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  1. Buddhaland Forum
  2. Schmu

Beiträge von Schmu

  • Relative und absolute bzw. letztendliche Wahrheit

    • Schmu
    • 15. Februar 2022 um 00:25

    Das ist eine gute Lehrrede, Sunu .

    Aber ich glaube, es ging Punk darum (wenn ich ihn richtig verstehe), dass sich innerhalb des Threads ein Köpfe-Heißreden entwickelt hat, dass nicht mehr zur Klärung des eigentlichen Themas beiträgt, sondern zum Sich-Verlieren und zu Verwirrung.

    Und das ist ein Weg in Richtung dukkha. Ich sehe das auch so.

  • Bhāvanā (Meditation)

    • Schmu
    • 13. Februar 2022 um 17:37

    Ich finde es gut, dass bei deinem zweiten Zitat steht, dass die Gemütsruhe / Geistesruhe der Einsicht vorangeht. Ich finde auch das Wort Gemütsruhe gut. Ohne Gemütsruhe gibt es keine vernünftige Geistesruhe. Das geht Hand in Hand.

    Ohne ein gewisses Maß an Gemütsruhe kommt es nicht mal dazu, dass ich mich zur Meditation hinsetze. Wenn mein Gemüt "große Wellen schlägt", sagt mein Geist: Meditation hat jetzt keinen Sinn. Mein Geist kommt dann eher zu dem Schluss: Ich lege mich ein bisschen aufs Sofa, ausruhen.

    Es braucht also ein gewisses Maß an Gemütsruhe, aber auch Wachheit.

    Wenn ich mich dann hinsetze und meine Aufmerksamkeit entweder bei meiner Haltung oder meiner Atmung ist, dann bin ich schon mal einen ganzen Schritt weiter.

    Ob es ab da in Richtung weiter zunehmender Geistesruhe geht, wird sich dann zeigen. Mal ja, mal: na ja, hält sich in Grenzen. 🙂

    Schließlich kann sogar Einsicht aus der Geistesruhe hervorgehen. Muss aber nicht. Ich finde das nicht schlimm, ich muss es nicht bedauern, wenn sich nicht irgendeine Einsicht ausgebreitet hat.

    Das häufigere Üben von Geistesruhe begünstigt langfristig sowieso zunehmende Einsicht. Es gibt da nichts zu "forcieren".

  • Relative und absolute bzw. letztendliche Wahrheit

    • Schmu
    • 11. Februar 2022 um 00:54

    Wir verfälschen ja sowieso alles, Reboot.

    Buddha hat das meines Wissens vorausgesagt. Also, dass der Grad an Verfälschung immer weiter zunehmen wird.

    Das ist für mich keine Frage von Theravada oder Mahayana. Oder ob ich die früheren oder späteren Schriften lese.

  • Relative und absolute bzw. letztendliche Wahrheit

    • Schmu
    • 11. Februar 2022 um 00:00
    Reboot:

    Ich bin nicht hier um Kontakte zu knüpfen und um mich über persönliches zu unterhalten.

    Ich will dir auf keinen Fall zu nahe treten.

    Ich hätte nur kurz "Willkommen zurück" gesagt.

    Aber zurück zum Wesentlichen, zur reinen, unverfälschten Buddhalehre... ☝️🙏

  • Relative und absolute bzw. letztendliche Wahrheit

    • Schmu
    • 10. Februar 2022 um 23:33

    Reboot

    Kennen wir dich, von früher?

  • Relative und absolute bzw. letztendliche Wahrheit

    • Schmu
    • 10. Februar 2022 um 17:34
    Reboot:

    Wäre das ein Buddha für dich, dessen Worten du vertrauen könntest? Für mich wäre das eher eine Witzfigur.


    Nein das stimmt nicht.


    Mitleid kommt mir gegenüber einem Menschen auf, der es dem einen so, und dem nächsten aber so erklärt.

    Wichtig ist nur, dass es keine Widersprüche erzeugt, wenn ich unterschiedlichen Menschen gegenüber unterschiedliche Worte verwende.

    Dass Buddha verschiedene Ausdrucksweisen verwendete, ist ein Zeichen großer Klugheit. Das nennt sich heute Empathievermögen und emotionale Intelligenz.

    Sudhana war schon ganz zu Anfang dieses Threads differenzierter darauf eingegangen, dass Buddha sich nicht immer völlig identisch, sondern einfühlend je nach Zusammenhang und Situation geäußert hat:

    Sudhana:

    Trotzdem ist diese Wahrheit nicht völlig unkommunizierbar. Was sich kommunizieren lässt, sind dṛṣṭi: Ansichten. Ansichten basieren immer auf einer Perspektive (einer Subjekt-Objekt-Beziehung) und diese Perspektive wiederum ist die Relation des Ansehenden auf etwas Angesehenes. Diese Relation lässt sich sprachlich ausdrücken - und wenn das 'Angesehene' die Wahrheit, paramārthasatya, ist, dann haben wir im Ausdruck eine relative Wahrheit, saṃvṛtisatya. Wenn.


    Festzuhalten ist, dass in beiden Traditionen beide Wahrheiten nicht als widersprüchlich angesehen werden - aber zu beachten ist bei relativen Wahrheiten eben die Relation. Wobei ein nicht unwichtiger Teil dieser Relation das Eingehen auf den Empfänger der relativen Wahrheit ist. Übrigens ist das auch der Grund, warum zur Einleitung einer Sutte standardmäßig die Einführung in die Situation gehört, in der sie gesprochen wurde. Insbesondere die soziale Funktion und damit der Verständnishorizont des oder der Belehrten (Bhikkus, Brahmanen, Adlige, Kaufleute, Jäger, Holzfäller usw. usf.) ist für die Gestaltung der 'Botschaft' von Belang - was dem Leser oder Hörer Hier und Jetzt (idR kein Bhikku, Brahmane, Adliger ...) auch ein gewisses Einfühlungsvermögen abfordert. Genau da liegt die Fallgrube des Fundamentalismus. Diese Notwendigkeit der 'Gestaltung' ist übrigens auch der Ansatz, aus dem im Saddharma Puṇḍarīka Sūtra das didaktische Konzept der 'geschickten Mittel' (upāyakauśalya) entwickelt wurde.

  • Relative und absolute bzw. letztendliche Wahrheit

    • Schmu
    • 10. Februar 2022 um 16:02

    @mkha'

    Da ist jetzt eine Gruppe dabei, die Buddha da beschreibt, die ein spiritueller Lehrer mal ein wenig augenzwinkernd als "erleuchtetes Gemüse" bezeichnet hat.

    Ich bin aber nicht sicher, welche Gruppe das ist. Darüber muss ich nachdenken... 🤔🙂

  • Relative und absolute bzw. letztendliche Wahrheit

    • Schmu
    • 10. Februar 2022 um 15:18

    "Absolute Wahrheit" entzieht sich weitgehend dem Denken und der Sprache.

    Unser Denken ist viel zu komplex und dualistisch dafür.

    Das Verstehen mit Hilfe des Denkens wird (besonders im Westen) völlig überbewertet. So entstehen dann unsere philosophischen Richtungen. Das sind alles jeweils Überbetonungen einzelner Aspekte. Nette geistige Spielereien, die mal mehr, mal weniger das Ganze aus den Augen verlieren.

    Relative und absolute Wahrheit fließt schlussendlich auch wieder zusammen. Was nicht heißen soll, dass diese Trennung nicht hilfreich sein kann.

  • Relative und absolute bzw. letztendliche Wahrheit

    • Schmu
    • 9. Februar 2022 um 21:10
    void:
    Schmu:
    Punk:

    Es gibt so etwas wie eine Festplatte, die kann nur ich abrufen und sie wird mit dem Tod unwiederbringlich gelöscht.

    Eine Überlegung:

    Diese Festplatte legst du in deinem Leben an. Du legst sie nicht alleine an, denn die Art wie du sie anlegst, welche Daten du darauf speicherst, hängt außerdem von anderen Menschen in deinem Leben ab. Viele Daten sind durch Wechselwirkung / Interaktion mit anderen entstanden.

    Manche sehr feinen Informationen stehen sogar in einem Zusammenhang mit Phänomenen / Ereignissen, als du noch gar nicht da warst.

    Du sagst, sie wird unwiederbringlich gelöscht. Gilt das für alle Daten? Was ist mit den Daten auf deiner Festplatte, die wiederum die Daten anderer (zum Beispiel deiner Kinder) beeinflusst und mitgeformt haben? Ist es korrekt zu sagen: Die habe ich "geschaffen" und wenn ich tot bin, sind die "gelöscht"?

    Meine ganzen Vorlieben und Abneigungen und alles woran ich als ein Ich hänge vergeht mit dem Tod, aber was bleibt sind die direkten und indirekten Wirkungen meiner Taten. Alles was nicht wirkt ist verwirkt.

    Alles anzeigen

    Ja, das meine ich, die Wirkungen.

    Alles wirkt gegenseitig aufeinander. Wirkungen enden nicht, bloß weil der Wirkung-Auslösende stirbt.

    Es gäbe kein kollektives Gedächtnis ohne diese Wirkungen.

  • Relative und absolute bzw. letztendliche Wahrheit

    • Schmu
    • 9. Februar 2022 um 20:03
    Punk:

    Das ist nicht so ! Meine Festplatte ist ganz privat, sie ist persönlich. Da speichert niemand anderes etwas ab, da hackt sich niemand ein, die gehört nur zu mir. Was ich bin und werde bestimmt die Festplatte.

    Das sage ich ja auch gar nicht, dass da irgendwer außer dir irgendwelche Rechte oder irgendeinen Zugang hat.

    Worauf ich hinaus will, ist die immer selbe Frage: Was ist denn dieses "Ich", von dem du redest, als sei es eine in sich abgeschlossene Angelegenheit mit einer ebenso ganz für sich stehenden Festplatte?

  • Namah Hri Gurave

    • Schmu
    • 9. Februar 2022 um 16:31

    Ich würde das nicht wie Rinzai ausdrücken, einfach weil es hervorragend geeignet ist, jede Menge Gegenwehr hervorzurufen, die auch nicht hilfreich ist.

    Ich denke, man muss das mit Abstand sehen und realisieren, in welcher Zeit er lebte, und was da gerade los war. Eine unmissverständliche Positionierung war da wahrscheinlich notwendig, weil sie sich mal wieder total uneinig waren. Wie alle paar Jahrhunderte.

    Wenn ich das heute lese, kann ich trotzdem viel damit anfangen. Auch wenn ich das heute nicht mehr notwendig finde, es so auszudrücken.

    "Töte Buddha, töte die ganzen Meister und Weisen, töte den ganzen Scheiß!"

    Das ist ja im Grunde genau der Weg. Freilich sehr drastisch formuliert.

  • Relative und absolute bzw. letztendliche Wahrheit

    • Schmu
    • 9. Februar 2022 um 13:34
    Punk:

    Es gibt so etwas wie eine Festplatte, die kann nur ich abrufen und sie wird mit dem Tod unwiederbringlich gelöscht.

    Eine Überlegung:

    Diese Festplatte legst du in deinem Leben an. Du legst sie nicht alleine an, denn die Art wie du sie anlegst, welche Daten du darauf speicherst, hängt außerdem von anderen Menschen in deinem Leben ab. Viele Daten sind durch Wechselwirkung / Interaktion mit anderen entstanden.

    Manche sehr feinen Informationen stehen sogar in einem Zusammenhang mit Phänomenen / Ereignissen, als du noch gar nicht da warst.

    Du sagst, sie wird unwiederbringlich gelöscht. Gilt das für alle Daten? Was ist mit den Daten auf deiner Festplatte, die wiederum die Daten anderer (zum Beispiel deiner Kinder) beeinflusst und mitgeformt haben? Ist es korrekt zu sagen: Die habe ich "geschaffen" und wenn ich tot bin, sind die "gelöscht"?

  • Ein Zen-Meister schafft sich ab

    • Schmu
    • 7. Februar 2022 um 20:17

    Tja, Sili , es ist ein vielschichtiges Thema. Wo man sich verdammt viele Gedanken machen kann.

    Ich sag mal so: Ich war früher so ähnlich, wie ich es bei dir herauslese. Vor einer Anzeige wegen sexueller Belästigung brauchte ich keine Angst haben. Du sicher auch nicht.

    Aber es gibt einige Menschen, die sehr übergriffig werden können. Teilweise sehr subtil und von langer Hand vorbereitet.

    Das heißt nicht, dass nicht auch ich bedenkliche Seiten habe. Aber in dem Bereich mache ich mir keine Sorgen.;)

  • Ein Zen-Meister schafft sich ab

    • Schmu
    • 7. Februar 2022 um 19:01

    Die Sache ist eben (so verstehe ich @S-Mater), dass sich die Frage stellt:

    Wie viel Sinn macht es, nach Gemeinsamkeiten bei Opfern zu suchen?

    Oder bezogen auf die #metoo-Debatte bei Twitter, wo es natürlich viel um sexuelle Gewalt von Männern gegenüber Frauen ging. Da wurde es oft auf die twittertypische Weise zusammengefasst (sinngemäß):

    Lehrt nicht eure Töchter, wo sie aufpassen und wie sie sich verhalten müssen.

    Lehrt eure Söhne, was anständig und akzeptabel ist.

  • Thread zum Austausch über Mißbrauch in Zen- Zusammenhängen

    • Schmu
    • 7. Februar 2022 um 12:16

    Danke auch an @Lucy für den Thread. Sich zunächst einmal über die jeweilige Motivation zu verständigen, ist von unschätzbarem Wert, um miteinander ins Gespräch zu kommen. _()_

  • Ein Zen-Meister schafft sich ab

    • Schmu
    • 6. Februar 2022 um 15:25

    @mkha'

    Was heiraten die Leute überhaupt noch??

    Du weißt doch:

    "Ein Mann, der nichts versteht, heiratet eine Frau, die nichts versteht - und alles sagt 'Herzlichen Glückwunsch!' "

    (Kodo Sawaki)

    😉

  • Ein Zen-Meister schafft sich ab

    • Schmu
    • 6. Februar 2022 um 13:20

    Festus

    Bei deiner Geschichte weißt du dann aber auch, dass es Zeit, Zeit, Zeit braucht.

    Und der Rahmen muss stimmen. Es muss ein geschützter Raum da sein. Das ist dieser Thread nicht.

    Wenn ich mir die Dunkelziffer bei Missbrauch jeglicher Art überlege, dann wundere ich mich nicht, dass "Kommt alle her, wir reden hier jetzt mal über das Thema Missbrauch!" nicht funktioniert.

    Gerade bei deiner Geschichte würde mich wundern, wenn du kein Verständnis dafür hättest, dass dieser Rahmen hier nicht wahnsinnig einladend wirkt.

  • Ein Zen-Meister schafft sich ab

    • Schmu
    • 6. Februar 2022 um 11:09

    Wenn jemand Missbrauch besser verstehen möchte, empfehle ich das Buch Verbündete von Laura Davis.

    Es ist zwar geschrieben für Partner und Partnerinnen missbrauchter Menschen, aber es ist nicht zwingend notwendig, sich in einer solchen Beziehung zu befinden. Das Buch ermöglicht eben so einen Perspektivwechsel, von dem Lirum Larum gesprochen hat.

  • Ein Zen-Meister schafft sich ab

    • Schmu
    • 6. Februar 2022 um 10:48
    Losang Lhamo:

    Aber ein Perspektivwechsel in die Schuhe der Betroffenen kann da weiterhelfen.

    Ja. Das ist sehr hilfreich, so ein Perspektivwechsel. Genau genommen ist ein wirkliches Verständnis ohne ernsthaften Perspektivwechsel gar nicht möglich.

  • Ein Zen-Meister schafft sich ab

    • Schmu
    • 5. Februar 2022 um 23:59

    Ich lese das in keinster Weise als Schuldzuweisung den Opfern gegenüber, was Sudhana geschrieben hat.

    Ich habe die ganze #metoo-Debatte bei Twitter miterlebt und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mich als Mann weitgehend aus der Diskussion raushalte. Es ist besser, wenn Frauen zunächst mal in Ruhe alleine darüber sprechen. Es sei denn, ich werde um Worte dazu gebeten. Die Gefahr von Missverständnissen ist enorm.

  • Ein Zen-Meister schafft sich ab

    • Schmu
    • 5. Februar 2022 um 15:18
    mkha':

    Lieber @Schmu,

    Schmu:

    Probleme habe, mir einen einzelnen Fall ganz genau und immer genauer anzuschauen. Es gruselt mich aufs Äußerste.

    Es wird leichter, wenn man sich klar macht, dass das Immer-genauer-hinschauen unbedingt nötig ist, um sich selbst und anderen mit klarem unaufgeregten Geist nach bestem Wissen und Können helfen zu könneṇ.

    Ja, da hast du recht, mkha'. Es ist notwendig, sehr genau hinzuschauen. Zum einen, um zu verstehen, zum anderen, um selber hilfreicher in Bezug auf das jeweilige Thema sein zu können.

