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  1. Buddhaland Forum
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Beiträge von Zrebna

  • Soto Zen ohne Lehrer reine Zeitverschwendung?

    • Zrebna
    • 13. Februar 2023 um 18:21
    Andrea Honin:

    Zrebna : auch im Zen sind Buddha, Dharma, Sangha, die drei Juwelen welche uns auf dem Weg unterstützen.

    Sagt wer?
    Die ersten Konzile paar Hundert Jahre nach Buddha's Tod?

    Buddha selber, obwohl er selber das dritte Juwel nicht nur nicht hatte und sein eigenes Ding gemacht hat (bis es für ihn "erledigt" gewesen ist), sondern die es abgelehnt hat - siehe mein Post.

    Ehrlich gesagt, all diese "3 Juwelen"-Geschwaffel ist mir schon immer sehr "religiös-dogmatisch" vorgekommen - fast so wie früher oder heute bei dogmatisch ausgelebten Religionen.

    Gerade Zen wollte sich doch immer von allem Dogma lösen.

    Ansonsten ist das auch leider ein fast komplett am Thema vorbeiziehender Post - sorry.

  • Soto Zen ohne Lehrer reine Zeitverschwendung?

    • Zrebna
    • 13. Februar 2023 um 18:16
    SteFo:

    Ich find 'nur Sitzen' kann Zeitverschwendung sein ist aber nicht notwendigerweise Zeitverschwendung. Was nun ein Lehrer damit zu tun haben sollte, erschließt sich mir nicht.

    Wie immer erfrischend :grinsen:

    Wobei, wenn ich dich richtig verstehe, dann bin ich gefühlt bei dir.

  • Soto Zen ohne Lehrer reine Zeitverschwendung?

    • Zrebna
    • 13. Februar 2023 um 18:15
    Thorsten Hallscheidt:

    Die Dokusan bei unserem Zenmeister sind das Gegenteil von Zeitverschwendung.

    Am Thema vorbei, oder verstehe ich dich nicht richtig?

  • Soto Zen ohne Lehrer reine Zeitverschwendung?

    • Zrebna
    • 13. Februar 2023 um 11:51

    Hi!

    Der Betreff ist offensichtlich nicht wirklich ernst gemeint, aber genau diese These findet man vermehrt in Internet-Foren und Büchern.

    Interessant hierbei ist, dass die unbedingte Notwendigkeit eines Lehrers nicht bei allen Richtungen als "Muss" gilt - so wird dieser Punkt nicht als ein "Muss" bei der Vipassana-Bewegung oder in dem Theravada Buddhismus angesehen. Nicht falsch verstehen, auch dort wird gesagt, dass ein guter Lehrer immer eine große Hilfe auf dem Weg ist, aber man geht hier nicht so weit, zu sagen, dass das Praktizieren ohne Lehrer nutzlos ist.

    Wenn ich dann mal einen Zen-Jünger "presse" und frage, wie oft er seinen Lehrer sieht, dann kommt nicht selten folgendes: "Wir tauschen uns so 2-3-mal/Jahr bei Sesshins aus".

    Das ist schon mal ein Anfang, aber als Lehrer erscheint mir hier die Frequenz zu gering.

    Andere meinen in ihrer Sitzgruppe eine Art "Lehrer" zu haben - Sangha ist oder kann sehr hilfreich sein, aber auch das erscheint mir nicht, als dass das Kriterium einen wirklichen Lehrer zu haben, erfüllt wäre.

    Also erste Frage, ab wann gilt ein Lehrer eigentlich als "wirklicher" Lehrer? xD
    Ich spekuliere, dass ein nicht kleiner Anteil der Praktizierenden ohne "wirklichen Lehrer" (erfahren und regelmäßiger Austausch) übt.

    Ich habe auch schon öfter gehört, dass sich dieses Bestehen auf einen Lehrer im Zen einfach auch aus einem historischen Kontext entwickelt hat:
    - Man braucht einen Zen-Meister (Lehrer), um eine Linie mittels Übertragung aufrechtzuerhalten (Abgrenzung, "uniqueness",...).

    - Einfach aus geschäftlichen Zwecken heraus: Schüler finanzier(t)en ja quasi den Lehrer, Kloster, etc.... -> dafür braucht es die Notwendigkeit von Schülern -> man suggeriert, dass ohne Lehrer rein gar nichts geht.

    Was anderes wäre es ja beim Rinzai-Zen, bei welchem man ja einen Austausch aufgrund der Koans zwingend benötigt. Bei der Praxis des Soto-Zen ist das einfach nicht der Fall.

    Nochmal, hilfreich ja. Schnellere Entwicklung mit gutem Lehrer? Ja klar.

    Gar keine Entwicklung ohne Lehrer? Erscheint mir eher als ein Nein?

    Auch etwas ironisch in diesem Zusammenhang:
    Viele historische Zen-Praktizierende habe ja großteils recht einsiedlerisch gelebt und ohne Lehrer in Abgeschiedenheit praktiziert - ich denke, dass diese trotzdem Entwicklung auf dem Weg erfahren haben.

    Noch ironischer:
    Der historische Buddha selbst hat all seine Lehrer (hauptsächlich vedische Brahmanen) "verworfen" und ging in völliger Isolation ohne Lehrer seinen eigenen Weg...
    Erst nach seinem Erwachen hat er eine Gemeinschaft gegründet.

    Irgendwie geht bei all dem "Talk" um "man braucht unbedingt einen Lehrer, sonst ist Soto Zen reine Zeitverschwendung", bei dem jeder in Foren nur nachzuplappern scheint, ohne mal zu reflektieren, mein persönlicher "Bullshit-Alarm" durch die Decke :D

    Mich würde mal interessieren, wie das Soto-Praktizierende in diesem Forum sehen?

    Lg
    Zrebna

  • Selbsthilfe-/Psychologie-/Perönlichkeitsentwicklungs-Bücher und Zen - kontraproduktiv?

    • Zrebna
    • 12. Dezember 2022 um 09:18
    Sudhana:
    Zrebna:

    Es gibt auf reddit einen subreddit '/Zen' rund um den illustren "Helden" innerhalb diesem sub

    Ich werd's mir nicht anschauen - mein spontaner Verdacht wäre 'byōdō mu funbetsu ken' - Fehlansicht hinsichtlich Gleichheit und Nichtunterscheidung; also eine einseitige Fehlinterpretation von Leere auschließlich unter dem Blickwinkel Gleichheit und Nichtunterscheidung bei Ignorieren konventioneller Unterschiede. Manchmal (! wenn echt und nicht einfach spitzfindig konstruiert) fällt das unter die Kategorie 'Gestank der Erleuchtung' - aber dann legt sich das auch wieder nach einer Weile ...

