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  1. Buddhaland Forum
  2. antelatis

Beiträge von antelatis

  • OT: "Toxische Kommunikation?"

    • antelatis
    • 26. August 2019 um 16:04
    stevie12:
    antelatis:
    stevie12:

    Die wesenlosen Aggregate des Anhangens, heißen 'Aggregate des Anhangens' weil sich die einzelnen Aggregate ineinander verheddern, verknoten, und nicht voneinander lassen können, d.h. aneinander anhaften.

    Treffen zwei solche wesenlosen Sphären der Aggregate des Anhangens aufeinandern, dann können sie sich - die beiden Sphären - sogar untereinander verheddern und verknoten. Das nennt die Welt dann 'Beziehung' oder 'karmische Verbindung'. Aus zwei Sphären von Unbehagen und Leid wird dann eine vereinte Sphäre von Unbehagen und Leid.


    _()_

    Ist das gut oder schlecht, wenn aus 2 solcher Sphären eine wird?

    Beide Sphären sind vergänglich, auch die vereinte Sphäre ist also vergänglich. Zu fragen ob die Verbindung zweier Sphären zu einer gut oder schlecht ist, ist wie zu fragen, ob es gut oder schlecht ist, wenn zwei Regentropfen zusammentreffen und sich kurzfristig zu einem Tropfen verbinden, bevor dieser auf dem Boden aufschlägt, in viele winzige Tröpfchen zerschellt und verdunstet um so dann unter dem Einfluss von Wärme und Winden wieder Tröpfchen zu bilden, die sich wieder zu Größerem verbinden etc etc.

    Es ist also ein möglicher Lauf der Dinge und dieser ist weder gut noch schlecht, ganz unabhängig davon, was die wesenlosen Sphären unter dem Einfluss täuschender selbst-Erfahrung darin sehen wollen.

    _()_

    Alles anzeigen

    Also kann man sagen, du hast hier eigentlich nur viele Worte um nichts gemacht ;)

  • OT: "Toxische Kommunikation?"

    • antelatis
    • 26. August 2019 um 15:38

    [modmoved]

    Der neue "Threadersteller" ist weder Ursache des Abtrennens noch Ersteller des neuen Titels. Dies wurde abgetrennt aus: Wie geht ihr mit toxischen Beziehungen um? Der Threadtitel wurde geändert, um zu reflektieren, was vllt. allgemein der Grund für das OT sein könnte. ;)[/modmoved]

    stevie12:

    Die wesenlosen Aggregate des Anhangens, heißen 'Aggregate des Anhangens' weil sich die einzelnen Aggregate ineinander verheddern, verknoten, und nicht voneinander lassen können, d.h. aneinander anhaften.

    Treffen zwei solche wesenlosen Sphären der Aggregate des Anhangens aufeinandern, dann können sie sich - die beiden Sphären - sogar untereinander verheddern und verknoten. Das nennt die Welt dann 'Beziehung' oder 'karmische Verbindung'. Aus zwei Sphären von Unbehagen und Leid wird dann eine vereinte Sphäre von Unbehagen und Leid.


    _()_

    Ist das gut oder schlecht, wenn aus 2 solcher Sphären eine wird?

  • Nahtoderfahrungen im Buddhismus

    • antelatis
    • 26. August 2019 um 12:20
    Grashuepfer:

    Insofern könnte man auch sagen, dass sich das Selbst durch den Körper und das Gehirn bildet, welches diese transzendenten Erfahrungen interpretiert.

    Aber das geht dann ja wieder sehr stark in die Richtung, das Erlebte mit Halluzinationen zu erklären.

    Man kann aber schon sagen, dass ein klares Weiterexistieren des Bewusstseins nach dem Tod, wie es bei Nahtoderfahrungen scheinbar erlebt wird, mit dem Buddhismus nicht in Einklang zu bringen ist?

