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  2. Dharma Buddy

Beiträge von Dharma Buddy

  • Buddhismus unter dem Regenbogen

    • Dharma Buddy
    • 2. Januar 2020 um 09:04
    Fǎ Fá:

    Natürlich sind wir nicht der Körper und wir sind auch nicht unsere sexuelle Identität, von einem philosophischen Standpunkt aus gesehen. Trotzdem gehört sexuelle Identität zu einer der Identitäten, die unser Leben bestimmen. Deshalb muss man sie auch beachten. Du kannst auch sagen "ich bin nicht meine Sprache" und den ganzen Tag durch eine deutsche Großstadt laufen und vietnamesisch sprechen. Dann wirst Du aber irgendwann an den Punkt kommen, dass Du im Alltag nicht voran kommst, wenn Du Dich nicht mit Menschen triffst, die ebenfalls vietnamesisch sprechen. Grundsätzlich hat jede Minderheit an Anrecht darauf, sich als Minderheit zu organisieren. Die Angehörigen der Mehrheit haben das m.E. nicht zu diskutieren oder zu bewerten.

    Ich stimme zu, dass ich die von Dir angesprochenen Bewertungen oft problematisch finde. Was die Diskussionen angeht, passieren sie einfach. Es gibt queere Sanghas in vielen Ländern, beginnend mit den Staaten, in England, Frankreich, aber auch in Australien usw. usw. Und alle, mit denen ich gesprochen habe, haben mir gesagt, dass es Diskussionen geben wird. All diese Gruppen wurden in Frage gestellt. Nur reine Frauengruppen interessanterweise nicht. Das hat meiner Ansicht nicht nur mit der traditionellen Geschlechtertrennung in monastischen Gemeinschaften zu tun sondern auch damit, dass Männer es akzeptieren, wenn Frauen auch unter sich bleiben wollen. Umgekehrt nehmen sie sich in manchen sozialen Verbänden auch gerne das Recht heraus, ebenso so unter sich zu bleiben.

    Ich finde das Phänomen, dass queere Gruppen in buddhistischen Zusammenhängen sofort hinterfragt werden, für sehr interessant. Warum findet das statt? Ich weiß es nicht. Ich glaube aber, dass es da (teilweise unbewusste) Befürchtungen gibt:

    • Es wird als impliziter Vorwurf empfunden: "Sind wir etwa nicht inklusiv?"
    • Man befürchtet eine Spaltung und unterstellt das sehr schnell - ohne nachzufragen. Und gerade das finde ich interessant. Steckt dahinter die Angst vor Verlust?
    • Man bringt es schnell in die Nähe zu einem Lifestyle-Bindestrich Buddhismus der Art "Zen oder die Kunst meinen veganen Joghurt zu löffeln", um es einmal pointiert auf die Spitze zu bringen.

    Ich will jetzt nicht sagen, dass dies in diesem Thread geschehen ist und ich will auch keine Motive unterstellen. Aber zwei Dinge finde ich tatsächlich interessant:

    • Wieso kommen diese Fragen speziell bei queeren Gruppen so sicher wie das Amen in der Kirche?
    • Wieso kommt eher selten eine Reaktion der Art: "Interessant, erzähle doch mal bitte mehr über die Gründe."

    Ich weiß es nicht. Und ich will niemanden im Thread etwas unterstellen. Es ist eben so, dass ich ein Muster sehe, das ich noch nicht verstehe.

    Und zum Schluss noch ein anderer Aspekt: Für einen Angehörigen einer Minderheit ist das nicht neu. Das Problem ist, dass jede Mehrheit (mich eingenommen, denn in anderen sozialen Zusammenhängen bin ich wiederum in der Mehrheit) eine Minderheit immer befragt, ggf. unbewusst. Bei einem Café konnte ich das sehen. Eine farbigen Frau bedient dort und ich habe bei jedem Besuch erlebt, dass sie gefragt wurde, woher sie denn käme. Sie antwortet im perfekten Dialekt der Region, dass sie hier geboren sei. Angehörige einer Minderheit müssen sich ständig erklären. Dieses Phänomen wird von Wissenschaftlern "Mikroaggression" genannt. Diese sind nicht böswillig und oft nicht bewusst, aber es sind immer dieselben Fragen, die irgendwann kommen. Psychologisch hat das zwei Effekte: Erstens fühlt man sich ausgegrenzt und zweitens finden sich viele Angehörigen einer Minderheit in ihrer Gruppe wohl, weil man sich einfach so akzeptiert und nicht erklären muss. Dieses führt dazu, dass sich Subkulturen bilden. Ich kenne nun viele Buddhisten die sofort aufhorchen und sofort Identitätsbildung des Geistes sehen. Das ist richtig, verkennt aber zwei Dinge:

    • Diese Identitätsbildung kann auch ein Ort von Gemeinsamkeit, Aufbruch und Heilung sein. Gerade in der queeren Szene waren gesellschaftliche Verbesserungen nur möglich, da sich ein Netz von Hilfe- und Selbsthilfegruppen bildeten: Beratungsgruppen, Unterstützungsgruppen für spezielle Menschen in besonderen Situationen, z.B, die AIDS-Hilfe usw. usf. Es ist eben nicht so, dass die Identitätsbildung unreflektiert stattfindet. Gerade in einer diversen Community und in der Hilfe für andere Menschen reflektiert man sich oft sehr gut. Auch eine Gruppe kann helfen, dass "Ich" zu transzendieren oder dass man sich diesem zumindest bewusst wird.
    • Interessanterweise sieht man die Identitätsbildung bei fremden Gruppen sofort und viel besser als bei der eigenen. Auch das ist eine Falle unserer Egos. So betrachtet man sich schnell als "normaler" Buddhist, fest verankert in einer Tradition. Zu sehen, dass es hier auch subtile Identitätsbildungen gibt, die teilweise nicht unkritisch sind, ist viel schwieriger. Jedenfalls habe ich das auch bei mir feststellen können, denn auch ich bin ebenso "normaler" Buddhist und identifiziere mich auch mit Traditionen, bin mir dem aber hoffentlich bewusst.

    Das sind so meine Erfahrungen und Gedanken zum Thema. Vielleicht liege ich hier auch falsch und unterstelle ebenso Dinge. Aber allein die Tatsache, dass diese Diskussion so sicher auftaucht wie das Amen in der Kirche, zeigt, dass sie geführt werden sollte. Deswegen bin ich dankbar für alle Beiträge hier.

