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Beiträge von zenmuehldorf

  • was bleibt vom Universum,wenn alle Wesen befreit sind?

    • zenmuehldorf
    • 21. Oktober 2012 um 18:10
    Doris Rasevic-Benz:

    Ich frage mich bei Dir, Sonnenschein, immer ob das, was Du schreibst von Dir kommt oder ob Du nur wiedergibst und dieses als Wahrheit kundtust. Das ist nämlich nicht erkennbar.
    In der Wissenschaft würde man die Nicht-Erkennbarkeit von Wiedergaben als "Plagiat" bezeichnen.


    Wobei mir seine Antwort von den bisherigen noch am besten gefallt.
    :P

  • was bleibt vom Universum,wenn alle Wesen befreit sind?

    • zenmuehldorf
    • 20. Oktober 2012 um 20:00

    Ich habe heute während meiner täglichen Zazen-Praxis folgende Einsicht (für mich) erlangt:
    Alles im Universum ist voller Leben und atmet.Jegliches Leben vom allerkleinsten bis zum Menschen trachtet danach zu
    Überleben. Ich habe das allerdings nicht als etwas bedrohliches erlebt, sondern als wie eine Art großes Gesamtbewusstsein, das seinen Überlebenstrieb bis ins Allerkleinste ausdehnt. Die Daoisten nennen dies glaub ich Tao.
    Aus dieser Sicht heraus waren alle Wesen bereits befreit. Sie wissen es nur nicht.

  • was bleibt vom Universum,wenn alle Wesen befreit sind?

    • zenmuehldorf
    • 18. September 2012 um 13:56

    wenn ich die entwicklung eines hundehaufens betrachte, verliert er von tag zu tag an merkmalen, geruch, konsistenz und form, irgendwann ist er nicht mehr zu identifizieren er wird eins mit dem grund / boden auf dem er hingefallen ist... das ist eine praktische erfahrung

    Sehr nette Metapher *mnammnam* ;)
    Allerdings stellt sich dann im übertragenen Sinne die Frage, was der Grund ist, wenn der Hundehaufen stellvertretend für
    Alle Erscheinungen sein soll. :?:

  • was bleibt vom Universum,wenn alle Wesen befreit sind?

    • zenmuehldorf
    • 18. September 2012 um 13:50

    Ich sehe das anders.
    "Gut" und "Böse" sind Kategorien unseres Denkens. Wir können nur "gut" denken, weil wir "böse" denken können. Es ist aber durchaus möglich frei von diesem Begriffspaar zu existieren. Krieg ist demnach keine Naturgewolltheit, es gibt ihn einfach, und es gibt ihn, weil "Frieden" als Kontrast erlebbar ist. Gäbe es keine Handlung "Krieg", dann würden wir nicht seinen Kontrast, den Frieden erfahren können. Es gäbe dann weder Krieg noch Frieden.[/quote]


    Das leuchtet mir ein.

  • was bleibt vom Universum,wenn alle Wesen befreit sind?

    • zenmuehldorf
    • 18. September 2012 um 12:44

    liebe Doris,

    Danke für dieses bemerkenswerte Statement. :D
    ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, das das Universum sich selbst in seiner gesamten Mannigfaltigkeit (sowohl als Erscheinung als auch als Handlung) erfahren will (muss?) und deshalb Krieg und Leid genauso
    Dazugehören. Desweiteren kann es ja das gute ohne das Böse nicht geben, da das Gute nur durch seinen Gegenpol existieren kann.
    meiner inneren instinktiven und auch logischen Überzeugung nach, ist das Universum darauf angewiesen, wahrgenommen
    Zuwerden, bzw. Entsteht laufend aus der Wahrnehmung heraus.
    ich kann mit der Lehre, nachdem jedes Wesen aus Unwissenheit und Anhaftung heraus geboren wird (und diese Wiedergeburt unnötig gewesen wäre, da sie wieder nur neues Leiden hervorruft) im Moment nicht viel anfangen.
    Demnach wäre ja die Vielfalt der Wesen und Erscheinungen der ist-Zustand und der soll-Zustand etwas, das ja ein nicht-erleuchteter wieder mal nicht erfassen kann.
    hab mich aber trotzdem aus mehreren Gründen vom katholischen Glauben abgewendet, hauptsächlich weil ich nicht an einen Gott Glauben kann, der uns völlige Handlungsfreiheit mit auf den Weg gibt um uns dann für Fehlverhalten auf immer und ewig in die Hölle zu verbannen.

