nyalaana:
Beiträge von Stero
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Ja, zum Glück gibt's Bücher über den Tod für alle, die den Tod nicht aus eigener Erfahrung kennen, von Autoren, die den Tod aus eigener Erfahrung kennen.
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Simo:
Inwieweit kann eurer Meinung nach der eigene Tod als Chance bzw. Sprungbrett für die Entwicklung genutzt werden?
Wenn man anderen Leuten auf die Nerven geht, kann der eigene Tod eine Chance bzw. ein Sprungbrett für ihre Entwicklung sein. Muss aber nicht. Oft ist es gerade so, dass dadurch dass man anderen auf die Nerven geht, man die anderen dazu bewegt zu tun, was gut für sie ist, z.B. dass sie einem einen Arschtritt geben und das Weite suchen.
Das soll man nicht unterschätzen. Durch eigene Aktivität einen Nervtöter loszuwerden ist psychologisch fruchtbarer als dass der Nervtöter einfach stirbt, weil nichts über die Erfahrung der eigenen Willenskraft und das was sie bewirken kann geht. Du schaffst es! Du kannst alles! Wenn du nur willst UND dir selbst vertraust!So das wars von meiner Seite. Ich hoffe, ich konnte zur Erbaung beitragen. Schreibt mir einfach ne PN, wenn's euch gefallen hat.
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medi1210:
Jedoch möchte ich mal die Erfahrenen unter Euch fragen wie man länger fokkusiert auf der Betrachtung des Atems bleiben kann. Ich weiß dass es kein Geheimrezept gibt, aber vielleicht ein paar kleine Tricks
Kein Trick, aber das Denken erlöscht am ehesten, wenn seine Sinnfreiheit und die Sinnfreiheit all der Objekte des Denkens erkannt wird. Dann implodiert der Impuls zu denken in sich selbst.
Allerdings ist die Frage, ob dann ein Interesse an einem Objekt der Konzentration noch aufrechterhalten werden kann, weil die Konzentration und das Objekt ja als nicht weniger sinnfrei erkannt werden. Das Erkennen führt wohl immer in eine Form der objektfreien Kontemplation, welche nicht Konzentration genannnt werden kann, weil es ja kein Objekt gibt. -
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sakko:
Einmal kann man heilsame oder unheilsame Gefühle und Gedanken beobachten wie sie entstehen, bestehen und vergehen, nur beobachten.
Heilsame Gefühle?Ach du liebe Güte ...
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Stero:
Ziemlich naive Weltsicht. Tatsächlich ist es so, dass aus Gründen der Gewinnmaximierung und unter dem zunehmenden Konkurrenzdruck auf den Märkten die Psychologie schon vor vielen Jahren von den Unternehmen entdeckt worden ist, und HR-Manager und Führungspersonal entsprechend trainiert werden, um immer subtiler ein Ziel zu erreichen: die Selbstausbeutung der Mitarbeiter zugunsten des Unternehmens.Sunu:
Immer mehr Unternehmen erkennen auch auf Grund der modernen Psychologie, die sie für sich entdeckt haben, dass sich eine Ausbeutung auf Dauer negativ für das Unternehmen auswirkt...deshalb setzen diese Unternehmen zunehmend auf Nachhaltigkeit...Das ganze trägt dann so Namen wie Work-Life- Balance usw..Stero:Ich kenne diese Parolen sehr gut. Sie alle sollen die Arbeitnehmer günstig stimmen und Verständnis für ihre Belange vortäuschen, um die Selbstausbeutung zu fördern. ist psychologisch ganz einfach: für einen Arbeitgeber, von dem man glaubt er verstünde einen und wolle nur das Beste für einen, für solch einen Arbeitgeber hängt man sich natürlich rein, macht Überstunden, ist rund um die Uhr in Rufbereitschaft etc. Alles, was durch Zwangsmaßnahmen über Jahrhunderte nicht erreicht wurde, wird ganz einfach mittels der "soft skills" unternehmerischen Führungspersonals erreicht. Das ist die Perfektionierung ökonomischer und damit notwendigerweise politischer Macht in der Phase des Post-Kapitalismus. Die Identität des Individuums wird nicht mehr durch Familie, Heimat etc. bestimmt, sondern durch corporate identity. Das Unternehmen als Familie, als väterlicher bzw mütterlicher Freund. Perfekte Bedingungen für Machtausübung und Machterhalt.
Sunu:
Es gibt durchaus Unternehmen, deren Management sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst ist....Und sich dieser auch stellen....da grundsätzlich Verschwörungen hinter zu sehen, klingt für mich etwas paranoid....
Hat nichts mit Paranoia zu tun, sondern mit politischem Bewußtsein im Kontext von ... na? Rationalität! -
Son:
Schönen Sonntag!
Bei mir is Montag.Son:Mitfühlen bedeutet zweierlei:
... wobei ich eigentlich einer menschlichen Linie für mich treu bleiben möchte, sprich Mitgefühl auch im Alltag zu leben, wo es angebracht ist, LG Son
Oben hast du ja gezeigt, warum du eigentlich so auf Mitgefühl stehst: du willst dass andere mit dir mitfühlen. und dies ist vermutlich auch der Hauptmotivator, warum sich Leute damit überhaupt beschäftigen: sie wollen von anderen gemocht werden a la "Wenn ich anderen gegenüber mitfühlend bin, dann sind diese es auch mit mir."
Diese Irrationalität reiht sich ein in die Liste all der anderen Irrationalitäten, die man im Kollektiv so antreffen kann. Es ist halt nur augenscheinlich widersprüchlich, dass ein Gefühl welches vorgeblich anderen zugute kommen soll (welche Irrationalität! Wie sollte ein Gefühl anderen zugute kommen können?) lediglich eigennützige emotionale Bedürfnisse bedient. -
Sherab Yönten:
Es wäre falsch Mitgefühl als etwas zu begreifen, dass der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern als eine Art Arbeitsanweisung auferlegen kann.
Du bringst mal wieder alles durcheinanderSherab Yönten:
Diese Art der Diskussion ist im Anfängerbereich mal wieder deplatziert.
Die kurze Diskussion zwischen Sunu und mir war politischer Natur und ja, Politik ist mir Religion nicht kompatibel. -
Sunu:Stero:
Ziemlich naive Weltsicht. Tatsächlich ist es so, dass aus Gründen der Gewinnmaximierung und unter dem zunehmenden Konkurrenzdruck auf den Märkten die Psychologie schon vor vielen Jahren von den Unternehmen entdeckt worden ist, und HR-Manager und Führungspersonal entsprechend trainiert werden, um immer subtiler ein Ziel zu erreichen: die Selbstausbeutung der Mitarbeiter zugunsten des Unternehmens.
Immer mehr Unternehmen erkennen auch auf Grund der modernen Psychologie, die sie für sich entdeckt haben, dass sich eine Ausbeutung auf Dauer negativ für das Unternehmen auswirkt...deshalb setzen diese Unternehmen zunehmend auf Nachhaltigkeit...Das ganze trägt dann so Namen wie Work-Life- Balance usw..
Ich kenne diese Parolen sehr gut. Sie alle sollen die Arbeitnehmer günstig stimmen und Verständnis für ihre Belange vortäuschen, um die Selbstausbeutung zu fördern. ist psychologisch ganz einfach: für einen Arbeitgeber, von dem man glaubt er verstünde einen und wolle nur das Beste für einen, für solch einen Arbeitgeber hängt man sich natürlich rein, macht Überstunden, ist rund um die Uhr in Rufbereitschaft etc. Alles, was durch Zwangsmaßnahmen über Jahrhunderte nicht erreicht wurde, wird ganz einfach mittels der "soft skills" unternehmerischen Führungspersonals erreicht. Das ist die Perfektionierung ökonomischer und damit notwendigerweise politischer Macht in der Phase des Post-Kapitalismus. Die Identität des Individuums wird nicht mehr durch Familie, Heimat etc. bestimmt, sondern durch corporate identity. Das Unternehmen als Familie, als väterlicher bzw mütterlicher Freund. Perfekte Bedingungen für Machtausübung und Machterhalt. -
Sherab Yönten:Stero:
alles was hier positiv formuliert wird, kann ebenso negativ als psychologische Masche zur Manipulation beschrieben werden.Deshalb geht es im Buddhismus auch um Mitgefühl und nicht (nur) um Empathie.
Auch ein Mittel zum Machtgewinn und Machterhalt. -
Mai:
Wikipedia schreibt dazu:
...
alles was hier positiv formuliert wird, kann ebenso negativ als psychologische Masche zur Manipulation beschrieben werden. -
Sunu:
Hi Son,
Ich glaube ein Unternehmen kann sehr von einer Kultur des Mitfühlens profitieren. Es gibt durchaus auch größere Unternehmen, die einen gewissen familiären Charakter beibehalten haben und die sich um das Wohl ihrer Mitarbeiter kümmern. http://www.pflichtlektuere.com/11/04/2012/ein…ma-ist-wichtig/
Früher war alles besser, kann man so nicht behaupten... Es gibt viele neue Geschäftsmodelle, die das Wohl der Mitarbeiter fördern soll. Man hat begriffen, dass frustrierte Mitarbeiter weniger leisten. http://m.morgenpost.de/berlin-aktuell…beitsklima.html
Auch ist es für die Unternehmen nicht mehr so einfach gute Fachkräfte zu bekommen. Der Spruch"Jeder ist entbehrlich", wird zwar immer noch gerne von Unternehmen mit autoritären Führungsstil gestreut, aber das ist nicht (mehr) so. Leider gibt es immer noch genug Arbeitnehmer die sich einfach viel zu billig an solche Unternehmen verkaufen, um dann auch noch gemeinsam mit solchen Firmen durch den antiquitierten Führungsstil vor die Hunde zu gehen.
Klar, ein Unternehmen guckt immer auf den Profit und Mitgefühl in seiner selbstlosen Form, kann man da wohl wohl eher nicht erwarten.. Überhaupt sollte man Mitgefühl von niemanden erwarten, man kann aber selbst zu seiner Entwicklung beitragen indem man es praktiziert.Ziemlich naive Weltsicht. Tatsächlich ist es so, dass aus Gründen der Gewinnmaximierung und unter dem zunehmenden Konkurrenzdruck auf den Märkten die Psychologie schon vor vielen Jahren von den Unternehmen entdeckt worden ist, und HR-Manager und Führungspersonal entsprechend trainiert werden, um immer subtiler ein Ziel zu erreichen: die Selbstausbeutung der Mitarbeiter zugunsten des Unternehmens.
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Son:
Weil es Bewertungskriterien sind ob jemand seine Arbeit verliert oder nicht, ich denke doch das ist Grund genug oder?
Wenn Menschen ihre Arbeit in einem gewissen Alter verlieren, dann verlieren sie auch mehr als ihre Arbeit, nämlich oft ihre ganze Existenz mit allen drum und dran, also ich denke für das was ich hier "kämpfe" ist durchaus etwas was ich nicht für mich alleine mache und ja, die hätten was vom Mitgefühl, weil dann würden sie vielleicht ihren Job nicht verlieren, aber nicht von meinem Mitgefühl sondern vom Mitgefühl derer die das entscheiden, LG Son
Wenn jemand seine Arbeit verliert, dann aus ökonomischen Gründen oder wegen schwerer Pflichtverletzung. Ökonomische Gründe sind idR so dominant, dass ein Gefühl da nichts ausrichten kann, sondern nur alle Mitarbeiter statt weniger der Mitarbeiter ihren Job kosten würde, und auf eine schwere Pflichtverletzung mit einem "noch mal ein Auge zudrücken" zu reagieren kann unter Umständen auch Dummheit sein.
Dann sind in diesem Lande die sozialen Sicherungssysteme immer noch so, dass niemand existentiell bedroht ist, wenn er seinen Job verliert und wenn jemand seine Existenz psychologisch von seinem Job abhängig macht, dann ist das doch eher als Dummheit zu bewerten, weil auf diese Art spätestens bei Renteneintritt ein Existenzverlust drohen würde. Hat sich jemand verschuldet und ist zur Begleichung der Schulden von dem Job abhängig, dann gehört das zu den üblichen Risiken beim Schuldenmachen, die zu berücksichtigen und abzuwägen sind, bevor man Schulden macht.Unterm Strich bleibt also hinsichtlich "Mitgefühl" lediglich die Frage, was derjenige von Mitgefühl hat, der es kultiviert. Denn den Objekten des Mitgefühls kann mit oder ohne Mitgefühl in einer misslichen Lage geholfen werden und deren Vorteil hängt nicht vom Mitgefühl anderer ab, sondern von Taten zu ihren Gunsten. Der Motivator für Taten zu ihren Gunsten kann vielleicht auch Mitgefühl sein, muss aber nicht. Kurz: Was zählt sind Taten, nicht Gefühle.
Es sind sogar Situationen denkbar, in denen Mitgefühl eher dazu führt, jemandem nicht behilflich sein zu können, weil es eine Handlungsblockade darstellt, zur Blockade von Aktionen führt, die jemand anderem in einer misslichen Lage Vorteile verschaffen würden.
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sakko:
Hi,
der Tod ist keine Chance.
Das würd ich so nicht sagen, denn was du bist zum Tod nicht fertig gebracht hast, hat sich quasi von selbst erledigt. Also bietet der Tod doch die Chance Liegengebliebenes liegen zu lassen und sich vom Acker zu machen.sakko:
Falls man alles im einen Leben erledigt, ...
Hat man vielleicht sein Leben vergeudet mit unwichtigem Zeugs im Kontext eines neurotischen Erledigungszwanges. -
Son:
Ich habe folgendes "Problem" - ich würde gerne ein paar Menschen in meinem vor allem beruflichen Umfeld gerne Mitgefühl für Dummies beibringen.
Haben sie dich darum gebeten?Son:
Das mag lustig klingen, ist aber nicht so einfach, weil die haben dzt. gar kein Mitgefühl mit anderen Menschen und das stört mich doch, kämpfe ich doch für Menschen, denen es nicht gut geht - also für Menschen, die krank sind ob körperlich oder psychisch, aber wenn ich mit meinen Mitarbeitern spreche, die über mir stehen, dann spüre ich dass sie rein gar nichts empfinden, wenn ich erzähle, dass ich diesen oder jenen Menschen getroffen habe oder über ein schweres Schicksal berichte, da kommt nicht mal irgendeine Reaktion und das "ärgert" mich.
Überleg mal. Die Menschen, "denen es nicht gut geht", "die krank sind ob körperlich oder psychisch", was ändert sich an deren Situation dadurch, dass du oder andere Mitgefühl haben? Nichts. Warum sollen also Leute Mitgefühl haben, denen du von den Kranken erzählst? Wem nützt das? doch nur dir, weil du dich dran störst, wenn andere kein Mitgefühl haben. Aber denen, "denen es nicht gut geht", "die krank sind ob körperlich oder psychisch" denen bringt das gar nichts. Warum also dieser Hype um Mitgefühl? Was soll das? -
Frag nicht immer was du sollst, sondern probier aus wie es funktioniert. Geschlossene Augen, halb geschlossene oder geöffnet. Und so groß, dass du es ganz sehen kannst mit den Details, die du sehen willst, und es ein Fokusieren zulässt. Es ist wie Zoom, je näher desto groß, je ferner desto klein. Du musst dich drauf konzentrieren können und darfst nicht angelenkt werden und es muss klar und deutlich sein. Stell dir vor du würdest malen: die Leinwand ist der leere Raum und Pinsel und Farben sind dein Bewußtsein. Mal dir dein Objekt aus der Erinnerung an das gesehene Objekt.
Der ganz große Vorteil der Methode ist, dass durch die Konzentration auf die Bildsynthese, die ja eine Aktivität des Bewußtseins ist, automatisch diskursives Denken ausgelöscht wird, eben weil die Bewußtseinsaktivität voll und ganz auf die Synthese des Bildes konzentriert ist. Da ist dann kein Raum mehr für das übliche Gedankengeplapper.
Wenn das Bild fertiggemalt ist, dann bleib drauf. Konzentrier dich drauf, dass es dir nicht wieder entfleucht.
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Nun, ich lese das eine oder das andere im Bereich Philosophie und Psychologie. Dabei stoße ich unter Umständen auf bestimmte Techniken und da kann es vorkommen, dass ich Selbstversuche unternehme, um zu verstehen, was ich gelesen habe.
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Sida0211:
Sieht man es im Geist so wie die Ablaufenden Bilder im Kopf oder tatsächlich vor einem im Raum?
Bei geschlossenen Augen siehst du es vor deinem geistigen Auge und wenn du die Augen geöffnet hast und gübt in Visualisierung bist, dann kannst du es sogar weiterhin vor deinem geisten Auge sehen oder es erst wachrufen, obgleich du auch anderes mit deinen fleischlichen Augen siehst.Sida0211:
Wie lange soll ich mir das Objekt anschauen um die Details mir zu merken?
So lange bis du mit dem Resultat zufrieden bist. Du übst in zahlreichen Sitzungen bis du es "auswendig" kannst. Ansehen, visualisieren ... Ansehen, visualisieren ... es kommen immer mehr Details dazu. Irgendwann kannst du es auswendig und musst es nicht mehr ansehen.Sida0211:
Soll zwischendurch auch mal vom Objekt ablassen? Und einfach so ruhen? Danke für eure Hilfe.
"Sitzung" impliziert dass Pausen zwischen Sitzungen sind. -
Anandasa:
Ein Bekannter von mir, der Psycho-Therapeut ist, sagte mal zu mir, dass er fast nur Patienten im Alter über 40 hat. Irgendwann ab 40 steht jeder vor der Situation, dass irgendwelche wichtigen Lebensziele nicht erreicht wurden oder sich als Illusionen herausgestellt haben. Oder es gab in der Summe sonstwelche Enttäuschungen, die aufs Gemüt drücken. Und dann geht das Leiden los und man braucht Hilfe um sie los zu bekommen.
Vermutlich wird vielen im mittleren Alter ("mid life crisis") klar, dass das jetzt die Hälfte gewesen ist und rückblickend erscheint dann vieles, wenn nicht alles, als im negativen Sinne 'sinnlos' im Kontext der Projektion 'wenn das so weitergeht bis ich sterbe'. Die Betriebsamkeit des alltäglichen Lebens mit all seinen Zwängen und Notwendigkeiten erscheinen im Kontext der eigenen Endlichkeit so negativ 'sinnlos', erscheinen so fahl und heuchlerisch. Bis dahin dachte man vielleicht 'Dies und das, das wird sich alles schon noch ergeben' aber nun wird klar, dass sich das nicht ergeben hat und jenes auch nicht, und es auch vollkommen unklar ist, ob es sich jemals noch ergeben wird bevor das Leben vorbei ist und schlimmer noch, jetzt wo einem der eigene Tod ins Gesicht springt, erscheint auch dies und das auf das man gehofft hat, all die Erwartungen an das Leben, so negativ 'sinnlos'.
Das ist der Einbruch der von Anfang an alles durchziehenden Sinnfreiheit in das Leben, ein Leben, das bislang so sicher schien, aber doch keinerlei Schutz bietet gegen das bedrohliche Nichts, das alles zu zerschmettern droht: Ziele, Ehepartner, Kinder, Beruf, Erfolg, Gesundheit, Glück etc. Alles ist bedeutungslos und so sehr man sich auch an einen Sinn klammert, er zerrinnt in der eigenen Hand, die bald verfaulen wird.
In so einer Phase kommt dann doch der Buddhismus wie gerufen (als Alternative zum Psychotherapeuten), oder? Schreibt er doch der Sinnfreiheit einen Sinn zu. -
Sherab Yönten:
Würdest Du immer noch sagen: "Ich bin glücklich ?" wenn Dein Arzt Dir erzählen würde, Du hättest aufgrund einer Krankheit XY nur noch ein paar Tage zu leben ?
Das ist eine ziemlich irrationale Argumentation vor dem Hintergrund, dass Buddhisten zwar mit der Angst vor dem Tod den Leuten psychisches Leid verursachen wollen, um sie religiös gefügt zu machen, um sie also zu also disziplinieren und zu dominieren, ihnen dann aber mit dem Glauben an Wiedergeburten de facto die Möglichkeit auf ein wiederholtes Durchleben der Angst vor dem Tod eröffnen, dem sie dann - so wird ihnen weißgemacht - nur entfliehen können, wenn sie sich der Religion und ihren Vorschriften unterwerfen.
Es läuft also auf das den Religionen typische "Unterwerfen durch Angst" hinaus. Darauf sollte man nicht hereinfallen. "Angst vor dem Tod" ist das Eine, ob sie angemessen ist ist das Andere und noch was Anderes ist, ob man sie sich einreden lassen sollte. -
cinnamon:
In Bezug auf diesen Thread erwähnte Ellviral sinngemäß, dass wenn man meint in einer Ecke eine Schlange eingerollt liegen zu sehen glaubt, bzw sich dessen sicher ist, man auf eine 2. Wahrnehmung von jeman anderen vergleichen soll. Wenn dieser das auch so sieht, dann wird es so sein.
Da würd ich mich nicht drauf verlassen.cinnamon:
Ich frage mich aber, was ist wenn man alleine ist und meint irgendwo da in der Ecke eine Schlange zu sehen. Kann man mit der eigenen Wahrnehmung durch die Augen in diesem Fall, richtig liegen?
Man kann. Es kann aber auch sein, dass man falsch liegt. -
Sunu:
Ich denke Vernunft und Verstand sind einfach nur Vernunft und Verstand. Unzulänglichkeit entsteht erst, bedingt durch die Erwartungen die man an etwas stellt.
ja, wenn du keine Erwartungen an deine Vernunft und deinen Verstand hast, dann werden dir deine Vernunft und dein Verstand niemals unzulänglich erscheinen. Dann wirst du allerdings auch nichts unternehmen, um Inkapazitäten auf diesen Gebieten zu beseitigen. -
cinnamon:
Und irgendwie lebt jeder in seiner eigenen Illusion finde ich.
Wenn du ein Problem mit Illusionen hast, ok. Aber die Masche, ein Problem, das man selbst hat, dadurch kompensieren zu wollen, dass man es allen anderen zuschreibt, ist untauglich für die Lösung des Problem, sondern dient nur der Ablenkung.Sprite:Ist also ganz normal sowas.
Das ist die gleiche Masche. -