  • Nahtoderfahrungen im Buddhismus

    • antelatis
    • 26. August 2019 um 10:45

    Wie geht der Buddhismus mit den klassischen Nahtoderfahrungen um? Werden diese eher skeptisch gesehen und als eine Art Halluzination betrachtet oder sieht man mehr darin?

    Ich frage, weil solche NTEs einerseits zwar ganz gut zum Buddhismus passen, aber anderseits einem fundamentalen Konzept des Buddhismus (die Auflösung des ICHs nach dem Tod) stark widersprechen.

  • Wie geht ihr mit toxischen Beziehungen um?

    • antelatis
    • 25. August 2019 um 16:18
    Hereandnow:

    Wenn Ihr euch von Anfang an bemüht, den Partner zu respektieren und liebevoll mit ihm umzugehen, dieser aber immer fordernder wird und dann verlangt, dass ihr euch nicht mehr mit dem Buddhismus beschäftigt und später überhaupt keinen Kontakt zu anderen Menschen haben sollt, auch zu Familienmitgliedern wird der Kontakt kritisch gesehen. Wie würdet Ihr damit umgehen? Wenn ich sage, dass ich mich so nicht wohlfühle, wird gesagt, ich sei egoistisch (der Partner kennt die Sache mit dem Ego im Buddhismus. Mir kommt es vor als würde er es sagen, um mir ein schlechtes Gewissen zu machen.)

    Mach doch einfach nicht, was er von dir fordert und verlangt, sondern mach das, was du für richtig hältst. Kann ja nicht sein, dass in einer Beziehung einer bestimmt, was gemacht und gelassen wird. Du schadest mit dem Verhalten ja niemandem. Also einfach gelassen bleiben und auf die Vernunft hören.

  • Was führt zu Körperlicher o. Geistiger Behinderung

    • antelatis
    • 9. August 2019 um 13:09

    Ist es denn nicht eher so, dass einem hohe Hindernisse viel mehr Möglichkeiten geben, das Karma zu verbessern, als wenn im Leben alles glatt läuft? Aus diesem Grund verzichten ambitionierte Buddhisten ja auch möglichst auf jeden Luxus. Demnach könnte eine angeborene Behinderung doch eher eine Chance als eine Strafe sein: Nur wer stark genug ist, um die nächste Stufe zu erreichen, bekommt im nächsten Leben eine Behinderung, und erhält damit die Chance, das Karma stark zu verbessern; wer hingegen noch ganz am Anfang steht, der bekommt nur ein leichtes, banales Leben, um nicht überfordert zu werden.

    Wenn ich mir die Buddhistischen Lehren so anschauen, passt so eine Sichtweise doch viel mehr da hinein.

  • Mara

    • antelatis
    • 5. August 2019 um 14:01
    Spock:
    antelatis:

    Ich habe jetzt aber den Eindruck, dass die eigentliche Darstellung da sehr "modernisiert" interpretiert worden ist, so ähnlich steht es ja auch in dem Beitrag. Das ist in meinen Augen eine gute Sache, führt aber dazu, dass sich andere Dinge im Laufe der Zeit auch ändern können und neu interpretiert werden müssen. Kann man deshalb sagen, dass das, was der Buddhismus uns im Moment mitzuteilen versucht, vielleicht noch nicht ganz der Weisheit letzter Schluss ist?

    Was genau meinst du mit modernisiert? Kannst du das konkretisieren, bzw. was mit "der Weisheit letzter Schluss" gemeint ist?

    Mit modernisieren meine ich zum Beispiel das:

    "In unserem kulturellen Umfeld ist es hingegen eher unüblich, an die Existenz von Dämonen zu glauben bzw. sie als gegeben hinzunehmen. Da ist es eher sinnvoll, solche Mythen als Allegorien für bzw. symbolische Darstellung von psychischen (Loslösungs-)Prozessen zu verstehen. Also: es geht im Zusammenhang dieses Mythos tatsächlich um nichts anderes, als "gegen Deinen inneren Schweinehund" zu kämpfen."

    Oder das:

    "So ist Buddhas Lehre in der Form, wie sie in den Sutten dargestellt wird, zwar im Kern und in ihren wesentlichen Aussagen eine psychologische und philosophische Lehre, die jedoch stark mit mythologischen und kosmologischen Komponenten vermischt ist, eben dem oben erwähnten kulturellen Substrat. Nun wäre der Buddhismus keine Weltreligion und schon gar nicht wäre er es noch heute, 2500 Jahre nach Entstehung, wenn das spezifisch 'buddhistische' der Lehre Gautama Buddhas nicht unabhängig von diesem archaischen kulturellen Substrat Bestand haben könnte bzw. wenn der buddhistische Kern der Lehre, wie sie sich z.B. im Palikanon findet, nicht auch im Kontext einer völlig anderen kulturellen Umgebung 'funktionieren' würde."

    Beides Zitate aus dem von dir zitierten Text von Sudhana

    Es macht ja schon einen gewaltigen Unterschied, ob man davon ausgeht, dass Mara tatsächlich eine Art Dämon/Teufel ist oder bloß der innere Schweinehund. Und da gibt es im Buddhismus noch ein paar andere Dinge, die durch eine etwas andere Interpretation plötzlich alles in einem anderen Licht erscheinen lassen könnten. Da könnte man also an ein paar anderen Stellen auch noch "modernisieren" und plötzlich macht alles irgendwie mehr Sinn, als befände sich die buddhistische Lehre noch in der Entwicklung und ist noch nicht ganz am Ziel ihrer Erkenntnis.

  • Mara

    • antelatis
    • 4. August 2019 um 22:52

    SPK

    Der von dir zitierte Beitrag ist eine ziemlich befriedigende Erklärung. Besonders das gefällt mir: 'Mara' steht also nicht für eine Entität, ein beständiges Wesen, sondern eher für eine Funktion in Samsara. Diese Funktion besteht darin, andere Wesen an Samsara zu binden. Das Mittel dazu ist 'Versuchung' - und hier haben wir tatsächlich eine Parallele zum Satan der christlich-jüdischen Mythologie.

    Ich habe jetzt aber den Eindruck, dass die eigentliche Darstellung da sehr "modernisiert" interpretiert worden ist, so ähnlich steht es ja auch in dem Beitrag. Das ist in meinen Augen eine gute Sache, führt aber dazu, dass sich andere Dinge im Laufe der Zeit auch ändern können und neu interpretiert werden müssen. Kann man deshalb sagen, dass das, was der Buddhismus uns im Moment mitzuteilen versucht, vielleicht noch nicht ganz der Weisheit letzter Schluss ist?

  • Mara

    • antelatis
    • 4. August 2019 um 21:00

    Wenn ich das richtig sehe, gibt es da verschiedene Meinungen, was wohl auch mit den Ansichten der unterschiedlichen Schulen zusammenhängt?

    Während die einen in Mara einfach nur den inneren Schweinehund sehen, bzw. die Schwächen der menschlichen Existenz, ist es für andere ein wahrhaftiger böser Widersacher, der den Menschen negativ beeinflussen will, ähnlich dem biblischen Teufel, ist das richtig?

  • Mara

    • antelatis
    • 4. August 2019 um 18:48

    In einer Doku über Siddhartha Gautama habe ich gesehen, dass Mara alles mögliche versucht haben soll, um seine Erleuchtung zu verhindern. Gibt es demnach so etwas wie das personifizierte Böse im Buddhismus, oder was hat es mit Mara auf sich?

  • Buddha

    • antelatis
    • 9. Juli 2019 um 10:28
    stevie12:

    Ja, sobald die Lehre in Wort und/oder Schrift verfügbar ist, ist es nicht mehr autonom. Es wird gesagt, dass ein Pratyeka-Buddha sein Erwachen erlangt in einem Zeitalter in dem von einem Buddha oder seiner Lehre nichts bekannt ist. Ein Pratyeka-Buddha sagt einfach 'Tschüss' zur Welt, die weder Buddhas noch Lehren kennt, zieht sich zurück und macht 'sein Ding'. Es wundert nicht, dass wenn er dann sein Ziel erreicht hat, er keine Worte findet, der Welt irgendwas davon zu erzählen oder jenen, die ihn fragen wie sie mit dem ganzen Mist in der Welt umgehen sollen. Bestenfalls - so heißt es - lehrt er mit seinem Körper (Haltung, Gestik, Mimik) oder kann nur etwas zur ethischen Lebensführung sagen a la 'Das sollst du nicht tun' und 'Dies sollst du nicht tun.' Sonst ist er unfähig zu lehren.

    So ein autonom erleuchteter Buddha ist dann ja eine absolut seltene Ausnahme und kommt heutzutage sicher nicht mehr vor, oder? Wird so ein Buddha denn als was besonderes betrachtet oder eher als kurioser Zufall?

    War Siddhartha Gautama ein Samyaksam-Buddha?

  • Buddha

    • antelatis
    • 9. Juli 2019 um 00:34
    kilaya:

    [mod]Ausdrückliche Nachfrage an den TE: hilft Dir das so noch, oder was wird Dir zu viel und wo fehlen Dir Antworten? Wir werden Thread Deinen Bedürfnissen nach durchaus Teilen und ihm eine (neue) Richtung geben. Die Seitendiskussionen werden dann Abgetrennt und können an anderer Stelle im Forum weiterverfolgt werden...[/mod]

    Ist schon ok so, von mir aus muss hier nichts verändert werden :)

  • Buddha

    • antelatis
    • 8. Juli 2019 um 19:44

    Kann man also sagen, dass die Erleuchteten bzw. Erwachten sich nur darin unterscheiden, ob sie in der Lage sind, andere Menschen zu lehren?

    Was genau bedeuten "Befreiung erlangt mit Unterstützung" bzw. "Befreiung autonom erlangt"? Hatte man Unterstützung dabei, wenn man die ganze Zeit von einem Lehrer beaufsichtigt wurde, oder gilt es schon als Unterstützung, wenn man von Anleitungen gelesen oder gehört hat?

  • Buddha

    • antelatis
    • 8. Juli 2019 um 14:41
    stevie12:

    Lieber @antelatis,

    Ein Samyaksam-Buddha hat darüberhinaus die Fähigkeit Buddha-Dharma zu lehren, weil er erleuchtet ist.

    Ein Pratyeka-Buddha hat dagegen nicht die Fähigkeit Buddha-Dharma zu lehren, deshalb gilt er nicht als erleuchtet, sondern als erwacht.

    :rad:

    Da hast du ja genau auf meine Frage geantwortet, und zwar kurz bevor ich sie gepostet habe ;)

    Ein Samyaksam-Buddha ist dann also einer, der es ohne Hilfe geschafft hat? Und er steht dann tatsächlich noch so eine Art Stufe höher?

  • Buddha

    • antelatis
    • 8. Juli 2019 um 14:37

    Gibt es da am Ergebnis denn irgendwelche Unterschiede, ob man es aus eigener Kraft geschafft hat oder mit Hilfe? Also gibt es unter den Erleuchteten noch so eine Art Hierarchie, oder ist man, wenn man erleuchtet ist, am absoluten Ziel, ohne wenn und aber?

    So weit ich weiß, konnte Buddha nach seiner Erleuchtung anderen ja helfen, diese auch zu erlagen. Ich nehme mal an, er konnte ihnen genau sagen, was sie zu tun hatten, und darum gab es zu der Zeit viele Erleuchtete. Das stimmt doch, oder ist das eine Legende? Ich frage mich jetzt, ob das jeder Erleuchtete tun kann, oder nur Buddha.

  • Buddha

    • antelatis
    • 8. Juli 2019 um 12:37

    Was ist der Unterschied zwischen Buddha und anderen Erleuchteten? Oder gibt es da keinen Unterschied, weil man ja nicht erleuchteter als erleuchtet sein kann?

  • Buddha und die Sauberkeit?

    • antelatis
    • 18. Juni 2019 um 10:50
    void:
    antelatis:

    Kultur und Gesellschaftsstrukturen sind doch in erster Linie Konstrukte, die nur dazu dienen, das Miteinander auf der Welt zu ermöglichen, also ein weltliches Leben in einer Gemeinschaft führen zu können. Muss der Buddhist sich davon denn nicht möglichst lösen, weil gerade Kultur und Gesellschaft ihn daran hindern, die Verblendung abzulegen? Ich meine damit nicht, dass er sich vollkommen zurückziehen muss, aber er müsste sich davon eher abwenden und damit halt auch einer Sauberkeit und Ordentlichkeit, die über notwendige Hygiene hinausgeht.

    Der Buddhismus galt ja anfangs als "unsozial" weil er eine Rückzug aus der Gesellschaft propagierte. Nach und nach wurde der Buddhismus aber sozialer und damit andereren Religionen ähnlicher - in vielen Religionen steht ja die Gemeinschaft im Mittelgrund.

    Das geschah, indem man menschliche Neigungen mit einbezog. Indem man z.B ryhthmisch rezitierte und Statuen verehrte. Die ganze Idee von Verehrungen- also das man sich vor Statuen wie vor Hochrangigen verbeugt entspringt ja dem Sozialen. Und wenn das funktioniert, warum dann nicht alle möglichen Prägungen und Archetypen ("die große Mutter") miteinbeziehen? Die Gefahr dabei ist natürlich, dass all die Hilfsmittel wieder zur Quelle von Anhaftung werden.

    Gibt es nicht viele Buddhisten, die es als falsch ansehen, dass der Buddhismus sozialer und angepasster geworden ist? Als Buddhist hat man ja eine wirklich schwere Aufgabe vor sich, man will sich vom Weltlichen lösen, damit man die allgegenwärtige Verblendung durchschauen kann. Ich stelle mir das als unmöglich vor, wenn man sich an die zutiefst weltlichen Sitten und Gebräuche der Menschen anpasst, die ja ganz andere Ziele haben

  • Buddha und die Sauberkeit?

    • antelatis
    • 17. Juni 2019 um 17:15
    Helmut:
    Lilli:

    Ordnung halten könnte man auch als achtsamen wertschätzenden Umgang mit seinem Umfeld, mit sich und mit Gegenständen verstehen.

    Das zeigt wie wichtig auch in diesem Zusammenhang die Motivation ist aus der heraus man für Ordnung und Sauberkeit sorgt. Letztlich entscheidet sich an der Motivation, ob die Art und Weise wie man Ordnung hält und für Sauberkeit sorgt angemessen ist oder nicht.

    Gruß Helmut

    Da stimme ich zu, wenn man es wirklich aus einer mit den buddhistischen Werten kompatiblen Motivation heraus macht, dann kann das tatsächlich funktionieren, aber wer macht das denn?

  • Buddha und die Sauberkeit?

    • antelatis
    • 17. Juni 2019 um 15:09
    void:
    antelatis:

    Ist das Aufräumen und Ordnung halten nicht eine ziemlich starke Verbundenheit mit dem Materiellen/Weltlichen, von dem man sich eigentlich lösen sollte?

    Es kommt ein wenig darauf an, welche Ordnung man "aufräumt". Wenn man das Mindern von Verblendungen als "Aufräumen" sieht, dann ist das sicher buddhitisch, aber es gibt ja ganz viele andere Arten des "Aufräumens" die eher die gesellschaftliche Ordnung aufrecht erhält.

    Natürlich gibt es da erstmal angeborene Idee von Unreinheit (Tote, Krankheit, Exkremente) , und von daher eine Tendenz sich von diesen zu distnazieren. Auch Tiere Räumen ja ihre Behausung auf, und man hat ja inwzischen festgestellt, dass Ameisenhaufen auch Klos besitzten.

    Aber ausgehend von der menschlchen Neigung einen Abstand zwischen sich und Verfall zu bringen, die mit Unreinheit verbundene Emotion (Abscheu) auf einen kulturellen Bereich übertragen. Weil die Antwort auf Abscheu Distanz ist, dient die Emotion des Abscheus dazu, alle möglichen Ordnungen aufrecht zu erhalten. Da gilt ja Mary Douglas als die Kapazität:

    Wiki (Mary Douglas):

    Schmutz ist nach Douglas nichts Absolutes, sondern liegt im Auge des Betrachters. Schmutz verstößt jedoch in jedem Fall gegen eine relative Ordnung, weswegen man versucht, diese Ordnung durch Reinigung oder durch Aufräumen wiederherzustellen. Wo Unordnung empfunden wird, gibt es also auch Vorstellungen von Ordnung und davon, was diese gefährden könnte.

    Sauberkeit herzustellen fängt zwar bei Hygiene an, hört aber nicht dabei auf. Bei vielen Kulturen tragen Reinheitsvorstellungen dazu bei, die gesellschaftlche Ordnung aufrecht zu erhalten. Männerorte müssen von Frauen frei gehalten werden - da diese als unrein vorgestellt werden. Das Heilige muss vor der Berührung durch Unberührbare geschützt werden usw. Anhanden der mosaischen Speisegebote weist Douglas nach, dass viele Tiere deswegen als unrtein gelten, weil sie sich nciht eindeutug in eine Klasse einorden lassen. Tintenfische sind also "unrein" weil sie irgendwie Fische sind aber irgendwie auch nicht so.

    Gerade der Hinduismus ist von Ideen voin Reinheit und Unreinheit durchtränkt. Das "Sakrale" ist da auch eine gesellschaftliche Kategorie und eine der Herrschaft.

    Alles anzeigen

    Kultur und Gesellschaftsstrukturen sind doch in erster Linie Konstrukte, die nur dazu dienen, das Miteinander auf der Welt zu ermöglichen, also ein weltliches Leben in einer Gemeinschaft führen zu können. Muss der Buddhist sich davon denn nicht möglichst lösen, weil gerade Kultur und Gesellschaft ihn daran hindern, die Verblendung abzulegen? Ich meine damit nicht, dass er sich vollkommen zurückziehen muss, aber er müsste sich davon eher abwenden und damit halt auch einer Sauberkeit und Ordentlichkeit, die über notwendige Hygiene hinausgeht.

  • Buddha und die Sauberkeit?

    • antelatis
    • 17. Juni 2019 um 14:58
    hiri:
    antelatis:

    Ist das Aufräumen und Ordnung halten nicht eine ziemlich starke Verbundenheit mit dem Materiellen/Weltlichen, von dem man sich eigentlich lösen sollte?

    Wie kommst du darauf?

    Allein schon das sich beschäftigen mit materiellen Gegenständen (zu denen auch Schmutz und Staub gehören), ist doch ein sich in der Welt verankern. Und das will man ja gerade vermeiden. Man investiert also viel Schweiß und Mühe in eine Sache, die dazu dient, sich in dieser Welt gemütlich einzunisten.

  • Buddha und die Sauberkeit?

    • antelatis
    • 17. Juni 2019 um 14:51
    mkha':
    antelatis:

    Mit so einer Einstellung kann man dann aber nahezu jedes Verhalten als konform zum Buddhismus rechtfertigen.

    Mit Rechtem Denken, rechten Reden, rechten Handeln? Ich lernte: achtsames Denken, Reden und Handeln sei Geistesschulung.

    Ich kann Dir also nicht ganz folgen, ... Sei so gut und erkläre mir, von welcher "Einstellung" Du redest ... Mit welcher, von mir dargelegten "Einstellung" ließe sich Deines Erachtens eine Handlung rechtfertigen, die nicht dem Achtfachen Pfad konform geht?

    ....

    (:? ... oder war eher das, was Du schriebst, die Folge einer "Selbst"- täuschung? :);))

    Ich meine damit, wenn man sich etwas einfach zurechtbiegt, so dass es passt. Das weltliche Putzen kann ein Synonym für das spirituelle Säubern sein, das Anbeten von Relikten ist ein sich Verbeugen vor den alten Meisten. Macht man es sich damit nicht zu leicht? Dann könnte man auch sagen, dass massenhafte Anhäufen von Geld ist eigentlich keine Gier, sondern eine Analogie für das Sammeln von Karma. Das kann man beliebig fortführen, so dass letztendlich jede denkbare Handlung mit einem buddhistischen Leben im Einklang liegen würde.

  • Buddha und die Sauberkeit?

    • antelatis
    • 17. Juni 2019 um 11:56

    Mit so einer Einstellung kann man dann aber nahezu jedes Verhalten als konform zum Buddhismus rechtfertigen. Ist das nicht eine Selbsttäuschung?

    Es muss ja nicht gleich richtig unsauber und verdreckt sein, sondern man widmet der Sauberkeit halt nur so viel Beachtung wie gerade nötig, und gesteht sich ein, dass es eine kaum vermeidbare Schwäche ist, sich von diesen starken materiellen Einflüssen und weltlichen Normen ein bisschen irreführen zu lassen.

  • Buddha und die Sauberkeit?

    • antelatis
    • 17. Juni 2019 um 10:29

    Ist das Aufräumen und Ordnung halten nicht eine ziemlich starke Verbundenheit mit dem Materiellen/Weltlichen, von dem man sich eigentlich lösen sollte? Ohne Sauberkeit und Aufräumen geht es zwar nicht, ausser man man lebt auf einem Baum im Wald, aber sollte man diese Verhaltensweise nicht als etwas ansehen, das man im Idealfall überwinden sollte, anstatt es sogar zu einer Tugend zu machen?

  • Buddhas Zahn

    • antelatis
    • 19. Mai 2019 um 15:37

    Ist das Verehren von Reliquien nicht der Inbegriff der Anhaftung am Weltlichen, also in jedem Fall vollkommen un-buddhistisch?

  • Warum Gier, Hass und Unwissenheit?

    • antelatis
    • 1. Dezember 2017 um 22:07
    Bakram:


    d.h. Wer verblendet ist:

    Hat nicht die rechte Ansicht
    Hat nicht die rechte Gesinnung
    Pflegt nicht die rechte Rede
    Handelt ohne heilsame Wirkung
    Pflegt keinen rechten Lebenswandel
    Strebt nicht nach den rechten Werten
    Achten nicht auf die rechten Dinge
    Entwickelt seine Geist nicht richtig

    Alles anzeigen

    Das Problem ist nur, dieses Verhalten kann man nicht selber erfahren oder mit Vernunft herleiten, und damit auf sein Richtigkeit überprüfen, sondern man muss es einfach blind glauben.

    Bei der Vermeidung von Hass und Gier, merkt man schnell, dass es richtig ist und einen Sinn hat, aber dass da eine Unwissenheit oder Verblendung ist, merkt man nicht, sondern muss es sich sagen lassen und dann einfach glauben. Und zu allem Überfluss muss man es sich auch noch von dem sagen lassen, was Teil der Verblendung ist (Bücher, andere Menschen, Internet, usw.). Fällt mir schwer, das zu akzeptieren.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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