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Beiträge von Anna-Lyse Dhamma

  • Daseinsbegehren - die Begierde (da) zu SEIN....

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 21. September 2025 um 21:43

    Hallo, liebe Hingabe ,

    vielen Dank für deine Antwort, die mich u.a. dazu anregte, noch mal das eine oder andere zu überdenken... _()_ :)

    Hingabe:
    Anna Panna-Sati:

    Ayya Khema betonte stets, dass mit dem Daseinsbegehren i.d.R. nicht nur am Dasein an sich festgehalten würde, sondern dass mensch auch auf eine bestimmte Art und Weise - nämlich "recht komfortabel" (also möglichst behaglich, glücklich und leidfrei) leben, "da sein" wolle...

    Ok. Kann es nur am Dasein zu kleben/ daran anzuhaften also nicht geben ? :?

    So verstehe ich das nicht, es ist ja absolut natürlich (Stichwort "Selbsterhaltungstrieb") am Dasein zu hängen.

    Menschen (ebenso Tiere und Pflanzen) haben schon unglaubliche Strapazen dank dieser Begierde, da zu sein/ zu bleiben, überlebt. *

    (Siehe auch oben die Verse von Wilhelm Busch, Titel "Seelenwanderung": Der Wunsch, dass die "Seele" - in einem möglichst angenehmen Daseinsbereich - wiedererscheinen möge, zeugt auch von Daseinsbegierde...)

    * https://www.tagesschau.de/ausland/ozeani…ckerin-104.html

    Anna Panna-Sati:

    Das Leben als völlig wertlos zu erachten (dafür sind verschiedene Ursachen, z.B. auch pathologische, denkbar), kann letztlich zur Ablehnung, bzw. Hassgefühlen führen und als fast zwangsläufige Konsequenz, wird der Betreffende sowohl sich selbst, als auch Anderen Schaden zufügen.

    Er könnte auch einfach nur gleichgültig werden darüber was mit anderen passiert ( oder auch was mit ihm passiert, oder er/ sie bemüht sich dennoch das Notwendisgte zu haben, so ein Mensch kann sich aber über nichts mehr erfreuen ), sich von allen Anderen abkapseln, Probleme Anderer nicht mehr ernst nehmen ( kein Mitgefühl mehr haben ) oder die es auf der Welt gibt ( aber nicht aus Gleichmut, sondern aus Gleichgültigkeit ) ? Ein Freund meinte mal zu mir, Gleichgültigkeit ist auch Ablehnung.

    Ja, da würde ich dir zustimmen, wobei Gleichgültigkeit sowohl als Ursache, wie auch als Folge der Einstellung, dass das Leben wertlos sei, eintreten könnte.

    Im Gegensatz zu Hass, der als starke, oft destruktive Emotion zu entsprechend unheilsamen Aktivitäten (im Denken, Reden, Handeln) führen kann, zeichnet sich Gleichgültigkeit, aufgrund fehlender Gefühle/fehlenden Interesses, mehr durch Passivität, also mögliche Schädigung durch Unterlassen, aus.

    Dein Freund hatte vielleicht ein Zitat des Schriftstellers und Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel im Kopf:

    Zitat

    »Ich habe immer daran geglaubt, daß das Gegenteil von Liebe nicht Haß ist, sondern Gleichgültigkeit.

    Das Gegenteil von Glaube ist nicht Überheblichkeit, sondern Gleichgültigkeit.

    Das Gegenteil von Hoffnung ist nicht Verzweiflung, es ist Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit ist nicht der Anfang eines Prozesses, es ist das Ende eines Prozesses.« - Erinnerung als Gegenwart. Elie Wiesel in Loccum [Mai 1986]. Loccumer Protokolle 25/[19]86, S. 157


    Hass ist zweifellos auch das Gegenteil von Liebe, allerdings besteht durch ihn immer noch eine intensive Verbindung zwischen Menschen (und Hass kann sich auch wieder legen...), während Gleichgültigkeit, mangels jeglichen Interesses oder Mitgefühls, eine vollständige Trennung darstellt.

    Anna Panna-Sati:

    Es kann m.E. nur darum gehen, das Leben/Dasein anzunehmen, wie es ist - mit den Daseinsfreuden UND dem, teilweise daraus erwachsenden, -Leiden, allerdings eben

    OHNE ANHAFTUNG (Anupadana), frei von Verlangen, Identifikation und Vereinnahmungswünschen/Besitzdenken.

    Ja, Daseinsfreuden annehmen. Wenn man an nichts mehr anhaftet, wieso würde dann da dennoch Leiden entstehen durch die Daseinsfreuden ?

    Alles anzeigen

    Ich denke nicht, dass noch Leiden entsteht, wenn an nichts und niemand mehr angehaftet wird - da habe ich mich wohl unklar ausgedrückt. :?

    Freisein von Anhaftung => Leidensfreiheit

    Allerdings ist es bis dahin meist ein langer, mühsamer Weg, denn im Allgemeinen hängt man ja ziemlich an den (Daseins-) Freuden... ;)


    Einen positiven Wochenstart und alles Gute für dich! :sunny: :heart: :klee: :taube:


    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

  • Daseinsbegehren - die Begierde (da) zu SEIN....

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 21. September 2025 um 17:08

    Hallo, lieber Qualia ,

    vielen Dank für deine bemerkenswerten Beiträge. _()_ :)

    Qualia:

    Dieser Körper, den ich meinen nenne, wird sich niemals dem Geist ergeben. Er will mit allen
    Mitteln leben
    und da kann ich nur etwas machen, wenn ich mich umbringe,.

    Das hört sich (für mich) so an, als hätte der Körper ein "Eigenleben", dem "du" , mehr oder weniger, vollkommen ausgeliefert bist - außer, du entziehst dich, indem du ihn vernichtest...?

    Wie passt das zu der (erfahrbaren) Tatsache, dass - lt. Dhammapada (001) - "den Dingen der Geist vorangeht"?

    Qualia:

    Er wird jede Gelegenheit ergreifen, um zu leben, egal wie.

    Klar, so hat sich das die Natur "gedacht" - Leben, leben, leben, um (fast) jeden Preis...

    Aber, wenn der Geist nicht "mitzieht" und nicht ebenfalls nach Leben "giert", schlafft auch der Körper schnell ab....

    Nur deshalb macht ja die häufige (ärztliche) Aufforderung Sinn, sich bei einer physischen Erkrankung oder seelischen Leiden nicht "hängenzulassen", zu kämpfen, nicht aufzugeben - diese richtet sich natürlich an den Geist, den (Lebens-) Willen, das Daseinsbegehren des Geistes.

    ---

    Lieber mukti ,

    vielen Dank, auch dir, für deine erfahrungsbasierte Antwort. _()_ :)

    mukti:

    Durch die buddhistische Praxis ist mein Daseinsbegehren weniger geworden, aber wahrscheinlich werde ich zur Zeit des Sterbens nicht vollkommen loslassen können und das Dasein wird sich fortsetzen.

    Es freut mich für dich, dass du bereits ein verringertes Daseinsbegehren bei dir beobachten kannst, aber wie kommst du zu der Einschätzung "zur Zeit des Sterbens" nicht vollkommen loslassen zu können?

    Man kann sich erfahrungsgemäß ein Stück weit aus dem körperlichen Sterbeprozess ausklinken, dissoziieren und den Körper "sein Ding" machen lassen, während der Geist - je nach Verfassung - gleichmütig oder aufgeregt, ergeben/akzeptierend oder verzweifelt/mit Widerstand, beobachtet, was geschieht, bis das Bewusstsein schwindet...

    Sind Körper und Geist eng verbunden, "im Reinen" und ergeben in das Unvermeidliche (Schwäche, Mattigkeit, Schmerzen etc. sorgen für "Lebensüberdruss"- unter diesen Bedingungen), wird man - erst recht nach jahrelanger buddhist. Praxis - leichter loslassen können (vermute und hoffe ich... ;) ).

    ---

    Liebe(r) chilli68 ,

    vielen Dank für deinen optimistischen Beitrag. :) _()_

    chilli68:

    Persoenlich empfinde ich (als von Buddhas Lehre inspirierter Mensch)

    keine Daseinsbegierde in dem Sinne (mehr). Eher Daseinsglueck.

    Ja, wir werden alles loslassen. Und wir lassen steandig jetzt schon alles los.

    Ich glaube (an den) und erlebe den Funken, den mein (jetziges) Ich sprueht.

    Das hört sich sehr positiv an - Daseinsglück, statt Daseinsbegierde -, d.h. du hast schon sehr viel losgelassen?! :like: :D

    Eine Frage hätte ich noch: Was genau meinst du mit dem "Funken", den dein "(jetziges) Ich sprüht"?

    ---


    Lieber nuk ,

    vielen Dank für deine Antworten. _()_ :)

    nuk:
    Anna Panna-Sati:

    - Spürt ihr (noch) ein starkes Daseinsbegehren?

    Eigentlich nicht. Frueher war das bei mir anders. Aber seitdem ich langsam in die Jahre komme, merke ich schon in diesem einen Leben, dass sich Vieles einfach nur wiederholt (wenn auch mit Abweichungen).

    Ja, die Vorstellung des "immer wieder recycelten Elementehaufens" (siehe Mar Tins Beitrag # 14), sozusagen gefühlt als ein fortgesetzter "Aufguss vom Aufguss", ist sicherlich hilfreich, wenn man zum Hängen am Dasein tendiert....


    Anna Panna-Sati:

    - Wenn nein, warum nicht?

    Keine Ahnung. Eine sehr schwierige Frage fuer mich. Wahrscheinlich spuere ich deshalb kein starkes Daseinsbegehren, weil ich fuehle, dass die erste buddhistische Wahrheit ("Leben ist leiden") im Kern wahr (fuer mich persoenlich) ist. Und ich spuere, dass dieses Gefuehl mit vortschreitenden Alterserscheinungen langsam eher zu nimmt.

    Das kann ich nachvollziehen, lieber Nuk, jedoch bleibt dir ja immer die buddhist. Praxis, um die Ursachen des Leidens - und damit das Leiden - (mindestens) zu verringern.

    Wenn man des Daseins völlig (und anhaltend) überdrüssig wäre, hieße dies, es gewissermaßen abzulehnen, was - im schlimmsten Fall - eine Neigung zum Wunsch der Selbstvernichtung hervorrufen könnte.

    Ja, zunehmende Alterserscheinungen machen gelegentlich schon zu schaffen, aber man sollte nicht übersehen, dass alles zwei Seiten (und die Mitte) hat:

    - Die gute Seite ist, dass man mit fortschreitendem Alter abgeklärter und gelassener wird, wozu die nachlassenden Sinne und langsam abnehmende kognitive Fähigkeiten auch beitragen.

    (Überwiegen irgendwann die Leidgefühle jene der Lust, fällt das Loslassen später umso leichter.... :) )


    Anna Panna-Sati:

    - Führt fortgeschrittene buddhist. Praxis zur fühlbaren Abmilderung der Daseinsbegierde?

    Ich weiss nicht. Ich kann leider nicht wissen, wie ich ohne meine taegliche buddhistische Praxis heute denken wuerde. Es ist mir auch einerlei. Ich fuehre die Praxis einfach nur deshalb fort, weil sie mir in Fleisch und Blut uebergeganen ist und mich andere Dinge eher (mehr oder weniger) langweilen.

    Alles anzeigen

    Finde es großartig, dass dir die tägliche buddhistische Praxis schon "in Fleisch und Blut übergangen" ist, mit Sicherheit wird sie auch gute Früchte tragen, will sagen: "Ohne" Praxis würde es dir wahrscheinlich schlechter gehen....

    Alles Gute für dich (und soooo alt bist du doch noch gar nicht... ;) )! :sunny:  :heart:

    ---

    Lieber JoJu91 ,

    vielen Dank für deinen Beitrag. _()_ :)

    JoJu91:

    Fortgeschrittene buddhistische Praxis führt zum Brahmavihara der Daseins-Freude, im Idealfall zumindest einige ausreichend lange Momente pro Tag.

    Ein schönes Schlusswort. :like: :D

    (Aber ich kann mich mal wieder nicht zurückhalten... :erleichtert: und gebe dem Wunsch nach, dazu noch etwas zu äußern... :grinsen: )

    Daseinsfreude zu empfinden, ist - würde ich mal kühn behaupten - allen Lebewesen, grundsätzlich, eigen, wenn es ihnen, just in diesem Moment, körperlich und psychisch/geistig gut geht (vielfach sogar bei diesbezüglichen Einschränkungen, irgendwo "zwickt" es ja fast immer... ;) ).

    Es mag sein, dass nicht jeder diese Freude am Dasein (andauernd) bewusst wahrnimmt, während es im Kontrast zu leidhaften Zuständen, bei existenzieller Bedrohung, augenblicklich klar wird...

    Der spirituelle Fortschritt zeigt sich dementsprechend m.E. darin, dass dem Übenden stets bewusst ist, dass die Freude (wie alles andere, außer Nibbana) bedingt entstanden und unbeständig... ist und er demzufolge nicht an ihr anhaftet, sie stabil (er)halten will.

    (Bei dir klingt das an, da du von "ausreichend langen Momenten" und nicht von einem Dauerzustand, sprichst. )

    Wie sonst sollte man das Daseinsbegehren abschwächen und schließlich loslassen können?


    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

  • Daseinsbegehren - die Begierde (da) zu SEIN....

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 20. September 2025 um 18:31

    Hallo, liebe Hingabe :) ,

    vielen Dank für deinen Beitrag, der mich etwas überraschte... _()_ :o

    (Weil du - nach meinem Empfinden - ein Mensch bist, der sich sehr viele Gedanken macht...aber vielleicht ist das eine falsche Einschätzung?)

    Hingabe:

    Mir ist eben aufgefallen, dass ich mir um die Frage habe ich noch das Daseinsbegehren vorher ( bis heute morgen ) keine Gedanken gemacht habe und sie mir nicht machen wollte, da es noch nicht mein Thema war.

    Damit ich dich nicht falsch verstehe:

    Was meintest du denn mit "nicht mein Thema"?

    (Vielleicht, dass das Ende deines Daseins - nach menschlichem Ermessen - noch in weiter Ferne liegt und dich quasi jetzt noch nicht betrifft? :?

    Oder wolltest du damit nur sagen, dass dir bisher nicht so bewusst wurde, dass dir ein Daseinsbegehren innewohnt - wie wohl allen Lebewesen, mehr oder weniger...?) Oder...oder....?

    Hingabe:

    Bei mir ist erst einmal noch das Sinnlichkeitsbegehren zu überwinden gewesen- ist es noch. Danach können wir weiter reden. :badgrin:

    Ich denke, dass beide Begehren miteinander korrelieren und dadurch, wenn eines "überwunden" ist, das andere automatisch auch (zumindest) abnimmt... ;)

    Ayya Khema betonte stets, dass mit dem Daseinsbegehren i.d.R. nicht nur am Dasein an sich festgehalten würde, sondern dass mensch auch auf eine bestimmte Art und Weise - nämlich "recht komfortabel" (also möglichst behaglich, glücklich und leidfrei) leben, "da sein" wolle... :sunny: :heart: :taube: :klee:

    Buddha Shakyamuni empfahl seinerzeit seinen Schülern den Verzicht auf Sinnesvergnügungen, weil er um die Gefahr des Anhaftens/Festhaltens wusste.

    Loslösung erfordert ja auch den Willen dazu und der setzt sich meist erst durch, wenn bereits erste "überweltliche" Glückszustände (Jhanas,...) erreicht wurden....(siehe Majjhima Nikaya 14)

    Hingabe:

    Ist mit das Leben als wertlos erachten und wegwerfen zu wollen, jemand gemeint der sich das Leben nehmen will ? Oder nicht ganz so extrem ?

    Das Leben als völlig wertlos zu erachten (dafür sind verschiedene Ursachen, z.B. auch pathologische, denkbar), kann letztlich zur Ablehnung, bzw. Hassgefühlen führen und als fast zwangsläufige Konsequenz, wird der Betreffende sowohl sich selbst, als auch Anderen Schaden zufügen.

    Das muss nicht gleich in einen Suizid münden, aber "Verwahrlosung" im Denken, Reden und Handeln - also Rücksichtslosigkeit, Skrupellosigkeit, extremer Egoismus usw. , die aus der Abneigung erwachsen können, erzeugen massenhaft Leiden (auf allen Seiten)...


    Es kann m.E. nur darum gehen, das Leben/Dasein anzunehmen, wie es ist - mit den Daseinsfreuden UND dem, teilweise daraus erwachsenden, -Leiden, allerdings eben

    OHNE ANHAFTUNG (Anupadana), frei von Verlangen, Identifikation und Vereinnahmungswünschen/Besitzdenken.

    Dies mag am besten gelingen, wenn man die Prozesshaftigkeit, Bedingtheit und Vergänglichkeit aller Wesen und Dinge erkennt (irgendwann auch "durchdringt") und die Ichbezogenheit verringert, bzw. schlussendlich fallenlässt.

    -> Edler Achtfacher Pfad


    Denn eines ist klar und unumstößlich:

    Zitat

    128

    Nicht in der Luft, in Bergesschacht, in Meerestiefe

    Gibt's einen Ort, wo uns der Tod nicht abberiefe.

    https://www.palikanon.com/khuddaka/dhp/dhp2.htm#Papa



    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Daseinsbegehren - die Begierde (da) zu SEIN....

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 17. September 2025 um 22:54

    Lieber @Mar tin , :)

    kann mich nur Monika anschließen und dir "herzlichen Dank" sagen für deinen wertvollen Beitrag. _()_ :heart:

    Mar tin:

    Irgendwann wird einem klar, dass es nichts mehr neues in dieser Welt gibt.


    Alles was man sieht und erlebt ist nichts anderes als ein recycelter Elementehaufen .

    Ich warte noch auf diese tiefe Erkenntnis ;) , momentan staune ich weiterhin oft wie ein Kind z.B. über "Wunder der Natur" und entdecke ständig Neues, woran angehaftet werden könnte....

    (Wird langsam Zeit, dass ich erwachsen werde und "aufwache"... :erleichtert: )

    Mar tin:

    Aber in Wirklichkeit ist alles schon hier und alles ist in Ordnung.

    _()_  ^^

    Mar tin:

    Du bist mit der Gewissheit gegangen, dass da niemand ist, war , und jemals wieder sein wird.

    DAS ist die Lösung aller (Angst-) Probleme,

    ahne ich mehr, als dass ich es weiß/begreife - derzeit spüre ich allein beim Lesen dieser Worte/Formulierungen, die Vorstellungen erzeugen, noch ein gewisses Würgen und Kratzen im Hals und die Augen werden feucht, so dass alles verschwimmt...

    (Verflixt, wie man, als "Weltling", sowohl an "sich" und "seinem" Körper (der sich nervigerweise u.U. auch noch psychosomatisch "meldet"), wie auch an Anderen hängt. :nosee: :shrug:)


    Mar tin:

    Mögen wir alle Frieden finden 🙏

    _()_ :heart: :buddha:

    (Ja - und damit gleichzeitig auch in der Welt Frieden verbreiten... :taube:)


    Liebe Grüße, Anna :heart:  _()_ :)

  • Daseinsbegehren - die Begierde (da) zu SEIN....

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 15. September 2025 um 16:00

    Herzlichen Dank, lieber Igor07 , für deinen mitfühlenden Beitrag (inkl. d. lehrreichen Zitats und Suttas!) _()_ :heart:

    Igor07:

    ist es nicht so, dass wir einfach nicht be- merk-en, dass das ganze Leben wie uns geliehen ist, also nicht wirklich uns gehört?

    Ja, man "weiß" es zwar im Innersten, vergisst es aber im Alltagsleben nur allzu leicht, während man sich als denkendes/erkennendes, redendes und handelndes Subjekt/"Ich" erlebt...

    Igor07:

    Wenn ich diesen Gedanken weiter entwickle, dann ist es möglich, einen Moment zu erhaschen, dass es absolut nichts gibt, was mir gehört und was mich ausmacht. So lerne ich loszulassen.

    Passiert das in der Meditation? Oder ist es auch beim Kontemplieren/Nachdenken erfahrbar?

    Bei mir funktioniert es so lange, bis mich ein körperlicher Schmerz daran erinnert, dass es den ersten Pfeil gibt und der trifft einen Körper, der "mir" zwar nicht gehört, den "ich" aber dennoch spüre...

    Dann ist "Sammlung" angesagt, die, wenn es gut läuft, Akzeptanz und Loslassen ermöglicht.

    Igor07:

    denn jeder Tag wie jede Minute kann die letzte sein – und warum denn nicht?

    Auch dies weiß im Grunde jeder Mensch, nur verdrängt er es i.d.R., weil eine nähere Beschäftigung mit dieser Tatsache unangenehme Gefühle auslösen kann.

    Der Geist mag es vielleicht sogar- früher oder später - akzeptieren, aber der Körper wird sich wehren und "Auswege" suchen, bis zum letzten Atemzug, was natürlich wiederum auf den Geist zurückwirkt....

    Igor07:

    Und dann bleibt nur noch das Loslassen, diese radikale Akzeptanz und Demut – und auch die Dankbarkeit für alles, was in diesem Leben war.

    _()_ :heart: Wunderbar ausgedrückt, lieber Igor, mit der Verwirklichung dieser Haltung und Einstellung kann man in Frieden und Gleichmut alles durchstehen.

    (Aber für viele ist das noch ein weiter Weg....)


    Im Parallelfaden zum Thema "Sinn und Zweck unseres Daseins" kam mir der Gedanke, dass man an einem Leben, das als sinnvoll empfunden wird (dem Sinn verliehen wurde), naturgemäß wohl viel stärker anhaftet, als an einem Dasein, welches man als sinnlos (und obendrein noch leidvoll) erlebt.

    Wäre es somit womöglich generell "heilsamer", das Leben eher als sinnlos zu betrachten, um die Daseinsbegierde zu mildern? :?

    Auch für dich von Herzen alles Gute! :heart: :sunny:


    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

  • Mitgefühl im Alltag

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 15. September 2025 um 14:53
    Hendrik:

    Was bedeutet für euch Mitgefühl im Alltag? Eher eine innere Haltung oder konkrete Handlungen?

    Das eine bedingt m.E. das andere, dementsprechend kann es eigentlich nur die Antwort "Sowohl als auch." geben.

    Aber ebenso dürfte es ohne eine Haltung von Wohlwollen/liebender Güte (Metta/Maitri)) schwierig werden, echtes Mitgefühl zu entfalten und zu praktizieren.

    Hilfsbedürftigen (Schwachen, Kranken, Leidenden,...) zu helfen, ihnen beiseite zu stehen, fällt dabei i.d.R. viel leichter

    (es gehört quasi zum angeborenen und erlernten Sozialverhalten eines "Gruppenwesens"), als beispielsweise

    Mitgefühl mit Menschen zu zeigen, die Nahestehende oder einen selbst kränk(t)en, verletz(t)en oder anderweitigen Schaden zufüg(t)en.

    Mitgefühl - im Buddhismus - wird erklärt als der "Wunsch, dass alle Wesen glücklich und befreit von Leiden und den Ursachen des Leidens sein mögen".

    Dies müsste sich konsequenterweise auch auf die uns eher "Unlieben" erstrecken...

    Aber, wehe, uns greift "jemand" an, womöglich noch (aus unserer Perspektive heraus gesehen) - grundlos.... :eek: :x

    Dabei böte sich jetzt doch die günstige Gelegenheit, Mitgefühl praktisch anzuwenden und es sowohl für sich, als auch für den "Aggressor" zu entfalten... :angel: ;)


    Aktuelles persönliches Beispiel:

    Kürzlich schrieb mir ein (bis dato) unbekannter User dieses Forums eine angriffslustige PN, in der er sich u.a. über meinen - seiner Meinung nach unangebrachten - Nicknamen mokierte, da ich ja "ohne Panna" sei (womit er ärgerlicherweise recht hat... :erleichtert: ) und mich aufforderte, doch "loszulassen", vor allem das Schreiben im Forum....

    Also ein echt frecher Post und - scheinbar - ohne Grund.

    (Obendrein hatte er sich direkt nach seiner "Gift-Träufelei" wieder vom Forum abgemeldet und damit einer Antwortreaktion entzogen...)

    Meine erste Reaktion: Lachen (allein sein Name verriet schon, wes Geistes Kind er war)! :lol:

    Als nächstes nahm ich leichten Ärger wahr, das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein... :x :roll:

    Drittens: Analyse des Textes (z.B. auf etwaigen Wahrheitsgehalt + Versuch, die Motivation des Schreibers zu eruieren,...) und der bei mir ausgelösten Emotionen. :?

    Viertens: Mitgefühl entfalten - mit mir UND dem Schreiber. ^^ :)

    Fünftens: Abhaken... 8) :)

    (Hm... Anscheinend habe ich es doch noch nicht ganz abgehakt, da es mir zum Thema dieses Fadens wieder hochkam. :shrug:

    Aber vielleicht gibt es da noch etwas zu lernen...)


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Sinn und Zweck unseres Daseins

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 14. September 2025 um 16:53
    dukkha:

    Komischerweise hat nur der Mensch das Bedürfnis nach Sinn.

    Kommt darauf an, wie man "Sinn" definiert...

    Nach heutigem Kenntnisstand der Forschung reflektieren zwar Tiere nicht über ihren Daseinszweck, Lebenssinn oder irgendwelche Werte, aber:

    Vor allem intelligente "höhere" Säugetiere und Vögel werden krank oder sterben sogar, wenn sie z.B. völlig "sinnlos" (ev. noch abgeschirmt von jeglichen (Umwelt)-Reizen) in einem Käfig dahinvegetieren müssen - ohne Möglichkeit der Entfaltung ihres körperlichen und geistigen Potenzials (= "Sinn").

    Wenn sie überleben, dann nur, weil der Körper ausreichend erhalten wird und ihnen eine Art - unbewusste - "Hoffnung" (es könnte ja irgendwann eine Chance geben, dem Gefängnis zu entrinnen...), inkl. des "Daseinsbegehrens", innezuwohnen scheint....

    Ein Beispiel: Hunde, die über Generationen als Arbeitshunde gezüchtet wurden (z.B. Hütehunde) verkümmern seelisch und entwickeln Verhaltensstörungen, wenn sie keine "Aufgabe" ("Sinn"), etwa, Schafe zu hüten, im Leben zugeteilt bekommen.

    dukkha:

    Alle anderen Lebewesen leben einfach.

    Dem äußeren Anschein nach - ja, aber das tun sehr viele Menschen auch....

    Was bleibt jenen auch sonst übrig - sie sind gewissermaßen "Getriebene", unfrei...

    mooncake:

    Mir kommt es vor, als wäre der Buddhismus die einzige Religion, die die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht beantwortet, noch nicht einmal stellt. Ist das nicht verwunderlich?

    Die Frage wird m.E. "zwischen den Zeilen" beantwortet:

    Das Leben im ewigen Daseinskreislauf (Samsara) ist letztlich leidvoll und

    daher kann es nur ein Ziel (und damit Sinn der menschlichen Existenz) geben:

    Das Beschreiten des Edlen Achtfachen Pfades, um Befreiung/Nibbana/Nirvana zu verwirklichen.


    Die Frage nach dem Sinn des Lebens kommt häufig in Grenz- und Krisensituationen auf, weniger (oder gar nicht) in wirklich glücklichen Lebensphasen, denn vielfach empfindet man GLÜCKLICHSEIN als den wahren Sinn des Lebens...

    Leider impliziert diese Definition, dass zahlreiche Menschen am Sinn des Lebens vorbeileben, kaum eine Chance auf "Erfüllung" bekommen.

    Was ist mit dem Neugeborenen, das kurze Zeit nach der Geburt schon stirbt?

    Was ist das für ein Leben, das ein Mensch mit starken körperlichen oder/und geistigen Behinderungen führen muss- womöglich von Geburt an? ....

    Daher neige ich zu der Annahme, dass - wenn es ihn denn überhaupt gibt -

    der Sinn und Zweck unseres Daseins vorwiegend darin bestehen könnte:

    - Erfahrungen zu machen - angenehme, unangenehme, neutrale

    - zu lernen, das Bestmögliche aus dem Leben "herauszuholen" (entwickeln, gestalten)

    - das Leben anzunehmen und ihm - den eigenen Möglichkeiten gemäß - Sinn zu geben

    ODER

    - man erkennt, dass das Leben (eigentlich) KEINEN SINN hat und lebt es einfach - so glücklich wie möglich - was natürlich wieder einige Voraussetzungen bedingt ...?


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Daseinsbegehren - die Begierde (da) zu SEIN....

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 13. September 2025 um 15:56

    Hallo, ihr Lieben, :)

    dieses Thema beschäftigt mich schon lange, aber in den letzten Monaten vermehrt, weil ich Anfang des Jahres mit einer ziemlich schlimmen Diagnose konfrontiert wurde und bald darauf gerade noch "dem Tod von der Schippe sprang", wie man so sagt... :erleichtert:

    (Direkt nach der Diagnosestellung hatte ich geglaubt, die beste Lösung sei es, nichts zu tun und den Dingen ihren natürlichen Lauf zu lassen (u.a., wegen vorhandener Arzt- und Krankenhaus-Phobie) , aber als die Symptome immer unangenehmer und bedrohlicher wurden, regte sich plötzlich ein starker Überlebenswille in mir, sowie der übermächtige Wunsch, (weiter) dazusein, weiterzuleben, notfalls auch eingeschränkt und mit leidhaften Zuständen...

    Zugrunde lagen die Angst vor dem Sterben und - für mich überraschend - dem Tod und diese übertrafen schlussendlich die phobischen Ängste und Bedenken bzgl. der ärztlichen Behandlung.

    Zur Erleichterung meines panischen Hausarztes ließ ich mich dann also doch in die Uniklinik einweisen, wo es gerade noch gelang, mein Leben zu retten - zumindest fürs Erste.....)


    Laut dem Buddha ist das Daseinsbegehren (Bhava-tanha) eine von drei Arten des Begehrens, die (für Nibbana/Nirvana) zu überwinden seien:

    Zitat

    A.VI.106 Das Leidensende II - 11. Taṇhā Sutta

    Dreifaches Begehren, ihr Mönche, hat man zu überwinden und dreifachen Dünkel. Welches dreifache Begehren aber hat man zu überwinden?

    • Das Sinnlichkeitsbegehren,
    • das Daseinsbegehren und
    • das Selbstvernichtungsbegehren.

    ....

    https://www.palikanon.com/angutt/a06_088-140.html#a_vi106

    Tatsächlich geht bhava-tanha jedoch über den kreatürlichen Überlebenswillen noch hinaus und impliziert:

    - Verlangen nach günstigen/angenehmen Lebensbedingungen (Ablehnung widriger Lebensumstände...)

    - Verlangen nach fortgesetzter, womöglich ewiger, Existenz (Wiedergeburt, Wiederauferstehung,...), verbunden mit Anhaftung an Identitätsvorstellungen

    -> Festhalten an "Ich" und "Mein"

    -> Streben nach Unsterblichkeit

    -> Angst vor dem Verlöschen

    Dies kann auch den buddhistisch Praktizierenden letztlich zu den subtileren Arten des Daseinsbegehrens führen

    (Teile der "5 höheren Fesseln" - siehe: https://www.palikanon.com/wtb/samyojana.html)

    - Begehren nach Feinkörperlichkeit (rupa-raga)

    = Verlangen nach verfeinerten materiellen Existenzformen, Erhalt von Schönheit/Reinheit, Anhaftung an Jhana-Zuständen der Formsphäre

    - Begehren nach dem Unkörperlichen (arupa-raga)

    = Verlangen nach rein-geistigen Existenzformen, Festhalten an subtilen meditativen Erfahrungen, Anhaftung an formlose Jhanas


    Den Dichter, Humorist und Zeichner Wilhelm Busch beschäftigten übrigens in diesem Kontext auch die Themen Wiedergeburt/Reinkarnation....

    Zitat

    Seelenwanderung

    Wohl tausendmal schon ist er hier

    Gestorben und wiedergeboren,

    Sowohl als Mensch wie auch als Tier,

    mit kurzen und langen Ohren.

    Jetzt ist er ein armer blinder Mann,

    Es zittern ihm alle Glieder,

    Und dennoch, wenn er nur irgend kann,

    Kommt er noch tausendmal wieder.

    1904

    (Wilhelm Busch)

    Alles anzeigen
    Zitat

    Tröstlich

    Die Lehre von der Wiederkehr

    Ist zweifelhaften Sinns.

    Es fragt sich sehr, ob man nachher

    Noch sagen kann: Ich bin’s.

    Allein was tut’s, wenn mit der Zeit

    Sich ändert die Gestalt?

    Die Fähigkeit zu Lust und Leid

    Vergeht wohl nicht so bald.

    nach 1900

    (Wilhelm Busch)

    https://www.planetlyrik.de/lyrikkalender/…cht-troestlich/

    Alles anzeigen

    Aber dies nur am Rande... ;) :erleichtert:


    Wichtig ist es wohl noch, zu betonen, dass das "Begehren nach Nicht-Existenz/ Vernichtung" (vibhava-tanha) vom Buddha als genauso leiderzeugend, wie die anderen Arten des Begehrens gesehen wurden.

    Es kann also auch nicht darum gehen, das Leben als wertlos (sinnlos) zu ächten und demzufolge wegwerfen/loswerden zu wollen.

    Der von Buddha gelehrte "mittlere Weg" bedeutet entsprechend : weder Lebensgier, noch Lebensverneinung... :shrug:


    Was fällt euch zu diesem Thema ein?...

    - Spürt ihr (noch) ein starkes Daseinsbegehren?

    - Wenn ja, versucht ihr, dem entgegenzuwirken ?

    - Wenn nein, warum nicht?

    - Führt fortgeschrittene buddhist. Praxis zur fühlbaren Abmilderung der Daseinsbegierde?

    - Wie kann man "spirituelles Anhaften" verhindern, das sich auf "Begehren nach feinkörperlichen Zuständen" und "Begehren nach Unkörperlichem" bezieht?

    .....


    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

    (paticca-samuppanna = bedingt entstanden / paticca-maranta = bedingt sterbend...)

  • Freundschaft (im Buddhismus)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 10. September 2025 um 17:16

    Lieber Jenscha , :)

    vielen Dank für deinen Beitrag! _()_ :heart:

    Habe deine Zitate - der leichteren Verständlichkeit wegen - von Deepl übersetzen lassen:

    Zitat

    Der Freund, der nur nimmt,

    Der Freund der leeren Worte,

    Der Freund voller Schmeichelei,

    Und der rücksichtslose Freund;

    Diese vier sind keine Freunde, sondern Feinde;

    Die Weisen verstehen dies

    Und halten sie auf Distanz,

    Als wären sie ein gefährlicher Weg.

    The Buddha, Sigalovada Sutta, 20.

    Alles anzeigen
    Jenscha:

    Vor einigen Jahren bestand mein Freundeskreis leider noch überwiegend aus Nehmern, Egoisten und Narzissten. Auch ein paar aus Kategorie 2 (hohle Worte) waren dabei.

    Wie kommt es dazu, dass man oft so lange an solchen "Schein-Freundschaften" festhält? :?

    (Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass häufig einseitige Zuneigung, Angst vor Verlust und anhaltende Hoffnung auf Besserung der Beziehung eine Rolle spielen...)


    Wer ersehnt sich nicht einen solchen Freund ? :

    Zitat

    «Wer Wohltat ausübt als ein Freund,

    Und wer in Freud' wie Leid besteht,

    Wer Heil zu deuten nicht versäumt?

    Als Mitempfinder herzenstreu:

    «Als Freunde gelten diese vier,

    Dem klugen Manne wohlbekannt:

    Er soll sie halten lieb und wert,

    Gleichwie die Mutter hegt ihr Kind.

    The Buddha, Sigalovada Sutta, 20.

    Alles anzeigen

    Dann braucht man sich ja nur noch als ebensolcher Freund zu erweisen... :shrug: :)


    Zitat

    Auf der Suche nach einem vorzüglichen Freund, wird zumindest nach Ebenbürtigen gesucht, doch strebt man nach einem, der überlegen ist. Ein Fortschritt ist jedenfalls nur im Umgang mit Besseren zu erwarten, und der Umgang mit Personen, die einem unterlegen sind, lässt Abfall in den Tugenden erwarten.

    Dieser Rat richtet sich m.E. an Menschen, die bereits einen "guten Wandel" anstreben, aber vielleicht noch am Anfang stehen.

    Andernfalls würde ich mich ernsthaft fragen, wie das aus der Perspektive des "Besseren" aussieht, der dann von einem "Unterlegenen" als möglicher Freund "erwählt" wurde....

    Wäre die Konsequenz dann u.U. Zurückweisung eines "nicht Ebenbürtigen"?

    Im Falle eines Kalyanamittas wohl nahezu ausgeschlossen: Aus Mitgefühl würde er vermutlich niemanden abweisen, der bereit ist, sich auf dem buddhist. Weg weiterzuentwickeln, oder... ? :?

    ---

    Aristoteles unterschied drei Arten von Freundschaft:

    1. Die Freundschaft des Nutzens (gegenseitige Hilfe/Unterstützung...)

    2. Die Freundschaft der Lust (gemeinsame Unternehmungen/Spaß/Freude teilen...)

    3. Die vollkommene Freundschaft (Freundesliebe aufgrund persönlicher Eigenschaften, um seiner selbst willen...)

    (Natürlich gibt es da auch Überschneidungen...)

    Wichtigste Voraussetzung:

    Zitat

    Die erste Bedingung für eine gelingende Freundschaft ist die Gegenliebe.

    Freundschaft kann es zwischen zwei Menschen demnach also nur geben, wenn sie auf Gegenseitigkeit beruht.

    Gleichzeitig muss es zwischen diesen beiden Menschen aber auch ein gegenseitiges Wohlwollen geben.

    Wohlwollen in dem Sinne, dass man dem anderen Gutes wünscht:

    "Dem Freunde aber, sagt man, muß man um seiner selbst willen das Gute wünschen."

    http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/awitthus/ZusammenfassungA.pdf

    Alles anzeigen
    Qualia:

    Mir ist es vollkommen egal, welches Geschlecht mein Freund hat.

    Das sehe ich grundsätzlich auch so, lieber Qualia . _()_ :heart:


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Freundschaft (im Buddhismus)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 10. September 2025 um 16:09

    Hallo, liebe Schneelöwin , :)

    herzlichen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen mit deinem "edlen Freund" / Kalyanamitta. _()_ :heart:

    (Irgendwie typisch, dass du ihn kennengelernt hast, just, als du die Suche aufzugeben bereit warst - also quasi "losgelassen" hattest ... :) )

    Ich freue mich für dich, obwohl die Beziehung nicht unkompliziert zu sein scheint (was aber auch in der "Natur der Sache" liegen mag)...:

    Schneelöwin:

    ich hätte nie gedacht, dass das Zusammensein sich so anspruchsvoll gestaltet. Für mich teilweise sehr anstrengend, weil wir von einer Ebenbürtigkeit doch weit entfernt sind und sich (für mich) dann automatisch eine Art Gefühl Schüler-Lehrer Verhältnis einstellt, obwohl von ihm wirklich garnicht gewollt.

    Ja, es stellt sich tatsächlich auch die Frage, wie empfindet der "Überlegene" seine "Lehrer-Rolle", nimmt er sie (gerne) an oder würde er im Grunde "Augenhöhe" bevorzugen?

    (Aber wie will man überhaupt beurteilen, wer jetzt z.B. "spirituell weiter fortgeschritten" ist? Wer schätzt das ein?)

    Sprichst du mit ihm darüber, weiß er, was in dir vorgeht oder hängst du - womöglich geradezu ehrfürchtig- an seinen Lippen und klärst alles andere mit dir selbst ?

    Ich glaube, dass es ganz wichtig für gegenseitiges Vertrauen und Verstehen ist, möglichst einfühlsam auch solche Gefühle anzusprechen - oft kommt dabei Überraschendes ans Licht... ;)

    Schneelöwin:

    Viele seiner Handlungen, Gespräche verstehe ich erst viel später, nach innerer Einkehr und Resümee und noch näherem Kennenlernen und es wird nicht einfacher.

    Es scheint dich etwas zu verunsichern (was ich gut nachvollziehen kann), aber letztlich zählt doch eure freundschaftliche (Ver-)Bindung und dass du "später" dann doch begreifst...

    Schneelöwin:

    Ebenbürtig und zusammen wachsen könnte die bessere Konstellation sein und wichtig ist: " zu lernen voneinander zu lernen."

    Ein guter Lehrer lernt auch immer vom Schüler - es ist eine Kooperation -

    schlussendlich hat eine fruchtbare, gute Beziehung symbiotischen (im Sinne von Mutualismus = beide profitieren) Charakter.

    Ich bin ganz sicher, dass du ihm auch viel (zurück)gibst, aber vergleichen (oder "aufrechnen") könnte zu unheilsamen Gedanken führen und eure Beziehung unnötig beschweren.

    Von Herzen alles Gute für eure (spirituelle) Freundschaft! :heart:


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Verehrung (im Buddhismus)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 8. September 2025 um 21:12

    Hallo, lieber Aravind , vielen Dank für deinen Beitrag! _()_ :)

    Aravind:

    Das ist tatsächlich nicht mein Ding, schon als Kind nicht. Bewunderung, Respekt, Liebe, klar.

    Vielleicht orientiert man sich als Kind stark an seinem familiären Umfeld, also vorwiegend den Eltern, und wenn diese dem Nachwuchs niemand/nichts Verehrungswürdiges zeigen (und Verehrung quasi vorleben), tendiert das Kind vermutlich auch nicht dazu... :?

    Aravind:

    Verehrung war in unserer Familie nicht so angesagt, die war in der Beziehung eher republikanisch geprägt.

    Und vermutlich nicht (besonders) religiös?

    In meiner Herkunftsfamilie legte mein Vater großen Wert darauf, dass über (gläubige) Menschen und ihre Anbetungs- bzw. Verehrungsobjekte nicht negativ gesprochen oder gar gelästert wurde, was ich als Pubertierende zunächst nicht ganz nachvollziehen konnte, weil er selbst nicht (mehr) glaubte, regelmäßig die Kirche kritisierte und ich seit meinem 13. Lebensjahr ebenfalls Gottesglauben und (kath.) Kirche losgelassen hatte...

    Aber: Es war für mich einzusehen, dass man Menschen nicht das, was ihnen "heilig" ist, madig machen sollte, weil es sie kränken oder verletzen könnte.

    Bald fand ich selbst auch anderes, was ich verehren konnte.... :erleichtert:

    (Fühlte es so ähnlich wie der Buddha:

    ..."Übel ist es niemand zu haben, den man verehrt und hoch hält ..."

    (Samyutta Nikaya 6.2. Garava Sutta))

    Im zarten Alter von 38 Jahren erlebte ich in meiner ersten -tiefenpsychologischen- Psychotherapie, dass die Therapeutin eines Tages befand: "Sie haben ihren Vater auf ein Podest gestellt. Da gehört er nicht hin!"

    (Damals war ich erst ziemlich empört, dass sie sich "anmaßte", so über meinen m.E. - bewundernswerten - Vater zu sprechen... :eek: Später musste ich ihr allerdings recht geben...)

    Aravind:

    Ich kenne einige "bekannte" Leute. Mir fehlt da jegliche Ehrfurcht vor ihrer Bekanntheit oder ihrem Stand. Aber, wie gesagt, ich habe durchaus Respekt.

    Jemand nur aufgrund seines Bekanntheitsgrades zu verehren, ist auch nicht mein Ding... Gleiches gilt für seinen "Stand", der manchem ja schon quasi mit der Geburt mitgeliefert wird, ohne dass er groß etwas dazu tun musste...

    Respekt ist natürlich selbstverständlich.


    Wenn Lebewesen, sei es Mensch oder Tier, "Verehrung" erfahren, gereicht es ihnen ja auch nicht immer zum Wohl...:

    Menschen können sich unter (Erfolgs-)Druck gesetzt fühlen oder Dünkel und Stolz entwickeln, was ihnen letztlich schaden wird.

    Tiere, z.B. Indiens "heilige Kühe", leiden unter Vermenschlichung/Vergöttlichung durch nicht bedürfnis/artgerechte "Haltung" und Behandlung....

    Verehrung kann leider auch zu Instrumentalisierung führen.


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Freundschaft (im Buddhismus)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 6. September 2025 um 16:18
    JoJu91:
    Anna Panna-Sati:

    Was mich auch bewegt, ist die Frage, ob Männer und Frauen miteinander befreundet sein können?

    Ja, aber ...

    Es ist anders als eine tiefe Männerfreundschaft.

    So wie die Beziehung als Sohn zu meiner (relativ jungen) Mutter eine andere ist als zu meinem (ebenfalls relativ jungen, mittlerweile verstorbenen) Vater. Im Hintergrund schwingt immer ein Hauch von Erotik mit (Ödipus-Komplex ?).

    :?

    Danke, lieber JoJu91 , für deinen Kommentar _()_ :) , es ist ja eine häufige Erfahrung in älteren Liebesbeziehungen, resp. Ehen, dass aus der (einst "heißen", stark von Erotik dominierten) Liebe so etwas wie eine warmherzige, tiefe Freundschaft entsteht - wenn es gut läuft.... ;)

    Jetzt wüsste ich natürlich nur zu gern noch Näheres über die vielgepriesene "tiefe Männerfreundschaft" .

    Als Kind beeindruckte mich Schillers Ballade "Die Bürgschaft" * ungemein

    (ich wollte damals noch ein Junge sein, fand Mädchensein frustrierend, hatte daher auch lange nur Jungs als Freunde...), dieses unglaubliche Vertrauen, die bedingungslose Loyalität und Treue, verband ich immer mit "Männerfreundschaft"... :erleichtert:

    *https://www.deutschland-lese.de/streifzuege/ba…ie-buergschaft/


    Im Buddhismus werden ja die freundschaftlichen Bande zwischen dem Buddha und seinem Cousin (und "Aufwärter") Ananda, sowie zwischen Sariputta und Moggallana besonders hervorgehoben.


    JoJu91:

    Wenn die Freundschaft zwischen Mann und Frau intensiver wird, ist es vielleicht mehr eine Liebesbeziehung ohne Sex.

    Dazu fällt mir direkt der Spruch ein:

    "Freundschaft ist Liebe ohne Flügel. " (George G. Byron)

    Dieser gilt aber wohl für jede Art der Freundschaft.... :heart: :hug:


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Verehrung (im Buddhismus)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 5. September 2025 um 16:53
    Zitat

    ....  Buddha forderte für sich selbst keine kultische Verehrung, .......

    Dennoch konnte es nach dem Tode Buddhas nicht ausbleiben, dass seine Person und Orte seines Wirkens Bezugspunkte der Verehrung wurden.

    Gegenstände der Devotion sind hier vor allem echte oder vermeintliche Buddha-Reliquien (Asche, Knochen, Zähne, Haare usw.), die in Reliquiaren (st?pa) aufbewahrt werden und Ziel von Pilgerfahrten (siehe Pilgern) sind.

    Trotz des dezidierten Antiritualismus der Anfänge entfaltete sich unter dem Einfluss einer nach dinglichen Mitteln verlangenden Volksfrömmigkeit auch im Buddhismus ein reicher Kult, der von volksreligiösen Elementen stark durchdrungen ist und mit der eigentlichen Lehre wenig zu tun hat.

    Devotion und sakrale Handlungen werden zumeist aber nicht als heilsnotwendig gesehen; sie sind ausschließlich Ausdruck der Verehrung des reinen Buddha-Prinzips, das potenziell allen Wesen offen steht.

    Eine Buddha-Statue ist also kein Objekt der Anbetung; sie ist immer nur ein verehrungswürdiges Sinnbild des Erleuchtungsprinzips, ein Symbol erhabener Perfektion, mag der Einzelne aus der Buddha-Verehrung auch ganz konkrete Erwartungen ableiten. .....

    https://relilex.de/gottesverehrung-und-kult-buddhismus/


    Alles anzeigen


    Übermorgen (7. September 2025) soll in Rom der 2006 verstorbene, 2020 bereits selig gesprochene, Jugendliche Carlo Acutis, vom Papst heiliggesprochen werden.

    Der auch als "Influencer Gottes" oder "Cyper-Apostel" bezeichnete, im Alter von 15 Jahren einer aggressiven Form von Leukämie erlegene Junge, wurde in den vergangenen Jahren schon von Millionen (!) Menschen verehrt, sein Leichnam (Jahre nach der Beerdigung!) exhumiert, wieder "hergerichtet" und in einem gläsernen Sarg in Assisi aufgebahrt.

    Des Weiteren entnahm man der Leiche das Herz , um diese Reliquie anschließend um die Welt reisen zu lassen....

    Zitat

    Domkapitular Christoph Ohly legt viel Wert darauf, dass es nicht "Anbetung" genannt wird, als er Fernsehsendern erklärt, worum es eigentlich geht.

    Die Verehrung von Heiligen und Reliquien sei im Kölner Dom durchaus bekannt, schließlich lägen hier in einem goldenen Schrein die Gebeine der Heiligen Drei Könige.

    "Sie ist ein Ausdruck dafür, dass Menschen, die uns den Weg des Glaubens in der Geschichte vorausgegangen sind, Vorbilder und Ermutiger sein können", sagt er. Es gehe darum, dieses Andenken in Ehren zu halten.

    Die Anbetung sei jedoch Gott vorbehalten.


    Man kann an diesem Beispiel sehr gut erkennen, dass "Verehrung", bzw. das Verehrungsbedürfnis Vieler, von Religionsvertretern auch manipulativ (selbstredend mit besten Absichten!) eingesetzt werden kann.

    (Die Ähnlichkeiten in der Argumentation für die Verehrung von Buddha-Reliquien und - Statuen sind augenfällig...es sollte jeweils weniger um die Person gehen, sondern vielmehr um das, wofür die verehrte Person steht/eingetreten ist - aber in der Praxis sieht es wohl anders aus...)

    In diesem Fall erhofft sich die kath. Kirche wohl, die junge Generation wieder für Kirche und Glauben zu begeistern...

    (Bei Interesse hier die Links:

    Carlo Acutis – Wikipedia
    de.wikipedia.org
    Assisi-Seelsorger rät bei Carlo Acutis-Verehrung zu mehr Gelassenheit
    Der sogenannte "Cyberapostel" Carlo Acutis verstarb 2006 als Teenager und soll am 7. September heiliggesprochen werden. Das sorgt auch für Kritik. Bruder…
    www.domradio.de

    https://www.domradio.de/artikel/herzre…-im-koelner-dom )


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • was ist die vorherrschende Meinung zum Thema Wiedergeburt.

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 5. September 2025 um 16:00
    Bebop:
    Igor07:

    Bei einem Arahat? Das bezweifle ich. Er hat seine Angst bereits überwunden – wie sollte da noch ein Fluchtreflex entstehen?

    Wenn das Ideal ein Typ ist, der nicht mal mehr die richtigen Instinkte zeigt, beweist das die Untauglichkeit eines solchen religiösen Verständnisses.

    Der Arahant ist hier, wie ich schon oft zeigte, besonders an seiner dann ja auch unmöglichen Fortpflanzungsfähigkeit, ein unvollständiger Mensch.

    Es ist wohl reine Spekulation, ob ein Arahant noch einen - natürlichen - Fluchtreflex bei Gefahren besitzt oder nicht - ich würde meinen/spekulieren, dass solche überlebenswichtigen Instinkte auch bei einem Erwachten (Nibbana/Nirvana) nicht verloren gehen.

    (D.h. er würde eine Hütte - allerdings ohne Panik- verlassen, wenn sie in Flammen steht und sich vor einem Löwen - ohne Panik - z.B. in ein Gebäude "retten"...)

    Nimm es mir bitte nicht übel, Bebop, aber nur, weil du etwas "schon oft gezeigt/gesagt" hast, ist es dadurch ja nicht automatisch wahr und erwiesen.... ;)

    Für dich wären dann beispielsweise unfruchtbare Menschen "unvollständige Menschen"?

    M.E. eine fragwürdige und diskriminierende Einstellung, die man - gerade als Buddhist - definitiv hinterfragen sollte.

    (Immerhin trägt ein nicht-fortpflanzungsfähiger Mensch nicht dazu bei, dass weitere leidende Wesen (wieder)geboren werden und kann gleichzeitig ebenso, wie nicht Fortpflanzungswillige, mithelfen, Überbevölkerung zu begrenzen...)

    ---------------------------------


    Wiedergeburt kann man m.E. in zweifacher Hinsicht verstehen:

    1. zu Lebzeiten, insofern, dass das Ego von Moment zu Moment wieder(geboren) wird, solange man es nicht - temporär - z.B. in der Meditation, losgelassen hat oder vollständig erwacht ist.

    2. nach dem Tod, in der Weise, dass ein "Bewusstseinskontinuum" ("Feinstoffliches"/"Energie") in einem neuen Körper weiterlebt - im Schlepptau: das Karma der vorherigen Existenz....


    Für "mein" Leben, "meine" Praxis, zählt das Leben im Hier und Jetzt und daher verbinde ich mit Wiedergeburt/Wiederwerden Punkt 1.

    Punkt 2 wäre als eine reine Glaubensfrage für mich nur mit :shrug: zu beantworten, ich schätze es als unwahrscheinlich ein, glaube es nicht, halte es aber auch nicht für völlig ausgeschlossen....

    Auf jeden Fall ist es doch seltsam, dass sich, im Westen, Menschen häufig geradezu auf eine mögliche Wiedergeburt zu freuen scheinen, sie ersehnen (wohl in der Annahme, es werde "ihnen" dann mindestens genauso gut oder besser, als im Jetzt-Zustand ergehen), während man in buddhist. Ländern Asiens die Wiedergeburt unbedingt vermeiden und im Hinduismus eine möglichst verbesserte Reinkarnation erreichen will.

    WiederGEBURT impliziert ja stets auch,

    wieder zu leiden und - WiederTOD, d.h. man muss wieder und wieder STERBEN.... :roll:

    Buddha Shakyamuni glaubte nicht nur an Wiedergeburt, er war offenbar auch überzeugt, dass man, unter bestimmten Bedingungen, den Ort der Wiederkehr mitbestimmen könne (Zum Schluss wird aber klar, was wirklich erstrebenswert ist...).

    (MN 120):

    Zitat

    ...Und er gedenkt bei sich: 'O daß ich doch bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, noch zur Gemeinschaft mit den weder Wahrnehmung noch Nichtwahrnehmung genießenden Göttern wiederkehrte!'

    Dahin lenkt er das Herz, darauf richtet er das Herz, dazu erzieht er das Herz. Während er da die unterschiedlichen Gewöhnungen also übt und also pflegt, gedeihen ihm diese zur Wiederkehr dorthin. Das ist, ihr Mönche, der Weg, das ist der Übergang, der zur Wiederkehr dorthin gedeiht.

    "Weiter sodann, ihr Mönche, hat ein Mönch Vertrauen erworben, Sittlichkeit erworben, Erfahrung erworben, Entsagung erworben, Weisheit erworben. Der gedenkt bei sich:

    • 'O daß ich doch den Wahn versiegen und die wahnlose Gemüterlösung, Weisheiterlösung noch bei Lebzeiten mir offenbar machen, zu verwirklichen und erringen könnte!'
    • Und er kann den Wahn versiegen und die wahnlose Gemüterlösung, Weisheiterlösung noch bei Lebzeiten sich offenbar machen, verwirklichen und erringen.
    • Ein solcher Mönch, ihr Mönche, kehrt nirgends wieder."

    https://www.palikanon.com/majjhima/m120n.htm


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Missbrauch im Buddhismus - Wie Gebote und Zazen die Moral verfeinern

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 4. September 2025 um 12:24

    @irondeath

    Der User "DetoxPop" wurde gesperrt ( zu erkennen an dem Vorhängeschloss-Symbol neben seinem Namen), er kann dir also nicht mehr antworten... :shrug:

  • Verehrung (im Buddhismus)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 2. September 2025 um 14:04

    Was soll ich dazu sagen, lieber ewald ? :shrug:

    Da hilft wohl nur, dieses Gefühl (die von dir gefühlte "massive Missionierung") möglichst bald wieder loszulassen...

    Alles Gute!

    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

  • Freundschaft (im Buddhismus)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 30. August 2025 um 17:06

    Vielen Dank, lieber mukti , für deinen hilfreichen Beitrag! _()_ :heart:

    mukti:
    Anna Panna-Sati:

    Hätte einige Fragen an euch, vielleicht habt ihr die Neigung, die eine oder andere zu beantworten...? ;) :

    - Wie wichtig ist ein "guter Freund"/ sind gute Freunde für euch?


    Menschen, die es wirklich gut mit einem meinen, ob da nun ein persönlicher Kontakt stattfindet oder nicht, sind Freunde die mir sehr wichtig sind, unverzichtbar.

    Als ich nach dem Sinn des Lebens gesucht habe, habe ich nach Menschen gesucht, die ihn gefunden haben. Durch ihre Worte bin ich ihnen begegnet und einigen persönlich.

    Schließlich ist der Buddha zu meinem besten Freund geworden:

    Zitat

    Denn zu mir, als dem guten Freund gekommen, werden die der Geburt unterworfenen Wesen von der Geburt frei; werden die Alter und Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Gram und Verzweiflung unterworfenen Wesen frei von Alter und Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Gram und Verzweiflung. S.45.2.

    Alles anzeigen

    _()_ Es berührt mich, wie du den Buddha als (besten) Freund angenommen hast - so ein inniges "Verhältnis" ist sicher auch sehr förderlich für die Praxis.

    "Durch ihre Worte bin ich ihnen begegnet"

    - so gesehen könnte man Buchautoren und Dharmalehrer, die Vorträge bei YouTube eingestellt haben auch als "Freunde" (wenn auch meist einseitige - außer der/diejenige lebt noch und es ergibt sich ein Kontakt -) empfinden..?

    Schon beeindruckend, wie stark die Wirkung von Worten sein kann... :? (bin da auch sehr empfänglich... ;) )


    mukti:

    Zitat:

    Sollte man eine -langjährige- Freundschaft beenden, wenn man den Eindruck hat, dass die Ausgewogenheit des Gebens und Nehmens nicht mehr gegeben ist, die "Augenhöhe" fehlt, man sich entfremdet hat?


    Ich möchte keinen Menschen ganz fallen lassen.

    Wenn es zu einer solchen Entfremdung kommt, stehe ich nicht mehr in allem zur Verfügung, was dann zur Folge hat, dass ich von dieser Person weniger oder gar nicht mehr kontaktiert werde.

    Dieses "Nicht-ganz-Fallenlassen-Wollen" gefällt mir, weil es so eine Art Mittelweg darstellt und dem Anderen (inkl. einem selbst) unnötiges Leiden erspart.

    Bedauerlicherweise lässt es sich nicht immer realisieren (siehe mein Beispiel mit der suchtkranken Freundin), aber, wenn man sich ein wenig zurückzieht und nicht mehr "in allem zur Verfügung" steht (was wohl andeuten soll, dass das "Prinzip der Gegenseitigkeit" nicht wirklich gelebt wurde...), wird sich sicherlich zeigen, ob der "Freund" einen nur unter dem Aspekt der "Nützlichkeit" einordnete und dann "aussortiert" oder ob es ihm ernst ist, mit der Freundschaft...


    Erschreckend fand ich, dass, speziell in den letzten Jahren, teilweise langjährige Freundschaften (auch in meinem Umfeld) in die Brüche gingen, aufgrund von nicht zu klärenden Differenzen wegen der Corona-Pandemie und politischen Themen ("Flüchtlingskrise", Kriege in der Ukraine und Nahost,..etc.).

    Von wegen "man kann über alles reden..." :(, offensichtlich kannte man sich doch nicht wirklich gut oder jemand änderte sich - dem Anschein nach - von Grund auf... :shrug:

    (Wenn z.B. ein vormals "Links-Grüner" plötzlich mit der AfD sympathisiert... :eek: )


    Was mich auch bewegt, ist die Frage, ob Männer und Frauen miteinander befreundet sein können?

    Also, ich könnte es mir vorstellen (mein Mann hätte auch kein Problem damit, sagt er:D ...), gerade, wenn es sich um einen "spirituellen Freund" handeln würde.

    (Dennoch ist zu bedenken: Mann/frau verliebt sich ja durchaus auch noch im "fortgeschrittenen Alter" -meist ungewollt und "Hals-über-Kopf"- in "gute" Menschen, die einem hilfreich zur Seite standen/stehen - TherapeutInnen, Pfarrer, LehrerInnen u.a. "Professionelle" können ein Lied davon singen... :erleichtert: Sollte natürlich von Achtsamkeit praktizierenden BuddhistInnen in den Griff zu kriegen sein... ;) :? )


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Verehrung (im Buddhismus)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 30. August 2025 um 15:45
    ewald:

    Es soll ja nur ein Beispiel dafür sein, dass wenn wir glauben, dass wir für uns das Beste erreichen und uns in der heilen Welt wiegen, dass es für Andere überhaupt nicht der Fall ist, trotz gleicher Wahrnehmung.

    Mir ist nicht klar, lieber ewald , warum du es für nötig befindest, (nochmal) darauf hinzuweisen, dass Menschen unterschiedlich auf bestimmte Praktiken und Belehrungen reagieren.

    (Wir ahnen oder wissen doch: "Jeder Jeck ist anders." ;) )

    Du hattest deinen Standpunkt bezüglich des Themas ja mehrfach dargelegt und ich kann ihn -von deiner Warte aus gesehen- auch durchaus nachvollziehen und respektieren sowieso.

    ewald:

    Der Glaube setzt Einen in Verzücken und Andere erschreckt es. So ist es hier oft mit den buddhistischen Regeln aus dem Schriftwerk.

    Es geht hier ja um das Thema "Verehrung" und nicht jeder, der verehrt, tut dies aus einem Glauben heraus, sondern mancher, der z.B. den Buddhadharma praktiziert und als Wahrheit erkennt, verehrt den Buddha aus Dankbarkeit und Hochachtung, für die vermittelte Weisheit.

    Du scheinst in erster Linie an der Vorstellung zu "hängen", dass Verehrung ausschließlich aus Unterwürfigkeit, Angst und (Aber-) Glauben praktiziert wird, u.a., um vom Verehrten Hilfe und/oder Gnade zu empfangen.

    Aus den Antworten vieler hier an diesem Faden Beteiligter, kann man jedoch schließen. dass dies - auf jene zumindest - nicht zutrifft. (Natürlich ist es nicht repräsentativ, vermittelt aber, dessenungeachtet, einen Ein- und Überblick über die (recht ähnlichen) Motivationen...)


    ewald:

    So ist die Frage, kann man online etwas Gutes tun für alle? Oder entscheidet jeder selbst, was gut ist?

    Interessante Fragen, aber was haben sie mit dem Thema zu tun? :?

    Selbstverständlich entscheidet letztlich jeder selbst, was (für ihn) gut ist, hier - online - findet i.d.R. keine "Missionierung" statt, sondern ein Austausch, bei dem jeder seine Erfahrungen, Meinungen und Ansichten vorbringen und man ggf. darüber diskutieren kann.

    Je nachdem, wie offen man ist oder ob eigene Ansichten "in Stein gemeißelt" sind, besteht natürlich schon die Möglichkeit einer "Beeinflussung" - da heißt es manchmal aufzupassen, dass nichts Unheilsames in den Geist aufgenommen/übernommen wird... 8)

    (Seit ich im Buddhaland Mitglied wurde und hier mitlese, habe ich - aufgrund vieler, als klug und/oder weise bewerteter, Beiträge Anderer - , einige meiner Ansichten/Meinungen nochmal hinterfragt, oft durch zusätzliche Recherchen (Dharmalehrer) ergänzt und ggf. auch geändert. _()_ )


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Freundschaft (im Buddhismus)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 29. August 2025 um 14:56

    Gestern im Internet entdeckt:

    Zitat

    Man könnte leicht meinen, buddhistische Praxis sei individualistisch und einsam.

    Lehren über Achtsamkeit und die Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln können den Fokus auf sich selbst betonen.

    Die Praxis, mit geschlossenen Augen in Meditation zu sitzen, kann auch suggerieren, dass es im Buddhismus um die Abgrenzung von der Gesellschaft geht.

    Obwohl ein wichtiger Teil der Praxis sicherlich persönlich und nach innen gerichtet ist, ist dies nur ein Teil dessen, worum es in der buddhistischen Praxis geht.

    Ein viel wichtigerer Teil der Praxis ist zwischenmenschlich; er betrifft die vielfältige Welt unserer Beziehungen zu anderen.

    Tatsächlich bilden die zwischenmenschlichen Lehren und Praktiken des Buddhismus den Kontext und die Grundlage für innere, persönliche Praktiken wie die Meditation.

    https://www-insightmeditationcenter-org.translate.goog/the-role-of-fr…de&_x_tr_pto=rq

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    Dies ist m.E. vielen Praktizierenden nicht so bewusst, vor allem jenen, die zu Hause alleine, ohne Anschluss an eine Sangha oder/und einen Lehrer/Kalyanamitta, üben.

    Individuelle Unterschiede im Persönlichkeitsprofil, z.B. starke Introvertiertheit usw. , fördern u.U. die "Weltabgewandtheit" - alleine zu sein hat ja auch unbestreitbare Vorteile...