    Erspare es dir auf jeden Fall xD

    Ansonsten auch hier Danke für die Einschätzung :)

  • Selbsthilfe-/Psychologie-/Perönlichkeitsentwicklungs-Bücher und Zen - kontraproduktiv?

    • Zrebna
    • 12. Dezember 2022 um 09:16
    Sudhana:
    Zrebna:

    Falls du es bereits gelesen hast: Wie ist es sprachlich geschrieben? Relativ poetisch oder eher "modern" bzw. begrifflich "leicht" zu verstehen? Oder anders gefragt, würdest du das Buch Zen-Interessierten empfehlen?

    Ich gehe mal davon aus, dass diese Ausgabe inhaltlich identisch ist mit der amerikanischen (Pantheon, New York & San Francisco, 1969). Letztere hat ein paar Seiten weniger, liegt aber wahrscheinlich nur am Druck. "Poetisch" würde ich den Stil nun nicht nennen. Der 1988 verstorbene Übersetzer und Kommentator war Professor für Philosophie an der University of Hawai'i, "leichte Lektüre" ist das nicht

    Er greift aus aus dem sehr viel umfangreicheren Original die Biographien von 19 Meistern heraus, geordnet in 7 Abschnitten, die jeweils an Hand von zwei oder drei Biographien verschiedene 'Ansätze' des Chan / Zen darstellen. Jedem Abschnitt ist ein ausführlicher Kommentar Changs vorangestellt, hinzu kommt ein Vorwort.

    Das Buch ist insbesondere zu empfehlen, wenn man etwas über den Tellerrand der eigenen Linie / Schule hinaus schauen möchte - speziell auch zu den historischen 'Häusern', die es neben Caodong und Linji ja auch noch gab. Vielleicht nicht gerade für Einsteiger geeignet - aber empfehlenswert allemal.

    Alles klar, danke für die Infos - ich habe es mir mal performa bestellt und werde mal reinlesen.

  • Selbsthilfe-/Psychologie-/Perönlichkeitsentwicklungs-Bücher und Zen - kontraproduktiv?

    • Zrebna
    • 11. Dezember 2022 um 14:07
    Sudhana:

    Die Zen-Polemik gegen das 'Schriftenstudium' hat in aller Regel etwas Augenzwinkerndes. Wenn man sich (etwa in den Berichten von der 'Weitergabe der Leuchte') die kurzen Biographien - oder meinetwegen Hagiographien - der großen Dharmavorfahren anschaut, so wird dort häufig auf deren zu Beginn ihrer 'Laufbahn' erworbene gründliche und tiefe Kenntnis der Schiften verwiesen. Linji / Rinzai ist ein typisches Beispiel dafür.

    Erstmal danke für den interessanten Post in seiner Gesamtheit oben.

    Kurz zu dem kleinen zitierten Auszug:
    Es gibt auf reddit einen subreddit '/Zen' rund um den illustren "Helden" innerhalb diesem sub, den User 'ewk' , der nicht nur das 'Schriftenstudium' ablehnt, sondern auch die meditative Praxis des Zen und das Paradox "Zen ist für nichts gut und durch Zen erreicht man nichts" ad absurdum führt - musste bei der oben zitierten kleinen Passage irgendwie daran denken.

    Kurz ein weiteres offtopic zu 'den Berichten von der 'Weitergabe der Leuchte', die du genannt hast - meinst du hiermit dieses Buch?

    Zen: die Lehre der großen Meister nach der klassischen "Aufzeichnung von der Weitergabe der Leuchte"
    Zen: die Lehre der großen Meister nach der klassischen "Aufzeichnung von der Weitergabe der Leuchte"
    www.amazon.de

    Falls du es bereits gelesen hast: Wie ist es sprachlich geschrieben? Relativ poetisch oder eher "modern" bzw. begrifflich "leicht" zu verstehen? Oder anders gefragt, würdest du das Buch Zen-Interessierten empfehlen?

  • Selbsthilfe-/Psychologie-/Perönlichkeitsentwicklungs-Bücher und Zen - kontraproduktiv?

    • Zrebna
    • 11. Dezember 2022 um 11:43
    Sudhana:

    Zrebna : Chan / Zen war von Anbeginn an ein ganzheitlicher Ansatz, eine integrale Praxis - was wiederum Integration des dreifachen Studiums von Prajńā, Śīla und Samādhi bedeutet. Über diese 'integrale Praxis', deren 'Kern' / Zentrum das zuochan / zazen ist, hinaus speziell Prajńā zu studieren, dient der Dharmaübertragung mit dem Wort - und die ist nicht wirklich getrennt von der Dharmaübertragung mit dem Körper oder mit dem Geist. Sie sollte es zumindest nicht sein. Jedenfalls - die Tore des Dharma sind ohne Zahl; ich gelobe, sie alle zu durchschreiten. Das dritte der vier großen Bodhisattva-Gelübde des Zen, shi gu sei gan.

    Wenn ich Japaner und in Japan ordiniert wäre, hätte ich wohl im Rahmen meiner Ausbildung einen Ph.D. oder zumindest Master der Buddhologie an der Komazawa-Universität gemacht - ist da so üblich wie hierzulande ein Theologie-Studium für einen Pfarrer. Auch im Rinzai, nur studieren die idR an der Hanazono.

    Damit habe ich auch schon oft geliebäugelt (das wäre sicher hochinteressant) - hierzulande bin ich dann leider nur in einem Informatik-Studium geendet - evtl. im nächstem Leben dann :grinsen:

    Habe mir vor meinem Informatikstudium sogar überlegt, zumindest Philosophie zu studieren, aber gem. dem Modulhandbuch ist da einfach zu vieles dabei, was mich nicht interessieren würde und generell zu breit gestreut - also das wäre kein ebenbürtiges "Pendant" für Buddhologie oder gar speziellere Studiengänge Richtung Zen.

    Außerdem habe ich leider nicht das Privileg, finanziell frei/unabhängig zu sein (wie wohl die Meisten nicht) und mit einem Master oder angehängtem Doktor in Philosophie ist man jetzt am Arbeitsmarkt auch nur bedingt und oft unbefriedigend (Beispiel: Ethik-Lehrer an der Berufsschule) gefragt - das ist dann aus pragmatischer Sicht leider auch nicht so prickelnd. Informatik war zwar nicht mein Lebenstraum, aber überraschenderweise macht mir die Arbeit durchaus Spaß und hat was für sich - bin in der Fullstack Softwareentwicklung gelandet und mag das benötigte methodische, strukturierte und konzentrierte Arbeiten in diesem Bereich - daher kann ich mich nicht beklagen.

    Aber ja, in einem anderem Leben wäre Buddhologie schon ein interessanter (akademischer) Lebensweg. :)

    So hat's bei mir nur zu etwas autodidaktisch erworbenenem Halbwissen gereicht ...

    Alles anzeigen

    Ansonsten hast du sicher recht - theoretisches und konzeptuelles Wissen schafft Assoziationen und im Nachgang oft tieferes Verständnis bzw. kann dieses zumindest fördern. Dementsprechend ist dagegen nichts einzuwenden und vermutlich benötigt man es auch. Evtl. ist dann eher die Falle, dass man irgendwie Stolz bzgl. diesem Wissen entwickelt und dann in seiner Komfortzone bleibt (z.B. nur noch Leute belehrt) statt im Selbststudium und/oder mit Hilfe (die weiter als man selbst ist) weiterzugehen.

  • Selbsthilfe-/Psychologie-/Perönlichkeitsentwicklungs-Bücher und Zen - kontraproduktiv?

    • Zrebna
    • 11. Dezember 2022 um 11:36
    Igor07:

    Zrebna . Man braucht den Verstand , die Lehre oder den Konzept, aber nur als das Sprungbrett, um darüber hinaus zu gehen. Das war die Sackgasse des Existenzionalismus.

    Du spielst hier auf Sartre und Co an? Konzeptuell kann ich auch viele Paralellen zwischen dieser westlichen Philosophieströmung und dem Buddhismus sehen. Immer wieder interessant, wie sich in vielen Kernpunkten die verschiedensten Philosophien punktuell ähneln bzw. eine gemeinsame Schnittmenge an Konzepten und Schlussfolgerungen haben.

    Man braucht also das Floss, oder das geschickte Mittel, aber man sollte so wie im Hinterkopf halten, dass es nur das Vehikel ist, nichts mehr.

    Diese Metapher finde ich gut und leuchtet mir auch ein.

    Aber wenn man den "Geschmack" vom anderem Ufer verspürt hatte, man geht weiter, es koste , was es wolle, man besucht keine Foren, und manchmal sogar fast nicht liest, denn man spürt die innere ( ihm unne-wohende ) Weisheit des "Herzens" .

    Eben deswegen ist es komisch zu beobachten, dass sogar Leute, die sehr tief seit 20,30,... Jahren praktizieren oftmals noch so rege und teils leidenschaftlich in Foren hitzig mitdiskutieren - sogar Bikkhus finden mittlerweile oftmals ihren Weg in Theravada-Internet-Foren.

    Aber zugegeben, letztere seltener, punktueller und dann meistens nicht leidenschaftlich, sondern sachlich und gut strukturiert sowie oftmals hilfreich.

    Alles anzeigen
  • Selbsthilfe-/Psychologie-/Perönlichkeitsentwicklungs-Bücher und Zen - kontraproduktiv?

    • Zrebna
    • 10. Dezember 2022 um 15:56
    Sudhana:

    wo wir ohnehin etwas offtopic sind, zu weit führen.

    Das ist kein Problem - habe die Beiträge teils mit Interesse, aber teils auch irritiert gelesen, und zwar aus folgendem Grund - nun gehe ich etwas off-topic:

    Bevor ich Sympathien für Zen gefunden habe, habe ich mich eine kurze zeitlang vermehrt mit der Theravada-Schule beschäftigt, aber um diese soll es nicht gehen, sondern um den Austausch, den ich zw. Übenden oft gefunden habe. Es war schon ironisch zu sehen, dass lang-jährige Praktizierende, die ja eigentlich zum Teil aus der Theorie rauswollen (spirituelle Wege "erheben" für sich den Anspruch über die Ration, über Konzepte und Worte hinauszugehen), auf Plattformen wie Reddit oder einschlägigen englischsprachigen Theravada-Foren seitenlang über sehr feine Dinge diskutiert haben, es manchmal auch hitzig zuging und das alles einen Touch von Pseudo-Wissenschaft hatte, d.h.:

    viele Quellenangaben zu Sutren (teilweise wurden Quellenangaben zu einem Sutra kommentarlos als "Beweis" für die Richtigkeit der eigenen Meinung gepostet - ähnlich wie es zum Teil Anhänger von etlichen Religionen mit z.B. Bibelversen machen), unzählige Fachbegrifflichkeiten in Pali, etc.

    Ich habe damit kein Problem und wenn Jemand wie Sudhana in der Lage ist Inhalte klar verständlich und gut strukturiert rüberzubringen, dann ist das auch teilweise sehr interessant und punktuell auch hilfreich.

    Ich frage mich aber, ob das so der Königsweg ist, den man gehen will - also aus seinem persönlichen "Zen-Weg" ein theoretisches "Studium" zu machen bzw. warum man das macht?

    Letztlich wird ja immer gesagt, dass ZEN (nur) ohne Worte funktioniert und davor gewarnt zu viel in die Zen-oder generell Buddhismus-Literatur "zu gehen" als auch davor gewarnt sich zu sehr in theoretische Inhalte zu vertiefen, weil das nun auch wieder Meinungen, Vorstellungen und eigene Spekulationen fördern kann und es aber letztlich nur um das Erfahrene geht.

    Nicht falsch verstehen, ein Austausch ist wichtig und gerade bei pragmatischen Inhalten (z.B. Tipps für die eigene Praxis) sehr hilfreich (z.B. hat mir Sudhana kürzlich in einem anderen Thread von mir sehr hilfreiche und ganz praktische Tipps und Hilfestellungen gegeben/geleistet - dafür nochmal danke^^).

    Auch können theoretischere Exkurse bestimmt zu einem gewissen Grad förderlich sein, aber ich frage mich immer wieder, ob man (gerade als "fortgeschrittener" Übender) nicht allzu sehr Gefahr läuft, sich in der Theorie bzw. in theoretischen Konzepten etwas zu verlieren und/oder ob an einem bestimmten Punkt potenzielle Nachteile (z.B. Entstehung von Meinungen, Vorstellungen, Spekulationen, Verwirrungen (teils aufgrund widersprechenden Inhalten in der einschlägigen Literatur), etc.) nicht potenzielle Vorteile (bestimmte praktische Erfahrungen ggf. besser und schneller in einem Kontext einordnen zu können) überwiegen könnten?

