Säkulare gleichstellen :)

Moderator: void

http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_83077564/kolumne-von-lamya-kaddor-atheisten-nicht-laenger-totschweigen-.html
[C) T-Online

Atheisten, die den Glauben an einen Gott nicht teilen, Agnostiker, die die Frage nach göttlicher Existenz für ungeklärt halten, Konfessionsfreie, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, kurz: säkulare Menschen sind nun offiziell gleichgestellt mit Katholiken und Protestanten; jedenfalls in Berlin. Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg (HVD) ist als Körperschaft des Öffentlichen Rechts (KdÖR) anerkannt worden und das wurde am Wochenende im Beisein von Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) feierlich begangen.


Das ist ein Thema, das man eher mit Achselzucken abtun könnte, wenn es nicht für einige Dinge im praktischen Leben so Ernst wäre.

Von der Möglichkeit, Einfluß auf Teile des Schulunterrichts zu nehmen über Stimmrechte in Medienräten, bei der FSK und dem Anspruch auf gleichberechtigte Behandlung etwa beim Wort zu Woche in den öR Medien.

Buddhisten (auch wenn einige es nicht gern hören) sind eigentlich per Definition säkular oder wenigstens atheistisch. Es wäre interessant zu erfahren, ob einige Gruppen in Berlin, die zum Teil ja zahlenmäßig und von der sozialen Vernetzung her nicht unbedeutend sind diese Chance nutzen.
fotost hat geschrieben:
Von der Möglichkeit, Einfluß auf Teile des Schulunterrichts zu nehmen über Stimmrechte in Medienräten, bei der FSK und dem Anspruch auf gleichberechtigte Behandlung etwa beim Wort zu Woche in den öR Medien.

Buddhisten (auch wenn einige es nicht gern hören) sind eigentlich per Definition säkular oder wenigstens atheistisch. Es wäre interessant zu erfahren, ob einige Gruppen in Berlin, die zum Teil ja zahlenmäßig und von der sozialen Vernetzung her nicht unbedeutend sind diese Chance nutzen.


Das Thema besitzt unterschiedliche Aspekte:
  • Wieso muss man gleich Einfluss auf Schulunterricht nehmen? Ich finde einen Ethikunterricht, die die Grundwerte des Gemeinwesens unterrichtet und sich mit allen Religionen und Weltanschauungen auseinandersetzt, wesentlich attraktiver als unterschiedliche Formen des Religionsunterricht, der ja immer Gruppen bildet und somit trennt.
  • Es muss Reglungen geben z.B. für Friedhöfe aber auch bauliche Maßnahmen z.B. Dachformen, die an Pagoden erinnern. Meines Wissens werden die Genehmigungen aber nur an Religionsgemeinschaften vergeben. Meiner Ansicht sollte der Staat unbürokratischer sein und nicht erst einen Staatsvertrag fordern.

Bisher gehen die mir bekannten Aktivitäten alle in Richtung Staatsvertrag - eine andere Chance gibt es derzeit meines Wissens nicht: https://www.buddhismus-deutschland.de/buddhistinnen-und-buddhisten-gruenden-interessenvertretung-in-hamburg/

Wenn ich mich irre, bitte korrigieren.

()
Schueler hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Von der Möglichkeit, Einfluß auf Teile des Schulunterrichts zu nehmen über Stimmrechte in Medienräten, bei der FSK und dem Anspruch auf gleichberechtigte Behandlung etwa beim Wort zu Woche in den öR Medien.
..


Das Thema besitzt unterschiedliche Aspekte:
  • Wieso muss man gleich Einfluss auf Schulunterricht nehmen? Ich finde einen Ethikunterricht, die die Grundwerte des Gemeinwesens unterrichtet und sich mit allen Religionen und Weltanschauungen auseinandersetzt, wesentlich attraktiver als unterschiedliche Formen des Religionsunterricht, der ja immer Gruppen bildet und somit trennt.
  • Es muss Reglungen geben z.B. für Friedhöfe aber auch bauliche Maßnahmen z.B. Dachformen, die an Pagoden erinnern. Meines Wissens werden die Genehmigungen aber nur an Religionsgemeinschaften vergeben. Meiner Ansicht sollte der Staat unbürokratischer sein und nicht erst einen Staatsvertrag fordern.


Einfluss auf Schulunterricht kann doch sehr unterschiedliche Aspekte haben. Von einem Mitspracheanspruch etwa bei der Gestaltung von Lehrmitteln über Stundenpläne etc.

Ich bin wie Du auch deutlich für einen Ethik- oder Philosophie-Unterricht, aber auch so etwas muss gestaltet werden.

Danke für den Hinweis auf Friedhöfe. Auch das ist wichtig :like:
Ehrlich gesagt, mir graust vor der Vorstellung, alle möglichen religiöse Gruppierungen (auch buddhistische) oder "Gleichgestellte" reden beim Schulunterricht mit oder fordern gar ihr eigenes Religionsunterricht-Eckchen.
Verbindlicher Ethik-Unterricht ja, aber auch dort kommt man völlig ohne die Mitwirkung von Religionen und "Gleichgestellten" aus.

Dringend notwendig scheint mir allerdings eine mehr institutionalisierte Ethik-Debatte in der Gesellschaft, an der dann Religionen und "Gleichgestellte" auch ihre Stimme haben müßten.
Moosgarten hat geschrieben:
Ehrlich gesagt, mir graust vor der Vorstellung, alle möglichen religiöse Gruppierungen (auch buddhistische) oder "Gleichgestellte" reden beim Schulunterricht mit oder fordern gar ihr eigenes Religionsunterricht-Eckchen.
Verbindlicher Ethik-Unterricht ja, aber auch dort kommt man völlig ohne die Mitwirkung von Religionen und "Gleichgestellten" aus.

Dringend notwendig scheint mir allerdings eine mehr institutionalisierte Ethik-Debatte in der Gesellschaft, an der dann Religionen und "Gleichgestellte" auch ihre Stimme haben müßten.

:like:
Moosgarten hat geschrieben:
...
Verbindlicher Ethik-Unterricht ja, aber auch dort kommt man völlig ohne die Mitwirkung von Religionen und "Gleichgestellten" aus.


Da machen Menschen mit und die bringen ihre religiösen Gedanken etc. mit, ob es uns gefällt oder nicht.

Da ist es mir schon lieber, daß Gruppen ihre dargelegten Interessen ganz deutlich sichtbar und ehrlich einbringen.. :wink:
fotost hat geschrieben:
Moosgarten hat geschrieben:
...
Verbindlicher Ethik-Unterricht ja, aber auch dort kommt man völlig ohne die Mitwirkung von Religionen und "Gleichgestellten" aus.

Da machen Menschen mit und die bringen ihre religiösen Gedanken etc. mit, ob es uns gefällt oder nicht.

Du meinst die Kinder und den Lehrer?
Moosgarten hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Moosgarten hat geschrieben:
...
Verbindlicher Ethik-Unterricht ja, aber auch dort kommt man völlig ohne die Mitwirkung von Religionen und "Gleichgestellten" aus.

Da machen Menschen mit und die bringen ihre religiösen Gedanken etc. mit, ob es uns gefällt oder nicht.

Du meinst die Kinder und den Lehrer?


Aus Deinem Ausgangsquote hätte es deutlich werden können. Ich will nicht jedes mal sämtliche gesammelte Texte wiederholen, deshalb kürze ich gelegentlich und zeige dies durch ... an.

Bei der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für einen Ethikunterricht machen Menschen mit, die dann eben Lehrpläne schreiben, Texte für Lehrbücher auswählen, Lehrmittel festlegen etc.
Ich finde es schon sinnvoll, wenn sich hier nicht nur Bürokraten austummeln dürfen, sondern auch relevante gesellschaftliche Gruppen ihre Erfahrung dazu einbringen können.

Man kann da gern unterschiedlicher Meinung sein, ich bedaure, daß sich die organisierten Buddhisten offenbar vollkommen zurück gezogen haben.
fotost hat geschrieben:
Moosgarten hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Da machen Menschen mit und die bringen ihre religiösen Gedanken etc. mit, ob es uns gefällt oder nicht.

Du meinst die Kinder und den Lehrer?


Aus Deinem Ausgangsquote hätte es deutlich werden können. Ich will nicht jedes mal sämtliche gesammelte Texte wiederholen, deshalb kürze ich gelegentlich und zeige dies durch ... an.

Bei der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für einen Ethikunterricht machen Menschen mit, die dann eben Lehrpläne schreiben, Texte für Lehrbücher auswählen, Lehrmittel festlegen etc.
Ich finde es schon sinnvoll, wenn sich hier nicht nur Bürokraten austummeln dürfen, sondern auch relevante gesellschaftliche Gruppen ihre Erfahrung dazu einbringen können.

Man kann da gern unterschiedlicher Meinung sein, ich bedaure, daß sich die organisierten Buddhisten offenbar vollkommen zurück gezogen haben.


Ich weiß nicht, ob sich "organisierte Buddhisten" zurückgezogen haben.
Was ich nicht gern sähe wäre, dass Religionen und andere Vereinsmeier dort ein offizielles Sprechrecht haben, wer weiß welche Typen da auftreten - auch buddhistische Typen, wir haben ja hier ständig Diskussionen darüber. Man kann sie ja gelegentlich einladen. Schule muß weltanschaulich neutral bleiben.

Die Leute, die du da abwertend "Bürokraten" nennst, brauchen natürlich Führung und Unterstützung. Aber auch das geht nur begrenzt per Anordnung, sondern funktioniert nur, wenn es einen breiten gesellschaftlichen Konsens zur Wichtigkeit ethischer Prinzipien gibt - mit den entsprechenden Debatten darüber. Und wir leben gerade in einer Zeit, wo das besonders fehlt. Vielleicht auch deshalb, weil da niemand gut wegkommen würden: alle Religionen, jede politische Partei, jedes exekutive Organ.
Aber bitte nicht diese Debatte bei den Schwächsten (den Kindern) abladen!
fotost hat geschrieben:
Bei der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für einen Ethikunterricht machen Menschen mit, die dann eben Lehrpläne schreiben, Texte für Lehrbücher auswählen, Lehrmittel festlegen etc.
Ich finde es schon sinnvoll, wenn sich hier nicht nur Bürokraten austummeln dürfen, sondern auch relevante gesellschaftliche Gruppen ihre Erfahrung dazu einbringen können.

Man kann da gern unterschiedlicher Meinung sein, ich bedaure, daß sich die organisierten Buddhisten offenbar vollkommen zurück gezogen haben.


Richtig. Aber war qualifiziert die Kirchen? Ich bringe mal Beispiele: Bei der AIDS-Aufklärung holt man z.B. Experten von der AIDS-Hilfe. Es gibt Initiativen von jungen Lesben und Schwulen, die im Rahmen der Demokratieerziehung (und nicht sexueller Aufklärung, wie die AfD behauptet) über das Thema Vielfalt reden. Bei all diesen Dingen gibt es einen Dinge im Lehrplan und Konzepte, die von Pädagogen entworfen oder geprüft worden sind. Deswegen meine Frage: Was qualifiziert die Kirchen?

Ich bin ja immer für Exkursionen - und so sollten Schüler Kirchen, Synagogen und auch Tempel besuchen - aber was rechtfertigt die Sonderstellung der Religionen in diversen Gremien? Warum sollen sie z.B. die römisch katholische Kirche bei der Sexualaufklärung mitreden können?
Wenn (der) Staat dir ein (Pseudo)Privileg gestattet, weißt du, dass du etwas falsch machst. (Außer, du bist der Staat)
Für die Lernende: Wenn du von deinem Feind gelobt wirst, verlierst du das nächste Schlachten.
fotost hat geschrieben:
Moosgarten hat geschrieben:
...
Verbindlicher Ethik-Unterricht ja, aber auch dort kommt man völlig ohne die Mitwirkung von Religionen und "Gleichgestellten" aus.


Da machen Menschen mit und die bringen ihre religiösen Gedanken etc. mit, ob es uns gefällt oder nicht.

Da ist es mir schon lieber, daß Gruppen ihre dargelegten Interessen ganz deutlich sichtbar und ehrlich einbringen.. :wink:

"Menschen" gibt es nicht. Das ist nur ein staatlich vereinnahmer Haufen von igendwas.
1984

Wer ist online?

Insgesamt ist 1 Besucher online. Im Detail: 0 sichtbare Mitglieder (oder Bots), 0 unsichtbare Mitglieder und 1 Gast
Der Besucherrekord liegt bei 214 Besuchern, die am 27.02.2017 23:21 gleichzeitig online waren.

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast