Glauben ist keine Anmaßung von Wissen. Wenn wir glauben, dann geben wir einem Konzept einen Namen, so als ob wir ein mentales Modell davon hätten. Damit können wir es im Denken verwenden. Das klingt jetzt nach einer schlechten Idee, aber faktisch glauben wir enorm viel. Anders geht es nicht.
Wissen wird durch mentale Modelle abgebildet. Die müssen nicht richtig sein, aber sollten Beobachtungen nicht widersprechen, damit wir ihren Vorhersagen vertrauen können. Das ist der Grund, warum wir abweichende Beobachtungen etwas angleichen: Das mentale Modell bleibt dann weiter nutzbar und wir bleiben handlungsfähig.
Die Welt so sehen, wie sie ist: Das ist uns streng genommen nicht möglich. Wir bauen aus allen Wahrnehmungen mentale Modelle. Aber eben diese Einsicht hilft sehr, durch Selbstreflexion bessere Modelle zu bekommen. Dafür empfiehlt Buddha Meditation. Die Welt findet nur in unseren Gedanken statt: Das ist Konstruktivismus pur.
In dem Kontext muss man sehen, dass Buddha aufruft, alles zu prüfen. Wir sollen nicht glauben, sondern wissen. Das ist natürlich immer besser, denn man kann leicht etwas falsch glauben, aber viel schwerer etwas Falsches wissen. Gute Theorien halten dem Experiment stand und das Experiment schafft Vertrauen, dass sie gut sind. Wir sollen Buddha nicht glauben und vertrauen, sondern wir sollen Wissen erlangen, dem wir vertrauen.
Psychologie und Buddhismus sagen oft das Gleiche.