    Mich würde durchaus mal interessieren, wie das fortgeschrittene Übende sehen und ob das Einzelne überhaupt etwas kritisch empfinden oder es nur mir so geht.

    Instinktiv kommt bei mir immer ein komisches und ungläubiges Bauchgefühl hoch, wenn sich Langzeit-Übende doch sehr theoretisch austauschen - spontan gefühlt: Irgendwie zu viel Theorie, zu viel Ratio für einen praktischen, auf Erfahrung beruhenden Weg, der über die Ratio hinausgeht/hinausgehen soll.

  • Zen-Praxis und Qigong- verträgt sich das?

    • Zrebna
    • 8. Dezember 2022 um 09:15
    kristallklar:

    Die Frage: Ob sich die ZEN-Praxis und Qigong untereinander verstehen.

    Die Antwort: Wozu würde es führen, wenn man versteht, ob sich Zen und Qigong in irgendeiner Weise (alle Weisen) verstehen (und das verinnerlicht)?

    [hr][/hr]


    Augenmerk auf wozu würde es, denn von jetzt und hier aus betrachtet, ... es würde.

    "Wird" ist ohne Relativität, also ohne es zu konkretisieren, sowas wie morgen, oder auch übermorgen... ja wann denn?

    Das heißt: Ohne die Frage zu konkretisieren, verbleibt kein Rest.

    Daher, Zrebna : Ob sich in welcher Art und Weise Zen und Qigong verstehen?

    Jedenfalls mir fehlt bei der Frage der relativer Bezug.

    Alles anzeigen

    Ja, zwar danke für das Posting, aber textlich/sprachlich ist das leider nicht meine Schiene, so dass ich nicht verstehe um was es geht oder nicht geht. D:

    Evtl. kann mir den Post von dir Jemand übersetzen xD

    Ging einfach darum, ob etwas Qigong-Übungen (Qigong dabei nicht als spiritueller Weg im Kontext von Taoismus) ggf. einer Zen-Praxis förderlich sind/sein können oder dieser gar schaden können.

    Dem Input in dem Thread kann ich entnehmen, dass zumindest Letzteres nicht zu befürchten ist.

  • Zen-Praxis und Qigong- verträgt sich das?

    • Zrebna
    • 8. Dezember 2022 um 09:11
    Ellviral:

    Die Methode von Culadasa habe ich aufgegeben. Das von dir beschriebene war auch mein Problem. Doch sie hat mir meine Intuition bestätigt, dass ich mich nicht auf den Atem konzentrieren darf, das bringt mich in eine Welt, die nicht wirklich ist.

    Mein Weg war hilfreicher: Der Atem ist ein fremder Körper, den ich aufnehme und abgebe. Ein Atem Konzentrieren oder festhaltend beobachten wollen, führt letztlich zum Ersticken. Wie ein nicht Abgeben von Dingen einen Messie erzeugt, der sich in seinem Zimmer nicht mehr bewegen kann.

    Was evtl. wieder hilfreich sein könnte, ist zu beobachten wie der Atem kommt und wieder geht - also eben nicht festhalten wollen und "distanzierter"/breiter beobachten.

  • Selbsthilfe-/Psychologie-/Perönlichkeitsentwicklungs-Bücher und Zen - kontraproduktiv?

    • Zrebna
    • 6. Dezember 2022 um 09:27
    Sudhana:

    Ich denke, die hier nachgefragte Literaturgattung lässt sich unter 'Ratgeber zur Selbstoptimierung' zusammenfassen. Offen gesagt - ich verstehe nicht, wo da ein Zusammenhang zum Studium der Überlieferung des Dharma - sei es schriftliche, sei es Übertragung von Herz-Geist zu Herz-Geist - bestehen soll. Bei letzterem geht es nicht darum, das Selbst zu optimieren, sondern dessen wahre Natur zu verstehen und zu verwirklichen. 'Selbstoptimierung' ist nichts anderes, als sich um eine günstigere Position für die Weitergabe seiner Gene im Rattenrennen der Evolution zu bemühen. Als ob das das Problem wäre ...

    Sehr gut xD

    Ich sehe es letztlich ja genauso und lese solche Literatur schon lange nicht mehr.

    Rückblickend kann ich aber nicht verleugnen, dass mir paar dieser Bücher (viele waren es aber nicht - paar "bessere" habe ich im Eingangspost vermerkt) geholfen haben das Leben "leichter" zu leben.

    Das heißt, natürlich helfen diese Bücher nicht das wahre Selbst bzw. dessen Natur zu verstehen und zu verwirklichen, aber sie können evtl. (auf dem Weg dahin) potenzielles Leid etwas mindern - so ähnlich wie Buddha ja zur Leidminderung Medizin "genehmigt" hat, könnte man was sehen.

    Medizin wäre hier etwas pragmatisches, wie sein Selbstwertgefühl zu erhöhen oder seine Essgewohnheiten zu verbessern.

    Bei ersterem könnte es aber sein, dass dies wiederum nur das illusorische Selbst stärkt, oder aber es ist in Maßen hilfreich - ich weiß es nicht.

    Ansonsten muss man aber eh immer aufpassen, weil solche Selbstoptimierungen auch schnell in Gier nach mehr münden können und folglich in noch mehr Unzufriedenheit.

    Im schlimmsten Fall wird das Ego so befeuert, dass man/es auf einmal doch wieder am Rattenrennen teilnehmen will und fleißig "society" Punkte sammeln will.

  • Zen-Praxis und Qigong- verträgt sich das?

    • Zrebna
    • 6. Dezember 2022 um 09:08
    Anna Panna:
    Zrebna:

    Klar, man nimmt die Pausen zwischen Ein-und Ausatmung wahr, aber auf was könnte man sich hier konzentrieren? Es gibt ja in diesen Phasen keinen Atem mehr, dem man folgen kann..

    Also ich konzentriere mich immer auf die zarte Empfindung, die der Luftstrom an den Nasenlöchern erzeugt, das wirkt quasi noch in den Atempausen nach, so dass ich gar nicht an eine Pause "denke".... Es fühlt sich wie ein "Surfen" auf der Atemwelle an (die Atempause entspricht dann dem Wellental). Ist echt schwer zu beschreiben... :?

    Ich kenne diesen Ansatz (habe vor Zen ca. 2 Jahre nach der "TMI"-Methode von Culadasa praktiziert), der letztlich eine Samatha-Praxis beschreibt - also eher kein "breiterer" (bei mir noch objektbezogener) Fokus, sondern ein sehr enger objektbezogener Fokus.

