DIE RECHTE WENDE

Moderator: void

193 Beiträge
Aravind hat geschrieben:
void hat geschrieben:

SJW (Social Justice Warrior) ist eine herabsetzende Bezeichnung für Aktivisten in Fragen sozialer Gerechtigkeit, insbesondere Feminismus und Bürgerrechte.

Ich habe noch nie verstanden, wieso das als Herabsetzung funktionieren soll. Sind Antisocial Justice Warriors dann die Guten?? :wink:

Ist SJW herabsetzend? http://blog.fefe.de/?ts=a4d237a5
Spacy hat geschrieben:
Aravind hat geschrieben:
void hat geschrieben:

SJW (Social Justice Warrior) ist eine herabsetzende Bezeichnung für Aktivisten in Fragen sozialer Gerechtigkeit, insbesondere Feminismus und Bürgerrechte.

Ich habe noch nie verstanden, wieso das als Herabsetzung funktionieren soll. Sind Antisocial Justice Warriors dann die Guten?? :wink:

Ist SJW herabsetzend? http://blog.fefe.de/?ts=a4d237a5

Sorry.wusste nicht, dass Du in der Branche arbeitest.
Muss man das verstehen?
Nö. :)

Übrigens, dieses Meme wollte ich noch gern in diesem Thread unterbringen:

Bild

Es geht nicht darum, die AfD-Wähler zu dämonisieren oder als Trottel hinzustellen. Trotzdem kann man auch nicht einfach so tun, als ob AfD-Wählen ganz normal, weil erlaubt sei.
Es ist ja immer einfacher ÜBER andere zu reden und zu richten. Ich mach' das auch und bin jetzt dabei, mir das abzugewöhnen. Ist ziemlich schwierig, weil da so ein Reflex existiert.

Früher habe ich mich immer sehr gewundert, wie es möglich war, dass so viele dem Hitler zugejubelt hatten. Ich konnte mir das für mich selbst nicht vorstellen.
Dann habe ich mir den Film "Hitler - ein Film aus Deutschland" von Syberberg angesehen und nach einigen Längen - der Film ist ziemlich lang - 410 min. - länger als die sieben Episoden der 1. Staffel von Downton Abbey - also nach einiger Zeit machte der Film was mit mir und ich konnte verstehen, wie es möglich war (und ist) diesem Spinner zuzujubeln.

Sagen wir es mal so - die neue Rechte spricht da etwas in uns an, das wir verdrängen und nicht wahr haben wollen und so lange wir uns über die anderen und deren Denken überheben, können wir nicht erkennen, was da in uns ganz tief vergraben ist an Rassismus, Sexismus, Homophobie, Christophobie, und anderes mehr. Also alle dies Spaltungen, die es eben so in uns gibt und nicht da draußen, bei den anderen.

Und weil das über Jahre verdrängt wurde und wir so getan hatten, als sei das nun endlich erledigt und wir könnten den Nazi-Kram hinter uns lassen - deshalb steht das wieder auf - ist ein Wieder-Werden oder eine Wiedergeburt. Und deshalb sollten wir auch froh sein, dass uns das wieder begegnet und wir IN UNS das nun auch erneut wiederkäuen könnten - falls wir das annehmen, als uns zugehörig.

Aber wenn wir das den anderen anhängen, dann spalten wir nur wie immer.

Und zu dem Plakat oder meme - wer selbst nicht politisch Verantwortung übernehmen will, der sollte sich über andere nicht beschweren, die die politische Verantwortung einfach aufgreifen - ganz gleich, auf welcher Seite sie herum liegt.

Was derzeit von den etablierten Parteien geboten wird, zerstört die Demokratie viel mehr, als das die Rechten je leisten könnten.
Es erinnert schon an das Übel der Bürgerlichen Parteien in Weimar.

Es fehlt eigentlich nur noch ein Führer - aber die Jedi sind ja auch nicht mehr, das was sie mal waren - muss man eben doch alles selber machen.
Meine Bearbeitung der Nazizeit, auch in der Familienchronik, ging soweit das ich sagen kann: Ich verstehe doch ich habe kein Verständnis oder Mitleid mit Nazis mehr oder anderen Gläubigen. Mitgefühl wurde geweckt mit dem Menschen Unverständnis für die Persönlichkeiten.
Danke, Tychiades. Ich sehe das genauso.

