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  2. Anandasa

Beiträge von Anandasa

  • Wieso meditiere ich kaum?

    • Anandasa
    • 14. Juli 2021 um 22:21
    logi70:

    Hallo,

    ich stelle mir oft die Frage wieso ich so wenig meditiere. Es tat mir immer so gut aber stadtdessen schaue ich mir YT Videos an oder hänge am Handy.... Mich ärgert es selber wieso ich so bin.

    Ich wähle anstadt der Freiheit das Leid....wie blöd muss man sein?

    Von mir selber her kenne ich das Denken, dass man unbedingt irgendwas jetzt machen muss, weil man sonst wichtige Dinge verpasst. Das hat mich auch lange umgetrieben, bin jetzt aber ein großes Stück da rausgekommen.

    Ich mache es so, mir zu sagen, dass ich nur während der Meditation mal für kurze Zeit mit all den Sachen aufhöre. Nach der Meditation sind diese Sachen alle da. Da muss man sich absolut keine Sorgen machen und keine Befürchtungen haben. Ich tue jetzt nur mal für ein paar Minuten abschalten fürs Meditieren.

    Ganz am Anfang habe ich mir Dinge aufgeschrieben, die mir während der Meditation einfielen, die ich unbedingt machen will. Dann muss ich mir gar keine Sorgen machen,dass ich diese Dinge nach der Meditation vergessen habe und ich dadurch irgendwas wichtiges im Leben verpasst habe. Mit der Zeit merkt man, dass man diese Dinge eh nicht vergisst und sie nicht aufschreiben muss. Bleibt man dabei, merkt man irgendwann, dass einem die Meditation gut tut. Dann meditiert man, weil es einem gut tut, weswegen es einem dann auch ganz egal ist, ob man irgendwas in dieser Zeit hätte verpassen können.

    Was auch hilfreich ist am Anfang beim Meditieren von Anfang an Metta-Meditation zu machen. Ich wünsche allen fühlenden Lebewesen diese und jene guten Dinge. Dann fühlt man, dass das jetzt etwas Gutes muss, denn ich wünsche mir und anderen gute Dinge. Das erzeugt gutes Karma und ist deswegen bestimmt keine Zeitverschwendung.

    Mit der Zeit merkt man, dass Meditation notwendig ist, damit der Geist gesund bleibt. Meditieren ist für den Kopf wie Zähne putzen für die Zähne. Ich putze immer die Zähne vor dem Schlafengehen auch wenn ich hundemüde bin. Genauso macht man es dann mit dem Meditieren: Um den Geist gesund zu halten, muss man sich jetzt diese Auszeit nehmen. Habe ich Lust beim Zahnärzt Löcher gebohrt zu bekommen? Nein. Habe ich Lust mit mir eine aufschäumende Gedankenwelt rumzuschleppen? Nein. Also Meditieren, damit der Geist sauber geputzt wird.

    Zu sehen wie Meditieren den Geist wieder heilt, ist einfach eine wunderbare Sache. Es gibt tatsächlich etwas, womit man seinen Geist gesund halten kann. Das ist doch wunderbar! Ist doch überhaupt nicht selbstverständlich, muss ja nicht zwingend so etwas geben. Ist wie ein Geschenk. Ich bin dankbar dafür, dass das irgendjemand das mit dem Meditieren entdeckt hat.

  • Nicht an schönen Dingen anhaften: Reales Beispiel

    • Anandasa
    • 13. Juli 2021 um 18:17
    Ellviral:

    (...) Den vorher wären die Anhaftungen noch nicht gelöst und sentimentales Gejammer, leiden.

    Ja, irgendwo habe ich im Internet mal gelesen, dass Sentimentalität die Unfähigkeit sei zu vergessen. Ich bin dummerweise auch so ein sentimentaler Typ, weswegen mir dieser Satz gleich einleuchtete und mir half Anhaftungen los zu werden.

  • Nicht an schönen Dingen anhaften: Reales Beispiel

    • Anandasa
    • 13. Juli 2021 um 17:23

    Hallo,

    habe mir überlegt, ob die Welt jetzt wirklich diese Geschichte erfahren muss und ob es ihr gut tun würde. Rechte Rede bedeutet ja auch, andere Menschen mit Dingen zu verschonen, die ihnen nicht gut tun. Ich habe mir schließlich gedacht, dass es ein wirklich gutes Beispiel ist (wenn auch ein trauriges), nicht an schönen Dingen anzuhaften. Theroretisch war mir das schon klar, dass hässliche Dinge nicht ablehnen und schönen Dingen nicht anhaften, wichtig ist um den Geist klar zu halten, aber mit dieser Geschichte wird es einem auch praktisch/real über die Theorie hinaus klar.

    Also: Ich habe früher eine Zeitlang in Südostasien gearbeitet. An einem Wochenende ging ich zusammen mit einem Arbeitskollegen, der auch vom Hauptsitz in old Europe gekommen war, über's Wochenende in ein Ferien-Ressort auf einer einsamen Insel im Südchinesischen Meer. Er hatte eine Bekannte mit dabei aus Mexiko. Er hatte ihr den Flug bezahlt und sie wohnte bei ihm für einige Wochen, flug danach wieder zurück. Das ist jetzt fast 25 Jahre her. Vor ein paar Jahren habe ich mich mit der Mexikanerin von damals auf LinkedIn verbunden. Sie begann mir dann zu schreiben, dass sie immer noch von dem Kollegen von damals träumt. Sie träumt so sehr von einem schönem Leben mit ihm. In Mexiko wäre das Leben so pickelhart. Sie haben ein Kind, den Vater aber nicht geheiratet, weil sie sich eine Heirat mit dem Kollegen von damals in Südostasien offenhalten will. Mit ihm wäre das Leben viiel besser. Ich schrieb ihr dann einige buddhistische Sachen als Hilfe und einen Link zu einem Video vom Dalai Lama. Sie nahm das auch dankbar an. Das ist jetzt auch so 2 Jahre her. Sie schrieb sie mir letztlich wieder, dass sie glaubt den Kollegen im Internet wiedergefunden zu haben. Ob ich auch glauben würde, dass er es auf dem Bild sei. Ich antwortete ihr dann so sinngemäß, dass es ein wichtiges und sinnvolles Prinzip sei, nicht schönen Dingen anzuhangen. Seitdem ist zum Glück Funkstille.

    Und nochmal, warum ich das jetzt schreibe? Das veranschaulicht wirklich sehr gut wie schlimm es werden kann, wenn man den schönen Dingen anhaftet. Ich wollte diese Geschichte erzählen, weil man daraus sieht, dass es mit dem Nichtanhaften an schönen Dingen nicht einfach darum geht zu erwachen, sondern dies eine grundlegende Regel ist, die sehr wichtig ist für den Alltag jenseits von religiösen Dingen. Versucht man nicht, sich daran zu halten, kann es sehr sehr übel kommen.

  • Ich kann mir den Tod nicht vorstellen.

    • Anandasa
    • 4. Juli 2021 um 19:56

    Ich denke man kann sich den Tod nicht vorstellen. Der Sterbeprozess setzt plötzlich ein. Diesmal lässt sich nichts mehr dagegen tun. Es ist endgültig. Das akzeptieren können. Man hat schlichtweg keine Ahnung wie es sein wird. Deswegen ist Vorbereitung sehr schwierig.

    Im Buch "So sterben wir" von Roland Schulz werden einige Menschen beschrieben, die im Krankenhaus oder Altersheim begreifen, dass jetzt der Tod nicht mehr herausgezögert werden kann und es bald soweit wird. Einige dieser Menschen werden dann extrem nervös, laufen ständig druch die Gänge, finden keine Ruh, ihr Geist rattert und rattert und lässt sich nicht mehr einfangen. Mit der täglichen Praxis und Studium daran arbeiten, dass es nicht zu so etwas kommt. Sich rechtzeitig mit der Endgültigkeit des Todes auseinandersetzen, mit der Zeit einsehen, dass die Dinge vergehen. Wie es dann genau sein wird, weiß man nicht. Man kann nur sein Bestes geben die Fähigkeiten, die man sich für Herz und Geist erarbeitet hat, möglichst gut abzurufen.

  • Umfrage: Ausstieg aus Samsara als Ziel der Praxis?

    • Anandasa
    • 4. Juli 2021 um 19:24

    Mein Ziel ist es einen klaren Geist zu entwickeln und zu bewahren. Das schützt am besten vor Leiden. Die Fähigkeit aus dem Gedankenstrom mit der Zeit auch in schwierigeren Situationen auszusteigen. Freundlichkeit entwickeln und auch in schwierigen Situationen beizubehalten. Allgemein geht es für mich um das Erwachen: Die Dinge sehen wie sie wirklich sind. Dann hat man aus den Möglichkeiten des menschlichen Geistes das Meiste herausgeholt was geht, was auch dazu führt, dass man aus Gier, Anhaftung, Wut, Hass ausgestiegen ist und begonnen hat stattdessen Metta zu entwickeln.

  • Buddhismus und sich wehren

    • Anandasa
    • 16. Juni 2021 um 16:02
    Cfant:
    Anandasa:

    Ich denke, es geht im Buddhismus darum, sich nicht durch andere in Rage bringen zu lassen. Natürlich muss man sich angemessen wehren, aber man sollte sich vom schlechten Verhalten anderer nicht aus dem Gleichgewicht und dem inneren Frieden bringen lassen.

    Ja, aber was ist angemessen wehren? Wenn man es schafft, nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten, ist eh schon sehr, sehr viel erreicht. Ich vermute aber, dass der Buddha das "natürlich muss man sich angemessen wehren" nicht unbedingt unterstützt hätte, siehe Sägen-Gleichnis.

    M21

    Die Rechte Rede beibehalten und die anderen Rechten Eigenschaften des edlen achtfachen Pfades. Sich nicht in Rage bringen lassen und übertreiben. Damit stürzt man sich selbst in geistigen Unfriedden.

  • Glaubenssätze => negative Vorhersagen => überhaupt nicht liebevolle Güte

    • Anandasa
    • 16. Juni 2021 um 15:39

    [lz]

    Vor einiger Zeit habe ich einen Fernsehbericht über einen Buddhisten gesehen, der in seinem Auto einen großen Zettel hatte. "Aha, OK" stand da drauf. Als Hinweis für all die Situationen im Straßenverkehr, in die man so kommt. "Aha": Interessant, so kann man auch fahren. Ist nicht mein Fahrstil, aber "OK", dann soll er mal.[/lz]

    Das ist ein Denken wie im buddhistischem Sinn, würde ich sagen. Werde ich mir merken ;-). Man sollte auch daran denken, dass die Leute das Karma erben, das sie selbst erzeugen. Wer wie ein Straßenräuber fährt, kommt mit einer entsprachenden Geisteshaltung am Zielort an, was sicher auf Dauer nicht viel Gutes tun wird. Das Verhalten summiert sich auf Dauer und bestimmt den eigenen Geist. Auf diese Weise bekommt jeder, was er durch seine Handlungen verdient hat.

    Wenn man im Straßenverkehr bedrängt wird, vergisst man das schnell. Ist die Aktion des anderen Fahrers nervend oder gar gefährlich, verliert man schnell die Geistesruhe. Behält man sie, denkt man daran, dass der andere Fahrer sich in eine schlechte Geisteshaltung versetzt und dafür irgendwann die Rechnung bezahlen muss. Das betrifft einen selbst nicht, weswegen man locker bleiben kann. Irgendwann hat sich dieser Mensch an Rücksichtslosigkeiten im Straßenverkehr gewöhnt. Sie breitet sich irgendwann auf andere Bereiche aus, wenn sie einem nicht bewusst sind, und was dagegen tut. Hat jemand sich an die Rücksichtslosigkeiten gewöhnt, mögen ihn die Leute nicht mehr und er seine Freunde verliert, u.ä.

  • Buddhismus und sich wehren

    • Anandasa
    • 16. Juni 2021 um 15:18

    Ich denke, es geht im Buddhismus darum, sich nicht durch andere in Rage bringen zu lassen. Natürlich muss man sich angemessen wehren, aber man sollte sich vom schlechten Verhalten anderer nicht aus dem Gleichgewicht und dem inneren Frieden bringen lassen.

  • Was dem Geist geben, damit er beschäfigt ist und was sinnvolles tut?

    • Anandasa
    • 24. Mai 2021 um 16:38

    [lz]

    Dann müsste ich zuerst anfangen den Dingen hinterher zu rennen, damit es mich finden kann[/lz]

    Ich meinte außerdem das Umgekehrte: "Dann müsste ich zuerst die Dinge loslassen, damit es mich finden kann.". Irgendwie hatte ich was anderes im Kopf als ich das geschrieben habe. Au Weia ... Jedenfalls danke für deinen Beitrag mka'.

  • Was dem Geist geben, damit er beschäfigt ist und was sinnvolles tut?

    • Anandasa
    • 24. Mai 2021 um 14:14
    mkha':

    Wenn die Zeit reif ist, wirst Du genau das Richtige finden - oder besser: es wird Dich findeṇ.

    Ja, da dürfte was fran sein. Dann müsste ich zuerst anfangen den Dingen hinterher zu rennen, damit es mich finden kann :)

    Monikadie4.:

    Ich jedoch sehe aus Deinen Argumenten heraus die Gefahr, dass Du/Ihr "nur" an innerer Leere leidet.

    Tja, das kann zu einem Teil auch sein. Wenn ich jetzt was großes Anfange und dann entsprechend was erwarte, was nicht eintritt, gibt es dann auch nichts als noch mehr innere Leere. Ich denke ich poliere jetzt mal mein Französisch auf. Das kann man sich gut partitionieren wie es einem passt. Menschen in anderen Ländern besser verstehen macht immer ein besseres Karma ;-). Und sonst muss ich eben noch viel in den nächsten 1-2 Jahren für's Haus machen. Bis dahin weiß ich vermutlich was machen oder habe die Sache "durchschaut" und überwunden. On verra ;-).

  • Was dem Geist geben, damit er beschäfigt ist und was sinnvolles tut?

    • Anandasa
    • 21. Mai 2021 um 20:29

    Danke für die vielen guten Beiträge. Bin erst jetzt dazu gekommen, darauf zu antworten.

    mkha':

    Könnt Ihr Euch vorstellen, Pflegekinder aufzunehmen? Das ist eine sehr anspruchsvolle, aber ganz gewiss sinnvolle Aufgabe.

    Ansprechpartner ist das zuständige Jugendamṭ.

    Ja, das ist eine gute Idee, die wir auch schon verfolgt haben. Ich bin etwas über 50 und meine Frau fast 50. Das Jugendamt hätte aber am Liebsten Pflegeeltern, die im Alter von natürlichen Eltern sind, damit das Kind nicht später sehr alte Pflegeeltern hat. Wir haben es dann sein gelassen, da es für uns zu viel werden könnte, und dann ist es für niemanden gut. Aber die Idee wäre sonst sehr gut.

    Lucy:

    Es ist bewegend, was ein Mensch alles bewirken kann der sein ganzes Leben einer Sache widmet

    Genau das ist der Punkt :-). Ich suche eine Sache neben der Arbeit, so dass ich mir irgendwann sagen kann, dass das die Sache war, die ich gemacht habe. Ichhaben einen guten Kollegen, der Grundschullehrer ist. Obwohl mit über 50 leider Single geblieben, macht er einen zufriedenen Eindruck. Mit dem Unterricht der vielen kleinen ABC-Schützen hat er im Leben was gemacht. Mit meinem technischen Beruf fehlt mir sowas.

    Sherab:

    Im Jahre 2016 habe ich die Ausbildung (Sälrig 2) zum ambulanten Hospizbegleiter gemacht

    Sowas ähnliches kann man bei uns in Frankfurt im Tibethaus als Kurs machen. Ist eine gute Idee. Ich habe aber Bedenken, dass das für mich eine Nummer zu groß ist und ich will niemanden einen Kursplatz wegnehmen, der dafür ein Talent hat. Aber ist nicht negativ gemeint, was den Beitrag angeht. Der Beitrag mit der Idee Hospizbegleiter ist gut.

    Monikadie4.:

    Mir fehlt dieses Gefühl nicht, selbst wenn ich vor mich hinträume.

    Ja, du hast vielleicht deine Kinder gehabt und großgezogen. Da schaut man zurück und hat nicht das Gefühl, das man nicht so richtig was gemacht hätte.

    Monikadie4.:

    Du befindest Dich auf dem Pfad, beschäftigtst Dich mit der Lehre, hast sicher Aufgaben im Haus zu erledigen.

    Oh ja, mit Sachen im Haus, die wirklich gemacht werden müssten, werde ich mich noch ziemlich lange beschäftigen :-).

    Ich hatte in der Schule länger Französisch als Englisch. MIr kam vor kurzem die Idee, mein Französisch wieder aufzufrischen. Ich finde die Sache mit der Deutsch-Französischen Freundschaft gut. Nach 2 schrecklichen Weltkriegen von Deutscher Seite hauptsächlich gegen Frankreich und vielen Kriegen davor zwischen Deutschland und Frankreich, ist das eine enorm sinnvolle und wichtige Sache. Ist zwar gut, aber eher etwas abstrakt.

    Ja, ich muss irgendwas mal anpacken statt evaluieren und evaluieren ;-). Aber vielen Dank für die Anregungen.

  • Was dem Geist geben, damit er beschäfigt ist und was sinnvolles tut?

    • Anandasa
    • 18. Mai 2021 um 21:44

    Hallo,

    der Titel hört sich vielleicht etwas skuril an. Es geht nur eine einfache praktische Sache. Ich kann machen was ich will, der Geist will immer, dass aus der Lebenszeit etwas sinnvolles gemacht wird. Das ist eigentlich in Ordnung solange es nicht unheilsam wird. Meine Frau und ich sind nicht mehr im Alter für Kinder. Kinder geben einem sofort viel Lebenssinn und auch Zufriedenheit (okay, so einfach ist das Ganze nicht immer). Aber das ist jetzt nicht mehr.

    Ich habe schon oft an gemeinnützige Organisationen, Hilfsorganisationen aller Art (Naturschutz, Tierschutz, etc.) gedacht. Letztlich hat meine Frau mir vorgeschlagen in einem zoologischen Verein in der nächsten Großstadt Mitglied zu werden. Sie haben Hilfsprojekte in der ganzen Welt. Das fandt ich richtig gut. Ich merkte wie meine gewöhnlichen gedanklichen Abschweifungen fast weg waren, weil ich jetzt endlich eine sinnvolle Sache vor Augen habe. Ich habe dann auf der Homepage dieser zooloischen Gesellschaft gesurfed und da wurde mir klar, dass es wieder das Gleiche ist wie bei allen anderen Hilfsorganisationen: Sie wollen einfach Spenden, aber keine Mitarbeit. Aus der Traum! Nicht weil sie geldgeil sind, sondern weil die eigentliche Arbeit eben von Leuten vom Fach gemacht werden muss, die das studiert haben oder die Ausbildung dazu haben. Dann haben sie das Wissen für die Arbeit und auch die passende mentale Einstellung dazu. Für Artenschutz im Regelwald am Amazonas braucht man einen Zoologen oder Biologen. Irgendeiner, der da mithelfen will und keine Ahnung hat, behindert das Ganze. Viel besser, wenn dieser dann das Geld für seinen Flug besser spendet. Ist ja auch so.

    Damit bleibt das Problem was man dann dem Geist sinnvolles geben kann, damit er die zerinnende Lebenszeit sinnvoll genutzt ansieht und mal konzentriert etwas sinvolles macht statt alles auf den Beruf zu werfen oder den Fußballverein oder weiß nicht was. Am Ende des Lebens sind solche Dinge zurückschauend nicht wertvoll gewesen und man bereut dafür so viel Zeit eingesetzt zu haben.

    Aber ich weiß jetzt immer noch nicht so richtig was ich sinnvolles meinem "Geist in der Freizeit" geben könnte. Bücher lesen bildet, schafft neue Einblicke und man wird im Altersheim irgendwann einmal nicht wie sonst alle vor dem Fernseher sitzen, weil man gelernt hat zu lesen. Aber es gibt einem nicht das Gefühl, was sinnvolles zu tun. Die Frage ist deswegen, was die anderen hier im Forum so machen. Nicht, weil ich jetzt faul einfach die anderen anzapfe, sondern weil ich schon so lange auf der Suche nach etwas sinnvollem bin und es jedesmal nichts ist. Wäre dankbar für irgendwelche kurze Beschreibungen was andere hier so machen oder sonst für irgendwelche Ideen.

    Dankeschön und Grüße, Anandasa

  • Steigere mich in die Achtsamkeit

    • Anandasa
    • 3. Mai 2021 um 19:30

    [lz]

    am Anfang nimmt man vieles verstärkt wahr, wenn man sich setzt.[/lz]

    Ja, das ist genau richtig. Beginnt man mit meditieren, meint man, dass im Kopf nicht so viel los ist. Man hat ja noch nie selbst geschaut, was da so abgeht. Kommt man dann langsam ins Meditieren rein, merkt man plötzlich, dass da enorm viele Gedanken am Kreisen sind. Dann beginnt die Meditationsarbeit und man beginnt mit der Meditation die Gedanken langsam zu beruhigen.


    [lz]

    Negative Zwangsgedanken loswerden mit der "Gedankenjagd" Technik

    Wenn du weißt, wie du sofort negative Gedanken auflöst, lebst du um ein vielfaches entspannter.[/lz]

    Ich glaube nicht, dass das funktioniert. Ganz einfach, weil man Gedanken nicht beeinflussen kann. Man kann sich hinsetzen und es so lange probieren wie mal will. Es geht nicht. Alle Meditations-Leute sagen das und ich sage nach fast 10 Jahre Meditieren auch, dass es nicht geht aus meiner eigenen Erfahrung heraus. Man kann es nur schaffen die Gedanken nicht nachzuverfolgen. Dann verlieren sie sich. Mit viel Training kann man es vielleicht schaffen für 10 Minuten an nichts zu denken. Aber länger geht es nicht. Kannst du ausprobieren. Das zu schaffen ist auch nicht Sinn der Meditation. Es geht darum die Gedanken zu beruhigen und auslaufen zu lassen.


    [lz]

    Angststörungen[/lz]

    Es gibt ein sehr gutes Buch von Yongey Mingyur Rinpoche mit dem Titel "Buddha und die Wissenschaft vom Glück: Ein tibetischer Meister zeigt, wie Meditation den Körper und das Bewusstsein verändert". Er beschreibt darin wie er als Jugendlicher starke Angststörungen hatte und sie mit der Zeit mit Meditaion in den Griff bekam. Diese Technik mit dem Gedankenjagen hilft vielleicht für einfache Sachen im Alltag. Für tiefer liegende Ängste dürfte diese Technik schnell zu Ende sein. Es sieht sogar so aus, dass es dann tatsächlich das Gegenteil bewirkt. Dieses Buch von Mingyur Rinpoche habe ich selbst gelesen und kann es für deine Angststörungen empfehlen.

  • Zu mehr reicht es bei mir nicht

    • Anandasa
    • 28. April 2021 um 20:43
    copter:

    Servus an alle,

    als Shin-Buddhist - zu mehr reicht es bei mir nicht - gehört man hierzulande einer eher seltenen Art an

    "Du erreichst viel. Das genügt.". Das ist einer meiner wichtigsten Lehrsätze. Er stammt von meiner Mutter. Als sie merkte, dass sie nicht mehr lange zu leben hatte, schrieb sie jedem ihrer Kinder einen Brief. In meinem Brief stand u.a. dieser Satz drin. Ich habe ungefähr 20 Jahre nicht verstanden, was sie damit gemeint hat.

    Mit den Lehren Buddhas habe ich in viele Dinge mehr Einsicht gewonnen und mit Meditation meinen Geist ein Stückweit beruhigt und irgendwann war die Bedeutung dieses Satzes total einfach und Sonnenklar:

    Du erreichst viel, d.h. du musst nicht sehr viel erreichen. Willst du mehr als viel erreichen, kriegst du nur einen riesen Stress. Der Stress macht dich fertig. Und wenn du dann am Ende gar nicht sehr viel erreicht hast, bist du psychisch ausgelaugt. Hörst du nicht auf weiterhin sehr viel zu wollen statt viel, gehst du deinem psychischen Untergang entgegen. Du erreichst viel. Viel ist tatsächlich wirklich viel. Das genügt.

    In dem Sinne, lieber copter: Was du machst ist genau richtig für dich und es ist wirklich viel. Das genügt ;)

  • Geistiger Modus: Am Ende des Lebens zurückschauen

    • Anandasa
    • 19. April 2021 um 09:47
    Lilli:

    Es gibt die 5 täglichen Betrachtungen:

    5 Betrachtungen

    Auf YouTube findest Du auch Vorträge und Kontemplationen dazu.

    Das könnte eine gute Unterstützung dazu sein:)_()_

    Diese 5 Betrachtungen kenne ich sogar. Das ist eine gute Sache, fällt bei mir leider zu oft unter den Tisch. Es geht dabei um die Vorbereitung auf den Tod und das Dinge vergehen werden, sie einem lieb sind. Das ist auch eine gute Sache. Was ich aber meine ist ein bisschen was anderes, nämlich wie gesagt sich vorstellen, dass man am Ende des Lebens steht und zurückschaut.

    Schaue ich zurück, sind sehr viele der Dinge, die mir jetzt wichtig erscheinen, für mich nicht mehr wichtig. Wichtig ist für mich zurückblickend, ob ich ein freundlicher Mensch gewesen bin, der seine Sache einigermaßen gut gemacht hat. Das eröffnet mir den Blick, was eigentlich wichtig ist bis ich irgendwann wirklich an meinem Lebensende stehe.

    Ich lasse mich nicht von Dingen verrückt machen, die gar nicht so wichtig sind, sondern durch Anhaftung, Gier, etc. als wichtig gesehen werden. Gier, Lebensgier kann sich sehr sehr gut verstecken, so dass man es lange nicht entdeckt und dann ist viel Lebenszeit draufgegangen, das Karma hat sich nicht gut entwickelt, bringt aber unweigerlich seine Rückwirkungen.

  • Geistiger Modus: Am Ende des Lebens zurückschauen

    • Anandasa
    • 19. April 2021 um 00:50
    mukti:

    2.Kamma-nimitta – Ein Bild oder eine Bedingung taucht auf, die im Zusammenhang mit einer vergangenen karmischen Handlung steht. Das mag z.B. die Pistole beim Mord sein, die Leiter beim Einbruch, der Hut oder das Gesicht der alten Frau, der er über die Straße geholfen hatte, oder die Blumenvase im Tempel, in dem er dāna gab und meditierte.

    Ja, ich habe durch meine introvertierte und zurückhaltende Art bis jetzt Glück gehabt, dass ich noch nichts verbrochen habe. Einigen Leuten konnte ich ihre Erwartungen nicht erfüllen, aber dafür kann ich nichts. Ich hoffe, dass dies so bleibt. Zum Glück erkenne ich langsam, dass ich da einen Schatz habe. Bis jetzt war mein zurückhaltendes Naturell für mich immer nur der Grund warum ich hinterherhinke. Naja, aber die Gedanken könnten reiner sein ;-). Blebt noch viel zu tun ...

    Lilli:

    Sollte man regelmäßig machen, dann wird vieles "anscheinend Wichtige' zur Nebensache.

    Ich werde mir im Computer einen Alarm machen. Sonst droht es eine Erkenntnis zu werden, die beim nächsten Ärger oder nächsten Irrungen und Wirrungen wieder verloren geht und irgendawann nach Jahren wiederentdeckt wird.

    Monikadie4.:

    Und das ist ganz besonders wertvoll. Du hast also gleich beide Seiten der Medaille vor Augen geführt bekommen, konntest darüber reflektieren und weiter in den tieferen Sinn von "Die Dinge gehen vom Geiste aus" und "alles ist leidvoll".

    Ja, ohne irgendwann auf die Lehre Buddhas gestoßen zu sein, wäre ich nicht einmal auf die Idee gekommen meine Gedanken zu beobachten und schauen was sie machen. Da bin ich schon sehr froh und sehr dankbar. Was mich bei dem Ganzen doch erstaunt, ist, dass es eine freie Wahl ist wofür man sich entscheidet. Es sind geistige Modi, für die man sich entscheiden kann. Natürlich ist man nicht einfach ein Prozessor, dem mal das eine oder andere Programm geladen wird. Man hat als Mensch seine Gestaltungsfreiheit. Dennoch ist keine Wirklichkeit dahinter, kein Selbst. Da ist nur die Freiheit sich zu entscheiden und sich zu überlegen, was die Folgen sind. Mit der Lebensgier werde ich weiter zu kämpfen haben, aber ich denke ich habe ein wichtiges Werkzeug gefunden.

    mukti:


    Das ist schon eine Übung im Sinne der Lehre Buddhas denke ich. Die Lehrrede A.VIII.74 geht wohl ungefähr in diese Richtung:

    [lz]

    Wenn nun, ihr Mönche, der Mönch bei seiner Betrachtung merkt, daß in ihm noch unüberwundene üble, unheilsame Eigenschaften anzutreffen sind, die ihm, wenn er stürbe, zum Schaden gereichen könnten, so hat eben jener Mönch äußersten Willensentschluß, Tatkraft, Streben, Ausdauer, Standhaftigkeit, Achtsamkeit und Geistesklarheit zu zeigen, um diese üblen, unheilsamen Eigenschaften zu überwinden.[/lz]

    Sich früh mit den seinen "Knörzen" zu beschäftigen, die man noch hat, hilft einem später sehr. Ich mag sehr dieses Video Die letzte Prüfung. An dieser Stelle wird dieser Dialog zwischen Buddha und Ananda aufgeführt:

    Buddha: Ananda, mein Schüler, sage mir, wie oft am Tag denkst du an den Tod?

    Ananda: Sieben Mal am Tag, Meister.

    Buddha: Ananda, du bist zu leichtfertig. Wir sollten bei jedem Atemzug an den Tod denken.

    Leider weiß ich nicht, ob dieser Dialog auch irgendwo im Pali-Kanon steht. Hatte mal den Regisseur des Videos eine Mail deswegen geschrieben. Der antwortete, dass für den Inhalt Ajaan Tippakorn Sukhito verantwortlich sei und er nicht wisse, wo dieser diesen Dialog her habe. Hatte auch hier im Forum gefragt, ob jemand diesen Dialog kennt, aber keine Antwort bekommen.

  • Geistiger Modus: Am Ende des Lebens zurückschauen

    • Anandasa
    • 15. April 2021 um 23:35

    Hallo,

    ich habe in den letzten Tagen eine kleine Entdeckung gemacht. Ich will deswegen nicht gleich anfangen einen ständigen Thread mit den Einsichen von Anandasa zu eröffnen. Aber ich wollte das mal kurz aufschreiben und mal fragen, was die Leute davon halten in Bezug auf die Lehre Buddhas.

    da ich schon ein bisschen über 50 bin, habe ich begonnen mich etwas mit dem Sterben auseinanderzusetzen. Läuft man über irgendeinen Friedhof, sieht man an den Grabsteinen, dass viel mehr Menschen unter 60 sterben als man glaubt. Ich stehe also fiktiv am Ende meines Lebens und schaue zurück. Was werde ich dann denken? Bist du ein freundlicher Mensch gewesen, der versucht hat, anderen Menschen nicht zu schaden? Hast du Mitgefühl gehabt? Hast du deine Sache einigermaßen gut gemacht? Würde ich das bejahen können, würde ich auch einigermaßen akzeptieren können gehen zu müssen, wenn es mal soweit ist. Über diese Einsicht war ich etwas verdutzt, hätte nicht mit so einer "einfachen" Einsicht gerechnet.

    Meine noch verbliebenen 2 großen Manien (häufige sich ständig wiederholende gedankliche Beschäftigungen) haben auch aufgeführt. Dieser gedankliche Modus am Ende des Lebens zurückzublieben hat in mir für eine gewisse Ruhe gesorgt. Ich habe wirklich gemerkt wie ich mich entspannt habe. Ist jetzt mehrere tage her und es ist immer noch so.

    Jetzt kommt der Gegensatz dazu, der zunächst auf heimtückische Weise ganz unverfänglich beginnt. Heute war auf Arte ein Dokumentarfilm über den botanischen Garten in Rio de Janeiro. Unheimlich schöne Bilder von Gartenanlagen mit Palmenalleen mit sehr hochgewachsenen Palmen. Viel interessantes über die Flora Südamerikas. Später habe ich mir im Internet Bilder vom diesem botanischen Garten zusammengesucht und runtergeladen zum manchmal Anschauen. Dabei bin ich im Internet auch auf Bilder von Rio de Janeiro selbst gestoßen mit wunderschönen Stränden, umwerfender Aussicht vom Corcovado mit der Christus-Figur hinunter auf die Bucht. Landschaftlich eine der schönsten Städte der Welt. Dann fiel mir eine frühere Arbeitskollegin aus Brasilien ein, die in Rio de Janeiro studiert hatte. Einmal hat sie mich freundlich angelächelt. Spätestens jetzt merkte ich, dass ich aufpassen muss: Die Lebensgier beginnt wieder aufzusteigen. Ich bin dabei wieder aus dem heilsamen gedanklichem Modus rauszufallen, bei dem ich in Gedanken am Ende des Lebens auf mein Leben zurückschaue.

    Dieser gedankliche Modus als ob man am Ende des Lebens auf sein Leben zurückschaut und sich fragt, ob man es einigermaßen gut gemacht hat, scheint mir ein Schlüssel zu sein für mentalen Frieden und Gleichmut. Es scheint mir auch ein wichtiger Teil in der Lehre Buddhas zu sein, auch wenn es dort nicht direkt so formuliert ist. Ich werde versuchen diesen gedanklichen Modus ständig beizubehalten. Es ist kein Problem in der Firma seine Leistung zu bringen, um sein Geld zu verdienen und seine Zukunft zu sichern, und dabei in diesem Modus zu bleiben.

    Ich wollte das einfach mal aufgeschrieben haben. Vielleicht hilft das auch anderen. Was ich noch nicht geschafft habe zu erreichen, ist die Einsicht zu erlangen, dass alle Dinge unbefriedigend sind. Verstandesmäßig ist mir klar, dass es so sein muss. Ich kann vieles gut nachvollziehen, was Buddha gelehrt hat. Ich kann aber weiterhin nicht damit aufhören Dinge zu suchen, die mir Befriedigung geben. Ich merke nur, dass es wieder kommt und versuche damit aufzuhören. Vielleicht muss ich noch viel radikaler in Gedanken am Ende des Lebens stehend zurückschauen, um hier auch ein Stück weiterzukommen. Werde das ausprobieren.

    Grüße, Anandasa

  • Hat Lesen auch meditativen Charakter?

    • Anandasa
    • 25. März 2021 um 00:00

    [lz]

    Auf jeden Fall kann ich mir das Lesen gut als heilend vorstellen - nur wie Therapeut*in und Patient*in das passende Buch finden können, stelle ich mir schwierig vor.[/lz]

    Ja, das sehe ich auch als Schwierigkeit. Ich habe eine Vorliebe für Südamerika. Deswegen schauen ich nach großen Authoren von diesem Kontinent. Wenn mir ein Buch nicht zusagt, lege ich es einfach weg. Egal wie berühmt der Author ist. Vor einiger Zeit habe ich Isabel Allende entdeckt. Das Haus der Geister mochte ich sehr. So las ich weitere Bücher von ihr. Das erste Buch von Vargas Llosa mochte ich auch und so hatte ich schon einen weiteren Author, von dem ich mir weitere Bücher hole. Wichtig ist einfach, dass ich lese, wenn mir nach geistiger Entspannung ist und nicht weil ich jetzt das nächste Buch lesen muss. Das wird dann Anhaftung, was bekanntlich unheilsam rauskommt ;-).

  • Hat Lesen auch meditativen Charakter?

    • Anandasa
    • 23. März 2021 um 22:15

    Hallo,

    habe vor kurzem das Lesen wiederentdeckt. Habe ich früher mal eine Zeitlang gemacht, aber dann nicht weitergemacht. Es hat mich eher geschlaucht, weil ich Bücher der Weltliteratur lesen wollte um da Bescheid zu wissen und Ahnung zu haben. Das war keine heilsame Motivation.

    Jetzt lese ich wieder Bücher der Weltliteratur, aber zur Entspannung. Ich lese und stelle fest, dass ich den Author glaube zu verstehen. Jemand aus einer ganz anderen Kultur, der eine ganz andere Muttersprache hat. Schöne Sache.

    Zum Thema: Wenn man liest, ist man auf eine Sache konzentriert. Manche Authoren sind nicht leicht zu lesen, man muss aufmerksam lesen, sonst muss man immer wieder zurückspringen und nochmal durchlesen. Der Kopf ist also ganz beschäftigt und kann deswegen nicht in Gedanken umherschweifen. Das scheint mir auch eine Art Erholung für den Kopf zu sein ähnlich wie beim Meditieren. Man betrachtet beim Lesen zwar nicht die Gedanken und man hat so gesehen auch keine Lockerung des Geistes, aber der Geist kommt auch für eine Zeitlang zur Ruhe wie beim Meditieren.

    Bin ich hier allein, der das beim Lesen beobachtet hat oder lesen hier auch andere gern um dem Geist mal ein bisschen Urlaub zu gönnen?

  • Grübeln bräuchte Tipps

    • Anandasa
    • 15. Januar 2021 um 12:14

    Ich habe mir auf mein Handy so eine App runtergeladen für Gehirn-Training. Ist eine professionel gemachte App, die zusammen mit Neurologen entwickelt wurde. Das hilft mir wenigstens teilweise mich aus meinem eigenem Gedankenkreisen rauszuziehen. Die App besteht aus einer Sammlung von Übungen für Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Schlussfolgerndes Denken und Geschwindigkeit, Die Übungen sollen auch Spaß machen, aber meistens ist es harte Arbeit. Aus der Sackgasse mit der Rumination geht es ohne Arbeit halt nicht wieder raus ...

    Wenn man nicht konzentriert ist, fliegt man von höheren Spielstufen sofort runter auf niedrigere wegen Zeitüberschreitung. Irgendwelche Gedankenabschweifungen und man wird gleich von der Zeitüberschreitung gefressen. Das ist dann wirklich frustrierend, aber es hilft sich zu erarbeiten wieder über eine gewisse Dauer konzentriert zu sein. Ansonsten ist die App für die allgemeine mentale Fitness hilfreich.

    Wenn man das machen will, muss man wohl etwas Geld für eine professionelle App hinlegen. Ich bezahle so ca. €30.- im Jahr. Aus meiner Sicht lohnt es sich. Wenn dich die App interessiert, Arturdelbosque, kannst du mir eine PN schicken und ich gebe dir den Namen von dieser App durch. Sonst kommt es hier als Schleichwerbung rüber.

  • Grübeln bräuchte Tipps

    • Anandasa
    • 13. Januar 2021 um 11:41

    Das Problem mit der Rumination kennen ich von mir selbst sehr gut. Ich las mal in einem Artikel über Buddhismus vom Affen, der ständig im Kopf herumspringt und nicht zur Ruhe kommen will. Da dachte ich mir, dass der Buddhismus da etwas für mein Problem haben könnte.

    Beim Betrachten des Atems beim Meditieren machte ich einmal die Erfahrung, dass die Betrachtung des Atems mich zu mir selbst zurückzubringen scheint. Tue ich nichts als den Atem zu betrachten, komme ich zu meinem Selbst zurück. Mit Selbst ist hier nicht das Selbst im Sinne von Anatta gemeint, sondern sowas wie meine eigene Natur, mein inneres Gleichgewicht. Stecke ich in Ärger oder Träumereien bin ich aus meinem Selbst rausgefallen. Diese Erfahrung ist bei mir auch erst neu. Ich werde jetzt so vorgehen, dass ich mir dann jeweils kurz Zeit nehme um meinen Atem zu betrachten um wieder zu meinem Selbst zurückzukommen. Im Home Office mal die Augen zu machen ist ja kein Problem. Am Arbeitsplatz kann man ja auch die Augen offen lassen oder man sucht sich ein Örtchen, wo man kurz Ruhe hat. Vielleicht ist dieses Vorgehen auch eine Idee für dich.

    Ich bleibe außerdem bei der Wortwahl "mein Selbst" statt inneres Gleichgewicht oder sowas, weil das Gefühl bei der Betrachtung meines Atems ist wie wenn ich zu mir selbst zurückkehre. Das ist eine besondere Erfahrung, die mir wirklich den Eindruck gibt, dass ich aus dem ganzen Zeug wieder draußen bin, und es mir wieder gut geht. Das ist nicht zu vergleichen mit "ich bin jetzt auf Meditationsstufe 4711 angekommen" oder sowas.

    Dann kann man die Gedanken analysieren, die einem ständig im Kopf herumschwirren. Nach meiner Erfahrung ist das letztendlich müßig. Nach vielem Analysieren, was auch wieder seine eigene Rumination mit sich zieht, denkt man irgendwann, dass man hier schon mal gewesen ist und hat nur den Eindruck, dass man sich jahrelang im Kreis bewegt hat.

    Warum ärgere ich mich z.B.? Wegen diesem Kollegen an der Arbeit oder sowas. Und wenn schon: Selbst wenn man die Stelle wechselt, gibt es da auch wieder jemanden, über den man sich ärgern wird. Wer sich nicht auf rechte Weise verhaltet, wird irgendwann schlechtes Karma ernten. Das ist kein buddhistischer Glaubenssatz, sondern das ist tatsächlich so. Wenn jemand die meisten Überstunden in der ganzen Firma hat, weil er gerne eine große Nummer sein will, soll er es so machen. Die verstrichene Lebenszeit kommt nicht mehr zurück und irgendwann ist es zu spät wichtige Weichen für das Leben noch schalten zu können. Das ist solchen Leuten ihre eigene Schuld und sie werden dann entsprechend dumm in die Röhre gucken. Ärgere ich mich über jemanden, kehre ich einfach wieder dahin zurück, dass diese Leute das Karma ernten werden, das sie sehen, und sie selbst dafür verantwortlich sind. Merkt man beim Meditieren, dass man wieder in Gedanken verfallen ist, fängt man wieder neu an. Genau so mache ich es, wenn ich mich über Leute ärgere: Die ernten das Karma, das sie gesäht haben. Dann betrachte ich wieder meinen Atem bis ich wieder bei mir selbst bin. Das muss man sich erarbeiten, kommt nicht von allein. Aber es ist ein Weg.

