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  1. Buddhaland Forum
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Mitgefühl und Vergebung

  • Siduchna
  • 15. Mai 2013 um 12:48
  • Zum letzten Beitrag
  • Siduchna
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    • 15. Mai 2013 um 12:48
    • #1

    Lehrt der Buddha nicht, dass man Menschen, die Anderen Leid zufügen mit Mitgefühl für ihre Verblendung begegnen soll und ihnen gegenüber keinen Groll hegen soll?

    Dürfen dann überhaupt noch Verbrecher bestraft werden?

  • Noreply
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    • 15. Mai 2013 um 13:05
    • #2
    Siduchna:

    Lehrt der Buddha nicht, dass man Menschen, die Anderen Leid zufügen mit Mitgefühl für ihre Verblendung begegnen soll und ihnen gegenüber keinen Groll hegen soll?

    Dürfen dann überhaupt noch Verbrecher bestraft werden?


    Verbrecher werden aus Mitgefühl bestraft, Mitgefühl gegenüber der Gemeinschaft der sie etwas angetan haben, gegenüber ihren Opfern. Die Strafe für Verbrecher in Deutschland ist die das sie nur von der Gemeinschaft ausgeschlossen werden, was ihnen die Möglichkeit gibt sich zu ändern damit sie sich wieder körperlich unversehrt der Gemeinschaft anschließen können. Das ist das Mitgefühl gegenüber Verbrechern.
    Es gibt genug Staaten die Verbrecher auch körperlich zeichnen, das sehe ich nicht als Strafe sondern als Rache.
    Was Buddha dazu lehrte, was Strafe betrifft, weiss ich nicht.

  • freeman
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    • 15. Mai 2013 um 15:22
    • #3
    Siduchna:

    Lehrt der Buddha nicht, dass man Menschen, die Anderen Leid zufügen mit Mitgefühl für ihre Verblendung begegnen soll und ihnen gegenüber keinen Groll hegen soll?

    Dürfen dann überhaupt noch Verbrecher bestraft werden?

    Aus gutem Grund haben wir in der westlichen Welt die Trennung von Staat und Religion. Also ist die weltliche Gerichtsbarkeit für Verbrecher zuständig und nicht die Religion (wie z.B. bei den Taliban in Afghanistan):


    Zitat

    Viele westliche Staaten sind zwar nicht nach ihrer Verfassung explizit laizistisch, praktizieren jedoch in unterschiedlichem Ausmaß die Trennung von Staat und Religion(en) und so die Neutralität des Staates in religiösen und weltanschaulichen Belangen. In diesem Sinne gelten die meisten Staaten in Afrika, Amerika und Europa als säkular.

    Der Katholizismus akzeptiert seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil eine relative Laizität des Staates und der weltlichen Sachbereiche (vgl. Gaudium et Spes, 1965), hält aber an seinem geistlichen Absolutheitsanspruch fest. Den evangelischen oder orthodoxen Staatskirchen ist eine Anerkennung des Laizismus eigentlich nicht möglich; sie gelingt nur auf dem theologischen Umweg über den traditionellen „Gehorsam des Christen“ gegenüber jedweder Obrigkeit (Röm 13,1 EU), also auch der säkular-demokratischen. Die evangelischen Freikirchen haben das Staatskirchentum immer abgelehnt, also aus religiöser Perspektive die Religionsfreiheit gutgeheißen, und begrüßen daher auch die jüngere Selbstkorrektur der katholischen Position.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Laizismus

    Die Verfechter der Substanz sind wie Kühe,
    die Anhänger der Leere noch schlimmer.

    Saraha

  • Geronimo
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    • 16. Mai 2013 um 09:51
    • #4

    Es ist ein schwieriges Thema, da hier verschiedene Bewusstseinsstufen aufeinandertreffen. In einer Mönchsgemeinde die ganz dem Weg des Buddha folgt würde sich wohl niemand wehren, da sich das ganz natürlich aus der Praxis ergibt. Da aber eine solche Gemeinde eigentlich immer in Abhängigkeit zu einer weltlichen Gemeinde steht fallen die Lösungen entsprechend aus.

