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  1. Buddhaland Forum
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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Begriffsklärung: Karma

  • Onda
  • 13. März 2011 um 11:29
  • Zum letzten Beitrag
  • Onda
    Gast
    • 13. März 2011 um 11:29
    • #1

    An anderer Stelle stellte ich die auf den ersten Blick ein wenig naiv anmutende Frage, ob und wo denn das Wort "Karma" im Palikanon auftauche. (http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=1&t=5536#p99771)

    Wie sich herausgestellt hat, wird das Pali-Wort "kamma" im Kanon meist im Sinne von (willensgesteuerter) Handlung/Tat verwendet und in der Regel auch so übersetzt. So kommt es, dass man in den deutschen Übersetzungen des Palikanons das Wort "Karma" (im Ggs. zu Begriffen wie Nirwana und Samsara) in der Regel nicht findet.

    Karma ist meinen Augen ein äußerst schillernder Begriff, dessen hinduistische Wurzeln auch im Buddhismus noch nachklingen (und der sogar Eingang in die Antroposophie des R. Steiner gefunden hat). Ganz zu schweigen von der Adaption des Begriffes durch die esoterische Szene.

    Wie kann man nun Karma im Buddhismus definieren?

    Ist es gleichbedeutend mit dem
    a) Gesetz von Ursache und Wirkung
    sind es
    b) die willentlichen Handlungen des Menschen und ihre Wirkungen?

    Gibt es eine Definition, die wesentlich über diese beiden Bestimmungen hinausgeht? Eine Definition, die Sätze wie "Das ist mein Karma" oder "Das ist das schlechte Karma von Sabine (oder ganz hirnrissig: der Japaner)" verständlich macht. Hätte man Karma mit den Definitionen a) + b) erfasst, so könnte man logisch betrachtet auf die Verwendung des Wortes Karma verzichten (es gibt namhafte buddhistische Lehrer, die sich dafür entschieden haben; so wie sich andere buddhistische Lehrer dafür entschieden haben, das Wort "Liebe" (metta) nicht zu verwenden und stattdessen "liebende Güte" oder "Wohlwollen" sagen).

    LG
    Onda

    P.S. Hier noch ein Zitat von Sven, das gut in diesen Zusammenhang passt.
    "Karma heißt ursprünglich immer nur soetwas wie Handlung oder Wille (kamma=cetana=sankhara). Im Laufe der Zeit wandelte sich der Begriff bei den Laien und wird heute oft als Synonym für Karma-Wirkung (eigentlich vipaka) benutzt (übrigens auch in Asien). Das trägt natürlich zur Verwirrung bei. Am besten ist es die Fachbegriffe kamma für Tat und vipaka für Kamma-Wirkung zu verwenden."

  • mirco
    Gast
    • 13. März 2011 um 19:13
    • #2

    Hallo Onda,

    zuerst mal schauen, was die Wörterbücher hergeben:

    Zitat

    karman (Sanskrit)
    01. Handlung, Arbeit, Tat; 02. Ausführung, Aufführung; 03. Geschäft, Büro, Pflicht; 04.ein religiöses Ritual 05. eine bestimmte Handlung, moralische Verpflichtung; 06a - Performance of religious rites as opposed to speculative religion or knowledge of Brahman; 06b - Anstrengung, Arbeit; 07 - Produkt, Ergebniss; 08 - Eine natürliche oder aktive Eigenschaft (als Unterstützung der Erde); 09 - Schicksal, die Konsequenz der Taten aus früheren Leben; 12 - Sinnesorgan; 15 - Übung, Training

    Zitat

    kamma (Pāli)
    Das vedische karman. Handlung, Tat, Arbeit.
    Ursprüngliche Bedeutung (siehe karoti) entweder bauen (litauisch kùrti, opr. kūrat bauen) oder weben, flechten,
    (noch so in mālākamma und latākamma "die Verflechtung von Girlanden und Ranken";
    auch in kamma--kara wahrsch. urspr. Arbeitnehmer in der Weberei, i. e. Dienst);
    vgl. Lat. texo, weben=Sk. takṣan Bauarbeiter, Handwerker, & Deu. wirken urspr. weben.

    Zitat

    karoti (Pāli)
    Sanskrit karoti. formen, bauen (oder flechten, weben? siehe kamma)
    Vergleiche kar--man, litauisch kùrti=bauen, O.Tr. cruth formen, gestalten;
    Lateinisch corpus,
    Abstammend davon ist

    • kappa Alles, was mit einem bestimmten Ziel vor Augen zubereitet, angeordnet wird, oder das, was passt, geeignet, angemessenen ist. Das sanskritsche kalpa.

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (12. Mai 2011 um 22:56)

  • mirco
    Gast
    • 13. März 2011 um 19:15
    • #3

    Und noch aus des Ehrwürdigen Wörterbuch

    Karma.

  • berndschneider
    Gast
    • 13. März 2011 um 20:52
    • #4

    Hallo Onda,
    der kritische Theravada-Mönch Bhante Dhammika hat dazu im Wesentlichen den Link auf den Palikanon, der gegeben wurde, bestätigt, in diesen Artikeln:
    http://sdhammika.blogspot.com/search?q=Kamma…tural+Disasters

    Karma ist der Ausdruck von Ursache und Wirkung, insofern das in Deiner Verantwortung liegende Denken, Sprechen und Handeln entsprechende Früchte zeigen wirkt.
    Die Karma-Lehre des Palikanon ist jedoch aus der Sicht des Mahayana nicht haltbar. Der Zen-Meister Kodo Sawaki hat darum auch oft vom Karma als allem geredet, was einem Menschen so widerfährt. Damit wollte er das Karma abtun und darauf hinweisen, dass es nicht um die eigene Existenz geht, sondern um das, was darüber hinausgeht.
    Zum Beispiel bedeutet der Karma-Begriff der Theravadins ja, dass Karma nur individuell existiert (also nicht für eine Gruppe, ein Volk). Gleichzeitig lehrt der Dharma jedoch, das das Individuum leer ist. Wie sollte sich also etwas Individuelles an etwas Nicht-Individuelles binden?
    Ein anderes Problem ist: Wenn ich auch noch so gut im Sinne des Pali-Kanon handle, jederzeit kann mich das, was nach seiner Definition kein Karma, sondern gewissermaßen Schicksal ist, in einen Unfall verwickeln oder in den Tod reißen. Mein Karma ist also gewissermaßen machtlos. Man könnte nun sagen, genau dies zeige sich ja gerade am Tsunami in Japan. Einerseits ist es schwer vorstellbar, dass alle Individuen mit gerade schlechtem Karma sich in der Küstenregion versammelten, um dieses Karma zu ernten. Andererseits ist einem hier auch nicht mit einem Gruppenkarma geholfen.
    Ich denke, man sollte sich seiner Verantwortung und Wirkungskraft der eigenen Taten bewusst sein, ohne am Buchstaben zu hängen. Man merkt ja selbst, wie und welche Früchte das eigene Tun trägt. Es ist z.B. sehr wohl möglich, schlechte Gedanken zu haben, die praktisch folgenlos bleiben (anders ist es schon mit Taten). Man kann schon dies nicht auf eine Stufe stellen. Besser ist noch, man betrachtet sich als das kleine Licht, als das Kodo Sawaki die Menschen sah, und nimmt das eigene Gutsein nicht wichtiger als das Schicksal, für das man nichts kann, sondern geht stattdessen darüber hinaus, um den wahren Charakter von beidem (gern als "Leere" bezeichnet) zu durchschauen. Wenn man beim eigenen (Theravada-)Karma stehen bleibt, nimmt man sich zu wichtig. Was interessiert z.B. die Gamma-Strahlung, ob du gut oder böse bist?

