Samadhi im Zen

Hier ein schöner Text aus einem anderen Forum. Ich habe ihn mal ins Deutsche übersetzt.
Originaltext hier: http://zenforuminternational.org/viewtopic.php?f=6&t=10921&p=169466&hilit=Samadhi#p168717
Autor: Meido Zentetsu Roshi, Abt des amerik. Tempels Korinji http://www.korinji.org/#!about2/cp7o

Hier der Text:
    Im Zen spricht man üblicherweise von Samadhi, wenn von Konzentration die Rede ist. Dieser Begriff hat verschiedene Bedeutungen, und deshalb kann und muss „wahre Konzentration“ in einer Weise beschrieben werden, die der Verfassung und den Fähigkeiten des Schülers entspricht.

    Im allgemeinen können wir [im Zen] in folgender Weise darüber sprechen:

    1. Erstens ist da das oberflächliche oder Basis-Samadhi, das fast jeder irgendwann in seinem Leben erfährt, auch wenn man es nicht als solches erkennt. Das ist ein Zustand der Absorption, in dem der Geist entspannt und offen ist, aber nicht instabil ist und auch nicht wandert. Dieses Samadhi kann spontan entstehen – muss aber nicht -, wenn wir uns in irgendetwas vollständig vertiefen (z.B. wenn wir Sport machen oder Auto fahren).

    In der Zenpraxis wird dieser Zustand absichtsvoll entwickelt, meistens durch die Konzentration auf ein Objekt: d.h. wenn der Geist abschweift und zerstreut ist, übt der Meditierende, den Zustand der Zerstreutheit zu erkennen und dann entschieden zum Objekt zurück zu kehren – zum Atem, zum Körper, zu einem Mantra, oder Ähnliches. Auf diese Weise wird die Gewohnheit des Abschweifens langsam transformiert und es entwickelt sich ein laser-ähnlicher Fokus.

    Wenn diese Praxis sich vertieft, kann es sein, dass wir uns von unserer Umgebung weniger stark abgegrenzt fühlen, dass „Innen“ und „Außen“ sich miteinander verbinden, dass unsere Erfahrungen leichter fließen, dass die Täuschungen abnehmen, und so weiter. Zum Beispiel kann es passieren, dass wir beim Gehen das Gefühl bekommen, die Umwelt bewege sich fort, während wir selbst unbewegt bleiben. Solche Erfahrungen sind nicht ungewöhnlich.

    All das ist noch nicht die Weisheit, die als “die wahre Natur sehen” beschrieben wird. Aber es verweist darauf, und es ist ein Hinweis auf unser Potential. Zudem ist es eine wichtige Voraussetzung für andere Praxismethoden, die wir ohne diese Vorübung nicht korrekt umsetzen könnten. So wird dem Zenschüler im Rinzai klassischerweise das Atemzählen als Vorübung gegeben (zusammen mit Chanting und anderen Alltagsübungen, die die gleichen Qualitäten kultivieren). Sobald sich [auf dieser Basis] eine grundlegende Stabilität und intensive Konzentration manifestiert, erhält [der Schüler] ein Wato/Koan.

    2. Zweitens ist da das subtilere Samadhi, das vollständige „Einswerden“ und letztliche Loslassen der Klippe um den Großen Tod zu sterben. Wenn man z.B. an dem Wato „Wer bin ich?“ arbeitet, wird unser tiefgehendes Fragen, in das wir uns mit unserem gesamten Körper und Geist hineinwerfen, ohne etwas zurück zu halten – wieder und wieder, ohne Unterlass – uns in ein Einssein stürzen, in dem Selbst, Anderes, Koan und Welt nahtlos miteinander verschmelzen und nichts mehr da ist, an dem festgehalten werden kann. Möglicherweise haben wir in diesem Moment das Gefühl, wir wären das Universum, oder Eins mit Allem.

    An diesem Punkt erfahren wir, wenn wir nicht nachlassen, dass das Universum zu einer großen Weiße, einer vollkommenen Stille wird. Es scheint, als würde sogar der Atem aufhören. Wir sehen andere Menschen, aber wir können sie weder berühren noch mit ihnen sprechen. Wir sehen den Boden, aber wir sehen keinen Platz, um den Fuß darauf zu setzen. Dies ist es, was Hakuin meint, wenn er davon spricht, wie in einer dicken Eisschicht eingefroren zu sein, [eine Eisschicht,] die sich tausende von Meilen in alle Richtungen ausdehnt. Schließlich erlischt sogar die Sinnestätigkeit. Der letzte Rest von „Ich“ zerfällt, und das Universum selbst löst sich auf. Das ist Dogens „Körper-Geist abgefallen“. Das ist der Ort, den Hakuin bezeichnenderweise als „so schwarz wie Lack“ beschreibt.

    Dann kommt ein Augenblick, in dem dieses Samadhi plötzlich zerbricht, und wir kehren ins Leben zurück. Aber das ist ein neues Leben. Wir können nun mit einer neuen Freiheit leben, und wir wissen, dass wir die Essenz aller buddhistischen Lehren verwirklicht haben. Wie Mumon sagt: unsere Augenbrauen und die der Patriarchen sind [nun] miteinander verwoben. Wie Shido Bunan sagte:

    Stirb, während du lebst, sei absolut tot, und dann tu, was du willst. Alles ist gut.

    Was ich hier beschrieben habe, ist eine Art von kensho. Es ist allerdings nur die Eintrittspforte zum Zen, keineswegs seine Frucht oder gar seine Vollendung. Aber es ist der Punkt, an dem die Zenpraxis zum wahren Zen wird, und es enthüllt den grundlegenden Weg des Zen. Shido Bunan wieder:

    Im Zen setzt du die Erleuchtung an die erste Stelle, und übst dann, wie die Erleuchtung es dir aufgibt. Dann werden deine Tage und Nächte friedlich sein. Daran gibt es keinen Zweifel. Der direkteste Weg zur Erleuchtung scheint das Erschöpfen der Anhaftungen zu sein. In Wirklichkeit ist das jedoch ein sehr schwieriger Weg. Eine einfache und direkte Sache ist es hingegen, das Karma zu erschöpfen, indem man die Erleuchtung an die erste Stelle stellt.

    3. Schließlich, wenn wir [einmal] unsere wahre Natur gesehen haben, setzen wir unsere Praxis mit größerer Entschlossenheit fort… von diesem Moment an wird unsere Praxis vollkommen darauf basieren. D.h. unser Samadhi „Eins-zu-werden“ wird sich auf alle Dinge und alle Aktivitäten erstrecken, und wird belebt von der dauerhaften Präsenz der Erkenntnis unserer wahren Natur. Eine andere Art, dies auszudrücken, ist, dass wir allem in einem Samadhi begegnen, das wunderbarerweise stets die wahre Natur unseres Geistes als objektlosen Objekt hat.

    Folglich, sagt Torei, dass in diesem Stadium unserer Praxis wir alles erleuchten, “durch alles hindurch leuchten”, jedes Ding und jede Situation, der wir begegnen, und dass alle Dinge als unsere wahre Natur erfahren werden. Einer meiner Lehrer beschrieb dieses Stadium als „vollständig schmecken“ und spielerisch mit unserem ganzen Körper in jede Aktivität eintauchen. Dies ist die Einheit von Samadhi und Prajna (Weisheit), die das wahre Zen-jo ist, „Zen-Samadhi“, und das den eigentlichen Pfad der Praxis nach dem Erwachen darstellt. Shido Bunan sagt dazu:

    Jemand fragte mich: “Was ist der Weg des Letztendlichen Fahrzeugs?” Ich sagte: „Im Letztendlichen Fahrzeug tust du, was du willst, und es gibt nichts zu beachten. Es ist wunderbar, und es ist selten in dieser Welt.“

    Aufgrund meiner persönlichen Begrenzungen habe ich all das in typischer Rinzai-Sprache beschrieben. In anderen Traditionen gibt es andere Methoden und eine andere Terminologie. Aber die essenzielle Bedeutung ist die gleiche. Mit anderen Worten, die Frucht aller Zen-Wege ist eben dieses Zen-Samadhi.

