Schwarmintelligenz...

Moderator: void

Na gut, Schwarmintelligenz ist einfach ein bekanntes Stichwort. eigentlich geht es mir um etwas wir Schwarmweisheit, Schwarmentwicklung.... Vielleicht findet ja jemand einen besseren Begriff für das was ich meine :mrgreen:

Buddhaland gibt es für Internetverhältnisse ziemlich lange und in BL existiert so etwas wie ein 'harter Kern' von Mitgliedern, die regelmäßig dabei sind. Zum Glück ist das etwas lebendiges, gelegentlich kommen Leute dazu, andere verabschieden sich aus unterschiedlichsten Gründen.

Gibt es so etwas wie langfristige Trends, die ihr hier im Forum bemerkt? Entwickelt sich Buddhaland zusammen mit den Mitgliedern als Schwarm oder bleibt immer alles gleich?

Na klar bringen neue Mitglieder oft die immer wieder gleichen Fragen ein. Das ist normal. Ich habe in einem anderen Thread dazu angeregt, vielleicht genau dafür eine FAQ Ecke anzulegen. Das war etwas tongue in cheek hatte aber einen gewissen ernsten Ansatz.

Beeinflußt BL die Mitglieder genau wie umgekehrt? Erkennt ihr etwas wie Entwicklungstendenzen?
Ich selber empfinde die 'Fronten' als festgefahrener im Vergleich zu der Zeit vor sechs, sieben Jahren.
Hat vielleicht etwas damit zu tun, dass Leute 'mit einer Mission' eher in einem Forum bleiben und dort viel schreiben, weil es in der Regel genügt, aus 'heiligen Schriften' (welchen auch jeweils immer) zu zitieren, um die eigene Meinung klarzumachen.

Ich vermisse sehr Leute wie Onda, malsehen, Bambus (um nur mal die zu nennen, die mir spontan einfallen), wo sich Weitherzigkeit mit Sachverstand verbunden haben.
Buddhaland ist eine Internetplattform an der man sich anmelden kann, um sich auszutauschen über Buddhismus oder ähnlichem. Es ist weder ein Schwarm, noch nicht mal eine Gruppe und auch kein Sangha.

Es sind Entwicklungen zu erkennen - die hängen z.B. von alternativen Plattformen, wie facebook ab. Allerdings ist facebook vor allem eine oberflächliche Werbefläche, während hier schon mal tiefer eingestiegen werden kann. Doch scheint auch hier das Oberflächliche sich auszubreiten.

Was geblieben ist, das sind die Bedürfnisse einiger hier sich als Lehrer zu outen. Das liegt aber letztlich am Angebot der Plattform selbst, die ja so eine Struktur beinhaltet. Da kommen "Anfänger" oder Unbedarfte und stellen Fragen und die vermeintlich Fortgeschrittenen bzw. solche, die sich einbilden, sie wüssten Bescheid, liefern Antworten.
Letztlich ist das dann auch der Sinn von Buddhaland - unwissende Gäste treffen auf unwissende Gastgeber. Hauptsache man fühlt sich wohl.

Nicht vergessen werden darf, dass es hier NUR um Ansichten oder Meinungen gehen kann. Und das wiederum steht im Widerspruch zum Anspruch des Buddhismus.
Es gab ja -gerade in den neunziger Jahren- so eine Zeit wo Buddhismus sehr in war. Es bildeten sich Gruppen, es kamen buddhistische Themen ins Kino usw.

Und diese Aufbruchstimmung war auch in den Foren( anfangs dem DBU Forum) zu spüren. Viele waren da über die Zukunft des Buddhismus sehr optimistische.

Was ich wahrnehme ist so eine Desillusionierung. Die anfängliche Hoffnung ist geschwunden und man begreift sich weniger als Vorbote eine Zukunft als als Veteran der Vergangenheit.

Und selbst die Plattform "Internetforum" ist ja mehr Staubfänger als Traumfänger.

Wobei natürlich Desillusionierung auch sehr positiv gesehen werden kann.
Hauptsache man fühlt sich wohl.

Das Wohlgefühl ist so groß, dass man immer wieder neu hier aufschlägt.
fotost hat geschrieben:
Entwickelt sich Buddhaland zusammen mit den Mitgliedern als Schwarm oder bleibt immer alles gleich?


Schwarmintelligenz ist angeblich nichts anderes als dass jeder Teilnehmer sich an einigen Nächstliegenden, -fliegenden oder -schwimmenden orientiert. Z.B. wenn einer eine Gefahr bemerkt und ihr ausweicht, macht das der Nachbar nach und so setzt sich das blitzschnell fort.

In einem Menschenschwarm funktioniert das nur teilweise, weil jeder auch eine mehr oder weniger ausgeprägte Individualität hat. In einem Forum wie diesem lernt jeder das dazu was er kann oder möchte. Unter längeren Mitgliedern kommt es mir vor als würde mehr Toleranz entstehen, man kennt Ansicht und Art des Nachbarn und lässt ihn halt auch mitfliegen :lol:
Menschenmengen funktionieren auch so, nur in die Richtung der Dummheit wegen der Unbewusstheit, z.B Massenpaniken oder Aggressionen.
Sachwarmintelligenz bei Menschen ist wie jede auf ein Ziel ausgerichtet, so gut wie möglich auf die Dinge das bedingten Entstehens zu reagieren damit gelebt werden kann. Bei dieser die Personen betrifft ist es anders. da geht es um das persönliche Besser leben. Mit fällt da die Teamschreier ein die darunter verstehen das ein Team erst dann ist wenn die Bedingungen und Forderungen des Schreiers erfüllt werden. Hier tritt auch der Gedanke auf: Irgendjemand wirds schon machen, ich nicht. Warum soll ich das tun da ist ja noch ein anderer.

Schwarm bei Persönlichkeiten erscheint nur wenn diese erkennen das auch ihre Persönlichkeit nie von Dauer ist, sich immer wandelt, jedes Verlangen aus Egoismus immer Leiden macht, das es nirgends irgendeinen "Kern" gibt, das genau dieses Erkennen erst das Ziel erreichen lässt so lange wie es möglich ist zu leben, als Mensch der sowohl Körper als auch Person ist, untrennbar doch nie ohne Wandel, nie ohne Leid, nie ohne ich, doch immer ohne Sicherheit, ohne sicheren Ort. Ich hoffe das es irgendwann einen Schwarm von MenschPersonen gibt doch meine Erfahrung versucht die Hoffnung zu vernichten. Ja auch ich glaube an viele Dinge.

Ohne Leid geht es nicht doch ohne Leiden.
mukti hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Entwickelt sich Buddhaland zusammen mit den Mitgliedern als Schwarm oder bleibt immer alles gleich?


Schwarmintelligenz ist angeblich nichts anderes als dass jeder Teilnehmer sich an einigen Nächstliegenden, -fliegenden oder -schwimmenden orientiert. Z.B. wenn einer eine Gefahr bemerkt und ihr ausweicht, macht das der Nachbar nach und so setzt sich das blitzschnell fort.

In einem Menschenschwarm funktioniert das nur teilweise, weil jeder auch eine mehr oder weniger ausgeprägte Individualität hat. In einem Forum wie diesem lernt jeder das dazu was er kann oder möchte. Unter längeren Mitgliedern kommt es mir vor als würde mehr Toleranz entstehen, man kennt Ansicht und Art des Nachbarn und lässt ihn halt auch mitfliegen :lol:


Zur Antwort 'angeblich nichts anderes' - nun eben gerade nicht 8)
Schwarmintelligenz deutet eher darauf hin, daß die Intelligenz (Vernunft, Weisheit, Klugheit, Angemessenheit....) des Schwarms, der Gruppe größer ist als die Summe der Intelligenzchancen des einzelnen.

Individualität - schleift sich so etwas in einem sozialen Verband wie BL manchmal etwas ab?

Ganz grundsätzlich, ich sehe es ähnlich wie Du

Unter längeren Mitgliedern kommt es mir vor als würde mehr Toleranz entstehen, man kennt Ansicht und Art des Nachbarn und lässt ihn halt auch mitfliegen :lol:
Dir ein schönes Wochenende :mrgreen:
kal hat geschrieben:
Menschenmengen funktionieren auch so, nur in die Richtung der Dummheit wegen der Unbewusstheit, z.B Massenpaniken oder Aggressionen.


WOW...

das ist wirklich extrem pessimistisch. Ich hatte die Vorauswahl auf die (aktiveren) Mitglieder dieses Forums begrenzt.

Lieber kal, ich wünsche Dir, daß diese negative Betrachtung eher philosophischer Natur ist und wenig mit den Dir nächsten Menschen zu tun hat.

Ganz simpel (natur)wissenschaftlich betrachtet funktioniert Schwarmintelligenz. Trotz immer größer werdenden Trawlerflotten und umkippender Ökosysteme gibt es weiter ein paar Fische und die Antilopen sind auch noch nicht ganz ausgestorben
Bitte nimm nicht alles für bare Münze. Es war nicht ganz ernst gemeint
kal hat geschrieben:
Bitte nimm nicht alles für bare Münze. Es war nicht ganz ernst gemeint


Ok.. Danke für die Rückmeldung. Ich habe Deine letzten Beiträge langweilig Ernst genommen :mrgreen:

Ich mag Beiträge mit einer gewissen Offenheit. Nach außen wie nach innen :wink:
Wieso sollte die "Intelligenz" einer Masse von Menschen in einer virtuellen Welt grösser sein als die jedes einzenlen Individuums?
(Imho ist das bei "Schwarmintelligenz so)
Doch Voraussetzung ist, das es KEIN Gegeneinander im Schwarm gibt.

Ich würde aus diesem Grund ein Forum nicht als Schwarm bezeichnen und ihm Intelligenz zugestehen, die Alle betrifft, ohne Allen eigen zu sein.

Diese Kommunikationsweise ist für mich neu, doch ich fühle, das es mich als "Schwarmmitglied" nicht verändern wird. Und ich habe keine Intention, den Schwarm zu verändern.

_()_
fotost hat geschrieben:
Gibt es so etwas wie langfristige Trends, die ihr hier im Forum bemerkt? Entwickelt sich Buddhaland zusammen mit den Mitgliedern als Schwarm oder bleibt immer alles gleich?


Das Forum ist so gut wie ihre Mitglieder. Diese sind Individuen und nicht Mitglieder eines Schwarms.

Langfristige Trends? Nein, kann ich nicht erkennen. Wer könnte diesen auch statistisch erfassen?

Ob alles beim alten bleibt? Die Frage finde ich merkwürdig, denn eines der wesentlichen Kernaussagen des Buddhismus ist, dass NICHTS immer gleich bleibt. Alles verändert sich, jeder Moment ist einzigartig.
BL beeinflusst mich ganz besonders im Altag und in Jeder Hinsicht zum Guten und ich schwärme gerne mit wobei ich die Richtung selbst bestimmen kann .

LG :sunny:
Und einen schönen Abend
Ich würde eher von einem "Feld" oder "System" reden.
fotost hat geschrieben:
Ok.. Danke für die Rückmeldung. Ich habe Deine letzten Beiträge langweilig Ernst genommen :mrgreen:

Ich mag Beiträge mit einer gewissen Offenheit. Nach außen wie nach innen :wink:


Danke auch Dir für Deine Rückmeldung. Nimm nicht alles ernst was ich schreibe, es mag langweilig sein, aber ernst? Das wäre zu viel! :)
Weisheit hat manchmal was mit Ermüdung zu tun. Das ist ja in der Geschichte oft nach grossen Kriegen so gewesen: Irgendwann wird man es müde, die Köpfe aneinander zu hauen und findet, endlos ermüdet zu Kompromissen.

Und da ist es dann schon so , dass die erste zweite und dritte Ole-Nydahl-Kontroversen im DBU Forum noch voller Energie ausgetragen wurden. Wie in einem schlechten Western wusste man, das jetzt der Saloon in Trümmern liegen würde. Während inzwischen, wenn dann Thema zum 14ten oder 15ten mal auftaucht, dies in einer ermüdeten, routinierteren Form passiert.
void hat geschrieben:
Weisheit hat manchmal was mit Ermüdung zu tun.


Nein, nie.

Ermüdung ist ein nivarana und gehört zu Trägheit, die sich auch als Erschöpfung zeigt. Wenn man hierbei die Aufgeregtheit als Gegenstück betrachtet, so erschöpfen sich die Kräfte genau dann, wenn man keine Mittel mehr hat - eben Erschöpfung - und dann muss sich die Aufgeregtheit (Energie) legen.

Die Weisheit weiß um diese Zusammenhänge und weiß, dass alle Mittel begrenzt sind und dass es Unsinn ist, sich zu streiten - ganz gleich ob über Ole oder was auch immer.
Das Zhuangzi sagt:
Wo immer es zu Streitgesprächen kommt, bleibt etwas unbestritten.

Angenommen, du disputierst mit mir. Wenn du mich schlägst und ich dir unterliege, muss das dann heißen, dass du wirklich recht hast und ich wirklich unrecht habe? Schlage ich dich und du unterliegst mir, habe ich dann wirklich recht und du hast wirklich unrecht? Hat einer von uns recht, und der andere hat unrecht? Oder haben beide von uns recht oder beide unrecht? Weder du noch ich können das wissen, und andere tappen noch mehr im Dunkeln. Wen sollen wir um einen Schiedsspruch bitten? Sollen wir jemanden Fragen, der deiner Meinung ist? Da er deiner Meinung ist, wie könnte er fair entscheiden? Sollen wir jemanden fragen, der meiner Meinung ist? Da er meiner Meinung ist, wie könnte er fair entscheiden? Soll jemand die Angelegenheit entscheiden, der mit uns beiden nicht übereinstimmt? Wie könnte er entscheiden, wenn er mit keinem von uns übereinstimmt? Soll jemand die Angelegenheit entscheiden, der mit uns beiden übereinstimmt? Wie könnte er entscheiden, wenn er mit uns beiden übereinstimmt? Wenn nun also du noch ich, noch eine andere Person in der Lage sind zu entscheiden - sollen wir auf noch jemand anderen warten?

Ob nun die abwechselnden Bedingungen eines Disputs einander bedingen oder nicht, man kann sie im Rahmen der Natur harmonisieren und ihnen gestatten, ihren jeweiligen überschwänglichen Gedankengängen freien Lauf zu lassen und ihre Lebensspanne auszuschöpfen. Was soll "harmonisieren im Rahmen der Natur" bedeuten? Ich würde sagen: "Richtig mag Nichtrichtig sein, So mag Nichtso sein. Wenn Richtig wirklich richtig wäre, dann wäre Richtig klar von Nichtrichtig unterscheidbar, und es gäbe keinen Disput. Wenn So wirklich so wäre, dann wäre So klar von Nichtso zu unterscheiden, und es gäbe keinen Disput. Vergiss, wie viele Jahre eine Lebensspanne ausmachen, vergiss Rechtschaffenheit. Wenn ihr im Reich der Unendlichkeit umherschweift, dann werdet ihr im Reich der Unendlichkeit wohnen."
Die Frage war ja nicht die nach Individuen sondern die nach Kollektiven. Und in einem Konflikt kann Ermüdung mit Weisheit zu tun haben, eben ohne dass das bei Individuum der Fall sein müsste.

Aber auch beim Individuum muss das ja nicht der Fall sein. Wenn man länger meditiert, dann kann es ja sein , dass die Konflikte ermüden: Die Willenskraft fehlt, um mit dem Kopf wieder und wieder gegen die Wand zu hauen. Aber genau diese Ermüdung des Konflikts führt beim Individuum eben gerade nicht zur Ermüdung sondern im Gegenteil zum Verschwinden von Müdigkeit. Weil keine Energie mehr verschwendet wird, indem man sich selbst im Weg steht.

Und umgekehrt: Das was sich als Ermüdung zeigt, ist das Resultat der unermüdlichen Tendenz sich selber erfolgreich im Weg zu stehen. Würde man darin müde werden, würde die Mündigkeit verschwinden.
void hat geschrieben:
Die Frage war ja nicht die nach Individuen sondern die nach Kollektiven. Und in einem Konflikt kann Ermüdung mit Weisheit zu tun haben, eben ohne dass das bei Individuum der Fall sein müsste.


Es ist halt nur so, dass Weisheit nicht in Konflikt ist. Wie es bei den alten weisen Chinesen so heißt: Der Weise hängt an keiner Idee. Wo soll da was wie ein Konflikt sein?

Kollektive und Individuen gibt es nur als Idee.
Nö die Forumsbelegschaft ist kein Schwarm, höchstens sind es mehrere verschiedene Schwärme, oder eigentlich nur kleine Gruppen. Lernen lässt sich einander nicht zu stören und freundlich gegenüberzustehen.

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