Man macht es sich einfach, wenn man immer nur die Anderen sieht und nur weil man selbst gerade in einer anderen Lebenssituation ist, zu glauben, dass einem das nie passieren könnte, halte ich für sehr naiv.
Im Grunde sind die Anlagen ja in jedem vorhanden, mehr oder weniger ausgeprägt. Nur so lässt es sich erklären, wie aus guten Bürgern, netten Nachbarn, fürsorglichen Eltern … solche Monster werden. Es sind ein paar Änderungen in den Lebensumständen nötig, ein paar anders umgelegte Schalter, und schon kommt man ins Rutschen. Ich rede nicht davon, dass jeder ein Hitler werden kann, sondern davon, dass jeder ihm zujubeln könnte. Vielleicht nicht immer sehr fanatisch, was ja auch nicht jeder war, der ihn gut fand und ihn gewählt und unterstützt hatte, aber er könnte doch zumindest "irgendwas Gutes" an ihm finden. Das ist bei der AfD auch nicht anders: Nicht alle Anhänger sind stramme Rechte.

Die Grundtendenzen, Ausgrenzen, Verurteilen, Verdrängung usw., die zur Katastrophe führen, kann wirklich jeder bei sich finden. Das ist nicht schwer.

Was mich anbelangt …
Ich kann mich nur als vom Glück Begünstigte sehen. Ich bin nach dem Krieg geboren. Ich komme aus einer Multikulti-Familie mit Multikulti-Religion. Ich habe tolle Eltern gehabt, eine gute Bildung genossen, bin umgeben von Liebe und tollen Menschen. Ich lebe in einer Gesellschaft, die mich leben lässt, in der ich nicht verfolgt werde und ich leide keine Not. Daher habe ich gut reden und bin für das Grobe nicht so anfällig. Aber ich kenne die Ansätze sehr wohl auch in mir. Täglich kann ich das beobachten. Dass ich noch so bin wie ich bin, haben ich den geschilderten Umständen zu verdanken. Ich kann nicht dafür garantieren, dass ich unter anderen Umständen nicht ganz anders denken würde, ob meine negativen Anlagen nicht dann zu ungeahnter Blüte kommen würden. Nach meiner Meinung ist es wichtig, sich dies vor Augen zu führen, weil es wachsamer macht, demütig und vielleicht zu etwas mehr Verstehen führt, was den Weg anderer anbelangt. Und nur so, meine ich, kann man die Mechanismen erkennen und dann auch umgehen.

Ich will was aus meinem Leben erzählen:
10. Klasse, 70er Jahre. Ich, die einzige Pazifistin in einer strammen CSU-Klasse (die Strauß-Kinder waren unsere Mitschüler) und eher links-alternativ. Ein Vertreter der Bundeswehr war in der Klasse und warb für den Wehrdienst. Es wurde ein richtig toller Film gezeigt, spannend, abenteuerlich, Kameradschaft und Zusammenhalt … Ich saß drin und war völlig hingerissen. Das versprach Abenteuer pur, und ich hatte so Lust darauf da mitzumachen. Ging damals nicht, und hätte ich sicher nicht gemacht, weil bei mir Begeisterung immer schnell verfliegt. Aber ich bin für den Moment voll auf die Propaganda abgefahren. :mrgreen:
Aravind hat geschrieben:
void hat geschrieben:

SJW (Social Justice Warrior) ist eine herabsetzende Bezeichnung für Aktivisten in Fragen sozialer Gerechtigkeit, insbesondere Feminismus und Bürgerrechte.

Ich habe noch nie verstanden, wieso das als Herabsetzung funktionieren soll. Sind Antisocial Justice Warriors dann die Guten?? :wink:

Das Verständnisproblem ist möglicherweise darin begründet, dass die von Dir zitierte Definition den Begriff SJW in einer Weise verallgemeinert, der ihm seinen Sinn nimmt. Vielleicht hilft es, wenn ich (als jemand, der selbst gelegentlich geneigt ist, bei bestimmten Menschen die Diagnose SJW zu stellen) mal erläutere, was ich darunter verstehe.