    Evtl. habe ich es auch falsch verstanden, aber auch aufgrund des Inputs auf der vorherigen Seite scheint es, dass beim Üben von Zen-Meditation mit einem Objekt (temporär) diese sehr enge spitzfindige Konzentration eher nicht das ist, was man will, sondern einen etwas breiteren Fokus auf die Atmung kultivieren will.

    Das Bild mit dem Wellental finde ich aber gut und evtl. hilfreich. :)

  • Selbsthilfe-/Psychologie-/Perönlichkeitsentwicklungs-Bücher und Zen - kontraproduktiv?

    • Zrebna
    • 5. Dezember 2022 um 18:16
    SteFo:

    Wenn Zen den gleichen Begrifflichkeiten verhaftet ist wie die anderen Buddhismen, dann sollte es die gleichen Probleme haben wie theravada, mahayana etc. Wenn Zen aber darüberhinaus noch andere Probleme hat/macht, dann liegt es offenbar daran, dass Zen noch mehr begrifflich konstruiert wie die anderen Buddhismen.

    Mir scheint, dass viele Zen-Praktikanten tatsächlich den Doktrinen anderer Buddhismen folgen und "Zen-plus" praktizieren. Ich dachte bisher dass Zen eher weniger denn mehr (plus) als andere Buddhismen ist. Da habe ich mich wohl getäuscht.

    Um aber auf den theravadischen "edlen achtfache Pfad" zu sprechen zu kommen: dieser ist nach meinem Dafürhalten sowieso inhärent inkonsistent, weil er zwar zur Überwindung der Selbst-Identifikation führen soll (bereits auf der ersten Erleuchtungsstufe sotapanna), aber ohne Selbst-Identifikation mit der Doktrin gar nicht zu Ende praktiziert werden kann.

    Ja, das scheint ein wichtiger Kernpunkt bei Zen zu sein, den ich selber noch oft vergesse.

  • Zen-Praxis und Qigong- verträgt sich das?

    • Zrebna
    • 5. Dezember 2022 um 18:13
    Sudhana:
    Zrebna:

    noch eine letzte Frage (versprochen xD) :

    Am besten an diesen 'Nullstellen' einfach aufmerksam auf das erneute Kommen oder Gehen des Atems warten - der kommt bzw. geht von selbst und es dauert auch nicht (zu) lange (oder zu kurz) sondern halt so lange, wie es nun mal dauert ... :)

    Ich versuche das mal umzusetzen - danke :)

  • Selbsthilfe-/Psychologie-/Perönlichkeitsentwicklungs-Bücher und Zen - kontraproduktiv?

    • Zrebna
    • 5. Dezember 2022 um 15:41
    void:

    Ob man Ratschläge von Büchern gut sind, kann man ja vielleicht genauso schwer pauschal sagen wie ob Ratschläge von Menschen gut sind. Kommt halt darauf an wer einem was rät.

    Auf der anderen Seitte gibt es Leute, die einen Ratgeber nach dem anderen kaufen und dauernd dabei sind dieses und jenes zu optimieren. Wie gehe ich richtig? Wie esse ich richtig? Wie finde ich Freunde? Ein Optimieren beinhaltet ein ständiges Kontrollieren und Urteilen.

    Natürlich gibt es wahrscheinlich einen Ratgeber "Wie urteile ich nicht dauernd?"

    Würde mich fast wundern, wenn es sowas nicht gäbe xD

    Ansonsten klar, der Drang "über-optimieren" zu wollen ist sicher nicht der heilsamste Weg. Ich bin mir vorab nicht sicher gewesen, inwiefern sogar moderate Dosen mit einer pot. anderen Sichtweise bereits kontraproduktiv sein könnten.

    Aufgrund den Posts hier (u.a. von dir aber auch von Aravind), eigener Einschätzung und vor allem Posts in dem verlinktem reddit Thread, denke ich aber, dass man hier nicht zu extrem sein muss bzw. es nicht schwarz/weiß ist. Konkret, solange man es nicht übertreibt und solche Bücher eher pragmatisch sieht, wird es schon nicht so wild sein. Vor allem ja, weil man die Inhalte durch eine "Zen-Lupe" dann auch anders zu lesen oder zu deuten vermag.

    Siehe das Koan „Tag um Tag ist guter Tag.“, das du erläutert hast - in der Tat würde dieser Satz in einem "Motivations-Sprüche-Kalendar" nicht all zu sehr auffallen, aber ist ursprünglich so anders gemeint gewesen, wie man ihn aus der normalen weltlichen Sicht deuten könnte.

  • Selbsthilfe-/Psychologie-/Perönlichkeitsentwicklungs-Bücher und Zen - kontraproduktiv?

    • Zrebna
    • 5. Dezember 2022 um 15:29
    SteFo:
    Zrebna:

    Ich fragte mich aber neulich, ob Bücher dieser Art ggf. kontraproduktiv für den Zen-Weg sein könnten?

    Ich hab ja schon einiges für mich Erstaunliches erlebt bzgl. "Zen-Weg". Nämlich, dass es tatsächlich entweder bloß Individuen oder aber sogar "Traditionen" (!!) gibt (ich kann das nicht beurteilen, ich kann ja nur Individuen in Foren wie diesem erleben, die sich auf dies oder jenes berufen im Kontext Zen), die eine Doktrin haben, weil sie sagen können, dass dies oder jenes sich für einen Zen-Praktizierenden nicht schickt oder dies oder jenes mit Zen nicht vereinbar wäre. Das lässt mich dann immer ratlos zurück, weil ich dachte, dass Zen so ganz anders als andere buddhistische Strömungen wäre (ich will nicht mal von "Traditionen" reden, weil ich befürchte, das würde einer Verhöhnung von "Zen" gleichkommen).

    Aber wie angedeutet: ich habe nicht die geringste Ahnung von Zen, weshalb ich Zen mir so ausmalen kann, dass kein Bild übrigbleibt, was ich sehr schätze.

    Guter Satz - gefällt :)

    Ich denke, dass in meinem Eröffnungspost den Konflikt, den ich zwischen Ich-/Selbst/-Gefühl-stärkendem Input sehe, nicht ganz klar gemacht habe.

