Zen Buddhismus ausleben

Moderator: void

Hallo in die Runde.

Kommen wir zu der Frage, weshalb ich mich ursprünglich angemeldet hatte:

Wie bereits erzählt, hatte ich einen deutschen Zen-Mönch in Deutschland getroffen. Bei ihm hatte ich den Eindruck, dass er Zen ganz starr nach irgendwelchen Vorgaben leben würde. Sprich, ich muss dies und jenes. Er übermittelte mir einen Eindruck von einem gefangenen, begrenzen Geist. Es gab keine Offenheit, keine Möglichkeit über den Tellerrand hinaus zu blicken, seinen Horizont zu erweitern. Was es gab waren starre Regeln ohne Freiraum und unverrückbare Pflichten.

Mir stellte sich nach dem Treffen mit ihm die Frage, ist das Zen Buddhismus? Es war meine Absicht, durch das Treffen mit einem Zen-Mönch einen tieferen Einblick in den Zen-Buddhismus zu bekommen. Nicht nur Theorie zu lesen und es für mich selbst umzusetzen, sondern einen Einblick zu bekommen, wie jemand ist der von einem Zen-Meister gelernt hat und über 10 Jahre lang Zen-Mönch ist.

In meinen bisherigen persönlichen Erfahrungen mit dem Zen Buddhismus, war es jedoch eher genau gegenteilig der Fall. Deshalb stellte sich mir die Frage, habe ich den Zen Buddhismus die ganze Zeit falsch interpretiert und falsch gelebt? Ist Zen Buddhismus tatsächlich so, wie ihn mir der Zen-Mönch näher gebracht hatte?

Meine bisherigen eigenen Erfahrungen mit dem Zen-Buddhismus waren eher geprägt von einem ballastfreien Geist, von einem offenen Horizont, ohne Zwang und Starrheit. Oder sind diese Erlebnisse meinerseits eher ein Trugschluss und basierend auf irgendwas anderem aber nicht mit Zen Buddhismus zusammenhängend?
Bei dem Limburger Problembischof habe ich auch das Gefühl, daß Jesus was anderes gelehrt hat. :oops:
_()_c.d.
Bonsai hat geschrieben:
Mir stellte sich nach dem Treffen mit ihm die Frage, ist das Zen Buddhismus? Es war meine Absicht, durch das Treffen mit einem Zen-Mönch einen tieferen Einblick in den Zen-Buddhismus zu bekommen. Nicht nur Theorie zu lesen und es für mich selbst umzusetzen, sondern einen Einblick zu bekommen, wie jemand ist der von einem Zen-Meister gelernt hat und über 10 Jahre lang Zen-Mönch ist.

10 Jahre ? Nicht dein Ernst. Ab 30 Jahren wird es spannend.
In meinen bisherigen persönlichen Erfahrungen mit dem Zen Buddhismus, war es jedoch eher genau gegenteilig der Fall. Deshalb stellte sich mir die Frage, habe ich den Zen Buddhismus die ganze Zeit falsch interpretiert und falsch gelebt? Ist Zen Buddhismus tatsächlich so, wie ihn mir der Zen-Mönch näher gebracht hatte?

Erzähl' mal von deiner bisherigen Praxis. Du sitzt täglich, wie lange? Seit wann und hast also keinen, mit dem zusammen du praktizierts oder bist du in einer Gruppe?
Meine bisherigen eigenen Erfahrungen mit dem Zen-Buddhismus waren eher geprägt von einem ballastfreien Geist, von einem offenen Horizont, ohne Zwang und Starrheit. Oder sind diese Erlebnisse meinerseits eher ein Trugschluss und basierend auf irgendwas anderem aber nicht mit Zen Buddhismus zusammenhängend?

Keine Ahnung - du unterscheidest ja zwischne persönlichen und eigenen Erfahrungen - was ist das denn?
Jetzt hat dich diese Begegnung mit dem Mönch aus dem Tritt gebracht? Oder?
Was meinst du denn mit Offenheit und Tellerrand, Starrheit und Begrenztheit?

Als Kind hat mich die Pumuckl-Folge der erste April sehr berührt. In dieser Folge schaffen es die seine Stammtischfreunde dem Meister Eder weiszumachen , dass es einen anderen Handwerker - den Drechslermeister Zacharias - gäbe der auch einen Kobold besitze. Beide machen sich natürlich voll Vorfreude auf den Weg und hoffen sich endlich jemanden gefunden zu haben, mit dem man sich endlich austauschen kann. Einen anderen Kobold und einen anderen Koboldsbesitzer. Als sich herausstellt, das alles nur ein Aprilscherz ist, ist die Enttäuschung natürlich sehr gross.