    Ein Befreiter nimmt den Tod gleichmütig hin, ein Nicht-Befreiter nicht. Daraus ergibt sich alles andere.

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

  • vimokkha
    Gast
    • 16. Mai 2013 um 14:59
    • #5

    In den Sutra steht zumindest, daß die sich vergehen ausgestoßen werden.

  • Mushotoku
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    • 18. Mai 2013 um 16:07
    • #6

    ()

    niemand wird ausgestossen.
    so sagt das leben, nicht nur der "Buddhismus".

    ()

  • Peeter
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    • 18. Mai 2013 um 18:24
    • #7

    von Mushotoku:
    "worte sind exquisit rational und daher sehr limitiert
    worte sind ein Teil des Ego."

    Wie war das noch grad bezüglich von Worten, die was sagen ?
    Das Leben sagt garnichts. Es ist (noch nicht mal).


    Mitgefühl ist gut. für Dich selber. auch für Andere.
    Vom Vestand her, durchaus einfach.
    Vergebung von der Ratio her betrachtet,
    ist mit das Einfachste der Welt.

    Nur wie sieht es aus, wenn Du beginnst,
    echtes Mitgefühl zu entwickeln ? Das
    dann auch noch auf dich selber zurückstrahlt.
    Dann brauchst auch keine Vergebung mehr, da
    alles Mitgefühl ist und es schon dort mit
    drinne ist.

    metta

  • Markus Bertulat
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    • 19. Mai 2013 um 06:44
    • #8
    Siduchna:

    Dürfen dann überhaupt noch Verbrecher bestraft werden?


    Hallo Siduchna! Willkommen im Forum!
    Die (buddhistische) Strafe findet im Jenseits statt: http://www.buddhismuskunde.uni-hamburg.de/fileadmin/pdf/…hmidthausen.pdf
    Der Buddha war Asket und hat sich von diesen weltlichen Belangen entfernt.
    Ich denke aber das eine Strafverfolgung durch die Polizei, Richterspruch und Gesetzgebung notwendig ist.
    Das schließt natürlich auch eine angemessene Wiedergutmachung bzw. Haftmaß des Täters mit ein.
    Zur Begründung: Der Buddhismus ist eine Religion/ethische Lehre, aber keine Staatslehre.
    Der Bürger sorgt für den Staat. Der Staat sorgt für den Bürger.
    Der Bürger haftet für den Staat. Der Staat haftet für den Bürger.
    Der Bürger schützt den Staat. Der Staat schütz den Bürger.

  • Peeter
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    • 19. Mai 2013 um 08:51
    • #9

    Der Buddha war eine Zeitlang Asket.
    Dann merkte er jedoch, dass er seinen Körper zerstört
    und damit auch seinen Geist endeffektlich.

    "Eines Tages, gegen Ende der sechs Jahre, kam Siddhartha aber zu dem Schluss, dass Enthaltsamkeit nicht zur Erleuchtung führt, beendete seine Askese und begann wieder - erbettelte einfache Speisen - zu essen, um für die Heilssuche zu Kräften zu kommen."
    http://www.shiatsu-austria.at/einfuehrung/kultur_12.htm

  • accinca
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    • 19. Mai 2013 um 10:42
    • #10
    peeter:

    "Eines Tages, gegen Ende der sechs Jahre, kam Siddhartha aber zu dem Schluss, dass Enthaltsamkeit nicht zur Erleuchtung führt, beendete seine Askese und begann wieder - erbettelte einfache Speisen - zu essen, um für die Heilssuche zu Kräften zu kommen."
    http://www.shiatsu-austria.at/einfuehrung/kultur_12.htm


    Man muß ja nicht alles Glauben was unverstanden so geschrieben steht.
    Die Enthaltsamkeit des Buddha bezieht sich nicht nur auf das eine mal Essen am Tag.
    Aller weltlichen und sexuellen Vergnügungen hat er sich immer enthalten und deswegen
    hat er die Askese auch niemals aufgegeben.

    Einmal editiert, zuletzt von accinca (19. Mai 2013 um 10:56)

  • Markus Bertulat
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    • 19. Mai 2013 um 10:52
    • #11
    accinca:
    peeter:

    Die Enthaltsamkeit des Buddha bezieht sich nicht nur auf das eine mal Essen am Tag.
    Aller weltlichen und sexuellen Vergnügungen hat er sich immer enthalten und deswegen
    war er die Askese auch niemals aufgegeben.


    Danke Accinca! Ich wollte schon gerade meine (gekürzte) Fassung vom Pali-Kanon wegwerfen, in der Buddha immer wieder sagt: Der Asket übt sich in...
    In meiner Ausgabe des Dhammapada, wird das Wort Asket allerdings nicht einmal verwendet.

  • Peeter
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    • 19. Mai 2013 um 16:15
    • #12
    Markus Bertulat:
    accinca:


    Danke Accinca! Ich wollte schon gerade meine (gekürzte) Fassung vom Pali-Kanon wegwerfen, in der Buddha immer wieder sagt: Der Asket übt sich in...
    In meiner Ausgabe des Dhammapada, wird das Wort Asket allerdings nicht einmal verwendet.

    werden da nicht grad Beiträge vermixt ? Karmischerweise ?
    Das obige Zitat kommt nicht von Mir.
    Ich wollt nur darauf hinaus, dass Buddha eben lebenslänglich kein Asket war.
    Unter Asketentum versteh ich nun mal eher das sich nur von Brennesseln ernähren. Wie Milarepa
    es ja angeblich getan haben soll.
    Askese als Enthaltsamkeit von Dies und Das ist dann nicht diese extreme Art von Askese,
    sondern eher Loslassen von Diesem und Jenem.

    Da hätte Shakyamuni sich fast komplett, ohne sinn/sinnloserweise und vollendst aufgegeben.

  • accinca
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    • 19. Mai 2013 um 17:39
    • #13
    peeter:

    Ich wollt nur darauf hinaus, dass Buddha eben lebenslänglich kein Asket war.
    Unter Asketentum versteh ich nun mal eher das sich nur von Brennesseln ernähren. Wie Milarepa
    es ja angeblich getan haben soll.


    Wenn Asketentum vom ernähren von Brennesseln u.d. abhängen würde, dann
    wäre der Buddha tatsächlich kein Asket.

    peeter:

    Askese als Enthaltsamkeit von Dies und Das ist dann nicht diese extreme Art von Askese, sondern eher Loslassen von Diesem und Jenem.


    Darüber solltest du noch einmal nachdenken.
    Diese Enthaltsamkeit betrifft auch das Enthalten von
    Selbskasteiung. Man enthält sich ja der Dinge wenn man
    sie auch losläßt. Richtig ist, das der Buddha lehrte Enthaltsamkeit
    zu üben - und selbst der Selbskasteiung sich zu enthalten.
    Das völlige einstellen des Essens würde den erfolgreichen
    rechten Weg nicht förderlich sein sondern ein Extrem darstellen.
    Selbstkasteiung ist also eine extreme Form der Askese. Nur diese
    Extreme wurden aus diesen Gründen als unheilsam verworfen.

  • vimokkha
    Gast
    • 19. Mai 2013 um 20:29
    • #14

    Aus den Reihen der Büßer zumindest wurde er verstoßen .

  • accinca
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    • 19. Mai 2013 um 21:57
    • #15
    vimokkha:

    Aus den Reihen der Büßer zumindest wurde er verstoßen .


    Nicht das ich wüßte. Und welche Büßer? Die die glauben sich
    Nachts auf Dornenlager legen zu müssen? Außerdem haben die
    alle gegessen sonst wären sie schnell tot gewesen.

  • Peeter
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    • 19. Mai 2013 um 23:15
    • #16

    " Zu der Zeit aber waren fünf Mönche um mich herum, die dachten: 'Wenn der Asket Gotama zur Wahrheit gelangen wird, wird er sie uns mitteilen.' Als ich aber reichlich Speise zu mir nahm, Reisbrei und sauren Schleim, da verloren die fünf Mönche den Gefallen an mir und verließen mich, indem sie sagten: 'Üppig wird der Asket Gotamo, der Askese untreu, zugeneigt der Üppigkeit.' "
    http://www.der-erwachte.de/askese.htm

    Buddha wurde verlassen .. kommt aber auf das Selbe heraus

  • accinca
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    • 20. Mai 2013 um 00:12
    • #17
    peeter:

    " Zu der Zeit aber waren fünf Mönche um mich herum, die dachten: 'Wenn der Asket Gotama zur Wahrheit gelangen wird, wird er sie uns mitteilen.' Als ich aber reichlich Speise zu mir nahm, Reisbrei und sauren Schleim, da verloren die fünf Mönche den Gefallen an mir und verließen mich, indem sie sagten: 'Üppig wird der Asket Gotamo, der Askese untreu, zugeneigt der Üppigkeit.' "
    http://www.der-erwachte.de/askese.htm Buddha wurde verlassen .. kommt aber auf das Selbe heraus

    Erstens waren das nur sechs Asketen die selber aßen und nicht "die anderen Büßer".
    Zweites war Gotamo da noch gar kein Buddha. Der Asket Gotamo versuchte damals
    durch Schmerzensaskese mit Gewalt dem Leiden des Daseins ein Ende zu machen,
    bis er merkte so geht das nicht. Die fünf Mönche um ihn beobachtet ihn nur und
    warteten gespannt ob er es schaffen würde. Als der Asket Gotamo aber merkte
    das es so nicht geht, sondern nur über die Vertiefungen, aß er vorher etwas um
    den Körper auch solange noch zu kräftigen und am Leben zu halten.
    Das sahen die fünf Mönche und dachten er hätte aufgegeben.
    Daher verließen sie ihn enttäuscht. Später als er dann Buddha geworden war,
    hat er sie aufgesucht und alle zur Arahatschaft geführt. Sie wurden die ersten
    Mönche im Orden des Buddha.

  • Peeter
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    • 20. Mai 2013 um 00:45
    • #18

    Um mal zum Thema zurück zu kommen.

    "Das Mitgefühl mit uns selbst schenkt uns das Vermögen, die Verurteilung in Vergebung zu verwandeln, den Hass in Freundschaft und die Furcht in Respekt vor allen Lebewesen." Jack Kornfield

    Auch das "Arbeiten" an der wahren, absoluten, tiefsten Glückseligkeit verhilft dazu, Mitgefühl und Vergebung zu entwickeln.
    Denn ein/e Meditierende/r wird irgendwann früher oder später in der Lage sein, dieses Freudegefühl
    wieder zu finden und zu entwickeln, um dann in solchen Momenten, wo Mitgefühl und Vergebung
    zum Tragen kommen, aus diesem wahren Gefühl des Glücks und der Freude (hapiness, piti) heraus zu
    handeln, indem er/sie sich auf den eigenen dharma zurückbesinnt.
    (abgekupfert von der ehrwürdigen Jetsun Khandro Rinpoche der Inkarnation der "Großen Dakini von Tsurphu", Khandro Orgyen Tsomo)

    "Warum fürchte ich mich vor diesem Glücke, das abseits liegt von den Lüsten und abseits von den nicht zum Heile führenden Dingen?" Buddha

    OM MANI PADME HUM

  • vimokkha
    Gast
    • 21. Mai 2013 um 09:07
    • #19

    Ja, das hat er sich tatsächlich gefragt .
    Traditionellerweise ist er erstmal dem herkömmlichen Weg
    der Büßerei ergo des Frontal-Entzug s gefolgt .
    Er beschreibt die Folgen sowohl auf der physischen wie auch auf der Geist-Gemütsebene .
    Man könnte sagen, daß die Folge vorallem in geistiger Unruhe,
    Düsternis und Starre zu finden ist.
    Er beschreibt auch, daß die Büßer wohl zu iddhi fähig sind , aber dies
    in der Annahme einer festen Wesenheit, in Größenwahn und Aversion mündet .


    Zitat

    "Was aber, ihr Mönche, obliegt den Büßern, obliegt den Heiligen? 'Schamhaft und demütig wollen wir sein': also habt ihr euch, meine Mönche, wohl zu üben. Nun mag euch vielleicht, ihr Mönche, der Gedanke kommen: 'Wir sind schamhaft, sind demütig: genug ist's, getan ist's, erreicht haben wir das Ziel des Asketentums, nichts weiter haben wir zu tun', und ihr möchtet euch damit schon zufrieden geben. Ich mache euch kund, ihr Mönche, ich mache euch aufmerksam: möge euch, die ihr nach dem Ziel des Asketentums trachtet, das Ziel nicht entgehn, da noch mehr zu tun ist.
    http://www.palikanon.com/majjhima/m039n.htm

    Was ist aber, ihr Mönche, noch mehr zu tun? 'Geläutert sei unser Wandel, offen und ehrlich, nicht heimlich und verhohlen; und dieses geläuterten Wandels halber werden wir uns nicht überheben, noch die anderen geringschätzen'

    'Geläutert sei unser Sinn, offen und ehrlich, nicht heimlich und verhohlen; und dieses geläuterten Sinnes halber werden wir uns nicht überheben, noch die anderen geringschätzen'

    Der Wachsamkeit wollen wir uns weihen. Bei Tage werden wir, gehend und sitzend, das Gemüt von trübenden Dingen läutern .

    Gehässigkeit hat er verworfen, haßlosen Gemütes verweilt er, voll Liebe und Mitleid zu allen lebenden Wesen läutert er sein Herz von Gehäßigkeit. Matte Müde hat er verworfen, von matter Müde ist er frei; das Licht liebend, einsichtig, klar bewußt, läutert er sein Herz von matter Müde. Stolzen Unmut hat er verworfen, er ist frei von Stolz; innig beruhigten Gemütes läutert er sein Herz von stolzem Unmut. Den skeptischen Zweifel hat er verworfen, der Ungewißheit ist er entronnen; er zweifelt nicht am Guten, vom skeptischen Zweifel läutert er sein Herz.


    Was hat das >mit uns < zutun ? Wenn da steht Läuterung , so hat man selbstverständlich auch die Gedanken und Empfindungen und Absichten zu betrachten, die
    aus Selbsthass und Vernichtungswunsch entstehen und man ist ihnen nicht zugeneigt und pflegt sie nicht .

    Läuterung hat zwei Aspekte . Zum einen braucht es eine Abwesenheit oder Transparenz der Klesha um die erste Vertiefung zu entfalten , zum zweiten
    verhilft die erste und jede folgende Vertiefung zur weiteren Läuterung und Entfaltung von Metta . Das kommt von der Stillung und mit piti . Denn piti macht "satt" .

    Nun ist ja jeder so oder so gestrickt von wegen Mischkarma . Kann man also "mal" beobachten was da so abgeht .


    "Du wandelst, Büßer, wähnst dich aber stetig,
    Und mich, der stetig ist, mich wähnst du wandelnd;
    Ich frage dich, o Büßer, gib mir Kunde:
    Wie bist du stetig denn, wie bin ich unstet?"

    DER HERR:

    "Beständig immerdar, Angulimalo,
    Bin ich, der keinem Wesen Leides antut;

    Doch du hast wild gewütet gegen Wesen:
    So bin ich stetig denn, so bist du unstet."

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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