    Ich verlinke mal einen Thread auf reddit, in dem mein Punkt deutlicher und besser erklärt wird, als ich es konnte:

    [Question] zen buddhists, how do you reconclie the eight fold path with non duality? (xpost from /r/zen)
    I'm trying to reconcile what I know to be foundational buddhadharma notions with what seem to be foundational zen notions, e.g. the eightfold path...
    www.reddit.com

    Hier ist es so, dass eben der edle achtfache Pfad bzw. dessen Inhalt mehr oder weniger als selbstbezogenes Selbsthilfewerk angesehen wird, mit was ich auch klar übereinstimme.

    Also dualistische Inhalte, die aber in der Tat förderlich sein können.

    In dem Thread wird oft von relativer Wahrheit vs. absolute Wahrheit gesprochen. Absolute Wahrheit sei aber in der Regel nicht einfach so zu erkennen - hier können bestimmte dualistische Inhalte/Lehren/Ratgeber auf dem Weg helfen.

    Ich kann meinen Punkt leider nicht so gut erläutern, aber ich denke schon, dass er verständlich ist. Beim Zen geht es ja auch darum, dass man irgendwann mal Trennungen aufhebt und auch die Leerheit von allem erfährt, d.h. auch seinen Ich-Bezug loslässt. Der kommt zwar wieder, aber zumindest erkennt man wohl dann die Illusion seiner eigenen Erfahrungen.

    Mein Konflikt ist daher gewesen, ob bestimmte Ratgeber, die den Ich-Bezug in erster Instanz stärken, nicht kontraproduktiv auf dem Weg zur vermeintlich absoluten Wahrheit sind. Der verlinkte Thread und dort enthaltene Posts nehmen mir aber zum Teil diese Befürchtung.

  • Zen-Praxis und Qigong- verträgt sich das?

    • Zrebna
    • 5. Dezember 2022 um 15:18

    Hier noch eine letzte Frage (versprochen xD) :

    Also das Atem beobachten klappt gefühlt ziemlich gut, nur bin ich mir immer unsicher was man am besten mit seiner Aufmerksamkeit/Achtsamkeit in den Atempausen macht?

    Klar, man nimmt die Pausen zwischen Ein-und Ausatmung wahr, aber auf was könnte man sich hier konzentrieren? Es gibt ja in diesen Phasen keinen Atem mehr, dem man folgen kann...

  • Selbsthilfe-/Psychologie-/Perönlichkeitsentwicklungs-Bücher und Zen - kontraproduktiv?

    • Zrebna
    • 3. Dezember 2022 um 19:55

    Hey, ihr beiden.

    Danke für eure Antworten, auch wenn beide Antworten an meinem Thema mehr oder weniger vorbeigehen - dass Zen nicht Ratio ist, war ja nicht bestritten.

    Irgendwie scheint nicht klar zu sein, um was es mir ging - evtl. habe ich meinen opening post auch unverständlich formuliert, aber ich kann es nicht viel besser formulieren...

    Ging einfach darum, ob ihr glaubt, dass solche Bücher im schlimmsten Fall einfach nur eben zu oberflächlich bzw. nichts-verändernd (auf tieferer Ebene) bleiben oder ob sie einem Zen-Weg gar schaden können, weil sich die Anhaftung auf ich-bezogenes potenziell vergrößern könnte.

    offtopic:

    Zu dem verlinktem Buch?

    Wie ist es denn von der Sprache geschrieben? Also eher dichterische/alte Sprache, wie im Shobogenzo oder in den Sutras? Oder eher zeitgenössische und moderne Sprache?

  • Selbsthilfe-/Psychologie-/Perönlichkeitsentwicklungs-Bücher und Zen - kontraproduktiv?

    • Zrebna
    • 3. Dezember 2022 um 13:58

    Hallo!

    Früher habe ich gerne mal solche Bücher gelesen.

    Zum Teil auch im Nachhinein ganz hilfreiche Bücher, wie z.B. "Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls" oder auch "Radikale Akzeptanz - Mit dem Herzen eines Buddha: Heilende Wege zu Selbstakzeptanz und Lebensfreude".

    Sogar ein ziemlich "pragmatisch-weltliches" Buch wie "The Seven Habits of Highly Effective People" blieb mir bis heute eigentlich positiv in Erinnerung.

    Ich fragte mich aber neulich, ob Bücher dieser Art ggf. kontraproduktiv für den Zen-Weg sein könnten? Denn letztlich geht es ja beim Zen u.a. darum loslassen zu lernen, und vor allem auch eben sich selbst (also den Ich-Bezug) - sich selbst "vergessen".

    Bei solchen Büchern kann man aber nicht abstreiten, dass ein "von Haus aus" hohes Maß an Ich-Bezug vorhanden ist. So will man ja immer etwas entwickeln, verbessern, kultiveren..., was mit einem selber zu tun hat - mit dem eigenen Ich und den Vorstellungen über das eigene Ich. Das scheint mir nicht zusammenzupassen.

    Auf der anderen Seite können solche Bücher meiner Erfahrung nach durchaus bei praktikablen Dingen hilfreich sein und bei bestimmten Problemen etwas Linderung verschaffen. Könnte man evtl. unter dem Gedanken der Nachsicht, Milde, Mitgefühl gegenüber der Tatsache, dass man eben noch seinem eigenen Ich-Bezug nicht entfliehen oder diesen loslassen kann, solche Bücher (zumindest temporär) als verträglich und kompatibel mit dem Zen-Weg ansehen?

    Ich bin mir bei dem Thema einfach nicht sicher und schlüssig, wie man solche Ratgeber und Bücher im Kontext von Zen sehen muss.

    Daher würde mich interessieren, wie das andere Übende sehen - jeder Input ist herzlich willkommen :)

    Viele Grüße

    Zrebna

  • Zen-Praxis und Qigong- verträgt sich das?

    • Zrebna
    • 28. November 2022 um 10:36

    Vielen Dank auch für diesen ausführlichen Post mit all den Anleitungen und hilfreichen Gedanken - damit bin ich nun fürs Erste gut bedient und gucke einfach, was mit der Zeit geschieht^^

    Auch danke für die Schilderung deiner eigenen Anfänge mit Zen - immer interessant und motivierend zu lesen, wie es bei erfahreneren Praktizierenden begonnen hat :)

    Viele Grüße

    Zrebna _()_

  • Zen-Praxis und Qigong- verträgt sich das?

    • Zrebna
    • 27. November 2022 um 11:13

    Vielen Dank auch für diesen Post und die Tipps :)

    Körperliche Übungen helfen mir auf jeden Fall meine Aufmerksamkeit zu steiger.

    Üben mittlerweile immer als Vorbereitung von meiner Zen-Praxis etwas achtsames Dehnen und paar Qigong-Formen und das hilft auf jeden Fall.

