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  1. Buddhaland Forum
  2. Anandasa

Beiträge von Anandasa

  • Wichtige Frage zur Wirkung von Karma

    • Anandasa
    • 30. September 2015 um 17:17

    Hallo Zimtstern,

    hier mein Versuch einige deiner Fragen zu beantworten.

    Zitat

    Man sieht ja überall auf der Welt Menschen die offensichtlich vom Karma extrem belohnt wurden indem sie beispielsweise reich, einflussreich, beliebt und bildhübsch sind oder sogar mehre von diesen Eigenschaften gleichzeitig aufweisen.


    Solche Dinge wie Reichtum, Schönheit, usw. sind nicht eine Folge von Karma. Es sind nur äußerliche Merkmale, die Folge einer Ursache sind. Die Ursache mag gewesen sein, dass über lange Zeit Menschen betrogen wurden um sich zu bereichern. Die karmische Wirkung hiervon ist nicht Reichtum. Dieser ist nur Folge der Betrügereien ist. Die karmische Wirkung ist immer die Rückwirkung auf einen selbst. Jemand, der andere Menschen betrügt um reich zu werden, wird daduch selbst hartherzig und gierig. Er hat bald keinen Umgang mehr mit leuten, die echte menschliche Qualitäten, da solche Leute mit solchen machenschaften nichts zu tun haben wollen. Schönheit ist einfach eine bestimmte Kombination von Erbanlagen. Führt sie dazu, dass man sich für was besonderes hält, ist dies Verblendung. Dies hat wiederum nichts mit Karma zu tun.

    Zitat

    Viele davon benehmen sich aber sehr mies, nutzen ihre karmischen Geschenke dazu aus andere Lebewesen zu unterdrücken, zu schikanieren und ihnen mit den unterschiedlichten bösen Taten psychisch und physisch zu schaden.


    Die karmischen "Geschenke" sind aber nicht Reichtum, sondern die Rückwirkungen auf den eigenen Geist. Bei heilsamen Taten sind die Rückwirkungen auf den eigenen Geist heilsam: verbessertes Mitgefühl, Wohlwollen, Großzügigkeit gegenüber andere. Echte Freunde mit menschlichen Qualitäten. Aus den Kindern werden ebenfalls Menschen mit menschlichen Qualitäten, etc. Bei unheilsamen Taten sind die Rückwirkungen auf den eigenen Geist unheilsam.

    Zitat

    aber wodurch kann ich dann dazulernen und mich in zukünftigen Leben nach und nach verbessern wenn ich immer wieder bei einem absoluten Nullpunkt anfange und alles was ich gelernt habe und alle guten Taten und alle Liebe die ich geschenkt habe komplett umsonst waren?


    Die Wiedergeburt entspricht dem aufgebauten Karma der Vorexistenz. Hat diese gutes Karma erzeugt, erfolgt die Wiedergeburt in einem höheren Lebensbereich (liebe Eltern, liebe Menschen um sich, gute Anfangsposition in vielerlei Hinsicht). Hat diese schlechtes Karma erzeugt, erfolgt die Wiedergeburt in einem niederen Lebensbereich. Soweit die Theorie. Ob man an Wiedergeburt glaubt ist etwas anderes. Ob Buddha Wiedergeburt so verstanden haben wollte, ist auch was anderes. Siehe z.B. Artikel "Anatta und Wiedergeburt" von Ajahn Buddhadasa (*). Aus meiner Sicht bedeutet Wiedergeburt nur eine Fortführung auf dem gleichen Niveau wie vorher (also ein Kontinuum). Wer schon Leute erlebt hat, die z.B. zu schweren Wutanfällen neigen, dem kommt der Gedanke, dass sie sich schon in diesem Leben selbst in einen Höllenbereich katapultiert haben. Nach der Wiedergeburt machen sie im gleichen Höllenbereich weiter. In diesen Höllenbereich haben sie sich selbst gebracht durch Achtlosigkeit, Rücksichtslosigkeit, Maßlosigkeit, etc. Dies ist ihr Karma.

    Grüße, Anandasa

    * http://www.das-buddhistische-haus.de/pages/images/s…iedergeburt.pdf

  • Studium

    • Anandasa
    • 23. September 2015 um 13:42

    Hallo Thor,

    ich habe das gleiche Problem wie du. Ich mache es so, dass ich mich erst einmal an die Lehren Buddhas selbst halte, d.h. ich halte mich an den Palikanon und den Theravada. Wobei Theravada nicht gleich der Lehre Buddhas ist, sondern eine bestimmte Interpretation des Palikanon ist mit Betonung bestimmter Elemente und Vernachlässigung anderer Elemente. Alles andere erkunde ich stichprobenweise. Ich mag was der Dalai Lama auf Youtube sagt, aber ich tauche nicht zu tief in Mahayana und Vajrayana ein. Ist einfach sonst viel zu viel und erzeugt nur ein riesen Durcheinander. Zum Beispiel ist Leerheit in der Lehre Buddhas und in anderen buddhistischen Richtungen nicht genau das Gleiche. Wenn man das nicht weiß, meint man das hätte jetzt Buddha so gesagt. Bei vielen anderen Dingen ist es auch so. Ich habe das Buch "Buddhismus für Dummies", das ich als Einstieg empfehlen kann. Dort wird gut in leicht verständlicher anfängergerechter Form erklärt was in Theravada, Mahayana, Vajrayana, Zen jeweils anders ist und was die eigentliche Lehre Buddhas ist.

    Grüße, Anandasa

  • Rückzug

    • Anandasa
    • 21. September 2015 um 11:07

    Hallo Frangipani,

    ich erzähle dir jetzt mal eine wahre Geschichte :-). Ich bin früher mal mehrere Jahre wie verrückt Salsa tanzen gegangen. Habe Kurse genommen (mind. 2 Kurse parallel) und bin die Woche noch 3-4 mal weggegangen zum Tanzen. Ob man mir das jetzt glaubt oder nicht ;-). War eine sehr schöne Zeit, aber das Ganze war einfach zu viel. So nach 4 Jahren hatte ich keine Energie mehr dafür. Es ging langsam zurück wogegen ich ankämpfte, weil ich mir ja davon mein Mojo holte. Irgendwann war ich dann wirklich ausgebrannt. Bei vielen anderen war es das Gleiche. So etwa 95% der Leute hören nach 1-2 Salsa-Kursen auf. Der Rest macht weiter wovon nochmal so 95% verrückt wird nach dem Zeug. Es ist immer wieder das Gleiche egal ob es Salsa, Buddhismus, Nirwana, Fußball oder sonstwas ist: Sobald der Geist in einen ausufernden Zustand geraten ist, ist es sehr mühsam und langwierig ihn wieder zu einem normalen heilsamen Maß zurückzubekommen.

    Die Moral von der Geschichte: Was man heute über das heilsame Maß zu viel macht, kommt später als Kater-Stimmung wieder zurück. Deswegen lehrte Buddha den Mittleren Weg. Nebenbei gesagt dauert die Kater-Phase oft länger als die euphorische Phase. Keine von beiden tut einem wirklich gut. Wenn man seine Freunde zu lange vernachlässigst, wird man sie irgendwann verlieren und vereinsamen. Das ist Karma: Die Rückwirkung der eigenen Taten auf einen selbst. Deswegen würde ich dir raten ein heilsames Maß zu finden und auf dem mittleren Weg zu bleiben. Dann wäre ein wichtiges Prinzip aus der Lehre Buddhas verstanden und richtig angewandt :-).

    Gruß, Anandasa

  • Die Bedetung der ersten Sila: Nicht-Töten

    • Anandasa
    • 20. September 2015 um 14:48

    Wenn man Zug oder Auto fährt ist man "Schuld" am Tod unzähliger Insekten, die auf der Windschutzscheibe des Autos oder der Lok umkommen. Im Buch "Konzentrative und analytische Meditation" von Geshe Rabten (*) heisst es in der Einleitung auf S. 8: "Bei einem kleinen Ausflug entdeckte Geshe in einem Warteraum auf einem Fenstersims eine Fliege, die auf dem Rücken lag. Vorsichtig nahm er sie auf die Handfläche, hauchte sie an, sprach einige Mantras, bis sie sich wieder bewegte, und bat mich, sie nach draußen in die Sonne zu bringen. Solche und ähnliche Begebenheiten erlebten wir immer wieder.". Hört sich sehr nett an, aber bei dem Ausflug sind an irgendwelchen Windschutzscheiben unzählige Fliegen dabei umgekommen. Es stellt sich die Frage, ob bei Insekten manchmal nur Nostalgie betrieben wird.

