kilaya hat geschrieben:
ZitatQUOTE
"Spezifisch" heisst "genau das zu üben, was in dem Text vom Dalai Lama beschrieben wird" - dass man sich hinsetzt und übt, die einzelnen Elemente geistig und körperlich aufzulösen ...und ich der Ansicht bin dass es das so gar nicht gibt.UNQUOTE
Ohne nun Samayas zu verletzen, ist sicher folgender Hinweis zulässig:
DL -> Tsongkhapa -> "Zam lam Na-ro'i chos drug gi sgo nas 'khrid pa'i rim pa yid ches gsum ldan zes bya ba"
Es gibt eine sehr gute Übersetzung ins Englische von Glenn H. Mullin "The Six Yogas of Naropa Tsongkhapa's commentary entitelt A Book of Three inspirations..." (Weglassung meinerseits, der gesamte Titel ist arg lang).
Nach fast 2 Jahrzehnten mit Naropas Yogas fiel mir dieses Buch in die Hand. Jenseits der zitierten Frage stellte sich mir die Frage, wie sowas zu erklären sein könnte. Hier war dieses Buch für mich eine Offenbarung. Mindestens genausogut wie der übersetzte Text von Tsongkhapa ist die Einleitung von Mullin. Sie nimmt fast ein Drittel des Buches ein und ist in meinen Augen ein Werk eigenen Ranges, für das die Altmeister sicher ein zutiefst anerkennendes Nicken übrig gehabt hätten.
Was wäre noch zu sagen? Das Buch ist nur für Leute, die tatsächlich den Weg der 6 Yogas von Naropa gehen und Mahamudra ansteuern. Tsongkhapa (, und nicht nur der,) sagt, dass man vor Beginn dieser Übungen unbedingt 1 Einweihung in ein highest yoga tantra (maha anutara yoga tantra) haben sollte. Also Hevajra oder Chakrasamvara, Guhyasamaja, etc. Wer Naropa praktiziert, weiß auch warum. Die beschriebenen Auflösungsprozesse, oben zitierte Effekte wie Butterlampe etc. sind im Zusammenhang mit gTum mo zu suchen und gehören zur 'completion stage', also zur Phase nach der 'generation stage'.
Für mich gab es beim Lesen und wiederlesen und nochmal lesen und tw. auswendig lernen nur einen Gedanken: 'das ist das UNGEHEUERSTE, was du je in deinem Leben gelesen hast'.
Es ist ganz sicher nichts für Anfänger. Wem jedoch diese Begriffe etwas sagen, wer sich stark vom Thema angezogen fühlt und wer auch sonst die Voraussetzungen erfüllt: Wohl an!
Anmerkung: Ich bin inzwischen außerdem der Meinung, dass es auch in anderen Tantras derartige Übungen gibt. Aber das ist nur meine Meinung, ich will nicht über Tantras reden, die ich nicht praktiziere.