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  1. Buddhaland Forum
  2. Hǔ Lóng

Beiträge von Hǔ Lóng

  • Praxis-Möglichkeiten aus anderer Richtung

    • Hǔ Lóng
    • 19. April 2014 um 22:16
    goldie:
    Zitat

    weil es viele (zum Teil geheime) Möglichkeiten zu praktizieren gibt

    Ich erlaube dir offen und deutlich zu sagen, dass da nichts dran ist. Das einzig mystische ist dein Erwachen. Vielleicht kann man das irgendwann auch plausibel erklären. Es gibt nichts am tibetischen Buddhismus und den von dir genannten "Geheimnissen", was dazu beiträgt, da es ja alles hinzufügt statt wegnimmt. Der Weg zum Erwachen ist aber wie eine Entschlackungskur. Alles, was dir möglicherweise eingeredet wird (Chakren, tantrischer Sex, Kommunikation mit Toten) hat mit dem Erwachen nichts zu tun, da die Erkenntnis der Leere und die entsprechende Handlungsethik (Bedürfnislosigkeit) gerade von solchen Gelüsten nach Bromborium befreien soll. Ich garantiere dir, dass dir all dies im Weg stehen wird. Die Tibeter, die man hier gern verehrt, haben ein ganz anderes Leben mit oft jahrelangen Klausuren geführt, wo sich die Entbehrungen einstellten, die hilfreich sein können beim Erkenntnisprozess. Letztlich soll eine Gier durch eine andere (die nach Perfektion der Stufen und Rituale) ersetzt werden. Das ist wie der Fisch im Wasser, der meint, verdursten zu müssen. Gerade der tibetische Buddhismus war nie für den Export bestimmt, sondern eine lokal begrenzte und kulturell abhängige Entwicklung. Dazu gehörte z.B. auch, dass die Tibeter den Dalai Lama auch als Staatsoberhaupt anerkennen (eine Trennung von Staat und Religion war bei uns schon lange vollzogen).

    Wenn du davon nicht lassen magst, empfehle ich dir, nichts für bare Münze zu nehmen und gleich bei der ersten Begegnung mit Lehrern des tibetischen Buddhismus zu fordern, dass sie dir den Endpunkt ihrer Bemühungen demonstrieren. Was also bringen die Geheimnisse und Rituale an Fähigkeiten? Du wirst mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr ernüchtert werden (wobei man sich natürlich erst mal darauf zurückziehen wird, dass du noch nicht reif dafür seist, denn das ist der Trick, der für diese Dinge nötig ist). Auf der anderen Seite haben Dzogchen und Zen im Grunde das gleiche vor ("spiegelgleiche Klarheit"), wenn du auf Thögdal verzichtest (weil da eine Trennung von Samsara und Nirwana erfolgt, die ein wesentliches Hindernis im Zen darstellen kann). Leider führte diese Art der Praxis zur Klassengesellschaft, wie wir sie in Ländern des tibetischen Buddhismus vorfinden (auch Bhutan ist da keine Ausnahme). Das ist meine Warnung, falls du dir von der buddhistischen Übung auch versprichst, ein irgendwie "besserer" Mensch zu werden, also die Welt voranzubringen.

    Soweit meine persönlichen Ansichten.


    :/...Ich lese schon seit einiger Zeit 'Die Worte meines vollendeten Lehrers' (von Patrul Rinpoche) und auch Chakren-Praxis-Bücher, sowie 'Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben' (Sogyal Rinpoche) und war mir bisher eigentlich ziemlich sicher, dass ich den tibetischen Buddhismus 'für mich gefunden' habe (fühle mich wie gesagt darin auch sehr Wohl), doch da ich mir (schon seit ein paar Wochen) ab und zu Gedanken über andere Traditionen mache und dein Post mich auch innerlich gerade sehr zum Grübeln gebracht hat, verzweifle ich im Moment :/... Ich verstehe das was du über die Rituale etc. gesagt hast und kann mich zum Teil auch damit vereinbaren, aber sollte ich jetzt zum Zen wechseln, weil der tibetische Buddhismus 'hinderlich' auf dem Weg sein kann?? Ich weiß gerade echt nicht so recht....

  • Praxis-Möglichkeiten aus anderer Richtung

    • Hǔ Lóng
    • 19. April 2014 um 21:36
    goldie:

    Du darfst das schon. Nicht nur viele Buddhisten im Westen, sondern auch viele buddhistische Lehrer haben Einflüsse von verschiedenen Traditionen. Nach meiner Erfahrung sind die buddhistischen Schulen wie verschiedene Religionen und im Grunde miteinander unvereinbar. Eine Ausnahme ergibt sich in Einzelpunkten, Berührungsnähe z.B. zwischen Reinem Land und Zen, wo es um die Stärkung von Laien geht. In deinem Beispiel sehe ich schwarz. Der tibetische Buddhismus hat mehrere zentrale Lehren, die im Zen nicht haltbar sind oder keinesfalls von solcher Bedeutung (Reinkarnation, Stufenweg) und viele Rituale und Einweihungen, die zudem dem Gedanken der Buddha-Natur, die uns allen gemein ist, zuwiderlaufen, wenn Lehrer es für anabdingbar halten, dass man nur von ihnen in bestimmte Dinge eingeweiht würde. Nach meiner Erfahrung ist das Wesentliche davon unabhängig zu erreichen, und zwar durch Laien, eine Ansicht, die sich so vor allem im Zen und Reinen Land findet. Wenn man bedenkt, dass Meditation von den meisten Schulen als wesentliche Übung angesehen wird, die Zenbuddhisten aber die sind, die - im Westen jedenfalls - am meisten meditieren (die Tibeter werden vor allem im Rezitieren und Debattieren geschult), würde ich dich mal ganz salopp fragen: Warum willst du mit was anderem die Zeit verschwenden? Alles, was nach Idee, Ideologie, Tamtam, Ritual, Getue, Aufgesetzheit, Folklore aussieht könnte ggf. gemieden werden, um sich auf den Kern der Übung zu konzentrieren. Wenn du dir mal das Programm ansiehst, dass so ein Karmapa beim Europabesuch abspult, dann bekommst du eine gute Vorstellung von all dem, was da so drumherum noch gebastelt wird, und ich frage dich: Meinst du wirklich, das zu brauchen? (Ich weiß, es gibt Menschen, die meinen das, aber ich spreche hier nur direkt Hû Lông an).


    Hm..also ich bevorzuge das 'ganze Drumherum' (mal ganz grob gesagt), weil die vielen Rituale und Praktiken meiner Meiner nach den Geist nochmal eine Ladung mehr schulen (s.h. Chakren-Lehre, Yantra-Yoga(im Dzogchen), alle anderen tantrischen Techniken und dazugehörige Rituale) und ich somit mehr und schneller Vertrauen und Loslösen allem Hass,Gier,Begehren, etc. im Geist entwickeln kann. Und durch die bevorstehenden Einweihungen in neue Techniken gibt es einen weiteren Antrieb zu praktizieren, da man mit diesen nach und nach 'schneller' Erleuchtung erlangen KANN. ......Und dann gibt es halt noch diese gewisse Mystik in dieser Tradition....aber das ist nicht das Entscheidenen, bzw. sollte nicht das Entscheidende sein.
    Kurz: Ich finde diese Tradition für mich persönlich ansprechender, weil es viele (zum Teil geheime) Möglichkeiten zu praktizieren gibt und ich mich in dieser Umgebung und teilweise "Kultur" mehr wohlfühle (damit ist auch teilweise der miteinfließende Schamanismus gemeint..).

  • Praxis-Möglichkeiten aus anderer Richtung

    • Hǔ Lóng
    • 19. April 2014 um 21:12
    Mirco:

    Frag' doch den Lehrer (oder Anleiter der Gruppe), was er dazu sagt ;-).


    Es gibt nur leider keine Gruppe oder Lehrer in meiner Gegend :/

  • Leere & Natur der Wirklichkeit - Erleuchtung

    • Hǔ Lóng
    • 19. April 2014 um 21:04
    goldie:

    Mit dem Begehren hat es nicht viel zu tun, aber mit Gier, Hass und Verblendung (mangelndem Durchblick). Gier und Hass und unsere mangelnde Einsichtsfähigkeit in die Natur der Dinge bestimmen unser Denken und Handeln im Alltag. Begehren geht auch ohne zwanghaftes Anhaften, Abneigung geht auch ohne Hass und seine Zwangs- und Rachegedanken. Wenn die Bedingtheit des Entstehens solcher Gefühle verstanden ist, relativieren sie sich. Dies ist ein Erkenntnisprozess. Ich selbst glaube zwar, dass Meditation bedeuten sollte, diesen Erkenntnisprozess zu befördern, also ein Nachsinnen im klassischen Sinne enthalten darf. Wenn man nur sitzt, wird sich diese Erkenntnis nicht automatisch ergeben, z.B. dann nicht, wenn man die Zeit mit Hassgedanken verbringt oder mit der geistigen Durchsicht des neuesten Nobelwagenkatalogs, aus dem man sich nach der Meditation was kaufen will. Die Bedingtheit wird einem dann klar, wenn man die eigene Gedankenkette verfolgt und wie da eines zum anderen führt.

    Ich gehe auf einiges ein, was meine Vorredner sagten. Ich glaube nicht, dass es eines Verständnisses der vier edlen Wahrheiten bedarf, um bedingtes Entstehen der Gefühle und Gedanken, die ich eben andeutungsweise schilderte, zu begreifen. Auch sind die im Weblink gegebenen Erklärungen unter "mula" nach meiner Erfahrung teils kontraproduktiv. Da wird z.B. geraten: "Zur Überwindung der Gier ist die Vorstellung der Unreinheit (des Körperlichen) zu entfalten, zur Überwindung des Hasses die Güte, zur Überwindung der Verblendung die Einsicht." Wiederholt habe ich erlebt, dass Übende sich aufgrund der Worte Vorstellungen machen - so und so habe Unreinheit zu sein, so und so Güte, so und so Einsicht. Damit begeben sie sich - ich weiß, das ist eine typische Zen-Warnung - erneut in Gedankenketten, die sich als unvorteilhaft erweisen. Dies geschieht übrigens auch vielen Zazen-Übenden. Am Ende von Sesshin haben sie dann genauere Vorstellungen von dem, was da geschrieben steht, als vorher. Ganz abgesehen davon, dass es m.E. besser ist, das Körperliche als vollkommen und eine Gnade anzusehen (was für die meisten von uns gilt, selbst wenn wir unsere Zipperlein haben), statt sich darüber ablehnende Gefühle einzureden.

    Daher ist mein Rat, genau darauf zu achten, wie man selbst denkt und fühlt, ohne irgendwas dagegenzusetzen (Unreinheit, Güte etc.).

    Im nächsten Zitat des Weblinks wird der Unterschied zum Mahayana deutlich, und da wir hier "Allgemeines zum Buddhismus" verhandeln, möchte ich die Mahayana-Sichtweise als gesunde Alternative anbieten: "Töten, Stehlen, Ehebrechen, Lüge, Zwischenträgerei, rohe Rede, törichtes Plappern, Habgier, Übelwollen, böse Ansichten (siehe kammapatha) sind alle entweder durch Gier, oder durch Haß, oder durch Verblendung bedingt." Ich lebe nun schon so ein halbes Jahrhundert und kann dem nicht zustimmen. Es ist möglich, viele dieser Dinge ohne Gier, Hass und Verblendung (also irgendeine Selbsttäuschung) zu begehen. Hier wird in altem Stil (wie wir ihn auch aus dem Alten Testament kennen) eine Ethik im Schwarzweiß-Schema entwickelt. Manchmal ist es auch möglich und nötig, aus Mitempfinden zu lügen oder zu töten (z.B. beim Tyrannenmord).

    Wenn jemand sagt, es ginge darum, die "Leere" zu erkennen, dann ist also gemeint, gerade nicht mit solchen Konzepten sich aufzuhalten, sondern den Dingen gedanklich auf den Grund zu gehen, bis es nicht mehr weitergeht. Dann erschließt sich, dass die Dinge keine Substanz, keinen Kern haben, dass alles vergänglich ist. Das ist mit Leere gemeint. Dass es nichts gibt, woran sich einer klammern könnte oder müsste.

    Die "absichtslose" Zenmeditation ist nur eine von mehreren. Es gibt auch die Möglichkeit, von Anfang an mit der Absicht, Erleuchtung zu erleben, die buddhistische Praxis aufzunehmen, also z.B. die Meditation, das Rezitieren, oder einfach das Nachsinnen, die Koan-Arbeit, die tägliche Alltagshandlung (begleitet vom meditativen Nachsinnen) usw. Was ich oben beschrieben habe zeigt wohl, dass ich Zen als ideale Methode der Selbstanalyse begreife.

    Alles anzeigen


    Wow, klasse Beitrag! Ich bin zwar nicht wirklich Zen-Orientiert, doch anscheinend ist es wirklich eine ,ich zitiere, gute Methode der Selbstanalyse. Dir auch vielen vielen Dank für den konstruktiven Beitrag. Hat mir noch weiter geholfen!

  • Praxis-Möglichkeiten aus anderer Richtung

    • Hǔ Lóng
    • 19. April 2014 um 20:56

    Halloo,
    Darf man eigentlich wenn man z.B. den tibetischen Buddhismus praktiziert auch Zazen-Meditationart nutzen?? Also im Ganzen: Darf man kleine Bestandteile aus anderen Richtungen/Traditionen/Schulen verwenden, auch wenn man diesen nicht wirklich folgt ??

    LG Hǔ Lóng :)

  • Leere & Natur der Wirklichkeit - Erleuchtung

    • Hǔ Lóng
    • 19. April 2014 um 20:52

    Okay. Jetzt ist es mir wieder klarer! Danke an alle eure Antworten :)

  • Leere & Natur der Wirklichkeit - Erleuchtung

    • Hǔ Lóng
    • 19. April 2014 um 01:28

    n'Abend :),
    Ich bin gerade etwas verwirrt. Und zwar ist meine Frage:...
    Was hat die wahre Natur der Wirklichkeit/abhängiges Entstehen und die Leere für einen Bezug auf die Erleuchtung ???
    Ich dachte immer, dass Erleuchtung das Loslösen von allem Begehren ist, doch jetzt las ich, dass wenn man das abhängige Entstehen und die Leere der Wirklichkeit begreift, man die Wahrheit der Beendigung und den Weg dahin sich erschließen kann. Das hat doch nichts mit dem Begehren zu tun...oder doch?

    Kann sein, dass die Frage vielleicht blöd wirkt..bin auch noch Anfänger ;)...
    Danke für alle Antworten!

    LG Hǔ Lóng

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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