    Vor einigen Wochen habe ich einen Dokumentarfilm über Hummeln gesehen. Hummeln haben auch eine Königin, die Eier legt so wie Bienen. In dem Dokumentarfilm wurde gezeigt wie Arbeiter-Hummeln die Hummelkönigin umbrachten und der Brut als Essen gaben. Die Hummelkönigin war vom Eierlegen verbraucht und konnte keine mehr legen. Also wurde sie vom Hummelstaat futtereffizient verwertet. Mir scheint eher, dass Insekten keine fühlende Lebewesen sind, sondern auf der Stufe von "Atomaten mit Odem" sind.

    Das menschliche Gehirn und das anderer Primaten besteht aus drei Tteilen, die in der Evolution nacheinander entstanden sind. Nur Tiere, die das dritte und zuletzt entstandene Gehirnteil haben, können überhaupt geistig nachvollziehen, dass andere Lebewesen Schmerzen haben. Sämtliche Reptilien können das nicht, denn sie haben nur die beiden ersten Gehirnteile. Kein Krokodil oder Waran versteht, dass das Opfer Angst oder Schmerzen hat. Es besorgt sich einfach Futter und mehr passiert in deren Gehirnen nicht nicht.

    Es geht auch schlichtweg nicht, dass alle Lebewesen Vegetarier sind. Es braucht Begrenzungstiere, die dafür sorgen, dass es keine Überpopulation gibt. Überpopulationen fressen ganze Landstriche kahl und zerstören die Lebensgrundlagen aller anderer. Ich finde man sollte hier nicht zu sehr in Nostalgie schweben, sondern sehen wie die Dinge sind.

    Es geht aus meiner Sicht eher darum sich zu überlegen wie die Rückwirkungen auf uns selbst sind, wenn wir ein Lebewesen töten. Für uns können solchen Tötungen geistig unheilsam werden, weil wir verstehen, dass das Opfer leidet. Also müssen wir hier aufpassen und uns überlegen was wir tun. Ich glaube kaum, dass eine Fliege leidet, wenn sie von der Fliegenpatsche getroffen wird und sofort mausetot ist, weil völlig zerquetscht. Die Frage ist wie man mit achtsamen Umgang dafür sorgt, dass im Sommer die Fliegen aus der Wohnung bleiben u.ä.

    * http://tenzindorjee.jimdo.com/app/download/7…df?t=1370376697

  • Wie lange meditieren?

    • Anandasa
    • 18. September 2015 um 16:43

    Hallo,

    ich nehme einen Meditationshocker. Kann man lange mit sitzen ohne dass die Beine eingeklemmt sind und man hat so auch einen sehr festen Sitz. Kann ich empfehlen, kostet nicht viel.

    Gruß, Anandasa

  • Alkohol

    • Anandasa
    • 17. September 2015 um 18:12
    Losang Lamo:

    Ich hab's also nicht geschrieben, weil ich zu doof bin um zu wissen, wie sich ein Hängen am Rotweinchen anfühlt, sondern weil ich erfahren habe, wie schön es ist, solch eine Anhaftung aufzugeben. Das nenn ich Freiheit.


    Genau, es geht die Freiheit.

  • Alkohol

    • Anandasa
    • 16. September 2015 um 15:45
    Zitat

    Aber ich nehme da Kaffee - stinkt nicht so und geht auch nicht auf die Lunge.


    Ich war mal an einem Vortrag des Dalai Lama, an dem ihn jemand fragte wie sein Tagesablauf so aussehen würde. Er meinte morgens zuerst 4 Stunden meditieren. Dann einen Tee trinken, sonst Wasser, aber keinen Kaffee! Ich wusste gleich was er meinte mit kein Kaffee trinken: der Kaffee kratzt einen auf, macht einen hibbelig. Das stört die innere Ruhe. Dann gibt es dieses "ich habe jetzt keinen Bock das zu machen, deswegen trinke ich zuerst einen Kaffee". Bei Tee gibt es das nicht. Tee ist so langweilig, dass es keinen Zigaretten-Effekt hat wie Kaffee. Man trinkt ihn nur um den Geschmack zu genießen. Auf den Geschmack muss man "hineinhören" um ihn wahrzunehmen, denn er ist im Vergleich zu Kaffee sehr schwach. Das "Hineinhören" ist gut für die Achtsamkeit.

    Ich dachte mir, dass ich das dann auch so mache wie der Dalai Lama und keinen Kaffee trinke. Wenn er das kann, kann ich das auch. Habe ich auch so 2 Monate geschafft. Danach war es wieder so schlimm wie eh und je ... Aber ich finde, dass er recht hat.

  • Geisteskrankheit im Buddhismus

    • Anandasa
    • 6. September 2015 um 21:05
    Zitat

    Eignet sich denn jede Meditationsform für jeden?

    Dazu gibt es noch keine systematischen Forschungsergebnisse, aber Indizien deuten darauf hin, dass nicht jeder von jeder Meditationsform gleich gut profitiert. Die beste Empfehlung derzeit lautet, es einfach auszuprobieren und der Sache Zeit zu geben.

    Siehe http://www.faz.net/aktuell/stil/l…3229776-p2.html

  • Nicht-Anhaftung versus Liebe + Überlebenstrieb

    • Anandasa
    • 29. August 2015 um 16:18
    Zitat

    Nach der Lehre entsteht Leid durch Anhaftung. Wir erfahren Leid und Angst in Verbindung mit dem Tod, weil wir am Leben anhaften. Nun haben alle Lebewesen (vielleicht nicht unbedingt Pflanzen, aber das weiß der Mensch halt nicht, weil Pflanzen nicht schreien oder wegrennen, wenn sie abgeschnitten werden) einen Überlebenstrieb. Dieser steckt in jeder Zelle. Wie soll man diesen Ur-Instrinkt überwinden? Oder soll man das gar nicht?


    Ich las mal vor einiger Zeit diesen Satz: "Leid entsteht durch Gier, Anhaftung und Verblendung". Dieser Satz hat mir seitdem enorm geholfen. Je länger je öfter und stärker beobachtete ich an mir und an anderen, dass es genau so ist. Ich kenne Leute, die sind nach der Pensionierung viel angenehmer geworden, weil nicht mehr vom Beruf gestresst. Hätten sie von den Lehren Buddhas früher gehört, wäre sie lange vor der Pensionierung ausgeglichener und angenehmer geworden. Jetzt sind 65 Jahre rum und viele Menschen ändern ihre grundlegende Haltung diesen Leuten nicht mehr. Sie sind zu lange so gewesen. Ich habe dieses "Juwel" weit vor der Pensionierung gefunden. Das ist für mich ein enormer Gewinn. Ob ich alles was machbar ist zu 100% erreiche, spielt für mich keine Rolle. Ich lasse den Überlebenstrieb einfach wie er ist und halte mich geistig und im Herzen gesund. Ich komme auf jeden Fall viel weiter als wenn ich die Lehren Buddhas nicht entdeckt hätte.

    Zitat

    Wir können unser Denken dahin kultivieren, dass wir uns immer wieder klarmachen, dass die Dinge leer sind von dauerhafter Gestalt. Juut. Was machen wir aber jetzt mit dem Überlebensinstinkt und der Liebe?


    Der Überlebensinstinkt muss da sein. Er ist natürlich und hält uns am Leben. Wer sein Geld verdienen muss, braucht diesen Überlebensinstinkt. Wir können hier im Westen nicht als Bettelmönche leben so wie die buddhistischen Mönche in Asien. In unserer Kultur wird niemand Essen geben, weil eben jeder für den Winter vorsorgen muss (den es in Süd-Ost-Asien/Indien nicht gibt) und niemand wird hier verstehen warum sich der Typ dann nicht mal bedankt, wenn man ihm was zu essen gibt. Wir brauchen hier im Westen eine andere Herangehensweise. Wer in seiner Firma nicht wirklich was bringt, wird es auf Dauer schwer haben. Deswegen muss Überlebensinstinkt sein. Es ist aber essentiell zu erkennen, ob Gier und Anhaftung im Spiel sind. Nach meiner Meinung ist Gier und Anhaftung im Berufsleben bei uns eine Katastrophe (in den Tigerstaaten Asiens sicher auch). Da tun einem die Lehren Buddhas sehr gut. Seine Leistung kann man trotzdem bringen, aber man muss achtsam sein keine Anhaftungen zu entwickeln. Das Gleichnis von der Säge kann man auch im beruflichen Alltag anwenden. Man muss dazu nicht ins Kloster.

    Zitat

    Liebe ist die purste Form der Anhaftung / liebe ist der schlüssel zu mitgefühl.


    Das sind zwei verschiedene Definitionen von Liebe. Die "verrückte Liebe" zwischen Mann und Frau bei der der tollste Schauspieler Hollywoods auf die tollste Schauspielerin Hoolywoods trifft ist Anhaftung in Reinstform. Aus meiner Sicht ist das von der Natur so gewollt. Dafür sind Gier und Anhaftung in der Natur da: das sichert Nachkommen und dass die Eltern während der Aufzuchtzeit zusammenbleiben. Die Natur hat dann bekommen was sie will, ob es den Menschen dabei gut geht, ist eine andere Frage. In der Natur leben die Tiere ja nicht so lange und die Lebenszeit ist ja eigentlich die Zeit der Aufzucht der Jungen. Danach sterben die Eltern wegen Alter oder weil von Fressfreind gefressen werden. Beim Menschen war das auch so bis Viehzucht und Ackerbau kamen und jetzt muss man sich was schlaueres überlegen, will man nicht die längere Lebenszeit durch Kultivierung mit Gier und Anhaftung verbringen. Die Lehren Buddhas sind für mich hier wirklich das schlaueste was es gibt.

    Zitat

    Buddha sagt, wir sollen alle Lebewesen so lieben, wie z. B. unseren Partner oder unsere Eltern. Selbst wenn wir in der Lage sind, das zu tun, haften wir mittels der Liebe an anderen Lebewesen an. Wir haben Angst sie zu verlieren, wir haben Angst vor der Trauer.


    Das hier ist ein sehr schönes Video zum Thema Tod im Buddhismus: https://www.youtube.com/watch?v=wKncf2UT2zM Dort wird gesagt, dass alle Dinge natürlich ablaufene Phänomene sind. Dass unser Körper uns gehört, dass unser Geist uns gehört, ist eine Täuschung. In unserem Körper und in unserem Geist laufen nur natürliche Phänomene ab wie in allen anderen Dingen auch. Das bedeutet nicht, dass sie uns deswegen gehören. Dieser Eindruck ist eine Täuschung, die durch das Ergreifen beginnt zu entstehen. Es gibt nichts was uns gehört. Wenn man das beginnt zu erkennen, hat man viel weniger Angst.

    An einer Stelle wird ein Gespräch zwischen Buddha und Ananda aufgeführt: "Ananda, wie oft am Tag denkst du an den Tod? Sieben mal am Tag, oh Herr. Ananda, du bist zu leichtfertig. Bei jedem Atemzug müssen wir an den Tod denken.". So wie ich das verstehe wird gesagt, dass man sich ständig auf den Tod vorbereiten soll, dann trifft es einen nicht völlig unvorbereitet, wenn er kommt und man kann leichter gehen.

  • Ein Leben im Vergnügen /Genuss statt erleuchtung?

    • Anandasa
    • 26. August 2015 um 21:30
    Zitat

    Wäre es aber nicht möglich ein Leben wo man nur Vergnügen und oder Genuss erlebt?


    Vergnügen und Genuss sind der Ausgangspunkt zur Bildung der 5 Skandas (*). Mit ihnen beginnt Gier und Anhaftung und mit dem leidfreien schönem Leben ist es vorbei. Die Lehre Buddhas ist neben einer Geistesschulung auch eine Herzensschulung: Mitgefühl, Großzügigkeit, Mitfreude für sich und andere. Mit Vergnügen und Genuss wird dieser Teil nicht entwickelt und das Leben ist in dieser Hinsicht ungenutzt. Das Potential für Weitergabe eines guten Karmas an andere ist verloren.

    * https://de.wikipedia.org/wiki/Skandha

  • Voranfang

    • Anandasa
    • 26. August 2015 um 21:23

    Raphy: Ui, super Stelle! Ich wünschte ich hätte so eine Ahnung vom Palikanon. Liest sich so etwa wie der Sündenfall im Palikanon. Ich denke der Kampf um die Nahrung und damit um das Überleben ist wesentlich für den "unbemerkten schleichenden Aufbau des Selbst". Dies ist wohl ein Mitgrund warum buddhistische Mönche Bettelmönche sind um dem zu entgehen.

  • Ego, Ich und Selbst

    • Anandasa
    • 26. August 2015 um 15:09

    Wenn man einem Haustier mehr zu essen gibt als es braucht, wird es mit der Zeit kugelrund. Warum hört es nicht auf zu essen, wenn es genug hat? Weil in der Natur nicht immer Nahrun da ist, wenn sie gebraucht wird. Ist sie mal im Überfluss da, ist man sich richtig voll um Reserven für Notzeiten zu haben. Nicht aufhören zu essen um Reserven zu bilden wird durch die Gier gesteuert.

    Später stellt man fest, dass mehr essen als man braucht gut gegen Frust und so beginnt das Rad der Gier sich zu drehen. Das ist nicht nur beim Menschen so. Bei anderen Tieren ist es das Gleiche. Habe mal einen Dokumentarfilm von einem Schimpansen gesehen, dem ein Zoowärter mal Zigaretten gegeben hat. So kann der Schimpanse mit dem Rauchen seinen Frust abbauen eingesperrt zu sein und was noch alles. Diesem Schimpansen muss jetzt immer Zigaretten gegeben werden, wenn er welche will, weil er sonst völlig ausrastet und die Wärter dann nicht mehr weiter wissen. Und so wird die Sucht immer größer.

    Das Ganze hat einmal mit Anfressen von Reserven begonnen. Doch dann kam keine Notzeit, die hätte dazugeführt, dass sich die Gier durch das Reservefressen wieder abgebaut hätte.

  • Ego, Ich und Selbst

    • Anandasa
    • 26. August 2015 um 14:00
    Zitat

    Die Identifikation tritt mit dem Ergreifen (Begehren und Bekämpfen) auf, denn es muss jemand da sein, der begehrt - das mag ich, das mag ich nicht.


    Gier und Anhaftung sind Mechanismen der Natur um zu erreichen, dass die Typen einen Drang zum Überleben und zur Fortpflanzung entwickeln. Gier dient dem Antrieb zur Versorgung mit Nahrungsmitteln und Anhaftung dient der Fortpflanzung und Aufzicht (dazu müssen sie eine bestimmte Zeit zusammenbleiben). Aus dem Überlebens- und Fortpflanzungskampf entsteht die Illusion eines Selbst. Naja, das ist jedenfalls meine kleine eigene Theorie, weil mir das verdächtig danach aussieht.

  • Was bedeuten Krankheiten im Buddhismus?

    • Anandasa
    • 26. August 2015 um 00:07
    Zitat

    Kann ich auch im Liegen meditieren?


    Das geht, Problem ist dabei nicht die Konzentration zu verlieren und einzuschlafen. Ein Weg das zu schaffen ist während des Liegens ständig den ganzen Körper wahrzunehmen. Dies wird Bhavana (*) genannt. Habe ich mal ausprobiert und es hat funktioniert. Hier ist en sehr schöner Text dazu, den mal ein Kollege hier im Forum gepostet hat: http://www.ahandfulofleaves.org/documents/Brig…l_2007-2011.pdf

    Zitat

    Gibt es im Buddhismus eine Erklärung dafür?


    Kommt darauf an, ob es einen Kausalzusammenhang gibt. Jemand reist im Urlaub nach Indien und fängt sich dort einen Virus, bei dem die Ärzte zurück in Deutschland verzweifelt ein Antibiotikum nach dem anderen ausprobieren, aber keines wirkt. Hier gibt es keinen Kausalzusammenhang. Der Urlauber war vorher nicht in Indien und kann dort niemanden was Böses getan haben. Der Virus weiß eh nichts von Gut und Böse. Wer in die Tropen reist, kann sich eine Tropenkrankheit holen, muss aber nicht.

    Die Lehre Buddhas richtet sich gegen geistige Leiden. Bei körperlichen Leiden kann sie nichts tun. Man den Geist schulen körperlichen Leiden besser auszuhalten, aber man kann nicht mit Geistesschulung die Ursache von körperliche Leiden angehen.

    * https://en.wikipedia.org/wiki/Bhavana

  • eine Fragen zu Beginn

    • Anandasa
    • 20. August 2015 um 16:15
    fm1708:

    (...) Oder reicht es anfangs mit einem Blatt zum ablesen?


    Ich verstehe kaum was vom Chanting, aber mir scheint, dass es auch um die dabei notwendige Konzentration geht. Versuche mal beim Meditieren bis 21 zu zählen. Jedesmal wenn ein Gedanke aufkommt, abbrechen und wieder von neuem anfangen. Dauert einige Zeit bis man nicht mehr abbrechen muss.

    Jetzt das Gleiche beim Chanten machen: Den ganzen Text auswendig ohne Fehler und ohne zu stocken vorsagen oder singen können und dann eben 108x wiederholen jedesmal ohne Fehler. Wenn man das kann, hat man eine ziemlich gute geistige Sammlung drauf.

  • eine Fragen zu Beginn

    • Anandasa
    • 19. August 2015 um 13:22

    Es gibt auch die "Zuflucht und Kontemplation über die Drei Juwelen", siehe http://www.mb-schiekel.de/paritta.pdf.
    Hört sich sehr schön an: https://www.youtube.com/watch?v=TAFxA1JHCk0

    Gruß, Anandasa

  • Was ist Karma

    • Anandasa
    • 15. August 2015 um 19:10

    Verrückter: Hier ist ein sehr schöner Film über das Karma: https://www.youtube.com/watch?v=Gg6xCDuLSNk

  • Was ist Karma

    • Anandasa
    • 14. August 2015 um 16:14
    Ellviral:

    Gedanken erzeugen garnichts. Ergreifen der Gedanken um Vorstellungen zu bilden erzeugen Karma, wenn diese Vorstellungen zu Handlungen führen. Wirkungen die zu Leiden führen gehen aus Handlungen die aus Vorstellungen hervorgehen die von GierHassVerblendugn getragen sind. Dukkha ist nicht Karma. Karma ist nicht Dukkha.


    Es kommt auf die Intention an ob das Karma heilsam, unheilsam oder neutral ist. Die Intention kann nur in den Gedanken liegen. Es muss nicht zu einer Handlung kommen, damit eine Intention vorhanden ist. Handlungen sind ein "Überlaufen" der Gedanken.

  • Was ist Karma

    • Anandasa
    • 14. August 2015 um 14:56
    Nakashimanda:

    Dann würde der Gedanke alleine schon schlechtes Karma auslösen?


    Unheilsame Gedanken erzeugen unheilsames Karma.
    Heilsame Gedanken erzeugen heilsames Karma.
    Neutrale Gedanken erzeugen neutrales Karma.

  • Was ist Karma

    • Anandasa
    • 13. August 2015 um 23:39
    Zitat

    Das Verhalten eines Lebewesens führt zu Reaktionen der Umgebung.


    Das ist natürlich so. Wichtig ist zusätzlich, dass nur schon das eigene Denken eine Rückwirkung auf einen selbst hat ohne dass es eine Rückwirkung von außen gegeben hat. Sieht man einen enorm wertvollen Gegenstand, der sich gerade im Moment völlig problemlos stehlen ließe, und denkt man darüber nach, ob man ihn stehlen sollte, wird man in dem Moment in Gedanken zum Dieb. Die Gedanken sind vielleicht noch nicht so stark, dass man diesen Gegenstand tatsächlich stiehlt. Dies kann sich weiter aufschaukeln. Es kann aber auch wieder verschwinden, indem man den Gedanken ziehen lässt und ihn nicht festhält. Ich denke dies ist auch ein Grund warum beim Meditieren das Ziehenlassen von Gedanken geübt wird. Trotzdem war man in dem Moment als man darüber nachgedacht hat zu stehlen für einen Moment wiedergeboren als Dieb - ohne dass eine Rückwirkung von außen stattgefunden hat. Auch das ist Karma.

  • Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen

    • Anandasa
    • 12. August 2015 um 13:26

    Hallo Son,

    das hier ist eines meiner Lieblingsvideos auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=Gg6xCDuLSNk Was wird, liegt in unserer Hand. Wir bestimmen, ob wir mit negativem Denken negative Rückwirkungen herbeiführen oder mit positivem Denken positive Rückwirkungen. Negative Rückwirkungen machen definitiv keinen Spaß und es wir nur immer schlimmer, außer man macht selbst eine Kehrtwende. Habe das selbst erfahren müssen nach fast 10 Jahren in einem ziemlich niedergeschlagenem und lethargischem Modus. Je früher man wechselt gutes Karma anzustreben, desto besser geht es einem in Zukunft und desto besser kann man lieben Menschen ein liebevolles Andenken bewahren und sich freuen über das Gute, das man von ihnen bekommen hat.

    Gruß, Anandasa

  • Unterschied zwischen segnenden und meditierenden Buddha

    • Anandasa
    • 6. August 2015 um 23:20

    Hallo,

    ich habe noch nie was von einem segnenden Buddha gehört. Das kann aber sehr wohl daran liegen, dass ich halt zu wenig Ahnung habe. Ich habe im Internet Buddha-Figuren gefunden, die als "segnender Buddha" verkauft werden. Die Handstellung entspricht dabei der Stellung "no fear" - also "keine Angst". Die rechte Hand ist nach oben gehalten und die Handfläche nach vorn, also eine Art abwehrende Handhaltung (will heißen: "nein, du brauchst keine Angst haben"). Vielleicht haben die Verkäufer aus fehlender Ahnung angenommen bei dieser Handhaltung würde es um eine Segnung gehen.

    Gruß, Anandasa

  • Andere Objekte als den Atem?

    • Anandasa
    • 1. August 2015 um 17:48

    Hallo,

    es gibt natürlich noch den Puls. Ich habe mal irgendwo eine Auflistung gesehen, die von Buddha selbst stammen sollte. Ich kann mich vage erinnern, dass die Liste so 6-7 Punkte enthielt. Es wurde aber empfohlen mit dem Atem anzufangen. Interessant finde ich noch Bhavana. Dabei richtet man die Aufmerksamkeit auf alles was im Körper passiert und sich spüren lässt. Wenn ich das richtig verstehe, tut man das nicht nur zu bestimmten Zeiten wie beim Meditieren, sondern "ständig". Das hilft Achtsamkeit zu entwickeln und so nicht in sich kreisende Gedanken zu fallen.

    Gruß, Oliver

  • Krämpfe und Schmerzen beim Sitzen

    • Anandasa
    • 27. Juli 2015 um 07:09

    Ich habe ein kleines Meditationsbänkchen, auf dem man im Prinzip auf den Fersen sitzt. Statt tatsächlich auf den Fersen zu sitzen, sitzt man aber auf dem Bänkchen. So werden die Beine nicht eingeklemmt und der Blutfluss kann normal fließen. Man kann so so lange sitzen wie man will außer man schläft irgendwann ein ;-). Dieser Sitz ist auch stabil, so dass man nicht mehr auf den Körper achten muss. Manchmal meditiere ich auf der Vorderkante eines Stuhls sitzend. Geht auch sehr gut.

  • Verständnis des Karma?

    • Anandasa
    • 26. Juli 2015 um 11:01
    Robin:

    Laut Karma hat aber alles seinen Grund so wie es geschieht. Wenn also die Shaolin überfallen werden würden, warum verteidigen, und womöglich die Angreifer töten? Ist nicht auch der Fakt, dass sie bei einem Überfall sterben würden eine Wirkung des Karma auf vorherigen Taten?


    Nicht alles ist Karma: "Der Buddha hat mehrfach betont, dass nicht jegliches Ereignis durch Karma bedingt ist. Eine Krankheit kann auch natürliche Ursachen haben. Im Milindapanha (ed. Nyanaponika, 153f.) finden sich viele Beispiele für natürliche Ursachen neben karmischen. Wenn aber unklar ist, was eine karmische und was eine natürliche Ursache hat, dann hört das Karma auf, eine rein moralische Kausalität zu beschreiben. Es tritt in Wettbewerb zu Naturgesetzen."

    Quelle: http://ursache.at/spiritualitaet/ethik/359-was-ist-karma

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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