Mir kommt vor, die eigene Spiritualität ist in mancher Hinsicht so ewas ähnliches wie der Pumuckl. Etwas zutiefst Persönliches, was mit den im Alltag oft vergrabenen tiefen Sehnsüchten und Hoffnungen zu tun hat und wo man dann natürlich auch sehr auch sehr verletztbar ist. Auch ich habe schon "Koboldsbesitzer" getroffen, die versucht haben mich an ihren tiefen spirituellen Konzepten teilhaben zu lassen. So hat mir jemand erzäjlt, dass er sich plötzlich ganz plastisch seiner vorherigen Widergeburten bewusst wurde. Dem musste ich dann auch enttäuschen, in mir keinen anderen "Koboldbesitzer" getroffen zu haben, der diese Erfahrung anerkennen und bestätigen könnte, sondern nur einen schnöden Drechslermeister. Bei Oridinierten ist die Hoffnung auf einen anderen "Koboldbesitzer" - jemand mit dem man Herz zu Herz kommunizieren kann- zu treffen, besonders gross.
bonsai:
Er übermittelte mir einen Eindruck von einem gefangenen, begrenzen Geist.


Hallo

hast du ein Zen-Lexikon ?
Schlag bitte die Begriffe Bonno
und Bonpu-no-Joshiki nach

oder Klesha ( sanskrit ) - findet sich auch im Web


Das Bodhisattva Gelübde : " Gier, Hass und Unwissenheit entstehen unaufhörlich; ich gelobe, sie zu überwinden "

hat mit diesen "Begriffen " zu tun

LG
Bonsai hat geschrieben:
Kommen wir zu der Frage, weshalb ich mich ursprünglich angemeldet hatte:

Es gibt so´ne und solche.
Folge Deinem Herzen.
Dieser Mensch hat seinen eigenen Weg. Dem brauchst Du nicht zu folgen.

Ein kleines Missverständnis kann an dieser Stelle vielleicht aufgeklärt werden.
Mönch oder Nonne zu sein bedeutet, dass man sich dem Weg verpflichtet hat.
Es bedeutet nicht, irgendeine Stufe erreicht zu haben.
void hat geschrieben:
Was meinst du denn mit Offenheit und Tellerrand, Starrheit und Begrenztheit?


Hallo void.
Es sind lediglich meine Wahrnehmungen, also bitte nicht als Tatsache verstehen :oops:

Mit Offenheit und Tellerrand meine ich, was mir der Zen Buddhismus bisher gebracht hat, was er bzw. das Leben mit dem Zen Buddhismus mich gelehrt haben, was für Erfahrungen ich damit in meinem persönlichen Alltag gesammelt habe.

Dazu gehörte auch, dass mein Geist zum Beispiel frei von Vorverurteilungen, frei von egoistischem Denken (diese Dinge nehme ich als Begrenzungen/Einschränkungen wahr) wurde. Wo ich zuvor nur meine Welt hatte, war ich irgendwann in der Lage objektiv zu reflektieren (über den Tellerrand zu sehen) und auch Wahrheiten neutral in Betracht zu ziehen, die nicht meiner persönlichen Ansicht entsprachen.

All diese charakterlichen Veränderungen (und noch einige mehr, das waren nur ein paar Beispiele) habe ich dadurch gewonnen, als der Zen Buddhismus in mein Leben getreten ist.
Und da hat es mich einfach verwundert, dass ein Zen-Mönch der bei einem Meister gelernt hat und schon 10 Jahre als Zen-Mönch lebt, mir den Eindruck vermittelt (es besteht ja auch die Möglichkeit, dass mein Eindruck, da ich im Vergleich zu ihm sehr unwissend und unerfahren bin, falsch ist daher wollte ich eure Meinung dazu) nicht über den Tellerrand zu sehen, oder auch keinen offenen Geist zu haben.

Jikjisa hat geschrieben:
Schlag bitte die Begriffe Bonno und Bonpu-no-Joshiki nach oder Klesha ( sanskrit ) - findet sich auch im Web
Das Bodhisattva Gelübde : " Gier, Hass und Unwissenheit entstehen unaufhörlich; ich gelobe, sie zu überwinden "


Danke Jikjisa, habe zwar nicht alle Begriffe gefunden, aber es hat dennoch zum Verständnis beigetragen. :)

Jojo hat geschrieben:
Es gibt so´ne und solche. Folge Deinem Herzen.
Dieser Mensch hat seinen eigenen Weg. Dem brauchst Du nicht zu folgen.


Stimmt schon Jojo...

Das hatte ich mir wahrscheinlich total anders vorgestellt. Dabei ist bei der ganzen Sache gar nicht klar, ob das was er behauptete auch alles so stimmte. Kommt eben davon, wenn man gutgläubig an so was heran geht :wink:

Ich hatte erwartet, wenn man bei einem Zen Meister lernt und schon 10 Jahre als Zen-Mönch lebt, dass es demjenigen dann auch entsprechend sehr ernst wäre. Und was das mit dem Verpflichten angeht, ist es ja keine Pflicht in dem Sinne, sondern man sollte doch meinen man lebt dann gerne und freiwillig so?
Bonsai hat geschrieben:
Das hatte ich mir wahrscheinlich total anders vorgestellt.
Ich hatte [i]erwartet[/i], wenn man bei einem Zen Meister lernt und schon 10 Jahre als Zen-Mönch lebt, dass

Hier lauern die Fallen :)

Ich hatte erwartet, wenn man bei einem Zen Meister lernt und schon 10 Jahre als Zen-Mönch lebt, dass es demjenigen dann auch entsprechend sehr ernst wäre. Und was das mit dem Verpflichten angeht, ist es ja keine Pflicht in dem Sinne, sondern man sollte doch meinen man lebt dann gerne und freiwillig so?