  • mirco
    Gast
    • 13. März 2011 um 22:55
    • #5

    Hallo Onda,


    hier ist aufgeführt, wie Kamma sich unmittelbar auswirkt.


    Alles Gute, Mirco :)

  • accinca
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    • 13. März 2011 um 23:24
    • #6
    berndschneider:


    Zum Beispiel bedeutet der Karma-Begriff der Theravadins ja, dass Karma nur individuell existiert (also nicht für eine Gruppe, ein Volk). Gleichzeitig lehrt der Dharma jedoch, das das Individuum leer ist. Wie sollte sich also etwas Individuelles an etwas Nicht-Individuelles binden?


    Ich habe auch noch nie gehört, das das Theravada lehren würde, etwas
    Individuelles würde sich an ein Nicht-Individuelles binden oder umgekehrt.
    Da scheint dein Zenistenmeister wohl was nicht richtig verstanden zu haben.
    Auch scheint was du schreibst, ein völliges durcheinander zu sein.
    Und überhaupt warum sollten bei kollektiv begangenes Handeln nicht auch
    kollektive Wirkungen entstehen? Trotzdem erlebt ja jeder die Wirkung seiner
    eigenen Taten. Darin muß ja kein Widerspruch bestehen.

  • berndschneider
    Gast
    • 13. März 2011 um 23:50
    • #7

    Was ist dir daran nicht klar?
    Was lehren denn die Theravadins deiner Meinung nach?
    Ich habe den Widerspruch doch aufgezeigt: Wenn es kein individuelles Selbst gibt, dann kann sich die Folge eines Handelns auch nicht zwangsläufig an den Handelnden binden. Dies gilt auch für Gruppen. Sie können Karma schaffen, aber dieses wirkt nicht notwendigerweise auf sie zurück, da sie selbst keine Konstante darstellen, an die sich etwas wie Karma binden könnte.

  • accinca
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    • 14. März 2011 um 00:06
    • #8
    berndschneider:

    Ich habe den Widerspruch doch aufgezeigt: Wenn es kein individuelles Selbst gibt, dann kann sich die Folge eines Handelns auch nicht zwangsläufig an den Handelnden binden.


    So simpel ist kamma nicht zu verstehen und der Buddha auch nicht.
    Natürlich gibt es einen individuellen Persönlichkeitswahn - nur kein absolutes wahres Selbst.
    Dieser individuellen Persönlichkeitswahn produziert Kamma und das hat Wirkungen nicht
    nur auf die Umgebung sondern auch auf die Struktur und Qualität dieses individuellen Persönlichkeitswahns der aber keineswegs als Wahn erkannt wird jedenfalls nicht vollständig.

  • mirco
    Gast
    • 14. März 2011 um 01:04
    • #9

    Hallo,


    was für ein Durcheinander. Buddhadhamma ist die Lehre von den Vier Edlen Wahrheiten und der Bedingten Entstehung. Wie wir auf die Gegenwart reagieren, bestimmt unsere Zukunft. Es gibt keine absolute Leerheit.

    Laut dem Buddha gibt es nur eine Leerheit von etwas durch die Abwesenheit von etwas. Leider wird der Begriff aus dem Zusammenhang genommen (s.u.).

    <woltlab-metacode-marker data-name=:

    Die kürzere Lehrrede über Leerheit - Cūḷasuññata Sutta - MN121" data-link="">

    11. "Wiederum, Ānanda, achtet ein Bhikkhu

    - indem er nicht auf die Wahrnehmung des Gebiets der Nichtsheit achtet, nicht auf die Wahrnehmung des Gebiets von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung achtet -

    so achtet er auf die Einheit, die von der merkmallosen Sammlung des Herzens abhängt.

    Sein Geist dringt in jene merkmallose Sammlung des Herzens ein und erlangt Zuversicht, Beständigkeit und Entschlossenheit.

    Er versteht so:

    'Diese merkmallose Sammlung des Herzens ist produziert und willentlich herbeigeführt.

