Ja - wie geht man mit so etwas um? Nach Möglichkeit so, dass es sich nicht wiederholt. Wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, dann ist es doch das Mindeste, dass man ihn mit einem Deckel sichert. Was konkret bedeutet, dass man ethnische Säuberung und Genozid zumindest beim Namen nennt und nicht aus politischer Opportunität verschweigt - mit der Rückfalloption des Beschönigens, Relativierens und Entschuldigens, falls Ignorieren nicht ausreicht. Aber man kann natürlich auch einmal jährlich um den Brunnen tanzen und Geister beschwören.
Dahinter steht immer der Wunsch nach Frieden (nach Möglichkeit ewiger Frieden - was bis jetzt offensichtlich nicht geklappt hat).
Das war bei der Veranstaltung in Mauthausen nicht anders.
Da sind was weiß ich wie viele Nationen mit ihrer Flagge und Soldaten aufmarschiert, haben einen Kranz hingelegt und sind dann abgebogen und haben sich dann an die Seite gestellt damit die nächste Nation mit Flagge und Soldaten ihren Kranz niederlegen kann.
Am Schluss sind dann eine große Gruppe jugendlicher mit Peace-Flaggen zu dem Denkmal gelaufen, wo die ganzen Kränze lagen.
Also zuerst die Soldaten und dann der Frieden.
Und das ist eben (vielleicht unbewusst) die Message: Durch Krieg und Soldaten kann man den Frieden erkämpfen.
Aber Friede fängt bei jedem einzelnen in seinem Geist an!
Wie soll man denn so Frieden erreichen, wenn man Leute mit Gewehren Kränze an ein Denkmal legen lässt? Was erzeugt denn diese Botschaft im Geist?
Statt linke Kampflieder hätte man vielleicht das spielen können: https://youtu.be/ydIUXXhnIyo?si=LH1DYxEQhCOOTvwh
Ich hab das ganze einfach total daneben gefunden, wie der Ablauf war und war irgendwie schockiert ...