    Und um ganz ehrlich zu sein, sehe ich das als gute Übung für meinen Gleichmut. Das gilt auch für die Phänomene, die ich "Mikroaggression" nannte. Wie häufig hat man mich gefragt: "Und wer von Euch ist die Frau?" Da diese Frage auch einen sexuellen Aspekt hat, empfinde ich sie als eher privat und wundere mich immer, wie schnell das gestellt wird. Aber die Frage zeigt doch, dass viele Menschen sehr stark in binären Kategorien denken und diesen meiner Meinung auch anhaften. Ich will jetzt nicht weitere Beispiele nennen, denn ich habe schon genug geschrieben. Es ist eben so, dass eine Minderheit von der Mehrheit immer hinterfragt wird. Es ist auch immer so, dass eine Minderheit für eine Mehrheit nicht die oberste Priorität besitzt. Damit muss diese Gruppe leben und das tut sich am besten mit einer Portion Gleichmut.

    Zum Schluss hoffe ich, dass ich mit meinen Gedanken (und teilweise Spekulationen) niemandem auf die Füße getreten bin. Und ich sympathisiere auch mit Dir, weil Du diese Diskussion und Bewertung nicht willst. Aber ich glaube auch, dass sie in Teilen unausweichlich und auch notwendig ist.

    ()

  • Buddhismus unter dem Regenbogen

    • Dharma Buddy
    • 2. Januar 2020 um 00:29
    ARYA DHARMA:

    Ich sehe es als eine Gefahr, sich zu tief in solche Thematiken zu verstricken. Das ist keine Kritik an eurer Mission, sondern eher ein "Praxistip", auch wenn ich kein Lehrer bin. Manche haben mit revolutionären Thesen ihr ganzes Leben verschwendet, manche waren erfolgreich. Doch der soziale Kontext ist belanglos wenn wir ihn in Richtung Tod betrachten. Man könnte auch sagen, es sind wichtige, aber weltliche Themen. Ihnen ein zu tiefes Engagement zu widmen halte ich für nicht zielführend im Hinblick auf das Dharma. Denn, so meine ich, sind es keine kernbuddhistischen Thematiken.

    Zuerst einmal möchte ich mich bedanken für Deine Offenheit und Deinen Zuspruch. _()_

    Ich hoffe auch, dass wir uns nicht verstricken. Wir haben diese Diskussionen selber auch geführt. Wir verstehen und zum Glück Traditions-übergreifend. Es gibt unter uns nicht nur Praktizierende, die sich dem engagierten (Mahayana-) Buddhismus zurechnen, sondern z.B. auch der Waldtradition des Theravada. Ich sehe das als Stärke, da wir auf die Gemeinsamkeiten blicken und damit auf den Kern der Lehre. Deswegen haben wir die Selbstdarstellung mit dem Satz begonnen: "Das Dharma ist zeitlos und für alle gleich, der Zugang ist es nicht." Aber ja, wir werden auch mit Sicherheit Fehler machen - das liegt nun mal in der Natur der Dinge. Aber es wird uns hoffentlich helfen, dass wir uns eben nicht abspalten wollen sondern die Diskussion und Nähe suchen. Wir werden das auf den kommenden Veranstaltungen der DBU auch tun. Und ich bin mir sicher, dass uns die kritischen Fragen und die Diskussion helfen werden, den Pfad zu gehen - zusammen mit den anderen Buddhistinnen und Buddhisten. In diesem Sinn sind wir nämlich nichts Besonderes und wollen es auch nicht sein.

    ()

  • Buddhismus unter dem Regenbogen

    • Dharma Buddy
    • 2. Januar 2020 um 00:10
    void:

    Und das betrifft dann auch buddhistische Gruppen. Da wäre es dann schön, wenn man sagen könnte: Der Buddhismus widmet sich der Überwindung von Gier und Hass und der Kultivierung von Geduld. Deswegen kannst du in jede buddhistische Gruppe gehen, ohne dort Anfeindung und Ablehnung erleben zu müssen. Aber ist das so?

    Das würde ich schön finden und für eine solche Offenheit setze ist mich ein :)

    In anderen Ländern haben Buddhist_innen viel stärker Stellung bezogen. Taiwan ist das erste asiatische Land, das die gleichgeschlechtliche Ehe einführte. Es gab da einen Kulturkampf, der von Evangelikalen geführt wurde, die von den US-amerikanischen Megakirchen finanziert wurden. Ab der Seite der LGBT-Bewegung stand die Nonne Shi Chao-hwei. Hier spricht sie auf einem CSD: 2012台灣同志遊行 釋昭慧法師 來自人間宗教的祝福 Shih Chao-hwei blessing - YouTube und hier segnet das lesbische Paar, das eine Ehe einging: 2012-08-11First! Buddhist style Lesbian marriage - YouTube

    Ich kenne in Deutschland erst ein schwules Paar, das sich in einem buddhistischen Kloster segnen ließ. Es hat den beiden sehr viel bedeutet. Ich würde mich freuen, wenn so etwas häufiger vorkommen würde.

    ()

  • Buddhismus unter dem Regenbogen

    • Dharma Buddy
    • 2. Januar 2020 um 00:03
    void:

    Buddhismus existiert doch seit 2500 Jahren und zwar meistens in Gesellschaften die eher reaktionär war. Von daher stellt sich die Frage inwieweit der Dharma an sich humanistisch ist oder ob das eine moderne Projektion ist.

    Ich glaube, beides ist richtig zumindest bzgl. queeren Menschen. Im Palikanon findet man beides: Geschätzte Mitglieder der Sangha waren Pandaka - und in der Vinaya finden wir die Geschichte, dass Buddha es Menschen, die wir heute transgender nennen, denen der Buddha erlaubte, von der Bikkhu- in die Bikkhuni-Sangha und umgekehrt zu wechseln. Aber es findet sich auch das Verbot, Pandaka zu ordinieren. Wissenschaftler glauben, dass der Buddha zum Schutz der Sangha gehandelt hat, denn sie war ja auch Unterstützung angewiesen und damit auch von Menschen, die homo- bzw. transphob waren. Buddha hat das aber nie verdammt. Deswegen glaubt man, dass die diskriminierende Haltung der damaligen Gesellschaft sich auf die Sangha übertrug. Forscher glauben auch, dass die ablehnende Haltung von Buddhagosa, Asanga. Vasubandhu eben in den damaligen Moralvorstellungen ihrer Zeit begründet waren. Und das floss in den Dharma ein. Sie diskutierten, ob ein Pandaka Erleuchtung erlangen könne oder nicht. Und wenn ich mich richtig erinnere, steht im Lotus-Sutra, dass Ananda sich nicht neben Pandaka setzen sollte.

    Wenn man aber in die Geschichte guckt, wird man eine große Diversität finden. In der japanischen Kultur kenne ich mich nicht aus, aber der Legende soll Kukai, der Begründer des Shingon-Buddhismus homosexuelle Liebe nach nach Japan gebracht haben. ich glaube, dass es sehr stark kodifizierte Beziehungen waren zwischen älteren und jüngeren Männern, was später in die Samurai-Kultur überging.