    MaKaZen:

    Den einen wirklich wichtigen Freund finde ich in mir selbst. Er begleitet mich auf Schritt und Tritt und weiss am besten, was ich brauche und worüber ich mir Gedanken mache.

    Stimmt - einerseits, andererseits besteht u.a. die reale Gefahr, ohne Rückmeldung von Anderen, mit der Zeit - schleichend - eine zu starke Ich/Selbstbezogenheit zu entwickeln...

    Zitat

    Gute Freunde sind wichtige Feedbackquellen.

    Dies kann allmählich geschehen, wenn wir uns in anderen spiegeln.

    Unsere Gedankenlosigkeit wird deutlicher, wenn wir uns in der Nähe achtsamer Menschen befinden.

    Unser Mangel an ethischem Verhalten kann durch den Umgang mit ethischeren Menschen hervorgehoben werden.

    Unsere Einbildung in Bezug auf unser Verständnis oder unsere Praxis kann deutlich werden, wenn wir mit Menschen zusammen sind, die sich selbst nicht ernst nehmen oder die unsere Einbildung weder unterstützen noch Interesse daran zeigen.

    Feedback kann auch explizit erfolgen.

    Durch die Entwicklung von Freundschaften können wir Vertrauen und Wohlwollen aufbauen, die offene Diskussionen über unser Verhalten, unsere Praxis und unser Verständnis ermöglichen.

    Es kommt häufig vor, dass andere Dinge an uns sehen, die wir nicht sehen.

    Diese Dinge anzusprechen, kann äußerst hilfreich sein. Je länger die Freundschaft besteht, desto besser kennt uns unser Freund und desto wahrscheinlicher ist das Feedback fundiert.

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    Oft erkennt man erst im direkten Kontakt zu "schwierigen" Menschen oder in einem Konflikt mit einem Mitmenschen richtig deutlich, wie es -gerade- wirklich um den eigenen Geist bestellt ist, vor allem, wie empfindlich man (noch) auf Kränkungen reagiert und ob die Sila (besonders die "Rechte Rede") tatsächlich verinnerlicht wurden.

    Zitat

    Freunde bilden einen wichtigen Rahmen für die buddhistische Praxis eines jeden Einzelnen.

    Freundschaft zeigt uns hoffentlich, dass wir nicht nur für uns selbst praktizieren.

    Wir praktizieren auch mit und für unsere Freunde, unsere Gemeinschaft und andere.

    Freundschaften lehren uns auch, dass die Früchte der Praxis nichts sind, was wir für uns behalten.

    Sie sind etwas, das wir teilen.

    Wir können gute Freunde für andere sein.

    Indem wir freier werden, schenken wir anderen mehr Freiheit, zumindest in dem Sinne, dass wir sie von unserer Gier, unserem Hass und unseren Vorurteilen befreien.

    Achtsamkeit, Liebe und der Weg der Praxis können die Kanäle sein, durch die wir sinnvolle Beziehungen zu anderen aufbauen. Und sinnvolle Beziehungen wiederum unterstützen uns auf dem Weg zu mehr Achtsamkeit, Liebe und Erwachen.

    https://www-insightmeditationcenter-org.translate.goog/the-role-of-fr…de&_x_tr_pto=rq


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    So weit, so gut...

    Gleichzeitig denke ich, dass es ein Fehler wäre, zu dezidiert/beharrlich nach (spirituellen) Freunden zu suchen - denn wahrscheinlich würde Dukkha erzeugt, wenn dieses Verlangen sich nicht erfüllen ließe.

    Häufig ergeben sich Freundschaften ja ganz zwanglos, quasi von selbst, wenn man mit Gleichgesinnten zusammentrifft... :)


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Freundschaft (im Buddhismus)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 28. August 2025 um 18:22

    Liebe @Monika , herzlichen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen mit Freundschaften - du schreibst immer so wunderbar lebendig und authentisch, gleichsam mitten aus dem Leben heraus. _()_  :heart:

    Monika:

    ja, Freundschaften sind für mich sehr wichtig.


    Meine älteste Freundin kenne ich seit 67 Jahren. Wir haben manchmal jahrelang pausiert, sind aber immer wieder zusammengekommen.

    Das kenne ich von meiner Mutter, die seit nunmehr 74 Jahren - mit jahrelangen Unterbrechungen - mit ihrer besten Freundin liiert ist.

    (Ich war als Tochter früher oft eifersüchtig, wenn meine Mutter z.B. eine Einladung zu meinem Geburtstag ausschlug, weil ihre Freundin am selben Tag feiern wollte und sie ihr den Vorzug gab...Aber das nur am Rande. :erleichtert: )

    Monika:

    Hinzufügen möchte ich noch, dass ich mir immer eine Freundin "auf dem Weg" gewünscht habe, das hat sich aber nicht erfüllt.

    Ja, das geht mir genauso, ist ja auch wirklich schwierig, weil Buddhisten in Deutschland eh schon dünn gesät sind und es obendrein viele verschiedene buddhistische Schulen und Traditionen gibt, die sich teilweise widersprechen (siehe entsprech. Thread in diesem Forum...).

    Zum Glück kann man sich ja hier austauschen und bekommt auch Hinweise, wenn man - dem Anschein nach - vom Pfad abweicht. ;)

    Ansonsten bleibt immer noch der "Nashorn"-Weg, ggf. mit Unterstützung eines Lehrers, von Büchern, Videos und viel "Lernen vom Leben"...

    Monika:

    Ich denke an Dich, Anna, schade, dass Du so weit weg wohnst.

    Danke, liebe Monika, ja, wirklich schade...

    Mein Mann und ich wären - schon vor Jahren - nur zu gerne in den Norden, in die Nähe von Hamburg, gezogen (Mölln), weil auch unsere Tochter (= eine meiner besten "Freundinnen") seit 5,5 Jahren in Hamburg wohnt, aber die Mieten sind leider zu hoch für uns... :shrug:


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Verehrung (im Buddhismus)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 28. August 2025 um 17:24
    ewald:

    Ich habe mich erschrocken bei dem Sound.

    Lieber ewald , ehrlich gesagt, wusste ich erst nicht, ob ich lachen oder deinen Kommentar ernstnehmen soll... :eek: :?

    Tut mir leid, wenn dich der Gesang wirklich erschreckt haben sollte - es lag/liegt mir definitiv fern, solche Reaktionen zu provozieren.... :shrug:


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Freundschaft (im Buddhismus)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 28. August 2025 um 14:04

    Vielen Dank, lieber MaKaZen , für deine Antwort(en)! _()_ :heart:

    MaKaZen:

    Finde es äusserst schwierig, wirkliche Freunde zu finden.

    Ja, sehe ich auch so, es mag u.a. aber auch an den Ansprüchen liegen, die man womöglich so als Ideal mit sich herumträgt, so dass manchmal - vielleicht vorschnell? - "ausgesiebt" wird und es gar nicht zu vertieften Kontakten kommt.... :?

    MaKaZen:

    Den einen wirklich wichtigen Freund finde ich in mir selbst.

    Wenn man mit sich ganz im Reinen ist - sicherlich (ich kann das von mir leider nicht immer sagen :shrug: ...), wobei gerade die Menschen, die tatsächlich niemanden (zu ihrem Glück) brauchen, sehr gute Freunde für Andere sein können, da sie aufgrund dessen nicht dazu neigen, an diesen zu "hängen". So sind beide de facto frei.... :)

    MaKaZen:

    Ich mach das nicht an einem Ungleichgewicht von Geben und Nehmen fest. Das klingt für mich ziemlich berechnend. Selbst wenn die Begegnung auf Augenhöhe nicht möglich ist, halte ich an einer Freundschaft fest, auch wenn ich deutliche Grenzen ziehe.

    Vor etwa 13 Jahren beendete ich eine "Freundschaft", die mir - viele Jahre zuvor - quasi "angetragen" wurde...(Eine Person aus meiner Familie bat mich darum, mich mit dieser Frau zu befreunden... wir hätten gleiche Interessen und diese hätte sonst niemanden usw. ...).

    Nach gegenseitigem Beschnuppern, beidseitiger Sympathie und längerem Kontakt stellte sich allerdings heraus, dass sie nicht nur unter Depressionen und einer Borderline-Störung litt, sondern auch Alkoholikerin war...

    Keine Augenhöhe.....- ich rutschte zunehmend in eine Art "Therapeutenrolle", der ich -natürlich- nicht gewachsen war und fühlte mich irgendwann total "verar....", als ich bemerkte, dass sie selbst während unserer stundenlangen Telefonate (von denen sie behauptete, dass sie ihr hälfen und vom Trinken abhielten!) Alkohol konsumierte... :(

    Ohne es zu wollen, war ich zur Co-Abhängigen geworden und diese Erkenntnis zwang mich schließich dazu, einseitig etwas zu ändern.

    Die Trennung war äußert schmerzhaft für alle Beteiligten und wurde auch lange nicht wirklich von meiner "Freundin" akzeptiert (sie "stalkte" mich noch eine Weile...).

    Übrigens ist sie mittlerweile "trocken" - den "Durchbruch" brachte vermutlich eine äußerst schmerzhafte Bauchspeicheldrüsenentzündung (deren "Auswirkungen" ich teilweise noch noch am Telefon miterleben "musste", denn sie rief mich an, während sie auf den Notarzt wartete...) und der ärztliche Rat, sofort mit dem Trinken aufzuhören, da sie sonst sterben werde...

    Manchmal macht es Sinn, Menschen ganz loszulassen - in diesem Fall war die Trennung heilsam für alle.

    MaKaZen:

    Ich frage mich, worauf du mit dem Thema hinaus willst? Suchst du Sicherheit oder Verlässlichkeit in Freundschaften? Das einzige, worauf ich mich verlassen kann, bin ich selbst.

    Ich habe kein bestimmtes Ziel, was ich erreichen möchte (falls du das meintest?) - das Thema beschäftigt mich nur aktuell, u.a., weil meine hiesige Freundin (mit ihrem Mann) bald ins Pflegeheim übersiedeln wird und ich im Frühjahr eine ernste Diagnose (unheilbare Autoimmunerkrankung) erhielt und, nun "schwerkrank", nicht weiß, wie lange es mir noch einigermaßen "gut"geht...

    -> Neue Freundschaft(en) knüpfen, in dieser Lage? Ich weiß nicht recht... :doubt: :shrug:

    Darüber hinaus finde ich einen Austausch hier immer sehr inspirierend und bereichernd - eure Erfahrungen, Erlebnisse, Einschätzungen und Ansichten (gerade zu diesem Thema, das auch der Buddha seinerzeit besonders hervorhob!) interessieren mich sehr (und höchstwahrscheinlich auch andere - stille - Mitleser...)...


    Bin übrigens recht beeindruckt von deinem "Selbst-Bewusstsein" und wünsche dir weiterhin alles Gute auf deinem Weg. _()_


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Freundschaft (im Buddhismus)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 27. August 2025 um 21:56

    Hallo, ihr Lieben, :)

    sogenannte "Edle Freunde" (Kalyana-mitta/Kalyana-mitra) spielen im Buddhismus eine wichtige Rolle, weil sie die spirituelle Entwicklung ihrer Freunde, die auf dem Weg noch nicht so fortgeschritten sind, unterstützen und fördern.

