Tanden Atmung?

Moderator: void

Unter Rechter Anstrengung verstehe ich eher sich auf einen winzig kleinen Punkt zu konzentrieren mit dem Ergebnis jedes einzelne Luftkörnchen zu begrüssen aber nicht ein verändern der Atmung.



Seit wann ist Konzentration (samma samdhi) das selbe/gleiche wie Rechte Anstrengung.

Und von winzig kleinen Punkten ist nirgends die Rede.
Wenn Du jedes einzelne Luftkörnchen begrüsst, hast du mehr zu tun, als was Konzentration ist. Denn Konzentration ist "Beschäftigung" mit dem Objekt im Rahmen von achtsamem Verweilen am und beim und auf dem Objekt (der eigenen Wahl).
Objekte sollten nur dazu *dienen*, dass der Mensch sich (erst mal) konzentriert auf EINE Sache und so nicht so sehr abgelenkt ist von allen Störeffekten. Sei es Lärm im Inneren oder im Äusseren.

Mediationsobjekte sind Hilfsmittel. Mehr sind sie nicht

*
Wie man atmet
Um die Atmung zu ordnen wird der Atem gezählt, dies nennt man Susokukan. Das heisst, durch Zählen im Geiste wird die Atmung in Einklang gebracht. "Ei......ns" tief und lange ausatmen, und von selbst einatmen. "Zwe.....i" tief ausatmen, und einatmen. "Dre.....i" tief ausatmen, und einatmen. Dies bis auf Zehn fortfahren und dann wieder von vorne anfangen, und so weiter und so fort, immer wiederholen. Für den Anfänger ist dies die beste Methode. Es fällt so leichter, in tiefe Konzentration zu versinken.
Atmen bedeutet ausatmen und wieder einatmen. Die Ausatmung ist lange und vorrangig, die Einatmung ist kurz und untergeordnet. Das heisst, es ist gut, Betonung auf die Ausatmung zu legen und die Einatmung folgen zu lassen. Es wird nicht flach geatmet sondern tief bis in den Unterleib, bis ins sogenannnte Kikai Tanden, vier Finger unter dem Nabel im Bauch gelegen. Die Atmung dort zu verwurzeln ist wichtig.
Die Atmung ist die bedeutendste Voraussetzung zum Leben, daher darf man sie nicht durcheinander bringen. Man sollte darauf achten, vom Tanden, also mit dem Unterleib zu atmen.
Kikai Tanden ist Japanisch und bedeutet das Meer des Ki inmitten des Unterleibes. Ki ist Energie; bei Lebewesen sowie auch bei Elektrizität und Wetter gibt es Ki. Beim Menschen sagt man ursprüngliches Ki, wenn man gesund ist, und auch die Laune sowie das Empfinden steht im Zusammenhang mit dem Ki. Dieses Ki entspringt dem Kikai Tanden. Hier liegt die Quelle des Lebens. Das Rückgrat ist zwar auch essentiell, das Kikai Tanden ist jedoch von zentraler Bedeutung.
Bitte versuchen Sie tatsächlich, Atem für Atem wichtig nehmend, lange und tief auszuatmen. Von ganzem Leib jedes Mal vollständig ausatmen, so dass keine Luft mehr im Körper zurückbleibt. Sobald die ganze Luft aufgebraucht ist, kommt die Einatmung von selbst. Leben ist atmen!

Aus der Übungsanweisung des Kyoto Kokusai Zendo / der Roshi ist Gensho Hozumi

Mögen alle Wesen glücklich sein und frei von Leid.
Die Atmung

Die Atmung spielt eine ganz wesentliche Rolle. Jedes Lebewesen atmet. Im Anfang ist der Atem. Die Zen-Atmung ist mit keiner anderen vergleichbar. Sie zielt in erster Linie darauf, einen langsamen, kraftvollen und natürlichen Rhythmus zu schaffen. Wenn man sich auf ein geschmeidiges, langes und tiefes Ausatmen konzentriert und die Aufmerksamkeit auf die Haltung lenkt, geschieht das Einatmen auf ganz natürliche Weise. Die Luft wird langsam und leise ausgestoßen, während der durch das Ausatmen hervorgerufene Druck kraftvoll in den Bauch hinabsteigt. Man drückt auf die Eingeweide und bewirkt so eine heilsame Massage der inneren Organe. Die Zen—Meister vergleichen die Zen-Atmung mit dem Muhen einer Kuh oder dem Ausatmen eines Babys, das gleich nach der Geburt schreit. Dieses Atmen ist das Om, der Samen, es ist das Pneuma, die Quelle allen Lebens.


Taisen Deshimaru-Rôshi: "Za-Zen / Die Praxis des Zen"
bel hat geschrieben:
Im Soto-Zazen soll jedenfalls nix "angespannt" werden - die natürliche Atmung ist immer kombinierte Brust+Bauch-Atmung. Diese "Tanden"-Atmung kommt iwie aus dem alchemistischen Daoismus.


Ja, unter anderen. Es gibt auch eine Aussage bei Laotse, die sich so deuten lässt: " Das Herz (den Herz-Geist) leeren, den Bauch füllen." Auch sein "Rückkehr zur Wurzel" lesen manche so. (Aber da ist freilich die Frage inwieweit daoistisch (vor-alchemistisch) es als eine forcierte Handlung gedacht wird.)
Im Kampfsport (und da ziehe ich mal Tai Chi mit ein) ist das Ruhen im dantien sehr wichtig, besonders in der dort gelehrten Steh-Meditation. Und jede bewegung im Tai Chi geht vom Dantien/Hara aus.
Auch im Neokonfuzianismus spielt Meditation mit Ruhen im Dantien eine wichtige Rolle. Und ihre Meditation scheint mir einerseits vom Daoismus wie auch vom Zen beeinflusst zu sein.
Von Dürckheim zitiert in seinem Buch "Hara, die Erdmitte des Menschen" einige Lehrer. Was sie erzählen, hat für mich schon starke neokonfuzianische Anklänge (aber Neokonfuzianismus hat ja schon manchmal die idee, Sachen aus Daoismus, Buddhismus, Konfuzianismus zu vereinen. Da spielt die Mitte eine wichtige Rolle. Und die körperliche Mitte ist das Hara/Dantien).Es spielt ja auch im Westen (z.B. beim Gesang) eine wichtige Rolle.

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