    Interessanter finde ich die Lage in China. Es gibt viele Aufzeichnungen über die Männer in Fujian, die lebenslange Bindungen zu anderen Männern eingingen. Während der Qing-Dynastie entwickelte sich der Orden der 10 Schwestern - eine Ordensgemeinschaft von Frauen. Für Frauen, die der Verheiratung entgehen wollten, war die Ordination die einzige Möglichkeit. Viele dieser Frauen lebten als Paare und banden sich lebenslang durch Eide aneinander, die meines Wissens sogar gesetzlich wirksam waren. Sie adoptierten Waisen und setzten sie als gesetzliche Erben ein. Als Bodhisattva wählten sie passenderweise Weise Guan Yin. Der Orden bestand weiter als "Schwestern der Goldenen Orchidee" und wurde erst 1949 durch die KP aufgelöst.

    ()

  • Buddhismus unter dem Regenbogen

    • Dharma Buddy
    • 1. Januar 2020 um 22:51
    ARYA DHARMA:

    Da hast du Recht, sicherlich. Aber wir sprechen ja hier von der prägenden Kultur. So könnte man auch durchaus von einem deutschen Buddhismus sprechen, vielleicht in 100 Jahren. Aber wahrscheinlich verliert dann keiner ein Wort über einen "queeren Buddhismus". Aber noch mehr finde ich, dass Ausgrenzung eben selbst gemacht wird, indem man solche Nieschen eröffnet, denn da will man ja auch "unter sich" sein, was ich nicht verübeln kann. Aber ein asexueller oder was weiß ich kann doch in eine "normale" Gruppe gehen, wo ist das Problem?

    Für mich ist das eher so ein Ego Ding wo es um erzwungene Beachtung geht. Ich denke nicht (und das ist ja auch gut und recht so) dass Menschen mit XY Präferenzen in "normalen" Gruppen deswegen abgelehnt werden. Was ich damit sagen will: Es wird ein Faß aufgemacht, wo es überflüssig ist. Außer mir erzählt jetzt einer, dass er aus dem Zentrum XY rausgeworfen wurde WEIL er schwul etc. ist. Das wäre ein Problem. Aber findet so etwas statt? Vielleicht bin ich auch nur weltfremd, aber mir ist so etwas nicht bekannt.

    Ich habe den Begriff "queerer Buddhismus" nicht verwendet. Ich habe in nur den Begriff "Queer Dharma" erklärt und habe gesagt, dass es derzeit ein Label für Dinge, die von den bisherigen Traditionen nicht beachtet oder gar unterdrückt wurden. Hier ist der Link zu meinem Originalpost. Ich finde es wichtig, dass dies untersucht wird. Dies führt zu einer kritischen Betrachtung der buddhistischen Sexualethik. Dieser Beitrag ist ein ein sehr guter Einstieg in das Thema. Ich finde die Sichtweise "neumodisch" vs. "traditionell" für zu kurz gegriffen. Derzeit gibt es einen Dialog zwischen Moderne und Tradition, wobei moderne Sichtweisen eben die Tradition hinterfragen. Da werden eben Fragen gestellt, z.B. will ich aus diesem Artikel zitieren:


    [lz]

    Zum besseren Verständnis hier die indischen und tibetischen Quellen im Wortlaut, sie besagen:

    • dass männliche Homosexualität verboten ist, aber weibliche nicht,
    • dass nichts anderes erlaubt ist als Penis-Vagina-Koitus, und dieser nur nachts,
    • dass es für verheiratete Männer in Ordnung ist, Prostituierte anzuheuern,
    • dass Polygamie erlaubt ist,
    • dass Männer jederzeit das Recht über den Körper ihrer Frauen haben – außer wenn die Ehefrau das Ein-Tages-Gelübde genommen hat. Doch selbst dann verliert die Frau ihr Recht, ihren Ehemann abzuweisen, wenn sie nicht vorher die Erlaubnis erhalten hatte, das Gelübde zu nehmen,
    • und schließlich, dass einer Reihe von Personen aufgrund ihrer sexuellen bzw. oder geschlechtlichen Identität oder ihrer anatomischen Eigenschaften die Ordination verweigert werden muss – Männern hauptsächlich wegen anomaler sexueller Begierden und Frauen überwiegend wegen anomaler sexueller Anatomien.

    Wer bereit ist, die sexuellen Lehren der Tradition buchstabengetreu zu akzeptieren, legt sich fest, nach diesen Richtlinien zu leben. Aber ist dies wirklich die Art sexueller Ethik, die wir verinnerlichen sollten – ein Leben diktiert von Jahrhunderte alten Normen? Aber was ist die Alternative? Und wie rechtfertigen wir eine andere – und ich würde behaupten, eine angemessenere – sexuelle Ethik?[/lz]

    Dieselben Diskussionen lassen sich auch bei den thailändischen Schriften nachvollziehen. Auch fort dort wurde geschlechtliche und sexuelle Identitäten tabuisiert und diskriminiert. Auch das ist Teil buddhistischer Geschichte und wurde auch von thailändischen Modernisierern aufgegriffen.

    Wenn Dir der Begriff "Queer Dharma" nicht zusagt, kann ich es verstehen. Dahinter stehen Ansätze, Traditionen zu hinterfragen und auch genau zu untersuchen, was in den frühbuddhistischen Schriften steht. Hier wurden einige ausgeblendet und nur der Ausschluss der Paṇḍaka in die Tradition übernommen, und eben mit Buddhagosa aber auch Asanga und Vasubandhu fortgeführt. Es geht also nicht nur um Tsongkhapa.


    Du hast ein anderes Thema angesprochen: Wie geht es denn queeren Buddhist_innen? Ich bin die ganze Zeit ausgegangen, dass es ihnen gut in ihren Sanghas geht. Aber durch Gespräche bin ich hellhörig geworden. Es gibt Transgender, die erzählen, dass asiatische Lehrer sie nicht verstanden und meinten, sie seien von Geistern besessen. Ich habe mit lesbischen Frauen gesprochen, die sich nicht wohl in ihren Sanghas fühlen und ich kenne auch Menschen, die sich nicht in ihren Sanghas outen wollen. Ich bin mit einigen dieser Personen im Gespräch und andere werde ich kennenlernen. Auch das ist Sinn und Zweck der Initiative "Buddhismus unter dem Regenbogen". Ich hoffe, dass Du Verständnis hast, dass die Gruppe der Betroffenen diese Dinge erst einmal untereinander aussprechen und überlegen wollen, wie wir damit umgehen. Wir wollen auf keinen Fall uns den Mantel des Opfers anziehen. Wir auch nicht den Finger auf jemanden richten, sondern das Gespräch suchen. Unser Ziel ist es nicht zu spalten, sondern wir wollen in Diskussion kommen. Und ebenso wollen wir auch beratend wirken und auch Lehrende und Retreatzentren sensibilisieren z.B. für die spezielle Situation von Transgender, nicht-binären und intersexuellen Menschen. Wir hoffen, dass sich dadurch dann auch diese Menschen sich öffnen können und sich wohl und verstanden in ihren Sanghas fühlen (sofern sie es nicht tun).

    Ich glaube, ich habe jetzt schon sehr viel geschrieben, aber ich will noch etwas sagen zu dem Wort "Präferenzen". Es geht hier mehr als das. Es geht um Identitäten, die wahrscheinlich tief in der Biologie verwurzelt sind und deren Akzeptanz hin oder wieder (ich meiner eher oft) ein schmerzhafter Prozess war. Es geht um Kultur in den Communities, also Identitätskonstruktionen des Geistes, die wir auch (und auch teilweise kritisch) reflektieren. Und es geht auch um Leid. Und es ist auch eine Erkenntnis, dass einige (nicht alle) queere Personen es heilsam empfanden, ein Retreat mit anderen queeren Menschen zu besuchen. Die Thich Nhat Hahn-Tradition ist hier z.B. sehr weit. Es gab Retreats im EAIB, in Plumville und auch in Paris hat sich das gegründet. Dort ist es schon ein Teil der Tradition genauso wie die Retreats von Thich Nhat Hahn für People of Color. Und solange dies als heilsam empfunden wird, weil es Menschen hilft, wird es diese auch geben. Wenn Dich interessiert, warum, ich habe z.B. auch den Bericht eines schwulen Mannes gepostet, der mehrere Jahre in Plumville lag.

    Ich hoffe, ich habe nun einige Dinge auf die Schnelle erklären können und wünsche noch einen schönen Abend. Wenn nicht, dann antworte ich gerne noch morgen und übermorgen - dann lege ich mehr digitale Pausen ein.

    ()

  • Buddhismus unter dem Regenbogen

    • Dharma Buddy
    • 31. Dezember 2019 um 15:27
    void:

    Ich denke, dir gefällt die Idee der Abgrenzung und der Identitäten nicht - warum einen speziellen Buddhismus für LGBT? Will dann nicht jeder seinen Spezial-Buddhismus? Einen für Omas, einen für Punker, einen für Motorradfahrer und einen für Manager. Wo bleibt da der "wahre Mensch ohne Rang und Namen" wenn alles zersplittert und jeder sich sein Süppchen kocht?

    Entschuldige, dass ich noch mal auf einen Punkt eingehen und das ist "Spezialbuddhismus". Es gibt tatsächlich etwas, was queeres Dharma genannt wird. Das sind aber keine Doktrinen, sondern inspirierende Geschichten, die nicht bekannt sind. Ich meine, dass auch sie gehört werden sollten. Deswegen erzähle ich drei von Mitgefühl und Weisheit und in denen Menschen bereit waren, die normativen Regeln ihrer Zeit hinter sich zu lassen und neue Lösungen zu finden, weil sie es für richtig erachteten.

    Man findet in der Vinaya die Geschichte von Mönchen und Nonnen, die man heute transgender nennen würde. Sie wollte in den Orden wechseln, zu dessen Geschlecht sich sich zugehörig sahen (Vin III. 35). Buddha war nicht schockiert sondern er hörte ihnen zu und entschied sich dann für eine Lösung, die sie einfach in die Sangha ihrer Wahl wechseln zu lassen.

    Es ist unbekannt, dass die ersten gleichgeschlechtlichen Hochzeiten in buddhistischen Tempel gefeiert wurden. Nach dem zweiten Weltkrieg wandten sich gleichgeschlechtliche Paare an die Tempel von Amida-Shu. Im Shin-Buddhismus wies man niemanden ab, der sich mit einer ernsthaften Bitte an sie wand. Auch, wenn die Paare nicht Mitglied der Sangha waren, war klar, dass man ihnen helfen wollte. Genauso wie Buddha Amitabha niemanden abweist, wollte man es auch nicht tun.

    Das erste AIDS-Hospiz in den Staaten wurde von Issan Dorsay Roshi gegründet. Er war vorher Sexarbeiter und Drag Queen und fand zum Buddhismus. Von ihm stammt der folgende Satz: „Ich weiß nichts über engagierten Buddhismus, ich weiß nur, wenn jemand hinfällt, helfe ich ihm auf.“

    "Queer Dharma" ist kein Spezialbuddhismus. Es ist gelebter Buddhismus, von dem wir lernen können. "Queer Dharma" ist nur ein Label, das dieses zusammenfasst, um es etwas sichtbarer werden zu lassen. Die buddhistische Geschichte ist vielfältig und umfasst weit mehr als ablehnende Stimmen z.B. von Asanga, Vasubandhu und, wenn ich mich richtig erinnere auch Buddhagosa und Nagurjuna.

    ()

  • Buddhismus unter dem Regenbogen

    • Dharma Buddy
    • 31. Dezember 2019 um 14:35
    void:

    Ich denke, dir gefällt die Idee der Abgrenzung und der Identitäten nicht - warum einen speziellen Buddhismus für LGBT? Will dann nicht jeder seinen Spezial-Buddhismus. Einen für Omas, einen für Punker, einen für Motorradfahrer und einen für Manager. Wo bleibt da der "wahre Mensch ohne Rang und Namen" wenn alles zersplittert und jeder sich sein Süppchen kocht.

    Aber eigentlich war doch die Bildung queerer Subkulturen immet nur eine Reaktion auf Ausgrenzung.

    Eigentlich will man ja als queeter Mensch nicht primär eine Identität sondern einfach nur einen Raum, wo man einfach so sein darf wie man ist ohne sich verstecken zu müssen.

    Wo es so normal ist einen Freund zu haben wie eine Freundin. Wo man keine Blicke der Verachtung fühlt sondern ein Klima der Akzeptanz und des Wohlwollens vorhanden ist.

    Was mir gut gefällt, ist wenn so Geschäfte so eine Regenbogenflagge beim Eingang haben. So dass klar ismitdass da eine Normalität herrscht, die nicht aus grenzt sondern einschließt. RS braucht gar keine Sonderbehandlung sondern nur dass man in der Normalität ganz klar mit gemeint ist.