    Wenn man die Begriffe samatha/vipashyana benutzen will, ist es ganz offensichtlich so, dass die Zenpraxis beide Aspekte einschließt. Mit anderen Worten, „unsere wahre Natur sehen“ ist vipashyana in Vollkommenheit, und die nahtlose Fortsetzung dieses Sehens in jeder Aktivität zum Wohle aller Wesen ist samatha in Vollkommenheit.

    [Bezogen auf ein Bild von einem Altar, auf dem links Manjusri, rechts Samanthbhadra und in der Mitte Buddha Shakyamuni zu sehen sind:] Die erste dieser beiden Vollkommenheiten wird von Monju (Manjusri) verkörpert, und die zweite von Fugen (Samantabhadra). Shakyamuni steht im Zentrum und vereint diese beiden in sich, und so auch die vollständige Verwirklichung dieser beiden [Aspekte] – die wahre Natur sehen und sie virtuos [im Handeln] manifestieren. Also, genau hier auf dem Zen Altar ist der komplette Pfad zu sehen (vergesst aber auch nicht die abschreckenden Wächterfiguren draußen am Tor!).

    Ich brauche es eigentlich nicht zu sagen, aber wenn wir das oberflächliche Samadhi noch nicht verstanden haben, brauchen wir uns über den Rest noch keine Gedanken zu machen. Und wenn wir unsere wahre Natur gesehen haben, nicht aber das Samadhi kultivieren, mit dessen Hilfe wir diese Erfahrung vertiefen und dazu bringen, alle Dinge „zu erleuchten“, dann fallen wir in den Einflussbereich unserer karmischen Gewohnheitsenergien zurück.

    Es ist nicht schwierig, Konzentration – Samadhi – zu entwickeln. Es ist auch nicht schwierig, Kensho zu erreichen. Das Zen-Samadhi, in dem Samadhi und Prajna zusammengehen, [dieses Samadhi] zum Leben zu erwecken – das ist ungewöhnlich schwierig.

    Bitte entschuldigt dieses lange Posting.

    ~ Meido
Jojo hat geschrieben:
. Der letzte Rest von „Ich“ zerfällt, und das Universum selbst löst sich auf. Das ist Dogens „Körper-Geist abgefallen“. Das ist der Ort, den Hakuin bezeichnenderweise als „so schwarz wie Lack“ beschreibt.

Wie Shido Bunan sagte:

Stirb, während du lebst, sei absolut tot, und dann tu, was du willst. Alles ist gut.



Was oder wie ist das, wenn du stirbst, während Du lebst.
Dogen sagt: "Sich" vergessen, um sich zu finden und um sich neu zu ergründen.
Wenn du tod-los bist, wenn deine Ichs gestorben sind, dann bist Du frei und kannst handeln, Wie DU es für rechtens erachtest und wie DU es willst ... konsequenzenlos .. einfaches machen im "Dharma" .

Nur ........ lasst nicht Alles sterben, denn im Mahayana dem grossen Bus, wo auch Andere Menschen willkommen sind, gibt es eben das Miteinander.
Auch Gefühle sind was rechtes. Nicht immer heilsamer Natur, dennoch lebt der Mensch mit Gefühlen und ebenso Gedanken.

Im Samadhi, der Konzentration ist alles klar, klar-geistig, durchschaut (bis an die Wurzeln). Es ist Wahrnehmung par excellence, ohne Dualität und ohne Denken. (..?..)
Mensch nur noch als Wahrnehmung und nirgends eingreifend, da schon gestorben und nirgends dran anhaftend und an nichts interessiert als an der puren, reinen, klaren, konzentrierten Wahrnehmung.
Erstrebenswert ? (..?..)
*

Das obere unterstrichene ist vergleichbar mit dem 8. Jhana .. dem weder-noch-weder "Zustand".
Samadhi im Zen ist ein interessantes Thema, würde gerne besser verstehen, was damit gemeint ist. Dogen schreibt darüber ungefähr folgendes:

Der Samadhi, in dem man sich selbst benutzt und empfängt ist der Maßstab der Buddhas und Vorfahren.

Also wer den Samadhi des sich selbst benutzens und empfanges erreicht, ist ein Buddha und Vorfahre.

Da kommt wieder die Frage nach dem Selbst bzw. der Buddhanatur auf, was meint Dogen mit "sich selbst" usw...
zenman:
was meint Dogen mit "sich selbst" usw...

na die buddhanatur :)
Ja, selbstverständlich. Nur im Kapitel "Uji", "Jetzt-Zeit", behauptet er ganz dreist, die Zeit wäre die Buddhanatur. Das ist mit meiner Erfahrung nicht vereinbar. Wenn ich aussagen sollte was die Buddhanatur sei, würde ich ganz gewiss nicht die Zeit als Antwort nehmen, sondern das Bewusstsein als solches ist für mich die beste Metapher für die Buddhanatur.
Zenman hat geschrieben:
Ja, selbstverständlich. Nur im Kapitel "Uji", "Jetzt-Zeit", behauptet er ganz dreist, die Zeit wäre die Buddhanatur. Das ist mit meiner Erfahrung nicht vereinbar. Wenn ich aussagen sollte was die Buddhanatur sei, würde ich ganz gewiss nicht die Zeit als Antwort nehmen, sondern das Bewusstsein als solches ist für mich die beste Metapher für die Buddhanatur.
Vergangenes ist nicht mehr, Zukünftiges ist noch nicht, wie kann dann Gegenwart sein? Gegenwart ist ja etwas aus Vergangenem in Zukünftiges. Alle drei Begriffe von Zeit verlieren ihre Bedeutung. Es bleibt nur jetzt sein vergessend was war, vergessend was wird. Das tun was jetzt zu tun ist, mit den Erscheinungen die jetzt erscheinen mit der Aufgabe das die Handlungen nicht von Gier Hass Glauben wollen geleitet werden.-()-
Bedeutet bei Leben in Gemeinschaft mit Menschen immer wieder auf Widerständen und Abstoßungen zu treffen, doch bisher war mein handeln in dieser Weise immer hilfreich für die Gemeinschaft die schon vergessen hat das sie mich abgrenzt und immer wieder neue Widerstände erfindet. Ich werde von nichts Behindert doch die Gemeinschaft behindert sich durch Widerstände gegen Änderungen.
Gruß
Helmut
Ellviral hat geschrieben:
Vergangenes ist nicht mehr, Zukünftiges ist noch nicht, wie kann dann Gegenwart sein? ... Es bleibt nur jetzt sein ...
Gruß
Helmut


Wie denn, wenn sogar Gegenwart nicht sein kann?

Ist schon eine schöne Aussage, dass der Geist der Vergangenheit Gegenwart oder Zukunft nicht ergriffen werden kann. In meinen Augen deutet sie eher darauf hin, dass Zeit gleich wie allen anderen Erscheinungen keine selbständige Realität zukommt.

Zeit ist wieder etwas wie "Wärme". Es ist nicht das "Ding an sich", sondern eine Kategorie des Verstandes, ein Werkzeug des erkennenden Subjekts die Welt zu verstehen.
Zenman hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Vergangenes ist nicht mehr, Zukünftiges ist noch nicht, wie kann dann Gegenwart sein? ... Es bleibt nur jetzt sein ...
Gruß
Helmut


Wie denn, wenn sogar Gegenwart nicht sein kann?

Ist schon eine schöne Aussage, dass der Geist der Vergangenheit Gegenwart oder Zukunft nicht ergriffen werden kann. In meinen Augen deutet sie eher darauf hin, dass Zeit gleich wie allen anderen Erscheinungen keine selbständige Realität zukommt.

Zeit ist wieder etwas wie "Wärme". Es ist nicht das "Ding an sich", sondern eine Kategorie des Verstandes, ein Werkzeug des erkennenden Subjekts die Welt zu verstehen.
Dreh ich das mal um, Vergangenes ist gewesen, Zukünftiges soll so sein, Jetzt handle ich so wie es dem Zukünftigen hilft. Da bleiben die von uns beiden erkennbaren Begriffe in ihrer Bedeutung. Und was noch klar wird ist das sie so bleiben müssen, sonst gibt es garkeine Besserung. Diese beiden Schranken werden von einer Haltung zusammen gehalten und diese bildet dann den mittleren Weg.
Sei bei deinen Handlungen nicht von Gier oder Hass oder Glauben wollen geleitet.
Dann sind beide Schranken in ihrem so sein gestaltet und es gibt kein Anhaften an Vergangenem, der Gegenwart oder der Zukunft. Das ändert nichts daran das es im Samadhi diese Zeiten nicht gibt, ja da gibt es keine Zeit oder irgendeine andere Vorstellung. Samadhi ist sein im Nichtsein und nicht sein im Sein. Das "und" ist der "Begriff" der das vertritt was kein Wort hat oder haben wird.
Ellviral hat geschrieben:
Dreh ich das mal um, Vergangenes ist gewesen, Zukünftiges soll so sein, Jetzt handle ich so wie es dem Zukünftigen hilft.


Das ist kein Umdrehen des vorher gesagten, das steht zum vorher gesagten im Widerspruch? So sehe ich das zumindest.

Ellviral hat geschrieben:
Da bleiben die von uns beiden erkennbaren Begriffe in ihrer Bedeutung. Und was noch klar wird ist das sie so bleiben müssen, sonst gibt es garkeine Besserung. Diese beiden Schranken werden von einer Haltung zusammen gehalten und diese bildet dann den mittleren Weg.


Sorry, das ist mir zu hoch...

Ellviral hat geschrieben:
Sei bei deinen Handlungen nicht von Gier oder Hass oder Glauben wollen geleitet.
Dann sind beide Schranken in ihrem so sein gestaltet und es gibt kein Anhaften an Vergangenem, der Gegenwart oder der Zukunft.


Ja, genau! Wenn man keine unbedingten Wünsche zur Motivation nimmt, dann gibt es kein Anhaften. Was kommt das kommt, was geht das geht. Das beendet das Leid :like: Wenn ich nicht erwarte, dass das Leben meinen Wünschen entspricht, wird es keine Unzufriedenheit mehr geben.
Zenman hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Da bleiben die von uns beiden erkennbaren Begriffe in ihrer Bedeutung. Und was noch klar wird ist das sie so bleiben müssen, sonst gibt es garkeine Besserung. Diese beiden Schranken werden von einer Haltung zusammen gehalten und diese bildet dann den mittleren Weg.


Sorry, das ist mir zu hoch...

Da bleiben die von uns beiden erkennbaren Begriffe(Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) in ihrer Bedeutung. Und was noch klar wird ist das sie so bleiben müssen, sonst gibt es garkeine Besserung. Diese beiden Schranken(die beiden in Gegenüber gesetzten Haltungen, Keine Vergangenheit, es gibt Vergangenheit usw) werden von einer Haltung zusammen gehalten und diese bildet dann den mittleren Weg.

Zenman hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Sei bei deinen Handlungen nicht von Gier oder Hass oder Glauben wollen geleitet.
Dann sind beide Schranken in ihrem so sein gestaltet und es gibt kein Anhaften an Vergangenem, der Gegenwart oder der Zukunft.


Ja, genau! Wenn man keine unbedingten Wünsche zur Motivation nimmt, dann gibt es kein Anhaften. Was kommt das kommt, was geht das geht. Das beendet das Leid :like: Wenn ich nicht erwarte, dass das Leben meinen Wünschen entspricht, wird es keine Unzufriedenheit mehr geben.
So ist es.
Sei bei deinen Handlungen nicht von Gier oder Hass oder Glauben wollen geleitet.
Wenn das bewusst gelebt wird in Allen seinen Folgen ist Leidbefreiung möglich.-()-
Ellviral hat geschrieben:
Da bleiben die von uns beiden erkennbaren Begriffe(Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) in ihrer Bedeutung. Und was noch klar wird ist das sie so bleiben müssen, sonst gibt es garkeine Besserung. Diese beiden Schranken(die beiden in Gegenüber gesetzten Haltungen, Keine Vergangenheit, es gibt Vergangenheit usw) werden von einer Haltung zusammen gehalten und diese bildet dann den mittleren Weg.


Ah, Ok, jetzt habe ich es mehr oder weniger. Wenn man beide gegensätzlichen Ansichten als zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die an sich unerklärliche Realität versteht, zwei Modelle die jeweils ihren Nutzen, aber auch ihre Fehler haben, dann ist das die Haltung, die den mittleren Weg bildet.

Ellviral hat geschrieben:
Sei bei deinen Handlungen nicht von Gier oder Hass oder Glauben wollen geleitet.
Wenn das bewusst gelebt wird in Allen seinen Folgen ist Leidbefreiung möglich.-()-


Das ist wohl so, nur für mich ist es bisher noch Theorie.
Zenman hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Da bleiben die von uns beiden erkennbaren Begriffe(Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) in ihrer Bedeutung. Und was noch klar wird ist das sie so bleiben müssen, sonst gibt es garkeine Besserung. Diese beiden Schranken(die beiden in Gegenüber gesetzten Haltungen, Keine Vergangenheit, es gibt Vergangenheit usw) werden von einer Haltung zusammen gehalten und diese bildet dann den mittleren Weg.


Ah, Ok, jetzt habe ich es mehr oder weniger. Wenn man beide gegensätzlichen Ansichten als zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die an sich unerklärliche Realität versteht, zwei Modelle die jeweils ihren Nutzen, aber auch ihre Fehler haben, dann ist das die Haltung, die den mittleren Weg bildet.

Ellviral hat geschrieben:
Sei bei deinen Handlungen nicht von Gier oder Hass oder Glauben wollen geleitet.
Wenn das bewusst gelebt wird in Allen seinen Folgen ist Leidbefreiung möglich.-()-


Das ist wohl so, nur für mich ist es bisher noch Theorie.
Das ist richtig erkannt. Doch auch nur einmal einen erfahrenen Hinweis auf den mittleren Weg und dein ganz normale Alltagsgeist macht es möglich irgendwann ganz plötzlich zu erleben das es ganz ganz einfach ist aber keine Worte dafür da sind, für das ganz Ein-Fache. -()-
Meine Ambition ist Nirvana noch in diesem Leben. Ich rechne fest damit jeden Augenblick ins Nirvana einzutreten und strenge mich so gut ich kann dafür an, wenn ich auch nicht ständig auf dem Kissen sitze.
Zenman hat geschrieben:
Meine Ambition ist Nirvana noch in diesem Leben. Ich rechne fest damit jeden Augenblick ins Nirvana einzutreten und strenge mich so gut ich kann dafür an, wenn ich auch nicht ständig auf dem Kissen sitze.

Hast du schon mal überlegt, dass es genau dieses Vorgehen sein könnte, das dich im Samsara hält, Zenman?
Im Moment verfestigst du doch den Gedanken "So wie es ist, ist es nicht ok."
Festus hat geschrieben:
Zenman hat geschrieben:
Meine Ambition ist Nirvana noch in diesem Leben. Ich rechne fest damit jeden Augenblick ins Nirvana einzutreten und strenge mich so gut ich kann dafür an, wenn ich auch nicht ständig auf dem Kissen sitze.

Hast du schon mal überlegt, dass es genau dieses Vorgehen sein könnte, das dich im Samsara hält, Zenman?
Im Moment verfestigst du doch den Gedanken "So wie es ist, ist es nicht ok."


das kann man natürlich so sehen, weil von außen betrachtet kann eine Aussage so und so bewertet werden.

Aber "so wie es ist", ist nunmal auch ein Zustand von zum Teil leichter Reizbarkeit und anderen problematischen Charakteristika.

Würde ich jetzt im Zustand "so wie es ist" sagen, "ach nö, ich lasse es mal so wie es ist, wenn ich mich befreien will, hält mich dann der Wunsch nach Freiheit doch nur gefangen", dann wäre es auch falsch und kein Nirvana.

PS.: will sagen, wenn ich fest im Samsara hänge und noch nichts von der Möglichkeit der Befreiung kenne, will ich ja auch nicht "frei" werden. Aber diejenigen, die so im Samsara hängen, sind doch nicht frei, nur weil sie die Freiheit nicht wollen.
Zenman hat geschrieben:
Samadhi im Zen ist ein interessantes Thema, würde gerne besser verstehen, was damit gemeint ist.


Ich würde aus dem Eingangspost das hier noch mal zitieren:

Erstens ist da das oberflächliche oder Basis-Samadhi, das fast jeder irgendwann in seinem Leben erfährt (…). Das ist ein Zustand der Absorption, in dem der Geist entspannt und offen ist, aber nicht instabil ist und auch nicht wandert. (…)

In der Zenpraxis wird dieser Zustand absichtsvoll entwickelt, meistens durch die Konzentration auf ein Objekt: d.h. wenn der Geist abschweift und zerstreut ist, übt der Meditierende, den Zustand der Zerstreutheit zu erkennen und dann entschieden zum Objekt zurück zu kehren – zum Atem, zum Körper, zu einem Mantra, oder Ähnliches. Auf diese Weise wird die Gewohnheit des Abschweifens langsam transformiert und es entwickelt sich ein laser-ähnlicher Fokus.

(…) Sobald sich [auf dieser Basis] eine grundlegende Stabilität und intensive Konzentration manifestiert, erhält [der Schüler] ein Wato/Koan.

(…)

Ich brauche es eigentlich nicht zu sagen, aber wenn wir das oberflächliche Samadhi noch nicht verstanden haben, brauchen wir uns über den Rest noch keine Gedanken zu machen.
Würde ich jetzt im Zustand "so wie es ist" sagen, "ach nö, ich lasse es mal so wie es ist, wenn ich mich befreien will, hält mich dann der Wunsch nach Freiheit doch nur gefangen", dann wäre es auch falsch und kein Nirvana.

Du könntest auch sagen : "So wie es ist, ist es."
Natürlich übst du zu Anfang, um etwas zu erreichen. Das ist normal. Im Laufe der Übung tritt das aber mehr und mehr in den Hintergrund. So jedenfalls meine Erfahrung.
Die Dinge zu sehen und anzunehmen wie sie sind, bedeutet nicht, dass alles so bleibt, wie es ist. :)
Jojo hat geschrieben:

Ich würde aus dem Eingangspost das hier noch mal zitieren:



Na so was, war zu voreilig. Hätte mir den Eingangspost wohl besser durchgelesen! Das macht einiges klarer, auch wieso Dogen von "sich selbst benutzen und empfangen" spricht - das ist wohl die Stufe, wo das "Innen" und "Aussen" mehr oder weniger gleichwertig werden.
Festus hat geschrieben:
Die Dinge zu sehen und anzunehmen wie sie sind, bedeutet nicht, dass alles so bleibt, wie es ist. :)


Zunächst müssen ja die Gedanken zur Ruhe kommen. Dann die Gefühle die nach Ellviral mit den Gedanken verknüpft sind geordnet werden. Welche Gefühle habe ich gerade? Sind es Gefühle der Liebe sollen sie sein, sind es Gefühle des Schmerzes, der Gier oder des Hasses dann sollte man die Emotionen die mit diesem Gefühlen verbunden sind allen voran Wut dann Sorge und Trauer sein lassen, denn alles darf erst einmal sein (man kann auch anderen jetzt sagen welche Emotion man empfindet!) und sie dann ohne sie zu manipulieren in sich verbrennen lassen. Dann wird die Stimmung wieder klar.

Und man kann weitersehen.

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