  • was bleibt vom Universum,wenn alle Wesen befreit sind?

    • zenmuehldorf
    • 18. September 2012 um 08:47

    das sollten Sie dann aber bitte auch Zen Meister Brad Warner mitteilen.

  • was bleibt vom Universum,wenn alle Wesen befreit sind?

    • zenmuehldorf
    • 17. September 2012 um 20:58
    Bakram:
    zenmuehldorf:

    Auch ist Samsara ja meiner Sicht nach keine Begriff im übertragenen Sinne, sondern der Leidenskreislauf, in dem die Wesen durch die ständigen Wiedergeburten "gefangen" sind.Wenn nun aber alle Wesen Erleuchtung erfahren haben und sie nicht mehr wiedergeboren werden müssen, sind ja irgendwann keine mehr da....

    Du darfst den Begriff Wiedergeburt nicht zu wörtlich nehmen. Im Gegensatz zum Hinduismus ist im Buddhismus damit keine Wanderung einer unveränderlichen Seele gemeint. Es können keine Seelen verlöschen, da es keine gibt. Der Glaube an ihr Vorhandensein ist Verblendung und Anhaftung an körperliche und feinstoffliche Existenz.

    Das wusste ich bereits.Trotzdem besteht das Dilemma, das ein Universum,das sich seiner selbst
    Aufgrund der Abwesenheit von Bewusstsein nicht gewahr sein kann,nicht existieren kann. Wenn jegliche Existenz , egal ob Stein, Ameise, Mensch oder Gottheit nach ihrem Tod kein Beürfniss mehr nach Wiedergeburt in egal welcher Daseinsform hat (da erleuchtet), hört das Universum auf, zu existieren


    In Wahrheit existiert nur Energie, welche umgewandelt wird, mal tritt sie uns in Form von Materie, mal in Form von Wellen in Erscheinung. Mal als Stein, mal als Mensch.

    ...ja aber doch nicht Zufällig, sondern aus Unwissenheit und Anhaftung. Die Form,die diese Energie bei Ihrer Manifestation dann wählt entsteht in Abhängigkeit des Karmas, das die Erscheinung zu Lebzeiten angehäuft hat.
    ich habe bisher in jeder buddhistischen Literatur gelesen,das durch die Erleuchtung das Anhaften verschwindet und das Wesen kein Verlangen mehr nach Wiedergeburt=körperliche Manifestation empfindet.Ausserdem soll ja eine Erleuchtung
    Nur dem Menschen möglich sein, weil alle anderen Daseinzustände dafür ungeeignet sind.

    Es gibt ja dieses schöne Gleichnis von der Kerze: Die Flamme wird von Kerze zu Kerze weitergegeben.

    Dukkha entsteht ja gerade auch deshalb, wenn wir meinen etwas Spezielles zu sein und dabei immer mal wieder schmerzhaft auf den Boden der Tatsachen geholt werden.

    Samsara würde ich mal salopp-westlich mit Teufelskreis übersetzen. Der Teufelskreis sich immer wieder von der Umwelt abzugrenzen (= als Subjekt geboren werden) und dabei auch immer wieder aufs Ego und seine (eingebildete) Wichtigkeit hereinzufallen.

