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  2. Hans-Günter Wagner

Beiträge von Hans-Günter Wagner

  • Buddhismus in Beruf und Arbeitswelt

    • Hans-Günter Wagner
    • 27. März 2026 um 15:17

    Als Verfasser des Textes an dieser Stelle eine kurze Antwort auf die Frage, warum ich von „buddhistischer Ökonomie“ spreche. Anders als im Englischen gibt es im Deutschen keine Unterscheidung zwischen economics und economy, also von Wirtschaft als akademischer Disziplin und Wirtschaft als gesellschaftlicher Sphäre. Der Begriff Ökonomie kann je nach Kontext das eine oder andere bedeuten. Schumachers „Buddhist Economics“ findet sich in deutschen Übersetzungen auch als „buddhistische Wirtschaftslehre“, ein mit „buddhistische Ökonomie“ bedeutungsgleicher Begriff.

    Meine Darstellung derselben folgt in diesem Beitrag streng den zentralen Kategorien der klassischen Nationalökonomie, nämlich Arbeit, Natur und Kapital und sucht nach Unterschieden und Entsprechungen im buddhistischen Denken. Anders als klassische Denker wie Smith und Ricardo oder die heutige neoliberale Ökonomie betrachtet die buddhistische Wirtschaftslehre die Ökonomie nicht als moralfreie Zone mit eigenen, allein der Zweckrationalität unterworfenen Gesetzmäßigkeit. Dieser reduktionistische Blick ist ein Produkt neuzeitlichen Denkens. So sah Aristoteles die Ökonomie allein im engen Verbund seiner Tugend- und Ethiklehren und auch in der alten englischen Moralökonomie wird dieser Ansatz gepflegt. Der griechische Ursprung des Wortes Ökonomie ist oikos (das Haus), und die ursprüngliche Bedeutung von wirtschaftlichem Handeln war ein haushälterischer Umgang mit den Dingen. Verschwendung und übermäßiger Konsum galten als schlecht und schädlich. Es gibt also viele Verbindungslinien zwischen dem buddhistischen, dem griechischen und alteuropäischen Denken über das „rechte Wirtschaften“. In den gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskursen über Wirtschaftsethik tauchen diese Themen als Reflexe auf die kontraproduktiven Wirkungen wirtschaftlicher Aktivitäten immer wieder auf. Tatsächlich ist die heutige Ökonomie keine ausschließlich deskriptiv-analytische Wissenschaft, sondern insofern sie Handlungsvorschläge unterbreitet - was Ökonomen beständig tun - auch normativ.

    Dass illusionäre Gebilde dennoch faktische Wirkungen entfalten können, habe ich gar nicht bestritten. Das ist ein Allgemeinplatz. Vom Ich und der Anatta-Lehre ist im ganzen Text überhaupt nicht die Rede.

    Ich würde raten, Schumachers Text bis zu Ende zu lesen. Seine Vorstellungen vom „menschlichen Maß“ und der Effizienz dezentraler Systeme haben über die Jahrzehnte in vielen Bereichen die Politik beeinflusst und auch auf die Ausformulierung neuer wirtschaftswissenschaftlicher Paradigmen gewirkt. Leider noch nicht umfassend genug. Seine Ausführungen betreffen grundlegende Axiome wirtschaftlichen Denkens und Handeln und sind m.E. auch nach 60 Jahren noch so aktuell wie damals.

  • Ist der Buddhismus eine Wissenschaft?

    • Hans-Günter Wagner
    • 26. März 2026 um 14:13

    Griechische Denker unterschieden einst zwischen Mythos und Logos und trennten damit die Welt belegbarer Fakten von der des Glaubens. Doch brauchte es noch jahrhundertelange Kämpfe mit einem hohen Blutzoll, um das Denken von theologischen Fesseln zu befreien und einen strikten und unvoreingenommenen Tatsachenbezug gegen tradierte Ideologien aller Art zu setzen. Wissenschaftler(innen) haben mittlerweile viele todbringende Krankheiten heilbar gemacht, die Mondfahrt ermöglicht, den genetischen Code entschlüsselt und die Bausteine des Lebens erforscht, sie haben unser Leben um vieles bequemer und schöner gemacht, doch ebenso Atombomben konstruiert und für Geheimdienste Foltermethoden optimiert. Die Frage nach dem Sinn des Lebens aber konnten sie ebenso wenig beantworten wie die nach der richtigen Lebensweise oder nach Ursprung und Ziel der Welt. Das sind eben solche von Religion, Philosophie und Metaphysik. Und zu Leiden, Glück und Erlösung hat der Buddhismus Wichtiges zu sagen.

    Heute gibt es einige Buddhisten, welche im Namen nebulöser Ziele die aus guten Gründen etablierten Grenzen zwischen Religion und Wissenschaft gerne niederreißen möchten, manche wollen den Buddhismus am liebsten selbst als „Wissenschaft des Geistes“ gleichrangig neben den akademischen Disziplinen etablieren, und wiederum andere schmähen die modernen Wissenschaften, da diese letztlich auch nur „glaubten“.

    Wer so argumentiert, trägt der Komplexität und Vielschichtigkeit moderner Wissenschaft sowie deren Beiträgen zur Entwicklung freier und demokratischer Gesellschaften in keiner Weise Rechnung. Zudem werden unreflektiert wissenschaftliche Erkenntnisprozesse mit der Anwendung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse vermischt. Solche theoretische Konfusion geht mit einer ebensolchen Praxis einher. Nicht wenige deutsche Buddhist(innen) sah man schon auf „Querdenker“-Demonstrationen, wo sie im Schulterschluss mit Rechtsradikalen marschierten. Wer den historisch gewachsenen und in zahllosen intersubjektiven Diskursen geschärften wissenschaftlichen Wahrheitsbegriff lieber durch seine eigene, gefühlte Wahrheit ersetzen möchte, ist auf dem direkten Weg ins postfaktische Zeitalter, bei dem Emotionen und Machtinteressen über Wahrheit und Richtigkeit dominieren.

    An dieser Stelle sollten einige Facetten des Diskurses um Buddhismus und Wissenschaft anhand in der Zeitschrift Buddhismus aktuell 3/21 veröffentlichter Artikel von Bhikkhu Bodhi mit dem Titel: „Erkenntnis im Ozean des Nichtwissens“ diskutiert werden. Erkenntnis im Ozean des Nichtwissens.

    Dr. Hans-Günter Wagner hat zu diesem Beitrag eine Kritik verfasst, zu der sich Bhikkhu Bodhi in einer Stellungnahme später geäußert hat. Daraufhin hat der Kritiker eine Erwiderung verfasst mit dem Titel „Wenn Buddhismus zur Ideologie wird“.

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  • Buddhismus in Beruf und Arbeitswelt

    • Hans-Günter Wagner
    • 22. März 2026 um 18:28

    „Rechter Lebenserwerb“ ist eine der Säulen des achtfachen Pfades eines buddhistischen Lebenswandels. Was heißt das für das Berufs- und Arbeitsleben in unserer Zeit? Anders als zu Lebzeiten Buddhas sind die Strukturen in der globalen Lebenswelt sehr komplex und damit auch die Zurechnung von Handlung und Verantwortung. Die erste grundlegende Arbeit zur buddhistischen Ökonomie im Westen stammt von Eugen F. Schumacher aus dem Jahr 1966, die später zu einem Kapitel seines Buches „Small is Beautiful“ wurde. Der Artikel von Hans-Günter Wagner erweitert diese Diskussion um weitere Aspekte.

    An dieser Stelle soll eine Diskussion über ausgewählte Aspekte der buddhistischen Wirtschaftslehre stattfinden. Erwünscht sind Beiträge unter Klarnamen, die sich auf die beiden Ausgangsartikel in irgendeiner Weise beziehen oder daran anknüpfen. Auch kritische Rückmeldungen sind willkommen. Gerne auch mit Quellenangaben und Literaturhinweisen zur weiteren Vertiefung des Themas. Eugen F. Schumacher: Buddhistische Wirtschaftslehre Hans-Günter Wagner: Geld, Arbeit und Natur in der buddhistischen Ökonomie

  • Offener Brief an die DBU

    • Hans-Günter Wagner
    • 3. Februar 2025 um 14:09

    Den fünf Whistleblowern ist ganz herzlich für ihren Mut zu danken, diese Vorgänge in einem Offenen Brief bekannt zu machen.

    Ich bin seit über 30 Jahren Mitglied der DBU und habe mehrere Jahre in den Arbeitsgruppen Unterricht und Struktur mitgearbeitet. Dort habe ich ausgeprägte sektoide Strukturen erlebt, wie sie jetzt auch bei der Finanzkrise der Organisation sichtbar werden. Permanenter Harmoniedruck erlaubte keine Kritik und setzte weitgehend die üblichen demokratischen Umgangsformen unserer Gesellschaft außer Kraft. Offener Diskurs und Meinungsstreit waren verpönt. Nicht passende Ansichten wurden entweder ignoriert oder abgebügelt, Kritiker von internen Informationsflüssen abgeschnitten. Wer auf demokratischen Verfahrensweisen bestand, dem wurde Ego-Fixierung vorgeworfen. Vor vier Jahren habe ich diese Arbeit eingestellt und gebe seither meine eigene Website mit buddhistischen Unterrichtsmaterialien heraus, bei denen auch kritische Themen kein Tabu sind (https://www.buddhismus-unterrichtsmaterialien.net/). Nebenbei: Die BA-Redaktion war nicht bereit, über die Existenz dieser Website auch nur eine Notiz zu veröffentlichen.

    Dass sich mutmaßlich Vorstandsmitglieder aus der Vereinskasse bedient haben, ist erschreckend. Es ist bemerkenswert, dass Rat und Vorstand in ihrem Antwortschreiben diesen ungeheuren Verdacht in keiner Weise zu entkräften versucht haben. § 27 Abs. 3 Satz 2 BGB sieht vor, dass Mitglieder des Vorstands grundsätzlich unentgeltlich tätig sind. Nach meiner Kenntnis existiert keine davon abweichende Satzungsregelung innerhalb der DBU. Wenn trotzdem solche Vergütungen gezahlt wurden, so stellt dies einen Verstoß gegen das Gemeinnützigkeitsrecht (BMF, Schreiben v. 09.03.2009, Az. IV C 4 – S 2121/07/0010) dar, was die Aberkennung der Gemeinnützigkeit zur Folge haben kann. Darüber hinaus würde ein Rückforderungsanspruch bestehen (BGH, Urteil v. 14.12.1987, Az. II ZR 53/87) und evtl. sogar strafrechtliche Konsequenzen.

    Jede Krise enthält bekanntlich auch immer die Chance für einen Neubeginn. Hier kann es nur ein ganz radikaler sein. Das Projekt einer Einheit in der Vielfalt des deutschen Buddhismus ist m.E. gescheitert. Diese Vielfalt war ohnehin nie mehr als Fantasieprodukt. Die asiatischen Buddhistinnen und Buddhisten waren so gut wie nie beteiligt und ernsthafte Dialoge mit kritischen Wissenschaftlern hat es nicht gegeben. Von den (angeblich) 300.000 Buddhistinnen und Buddhisten, die es in Deutschland geben soll, sind weniger als 5% in der DBU bzw. einer ihrer Mitgliedsgemeinschaften, die Verbandszeitschrift BA erreicht noch nicht einmal 1% dieser Menschen. Der Anspruch, den Buddhismus in Deutschland zu vertreten, ist also hochgradig prätentiös. Die DBU ist derzeit ein von tibeto-buddhistischen Gruppen dominierter Verband, die auf dem geistigen Nährboden asiatischer Despotien gewachsen sind. Die Leugnung von Missständen und das Schreiben lassen juristischer Drohbriefe passen in dieses Bild. Das Beste wäre jetzt die organisierte Selbstauflösung. Die großen Gemeinschaften können sich selbst vertreten und brauchen keinen Dachverband. Das KÖR-Vorhaben ist gescheitert, und das ist auch gut so! Religiöse Institutionen, die ihre Mitgliedsbeiträge vom Staat einziehen lassen und denen erlaubt ist, intern Arbeitnehmerschutzrechte zu suspendieren, sind in modernen, säkularisierten Gesellschaften ein Atavismus – egal um welche Religion es sich handelt. Ich sehe nicht, was den Menschen im Land fehlen würde, wenn es keine DBU mehr gibt. Sofern nach der Abwicklung noch Mittel übrigbleiben, könnten sie in die Neugründung einer Vereinigung größtmöglicher Breite fließen, in der Buddhismus-Praktizierende, -Interessierte, und -Forscherinnen und Forscher ein Forum für Diskussion und undogmatischen und ergebnisoffenen Austausch finden, frei von Bekenntniszwang und jedweder Gruppenbindung.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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