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Beiträge von trebroN

  • Achtsames Walken: wer hält den Körper im Gleichgewicht und wer steuert die Muskeln?

    • trebroN
    • 31. März 2019 um 16:22

    Heute das sonnige Wetter für eine achtsame Walking-Runde genutzt. Während ich bei der Gehmeditation langsam laufe und jede Bewegung bewusst durchführe, folgen die Schritte beim schnellen Walken derart häufig, dass ich mich nicht mehr auf einzelne Bewegungen fokussieren kann, sondern mehr und mehr die Bewegung als Ganzes zum Achtsamkeitsobjekt wird.

    Dabei kam mir eine Frage auf: wer steuert die Teilbewegungen, die Muskeln und das Gleichgewicht wenn ich so laufe? Konnte keinen finden – schnell vorangekommen bin ich dennoch. Hatte vielmehr den Eindruck als verfolge ich mich im Autopilot. Als hätte ich einmal grob die Geschwindigkeit vorgegeben und beobachte dann nur noch staunend wie alles geschieht. Ich scheine zu handeln ohne dass es einen Handelnden gibt, nur ein Gefühl von Leichtigkeit, Zwanglosigkeit ohne Gedanken.

    Wenn man die Teilbewegungen nicht mehr unterscheiden kann oder keinen Handelnden findet, mangelt es dann an Achtsamkeit?

  • Tod und Wiedergeburt aus tibetischer Sicht, Quellen und Dialog

    • trebroN
    • 15. März 2019 um 19:17

    Danke für diesen Thread. _()_[hide]


    [lz]

    Gendün Rinpoche: Herzunterweisungen (S. 259ff.)

    Je vertrauter wir mit dem Zufluchtnehmen werden, desto mehr wird uns die Zuflucht auch im Schlaf bei schweren Träumen und im Tod eine Hilfe sein: Durch die Gebete die wir im Wachzustand an die Zuflucht richten, erzeugen wir Gewohnheiten, die bewirken, dass wir auch im Traum natürlicherweise Zuflucht nehmen. Das spontane Zufluchtnehmen im Traum zeigt zudem, dass die Zufluchtnahme zu einer verlässlichen, nahezu automatischen Reaktion wird, die uns auch im Sterbeprozess eine Stütze sein wird. (...) In der Hinwendung an die Zuflucht werden wir die Todeserfahrung als Projektionen unseres Geisteserkennen und nicht für Kräfte halten, die von außen auf uns einwirken. Um sicher zu sein, dass wir im Tod Befreiung erlangen, müssen wir ein direktes Verständnis der wahren Natur der Erscheinungen entwickeln. Deshalb sollten wir unablässig darüber meditieren, dass die gesamte Welt – alle Wesen und Phänomene - wie ein Traum ohne Wirklichkeit ist, das illusorische Spiel des Geistes. Wenn wir die illusorische Natur aller Erfahrungen von Glück und Leid wirklich verstehen, werden wir unserem Erleben keine konkrete Wirklichkeit mehr beimessen und werden auch die Projektionen der Todesphase als illusorisch erkennen. Wir werden verstehen, dass sie – so furchterregend sie auch sein mögen – lediglich Bilder im Spiegel unseres Geistes sind.

    (...)

    Oft wird das tibetische Wort „Bardo“ benutzt, um die Nachtodphase zu bezeichnen, aber eigentlich bedeutet Bardo nur ganz allgemein „Zwischenzustand“. Auch jetzt sind wir in einem solchen Bardo: dem Zwischenzustand zwischen Geburt und Tod. Der Unterschied zum Nachtod-Bardo besteht nur darin, dass unsere Erfahrungen nach dem Tod intensiver sein werden als jetzt. (...) Der Geist bleibt weiterhin was er von Natur her ist, und nimmt mit den selben Tendenzen wahr (...), die Reaktionen des Geistes bleiben die gleichen wie zuvor. In Wahrheit ist der Tod – genauso wie das Leben – eine Illusion, ein vorübergehender Zwischenzustand, ein Bardo.

    (...)

    Im Tod löst sich unser gegenwärtiger Bezugsrahmen auf. Er ist das Ende der uns vertrauten Welt. Wenn wir während des Lebens an die Wirklichkeit dieser bedingten Welt geglaubt haben, wird uns der Tod in völlige Verwirrung stürzen. (...) Im Tod trennt sich der Geist von allem Materiellen, dem Körper wie auch der Welt. Er ist dann vollkommen „nackt“, nicht mehr eingebunden in diesen Körper, der ihn zwar einschränkt, aber auch vor dem allzu schnellen Umsetzen von Impulsen schützt. Das leere, dynamische Bewusstsein, das nicht mehr in einem physischen Körper verankert ist, zeigt dann eine erstaunliche Kraft: jeder Gedanke hat in dieser rein geistigen Dimension unmittelbare Folgen. (...) Unvorbereitet wie er ist, kann er kaum angemessen auf diese Herausforderung antworten. (...) Je nachdem, welche Richtung die Gedanken nehmen, können wir uns in Zuständen größten Glücks oder stärksten Leides wiederfinden.

    (...)

    Im Tod brauchen wir eine Methode, die wir gut beherrschen– Selbstüberschätzung wird uns dann nicht weiterhelfen. Es ist angebracht, sich in Bescheidenheit zu üben und sich auf eine sichere Praxis zu stützen, die wirklich in unserer Reichweite liegt. (...) Besonders geeignet dafür ist das Ausführen von Wunschgebeten zur Wiedergeburt im reinen Land von Amitabha, dem Buddha des grenzenloses Lichtes...[/lz]

    Fett markiert sind die Aspekte die mich am stärksten dazu bewegt haben, die Zeilen abzuschreiben.[/hide]

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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