    Du bist nun schon der zweite, der mir Samsara im übertragenen Sinne erklärt. Aber es ist doch so, das der buddh. lehre nach Samsara wirklich existiert (nicht nur als Metapher) und die Wesen in Samsara gefangen sind (solange Sie die Erleuchtung nicht erlangt haben). Wobei mir Deiner Erklärung mit dem Teufelskreis sehr gut gefällt.
    Gruss Bakram

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  • was bleibt vom Universum,wenn alle Wesen befreit sind?

    • zenmuehldorf
    • 17. September 2012 um 18:11

    Zitat:

    "Bei dir klingt das so als würden durch Befreiung Wesen aus dem Universum verschwinden. Als Buddha Befreiung erlangt, verschwand er ja überhaupt nicht aus dem Universum und wurde auch nicht weniger bewußt. Im Gegenteil hatte er die Großteil seines Lebens noch vor sich. Die Missverständnisse kommen wohl daher, dass die Begriffe "Samsara" und "Universum" für dich etwas ähnliches bedeuten. "


    ich dachte, das Die Befreiung dazu führt, das man aus dem Kreis der Wiedergeburten (Samsara) ausbricht und
    Dem Leidenskreislauf entkommen kann. Das man nicht im Moment der Erkenntnis verschwindet ist mir auch klar.
    Auch ist Samsara ja meiner Sicht nach keine Begriff im übertragenen Sinne, sondern der Leidenskreislauf, in dem die Wesen durch die ständigen Wiedergeburten "gefangen" sind.
    Wenn nun aber alle Wesen Erleuchtung erfahren haben und sie nicht mehr wiedergeboren werden müssen, sind ja irgendwann keine mehr da....

    die vorherigen Antworten haben ja schon erläutert, das diese Frage nicht beantwortet werden kann.
    Wenn dem so ist, werde ich das so akzeptieren müssen und mich weiterhin im Zazen üben...

  • was bleibt vom Universum,wenn alle Wesen befreit sind?

    • zenmuehldorf
    • 17. September 2012 um 12:45

    Trotz aller hier aufgeführten Zitate und Argumente fällt es meinem Nicht-Erleuchteten Verstand schwer, sich ein Universum
    Ohne Wesen bzw sogar noch weiterführend eine Ende der Vielfalt der Dinge vorzustellen.
    Wenn es das Ziel des Universums oder des Wegs sein sollte, die Vielfalt der Dinge und Wesen durch direkte Einsicht zu
    Beenden, wieso gibt es dann überhaupt ein Universum mit uns als Wesen.
    ich überspitze die Sache mal absichtlich etwas, um mein Dilemma zu erklären:
    Wenn die Wesen aus Unwissenheit und dem daraus resultierenden Anhaften einstehen, wie entstand dann das erste Wesen?
    Was war davor? Enstand das Universum mit all seinen Erscheinungen parallel zu den Wesen oder davor?
    Sogar laut Der Quantenphysik manifestieren sich die Dinge nur,wenn sie beobachtet werden.
    was passiert,wenn kein Beobachter mehr da ist?

    gleich vorweg möchte ich sagen, das es mir nicht wirklich hilft, wenn es heist: "werde erleuchtet und die wirst alles verstehen"

  • was bleibt vom Universum,wenn alle Wesen befreit sind?

    • zenmuehldorf
    • 17. September 2012 um 10:12

    Das ist genau der Punkt. Wenn ich nun der Regentropfen bin, was ist dann das Meer? Das Universum kanns ja wohl nicht sein, weil es ja eine Erscheinung ist und Form gleich Leerheit ist.

  • was bleibt vom Universum,wenn alle Wesen befreit sind?

    • zenmuehldorf
    • 17. September 2012 um 07:53

    naja, danke für die Antworten.Recht viel weiter bin ich aber
    nun trotzdem nicht.
    Wo sind die Wesen denn dann alle, wenn Sie in dieser Manifestation als Mensch Einsicht erlangt haben und keine
    Wiedergebutrt, weil kein Anhaften , mehr anstreben?
    Gibt es da dann einen Pool voll Befreiter, die sich ihrer Befreiung erfreuen, bis in alle Ewigkeit?
    Kann ein Universum existieren, welches sich seiner selbst nicht gewahr sein kann ( weil keiner mehr da ist, der sich dessen gewahr ist)?