    Aber was auch immer produziert und willentlich herbeigeführt ist, ist vergänglich, dem Aufhören unterworfen.'

    Wenn er so weiß und sieht, ist sein Geist vom Sinnestrieb befreit, vom Werdenstrieb und vom Unwissenheitstrieb. Wenn er so befreit ist, kommt das Wissen: 'Er ist befreit.' Er versteht: 'Geburt ist zu Ende gebracht, das heilige Leben ist gelebt, es ist getan, was getan werden mußte, darüber hinaus gibt es nichts mehr.'"


    12. "Er versteht so:

    'Was immer es an Störungen geben mag, die vom Sinnestrieb abhängen, jene sind hier nicht gegenwärtig; was immer es an Störungen geben mag, die vom Werdensstrieb abhängen, jene sind hier nicht gegenwärtig; was immer es an Störungen geben mag, die vom Unwissenheitstrieb abhängen, jene sind hier nicht gegenwärtig.

    Es ist nur dieses Ausmaß an Störung gegenwärtig, nämlich das mit den sechs Sinnesgrundlagen verbundene, die von diesem Körper abhängen und durch das Leben bedingt sind.'

    Er versteht: 'Dieses Feld der Wahrnehmung ist leer vom Sinnestrieb; dieses Feld der Wahrnehmung ist leer vom Werdenstrieb; dieses Feld der Wahrnehmung ist leer vom Unwissenheitstrieb.

    Es ist nur diese Nicht-Leerheit gegenwärtig, nämlich die mit den sechs Sinnesgrundlagen verbundene, die von diesem Körper abhängen und durch das Leben bedingt sind.'

    Somit betrachtet er es als leer von dem, was nicht vorhanden ist, was aber das Restliche anbelangt, so versteht er das, was gegenwärtig ist, folgendermaßen: 'Dies ist gegenwärtig.'

    Somit, Ānanda, ist auch dies sein echtes, unverzerrtes, reines Hinabsteigen in die Leerheit, vollendet und unübertrefflich."


    Alles Gute, Mirco :)

  • Dorje Sema
    Gast
    • 14. März 2011 um 05:55
    • #10

    Bei mir meint Karma:
    Freiheit:
    Motivation als auch motiviert sein ?

    und nicht selbiges ist zwangsläufig
    in the house,
    manches davon wurde unter
    Strapazen und Leiden geboren,
    eher seltenestens aus Glück,
    welches eher zum,
    bestenfalls Überschuss führte;
    und schlechten falls,
    zum Übermut.
    und
    der tut bekanntlich sellten gut.

    Mit ganz freundlichen und herzlichen Grüßen
    Dorje Sema

  • berndschneider
    Gast
    • 14. März 2011 um 11:50
    • #11

    accinca: Nach Mahayana-Auffassung ist es genau umgekehrt: Es gibt ein absolutes, wahres Selbst - die Buddha-Natur.

  • Norbert
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    • 14. März 2011 um 12:28
    • #12
    Zitat

    Wie kann man nun Karma im Buddhismus definieren?

    :Wirken und Wirkung zugleich!

    Liebe Grüße

    Norbert

    Gier, Hass und Verblendung sind weder in Werken noch in Worten zu überwinden, sondern nur durch wiederholtes weises Erkennen (A.X/23)

  • Dorje Sema
    Gast
    • 14. März 2011 um 12:57
    • #13

    Eine Ursache ohne/getrennt von einer Wirkung ist als Ursache nicht azuzeigen,
    Werter Norbert.
    Und umgekehrt natürlch und selbstversändlich genausowenig.

    Nun ist es aber so das eine Wirkung nicht als eine einzige Wirkung,
    verstanden werden darf und soll,
    sondern u. vielmehr,
    sind immer vielfältige Wirkungen untrennbar 'simultan' von ihren
    jeweiligen vielfältigen Ursachen am Werke, die welche zuvor Wirkungen waren/sind.
    Insofern lässt sich daran das Entstehen, die Geburt der Zerfall und die Auflösung, [Vergänglichkeit]
    kontemplativ in der zeitlichkeit 'studieren'.

    Mit wohlgemeinten und herzlichen Grüßen
    Dorje Sema

  • Dorje Sema
    Gast
    • 14. März 2011 um 13:00
    • #14

    Karma

    Mit ganz freundlichen und herzlichen Grüßen
    Dorje Sema

  • Sven
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    • 14. März 2011 um 13:06
    • #15
    Zitat

    accinca: Nach Mahayana-Auffassung ist es genau umgekehrt: Es gibt ein absolutes, wahres Selbst - die Buddha-Natur.

    Scheinbar gibt es hauptsächlich zwei verschiedene "Nirwanas":
    - Eines, wo sich das "Ich/Bewusstsein" für immer auf einen beobachteten leidfreien Posten zurückzieht (Zeugenbewusstsein/Wahres Selbst etc.). Da das Ich aber auch eine Funktion hat, wird der Organismus danach wohl keine komplexeren Tätigkeiten mehr ausführen können.

    - Eines, wo eine Umstrukturierung des Geistes durch die Erfahrung des Aufhörens erfolgt (Dies scheint mir das vom Buddha Gelehrte).

    Welches Nirwana man nun für das bessere hält, bleibt jedem selbst überlassen. Problematisch finde ich, dass um diesen Unterschied oft nicht gewusst wird und es sogar innerhalb einer Schule so oft zu unnötigen Verwirrungen kommt.

    Gruß
    Sven

  • berndschneider
    Gast
    • 14. März 2011 um 14:01
    • #16

    mirco: Nach unserer Auffassung gibt es keine Zukunft, nur die Gegenwart. Auch aus dieser Erkenntnis folgt, dass Karma keine Substanz hat, also leer ist. Ja, Indras Netz beschreibt die Verknüpfung aller Dinge, das bedingte Entstehen. Dieses Netz besagt jedoch nicht: wenn Knoten a auf Knoten b wirkt, dann wirkt das wieder auf Knoten a zurück. Das Netz ist so komplex, dass sich eine solche Zuordnung nicht treffen lässt.
    Sven: Die Buddha-Natur erfahren/verwirklichen heißt: Aufhören/Loslassen.

  • accinca
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    • 14. März 2011 um 14:14
    • #17
    berndschneider:

    accinca: Nach Mahayana-Auffassung ist es genau umgekehrt: Es gibt ein absolutes, wahres Selbst - die Buddha-Natur.


    Das hatte ich auch schon befürchtet.

  • accinca
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    • 14. März 2011 um 14:17
    • #18
    Sven:

    Scheinbar gibt es hauptsächlich zwei verschiedene "Nirwanas":


    Auch in der Lehre des Buddha gibt es nibbanam in gewisser Hinsicht
    und Nibbanam in jeder Hinsicht. Endziel der Lehre ist letzteres.

  • Norbert
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    • 14. März 2011 um 14:23
    • #19
    Zitat

    Eine Ursache ohne/getrennt von einer Wirkung ist als Ursache nicht azuzeigen,
    Werter Norbert.

    gewirkt wirkendes wirken ... besser? :D

    Liebe Grüße

    Norbert

    Gier, Hass und Verblendung sind weder in Werken noch in Worten zu überwinden, sondern nur durch wiederholtes weises Erkennen (A.X/23)

  • mirco
    Gast
    • 14. März 2011 um 15:44
    • #20

    Hallo Bernd,

    ich hab' 'ne Menge Fragen :) .

    berndschneider:

    mirco: Nach unserer Auffassung gibt es keine Zukunft, nur die Gegenwart. Auch aus dieser Erkenntnis folgt, dass Karma keine Substanz hat, also leer ist.

    Ja, Indras Netz beschreibt die Verknüpfung aller Dinge, das bedingte Entstehen. Dieses Netz besagt jedoch nicht: wenn Knoten a auf Knoten b wirkt, dann wirkt das wieder auf Knoten a zurück. Das Netz ist so komplex, dass sich eine solche Zuordnung nicht treffen lässt.

    a) wer seid 'ihr', wer ist "Indra" und was ist "Indra's Netz" ?

    b) Nach 'eurer' Auffassung hat Karma also keine Substanz. Welche Substanz ist den gemeint, also, leer von was?

    c) Was beschreibt nach 'eurer' Auffassung der Begriff Karma?


    Alles Gute, Mirco :)

  • berndschneider
    Gast
    • 14. März 2011 um 16:08
    • #21

    mirco: 1) Mit "wir" meine ich einen Teil der Zen-Buddhisten. Ich spreche natürlich nicht für alle.
    "Indras Netz" ist ein Ausdruck für Leere, Entstehen in Abhängigkeit und gegenseitige Durchdringung, eine Vorstellung, die ihm Kegon (Avatamsaka, Blumengirlanden)Sutra entworfen wird. Siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Indra%27s_net
    Sie versucht mit einem spinnennetzartigen Modell klarzumachen, dass alles mit allem verknüpft ist und nicht unabhängig von dieser Verknüpfung existiert.

    2) "Leer" von jeder Eigenschaft. D.h. auch von jeglicher Vorstellung einer Verknüpfung mit Daseinsbereichen usf. Du kannst Karma sagen, Du kannst auch Illusion sagen oder Erleuchtung. Alles Konzepte, die aufgelöst werden sollen.

    3) Karma beschreibt das Gesetz von Ursache und Wirkung, das eingebunden ist in die Vorstellung von Indras Netz - wenn ich nun ausatme, dann wirkt das im Netz, die kleinste Handlung hat Auswirkungen. Dennoch ist sie ihrem Wesen nach leer, d.h. ihre letzte Wirklichkeit ist z.B. ihre Freiheit von Zuweisungen ethischer Kategorien wie gut, böse usf.
    Karma IST einfach, wie es ist. Wenn wir dabei stehen bleiben, werden wir nur Moralisten sein. Im Zen geht es darum, über das Moralisieren zum absoluten Selbst, der Buddha-Natur, zu erwachen. Da dies gleichbedeutend mit einem Auflösen des Karmas ist (dessen Existenz als Gedankenkonzept also erlischt), sagen wir, die Karma-Diskussion ist auf dem buddhistischen Pfad überflüssig.

  • Onda
    Gast
    • 14. März 2011 um 16:48
    • #22
    berndschneider:

    3) Karma beschreibt das Gesetz von Ursache und Wirkung, das eingebunden ist in die Vorstellung von Indras Netz - wenn ich nun ausatme, dann wirkt das im Netz, die kleinste Handlung hat Auswirkungen.

    Ich glaube, Bernd, du schmeißt da zwei Dinge durcheinander:
    a) Karma
    b) Leerheit

    Indras Netz (an den Knüpfungspunkten des Netzes befinden sich Diamanten. In jedem dieser Diamanten spiegeln sich alle anderen Diamanten) ist ein Symbol für die Allverwobenheit der Dinge, für ihre Leerheit (sie sind "leer" von autonomer Eigennatur). Thich Nhat Hanh würde sagen "Intersein".

    Karma wiederum ist im wesentlichen das Gesetz von Ursache und Wirkung (Saat & Frucht).

    Da alles mit allem verbunden ist, lässt sich natürlich auch Karma und Indras Netz miteinander verbinden, aber ob's der Begrifklärung dient, bezweifle ich. Karma und Leerheit sind erstmal zwei paar Schuh.

    LG
    Onda

  • berndschneider
    Gast
    • 14. März 2011 um 18:29
    • #23

    Ich werfe nichts durcheinander. Shunyata schlägt Karma, Leere schlägt Ursache-Wirkung. Wie den Achtfachen Pfad, die Vier Edlen Wahrheiten usf. Die Erfahrung der Buddha-Natur, und damit des Freiseins von Eigenschaften (d.h. Leere) stellt all diese Lehrideen auf die Ebene vorläufiger Konstrukte/Hilfsmittel (upaya). Am Ende darf man auch nicht in der Leere befangen sein (sonst wird man zum Nihilisten).

  • Dorje Sema
    Gast
    • 14. März 2011 um 19:54
    • #24
    accinca:
    berndschneider:

    accinca: Nach Mahayana-Auffassung ist es genau umgekehrt: Es gibt ein absolutes, wahres Selbst - die Buddha-Natur.


    Das hatte ich auch schon befürchtet.

    Werter accinca,
    das ist schlichtweg falsch!
    So wie es hier durch berndschneider dargestellt geschrieben steht.
    Es sei denn er will mit Dolpopa und Taranatha wetteifern;
    und das wäre dann eindeutig Tibetischer
    und eben nicht Indischer 'Mahayana', nach Nagarjuna Bhavaviveka Budhhapalita Chandrakirti -->ff.
    entschuldige bitte das ich das jetzt hier an dieser Stelle nicht weiter ausführe?
    Das Thema Shentong/Rangtong -> Anders u. Selbstleerheit ist sehr Komplex.

    Mit ganz freundlichen und herzlichen Grüßen
    Dorje Sema

  • mirco
    Gast
    • 14. März 2011 um 20:21
    • #25
    berndschneider:

    Ich werfe nichts durcheinander. Shunyata schlägt Karma, Leere schlägt Ursache-Wirkung. Wie den Achtfachen Pfad, die Vier Edlen Wahrheiten usf. Die Erfahrung der Buddha-Natur, und damit des Freiseins von Eigenschaften (d.h. Leere) stellt all diese Lehrideen auf die Ebene vorläufiger Konstrukte/Hilfsmittel (upaya). Am Ende darf man auch nicht in der Leere befangen sein (sonst wird man zum Nihilisten).

    Hallo Bernd,


    so wie ich es bis jetzt verstehe, kann es eine Leerheit von Vorstellungen und Konzepten geben. Na klar, ist ja logisch.

    Da es bei einem Erwachten nicht mehr zum Verlangen kommt, kann auch kein Anhaften entstehen und somit auch keine Konzepte und Vorstellungen.

    Von der Ebene des dualistischen Denkens mit Konzepten und Vorstellungen ist die Existenz wohl leer, nicht aber leer von dem was die Sinne produzieren.

    Die in diesem Zitat geschilderten Einsichten kommen NACH dem Erwachen.

    <woltlab-metacode-marker data-name=:

    kürzere Lehrrede über Leerheit - Cūḷasuññata Sutta" data-link="">

    'Dieses Feld der Wahrnehmung ist leer vom Sinnestrieb
    ye assu darathā kāmāsavaṃ paṭicca tedha na santi

    dieses Feld der Wahrnehmung ist leer vom Werdenstrieb
    ye assu darathā bhavāsavaṃ paṭicca tedha na santi

    dieses Feld der Wahrnehmung ist leer vom Unwissenheitstrieb
    ye assu darathā avijjāsavaṃ paṭicca tedha na santi

    Es ist nur diese Nicht-Leerheit gegenwärtig, nämlich die mit den sechs Sinnesgrundlagen verbundene, die von diesem Körper abhängen und durch das Leben bedingt sind.

    Somit betrachtet er es als leer von dem, was nicht vorhanden ist, was aber das Restliche anbelangt, so versteht er das, was gegenwärtig ist, folgendermaßen: 'Dies ist gegenwärtig.

    Somit, Ānanda, ist auch dies sein echtes, unverzerrtes, reines Hinabsteigen in die Leerheit, vollendet und unübertrefflich.


    Alles Gute, Mirco :)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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