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Der große Zweifel

  • Ji'un Ken
  • 18. Juli 2014 um 15:28
  • Zum letzten Beitrag
  • Ji'un Ken
    Gast
    • 18. Juli 2014 um 15:28
    • #1
    Zitat

    http://beingwithoutself.files.wordpress.com/2014/05/der-gr…ifel-040514.pdf

    Wie ich mein Haupt erhob, umher zu blicken,
    Sah ich, dass die Sonne schon immer rund war ...Und war von da an stets voller Freude.
    (Luohan [Lo-han/Rakan; c.866-928] ZD 247-48 rev.)

    Seitdem ich Pfirsichblüten sah,
    Habe ich nie wieder gezweifelt
    (Lingyun [Ling-yün/Reiun; 9th c.] EV 6-7 rev.)

    Seit ich von Meister Ma[zu] einen Tritt erhielt, Habe ich nicht mehr aufgehört, zu lachen! (Vgl. SB 77; 83)


    Woher kommen solche Bekundungen? Wie sind sie möglich? Dieses Retreat wird Euch Gelegenheit geben, aufzudecken, wo – in Euch selbst – solche Äußerungen aufkommen. Und warum sie nicht nur möglich, sondern auch notwendig sind. Während des Retreats werde ich einen kurzen Text des chinesischen Meisters Bos- han [Po-shan/Hakusan 1575-1630) vorstellen, der einer der bedeutendsten Meister der Ming Dynastie ist: Ermahnungen an jene, die es nicht vermögen, den Zweifel zu entfachen.
    Zweifel? Der Buddhismus ermutigt, wie andere Religionen auch, zu Zuversicht und Vertrauen. Zweifel wird gar als Beschmutzung, als Gift für den Glauben angesehen, ähnlich wie Gier, Hass, Unwissenheit oder Stolz. In der Tat sollte jener Zweifel ver- mieden werden, der als reiner Skeptizismus, Mangel an Vertrauen oder zögerliche Einstellung daherkommt und Dich vom Beschreiten des Weges abhält.
    Diese Art von Zweifel hat aber nichts mit dem zu tun, wovon im Zen-Buddhismus gesprochen wird. Hier wird mit gutem Grund vom Großen Zweifel gesprochen. In einem einführenden Abschnitt zu seinem Text beschreibt Boshan kurz die Schranke (auch als die Große Frage bezeichnet) von Leben-und-Tod, den daraus erwachenden Zweifel [wörtlich “doubt sensation”], wie sich diese fundamentale religiöse Frage vom normalen Zweifel und Skeptizismus unterscheidet und ihr schließliches Erstar- ren zum Block des Zweifels oder Großem Zweifel:
    In der Zen-Praxis ist der wesentliche Punkt, Zweifel zu entfachen. Was hat es mit diesem Zweifel auf sich? Beispielsweise, woher kamst Du, als Du geboren wurdest? Du kommst nicht umhin, darüber im Zweifel zu bleiben. Wohin gehst Du, wenn Du stirbst? Auch hier kannst Du nicht anders, als im Zweifel zu bleiben. Weil Du diese Schranke von Leben und Tod nicht durchdringen kannst, erstarrt sie direkt vor Deinen Augen. Versuche, sie nieder zu reißen, es wird Dir nicht gelingen...............

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    Ich mag seine Texte. :)

  • Jojo
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    • 18. Juli 2014 um 17:18
    • #2

    :)

    After that I went wandering
    clump clump clack clack.

  • Zoriţa Câmpeanu
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    • 18. Juli 2014 um 17:19
    • #3
    Ji'un Ken:
    Zitat

    http://beingwithoutself.files.wordpress.com/2014/05/der-gr…ifel-040514.pdf

    Wie ich mein Haupt erhob, umher zu blicken,
    Sah ich, dass die Sonne schon immer rund war ...Und war von da an stets voller Freude.
    (Luohan [Lo-han/Rakan; c.866-928] ZD 247-48 rev.)

    Seitdem ich Pfirsichblüten sah,
    Habe ich nie wieder gezweifelt
    (Lingyun [Ling-yün/Reiun; 9th c.] EV 6-7 rev.)

    Seit ich von Meister Ma[zu] einen Tritt erhielt, Habe ich nicht mehr aufgehört, zu lachen! (Vgl. SB 77; 83)


    Woher kommen solche Bekundungen? Wie sind sie möglich? Dieses Retreat wird Euch Gelegenheit geben, aufzudecken, wo – in Euch selbst – solche Äußerungen aufkommen. Und warum sie nicht nur möglich, sondern auch notwendig sind. Während des Retreats werde ich einen kurzen Text des chinesischen Meisters Bos- han [Po-shan/Hakusan 1575-1630) vorstellen, der einer der bedeutendsten Meister der Ming Dynastie ist: Ermahnungen an jene, die es nicht vermögen, den Zweifel zu entfachen.
    Zweifel? Der Buddhismus ermutigt, wie andere Religionen auch, zu Zuversicht und Vertrauen. Zweifel wird gar als Beschmutzung, als Gift für den Glauben angesehen, ähnlich wie Gier, Hass, Unwissenheit oder Stolz. In der Tat sollte jener Zweifel ver- mieden werden, der als reiner Skeptizismus, Mangel an Vertrauen oder zögerliche Einstellung daherkommt und Dich vom Beschreiten des Weges abhält.
    Diese Art von Zweifel hat aber nichts mit dem zu tun, wovon im Zen-Buddhismus gesprochen wird. Hier wird mit gutem Grund vom Großen Zweifel gesprochen. In einem einführenden Abschnitt zu seinem Text beschreibt Boshan kurz die Schranke (auch als die Große Frage bezeichnet) von Leben-und-Tod, den daraus erwachenden Zweifel [wörtlich “doubt sensation”], wie sich diese fundamentale religiöse Frage vom normalen Zweifel und Skeptizismus unterscheidet und ihr schließliches Erstar- ren zum Block des Zweifels oder Großem Zweifel:
    In der Zen-Praxis ist der wesentliche Punkt, Zweifel zu entfachen. Was hat es mit diesem Zweifel auf sich? Beispielsweise, woher kamst Du, als Du geboren wurdest? Du kommst nicht umhin, darüber im Zweifel zu bleiben. Wohin gehst Du, wenn Du stirbst? Auch hier kannst Du nicht anders, als im Zweifel zu bleiben. Weil Du diese Schranke von Leben und Tod nicht durchdringen kannst, erstarrt sie direkt vor Deinen Augen. Versuche, sie nieder zu reißen, es wird Dir nicht gelingen...............

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    ich auch
    _()_
    .

    Es muss so sein, doch es kann so sein wie es will.

    Nichts muss auf irgendeine bestimmte Weise sein, doch es muss in der höchsten und

    besten Weise so sein, wie es ist.

    Kôdô Sawaki Rôshi

  • goldie
    Gast
    • 18. Juli 2014 um 18:04
    • #4

    Jeff Shore ist sicher ein durchtrainierter Rinzai, aber eben auch gefangen in der Zenrhetorik. Ein Beispiel von der FAQ seiner Website: Warum werden wir zu nächtlichem Sitzen ermutigt? - "Probier es aus, es ist ganz natürlich!"

    So natürlich, wie wenn ich mir die Nacht mit WM-Spielen um die Ohren schlage.

    In dem zitierten und verlinkten Text fallen mir Passagen auf, die für sich genommen recht sinnlos sind. "Alles, was wir tun müssen, ist vollständig vertrauen. Dann kann es keinen Zweifel und kein Zögern geben, egal was immer uns widerfährt." - Wem vertrauen, was vertrauen, und warum meint er hier, Vertrauen schließe (gewöhnlichen) Zweifel aus? Dieser Wortewirrwarr mit dem Gegenstück "Großer Zweifel", das Einreden eines "Risses" in den Hörenden, das ist eigentlich ganz banale Manipulation, und ich frage mich, bei welchen Leuten er damit durchkommt. Den großen Zweifel mit "Verwunderung" und "Neugierde" gleichzusetzen ist ja schon der blanke Hohn.

    Der große Zweifel ist das, was die gesamte moderne Buddhismuskritik (Batchelor, Non-Buddhism usf.) vorwegnimmt - und übertrifft -, es bedeutet, dass nicht eine vorgefasste Meinung, nicht ein Dogma, nicht eine Überzeugung überleben kann, will man den Durchbruch erreichen. Auch der Hinweis auf den Buddha des Palikanon trifft es nicht, denn dessen Weg war von ganz gewöhnlichem Zweifel, gewöhnlichen Fragen nach dem Sinn von Altern, Krankheit und Tod veranlasst und führte folglich auch zur Gründung einer Religion. Dieser gewöhnliche Zweifel mündet in (bindende) religiöse Schriften, Dogmen, Verhaltensregeln. Der große Zweifel hingegen überwindet die Religion.

    Es macht mich traurig zu sehen, dass jemand in einer Linie Zenkei Shibayamas das nicht begreifen kann.
    Vor langer Zeit habe ich schon aufgehört, solche Retreats zu besuchen, in denen ein "Lehrer" mir was vorschwafelt. Wenn das dem heutigen Niveau der Rinzai-Uni entspricht (wo Shore ja auch noch eine Professur hat), kann man sich das dortige Studium wohl auch schenken.

    Dann gibt es noch Dinge, die Du, Ji'un, als in der Pflege Tätiger wohl auch mit Magengrummeln lesen könntest, nämlich den Rat, sich "bloß nicht zu trennen" von großen Schmerzen. Gemeint ist zwar die Chance, zu hinterfragen, wer denn da den Schmerz empfindet, doch es gibt wahrlich bessere Übungsfelder, da in der Schmerztherapie eine wesentliche Erkenntnis ist, dass man sich so schnell wie möglich vom Schmerz trennen sollte - nämlich durch Schmerzmittel, um durch langes Warten nicht "dem Schmerz hinterherzulaufen". Nach meiner Erfahrung ist der Schmerz eher in der Lage, die Leute, auch Zenlehrer, wieder auf den Teppich zu bringen, wenn sie meinen, das "leidende Selbst" könnte durch Erwachen verschwinden. Keine Ahnung, wie sie den nennen, der dann immer noch Aua sagt oder Adrenalin ausschüttet, wenn die Schmerzen zu groß werden.

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 18. Juli 2014 um 19:11
    • #5
    goldie:

    ....Es macht mich traurig zu sehen, dass jemand in einer Linie Zenkei Shibayamas das nicht begreifen kann.
    Vor langer Zeit habe ich schon aufgehört, solche Retreats zu besuchen, in denen ein "Lehrer" mir was vorschwafelt. Wenn das dem heutigen Niveau der Rinzai-Uni entspricht (wo Shore ja auch noch eine Professur hat), kann man sich das dortige Studium wohl auch schenken....

    Ich hoffe du leidest nicht zu sehr darunter, mal wieder nicht verstanden zu werden. :):grinsen:

  • Benkei
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    • 19. Juli 2014 um 13:27
    • #6

    Namaste!

    goldie:

    Der große Zweifel ist das, was die gesamte moderne Buddhismuskritik (Batchelor, Non-Buddhism usf.) vorwegnimmt - und übertrifft -, es bedeutet, dass nicht eine vorgefasste Meinung, nicht ein Dogma, nicht eine Überzeugung überleben kann, will man den Durchbruch erreichen. Auch der Hinweis auf den Buddha des Palikanon trifft es nicht, denn dessen Weg war von ganz gewöhnlichem Zweifel, gewöhnlichen Fragen nach dem Sinn von Altern, Krankheit und Tod veranlasst und führte folglich auch zur Gründung einer Religion. Dieser gewöhnliche Zweifel mündet in (bindende) religiöse Schriften, Dogmen, Verhaltensregeln. Der große Zweifel hingegen überwindet die Religion.

    _()_

    Gyate gyate hara-gyate hara-so-gyate boji sowaka

    Hannya Shin-Gyô

    < gasshô >

    Benkei

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

  • Hotei
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    • 19. Juli 2014 um 13:38
    • #7

    Ai.Das ist "großer Unsinn".
    Der "große Zweifel" legt sich bloß, irgendwie an der Nahtstelle zwischen Bussho-Erfahrung und Ego-Verhaftung,zwischen Gebundenheit und Losgelöstsein, zwischen dem Todlosen-Befriedetem und dem Vergänglich-Leidhaften,zwischen dem wahren Selbst und illusionären Ich.Das hat gar nix mit religiösem System zu tun.Das ist ganz eine "große,treibende wahre Empfindung"oder eigentlich "das Treiben der verborgenen Weisheit".Jedes Wesen hat diese treibende Sehnsucht in sich,diesen Riss in seiner Seele.Sie äußert sich in seiner Suche nach Frieden,weil das Wesen von Bussho weiß und doch "daneben" herlebt und stirbt.

    Shore sagt so:

    Zitat

    Sobald Ihr diese große Sache von Leben-und-Tod direkt unter Euren eigenen Füßen erkennt, ist der Große Zweifel nicht mehr fern.


    Wunderprächtige Zitate der Meister im Buch, aus dem BusshoÄrmel geschüttelt elegant um den Kreis rum mittenrein. ;)


    Danke
    Hotei

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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