  • was bleibt vom Universum,wenn alle Wesen befreit sind?

    • zenmuehldorf
    • 16. September 2012 um 21:38

    ich beachäftige mich seit Jahren (theoretisch) mit dem Buddhismus - zuletzt mit Zen - uns stolpere über
    Eine Sache, die mir einfach nicht einleuchten will:
    Wenn es wirklich alle Wesen schaffen sollten,Einsicht in die wahre Natur der Dinge zu erfahren,
    und dadurch dem ständigen Daseinskreislauf (Samsara) zu entrinnen, was bleibt dann noch im Universum?
    ist denn aus Sicht des Buddhismus nicht das Universum selbst erpicht darauf, sich selbst zu erfahren und
    Sich selbst bewusst zu sein? Wer sollte dann noch da sein, um diesem Wunsch nachzukommen?

  • Karma

    • zenmuehldorf
    • 15. September 2012 um 12:23

    Hallo Frank1,

    dem kann ich weder gefühlmäßig noch unter Anbetracht der Logik zustimmen.
    Du schreibst: "Wir reagieren in einer Situation auf eine Weise, die nicht optimal ist ..." .
    Das würde ja bedeuten, das wir nur dann Karma erzeugen, wenn wir Reagieren, also nicht wenn wir Agieren.
    Auch hat ja"malsehen" richtig kommentiert, das es wohl sehr schwierig sein, wird, die Lösung einer Situation "optimal" zu bewerten. Wem fällt diese Bewertung zu, bzw.
    wer beansprucht für Sich, bei der Vielzahl der Lösungswege, genau die optimalste zu wählen?
    Das ich mich nicht mit den Begriffen "positives" oder "negatives" Karma anfreunden kann, liegt daran, das es eine Vielzahl an augenscheinlich "negativen" Handlungen gibt, bei der die daraus
    resultierenden positiven Effekte überwiegen. Ich denke auch das in diesem Fall keine Instanz in der Lage ist, jede Handlung richtig zu bewerten.

    Letztendlich hat ja jeder das gute Recht, das Karmagesetz auf seine eigene Weise zu verstehen und umzusetzen.

  • Karma

    • zenmuehldorf
    • 15. September 2012 um 09:05

    Also das mit dem Karma war für mich auch viele Jahre ein Mysterium.
    Verstanden habe ich die Sache aber letztendlich so:
    Solange wir an Dinge anhaften, also begehren. Und damit sind nicht nur materielle Dinge, sondern auch Personen und Gemütszustände oder sogar einfach nur Gedanken gemeint -
    solange wir also, etwas begehren, das wir nicht haben werden wir handeln (wobei eben auch ein Gedanke eine Handlung sein kann) , um diese Dinge zu bekommen.
    Aus dieser Handlung heraus erzeugen wir Karma, wobei ich nicht der Überzeugung bin, das man Karma in positiv oder negativ kategorisieren kann.
    Die Reaktionen auf mein Karma werden mich früher oder später treffen , wie ein Bumerang, den ich vor Jahren geworfen habe, und den ich vergas.
    Das passiert aber auf eine dermaßen subtile Art und Weise , das ich nicht umbedingt jede Reaktion , die ich erfahre, unmittelbar einer vergangenen Tat zuordnen kann.
    Dazu sind die Zusammenhänge zu komplex.
    Ich kann auch an dieser ganzen karmischen Geschichte nichts esoterisches Erkennen - eher eine hochkomplexe mathematische Gleichung, in der , wie in der klassischen Physik, keinerlei Energie (hier die Aktion)
    im Universum verloren gehen kann.
    Ab dem Moment, wo ich (durch Einsicht in die Wahrheot der Dinge) das Begehren (Anhaften) aufhören, erzeuge ich kein Karma mehr und bin dadurch frei.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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