    Ich habe das ja auch gemacht, in diesen und jenen Abgrund zu schauen. Und will das auch nicht sein lassen. Ich muss da nur eben haushalten, ich bin da einfach sehr empfindlich. Als Beruf käme das für mich nicht in Frage. Ich könnte zum Beispiel nicht täglich mit Missbrauchsopfern arbeiten, ich wäre nach kürzester Zeit ein Nervenbündel und nicht mehr zu gebrauchen.

    Andere Leute können Menschen, die als Puzzleteile ankommen, auf Intensivstationen wieder zusammenflicken. Wir sind alle verschieden... :?;)

  • Ein Zen-Meister schafft sich ab

    • Schmu
    • 5. Februar 2022 um 15:04

    Danke Sudhana für deine Klärung. Die ist "Gold" wert, denn es zeigt sich, dass ich deinen besagten Beitrag derart missverstanden habe, wie es kaum noch zu überbieten ist. So verstehe ich es jetzt, kann es nachvollziehen. :tee:


    Sudhana:

    Lass mich das letzte Posting ein wenig aufdröseln. Zunächst zur persönlichen Ansprache: ich vermute, Dein beruflicher Hintergrund hat oder hatte etwas mit Psychologie oder Psychotherapie zu tun. Zumindest nehme ich bei Dir ein tieferes Verständnis psychologischer Mechanismen wahr als das durchschnittliche.

    Da ging es schon los. Ich hatte mich gefragt, was denn jetzt mein Beruf hier zu suchen hat. Mein (ehemaliger) Beruf hatte nur bedingt etwas mit Psychologie zu tun, aber schon auch ein Stück weit. Psychologie ist eher etwas, das mich einfach schon immer interessiert hat, quasi ein alltime-lifelong-Hobby. :)


    Sudhana:

    Mir war vorrangig daran gelegen, zu erfahren, wie Du meinen Gedanken eines speziellen Persönlichkeitstyps des Missbrauchers einschätzt - den des 'Scheinheiligen', wie ich ihn genannt habe. Offensichtlich besteht da ja doch ein großer Unterschied zum 'bösen Onkel', der sich an kleinen Kindern vergreift. Wenn auch - auf moralischer Ebene - kein grundsätzlicher.

    Also, da kann ich sagen, dass mir die Scheinheiligen noch um einiges unsympathischer sind als die bösen Onkel. Das ist jetzt wirklich nur Hobby-Psychologie: Die Scheinheiligen haben einen noch deutlich größeren Bezug zu Macht/Manipulation/Unterwerfung/Skrupellosigkeit.

    Heißt: Für die bösen Onkel Mitgefühl zu entwickeln, das bekomme ich in guten Momenten hin. Bei den Scheinheiligen reicht mein bisheriger Entwicklungsstand für Mitgefühl kaum aus. Immer wenn Menschen sehr perfide vorgehen, komme ich an meine Grenze.

    Sudhana:

    Um meine Argumentation zusammenzufassen: wenn sich Missbrauch ereignet, dann aufgrund von äußeren und inneren Bedingungen. Die 'äußeren' Bedingungen sind der institutionelle und ideologische 'Rahmen', den Christopher in seiner Studie einer Kritik unterwirft. Die 'inneren' Bedingungen hingegen finden sich in der Persönlichkeitsstruktur zum einen von Missbraucher und zum anderen von Missbrauchsopfer, in ihren Motiven und Antrieben. Wenn beides - äußere und innere Bedingungen - zusammentreffen, ist das Eintreten eines Missbrauchs nur eine Frage der Zeit, der 'Gelegenheit'.

    Das sehe ich genauso.

    Sudhana:

    Eine dieser gemeinsamen Bedingungen von Missbrauchsereignissen in buddhistischen Institutionen ist nun der 'Scheinheilige'. Es ist meine These, dass die bekannten Fälle (ich erspare uns hier ein namedropping) eine größere Anzahl von Persönlichkeitszügen gemeinsam haben. Solche Gemeinsamkeiten könnten und sollten als Warnzeichen dienen. Als Kriterien für Wegsuchende, die eine/n Wegbegleiter/in, einen 'edlen Freund' (Kalyāṇamitra) prüfen, ob sie sich ihm anvertrauen wollen.

    Da bin ich nicht so sicher, ob man das so allgemein sagen kann, dass das eine gemeinsame Bedingung in buddhistischen Institutionen ist. Vielleicht ist das (Scheinheiligkeit) eine von mehreren Möglichkeiten.

    Wenn ich mal das Beispiel Genpo Merzel Roshi (USA) nehme: Den halte ich nicht für übermäßig scheinheilig. Das ist für mich ein bedauernswerter Mann, der zwar regelmäßig halbherzig beteuert, therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen zu wollen, aber es scheinbar nicht tut.

    Sudhana:

    Es wird in buddhistischen Zirkeln bei Diskussionen wie hier ja immer wieder (schon vorhersehbar) darauf verwiesen, der/die Schüler/in habe ja zunächst die Verpflichtung zur gründlichen Prüfung des 'Meisters', bevor er oder sie sich ihm anvertraut. Das hat für mich immer etwas leicht hämisches: selber schuld ... Der Punkt ist doch: was sind denn eigentlich die Kriterien solch einer Prüfung - was kann man denn einem Wegsucher da an die Hand geben?

    Ich glaube nicht, dass das hämisch gemeint ist. Das ist ja etwas, das immer für die Opfer gilt. Gleichwohl hilft das natürlich wenig, denn das ist ja genau "die Schwäche" / "das Defizit" der Opfer, dass sie diese Strukturen, in die sie sich da begeben, nicht gut erkennen können.

    Da finde ich den Gedanken von dir gut (wenn ich dich richtig verstehe), dass es Aufklärung bedarf, wie Täter beschaffen sind, woran ich denn einen Menschen erkennen kann, bei dem ein paar Alarmlampen bei mir aktiv werden sollten.

  • Ein Zen-Meister schafft sich ab

    • Schmu
    • 5. Februar 2022 um 12:13

    Missbrauch (jeglicher Art) ist einer der abscheulichsten Abgründe.

    Man mag mir vorwerfen, dass ich große Schwierigkeiten habe, mir einen ganz bestimmten Einzelfall bis ins Detail "zu Gemüte zu führen". Das können andere besser.

    Was ich hingegen kann, ist, mir über die Problematik allgemeine Gedanken zu machen.

    Das ist der einzige Vorwurf, den ich mir lassen mache, dass ich Probleme habe, mir einen einzelnen Fall ganz genau und immer genauer anzuschauen. Es gruselt mich aufs Äußerste.

    Alle persönlichen Angriffe, die hier immer deutlicher zu Tage treten, haben hier nichts zu suchen. Sie zeigen aber, wie nahe uns das Thema Missbrauch geht und wie sehr es uns aufwühlt.

    Ein Grund mehr für mich, sich nicht gegenseitig anzugreifen und die Worte untereinander mit Bedacht zu wählen.

  • Ein Zen-Meister schafft sich ab

    • Schmu
    • 4. Februar 2022 um 23:01

    OT

    Nochmal kurz hier, Sudhana, weil dein PN-Fach geschlossen ist:

    Ich möchte mit dir gerne über deinen Beitrag #62 sprechen, wo können wir das in Ruhe tun?

    Ich verstehe ihn nicht. Er scheint mir sehr scharfzüngig und voller Anspielungen meine Person betreffend zu sein. Ich habe ihn jetzt mehrmals gelesen und komme nicht weiter.

    Danke.

  • Ein Zen-Meister schafft sich ab

    • Schmu
    • 4. Februar 2022 um 21:03

    Sudhana

    Ich habe keine Ahnung, was du für ein Typ bist. Ich habe kaum Vorstellungen von deinen Persönlichkeitsmerkmalen. Das meine ich ganz und gar ernst. Ich würde dich gerne mal per Videokonferenz kennenlernen, damit man überhaupt irgendeinen Eindruck voneinander hat.

    Es gibt hier keinen Beitrag in diesem Thread, für den ich nicht ein gutes Stück weit Verständnis hätte. Das liegt am Thema. Es spricht meine emotionale Seite an, und das nicht zu knapp. Und es ist ein vielschichtiges Thema.

    Eine andere Sache ist: Ich bin in den letzten Wochen völlig angepisst von diesem Forum. Vielleicht wäre es klüger gewesen, mich hier gar nicht zu äußern. Zu spät, nun habe ich‘s doch getan...

    Deinen Beitrag an mich verstehe ich nicht, und das kommt echt selten vor. Das hört sich alles total ironisch an. Du kannst mir gerne eine PN schreiben und den näher erklären. Es würde mich freuen. Hier ist das, glaube ich, keine gute Idee, weil mir die Atmosphäre in diesem Thread jetzt zu kippen scheint.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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