    Sogar im Rahmen meines Krafttrainings (Hobby zum Ausgleich) versuche ich mich mehr auf körperliche Empfindungen in den angesprochenen Bereichen zu konzentrieren, was nicht nur das Training selber "verbessert", sondern die Erfahrung an sich - komme so wirklich beim Sport gut runter.

    2 Fragen hätte ich noch:

    1. Was ist denn mit Atemkörper konkret gemeint?

    2. Nach der Sitz-Praxis, hänge ich immer 5 Minuten langsames Kinhin (Soto-Style) an.

    Wie würdest du einem Anfänger empfehlen hier zu üben, und zras bzgl. der Aufmerksamkeit?

    Einfach so, wie beim Sitzen? Ein-Ausatmung mit Schritten synchronisieren?

    Ggf. auch körperliche Empfindungen, die mit dem Gehen zusammenhängen (Beine, Fußsohlen,
    etc.) achtsam und bewusst wahrnehmen?

    3. Nochmal zu diesem Punkt aus dem vorherigem Posting:

    Wenn du von Atem Beobachten sprichst, wie würdest du mir empfehlen hier vorzugehen.

    Z.b.

    1.

    im Theravada wird ja oft mit einspitziger Konzentration geübt, bei dem der Übende z.B. nicht wirklich den Atem beobachtet, sondern sich auf die körperlichen Empfindungen, die mit dem Atmen einhergehen konzentriert - meistens um den Bereich der Nasenlöcher herum.

    Wollen wir im Zen auch so üben, falls wir den Atem als Übung beobachten wollen?

    Oder

    2.

    wollen wir den Atemprozess als Ganzes in seiner Breite beobachten, als z.B:

    - Alle körperlichen Empfindungen, die mit dem Atmen zu tun haben, und zwar überall im Körper.

    - Atempausen.

    - Allgemeine Eigenschaften des Atmens, wie z.B. Länge, Intensität und Beschaffenheit (flach, tief, verspannt, entspannt,...) der Ein-/Ausatmung

    - Ggf. Gedanken/Gefühle beobachten/erkennen und gehen lassen/loslassen, wenn sie denn aufkommen.

    - Die ein-und ausströmende Luft selber fühlen.

    <- Das (und ggf. gibt es noch mehr, was zu beobachten wäre) alles zusammen - gleichzeitig oder nicht gleichzeitig ("wie es gerade kommt")

    Ansonsten noch eine Bemerkung bzgl. Achtsamkeit des Atems und den bekannten Passagen aus dem Pali-Kanon -> MN 118.17-21:

    Vermutlich muss es auch Passagen geben, die ich nicht kenne, in denen einspitzige Konzentration als Übung beschrieben wird, ansonsten könnte ich mir nicht erklären wie es zu den Anleitungen, bei denen Samatha-Praxis beschrieben wird gekommen ist.

    "Konszentrations-Meditationsformen", bei denen tiefe Versenkungen erreicht werden sollen, wurde ja teils auch im alten Indien zu Zeiten des historischen Buddhas von spirituell Suchenden praktiziert - Buddha hat aber doch genau diese Praktiken irgendwann mal bewusst verlassen und hat salopp gesagt sein eigenes Ding gemacht.

    Rein intuitiv und 100% geraten scheint mir da der Ansatz im Zen (Shikantaza) näher an den Lehren Buddha's zu sein, als Jhana-Praktiken.

    Mir ist klar, dass ich hier aus Ignoranz heraus spekuliere und rumrate, weil mir zu wenig bekannt ist bzw. ich noch zu wenig weiß als auch selber erfahren habe - wollte es nur mal anmerken, weil ich mir das schon öfter gedacht habe...

    Viele Grüße

    Zrebna :)

  • Zen-Praxis und Qigong- verträgt sich das?

    • Zrebna
    • 26. November 2022 um 09:09

    Erstmal auch sorry von mir, dass ich mich erst jetzt melde (ich bin unter der Woche privat einfach wenig online/digital - quasi als Ausgleich, da ich bereits als Softwareentwickler logischerweise arbeitstechnisch viel digital "unterwegs" bin) ...

    Dann direkt von mir gute Besserung bzgl. der Coivid-Infektion - hoffe, dass diese im Idealfall bereits überstanden ist und der Verlauf relativ milde gewesen ist.

    Nun aber vielen Dank für deinen extrem hilfreichen Post - der hat mir wirklich sehr geholfen und bei mir Vieles beantwortet.

    Auf das zitierte unten beziehe ich mich noch vereinzelt im Folgendem:

    Sudhana:

    Sorry, hat etwas gedauert. Das Covid-Monster hat mir aufgelauert und mich erwischt ;).

    Zrebna:

    2. Zazen bezeichnet ja eigentlich die gegenstandslose, d.h. nicht objektbezogene Meditation (Shikantaza). Bei meinem Zen-Einführungskurs wurde jedoch Anfängern empfohlen, erstmal mit einem Objekt zu üben, um allgemeine Konzentrationsfähigkeiten weiterzuentwickeln, weil die Konzentration für gegenstandslose Mediation (das eigentliche Zazen) einfach noch nicht ausreicht. Dies kann ich ehrlicherweise so bestätigen, weil ohne Objekt (wie z.B. Atem zählen oder Atem(empfindungen) beobachten) ich mich schnell in Unachtsamkeit, d.h. z.B. in Gedanken verliere.

    Wie würdet ihr einem Anfänger vorschlagen, Zen innerhalb einer formalen Sitzpraxis zu üben?

    Okay, die wussten, wovon sie reden. In der Tat geht es bis auf wenige Ausnahmen jedem, der mit der Zazenübung beginnt, so wie Dir: die 'Objektfreiheit' wird erst einmal zurückgestellt, um 'jōriki' (定力) zu entwickeln. Das ist im wesentlichen Konzentrationskraft - der Übende ist auf ein Objekt konzentriert und bemüht sich, sich nicht davon ablenken zu lassen. Ist schwieriger, als es sich anhört. Ist aber eine wichtige Grundlage.

    Nicht ablenken lassen heisst, nichts anderes zu ergreifen - ergreifen mit Gedanken, die sich fortsetzen und in denen man versinkt. Das lernt sich leichter mit einem einzigen Objekt, an dem man sich 'festhalten' kann, als ganz ohne Objekt (wie beim shikantaza) oder mit einem Nicht-Objekt (etwa einem kōan).