    (Es besteht also diesbezüglich keine Gleichrangigkeit, bzw. "Augenhöhe", weil einer quasi die Lehrerrolle und der Andere die Schülerrolle innehat, was der heilsamen Beziehung aber in keinster Weise entgegensteht.)

    Der Stellenwert des Kalyanamitta kann laut dem Buddha gar nicht hoch genug gesehen werden - es ist der "ganze spirituelle Pfad":

    Zitat

    S.45.2. Die Hälfte - 2. Upaḍḍha Sutta

    "Das hab' ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei den Sakyern in einer Stadt der Sakyer namens Sakkara.

    Da nun begab sich der Ehrwürdige Anando zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrfurchtsvoll und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend, sprach nun der Ehrwürdige Anando zum Erhabenen also:

    'Die Hälfte des Brahma-Wandels, o Herr, ist dieses, nämlich Freundschaft mit Guten, Gemeinschaft mit Guten, Vertrautsein mit Guten'.

    "Sage das nicht, Anando, sage das nicht, Anando:

    ist es ja doch der ganze Brahma-Wandel, nämlich Freundschaft mit Guten, Gemeinschaft mit Guten, Vertrautsein mit Guten. Von einem Mönch, Anando, der Freundschaft mit Guten hat, Gemeinschaft mit Guten, Vertrautsein mit Guten, ist zu erwarten, daß er den edlen achtfältigen Pfad entfalten und ausbilden wird. ......."

    https://www.palikanon.com/samyutta/sam45.html#s45_2


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    Gleichzeitig wird in den Suttas des Pali-Kanon wiederholt betont, dass es besser sei, alleine seinen Weg zu gehen, als in schlechter Gesellschaft, mit schlechten oder falschen "Freunden"...:

    Zitat

    I.3. Das Nashorn (Khaggavisāna-Sutta)


    ...Wenn einen weisen Freund man findet, Als Weg-Gefährten, edel lebend, kraftvoll, Jedwede Widrigkeiten überwindend, Mag wandern man mit ihm, beglückt und achtsam.

    Wenn keinen weisen Freund man findet, Als Weg-Gefährten, edel lebend, kraftvoll, Gleich einem König, der besiegtes Land verläßt
    [10]
    , Allein mag wandern man, dem Nashorn gleich.


    Ja wahrlich, preisen wollen wir das Glück der Freundschaft. Die besser oder gleich, solch Freunde soll man wählen.

    Kann solche man nicht finden, tadelfrei dann lebend, Allein mag wandern man, dem Nashorn gleich. ....


    https://www.palikanon.com/khuddaka/sn/sn_i03_75.html

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    Auch auf die Gefahr der Anhaftung an einen solchen Freund, verweist dieses Sutta gleich am Anfang - klar, wenn man so einen wunderbaren Weg-/Lebensgefährten - vielleicht nach längerer Suche - gefunden hat, sind bei einem Verlust sicherlich Trauergefühle zu bewältigen, insbesondere, wenn sich eine (emotionale) Abhängigkeit ergeben hat...

    Zitat

    ....Dem, der sich zugesellt, Anhänglichkeit erwächst ihm. Anhänglichkeit hat im Gefolg dies Leiden. Anhänglichkeits-entstammtes Leiden sehend, Allein mag wandern man, dem Nashorn gleich.

    37

    Für Freunde und Vertraute Mitleid fühlend [2], Sein Heil verliert man, wenn das Herz gefesselt
    [3]
    . Solch Fährnis in vertrautem Umgang sehend, Allein mag wandern man, dem Nashorn gleich.

    https://www.palikanon.com/khuddaka/sn/sn_i03_75.html

    In vielen weiteren Suttas, u.a. Anguttara Nikaya VII. 35/36, Digha Nikaya 31. 15 - 26,...usw. und dem Dhammapada werden stets die guten Freunde gepriesen ( und von Kontakt zu "Nichtfreunden" abgeraten...).


    Allerdings wird nicht erwähnt, inwiefern man selbst zu einer stabilen, verlässlichen und für alle bereichernden Freundschaft beitragen oder wie man überhaupt einen passenden Freund finden kann...

    ---


    Für die meisten Menschen gehören Freunde wohl zu einem glücklichen, erfüllten Leben dazu, sind geradezu essenziell.

    ("Anteilnehmende Freundschaft macht das Glück strahlender und erleichtert das Unglück." wusste auch Marcus Tullius Cicero.)

    Dabei werden m.E. häufig auch Bekannte, "Kumpel", Arbeitskollegen, also eher oberflächliche Beziehungen, zu den Freundschaften gezählt, denn "wahre", "echte" Freunde sind rar ...

    Außerdem ist zu beobachten, dass viele Menschen, mit zunehmenden Alter, schwerer Freundschaften schließen - woran mag das liegen? :?

    (Will/kann man sich nicht mehr so leicht auf neue Kontakte einlassen, weil es an Geduld fehlt, gesundheitliche Probleme belasten und der näherrückende Tod Zweifel aufkommen lässt, ob eine neue Freundschaft sich überhaupt noch "lohnt"- schließlich mag man sich nicht gleich wieder verabschieden müssen?..)

    Ich hatte zeitlebens meist (oft wesentlich) ältere FreundInnen, wobei immer eine besonders innige "Busenfreundin", mit der Freud, Leid und alle "Geheimnisse" geteilt wurden, Priorität genoss.

    Leider brachte es der Altersunterschied mit sich, dass ich bereits mehrere Freundinnen durch den Tod verlor, z.Z. bereitet sich meine letzte Freundin vor Ort, sie ist 80 J. und schwerkrank, auf den baldigen Umzug in ein Pflegeheim vor... :( :shrug:

    Eine langjährige (Brief-) Freundin in meinem Alter (wohnt 90 km entfernt) und ich haben uns leider in den letzten Jahren "auseinanderentwickelt", sie ist verwitwet und versucht, ihr Leben mit Reisen, viel Konsum und Sinnesgenüssen auszufüllen, während sie kaum noch Interesse an Dingen zeigt, die uns früher verbanden.

    (Meine buddhistische Praxis befremdet sie eher, u.a. hält sie den Verzicht auf Fleisch für "übertrieben", während ich Probleme mit ihrem felsenfesten Glauben an die Präsenz -des Geistes- ihres verstorbenen Ehemanns in ihrer Wohnung habe...)

    Dennoch halten wir- jetzt allerdings loseren - Kontakt, teilen uns gegenseitig die "Familien-News" mit, aber "tiefsinnigere" Gespräche sind selten geworden...


    Hätte einige Fragen an euch, vielleicht habt ihr die Neigung, die eine oder andere zu beantworten...? ;) :

    - Wie wichtig ist ein "guter Freund"/ sind gute Freunde für euch?

    - Habt ihr einen "Kalyanamitta" an eurer Seite, der euch auf eurem spirituellen Weg begleitet?

    - Haben sich bei euch Freundschaften im Laufe der Zeit oder durch gravierende Einschnitte (Krankheiten, Alter,..) verändert? Und wie geht ihr damit um?

    (Wenn es z.B. kaum noch Gemeinsamkeiten gibt, u.a., weil sich Ansichten/Einstellungen zum Leben gravierend gewandelt haben...)

    - Sollte man für den Erhalt einer Freundschaft "Opfer" bringen?

    - Sollte man eine -langjährige- Freundschaft beenden, wenn man den Eindruck hat, dass die Ausgewogenheit des Gebens und Nehmens nicht mehr gegeben ist, die "Augenhöhe" fehlt, man sich entfremdet hat?

    - Wie bewältigt man den Verlust (Umzug/Wegzug, Alter, Krankheit, Tod) von guten Freunden am besten?

    - Neue Freundschaften schließen - im "fortgeschrittenen" Alter? (Oder besser alleine "wandern", wie "das Nashorn"..?)

    Zitat

    Freundschaft zieht die Menschen zueinander, das Eigeninteresse trennt sie." (Hebräisches Sprichwort)

    Zum Schluss - zur Erheiterung - noch ein kurzes Video zum Thema, kaum zu glauben, dass dieser Filmausschnitt fast 100 Jahre alt ist:

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    Freue mich über jegliche Beiträge zum Thema.... _()_ :)


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Ist der Mahayana-Buddhismus überhaupt buddhistisch?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 26. August 2025 um 19:23
    DetoxPop:

    Man weiß ja, dass sich bei Studien zur Meditation starke Biase von Hintergrundinteressenten gibt.

    Das mag so sein, aber es fällt auf, dass du zwar (m.E. völlig zu Recht) wissenschaftliche Studien hinterfragst, offensichtlich aber nicht - fast 2000 Jahre alte - Sutren, die du obendrein, ohne jede Exegese, wortwörtlich zu nehmen scheinst.... :shrug:

    DetoxPop:

    Anhand deiner letzteren eigenen Kritik zum Mahayana jetzt, hast du ja meinen Punkt nur bestätigt, dass sich die Traditionen nicht vertragen.

    Kritik bedeutet, zunächst einmal, nicht automatisch, dass man etwas rundweg ablehnt, schließlich existieren ja Schnittmengen zwischen den Traditionen, wie beispielsweise Helmut (# 140) ausgeführt hat.

    Darüber hinaus sind durchaus auch viele Suttas im Pali-Kanon erklärungs- und interpretationsbedürftig, bzw. sollten gründlich geprüft und der historisch-kulturelle Kontext berücksichtigt werden (Buddhas Frauenbild z.B. ...).

    Es geht wohl auch mehr darum, dass sich die Anhänger der verschiedenen buddhist. Traditionen vertragen und das ist eine Frage des Wollens, der Entscheidung. ^^


    Wenn da weiter Gräben zwischen den "Fahrzeugen" ausgehoben, bzw. vertieft würden, stände zu befürchten, dass der "Buddhismus im Westen" allgemein keine lange Laufzeit mehr hätte, denn dem säkularen Buddhismus, welcher als Alternative praktiziert werden kann, fehlen gewisse spirituelle (mystische und magisch-rituelle) Elemente, die u.a. gemeinschaftsfördernd wirken und von etlichen, am Buddhismus Interessierten, anziehend gefunden werden.

    (Außerdem steht dieser "moderne", an die heutige Zeit angepasste Buddhismus, in Konkurrenz zu anderen (z.B. psychotherapeutischen) Techniken, die den Geist schulen/ die Psyche heilen sollen.)


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

  • Verehrung (im Buddhismus)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 26. August 2025 um 18:59

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    Es lässt sich wohl nicht leugnen, dass diese gesungene Verehrungsformel eine beruhigende, fast hypnotische, Wirkung auf den Hörer ausübt...

    Gemeinsame Verehrung kann gewissermaßen ein "Schwingen" auf der gleichen Frequenz bewirken, wobei Gefühle der Einheit/Verbundenheit entstehen und sich eine offene, friedliche, gelassene Atmosphäre ergibt.

    Eine heilsame Praxis und gute Basis für anschließende Meditationen.


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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