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  1. Buddhaland Forum
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Beiträge von U123N

  • Karma im Buddhismus

    • U123N
    • 11. August 2024 um 18:56

    Das Festhalten an einem "Selbst", ist im Buddhismus die Hauptursache von Leid. Der Buddha lehrte, dass alles dem bedingten Entstehen unterliegt, also auch Dein Selbst, das somit in jedem Bewusstseinsmoment neu entsteht und vergeht. Das könnte man auch als "Wiedergeburt" betrachten.

    Dein individuelles Selbst wird in einer nächsten Existenz nicht weiter existieren. Du kannst Deine Gene an Deine Nachkommen verteilen, die Erinnerung an Deine Taten und Ideen wird vielleicht weiterleben, Deine Asche zum Dünger werden. Man hinterlässt schon Spuren in der Welt, deswegen ist buddhistische Praxis so wichtig.

    Wenn etwas nach Deinem Tod wiedergeboren wird, ist es nicht Dein Bewusstsein, nicht Dein Selbst.

    So habe ich es verstanden. Kann ja falsch sein. (:

  • Karma im Buddhismus

    • U123N
    • 10. August 2024 um 18:34
    flopsy:

    Genau das meine ich, einerseits verneint Buddha die Seele, aber andererseits hat Karma Eigenschaften, die typisch für eine Seele sind: Karma ist für jeden Menschen individuell/persönlich, Karma überdauert den Tod, Karma beeinflusst die Wiedergeburt des Menschen.


    Kann man diesen Widerspruch nicht lösen, indem man sagt, dass Karma zwar keine klassische Seele aber etwas Ähnliches ist, sozusagen eine Neuinterpretation von Seele, die mehr Sinn macht?

    Wenn man die Karma Lehre als solche betrachtet und die Frage der "Wiedergeburt", die im Buddhismus ganz anders als in den alten indischen Lehren betrachtet wird, davon abkoppelt, ist Karma einfacher zu verstehen, dann muss man sich keinen Knoten in den Kopf machen.

    Im Buddhismus wird keine "Seele" wiedergeboren, die im nächsten Leben aufgrund ihrer Verfehlungen in den unteren Kasten landet, oder aufgrund ihrer Verdienste ein reicher Mensch wird. So einfach macht es der Buddha uns nicht.

    Was und in welcher Form im Buddhismus wieder entsteht, ist Stoff für lange Diskussionen. Da gibt es recht unterschiedliche Ansätze.

  • Einsamkeit

    • U123N
    • 19. Juli 2024 um 17:47
    Leonie:

    Am Grunde des Denkens ist Nicht-Denken und da beunruhigt nichts. Es kann jeder Gedanken, jedes Gefühl, jede Wahrnehmung los gelassen werden, jederzeit und muss nicht auch noch mit einem schönen Bild ausgemalt werden und mit einer Bildbeschreibung für alle Nachfahren fest halten.


    Es gibt weder Tiefe noch Höhe - nur Oberfläche - und auch die entzieht sich der genauen Betrachtung, löst sich einfach auf.

    :herzblick:

  • Einsamkeit

    • U123N
    • 15. Juli 2024 um 18:46
    Anna Panna-Sati:

    Das freut mich für dich, Nanu ! :)

    Hilft dir dieses Wissen, dich nicht mehr einsam zu fühlen (oder zumindest nicht unter dem Alleinsein zu leiden)?

    Ich habe seitdem keine Einsamkeit mehr gespürt und geniesse, da meine Isolationssituation von damals sich aufgelöst hat, immer das Alleinsein wenn es sich ergibt.

  • Einsamkeit

    • U123N
    • 13. Juli 2024 um 15:56

    Ich habe damals mit Zazen begonnen, eine Übung in deren Verlauf ich unwillkürlich feststellte, dass ich über kein getrenntes, feststehendes Selbst verfüge. Seitdem weiss ich, dass ich nicht einsamer bin als ein Wassertropfen im Ozean.

  • Einsamkeit

    • U123N
    • 12. Juli 2024 um 18:49
    Monikadie4.:

    Solange wir nicht wie Robinson Crusoe auf einer einsamen Insel landen, sind wir nicht wirklich einsam.

    Robinson Crusoe war ja auch nicht wirklich einsam. Er hatte eine Ziegenherde, und auf seiner Insel lebten Kannibalen, deren Opfer er retten konnte indem er die Kannibalen erschlug. Er nannte den geretteten "Wilden" Freitag, bekehrte ihn zum Christentum und benutzte ihn als Diener. :eek:

    Helmut:

    Die Dharma-Praxis mag ja auf einer solchen einsamen Insel leichter fallen als hierzulande. Wirklich

    Mir hat der Dharma in einer sehr isolierten Lebenssituation einmal den A.... gerettet. Dadurch habe ich erfahren, dass ich nicht mehr einsam bin, auch wenn ich mich von anderen Menschen isoliert befinde.

  • Angst und Furcht - Kann die Buddha-Lehre/der Buddhismus helfen?

    • U123N
    • 8. Juli 2024 um 18:26
    void:

    Weiße Amerikaner haben also hier eine doppelt so hohe Rate wie asiatische Amerikaner.

    Ich finde es immer etwas schwierig, solche Umfragen zu interpretieren wenn man weder die Fragen kennt, noch die Umstände der Befragung.

    Anna Panna-Sati:

    Bei Umfragen besteht ja zum Einen leider immer die Möglichkeit, dass (bewusst oder unbewusst) nicht wahrheitsgemäß geantwortet wird (-nicht nur- bei den asiatischen Amerikanern könnte man beispielsweise an Schamgefühle denken, die das Eingestehen von Angst erschweren).


    Aber vielleicht liegt es tatsächlich an den unterschiedlichen sozialen/kulturellen Hintergründen, die zu einer anderen Denkweise führen:

    Das ist bestimmt so.

    Doch in Japan gibt es ja das Phänomen der Hikikomori, Menschen, die jahrelang nicht mehr aus den Haus gehen, was wir in diesem Umfang im Westen glaube ich nicht kennen.

    Hikikomori – warum immer mehr Japaner in sozialer Isolation leben
    Hikikomori - Immer mehr Menschen in Japan entziehen sich der Gesellschaft, indem sie einfach zuhause bleiben – oft für Jahre oder gar Jahrzehnte.
    www.japanwelt.de

    Aber ich bin kein Soziologe... Vielleicht weiss jemand mehr darüber?

  • Angst und Furcht - Kann die Buddha-Lehre/der Buddhismus helfen?

    • U123N
    • 6. Juli 2024 um 19:59
    Anna Panna-Sati:

    Die Legende von den vier Ausfahrten des Buddha, legt nahe, dass auch Siddharta Gautama von seiner (neu aufgekommenen, bewusst gewordenen) Angst - vor Alter, Krankheit, Tod - dazu (an)getrieben wurde, einen Ausweg zu suchen aus dem leidvollen Samsara, des sich ständig wiederholenden Daseinskreislaufs - eine Befreiung von der schier endlosen Angst.

    Danke Anna, unter diesem Aspekt hatte ich die Geschichte noch nie betrachtet.

    Bei mir galten meine Ängste immer nur den anderen. Meine Familie, meine unglücklichen Freunde, das Unglück der Welt. Als mein Bruder verunfallte und im Koma lag und ich dachte, dass meine Eltern das nicht überleben, las ich in einem von Suzukis Vorträgen von "Zen Geist-Anfänger Geist" dass sich 99% unserer Gedanken nur um uns selbst drehen. Wahrscheinlich hatte ich das vorher schon mehrmals gelesen (das Buch ist ja schon alt), aber in dieser Situation war das so als hätte mir jemand auf einmal einen Schlüssel in die Hand gelegt. Es sind meine Ängste, Ich will dass es allen gut geht. Er hat mir sehr geholfen, von meinem Selbst Abstand zu nehmen.

    Danke Roshi! _()_

  • Einsamkeit

    • U123N
    • 5. Juli 2024 um 20:07
    JoJu91:

    Ich bin an einem typischen Tag etwa vier Stunden glücklich (im weltlichen Sinn), vier Stunden melancholisch (Endzeitstimmung), vier Stunden genervt und vier Stunden entspannt, abhängig von Tageszeit, Wetter und Ambiente.

    Das geht mir wahrscheinlich ähnlich. Und wann bist Du einsam oder warum interessiert Dich das hiesige Thema "Einsamkeit"? Vielleicht kannst Du für uns einen Zusammenhang mit dem Thema herstellen. Das fände ich sehr hilfreich!
    Danke für Deine Beiträge und viel Glück. Nanu

  • Einsamkeit

    • U123N
    • 5. Juli 2024 um 19:50

    Ich habe noch nie in meinem Leben ein Auto besessen, aber habe immer in Städten gelebt, in denen ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren kann. Dazu muss man natürlich auch die städtischen Mieten zahlen, die etwas höher sind. Wenn Du in einer abgelegenen Gegend lebst, wo Du nicht zu Fuss mit Rollator oder Rollstuhl deinen Supermarkt, Deine Apotheke oder Deinen Arzt erreichen kannst, gibt es Bestelldienste, Lieferdienste, Krankenfahrten oder Taxis. Ohne Auto spart man viel Geld und kann dann auch mal mit dem Taxi fahren wenn es sein muss. Man kann auch Fahrgemeinschaften gründen wenn man Ausstellungen oder Konzerte sehen will. Für Ausflüge in die Umgebung gibt es hier die Arbeiterwohlfahrt, die fleissig unterwegs sind und viele Angebote haben. Mal sehn wie das wird wenn ich noch älter werde, aber ich mache mir da erstmal keine Sorgen drüber.

    Alles Gute für Dich! Nanu

  • Was ist Religion?

    • U123N
    • 4. Juli 2024 um 19:11
    Hendrik:

    „Religionen sind umfassende Deutungen der Stellung des Menschen in der Welt, verbunden mit kultischen Praktiken und moralischen Elementen“, sagt der Religionsphilosoph Hans Schelkshorn.


    Ist das so?

    Das ist schon richtig, jedoch ist für mich noch die Frage, ab wann ein Kult eine Religion ist.

    Von den Bestattungsritualen der Steinzeitmenschen bis zu den Griechen oder Römern bei denen die Götter alles bestimmten, den Naturreligionen der Asiaten oder den Ägyptern, die daraus einen Staat gemacht haben, bis zu den Indern, den Buddhisten, Jainas, den afrikanischen Religionen oder den abrahamitischen Religionen ist es ein weiter und vielfältiger Weg. Es ist für mich eine der spannendsten Kulturgeschichten der Menschheit.

    Gleichzeitig wurden Religionen auch oft als Mittel der Macht benutzt. Bis in unsere Tage.

    Hendrik:

    Trifft das auf alle Traditionen des Buddhismus auch zu?

    Ich denke schon. Hier wird ja manchmal darüber diskutiert, ob Buddhismus eine Religion oder eine Philosophie sei. Diese Frage mag jeder für sich selbst beantworten.

  • Einsamkeit

    • U123N
    • 3. Juli 2024 um 20:28

    Die Idee, dass Angst einer der Gründe für Einsamkeit ist, hat mich erst ganz beeindruckt.

    Inzwischen denke ich, dass das Thema der Angst, vielleicht auch einen eigenen Thread verdient.

    Klar ist Angst überlebenswichtig wenn man die Strasse überquert oder im Stadtverkehr unterwegs ist. Die Ängste des Bodhisattvas vor Tigern, Schlangen o.ä. ähneln unseren heutigen Ängsten vielleicht nicht, aber wir können vom Buddha lernen.

    Angst ist für mich ein Gefühl, das dem Menschen zum Überleben gegeben ist. Es wird jedoch auch vererbt, Angst vor Verarmung und Verlust bei Flüchtlingen und ihren Kindern, Angst vor gewalttätigen Menschen. Angst wird auch gezielt eingesetzt, geschürt und politisch für Machtinteressen benutzt. Und dann sind wir ihr manchmal hilflos ausgeliefert. Die Erkenntnis, dass Angst aus Unwissenheit entsteht, aus Gier, Hass und Verblendung, lässt sich heute kaum an die Kinder vermitteln, die in sozialen Netzwerken gemobbt werden.