    Das 'Objekt', mit dem man dieses jōriki, dieses Beharrungsvermögen, trainiert ist in aller Regel der eigene Atem. Ich persönlich halte da die 'klassische' Achtsamkeit auf den Atem für sinnvoll, wie sie etwa in MN.118.17-21 beschrieben wird. Wobei das im Kontext 'Zen' ja nur eine vorbereitende Übung ist; in aller Regel sollte da der Stand von Vers 18 schon ausreichen. Wenn das einigermaßen stabil ist, kann man dann den Fokus auf das Objekt 'Atem' lösen und versuchen, ohne Fokus einfach nur zu sitzen. Wobei man dabei erst einmal wieder recht ähnliche Probleme haben wird wie bei der Atemübung am Anfang - aufsteigende Gedanken, die sich verselbständigen. Der Umgang damit ist jeweils der gleiche: den Gedanken bemerken (der oft nur das letzte Glied einer bislang unbemerkt gebliebenen Kette ist), ihn los und ziehen lassen wie eine Wolke am Himmel - keine Wolkenschlösser bauen. Mit Übung tauchen immer weniger Gedanken auf, die Ketten werden kürzer. Das trainiert man erst einmal mit Objekt (Atem z.B.), dann ohne.

    Oft wird empfohlen, die Atemzüge zu zählen - von 1 bis 10 und dann wieder von vorne. Hat den kleinen Vorteil, dass es ein sehr deutliche Zeichen dafür ist, dass man den Fokus verloren hat, wenn man plötzlich nicht mehr weiss, beim wievielten Atemzug man gerade ist (man fängt dann einfach wieder bei 1 an). Ich persönlich halte vom Zählen nicht viel (wie schon meine Lehrerin). Wie ich im Selbstversuch feststellen konnte, kann man mit einiger Übung Multitasking machen - korrekt zählen und gleichzeitig dabei die Gedanken schweifen lassen. Spätestens, wenn man das bei sich feststellt, ist es höchste Zeit, auf das Zählen zu verzichten - da wird's kontraproduktiv.

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    Erstmal zum letzten Absatz bzgl. Atem-Zählen.

    Genau dieses Phänomen, dass du beschreibst, kann ich bei mir auch beantworten.

    Ich verliere mich in Gedanken und bin nicht mehr konzentriert, aber zähle trotzdem irgendwie meist "richtig" mit. Ansonsten fühlt sich das Atem-Zählen manchmal auch sehr gezwungen an und kann meine Atmung (evtl. aufgrund mentalem Subvokalisieren der Zahlen) stören und verpannen...

    Mittlerweile zähle ich daher den Atem (wenn überhaupt) nur noch zu Beginn und gehe dann zum Atem-Beobachten über. D.h. meine temporäre Zen-Konzentrationsübung, die mich langfristig zur gegenstandslosen Praxi führen soll, ist quasi hauptsächlich den Atem zu beobachten.

    Hierzu noch eine Frage bzgl. der verlinkten Passage 'MN 118.17-21:

    19-21 sind ja fast schon analytisch und konzeptuell incl. mentalen Bildern/Affirmationen.

    Das wäre mir ehrlich gesagt zu weit weg vom Gedanken des Zen, wie ich ihn bis dato als Laie interpretiere (Dinge sehen, wie sie sind ohne z.B. etwas "im Moment Unwirkliches" zu erzeugen).

    Ich würde mich daher eher auf den Vers 18 beschränken.

    Wenn du von Atem Beobachten sprichst, wie würdest du mir empfehlen hier vorzugehen.

    Z.b. im Theravada wird ja oft mit einspitziger Konzentration geübt, bei dem der Übende z.B. nicht wirklich den Atem beobachtet, sondern sich auf die körperlichen Empfindungen, die mit dem Atmen einhergehen konzentriert - meistens um den Bereich der Nasenlöcher herum.

    Wollen wir im Zen auch so üben, falls wir den Atem als Übung beobachten wollen?

    Oder wollen wir den Atemprozess als Ganzes in seiner Breite beobachten, als z.B:

    - Alle körperlichen Empfindungen, die mit dem Atmen zu tun haben, und zwar überall im Körper.

    - Atempausen.

    - Allgemeine Eigenschaften des Atmens, wie z.B. Länge, Intensität und Beschaffenheit (flach, tief, verspannt, entspannt,...) der Ein-/Ausatmung

    - Ggf. Gedanken/Gefühle beobachten/erkennen und gehen lassen/loslassen, wenn sie denn aufkommen.

    - Die ein-und ausströmende Luft selber fühlen.

    <- Das (und ggf. gibt es noch mehr, was zu beobachten wäre) alles zusammen - gleichzeitig oder nicht gleichzeitig ("wie es gerade kommt")

    Mir ist einfach nicht ganz klar, was im Zen-Kontext als temporäre "Konzentrationsübung" mit Atem-Beobachten im Detail genau gemeint ist oder empfohlen ist.

    In der Literatur gibt es hierzu unterschiedliche Anleitungen...

    Wie würdest du mir empfehlen, konkret zu üben?

    Viele Grüße

    Zrebna :)

  • Zen-Praxis und Qigong- verträgt sich das?

    • Zrebna
    • 21. November 2022 um 08:16

    Wenn's recht ist, dann hätte ich noch 2 weitere Fragen:

    1. Erfolgt die Atmung bei Qigong über die Nase oder über den Mund? Oder evtl. eine Kombination, wie z.B. Einatmung über die Nase und Ausatmung über den Mund?

    2. Zazen bezeichnet ja eigentlich die gegenstandslose, d.h. nicht objektbezogene Meditation (Shikantaza). Bei meinem Zen-Einführungskurs wurde jedoch Anfängern empfohlen, erstmal mit einem Objekt zu üben, um allgemeine Konzentrationsfähigkeiten weiterzuentwickeln, weil die Konzentration für gegenstandslose Mediation (das eigentliche Zazen) einfach noch nicht ausreicht. Dies kann ich ehrlicherweise so bestätigen, weil ohne Objekt (wie z.B. Atem zählen oder Atem(empfindungen) beobachten) ich mich schnell in Unachtsamkeit, d.h. z.B. in Gedanken verliere.

    Wie würdet ihr einem Anfänger vorschlagen, Zen innerhalb einer formalen Sitzpraxis zu üben?

    Was soll ein Anfänger mit seinem Bewusstsein machen? Wohin soll seine Aufmerksamkeit und sein Bewusstsein gelenkt werden und während der Sitzpraxis ruhen? Was ist während der Praxis der "Ankerpunkt" bzgl. der Aufmerksamkeit eines Neulings?

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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