Ein SJW ist jemand, der sich reflexhaft (d.h. ohne Einschaltung des Verstandes) moralisch empört - also ohne sich vorher eine qualifizierte Meinung durch Kenntnisnahme der zu dem jeweiligen Thema zur Verfügung stehenden Fakten und deren Überprüfung, Abwägung und Beurteilung zu bilden. Und sich dabei womöglich die Option offen hält, auf eine Meinungsbildung (oder zumindest Meinungsäußerung) zu verzichten, wenn ihm die zur Verfügung stehenden Informationen dafür nicht hinreichend erscheinen. Im Gegenteil neigt der SJW dazu, Informationen, die geeignet wären, seine Empörung zumindest abzumildern, durch Einordnung ihrer Quellen ohne nähere Prüfung des Sachverhaltes als "rechts", "moralisch verkommen" usw. (also klassische ad hominem-Argumente) zu verwerfen, wenn er sie nicht einfach komplett aus seiner Wahrnehmung ausblendet. Kennzeichnend sind polarisierende Denkschemata, Freund-Feind-Denken, Lagerdenken. Daher die Qualifizierung "warrior". Wir sind die Guten - wer nicht meiner / unserer Meinung ist, gehört damit automatisch zu Schlechten. Das gilt dann natürlich nicht zuletzt für die, die einen als SJW bezeichnen ...

Kennzeichnend für einen SJW ist also nicht das Eintreten für soziale Gerechtigkeit sondern der bereits erwähnte Gestus moralischer Empörung. Diese moralische Empörung hat nicht die Funktion, soziale Gerechtigkeit herzustellen, sondern sie dient vorrangig der Selbstvergewisserung moralischer Überlegenheit des SJW. Tatsächliche oder auch nur vermeintliche soziale Gerechtigkeit (anders gesagt: was man dafür hält) dient dabei lediglich als Referenz eigener moralischer Überlegenheit ohne dass man sich der Mühe unterzieht, diese Referenz tatsächlich auf ihre Belastbarkeit hin zu überprüfen. Das reflexhafte Einnehmen dieser Haltung überspringt schlicht die Reflexion darüber, was in Anbetracht der jeweiligen Umstände tatsächlich sozial gerecht ist. Da wirken pawlow'sche Reflexe auf "buzzwords"; der Mühe ernsthaften kritischen Denkens unterzieht man sich dabei nicht.

Der letzen Freitag auf Fefes Blog kommentierte Fall ist ein sehr anschauliches Beispiel dafür und auch dafür, wie schnell ein vermeintliches Eintreten für soziale Gerechtigkeit zu blankem Mobbing werden kann, weil man glaubt, ersteres rechtfertige Letzteres.

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Sudhana hat geschrieben:
Das Verständnisproblem ist möglicherweise darin begründet, dass die von Dir zitierte Definition den Begriff SJW in einer Weise verallgemeinert, der ihm seinen Sinn nimmt.

Ja, das war beabsichtigt. Oder meinst Du, ich würde ernsthaft meine Zeit damit verbringen, mit jemanden zu diskutieren, der solche Labels für andere Forumsteilnehmer auspackt? Zum Glück bin ich so gestrickt, mich in solchen Fällen eher zu amüsieren, als mich zu ärgern...

Sudhana hat geschrieben:
Ein SJW ist jemand, der sich reflexhaft (d.h. ohne Einschaltung des Verstandes) moralisch empört - also ohne sich vorher eine qualifizierte Meinung durch Kenntnisnahme der zu dem jeweiligen Thema zur Verfügung stehenden Fakten und deren Überprüfung, Abwägung und Beurteilung zu bilden. Und sich dabei womöglich die Option offen hält, auf eine Meinungsbildung (oder zumindest Meinungsäußerung) zu verzichten, wenn ihm die zur Verfügung stehenden Informationen dafür nicht hinreichend erscheinen. Im Gegenteil neigt der SJW dazu, Informationen, die geeignet wären, seine Empörung zumindest abzumildern, durch Einordnung ihrer Quellen ohne nähere Prüfung des Sachverhaltes als "rechts", "moralisch verkommen" usw. (also klassische ad hominem-Argumente) zu verwerfen, wenn er sie nicht einfach komplett aus seiner Wahrnehmung ausblendet. Kennzeichnend sind polarisierende Denkschemata, Freund-Feind-Denken, Lagerdenken. Daher die Qualifizierung "warrior". Wir sind die Guten - wer nicht meiner / unserer Meinung ist, gehört damit automatisch zu Schlechten. Das gilt dann natürlich nicht zuletzt für die, die einen als SJW bezeichnen ...

Kennzeichnend für einen SJW ist also nicht das Eintreten für soziale Gerechtigkeit sondern der bereits erwähnte Gestus moralischer Empörung. Diese moralische Empörung hat nicht die Funktion, soziale Gerechtigkeit herzustellen, sondern sie dient vorrangig der Selbstvergewisserung moralischer Überlegenheit des SJW. Tatsächliche oder auch nur vermeintliche soziale Gerechtigkeit (anders gesagt: was man dafür hält) dient dabei lediglich als Referenz eigener moralischer Überlegenheit ohne dass man sich der Mühe unterzieht, diese Referenz tatsächlich auf ihre Belastbarkeit hin zu überprüfen. Das reflexhafte Einnehmen dieser Haltung überspringt schlicht die Reflexion darüber, was in Anbetracht der jeweiligen Umstände tatsächlich sozial gerecht ist. Da wirken pawlow'sche Reflexe auf "buzzwords"; der Mühe ernsthaften kritischen Denkens unterzieht man sich dabei nicht.

Danke für die Erläuterung! Wenn das so komplex ist, dann ist der Begriff für Forendiskussionen ja erst recht nicht geeignet.

Liebe Grüße,
Aravind.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Ein Vertreter der Bundeswehr war in der Klasse und warb für den Wehrdienst. Es wurde ein richtig toller Film gezeigt, spannend, abenteuerlich, Kameradschaft und Zusammenhalt … Ich saß drin und war völlig hingerissen. Das versprach Abenteuer pur, und ich hatte so Lust darauf da mitzumachen. Ging damals nicht, und hätte ich sicher nicht gemacht, weil bei mir Begeisterung immer schnell verfliegt. Aber ich bin für den Moment voll auf die Propaganda abgefahren. :mrgreen:


Da gibt es eine entsprechende Stelle im Palikanon:
http://www.palikanon.de/angutt/a10_061_070.html#a_x61
Der Umgang mit schlechten Menschen also, ihr Mönche, einmal zustande gekommen, führt zum Hören falscher Lehren. Das Hören falscher Lehren, einmal zustande gekommen, führt zur Vertrauenslosigkeit. Die Vertrauenslosigkeit, einmal zustande gekommen, führt zu unweisem Nachdenken. Unweises Nachdenken, einmal zustande gekommen, führt zu Unachtsamkeit und Unbesonnenheit. Unachtsamkeit und Unbesonnenheit, einmal zustande gekommen, führen zum Ungezügeltsein der Sinne. Das Ungezügeltsein der Sinne, einmal zustande gekommen, führt zum dreifach üblen Wandel. Der dreifach üble Wandel, einmal zustande gekommen, führt zum Auftreten der fünf Hemmungen. Die fünf Hemmungen, wenn aufgetreten, führen zur Unwissenheit.


Nun ist ein Bundeswehrsoldat per se kein schlechter Mensch, aber für die Bundeswehr zu werben mit Kameradschaft, Abenteuer und Zusammenhalt ist in höchstem Maße Verblendung und auch Lüge.
Und die Schule gibt sich dann auch noch dafür her.
Jemand nannte die Fluechtlingskrise eine "Verwaltungskrise", die auch an zig anderen Stellen sichtbar wird. Das und teilweise die Leitmedien*, denen in meine Augen teilweise schon mal ne gewisse Professionalitaet fehlt (usw.), koennen schon mal n komischen Eindruck von aussen machen. Dass VTs, Protestparteien, usw. so gut florieren wundert mich da nicht. Und wenn ich an Grossstadtpolitik denke, dann kann ich auch die Wut nachvollziehen. In Bezug darauf braucht man in meinen Augen noch keine psychologische Erklaerung und ich hoffe, dass ein grosser Teil der Rechten eigentlich eher Protestler sind. Also Aufmerksamkeit haben sie auf jeden Fall genug gezogen.

Nikolaus Blome meinte, dass die AfD ein positives mit sich brachte (er meinte vermutlich wirklich nur genau eine Sache), dass sich die politischen Debatten bei den Parteien verschaerft haben.


*im Sinne einer Dynamik und nicht als fixer Block, wie es meistens die Rechten sehen.
Spock hat geschrieben:
Jemand nannte die Fluechtlingskrise eine "Verwaltungskrise", die auch an zig anderen Stellen sichtbar wird. Das und teilweise die Leitmedien*, denen in meine Augen teilweise schon mal ne gewisse Professionalitaet fehlt (usw.), koennen schon n arg komischen Eindruck von aussen machen. Dass VTs, Protestparteien, usw. so gut florieren wundert mich da nicht. Und wenn ich an Grossstadtpolitik denke, dann kann ich auch die Wut nachvollziehen. In Bezug darauf braucht man in meinen Augen noch keine psychologische Erklaerung und ich hoffe, dass ein grosser Teil der Rechten eigentlich eher Protestler sind. Also Aufmerksamkeit haben sie auf jeden Fall genug gezogen.

Nikolaus Blome meinte, dass die AfD ein positives mit sich brachte (er meinte vermutlich wirklich nur genau eine Sache), dass sich die politischen Debatten verschaerft haben.


*im Sinne einer Dynamik und nicht als fixer Block, wie es meistens die Rechten sehen.


Ich finde besser wäre es, wenn sich die politischen Debatten mal entschärfen würden..Dann könnte man vlt. so die Notbremse ziehen. Die Parteien sollten, mal vormachen, dass sie mit dem "Parteien-Multikulti" zurecht kommen, welche ihnen die Wähler beschert haben. Und das man mit den unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Gesellschaft gut leben und zusammenarbeiten kann. Aber stattdessen war "Jamaika" zu bunt...und nur der eigene Blickwinkel, die eigene Klientel zählt. Schwarz, Rot, Grün, Gelb und wieder Rot kloppen wild aufeinander rum. Keiner will eine andere Farbe als die eigene akzeptieren... Anstatt konstruktiv zusammenzuarbeiten und vorzumachen, dass auch andere Farben und Sichtweisen ihre Berechtigung haben.... Das Volk macht es ihnen nur nach und setzt auf als blau getarntes braun, anstelle von konstruktiven Lösungen.
Aravind hat geschrieben:
Sudhana hat geschrieben:
Das Verständnisproblem ist möglicherweise darin begründet, dass die von Dir zitierte Definition den Begriff SJW in einer Weise verallgemeinert, der ihm seinen Sinn nimmt.

Ja, das war beabsichtigt. Oder meinst Du, ich würde ernsthaft meine Zeit damit verbringen, mit jemanden zu diskutieren, der solche Labels für andere Forumsteilnehmer auspackt?

Ich habe schlicht keine Meinung dazu, womit Du Deine Zeit verbringst und womit nicht. Was mich angeht, so lese ich Beiträge des Teilnehmers, der den Ausdruck hier eingebracht hat, gar nicht erst (er ist bei mir standardmäßig ausgeblendet) und weiss daher auch nicht, wen er in welchem Zusammenhang damit tituliert. Interessiert mich auch nicht.

Den Begriff finde ich allerdings schon interessant, weil er eine gerade im Internet häufig zu beobachtende Verhaltensweise mE recht treffend charakterisiert.
Aravind hat geschrieben:
Zum Glück bin ich so gestrickt, mich in solchen Fällen eher zu amüsieren, als mich zu ärgern...
Glückwunsch. Zum Glück bin auch ich so gestrickt, mich in solchen Fällen eher zu amüsieren, als dem Betreffenden unter die Nase reiben, wie sein Agieren bei mir ankommt.
Aravind hat geschrieben:
Danke für die Erläuterung! Wenn das so komplex ist, dann ist der Begriff für Forendiskussionen ja erst recht nicht geeignet.
Nun - meine Erläuterung war so komplex wie die von @void aus Wikipedia übernommene simplifizierend war. Aber ich gebe Dir recht, dass es nicht sonderlich dialogfördernd ist, Gesprächspartner mit solchen Titulaturen zu schmücken. Da ist es eher schon hilfreich, sich selbst gelegentlich zu überprüfen, ob man sich gerade einer solchen Titulatur als würdig erwiesen hat, wenn man sich mal zum moralisieren hat hinreißen lassen. Dabei kann dann eine etwas komplexere Definition auch ggf. hilfreich sein.

()
Huhu Sunu,

"verschaerft" i.S.v. bemuehen muessen, zB. sich zu erklaeren, usw. Ich glaube, dass die "Etablierten" aktuell maximal verpeilt sind (sieht fuer mich zumindest so aus) und dass sie selber nicht wissen, was fuer Ziele sie langfristig haben. Ich kenne auch Parteimitglieder der Volksparteien, die sich abwenden, weil sie von den Funktionaeren genervt sind... Insofern weiss ich nicht, ob es da nicht tatsaechlich mehr um Farben als um Inhalte geht und ein Verschaerfen, das dem Konkretisieren der Ziele dient und die dann in so n Kommunikationsprozess uebergehen, ist vllt was Gutes. Man munkelt, dass sie das noch nicht wirklich gewohnt sind, sich einen Konsens "richtig" erarbeiten zu muessen. Die Schlammschlachten und Personendebatten sind fuer mich ein Symptom dieser Verpeilung.
Sudhana hat geschrieben:
. Da ist es eher schon hilfreich, sich selbst gelegentlich zu überprüfen, ob man sich gerade einer solchen Titulatur als würdig erwiesen hat, wenn man sich mal zum moralisieren hat hinreißen lassen.
()

Wie wahr!

Man könnte eine Liste zum überprüfen machen:
Dhamma warrior
Mein-Ego-ist-schon-so-gut-wie-überwunden warrior
Ich-praktiziere-das-was-der-buddha-wirklich-gelehrt-hat warrior
(...)

Vielen Dank für den Austausch und liebe Grüße,

Aravind.
Sunu hat geschrieben:
Ich finde besser wäre es, wenn sich die politischen Debatten mal entschärfen würden..Dann könnte man vlt. so die Notbremse ziehen. Die Parteien sollten, mal vormachen, dass sie mit dem "Parteien-Multikulti" zurecht kommen, welche ihnen die Wähler beschert haben. Und das man mit den unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Gesellschaft gut leben und zusammenarbeiten kann. Aber stattdessen war "Jamaika" zu bunt...
Jamaika hätte nach meiner Einschätzung da auch nichts gebracht. Ich denke, das beste, was aus dem Wahlergebnis zu machen wäre, wäre eine Minderheitsregierung. Ich weiss, das gefällt dem harmoniesüchtigen Bürger nicht und schon gar nicht dem Teil der veröffentlichten Meinung, die derzeit wegen der gefährdeten Stabilität der zukünftigen Regierung barmt. Ich persönlich finde eine instabile Regierung das Beste, was den Regierten passieren kann - das mindert wenigstens etwas die Arroganz der Macht. Und was ist eigentlich verkehrt daran, wenn man statt eine "stabile Regierung" zu installieren, die dann dank Fraktionsdisziplin das Parlament bis zu den nächsten Wahlen weitgehend zu einer bloßen Kulisse degradiert, eine Regierung dazu zwingt, sich für ihre Projekte jeweils Mehrheiten im Parlament zu suchen. Oder Gesetzesinitiativen aus der Mitte des Parlaments kommen, statt von Ministerialbeamten und Lobbyisten zusammengebastelt zu werden? So war es doch ursprünglich mal gedacht, oder? Man stelle sich vor: Gesetzeslesungen keine schwach besuchten Pflichtübungen mehr, weil der Regierungsentwurf ja doch ohne Federlesen durchgewinkt wird. Sondern Debatten, wo man die Parlamentarier und den Souverän als Publikum tatsächlich mit Sachargumenten von einem Projekt überzeugen muss, wo gegebenenfalls in den Ausschüssen Kompromisse ausgehandelt werden müssen. Das wären vielleicht nicht unbedingt "entschärfte Debatten", aber Debatten, in denen es um die Sache geht. Wo auch eine AfD zeigen könnte, ob sie mehr zu bieten hat als Stammtischniveau. Und falls sie das nicht hinkriegt, wo man sie der Öffentlichkeit vorführen kann.

()
In Österreich haben wir jetzt die rechte Wende.

FPÖ Klubchef Johann Gudenus erhob via ORF-Wien die Forderung, alle 13.000 Asylsuchenden, die derzeit in privaten Wohnungen in Wien leben, in Massenquartiere an den Stadtrand außerhalb der Wohngebiete umsiedeln zu wollen.
.....

Derweil bestätigte Alexander Höferl dem KURIER, dass er neuer Pressesprecher von FPÖ-Innenminister Herbert Kickl werde. Dem folgte ein erster Aufschrei, schließlich ist Höferl federführend bei der rechtsextremen Webseite unzensuriert.at tätig. Diese ist laut Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) "dem rechten, nationalistischen Lager" zuzuordnen, mit "zum Teil äußerst fremdenfeindlichen Inhalten" und antisemitischen Tendenzen als auch verschwörungstheoretische Ansätze und eine pro-russische Ideologie.

Der große Fädenzieher im Hintergrund wird Peter Goldgruber, Jurist der Wiener Polizei mit einst roten Wurzeln und seit den 90ern deklarierter Blauer. Er soll als Generalsekretär das Durchgriffsrecht auf alle Sektionschefs bekommen.

"Im Innenministerium sitzen viele bereits auf gepackten Kartons", heißt es im Ressort, überall wartet man auf das angekündigte Köpferollen. https://www.msn.com/de-at/nachrichten/p ... ailsignout

Bild
In Österreich haben wir keine "rechte" Wende!
In DE ist gerade ein rechte Wende (seit 17 Jahren).
Spacy hat geschrieben:
In DE ist gerade ein rechte Wende (seit 17 Jahren).

Du warst halt noch zu jung für die 90er, hast nich im Osten gelebt und sahst nich aus wie n "Fidschi". Von braunlinks zu braunrechts.
Spacy hat geschrieben:
In Österreich haben wir keine "rechte" Wende!

Soso, das sind dann wohl Fake News.
Willst du denn ein demokratisches Quorum in Abrede stellen?
Ist denn nicht alls Demokratische Links?
Wirst du woll!!1!
Spacy hat geschrieben:
Willst du denn ein demokratisches Quorum in Abrede stellen?
Ist denn nicht alls Demokratische Links?
Wirst du woll!!1!

Wo hätte ich das getan, die rechte Wende ist demokratisch legitimiert.
Nur weil Naziparteien demokratisch zugelassen und gewählt werden, heißt das ja nicht, sie seien nicht ultrarechts.

Der Skandal ist nicht, dass sie in einer Demokratie gewählt werden dürfen, sondern dass rassistisches Gedankengut heutzutage so salonfähig wird, dass ultrarechte Parteien mit stattlichen Prozentzahlen in die Parlamente gewählt werden.

Wie kommt das? Die Ausländer sind daran jedenfalls nicht schuld. Eher im Gegenteil fehlen im Osten die Ausländer. Wo die Menschen genügend ausländische Bekannte, Freunde, Schulkameraden und Arbeitskollegen haben, wählen sie auch nicht die AfD. Das "Ausländerproblem" ist schon immer ein Phantasieproblem. Es ist nichts Gefährliches an Türken, Arabern, Indern oder Chinesen als solchen. Ghettos und Kriminalität haben nichts mit der Nationalität zu tun, sondern mit fehlenden sozialen Strukturen.
Losang Lamo hat geschrieben:
Der Skandal ist nicht, dass sie in einer Demokratie gewählt werden dürfen, sondern dass rassistisches Gedankengut heutzutage so salonfähig wird, dass ultrarechte Parteien mit stattlichen Prozentzahlen in die Parlamente gewählt werden.


Und? Das neoliberale Gedankengut ist heutzutage immer noch salonfähig und hat doch das rassistische Gedankengut als Grundlage.
Lies mal Ayn Rand.

Wie kommt das? Die Ausländer sind daran jedenfalls nicht schuld.


Schon mal was von Hackordnung gehört? Oder "Sündenbock"?

Ich würde mal das Gleichnis vom Pfeil lesen, damit du dich mit dem Leiden, also dem Pfeil in dir, befasst. Da liegt nämlich der Grund für dein Gejammer.
Seit den siebziger Jahren läuft dieses Programm ab - und erst jetzt habt scheint das zu schmerzen? Weil da ein paar Rechte ins Parlament eingezogen sind? Ich hab' gestern einem rechten Vater und seinem Sohn, die ich persönlich kenne, Frohe Weihnachten gewünscht. Das sind zwei arme Würstchen, die allerdings nicht an die Macht kommen dürfen. Aber in den USA ist ja so ein "armes" Würstchen Präsident.
Damit muss man nun klar kommen. Auch wenn es Krieg geben wird. Dann kommt er zu uns, obwohl der schon da ist. Mach' mal die Augen auf.
Dabei wird sichtbar, was schon immer da war.
Da kommen ein paar Komponenten zusammen die dann zu einer rechten Wende führen. Einige Reiche und Mächtige die dem Sozialdarwinismus und der Leistungsgesellschaft zugeneigt sind, Wirtschaftskrisen, Flüchtlingsprobleme, Empörung der Benachteiligten, talentierte Rhetoriker usw. Ein breiter Gesinnungswandel entsteht und schon wird wieder überall verbal, gesetzlich und militärisch aufgerüstet. Falls es dann kracht ist wieder eine Zeitlang Ruhe bis zum nächsten Mal, ein ständiger, zielloser Wandel.
Losang Lamo hat geschrieben:
Wo die Menschen genügend ausländische Bekannte, Freunde, Schulkameraden und Arbeitskollegen haben, wählen sie auch nicht die AfD. Das "Ausländerproblem" ist schon immer ein Phantasieproblem. Es ist nichts Gefährliches an Türken, Arabern, Indern oder Chinesen als solchen. Ghettos und Kriminalität haben nichts mit der Nationalität zu tun, sondern mit fehlenden sozialen Strukturen.


:like: :like: :like: :rose:
Losang Lamo hat geschrieben:
Es ist nichts Gefährliches an Türken, Arabern, Indern oder Chinesen als solchen.


In Deutschland ist das monatliche Einkommen 3200€, in der Türkei 820€, in Indien 126€, in Syrien 112€. (Monatliche Einkommen weltweit)

In gewisser Weise symbolisiert "der Ausländer" die ganze Kluft der Lebensverhältnisse..und aktiviert damit die Ängste um die eigene privilegierte Stellung.
void hat geschrieben:
In gewisser Weise symbolisiert "der Ausländer" die ganze Kluft der Lebensverhältnisse..und aktiviert damit die Ängste um die eigene privilegierte Stellung.

Ich würde Grossstädte nochma extra sehen. Dabei gehts nich um die Frage ob "Multikulti gut is". Ja klar is das super, aber teilweise gibt es schon schwarze Schafe. Ich glaube aber, das Problem gibts eher in den Ballungszentren.
Spock hat geschrieben:
void hat geschrieben:
In gewisser Weise symbolisiert "der Ausländer" die ganze Kluft der Lebensverhältnisse..und aktiviert damit die Ängste um die eigene privilegierte Stellung.

Ich würde Grossstädte nochma extra sehen. Dabei gehts nich um die Frage ob "Multikulti gut is". Ja klar is das super, aber teilweise gibt es schon schwarze Schafe. Ich glaube aber, das Problem gibts eher in den Ballungszentren.


Und da hat die AFD ja insgesamt gar nicht den größten Zuspruch bekommen, aber eben Stadteilbezogen kristallisieren sich die Probleme dann schon heraus... Da sind die Ergebnisse dann vlt. auch eher nicht das grundlegend rassistisches Problem zu werten, sondern eher als eine art Hilferuf.
Und dann gibt es ja die eher dünnbesiedelten Gebiete, die eher gar kein Multikulti kennen...und wo die Bevölkerung will, dass das auch so bleibt. Und da kommen dann eben auch die rassistisch motivierten Übergriffe gehäuft vor.
Da frage ich mich dann, was zb. in den osteuropäischen Ländern ausgelöst werden könnte, falls da von heute auf morgen eine größere Anzahl Flüchtlinge aufgenommen werden sollen. Mit Multikulti hat man da ja bisher auch so eher gar nichts an der Mütze.
Gibt eine interessante Analyse von Wolf Biermann im Spiegel zum Thema. Der Online-Artikel kostet aber was.
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