    Du sprichst hier einige wichtige Punkte an. Die Emanzipation queerer Menschen beginnt immer mit Sichtbarkeit. Diese Sichtbarkeit begann nach Jahrhunderten von Jahren mit einem Symbol. Wenn es Dich interessiert, hier etwas zur Geschichte:


    [lz]

    Der Regenbogen wurde zuerst als Symbol für die LSBT+ Gemeinschaft in den USA in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts benutzt, als der berühmte schwule Politiker Harvey Milk (1930-1978) den Designer und Drag Queen Gilbert Baker (1951-2017) traf

    Am 8. November 1977 wurde Harvey Milk der erste offen schwule US Politiker, der ein politisches Amt bekleidete. Er wurde am 27. November 1978 ermordet. Milk war klar, wie wichtig es für die LSBT+ Gemeinschaft ist, ein positives Zeichen gegen Diskriminierung und Vorurteile zu setzen. Um dies zu erreichen, bat er Baker, ein neues Symbol zu kreieren, das den Rosa Winkel ersetzen soll. Dies war ein Markierungszeichen, das schwule Männer in Konzentrationslager der Nationalsozialisten tragen mussten. Baker ersetzte das Symbol der Unterdrückung durch die Regenbogenflagge: „Flaggen“, so meinte er, „sind ein Ausdruck von Stärke. Wir brauchen etwas Wunderschönes, etwas, das etwas über uns aussagt.“

    Die ersten Flaggen waren handgemacht und von Baker zusammen mit 30 weiteren Helfern genäht. Sie wurden am United Nations Plaza auf der San Francisco Gay Freedom Day Parade am 25 Juni 1978 öffentlich gezeigt. Baker erinnert sich so: „Es geht alles zurück zurück auf den ersten Moment, wo die erste Flagge 1978 gehisst wurde. Sie hoch zu halten, sie im Wind wehen zu sehen, so dass jeder sie sehen kann. Ich war erstaunt, dass Menschen diese Botschaft sofort verstanden, wie in einem Moment des Blitzschlags. Die Fahne gehörte uns allen. Es war einer der bewegendsten Moment meines Lebens. Weil ich wusste, es war das Wichtigste, was ich jemals tun würde – dass mein ganzes Leben sich um die Regenbogen Flagge drehen würde.“ (siehe A Brief History of the Rainbow Flag | San Francisco, CA)

    Regenbögen sind sowohl natürlich als auch schön und symbolisieren die Einheit in Verschiedenheit. Die ursprüngliche Fahne hatte acht Farben: Rosa (für Sexualität), gefolgt von Rot (für Leben), Orange (für Heilung), Gelb (für Sonne und das Strahlen), Grün (für Natur), Türkis (für Kunst und Kreativität), Indigo (für Harmonie) und violett (für Geist und Spiritualität).[/lz]

    Den letzten Satz finde ich wichtig: Es geht um Einheit in Verschiedenheit. Es geht nicht darum, sich eine Identität anzueignen sondern zur erkennen, dass jeder queere Mensch sich in einem vielfältigen Spektrum wiederfindet. Und ich bin auch überzeugt, dass dies nicht nur für queere Menschen gilt. Wir sind alle irgendwo unterschiedlich, auch wenn wir teilweise dieselben Wurzeln haben und im Kern unser Dukkha identisch ist.-

    Du schreibst, dass Du die Regenbogenfahne an Geschäften gut findest. Ich finde das auch und will Dich auf eine Untersuchung hinweisen. In Ländern, die die gleichgeschlechtliche Ehe einführten, nahm die Rate der Selbstmordversuche unter Jugendlichen ab - und nicht nur der queeren Jugendlichen. Psychologen meinen, dass das Signal, dass die Gesellschaft Menschen, die nicht der Norm entsprechen akzeptiert, sehr weit wirkt. Auch diejenigen, die sich in Findungsphasen befinden, wie jeder Jugendliche es tut. Das Symbol für Diversität wirkt sehr stark.

    Du schreibst, ein queerer Mensch brauche nicht primär eine Identität sondern einfach nur einen Raum, wo man einfach so sein darf wie man ist ohne sich verstecken zu müssen. Ja: es braucht Sichtbarkeit und dann einen Ort, wo man sich treffen kann. Es sind Orte notwendig, in denen z.B. ein Mann mit einem anderen flirten kann. Es ist ja nicht so einfach, dass man einfach die nächstbeste Person ansprechen kann - das ist das Los einer Minderheit. Auf der anderen Seite machte diese Subkultur aber Emanzipation erst möglich: Coming Out-Gruppen, Beratung, die AIDS-Hilfe zu Zeiten der AIDS-Krise usw. Es war und ist auch ein Ort der gegenseitigen Hilfe, wenn z.B. jemand aus dem Elternhaus geschmissen wurde. Aber es war nie das erklärte Ziel der queeren Community, sich in diesen Orten zurückzuziehen. Sie wollten in dieser Gesellschaft leben, sie wollten dieselbe Rechte und z.B. auch die Ehe. Die Subkultur sehe ich als ambivalent. Es ist ein Ort des Rückzugs, der Begegnung aber auch des Aufbruchs.

    Das, was Du "Identität" nennst, enthält zwei Aspekte. Das eine ist das, was unser Geist sucht. Er neigt dazu, sich Konzepte zu eigen zu machen und sich Identitäten zu konstruieren. Es gibt aber auch das, was in einem steckt und das sich eben nicht mal auswechseln lässt. Und für manche ist die Selbstakzeptanz immer noch ein Prozess, der mit vielen Schmerzen verbunden ist. Für manche ist es einfacher geworden, z.B. für den weißen, schwulen Mann, der der Mittelschicht angehört. Für andere ist es leider nicht so.

    Entschuldige, dass ich so oberlehrerhaft schreibe. Ich habe nicht geschrieben, dass ich einen queeren Buddhismus will. Die ganzen Initiativen wie z.B. die Rainbow-Sangha in Plumville (siehe die Geschichte von Mick), die LSBT+ Retreats im EAIB haben ein ganz anderes Ziel. Es sind Orte des Friedens, wo Vieles möglich ist: Selbstakzeptanz, aber auch Reflektion seine Rolle und seines Verhaltens z.B. als schwuler Mann in einer Szene, die in Teilen auch von Oberflächlichkeit geprägt ist. Es sind auch Orte, wo Menschen, die noch keinen Bezug zum Buddhismus haben, Kontakt zur Spiritualität finden. Es sind aber auch Orte für Menschen, in denen man auf spezielle Bedürfnisse eingehen kann. Ein interesexueller Mensch hat mir mal erzählt, dass es in Retreats auf schwierig ist, da es schon bei der Anmeldung beginnt. Wo kann man angeben "Ich bin trans/inter und möchte bei den Männern untergebracht werden"? Diese Schwierigkeiten setzen sich dann fort, da man immer etwas Besonderes ist und auch manchmal nicht verstanden wird.

    Ich entschuldige mich jetzt noch einmal, aber ich hoffe, es wird nun etwas klarer, worum es geht. Es geht nicht um Abgrenzung, sondern um eine Bereicherung, aus der hoffentlich neue Menschen den Buddhismus entdecken und diejenigen, die es entdeckt haben, sich in einer geschützten Gruppe auch mit Dingen auseinandersetzen kann, die man nicht lange und umständlich erklären muss sondern in der Peer-Group klar sind. Ich sehe das als Bereicherung des buddhistischen Lebens und keine Nische. Die meisten besitzen ja schon Sanghas, in denen sie (meist) offen leben. Ich hoffe, es wurde (trotz meiner umständlichen und vielen Worte) etwas klarer.

    ()

  • Buddhismus unter dem Regenbogen

    • Dharma Buddy
    • 31. Dezember 2019 um 12:41
    void:

    Früher gab es ja Versuche der "Freunde des Westlichen Buddhistischen Ordens" (FWBO) zur Anlaufstelle für Regenbogen-Buddhisten zu werden. Allerdings gab es in der Organisation ( die sich dann in "Triratna"

    unbenannte) Mißbrauchsskandale rund um den Gründer Sangharakshita - woraufhin man sich von dem Gründer trennte.

    Ein Punkt war auch, dass der Sangharakshita nicht nur Homosexualität als ebenbürtige Lebensform anerkannt wissen wollte, sondern sogar "in die andere Richtung übertrieb". Während für ihn Familie etwas war, was den Menschen fesselt, schien ihm homosexuellen Partnerschaften für die Spiritualität besonders geeignet. In der Nach- Sangharakshita wurde viel von der Regenbogen-Ausrichtung von Triratna weggenommen.

    Wenn nun der neue Versuch eines Buddhismus unter dem Regenbogens gestartet wird, dann wäre es bestimmt gut, sich diese früheren Versuche anzuschauen und daraus zu lernen. Es gibt ja da sogar noch eine Gruppe ( buddhistisches Tor ) in Berlin. Vielleicht gibt es da ja Menschen die eine interessante Gab Schichten über diese Versuche erzählen können.

    Lieber Void,

    wenn Dich die Ziele der Gruppe interessieren, dann wirf doch einen Blick in die aktuelle Ausgabe der "Buddhismus Aktuell" oder auf die Homepage. Ein wichtiges Ziel ist die Vernetzung, denn es gibt viele Initiativen und Retreats, die überhaupt nicht bekannt sind. Sehr Vieles tut sich gerade z.B. in der Thich Nhat Hanh-Tradition. Ich würde es auch wichtig finden, dass diese in der LSBT+ Community auch bekannt werden. Es geht also darum, Austausch und Orte der Begegnung zu schaffen.

    Ich glaube, dass ist etwas anderes als das was in Triratna passiert ist. Ich habe nur davon gelesen aber mit niemandem gesprochen. Ich persönlich sehe die Verbindung zwischen Sexualität und Spiritualität sehr kritisch, um es vorsichtig auszudrücken. Derzeit stehen wir vor einem unglaublichen Scherbenhaufen. Die Missbrauchsskandale der letzten Jahre (und Jahrzehnte) haben unglaubliches Leid ausgelöst und ganze Organisationen ringen um die Aufbereitung. Ich persönlich lege deswegen Wert auf die Sila, selbst wenn das für einige vielleicht altmodisch klingt.

    ()

  • Buddhismus unter dem Regenbogen

    • Dharma Buddy
    • 28. Dezember 2019 um 22:06

    :sunny: Liebe Freunde im Dharma, :rainbow:

    in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift Buddhismus Aktuell erschien eine kleiner Artikel der Initiative "Buddhismus unter dem Regenbogen". Die Gruppe besitzt auch eine Homepage, auf der sich auch Ziele und eine Selbstdarstellung findet:


    [lz]

    Das Dharma ist zeitlos und für alle gleich, der Zugang ist es nicht. Menschen, die nicht sexuellen oder geschlechtlichen Normen entsprechen, haben in der Regel einen schmerzhaften Weg vor oder hinter sich, bis sie diesen Aspekt ihrer Existenz akzeptieren. Diese Akzeptanz wird als befreiend empfunden.

    Wir richten uns an alle buddhistisch Praktizierenden, die sich der lesbisch, schwulen, bi-, trans- inter-, asexuell oder wie auch immer bezeichnen.

    Wir glauben, dass die Erfahrung der eigenen Diversität wichtig ist. Ebenso ist es wichtig, gesellschaftlich vorgegebene Rollen- und Identitätskonstrukte zu reflektieren wir auch diejenigen, die sich alternativ dazu entwickelt haben.[/lz]

    Es ist auch ein Treffen im Vorfeld des Einzelmitgliedertreffens der DBU kommenden Februar im Berlin geplant.

    ()

  • Koreanische Zen Linien

    • Dharma Buddy
    • 28. Dezember 2019 um 21:58
    Xa Loi:

    Guten Abend,

    ich hatte bisher nur Kontakt mit Zen-Zentren, die sich auf japanische Linien beziehen. Mich würde mal interessieren ob hier jemand in der Kwan Um Linie praktiziert/praktizierte oder anderen koreanischen Linien?

    In irgendeiner Doku über Südkorea (ich weiß leider nicht mehr wie die hieß) wurde mal behauptet, dass einige Linien des koreanischen Buddhismus sich nach der langen Besatzungszeit durch die Japaner wieder stärker zum koreanischen hin und vom japanischen Buddhismus abwenden wollten. Genauer wurde das aber auch nicht ausgeführt.

    Daher aus reiner Neugier das Interesse, ob man heutzutage tatsächlich Unterschiede in irgendeiner Art und Weise feststellen kann?

    Gruß,

    Xa Loi

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    Probiere doch beides mal aus :) Einige Unterschiede sind:

    • Koreanisches Zen ist etwas "wärmer", da man die Nähe zum Mahayana insb. Pure Land spürt. Höre Dir mal die Huldigung an die drei Juwelen an.
    • Die Meditationstechnik ist etwas anders. Man meditiert zu einem Hwadu (chin. Hua Tou) - also zu einer Frage.
    • Man macht definitiv mehr Niederwerfungen (mindestens 108 jeden Morgen beim Retreat).
    • Die Gewänder sind grau.

    ()

  • Ahnenzeremonien im koreanischen Zen-Buddhismus

    • Dharma Buddy
    • 28. Dezember 2019 um 21:30
    Garfield12:

    Hallo,

    ich würde gerne besser verstehen, welcher Zusammenhang zwischen Zeremonien für Vorfahren mit der Darreichung von Geld bestehen.

    Kennt sich jemand aus, wie oft im Zen-Buddhismus üblicherweise Zeremonien abgehalten werden, für die man einen gewissen Betrag zahlt?

    Ich glaube, dass es bei Kwan Um üblich ist, zu bestimmten Anlässen etwas zu spenden wie z.B. bei der Precepts-Zeremonie. In der Regel entstehen bei den Zeremonien ja einige Kosten, die ausgeglichen werden müssen. Suche mal im Dharma Mirror nach dem Wort "Money".

    Kwan Um ist aber nur bedingt koreanisches Zen da westlich geprägt. In Tempeln machen die Mönche oft die 49tägige Todeszeremonie für einen Verstorbenen. Das ist eine Einnahmequelle für die Tempel. Wenn Dich genau interessiert, wie das Tempelleben (auch ökonomisch) abläuft, dann lies doch das Buch von Robert Buswell: The Zen Monastic Experience | Princeton University Press.

    ()

  • Bon Soeng / Empty Gate Zen Center

    • Dharma Buddy
    • 28. Dezember 2019 um 21:22

    Bei Kwan Um gibt es sehr interessante Lehrer. Ich könnte mir vorstellen, dass Dir Wu Kwang (Richard Shrobe) gefällt -er ist Gestalttherapeut. Es gibt auch eine Online-Sangha mit Kathy Park und Jason Quinn. Beide finde ich sehr gut.

    Hyon Gak Sunim ist nicht mehr bei Kwan Um. Er hat ein Center in Regensburg, in dem man sehr gut Retreats machen kann: Zen Center Regensburg e.V. – Meditation in Regensburg Probiere es doch einmal mal aus.

    ()

  • Brahmaviharas - wohn führen sie?

    • Dharma Buddy
    • 11. Mai 2018 um 21:59
    void:

    Brachma ist einer der Hauptgötter und auch der Schöpfergott im Hinduismus, während er im Buddhismus als Deva gesehen wird. Eine Geburt als Brahma ist also die höchste samsarische Wiedergeburt, die man sich vorstellen kann.

    Darin drückt sich wohl aus, dass auch die Brahmavihara einerseits etwas erhabenes sind, gleichzeitig aber - weil in ihnen ein Anhaften am Wohl aller Wesen vorhanden ist - aber eben auch etwas samsarisches. Während das im Mahayana nicht so gesehen wird.

    Ich habe gehört, dass es keinen direkten Bezug zu Brahme gibt, sondern dass man in den Verweilzuständen weit wie ein Gott auf Erde. Ist das richtig?

  • Brahmaviharas - wohn führen sie?

    • Dharma Buddy
    • 28. April 2018 um 12:49

    Ich habe gehört, Buddha hätte gesagt, jedes der Brahmaviharas würde zu etwas führen, z.B. Metta zur Wahrnehmung der Schönheit in der Welt, ein anderes in den Bereich des "Nichts" usw.

    Ist das richtig? Wo kann ich das in den Sutten nachlesen?

    ()

  • Zen und/oder Diamantweg?

    • Dharma Buddy
    • 6. März 2018 um 22:15
    kilaya:

    Ich finde, dass man Zen in seiner Reinform eigentlich mit fast allem kombinieren kann. Generell können sehr verschiedene Methoden sich gegenseitig auch stören und behindern, daher die Bitte, nichts zu vermischen.

    Hast Du gute Erfahrungen gemacht, unterschiedliche Meditationsformen zu mischen? Ich mache das nur sehr sparsam und übe z.B. gerne Metta-Meditation zu Achtsamkeit, aber viel mehr mache ich nicht.

  • Missionieren im Buddhismus

    • Dharma Buddy
    • 4. März 2018 um 22:10

    Ich stelle mir schon vor, wie diese Werbebroschüre erstellt wird: Die Theravadins erklären die vier edlen Wahrheiten und das bedinget Entstehen, die Zennies widersprechen, denn Zen sei für nichts gut, und der Diamentweg will in der Broschüre erwähnt haben, dass Frauen notfalls "über das untere Ende der Wirbelsäule für den Buddhismus geöffnet werden" usw.

    Spaß beiseite. Der Dalai Lama sagte doch, dass Ethik wichtiger ist als Religion. Ich sehe das auch so: Buddhistinnen und Buddhisten sollten mehr in der Öffentlichkeit stehen aber durch Taten überzeugen, durch Weisheit und für eine Ethik, die auf Selbstverantwortung, Mitgefühl, liebender Güte und Gleichmut basiert. Damit könnte man wirklich was verändern, denn solche Werte fehlen meiner Ansicht in der Gesellschaft, stattdessen werden gesellschaftliche Debatten hysterisch geführt, man ignoriert das Leiden usw. Wir sollten eintreten, dass das endet. Und wenn wir etwas erreichen und für unsere Werte werben, dann auch für den Buddhismus.

    ()

  • Missionieren im Buddhismus

    • Dharma Buddy
    • 4. März 2018 um 20:44
    Frank82:

    Wäre es nicht positiv, wenn es solche Stände gibt, die Bücher mit den vier edlen Wahrheiten verteilen und hinten in diesem Buch vielleicht einen einfachen Einstieg zum Thema Meditation. Ich könnte mir doch vorstellen, dass dies zum Wohle aller Wesen beitragen könnte.

    Buddhismus eignet sich nicht zum Missionieren. Es ist eine persönliche Entscheidung, sich dem Leiden zuzuwenden, vielleicht etwas weiser und mitfühlender zu werden. Das bedeutet aber, dass man für sich und sein Handeln Verantwortung übernimmt, mit Illusionen über sich, sein "Selbst" aufräumt. Dazu muss man aber auch bereit sein und ebenso, einen langen und manchmal mühsamen Weg auf sich zu nehmen. Bei den monotheistischen Religionen ist das einfacher: Man erkennt Jesus/Allah oder sonst wen als seinen Retter an und macht ein Ritual. Aber so geht das meiner Ansicht nicht im Buddhismus.

    ()

  • Erzählung über Joshu - wer kann mir helfen?

    • Dharma Buddy
    • 26. Februar 2018 um 14:27
    Ellviral:

    Kannst Du das nicht übersetzen oder kannst Du es nicht erfassen?

    Alle Übersetzungen unterschedien sich in Details: "niederlegen" vs. "abwerfen", "weitertragen" vs. "wegtragen" usw. Das machte mich unsicher und da wollte ich wissen, wie andere das übersetzen.

    Aber alle Übersetzungen deuten auf einen Kern: Solange ich eine Frage habe, trage ich diese als Last mit mir herum. Es gibt Dinge, die muss ich allein wissen. So ist mein Verständnis.

    ()

  • Erzählung über Joshu - wer kann mir helfen?

    • Dharma Buddy
    • 26. Februar 2018 um 12:10

    Hallo zusammen,

    könnt ihr mir bei einer Übersetzung helfen? Ich verstehe diesen Abschnitt nicht:

    Zitat

    Formerly, when a monk asked (Master) Chao Chou: ‘what should one do when there is not a thing to bring with self?’ Chao Chou replied: ‘Lay it down.’ The monk said: ‘What shall I lay down when I do not bring a thing with me?’ Chao Chon replied: ‘If you cannot lay it down, carry it away.