    Oder ich stecke in Tagträumereien. Was sind diese Tagträumereien? Bei mir sind sie letztendlich immer Lebensgier. Dummerweise dauerte es immer lange bis ich das begriffen habe. Der Geist möchte das nicht wahrhaben, sondern sich das "pralle Leben" reinziehen. Wenn ich früher schon weiter gewesen wäre, hätte ich im Leben noch dieses und jenes erleben können. Ich wäre aber nie damals schon soweit gewesen. Das ist nur die Lebensgier, die einem zu so einem Denken verführt. Also was hier wieder zu tun ist: Sich ein paar Minuten Auszeit nehmen, den eigenen Atem betrachten bis man wieder zu seinem Selbst findet. Hat man dieses weider, sind die Dinge im Lot. Denn das eigene Selbst ist bei sich und dort ist es zufrieden und giert nicht. Ich habe das jedenfalls so festgestellt. Weiß nicht mal, ob das gemäß buddhistischer Theorie so richtig ist. Kann man ja selbst ausprobieren.

    Mein Rat ist jedenfalls in solchen Momenten seinen Atem zu betrachten bis man wieder bei sich selbst ist. Lange analysieren führt nach meiner Erfahrung nicht zu viel. Die Lebensgier und der Ärger ist im Menschen immanent enthalten. Es gibt natürlich individuelle Umstände, bei denen man etwas machen muss. Aber sichirgendwelche Dinge sich selbst vorzuwerfen nützt nichts. Einfach die unheilsamen Dinge abstellen und das tun was zu tun ist. Jemand redet mit mir immer in einer Sprache, die mir suggerieren soll, dass er höherwertiger als andere ist? Diesen Typ meiden und fertig. Nichts mehr mit analysieren. Zu seinem Selbst zurückkehren, das Heilsame tun, und das Unheilsame sein lassen.

  • Insekt verletzt - und dann?

    • Anandasa
    • 16. November 2020 um 10:14

    Das Thema mit den Fliegen hatten wir hier ja schon einige Male. Insekten sind auf der Erde die mit weitem Abstand erfolgreichste Spezies von ihrer Verbreitung her. Ohne insekten-fressenden Pflanzen, Vögeln, Spinnen, anderen Insekten und kleinen Reptilien würde wir in einer riesen Wolke von Insekten ersticken. Das wäre nicht nur für uns Menschen so, sondern für viele Tiere auch. In der Natur stellen sich Geleichgewichte ein durch begrenzende Elemente und das ist gut so, denn das bewahrt die Natur.

    Wenn sich bei uns in die Wohnung eine Fliege, Biene oder Wespe verirrt, nehme ich mir auch etwas Zeit und befördere sie ins Freie. Aber ich würde es als übertrieben ansehen sich ein großes Gewissen zu machen, wenn bei einer Befreiungsaktion was schiefgeht und ich einer Fliege in Bein ausreiße. Ich versuche es zu vermeiden. Ist für mich eine Sache von Achtsamkeit, nicht so sehr von Karma.

  • Atemzüge zählen (eure Zählweisen)

    • Anandasa
    • 4. November 2020 um 11:03

    Ich zähle beim Ausatmen und bis 21. Ich kenne es noch auf die Nasenspitze zu achten wie man dort den Luftzug vom Einatmen spürt. Mache das selber aber nicht.

    Da mir das Zählen schon manchmal ziemlich trocken vorkommt, zähle ich in verschiedenen Sprachen. Mit der Sprache meines Geburtslandes habe ich eine gute Beziehung, da ich dort eine schöne Kindheit hatte. Deswegen zähle ich gern in dieser Sprache. Ich mag auch Französisch und Spanisch und zähle dann manchmal auch in diesen Sprachen. Erzeugt ein wohlwollendes Gefühl gegenüber diesen Sprachen und den Menschen, die sie sprechen. Mit ein bisschen Metta geht alles besser und ist dann nicht so trocken und nur Disziplin beim Zählen und so.

  • Vermischung / Hauptpfeiler des Buddhismus

    • Anandasa
    • 9. Oktober 2020 um 14:11
    ARYA DHARMA:

    Vermischungen sind immer schlecht, sieht man ja hier in Europa am sekulären Buddhismus, wo man gerne Dinge rausstreichen will, weil sie ja "veraltet" sind, etwa Nirvana. Die denken wirklich, man könnte die Hauptpfeiler einfach einstürzen, und trotzdem hätte man noch ein gesundes Gebäude.

    Man sollte Respekt gegenüber jeder Richtung haben. Dies beinhaltet für mich, sie nicht zu vermischen, sondern sie getrennt zu studieren.

    Mich hat früher oft irritiert hat, dass irgendwas als eine wichtige Lehre im Buddhismus dargestellt wird. Als ich dann mit der Zeit mehr vom Buddhismus verstanden habe, habe ich gemerkt, dass dieses oder jenes tatsächlich eine Besonderheit der einen oder anderen Richtung ist. Es ist nicht unbedingt böser Wille dabeigewesen, da den Schreibern das evtl. selbst nicht bewusst war. Mittlerweile kenne ich mit in den verschiedenen Richtung im Groben aus und weiß verschiedene Ansätze oder Lehren einzuordnen. Aber früher war das ziemlich verwirrend. Manchmal haben die Leute dann auch so einen All-Anspruch, obwohl irgendeine Lehre eine Besonderheit einer bestimmten Richtung ist. Für Laien ist das dann nicht zu erkennen.

  • Buddhismus und sich wehren

    • Anandasa
    • 7. Oktober 2020 um 22:49
    Licentia:
    Anandasa:

    Ich kann mich an irgendwas im Konfirmanden-Unterricht erinnern, dass das mit der anderen Backe hinhalten nicht wörtlich zu verstehen ist und oft falsch verstanden. Aber das ist zu lange her als dass ich das noch wüsste.

    Versuche dich bitte zu erinnern, und lasse mich daran teilhaben, sonst fange ich noch an, wenn mir jemand auf die Backe tätschelt, ich die andre Backe hinhalte, und aufgeforderte die auch zu tätscheln. :lol:

    Sorry, weiß es wirklich nicht mehr und ich könnte mir vorstellen, dass darüber manche Theologen streiten wie es zu verstehen ist. Ich würde es für mich selbst verstehen wie im Sinne von "Wenn dich einer nötigt mit ihm eine Meile zu gehen, dann gehe mit ihm zwei".

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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