1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
    1. Letzte Änderungen
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Alles
  • Alles
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Tarik

Beiträge von Tarik

  • nur sitzen

    • Tarik
    • 26. Oktober 2013 um 09:53

    Noch eine kurze Korrektur zu dem was ich geschrieben habe. Im Nachhinein finde ich den Verlgeich mit anderen Meditationsarten nicht gut. Zazen ist letztendlich Achsamkeitsmeditation und der Vergleich mit anderen Meditationsarten ist nutzlos.

  • nur sitzen

    • Tarik
    • 25. Oktober 2013 um 19:06

    Ich denke so groß ist der Unterschied doch gar nicht. Wenn du Atemzüge zählst, dann geht es nicht darum wie viele Atemzüge du gemacht hast (heute habe ich 632 geschafft, morgen muss ich dann etwas mehr schaffen). Die Zeit ist innerhalb der Meditation nicht wirklich von Bedeutung. Wenn du Gedanken und Emotionen beobachtest, geht es nicht darum nachher eine möglichst akkurate Ablaufschilderung liefern zu können, sondern es sind einfach nur Gedanken und Emotionen welche vorbeiziehen. Eine ersichtliche Handlung gibt bei anderer Meditation auch nicht (rituelle Handlungen mal weggelassen).

    Nach meiner Erfahrung kommen am Anfang mehr die Gedanken an die Oberfläche, welche grad vorher im Kopf waren und was sich daraus entwickelt (Monkey Mind). Wenn der Geist ruhiger geworden ist, kommen dann oft auch tiefergelegenen Erinnerungen, Gefühle, Gedanken, Probleme hoch, bis sich auch diese irgendwann geglättet haben.

    Mit Sicherheit gibt es sowohl für Zazen als auch für Meditation in Vajrayana Leute welche bessere Antworten geben können als ich. Soweit ich das sehe ist ein Unterschied, dass bei Zazen losgelassen wird von der Vorstellung über etwas Bestimmtes meditieren oder etwas erreichen zu müssen. Umgekehrt habe ich auch bei Meditation "zu einem bestimmten Thema" oft den Ratschlag gehört (und halte es persönlich auch so), dass wenn an einem Tag eine bestimmte Meditation nicht gut geht zu einer andren Meditation gewechselt werden kann, ähnlich zu Einsatz der acht Antidote (ich bin mir nicht sicher ob das der richtige Begriff ist auf Deutsch? http://en.wikipedia.org/wiki/Five_faul…eight_antidotes) und zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurück zu kehren.

  • Menschlicher Fortschritt vs. Verlangen

    • Tarik
    • 24. Oktober 2013 um 00:18

    Um nochmals auf die ursprüngliche Frage zurück zu kommen. Ich sehe einen Unterschied zwischen
    1) Verlangen: Nach meinem Verständnis etwas, wo eine Befriedigen erwartet wird und solange das Verlangen nicht Befriedigt (oder davon Losgelassen wird) besteht das Verlangen weiter. Im buddhistischen Sinn können Grundbedürfnisse ausgeschlossen werden (z.B. das Essen aufgeben ist offensichtlich nicht "der mittlere Weg").
    3) Wille: Wille wird nicht Befriedigt sondern ist für mich das, was die nächsten Schritte auf dem "Lebensweg" bestimmt. Meiner Meinung nach ist es im Buddhismus nicht das Ziel Willenlos zu werden, auch wenn Wiki das scheinbar anders sieht? (z.B. der Wille Lebewesen über das Leid hinweg zu helfen)
    2) Interesse und Denkvermögen: Aufmerksamkeit und die Fähigkeit aus dem Beobachteten Zusammenhänge zu erkennen (ohne Denken, ohne Interesse und ohne Wille gäbe es wohl auch keinen Buddhismus)

    Wenn nur das Verlangen wegfällt und Wille, Interesse und Denkvermögen bestehen bleiben, würde meiner Meinung nach der Fortschritt beschleunigt, nicht gebremst.

  • Reinheit ist das höchste Gefängnis

    • Tarik
    • 21. Oktober 2013 um 20:43
    Peeter:

    so verständlicher ?


    Yep.. dem stimme ich zu...

  • Reinheit ist das höchste Gefängnis

    • Tarik
    • 21. Oktober 2013 um 11:11
    Peeter:

    Reinheit kann kein Gefängnis sein !!
    Da müssten die Ansichten über Reinheit schon echt verquerer Natur sein .. !

    So wie ich das verstehe ist nicht die Reinheit selbst gemeint (auch wenn das im Titel so steht), sondern die Anhaftung an Reinheit (wie es im Text steht). Also die Bemühung die eigene "Reiheit" auf keinen Fall zu verlieren und das streben nach Reinheit (für das Ego).

  • Reinheit ist das höchste Gefängnis

    • Tarik
    • 20. Oktober 2013 um 19:55

    Ich habe den vollständigen Text noch nicht gelesen (und werden das bestimmt noch nachholen), aber bei den Beispielen hatte ich das Gefühl, dass es sich auf eine Art "Sebst-Beweihräucherung" bezieht, welche leichter erkannt werden kann, als Bemühungen das eigene Karma "rein" zu halten und dadurch das Ich auch wieder über alles andere zu stellen. Jede Kritik diesbezüglich kann abgetan werden, dass keine Kompromisse beim Befolgen von Regeln usw. gemacht werden sollten. Was ja zu einem gewissen Grad auch richtig ist. Aber abhängig von der Intention und den Überlegungen welche hinter einer Handlung oder nicht Handeln stehen kann das genauso eine Anhaftung sein.

    Die Geschichte von Hui-neng wird zwar meist nicht in dem Zusammenhang erwähnt; passt aber trotzdem ganz gut finde ich.

    Zitat


    ... ein von allen hochgeschätzter Mönch schrieb ein solches Gedicht folgenden Inhalts:

    „Der Leib, das ist der Bodhi-Baum,
    der Geist, er gleicht dem klaren Ständer-Spiegel.
    Wisch ihn denn immer wieder rein,
    lass keinen Staub sich darauf sammeln.“

    Als der in der Küche arbeitende Hui-neng von diesem Vers hörte, verfasste auch er ein Gedicht mit dem folgenden Text:

    „Im Grunde gibt es keinen Bodhi-Baum,
    noch gibt es Spiegel und Gestell.
    Da ist ursprünglich kein (einziges) Ding –
    wo heftete sich Staub denn hin?“

    http://www.zenbuddhismus.de/zen-meister.html

    Alles anzeigen
  • Wie "weckt" ihr euch aus einer Meditation?

    • Tarik
    • 19. Oktober 2013 um 09:47

    Ich verwende auch oft eine Smartphone App "Meditation Helper" (ist wohl ähnlich wie Insight Timer, auch mit Klangschale nur mit weniger drum herum). Ich finde dabei auch praktisch, dass man Zwischensignale kriegen kann, z.B. für verschiedene Meditationen. Ich merke zwar oft kurz vorher, dass die Zeit wohl langsam durch ist, aber ich finde es trotzdem ganz "beruhigend" zu wissen, dass ich mich nicht zusehr zeitlich verschätze. Vor der Smartphone-Zeit habe ich auch schon eine CD gemacht, auf der nichts drauf war ausser eine Klangschale nach der Zeit die ich wollte.

    Manchen hilft wohl auch ein Mala um die Zeit abzuschätzen zu können.

  • Von Liebem getrennt...

    • Tarik
    • 18. Oktober 2013 um 10:39
    Mabuttar:


    Mein Vater ist Anfang 2013 an einem 1 jährigen Darmkrebsleiden gestorben, er wurde 52, hatte ein halbes Jahr vor Diagnose über Magenprobleme gejammert, die Ärzte verschrieben nur Magentabletten, keiner kam auf die Idee einer Darmspiegelung...


    Ich habe auch schon ähnliche Situationen erlebt. Da fällt Bodhicitta manchmal schwer. Letztendlich sehe ich es aber als Folge unserer Lebensweise in Ignoranz und nicht als Gleichgültigkeit, Vorsatz oder gar Böswilligkeit der behandelnden Ärzte.

    Mabuttar:


    Manchmal habe ich das Gefühl, ich kann mich nicht mehr richtig freuen. Dabei muss ich mir klar machen, dass es im Buddhismus ja nicht darum geht Gefühle zu negieren, sondern sie bewusst wahrzunehmen. Allerdings folgt der Gleichmut all zu schnell auf die Freude. Quasi " ha das war schön, aber trotzdem ist die Welt häßlich und gewaltvoll"


    Was mir da manchmal Trost spendet, ist genau das was andere wohl am Buddhismus abschreckt. Alles was entsteht, vergeht auch wieder. Das bedeutet zwar Leben und Sterben, aber es bedeutet auch, dass Trauer entsteht und wieder vergeht, wenn man es zulässt. Das Einzige was bleibt ist zu versuchen von den Vorstellungen loszulassen wie etwas sein muss oder nicht sein darf und den Moment zu akzeptieren so wie er ist. Das kann mal schmerzhaft und traurig sein, mal Freude und mal einfach dumpfes nichts. Mitgefühl (ohne Mitleid) auch mit einem selbst, und das Loslassen von den festen Vorstellung und hilft mir dabei nicht in die Abwärtsspirale zu kommen oder falls es schon passiert ist aus ihr auszubrechen und nicht zu versuchen mich zu verkriechen oder das (meist erfolglose) übertönen der Trauer mit Fröhlichsein.

    Mabuttar:

    Ich sage nein, nicht zu schnell akzeptieren. Weil nur dann durchdenkt man das Leben und den Tod, die existenziellsten Fragen. Und eine Antwort gibt es, denn so verrückt es auch ist wir existieren gerade.


    Reflektion und auch Selbstreflektion halte ich ebenfalls für wichtig, aber manchmal kann das auch zu nutzlosem Gedanken-Im-Kopf-Herumdrehen werden. Letztendlich bleibt auf rationaler Ebene wohl nur, ohne das Geschehene zu verdrängen den nächsten Schritt im Leben zu gehen.

    Ich weiß nicht, ob meine Antwort viel mit Buddhismus zu tun hatte, aber es sind auf jeden Fall meine eigenen Gedanken und Erfahrungen.

  • Der mittlere Weg

    • Tarik
    • 3. Oktober 2013 um 10:04

    Extrem in der Wahl der Beispiele bin ich schon viel früher geworden ;)

    MonikaMarie1:

    Der Dalai Lama und viele seiner Mönche und Nonnen haben sein Land verlassen, nachdem die Truppen einmarschierten!


    Ich denke nicht, dass sie das getan haben um zu verhindern, dass sie sich einmischen. Viele haben sich durchaus stark "eingemischt".

    MonikaMarie1:

    Wählen ist Verantwortung für unser Land mit zu übernehmen. Der mittlere Weg beim Bahnhofsbeispiel wäre für mich, die Polizei zu rufen. Aber all das hat nichts mit den Aussagen des Buddha zu tun. Das muss jeder selbst für sich entscheiden. Wer mischt sich schon gerne ein, wenn jemand verprügelt wird?

    Ist das denn nicht inkonsequent? Verantwortung für unser Land übernehmen bedeutet dann, dass du dich doch in politische Angelegenheiten einmischst (aber nur ein bisschen?). Die Polizei zu rufen bedeutet, dass du dich trotzdem in Streitigkeiten einmischst (auch wenn nur passiv ist und derjenige der verprügelt worden ist in der Zwischenzeit vielleicht eher einen Krankenwagen braucht als die Polizei). Ist das denn nun nicht "Verwässerung"?

    "Wer mischt sich schon gerne ein, wenn jemand verprügelt wird?" Es ist nicht so, dass ich das gerne machen würde, es ist nur meiner Meinung nach das Richtige (und fällt demnach unter rechtes Handeln). Ich würde mich einmischen... und nein, ich bin nicht ein Riese oder besonders kräftig. Meine Einmischung wäre auch zuerst die Polizei rufen und dann dazwischen zu gehen und versuchen die Situation zu deeskalieren. Wenn mehr Menschen das tun würden, gäbe es weniger Fälle wo jemand in aller Öffentlichkeit spitalreif geprügelt wird.

  • Der mittlere Weg

    • Tarik
    • 2. Oktober 2013 um 19:31
    MonikaMarie1:

    dass er sich weder in die politischen Verhältnisse noch in die samsarischen Streitigkeiten einmischte


    Ich glaube das ist einer der Kernpunkte in denen wir uns unterscheiden. Ich finde es sehr gefährlich sich einfach generell nicht einzumischen in was auch immer um einen herum geschieht. Einige Folgen davon könnten z.B. Nazi-Deutschland oder aus der jüngeren Geschichte auch Patriot Act (was einer Aufhebung vom Rechtssystem nahe kommt) sein. Findest du es sinnvoller, einfach wer auch immer grad regiert machen zu lassen wozu sie lust haben? Gehst du nicht wählen, um dich nicht in die politischen Verhältnisse einzumischen? Wenn jemand neben dir im Bahnhof verprügelt wird, bist du jemand der einfach weg schaut um sich nicht in die samsarischen Streitigkeiten einzumischen?

    Ich denke er hat sich schon dadurch in die Politik eingemischt, dass sich nicht dem Weg gefügt hat, der von seinem Vater vorgesehen war. In die samsarischen Streitigkeiten hat er sich insofern eingemischt, dass er die Buddhistische Lehre weitergegeben hat. Ich bin mir nicht sicher, dass es überhaupt so etwas gibt wie nicht Einmischung, es gibt nur ignorieren. Das erinnert mich eher an die "Karma-Vermeidungs-Versuche", bei denen es ja auch schon öfters Schulen gab welche das versucht haben.

  • Wie soll man "böse" mit Menschen umgehen?

    • Tarik
    • 1. Oktober 2013 um 20:17
    BhuddaDerNormale:

    denn mehr ist karma ja nicht, eine uhr, die abläuft, nicht immer vorwärtschschreitend, aber dennoch bestimmt


    Ich sehe Karma (in dem Sinn wie du es verwendst) eher als einen Rucksack, der im Lauf vom Leben mal schwerer und mal leichter wird. Eigentlich könnte man ihn auch jederzeit ablegen, wenn man nur versteht wie. Zwischendurch erscheint der Rucksack immer mal wieder so leicht, dass man in Versuchung ist zu glauben man hätte ihn bereits abgelgt, nur um später, wenn man im Leben mal wieder stolpert, zu merken, dass nun doch wieder Steine in den Rucksack gefallen sind.

  • Der mittlere Weg

    • Tarik
    • 1. Oktober 2013 um 20:02

    void vielen Dank, super Post... auch wenn es inzwischen schon deutlich nach oben gerutscht ist

    void:

    Aber ist das Gemeinwohl einer samsarischen Welt, nicht auch Samsara? Lassen wir uns von buddhitischen Begriffen blenden, wenn wir es ganz nachvollziehbar finden, dass im alten Tibet Avalokteshvaras Emmanationen als Feudalherren regierten. ist das nicht irgendwie komisch. So als würde sich die "Nächstenliebe" als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank betätigen.

    Das Gemeinwohl bietet meiner Meinung nach überhaupt erst die Möglichkeit sich zu entwickeln und sich mit so etwas wie Buddhismus zu befassen (unbuddhistisch formuliert z.B. Maslowsche Bedürfnishierarchie). Es dürfte schwer sein, jemandem der jeden Tag um das eigene Überleben kämpft etwas von Anhaftung oder Leerheit zu erzählen.

    Ich bin tatsächlich aber der Meinung dass ein gewisses Maß an Unannehmlichkeiten notwendig ist für die Entwicklung (z.B. Thema sechs Daseinsbereiche), aber üblicherweise sind im Menschen-Leben ja genug davon vorhanden. Das verlassen von Samsara sehe ich zwar primär als geistige Änderung (und nicht die Veränderung der umgebenden Welt), die Umwelt definiert dabei aber die Bedingungen. Wenn man davon ausgeht, dass sich die wenigsten innerhalb eines Lebens vollständig von Samsara befreien können, sehe ich es als logische Konsequenz, dass wir uns bemühen die Bedingungen schaffen, welche hilfreich um das zu erreichen. Dazu gehört meiner Meinung nach auch Metta und Bodhichitta, unabhängig davon ob man sich bewusst (aus Mahayana-Sicht) für "den Weg des Bodhisattva" entscheidet oder nicht.

    MonikaMarie1:

    Selbst Jesus hielt sich aus dieser Welt heraus, wenn er sagte: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" oder "lass doch die Toten die Toten begraben".


    Ich bin zwar kein Experte für Christentum aber hat er nicht auch Sachen gesagt wie "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." oder "Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt."? (wobei ich damit nicht sagen will, dass das meine Meinung wiederspiegelt)

  • Der mittlere Weg

    • Tarik
    • 30. September 2013 um 20:04
    void:

    Der mittlerere Weg entspricht nicht aus Kompromissbereitschaft, sondern im Gegenteil daraus, dass Buddha die Idee, dass Anhaften unheilsam ist so konsequent und radikal vetreten hat.

    Villeicht hätte ich das ganz übersetzen sollen um Verwirrung zu vermeiden. Ich bin mir allerdings nicht sicher, wie das mit Copyright und so ist (und ich will ja nicht, dass das Forum Probleme kriegt). Es geht in diesem Text vielmehr darum, dass es mehr schaden kann wenn allein im eigenen Interesse vermieden wird z.B. gegen das 1. Sila zu verstoßen und stattdessen die Ermordung aller anderen zu akzeptieren, als wenn aus altruistischen Gedanken und ohne auf sich selbst bedacht zu sein gegen das 1. Sila verstoßen wird. Wie gesagt, es ist nicht DER mittlere Weg, sondern zeigt, dass auch in anderen Fällen Extreme nicht sinnvoll sind.

    Meiner persönlichen Meinung ist es auch nicht Komprimissbereitschaft, wenn der Fokus in einem Konflikt nicht darauf ist einen zu finden der Schuld ist, oder einen Verlierer und einen Gewinner, sondern auf die Lösung vom Konflikt. Generell scheint mir das westliche Leben sehr auf duale Beurteilung ausgelegt zu sein und nicht so sehr auf Entwicklung (unabhängig ob das noch ewtas zu tun hat mit Mittlerem Pfad oder nicht).

  • Der mittlere Weg

    • Tarik
    • 29. September 2013 um 16:52

    @Monika Ich war mir nicht sicher, ob ich dich verärgert habe. Falls das so ist möchte ich mich entschuldigen. Es war keinesfalls gegen dich gerichtet oder als Angriff gemeint.

    MonikaMarie1:


    Da diese Geschichte nicht von Buddha kommt (nehme ich an), hat sie für mich auch nichts mit dem zu tun, was Buddha den "Mittleren Weg" meinte.

    Ich nehme an du meinst damit, dass es nicht aus dem Pali-Kanon stamt. Das stimmt wohl, alle weiteren Interpreationen zum mittleren Weg sind wohl nur Mahayana-Stuff (wie es an anderer Stelle mal formuliert worden ist ;)) Du kannst es also getrost ignorieren. Nochmals Entschuldigung wenn ich dich verärgert habe.

  • Der mittlere Weg

    • Tarik
    • 29. September 2013 um 09:17
    MonikaMarie1:
    fotost:


    pāṇâtipātā veramaṇī sikkhāpadaṃ samādiyāmi

    Ich gelobe, mich darin zu üben, kein Lebewesen zu töten.

    Wenn ich mir das so ganz ruhig anschaue, dann kann es keine verschiedenen mittleren Wege geben. Das würde bei dem 1. Sila ja bedeuten, dass ich nicht allzu viele Lebewesen töte, solange ich noch übe bleiben einige aber noch auf der Strecke.

    Ich bin mir nicht sicher, ob dieser (englische) Link so funktioniert: http://books.google.de/books?id=8cbrS…epage&q&f=false
    Falls nicht und als kurze deutsch Zusammenfassung: Es gibt eine Geschichte in der Buddha in einer früheren Inkarnation Kapitän von einem Schiff ist, welches von einem Piraten angegriffen worden ist. Der hat gedroht alle 500 Personen an Bord umzubringen. Er hat sich dazu entschieden den Piraten zu töten (und hat damit gegen das 1. Sila verstoßen) um die anderen Personen zu retten.

    Es gibt verschiedene solche Geschichten, welche zeigen, dass es kaum eine Regel gibt, welche ohne Ausnahme befolgt werden sollte und dass Extreme in der Regel nicht hilfreich sind.

    Vielleicht geht es bei Konfliktlösung auch nicht so sehr um Gewinner und Verlierer sondern um das finden einer friedlichen Lösung. Wenn jede Seite nur Beschuldigungen gegen die andere hervorbringt klappt das nicht, sondern steigert nur Aggressionen und/oder Ängste. Ich könnte mir schon vorstellen, dass der Dalai Lama das wirklich genau so meint wie er es gesagt hat. Das bedeutet nicht, dass er ignoriert was passiert ist, aber für die Zukunft hilft es nicht Gewalt, Zerstörung oder Verleumdung in den Vordergrund zu stellen.

    Jikjisa:

    Durch "äußerlichen" Dogmatismus wird viel Schaden angerichtet.

    Grad bei Religion oder Themen bei denen es um Ethik geht entsteht oft so etwas wie eine "religiöse Arroganz". Religiöse Hausierer, welche alle vor der Hölle bewahren wollen. Vegetarier, welche alle anderen um jeden Preis zu Vegetarier machen wollen. Hard-Core energiesparer, welche über alle schimpfen, welche im Winter keinen Wollpulover tragen und die Heizung runter drehen usw.

    Immer wenn ein Gefühl von Selbstgerechtigkeit (stimmt das Wort so? self-righteousness...) aufkommt ist das ein gutes Zeichen, dass man den mittleren Weg verlassen hat.

  • Wie soll man "böse" mit Menschen umgehen?

    • Tarik
    • 28. September 2013 um 22:02

    Angulimala als Kinder-Zeichentrick... ich kanns kaum glauben. Schade, dass ich nicht Thailändisch verstehe. Ich glaube das ist so ziemlich die gruseligste buddhistische Geschichte, die ich kenne. Aber ich will diesen Thread jetzt nicht in andere Richtungen lenken.

  • Wie soll man "böse" mit Menschen umgehen?

    • Tarik
    • 28. September 2013 um 11:12
    suria:

    Die Karmalehre besagt ja, dass, wenn ich Gutes tue, mir Gutes widerfährt, wenn ich Schlechtes tue, mir Schlechtes widerfährt. Ganz einfach gesprochen.

    Ich würde das umformulieren in "alles was du tust (oder nicht tust) hat Folgen". Es ist dabei nicht ganz so einfach zu wissen, was für Ihn und für dich das bessere ist und es gibt im Buddhismus keinen Karma-Buchhalter des Universums. Ich denke nur du kannst wissen was das richtige ist. Reden ist in der Regel ein guter Punkt zum Anfangen, kann aber auch etwas vom schwierigsten sein. Wenn du dich mit Achtsamkeitsmeditation auskennst würde ich empfehlen, das gewissermaßen mit dem Gespräch zu kombinieren und zu versuchen z.B. ruhig zu atmen dir selbst deiner Gedanken und Emotionen bewusst zu sein und entsprechend zu reagieren. Dh. wenn du z.B. Wut fühlst, nicht etwas Aggressives sagen sondern dich lieber einen Atemzug abwarten und dann das sagen was du in wirklich sagen willst.

  • Wie gehe ich mit Störfaktoren bei der Meditation um?

    • Tarik
    • 24. September 2013 um 21:16
    Arnold:

    Hallo liebe Menschen!

    Ich habe schon seit anbeginn meiner Praxis folgendes Problem:

    Je ruhiger es um mich herum und in mir wird, desto lauter wird mein Tinnitus (auf beiden Ohren) und desto kräftiger vernehme ich ein Rauschen in meinem Kopf.
    Nun weiß ich natürlich nicht, woher das kommt und ob es gesund sein kann.


    Das kenne ich auch. Bei mir konnte keine Ursache ausgemacht werden. Nach dem Ohrenarzt vermutlich eingeklemmte Nerven im Nacken. Auf jeden Fall habe ich es schon seit Jahren habe und es nicht wirklich weg kriege (aber Entspannung reduziert den Tinnitus etwas). Vielen hilft angeblich die Behandlung mit Rauschen (Pink Noise). Eventuell hilft dir das auch sonstige Umgebungsgeräusche etwas zu reduzieren.
    http://simplynoise.com/
    Ich finde es manchmal ganz angenehm, aber es scheint bei mir den Tinnitus nicht zu reduzieren.

    Mit störendem Lärm aussen gehe ich ansonsten ähnlich um wie mit störendem Lärm von meinen Gedanken. Einfach (ok... vielleicht nicht ganz so einfach) akzeptieren, dass es da ist und vorbeiziehen lassen ohne zu bewerten oder den Fokus weiter darauf zu richten.

  • Metta zum Fließen bringen

    • Tarik
    • 24. September 2013 um 20:56
    Peeter:
    Bishafu_2:

    Der Dalai Lama drückt sich immer in seinen eigenen Worten und selten in denen des Buddha aus!
    Genau daran erkennt man den wirklichen Meister.
    Lg
    Martin

    jenau
    Wenn es in eigenen Worten widergegeben wird und das auch noch beruhend auf Erfahrung, dann ist Verständnis da.
    Alles Andere ist Müll und Wichtigtuerei.

    Bedauerlicherweise scheinen trotzdem viele davon auszugehen, dass ohne Titel und ohne bekannten Namen auch keine Erfahrung vorhanden sein kann und erwarten, dass trotzdem irgendwelche Zitate hin geklatscht werden um jede einzelne Aussage zu belegen. Zumindest ist das meine Erfahrung.

  • Metta zum Fließen bringen

    • Tarik
    • 23. September 2013 um 20:19
    Bishafu_2:


    Eine Frage hätte ich noch, worin liegt denn der Sinn meine Wahrnehmung von Langeweile in Metta zu verändern?

    Das ist perfekt... So kannst du gleich in einem Geduld (Kṣānti paramita) und Mettā Pāramī üben ;)

    Wenn du merkst, dass es dir nichts bringt, unabhängig mit welcher "Meditations-Technik" oder ob du emotional oder rational heran gehst, ist es vielleicht besser den Fokus zu verschieben, bis du merkst dass der Zeitpunkt besser passt. Meine Erfahrung (und ein Punkt warum ich Buddhist bin) ist, dass alles ein zusammenhängendes Ganzes bildet. Man kann bei Shunyata beginnen und kommt indirekt zu Bodhichitta. Man kann Geduld üben und lernt mit Emotionen besser umzugehen.

    Die logische Ebene kann wohl nur den Anfang bilden, aber ist in der Regel recht offensichtlich: Was sind die Konsequenzen von nicht Metta? Wie fühlst du dich selbst wenn für jemanden Mitgefühl empfindest, wie wenn du mit einer Person für die du kein Mitgefühlt empfindst (oder die Person gar abstoßend empfindest)? Wie fühlt es sich an, wenn dir gegenüber ehrliches Mitgefühlt gezeigt wird und wie ist es wenn jemand kalt und abweisend ist? Mit welchen Leuten kannst du effizenter arbeiten (wie wirkt es sich generell auf soziale Beziehungen aus)? Was wären die gesellschaftlichen Konsequenzen, wenn Entscheidungen rational und ohne Mitgefühl getroffen werden (z.B. berechnen wie hoch der wirtschaftliche Nutzen einer Person ist und wie viel es kostet Altenpflege für die Person zu organisieren oder eine Operation durchzuführen)? Wie verhalten sich Menschen welche viel Mittgefühlt haben (Das ist manchmal auch gar nicht so einfach zu beurteilen. Ist es ein zweckorientiertes Verhalten oder wirklich Mitgefühl?) bzw. leute mit wenig Mitgefühl (bis hin zu Soziopathie)? ...

  • stille Dekonstruktion

    • Tarik
    • 21. September 2013 um 09:18
    nescio:

    In vielen Sitzungen habe ich die Erfahrung gemacht daß Lernende mit Begriffen wie
    "Geist, Bewußtsein, Achtsamkeit" immer wieder hingehalten werden damit sie eben nicht zur Ruhe kommen.
    Denn würde man das Geheimnis (der Stille) gleich verraten, wäre ja keine Anleitung mehr nötig.

    Ich denke nicht, dass das bewusst gemacht wird um sich unersetzbar zu machen. Im allgemeinen tendiert man ja einfach zu dem was für einen selbst vertraut ist und manchmal auch zu dem was immer wiederholt wird. Beim Buddhismus sind das halt die Begriffe Achtsamkeit, Loslassen, Leerheit.

  • Leerheit

    • Tarik
    • 17. September 2013 um 18:01
    Ellviral:

    Der Leere Raum, der Raum der selbst zwischen Quarks besteht, ohne dieses wären Quarks nicht möglich.
    Ich bin da nur sehr konsequent. Ich sehe Form und Leere. Ich sehe das ohne Form keine Leere, ohne Leere keine Form.
    Ich sehe Leere ist Form und Form ist Leere. Ich sehe Leere wird Form und Form wird Leere.

    Ich denke, dass das wieder ein Problem mit dem deutschen Wort der Leere oder Leerheit ist. Das stimmt zwar schon, dass die Leere notwendig ist als "Trenner" zwischen zwei Objekten, aber das ist nicht das was im Buddhismus gemeint ist (ich denke das entspricht eher dem primär Daoistischen Konzept von Yin und Yang). Generell kann der Begriff sehr verwirrend sein, da nicht Abstand oder Abwesenheit von etwas gemeint ist. (Da muss ich grad an einen Vortrag von Pema Chödrön denken wo sie scherzhaft gesagt hat "Oh, nein, nicht die Leere lasst mich da bloß nicht da hinein fallen" :D ) Das einzige wo ich eine wörtlichen Zusammenhang sehe ist, die Leerheit von unabhängiger Existenz, was aber dem Ganzen nicht gerecht wird.

    Dass Leerheit nicht wörtlich zu verstehen ist, sieht man vermutlich auch wenn man das japanische oder chinesische Wort 空 (kū oder kōng) wörtlich auf Deutsch übersetzt und das Wort Luft erhält (bitte korrigiert mich, falls ich da einen Übersetzungsfehler drin habe, meine Chinesischkenntnisse sind noch sehr minimal ;) ).

  • Leerheit

    • Tarik
    • 17. September 2013 um 07:14
    Ji'un Ken:
    Zitat

    Ob ich einen Baum "Baum" nenne ändert nichts daran das da etwas ist das wir als Baum erkennen können.


    Richtig


    Kommt darauf an was du damit meinst. Wenn ich den Baum nicht als Baum (also ein Begriff für eine eigenständige Entität) definiere sondern, nur so als Beispiel, als eine lebende Extremität der Erde (so wie ein Körperteil), dann ändert sich zwar physisch die Welt nicht, aber die Wahrnehmung, das Denken und auch das Handeln schon.

    Zitat


    Wenn Baum auch Leerheit wäre wäre kein Baum erkennbar

    Ich denke der Begriff Leerheit ist eigentlich etwas ungünstig im Buddhismus, weil es im Buddhismus nicht die gleiche Bedeutung hat wie sonst in Deutsch. Wenn der Baum nicht existieren würde, wäre kein Baum erkennbar (zumindest unter normalen Bedingungen ;) ). Das ist aber nicht was mit Leerheit im Buddhismus gemeint ist.

    Herz Sutra:


    ...
    Form ist nicht verschieden von Leerheit,
    Leerheit ist nicht verschieden von Form.
    ...

  • Buddhaverherrlichende Mantras

    • Tarik
    • 16. September 2013 um 19:54

    Ich glaube es war Dzongsar Khyentse Rinpoche der mal erwähnt hat, dass es früher die „Regel“ gab, dass zwischen einem Meister und seinem Schüler zwei Täler Abstand sein sollte (was schon mal ein paar tagesmärsche sein konnten). Der Grund war wohl, dass jeder, auch wenn es sich dabei um einen großen Meister handelt, letztendlich einfach ein Mensch Macken und Fehler ist. Trotzdem soll der Meister ein perfektes Vorbild sein.

    Ich denke, dass die Verherrlichung auch den Zweck erfüllt, dadurch z.B. die Perfektion der Weisheit und des Mitgefühls näher zu bringen. Also gleichzeitig eine Einstimmung, ein Ziel und (z.B. auch bei tantrischen Praktiken) eine Hilfe um entsprechend den oft ziemlich hoch gesteckten Vorsätzen zu leben.

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

30-cover-uw-137-png

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.2.7
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download