    ’

    ()

  • Samsara im Palikanon

    • Dharma Buddy
    • 23. Februar 2018 um 18:19

    Mich interessieren Stellen im Palikanon, in denen eine Beschreibung von Samsara steht. Wer kann mir helfen? Die Forumssuche brachte kein Ergebnis, da der Begriff zu häufig auftaucht.

    ()

  • Pornos

    • Dharma Buddy
    • 4. Februar 2018 um 21:29
    Arthur1788:

    Heutzutage kursieren unzählige schmuddelige Filmchen im Internet, sehr viele von ihnen sind ohne Gegenleistung sofort abrufbar. Es ist schon verdammt schwer, da nicht ab und zu schwach zu werden. Wie seht ihr das: Darf man als Buddhist Pornos schauen? Oder fällt das prinzipiell in den Bereich der "anstößigen sexuellen Freuden"?

    Verbietet der Buddhismus sexuelle Freuden? Wird etwas etwas als "anstößig" abgewertet? Hast Du so etwas gelesen? Vielleicht in Regeln monastischer Gemeinschaften? Sind diese für Dich maßgeblich?

    Mein Verständnis von Buddhismus ist nicht, dass Ge- und Verbote im Fokus stehen. Aber durch die Geschäftigung mit dem Geist, durch Übungen von Achtsamkeit erlernt man eine Sensibilität. Das ist ein Weg, Dinge, die einen festhalten, hinter sich zu lassen. Dazu gehören eben Süchte z.B. nach Alkohol oder exzessivem Pornokonsum. Durch die Meditation lernt man das zu erkennen. Irgendwann hat mich z.B. Alkohol gestört, so dass ich ihn nicht mehr trinke, dasselbe gilt auch für Handyspiele. Ich glaube, dass ich dadurch ein bewussteres Leben führe, aber das heißt nicht, dass ich Alkohol meide wie der Teufel das Weihwasser. Wenn jemand feiert, und mir ein Glas Sekt in die Hand drückt, dann gucke ich mich um, ob es auch O-Saft gibt und wenn nicht, dann trinke ich vielleicht ein halbes Glas zum Anstoßen. Ich will damit Folgendes sagen: Ja, Pornos können ebenso wie Alkohol ein erhebliches Suchtpotenzial besitzen. Was Dir gut tut und was nicht, ob es bewusste oder unbewusste Abhängigkeiten gibt, musst Du für Dich herausfinden. Das ist doch gerade das Spannende am Buddhismus. Und mit Achtsamkeit hast Du doch ein hervorragendes Mittel, Deine Emotionen, Bedürfnisse etc. wahrzunehmen. Wenn Du dann eine bewusste Entscheidung triffst, bist Du einen erheblichen Schritt weiter auf dem Weg. Und wohin der Dich führt, zeigt die Zukunft.

    ()

  • Übersetzung von "Encounter Dialogue"

    • Dharma Buddy
    • 29. Januar 2018 um 19:01
    Sudhana:

    Jedenfalls - damit stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien Du eigentlich "passendere" Begriffe aussuchst, wenn Du die Übersetzung der Originalbegriffe nach Belieben ignorierst. Nach den Assoziationen, die sie bei Dir auslösen?

    Nein. Ich habe mich überhaupt nicht dazu geäußert, was ich nun genommen habe. Wenn es interessiert: Ich habe „Geist-Grund“ geschrieben und in einer Klammer, die anzeigt, dass es ein Addendum von mir ist, „engl. Mind-Ground“ hinzugefügt. Dass ich das deutsche Wort für nicht gut erachte, ist etwas anderes.

    Ansonsten vielen Dank wegen der inhaltlichen Beiträge, die ich gerne und mit Interesse gelesen habe.

    ()

  • Übersetzung von "Encounter Dialogue"

    • Dharma Buddy
    • 29. Januar 2018 um 15:19
    Sudhana:

    es gibt vor, dass Du erfahren und verstanden hast, was Huineng mit 'Geistgrund' meint. Womöglich besser und tiefer als Huineng, da Du meinst, es "passender" bezeichnen zu können. Jetzt klarer?

    Nicht im Geringsten. Lies Dir doch mal durch, was ich in einem anderen Thread (https://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=12&t=17364) geschrieben habe:

    Zitat

    In dem Buch Record of Linji wird auf einer Seite die Mind Ground-Doktrin erwähnt (s.u.). Ich finde wenig über sie im Netz und auch Verweise in Schriften, die sich in anderen Mahayana-Schulen beschäftigen. Kann jemand das zusammenfassen? Wie heißt dieser Begriff im Deutschen? Welche Bedeutung spielt er im Chan?

    Dann meinte Tychiades: "Mind-ground wird im Deutschen mit Geist-Grund übersetzt und meint das Namenlose, den Ursprung, das Ungeborene u.ä. wie auch Nicht-Geist." Und darauf habe ich mich bezogen und jetzt muss ich lesen, ich habe verstanden(sic!) und erfahren(sic!), was Huineng meint. Wieso nun das?

    ()

  • Übersetzung von "Encounter Dialogue"

    • Dharma Buddy
    • 29. Januar 2018 um 00:19
    Sudhana:
    Schueler:

    Danke. Ich persönlich ich das "Namenlose" als Begriff passender

    Wenn Du meinst, etwas Passenderes als Huineng gefunden zu haben - okay. Aber warum nennst Du dich dann "Schüler" und stellst Fragen?

    Ich meinte, dass mir der Begriff "Geist-Grund" nicht gefällt. Ich denke dabei unbewusst an irgendeinen dunklen Ort, vielleicht ein Tal, in dem es spukt. Es geht hier um eine Übersetzung - und ob der Begriff im Chinesischen die gleiche Problematik besitzt, weiß ich nicht. Wie Du zu Deinen Urteilen ("Was Besseres als Huining gefunden") und zu Deiner Frage kommst, weiß ich nicht. Ich muss aber auch nicht alles verstehen.

    ()

  • Übersetzung von "Encounter Dialogue"

    • Dharma Buddy
    • 28. Januar 2018 um 14:37
    Tychiades:

    Ich würde es mit "Dharma-Gefecht" übersetzen.

    Für "Dharma-Gefecht" gibt es schon das Wort "Dharma-Combat". Es taucht im Standardwerk zu Koans (https://terebess.hu/zen/TheKoan.pdf) nur selten auf im Gegensatz zu "Encounter Dialogue". Dieser ist laut diesem Buch ein Genre von Texten und Ankedoten mit langer Tradition insbesondere als Meditationshilfe. Der "Dharma-Combat" ist hingegen ein Ritual, das auch in den "Encounter Dialogues" der Koan auftauchen kann, aber nicht muss nach meinem Verständnis. Deswegen finde ich das nicht so passend.

    ()

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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