    Vielleicht sollte man das Angstthema auch einfach abtrennen und in einem neuen Thread weiter vertiefen.

    Herzlichen Dank für Eure Ideen und Anregungen!!!

    Liebe Grüsse

    Nanu

  • Einsamkeit

    • U123N
    • 3. Juli 2024 um 15:36
    dukkha:

    Naja, was er schrieb und was er tat, war auch nicht immer dasselbe

    Arthur Schopenhauer: Ueber die Weiber

    Schopenhauer konnte ein echter Ätzkreppel sein und war für seine schlechte Laune berühmt.

    Wenn man liest, was er über die Weiber schreibt, bekommt man eine Vorstellung davon.

  • Einsamkeit

    • U123N
    • 2. Juli 2024 um 18:05
    void:

    Ich habe das Gefühl, die zur Einsamkeit gehörende Emotion ist die Angst. Angst ist ja etwas, was einen dazu bringt sich in sich selber zurück zu ziehen wie eine Schnecke. Das Gegenteil wäre dann eine Offenheit, Freundlichkeit und Furchtlosigkeit, die es erlaubt mir dem was einem begegnet klar zu kommen.

    Die Angst ist meiner Meinung nach ein Gefühl, das uns sehr stark bestimmt. Angst kann zum Rückzug, aber auch dazu führen andere anzugreifen. Angst kann dazu führen, Macht über seine Mitmenschen erlangen zu wollen. Ich hatte immer Schwierigkeiten damit, dieses Gefühl ins buddhistische System der Geistesgifte einzuordnen, ist es Gier, Hass oder Verblendung?

    Hat der Buddha etwas zu Angst gesagt? Vielleicht weiss das ja jemand von Euch. Die Frage beschäftigt mich schon lange.

    void:

    Vielleicht ist das aber auch falsch und es gibt Formen der Einsamkeit die nicht aus Angst kommen.

    Vielleicht Depressionen, bestimmte Arten von Schwerhörigkeit bei denen man Geräusche nicht erträgt, Burnout oder Psychosen. Das wären alles Gründe, sich unfreiwillig von der Welt zurückzuziehen.

    Wer sich aus freien Stücken und bewusst zurückzieht, fühlt sich - denke ich - dabei nicht einsam.

  • Einsamkeit

    • U123N
    • 1. Juli 2024 um 19:02

    Sich in der Kommunikation mit anderen Menschen nicht als Person getroffen zu fühlen. Zu sehen, dass andere in ihrem eigenen Universum leben, und das zu akzeptieren und anzuerkennen, hilft schon sehr weiter. Das ist das Geheimnis der Metta Tropfen von Guanyin: Sich von seinem Selbst zu lösen und einen Schritt vom Ich zurückzutreten, sich vorzustellen wie es dem anderen gehen könnte. Da trifft man auf eine weitere Welt, in der der eigene Tunnelblick keine Rolle mehr spielt.

    Eine lebenslange Übung. :heart:

  • Nissim Amon

    • U123N
    • 1. Juli 2024 um 16:25

    Das Buch ist auch so eine Persiflage auf die Achtsamkeits- und Coachingszene und auf einige andere Befindlichkeiten und Erscheinungen der modernen Welt. Der Rechtsanwalt schlittert da so rein in die gut geschilderte Verbrecherlandschaft. Es liest sich sehr amüsant, wobei die Morde doch teilweise recht grausam sind, dass sich zartbesaiteten Menschen der Magen umdreht.

  • Einsamkeit

    • U123N
    • 30. Juni 2024 um 19:36

    @Tim99 hatte ja hier um Rat gefragt, nicht @Monikadie4. , deswegen verstehe ich gar nicht warum die Lebensberatung sich an Monika wendet. Ungefragte Ratschläge sind, so gut gemeint und originell sie auch sein mögen, nach meinem Verständnis meistens fehlt am Platz.

    Tim99:

    Ich will kein digitaler Mensch sein.

    Das gefällt mir sehr! Vielleicht ist das eine der besten Erkenntnisse aus diesem Thread. Schwimmen gehen oder Brennesseln sammeln, auf dem Markt einkaufen, die Augen aufmachen für das was wirklich da ist und alles nicht sofort im eigenen Geist zu bewerten, scheint mir die heilsamste Art zu sein, mit tiefer Traurigkeit und dem Gefühl des Unverstandenseins umzugehen.

    Alles Gute für Dich @Tim99 :heart:

  • Einsamkeit

    • U123N
    • 28. Juni 2024 um 19:47
    mukti:

    Man könnte einen neuen Robinson-Roman schreiben. Alleine auf der Insel baut er sich eine Hütte und findet genug zu essen. Nachdem er die kleine Insel erkundet hat wird ihm furchtbar langweilig, da kommt ihm die Idee nicht nach außen, sondern nach innen zu schauen. Als endlich ein Schiff vorbeikommt geht er nicht an Bord, die Welt kann ihm nicht mehr geben als er in sich gefunden hat. Beitragen kann er auch nichts, weil ihn niemand verstehen würde. So lebt er glücklich bis an sein Lebensende.

    Es gibt ja noch diese beeindruckende Erzählung von Marlen Haushofer "Die Wand", in der sich die Erzählerin morgens plötzlich unverhofft in völliger Einsamkeit wiederfindet, durch eine gläserne Wand von der zerstörten Umwelt getrennt. Sie versucht zu verstehen was passiert ist, findet noch einige Tiere und Pflanzen zum Überleben und als Gesellschaft, und richtet sich so in ihrem neuen Leben ein, dass es am Ende, als die Einsamkeit durch einen unvermuteten Mitbewohner durchbrochen wird, doch etwas tragisch wird. Ein unvergessenes Buch aus den 70ern.

  • Nissim Amon

    • U123N
    • 26. Juni 2024 um 19:05

    Nur weil er Zen Meister ist, hat er die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Wir kennen genug Zen Meister, die ihre Schüler missbrauchten. Religion wird schon viel zu lange als Begründung oder Verharmlosung für Kriege und bewaffnete Konflikte benutzt. Wir als Buddhisten sollten davon abstehen. Ich bezweifele auch, dass sich in Israel Buddhisten zur Wehrpflicht stellen.

    Wie man mit Angst und Traumata nach einem Krieg umgeht, steht auf einem anderen Blatt.

  • Schnellster Weg zur Erleuchtung?

    • U123N
    • 22. Juni 2024 um 18:42
    Amdap:

    Ich war vor einigen Jahren mal zu einer Art Tag der Offenen Tür bei der Moschee, hier bei mir um die Ecke. Als Werbung bekamen die Besucher ein paar Flyer in einem Leinenbeutel, auf den war der Satz gedruckt: "Liebe für alle, Hass für keinen".

    Das hat mich unheimlich beschäftigt, und tut es heute noch. Zeitweise habe ich diesen Satz sogar regelrecht in mir geknetet. Trotzdem komme ich bis heute nicht damit klar. Es ist nicht nur irreal, sondern polarisiert auch.

    Es kultiviert das Schwarzweißdenken, indem es unterstellt, es gäbe äußerlich (ich meine, von außen her) soundso zu bewertende Sachverhalte bzw. Tatsachen auf einer starren Werteskala.

    Ich denke das lässt sich dadurch erklären, dass die Ahmadiyya Gemeinde, deren Leitspruch das hier ist, in den meisten islamischen Ländern als häretisch verfolgt wird.

  • Schnellster Weg zur Erleuchtung?

    • U123N
    • 22. Juni 2024 um 17:50
    Asod55:

    Wünscht man allen fühlenden Wesen die Erleuchtung bzw. die Befreiung bekommt man sie selbst.

    Die Befreiung beim rezitieren des buddhistischen Mantras liegt darin, dass man in diesem Moment, wo man im vollen Herzen allen Wesen Befreiung vom Leid wünscht, nicht an sich selbst und sein kleines Ich denkt, sondern davon loslässt. Man erkennt an, dass alle Wesen wie man selbst unter den drei Geistesgiften leiden, auch Dein rücksichtsloser Nachbar, Dein ungerechter Chef, der Autofahrer der Dir grade die Vorfahrt genommen hat. Dieser Moment der Selbstlosigkeit beinhaltet die Befreiung für Dich.

    Asod55:

    Gibt es echt positives zurück wenn man altruistisch betet?

    Wenn Du das Mantra aufsagst weil Du im Gegenzug dafür eine Belohnung für Dich selbst erwartest, ist es eher nutzlos. Denke ich.

    Liebe Grüsse! Nanu

  • Suche Rat: Sein Glück im Außen suchen

    • U123N
    • 17. Juni 2024 um 19:22

    Ich kann mich kaum in Deine Situation einfühlen und denke es hängt eben auch vom eignen Willen ab, ob man solange man noch kann, sich den Wind um die Nase wehen lässt, sich die Welt ansieht, mit all ihrer Schönheit und ihrem Elend, sich ein Eis kauft, oder einen Kaffee trinkt. Ich sehe hier sehr täglich viele Menschen mit Escootern herumfahren, die ihre kleinen Freiheiten geniessen so gut es geht. Mein Nachbar rollt damit jeden Tag in den Supermarkt und sie begrüssen ihn dort erfreut weil er viel Humor hat, trotz seiner Schmerzen.

    Ob man Glück im Innen oder Aussen findet, kann ich gar nicht beurteilen. Ich finde es liegt eigentlich immer in mir selbst.

    Alles Gute, Dir! :heart:

  • Was ist das Leben?

    • U123N
    • 13. Juni 2024 um 19:05

    Vielleicht so eine Art ungewolltes Geschenk?

    Auf jeden Fall finde ich es als ein grosses Wunder, dass es uns im Weltall so gibt und wir uns diese Fragen überhaupt stellen können.

    Für mich ist das Leben eine Zeit zwischen Geburt und Tod, in der sich alles permanent verändert. Ich versuchte, so lange allem gerecht zu werden, den Dingen hinterherlaufen, sie zu vermeiden oder festzuhalten, bis ich in manchen Momenten feststellte, dass das gar nicht wirklich nötig ist.

    Und meistens versuche ich es trotzdem weiter....

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • U123N
    • 7. Juni 2024 um 18:07

    Ich verstehe den Zusammenhang zwischen Boomern und Nazi Opas mit dem Thema hier nicht.

    void:

    Aber vielleicht ist das ja der Normalfall, das Menschen eine nette Plage sind. Cicero war ja auch gleichzeitig ein gebildeter Humanist und Teil eine kolonialen Gebildes. Und Sklavenhalter war er ja auch. So wie ja auch Thomas Jefferson. Nette Sklavenhalter, humanistische Imperialisten. Gütige Naziopas. Da reihen sich ja die apokalyptischen Boomer gut ein.

    void kannst Du mir bitte auf die Sprünge helfen? Danke!!!

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • U123N
    • 6. Juni 2024 um 18:12

    Ein Urlaub ist sicher auch eine gute Idee.

    Ob man jedoch im Kloster Urlaub machen kann weiss ich nicht.

    Die Vorstellung in ein anderes Land auszuwandern und das Wissen, dass man diese Freiheit theoretisch hat, kann auch den Horizont erweitern. Wo wäre aber denn dieses Shangri-La, das Land in dem es keine Probleme gibt die einen verfolgen könnten?

    Ich habe viele Jahre im Ausland gelebt und gearbeitet. Es tut gut, sich in eine andere Kultur einzuleben, ich würde auch jedem dazu raten. Seinen eigenen Problemen durch Auswanderung zu entfliehen, würde ich als sehr schwierig erachten.

    Wenn ich in so eine Negativitäts- und Überforderungsspirale gerate hilft mir auch, jeden Tag dankbar zu sein für alle Probleme die ich nicht habe. Ich danke dem Buddha und den Bodhisattvas dafür, dass sie mir mein Dasein hier erleichtern.

    _()_

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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