum ohne Seele gibt es das nicht. In einem deterministischen Universum mit Seele wäre das hingegen absolut möglich.

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    Es ist nicht nur reine Spekulation, da wir experimentell ausschließen können, dass es einen hidden-parameter gibt, der die Zufälligkeit die wir in quantenmechanischen Experimenten beobachten als banale Folge eines deterministischen Prozess erklären würde. Tatsächlich würde ich aber mich an dieser Streitigkeit nicht aufhängen, denn wie schon angesprochen kann auch aus deterministischen Prozessen mehr oder weniger nicht-deterministische Physik folgen, die kaum von einem echten Zufallsprozess zu unterscheiden ist.

    Deine Unterscheidung zwischen "deterministisches Universum ohne Seele und mit Seele" kann ich keinesfalls nachvollziehen. einen von dir beschriebenen Unterschied kann es ja nur geben, wenn "die Seele" außerhalb des Universums existiert, und dann haben wir eine Deux Ex Machina Situation.

    Wie dem auch sei, "die Seele" ist halt eine Modellvorstellung des Platon die nachhaltig Fuß gefasst hat in der europäischen Ideengeschichte. Was Karma im Buddhismus ist kann diese Vorstellung nicht erhellen.

    Alles anzeigen

    Das stimmt einfach nicht, ob die Quantenmechanik deterministisch ist oder nicht, kann niemand sagen, weil man es dafür beweisen müsste. Alles, was wir beweisen können, ist hingegen deterministisch. Es gab bisher noch nie einen Beweis für Nicht-Determinismus, es gibt sogar nicht mal ein Indiz dafür, weil alles, was wir berechnen können, sich immer streng deterministisch verhält ... da gab es noch nie irgendeine Abweichung.

    Was wäre so schlimm an einer Deux Ex Machina Situation? Jede Religion hat so was, sogar der Buddhismus mit seinem Karma, nur das es im Buddhismus nicht weiter erklärt wird.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 29. August 2024 um 12:21
    Metta:
    flopsy:

    Was sollte denn am Universum nicht deterministisch sein? Menschliche Entscheidungen könnten nur frei sein, wenn es etwas wie eine Seele gibt, oder wie sollte das sonst anders funktionieren?

    Nicht alles, was von Bedingungen abhängig ist, ist auch berechenbar (deterministisch), Beispiel Wetter. Zwar gibt es allgemeine Bewegungsgesetze, aber innerhalb dieser gibt es Spielräume, eben Freiheiten. Eine "Seele" braucht man als Erklärungsmodell nicht. Definiere erst mal den Begriff.

    Nur weil wir es nicht berechnen können, bedeutet das nicht, dass es nicht berechenbar ist. Jeder Wetterzustand ist jederzeit eindeutig bestimmt und damit vorhersagbar, wir können das nur nicht durchschauen. Mit unserem Gehirn und unserem Denken ist das genau so. Dieser Determinismus könnte nur durchbrochen werden, wenn etwas von außerhalb des deterministischen Universums "eingreifen" würde, und das könnte eine Seele sein. Wie sollte es anders funktionieren?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 29. August 2024 um 12:15
    Metta:
    flopsy:

    Ich zweifle nicht daran, ich sage ja, es musst etwas Seelenartiges und/oder Göttliches geben. Der Buddhismus zweifelt es hingegen an, und das macht für mich auf mehreren Ebenen keinen keinen Sinn.

    Dann such dein Glück anderswo, viel Erfolg, auch wenn du nur ne Sockenpuppe von "Frei" bist. :)

    Ich suche kein Glück, sondern nur eine Antwort auf die Frage, ob es im Buddhismus etwas Seelenartiges geben kann oder nicht.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 29. August 2024 um 12:13
    pano:
    flopsy:
    Metta:

    Das Universum ist ja nicht deterministisch. Das würde ja "Berechenbarkeit" bedeuten - eine Vorstellung, die mit Ende des 19.Jahrhunderts obsolet wurde. Dazu ist es viel zu komplex. Es gibt immer ein Gefüge von Bedingungen, sie können synergistisch wirken oder antagonistisch, der konkrete Wirkungsprozess wird oft durch kleinste Nebenbedingungen bestimmt. So ist es eben auch mit menschlichen Entscheidungsprozessen; sie sind nicht vollkommen frei, sondern bedingt frei, es gibt also freie Optionen und diese Optionen können erweitert oder verengt werden.

    Was sollte denn am Universum nicht deterministisch sein? Menschliche Entscheidungen könnten nur frei sein, wenn es etwas wie eine Seele gibt, oder wie sollte das sonst anders funktionieren?

    Die Naturwissenschaften haben experimentell gezeigt, dass es nicht-deterministische Prozesse in unserem Universum gibt. Einstein hat sich lange dagegen gesträubt, (https://de.wikipedia.org/wiki/Einstein-…Rosen-Paradoxon). Seine Einwände mündeten in Experimente, die dann eben zeigten dass die Quantenmechanik nicht-deterministisch ist.

    Der Begriff der Seele stammt von Platon (zeitlich nach Buddha), entsprechend hat der Buddha (zeitlich vor Platon und in Indien) kein entsprechendes Konzept gelehrt.

    Menschliche Entscheidungen sind in Abhängigkeit entstanden, was bedeutet in diesem Zusammenhang frei? Ich denke die Frage ob es einen Freien Wilen gibt ist eigentlich eine Nebelkerze, jeder kann erkennen dass er nicht absolut frei ist, wir alle haben unsere Leitplanken und Zwänge. Die Frage, die bleibt ist, wie viel Beinfreiheit haben wir, und da denke ich schon, dass es eine gewisse "Beinfreiheit" gibt.

    Wenn wir die edlen Wahrheiten und den achtfachen Pfad betrachten, so finden wir da eine Anleitung wie wir so manche Leitplanke verschieben können, und so manche schiefe Ebene flach machen können, sodass wir nicht mehr ganz so getrieben sind. Und deswegen ist es ein Weg der Befreiung. Ob man da absolute Freiheit erreichen kann?

    Alles anzeigen

    Dass die Quantenmechanik nicht-deterministisch ist, ist ja reine Spekulation, dafür gibt es keinerlei Beweise. Der Mensch kann es im Moment nur noch nicht durchschauen.

    Ich rede hier ja nicht von absoluter Freiheit, sondern davon, ob es überhaupt nur das kleinste Bisschen Freiheit geben kann. In einem deterministischen Universum ohne Seele gibt es das nicht. In einem deterministischen Universum mit Seele wäre das hingegen absolut möglich.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 29. August 2024 um 12:09
    Aravind:

    Lieber flopsy ,

    ich weiß nicht, was die Motivation Deiner Frage nach Seele und Karma ist.

    Wenn es eine akademische Diskussion ist: Die läuft wörtlich seit tausenden von Jahren.

    Wenn es um buddhistische Praxis gehen sollte: IMHO ist Deine Annahme in den ersten Jahren kein Hinderungsgrund für eine erfolgreiche Praxis.

    Und wenn Du das Handwerkszeug erlernt hast, findest Du selber raus, ob diese Vorstellung Richtung Erwachen zeigt, ob sie mehr oder weniger Anhaftung zur Folge hat. Sprich, ob sie in Buddhas Sinne heilsam oder unheilsam ist. Das ist der einzige relevante Prüfstein.

    Und es gibt für die meisten von uns genug Ideen über uns und über die Welt, die zu prüfen sind. Da kommt es erstmal auf diese eine Idee mehr oder weniger nicht an.

    Liebe Grüße, Aravind.

    Alles anzeigen

    Es geht mir darum, ob es im Buddhismus auch die Möglichkeit einer Seele gibt, damit meine ich nicht die typische christliche Seele, sondern wenigstes etwas Seelenartiges. Oder ist das im Buddhismus strikt ausgeschlossen? Könnte man als Buddhist an etwas Seelenartiges glauben?

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 29. August 2024 um 12:06
    JoJu91:
    flopsy:

    Ja, weil es in jedem Gedanken immer gegenwärtig ist. Man muss nicht explizit an das Bewusstsein denken, um sich dessen bewusst zu sein. Aus dem Grund ist es prädestiniert dafür, mehr zu sein, als nur eine körperlicher Funktion.

    Das heisst, nicht der Gedanke ist das Bewusstsein, sondern das, was den Gedanken als Gedanken erkennt ? Ist es das, was Du mit Seele meinst ?

    :?

    Nein, es ist alles zusammen: Ein Teil des Charakters, ein Teil der Gedanken, ein Teil des Denkens. Es ist auch das, was man ständig fühlt, diese Gefühl, etwas zu sein, das mehr ist, als nur ein Haufen bedeutungsloser Moleküle.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 28. August 2024 um 18:46
    Frei:
    flopsy:
    Frei:

    Selbstverständlich!

    Und was ist das, wenn es nichts Göttliches und nichts Seelenartiges gibt?

    Was sind denn deine Gründe, daran zu zweifeln?

    Ich zweifle nicht daran, ich sage ja, es musst etwas Seelenartiges und/oder Göttliches geben. Der Buddhismus zweifelt es hingegen an, und das macht für mich auf mehreren Ebenen keinen keinen Sinn.

  • Karma im Buddhismus

    • flopsy
    • 28. August 2024 um 18:44
    Metta:
    flopsy:

    Wenn man das mit Ursache und Wirkung in einem deterministischen Universum ernst nimmt, wird es halt sehr schwer, einen freien Willen zu erklären.

    Das Universum ist ja nicht deterministisch. Das würde ja "Berechenbarkeit" bedeuten - eine Vorstellung, die mit Ende des 19.Jahrhunderts obsolet wurde. Dazu ist es viel zu komplex. Es gibt immer ein Gefüge von Bedingungen, sie können synergistisch wirken oder antagonistisch, der konkrete Wirkungsprozess wird oft durch kleinste Nebenbedingungen bestimmt. So ist es eben auch mit menschlichen Entscheidungsprozessen; sie sind nicht vollkommen frei, sondern bedingt frei, es gibt also freie Optionen und diese Optionen können erweitert oder verengt werden.

    Was sollte denn am Universum nicht deterministisch sein? Menschliche Entscheidungen könnten nur frei sein, wenn es etwas wie eine Seele gibt, oder wie sollte das sonst anders funktionieren?

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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