Vermutlich ist es ihm ernst. Sehr ernst.

Wir alle starten von verschiedenen Positionen aus. Vielleicht hat er in diesen zehn Jahren Dinge geübt, mit denen Du Dich nicht auseinandersetzen musst.

Vielleicht dringt sein Meister nicht zu ihm durch, und lässt deshalb davon ab, ihn voranbringen zu wollen. Manchmal besteht Meisterschaft darin, nichts für die anderen zu wollen. Die Menschen so sein zu lassen, wie sie sind, das ist große Kunst.
Danke Jojo.

Ich wollte ja gar nicht darauf hinaus, ihn und/oder seine Lebensweise zu kritisieren oder in irgend einer Form zu bewerten. Es ist schwierig das objektiv voneinander klar trennen zu können :oops: deswegen möchte ich darüber eigentlich auch gar nicht vermuten.

Wie man sieht, bin ich ja getäuscht worden, von meinem Eindruck (wie etwas scheint oder wie es tatsächlich ist, da können ja auch Faktoren mit eine Rolle spielen, die man als Außenstehender gar nicht kennt) und auch durch meine Erwartungen. Es überrascht mich zwar sehr, dass so ein Zen Weg aussieht oder aussehen kann, aber die damalige Erfahrung und nun das dazu gewonnene Wissen darüber haben wiederum zur Erweiterung meines Horizonts beigetragen.

Und generell spricht doch eigentlich nichts dagegen, die eigene Empfindung möglichst objektiv zu hinterfragen :wink: Danke nochmals für eure Aufklärung!
Lieber Bonsai, wenn einer Mönch wird, dann hat er sich doch wohl einem Regularium freiwillig unterworfen, und das prägt ihn. Auch im Mönchsdasein müsste er lernen, sich wieder davon freizumachen, und das ist ihm wohl noch nicht gelungen. Kannst du denn seinen Lehrer benennen?

Jedenfalls finde ich deine Auffassung nicht falsch. Genau dies bringt der Zenweg. Wenn er dich einengt und dogmatisch macht, ist er es nicht.
void hat geschrieben:
Mir kommt vor, die eigene Spiritualität ist in mancher Hinsicht so ewas ähnliches wie der Pumuckl. Etwas zutiefst Persönliches, was mit den im Alltag ...

Der Vergleich trifft es sehr gut. Da finde ich mich wieder.
Lieber Bonsai,

ich kann an Deinem Post kein einziges Argument finden, nur Deine Befindlichkeiten. Wie sollten wir hier irgendeine Aussage über Deinen Lehrer treffen können?
Und warum sollten wir das überhaupt?

Mir stellte sich nach dem Treffen mit ihm die Frage, ist das Zen Buddhismus? Es war meine Absicht, durch das Treffen mit einem Zen-Mönch einen tieferen Einblick in den Zen-Buddhismus zu bekommen. Nicht nur Theorie zu lesen und es für mich selbst umzusetzen, sondern einen Einblick zu bekommen, wie jemand ist der von einem Zen-Meister gelernt hat und über 10 Jahre lang Zen-Mönch ist.

Du willst was abgucken? Jemanden zu Imitation haben?
Das hast Du doch bekommen. Und dann beschwerst Du Dich, wenn er Deinen Vorstellungen nicht entspricht?
Aber Hallo!

In meinen bisherigen persönlichen Erfahrungen mit dem Zen Buddhismus, war es jedoch eher genau gegenteilig der Fall. Deshalb stellte sich mir die Frage, habe ich den Zen Buddhismus die ganze Zeit falsch interpretiert und falsch gelebt? Ist Zen Buddhismus tatsächlich so, wie ihn mir der Zen-Mönch näher gebracht hatte?

Willst Du nun Deine Vorstellungen mit unseren Vorstellungen abgleichen? Die Crowd als Kontrollorgan?

Meine bisherigen eigenen Erfahrungen mit dem Zen-Buddhismus waren eher geprägt von einem ballastfreien Geist, von einem offenen Horizont, ohne Zwang und Starrheit. Oder sind diese Erlebnisse meinerseits eher ein Trugschluss und basierend auf irgendwas anderem aber nicht mit Zen Buddhismus zusammenhängend?

Merkst Du nix?

Liebe Grüße
Doris

Wer ist online?

Insgesamt sind 3 Besucher online. Im Detail: 0 sichtbare Mitglieder (oder Bots), 0 unsichtbare Mitglieder und 3 Gäste
Der Besucherrekord liegt bei 214 Besuchern, die am 27.02.2017 23:21 gleichzeitig online waren.

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste