warum ich mich für Buddhismus interessiere

Moderator: void

Hallo

Ich möchte mich kurz vorstellen, und warum ich mich für Buddhismus interessiere.

Ich bin reformiert und immer noch der reformierten Kirche in der Schweiz angehörig.
Als ich vor 8 Jahren in einem Kirchenchor anfing zu singen, machte ich mir ernsthaft Gedanken, ob ich mich mit der Institution Kirche noch identifizieren kann.
Zum Glück stiess ich dann auf Willigis Jäger, ein Benediktinermönch, Zen-Meister und Mystiker.
Jäger's Buch "Wiederkehr der Mystik: Das Ewige im Jetzt erfahren" hat mich sehr beeindruckt und auch auf das Gedankengut von Meister Eckhart gebracht.
Seitdem kann ich mich zumindest mit dem Christentum wieder identifizieren.
Etwas später wurde ich mit Eckhart Tolles Buch "Jetzt! die Kraft der Gegenwart" bekannt gemacht.
Dieses Buch fand ich für mich extrem interessant und wegweisend (ich lese es immer wieder mit eine anderen Erfahrungshintergrund).

Lustigerweise kaufte meine Freundin für's 2014 ein Dalai Lama Kalender mit täglichen Sprüchen.
Ich fand es sehr interessant, dass mir viele Weisheiten vom Buch von Tolle sehr bekannt vorkamen.
Also wir in den Herbstferien ein paar Tage in einer Herberge übernachteten, lag dort, neben vielen anderen Zeitschriften, "Buddhismus aktuell" auf.
Die Interviews mit Langzeitmeditierenden fand ich sehr interessant. Auch dass sich einige bekannte Langzeitmeditierende als Probanden für die Neurowissenschaft zur Verfügung stellen. Man kann heute nachweisen, dass ein "Normalsterblicher" wenn er nichts denken soll, eine höhere Gehirnaktivität hat als beim denken :-)

Als wir dann von den Ferien zurück kamen, war in der Tageszeitung eine Beilage von "Culture Scape" (Programm zum Kulturaustausch mit Japan).
Quasi als erstes sprang mir der Vortrag "Denken im Zen" ins Auge (wollte ich doch schon eine entfernte Bekannte kontaktieren, die sich mit Buddhismus beschäftigt).
Das Referat und die Meditation wurde vom bekannten Buddhisten Heinrich Steinmann gehalten, der in Zürich ein Zen-Zentrum führt.
Ich fand es sehr spannend. Das tollste aber war, dass ich erfuhr, dass es Mittwoch Abends in Basel eine Zazen-Gruppe gibt, wo sich Steinmann engagiert und diese manchmal leitet.
Da bin ich nun schon ein paar Mal gegangen. und es gefällt mir.

Mir persönlich ist seit der Lekture von Tolle (und auf Grund von Beobachtungen an mir) völlig klar, dass mein "Wohlbefinden" zum grössten Teil von meinem eigenen Denken (und damit verbundenen Gefühlen) abhängt.
Auch fällt mir jetzt auf, wie sich Leute (z.B. Eltern) sich ständig in Streit verwickeln.
Mir ging es vor allem darum, mir ein "positives Umfeld" zu schaffen, nachdem mir klar wurde, dass meine Mutter (inzwischen gestorben) depressiv war.
Ich bin überzeugt, dass mir Zazen auf meinem Lebensweg einen grossen Impuls geben kann.

Wenn es im Buddhismus nicht um Dogmen geht, kann ich wohl sagen, dass ich seit der Lektüre von Tolle "Buddhist" geworden bin (ohne das zu damals zu wissen).

Jetzt bin ich sehr gespannt, ob sich für mich im Forum interesssante Diskussionen und Erfahrungsaustausch ergeben.

beste Grüsse
Patrick
Herzlich willkommen bei uns.
Herzlich Willkommen im Forum, Patrick :-) !
Hi & willkommen Patrick

danke für deine ausführliche Einführung

ich habe das berühmte Buch von Eckhart Tolle nicht gelesen

es ist sicher ein guter, eingängiger Einstieg für viele Menschen in Meditation

aber Buddha ging noch darüber hinaus & lehrte vollständige Befreiung des Geistes (auch vom "Jetzt")

Liebe Grüße
nibbuti hat geschrieben:
Hi & willkommen Patrick

danke für deine ausführliche Einführung

ich habe das berühmte Buch von Eckhart Tolle nicht gelesen

es ist sicher ein guter, eingängiger Einstieg für viele Menschen in Meditation

aber Buddha ging noch darüber hinaus & lehrte vollständige Befreiung des Geistes (auch vom "Jetzt")

Liebe Grüße


Das gleiche dachte ich vor Jahren auch. Ich kann Dir empfehlen, dass Buch erstmal zu lesen, bevor Du es beurteilst. Ich habe erst beim dritten mal die tiefere Weisheit erkannt. und bin immer wieder erstaunt wie oft ich im Alltag die Ratschläge ganz praktisch anwenden kann. Viel Spass beim lesen.
stiller_raum hat geschrieben:
Das gleiche dachte ich vor Jahren auch. Ich kann Dir empfehlen, dass Buch erstmal zu lesen, bevor Du es beurteilst. Ich habe erst beim dritten mal die tiefere Weisheit erkannt. und bin immer wieder erstaunt wie oft ich im Alltag die Ratschläge ganz praktisch anwenden kann. Viel Spass beim lesen.

Danke sr

mag sein, ich werde es dennoch nicht lesen

aber was genau ist diese "tiefe Weisheit" von der du sprichst?

und hat ET denn in dieser tiefen Weisheit dem Buddha oder einem anderen Lehrer Dank entgegen gebracht, oder beansprucht er vollständig allein darauf gekommen zu sein?

Grüße
Ich denke mir, dass Tolle nichts Neues sagt, für Leute, die sich mit Buddhismus befassen.
Ich finde es aber interessant, und es bestätigt die Aussage von Buddha, dass jedermann "diese Erfahrung" machen kann - vereinfacht gesagt "glücklich im jetzt zu sein", jenseits von negativen und positiven Emotionen.

Ich persönlich habe das Buch von ET mehrmals gelesen, und ich las es immer wieder von einer neuen Perspektive und einem neuen Erfahrungshintergrund.
In den buddhistischen Schriften steckt natürlich eine jahrtausende alte Weisheit und es gibt sicher sehr viel lesenswertes.
Vielleicht kann mir jemand ein solches Buch empfehlen, dass für einen Anfänger interessant und nützlich sein kann.

Für mich kann ich nur sagen, dass ich ohne Tolle, wahrscheinlich nicht zum Buddhismus gekommen wäre.

Dhamma zum Gruße, pog,

pog hat geschrieben:
Ich denke mir, dass Tolle nichts Neues sagt, für Leute, die sich mit Buddhismus befassen.

Ja, so habe ich es auch erlebt, als ich mal in 'The Power of Now' herumgelesen habe. Es ist eine der vielen Lehren, die in den Buddhismus hinein passen, ihn aber nicht ersetzen, weil sie nicht so vollständig sind (was nicht heisst, dass sie schlecht sind).


pog hat geschrieben:
In den buddhistischen Schriften steckt natürlich eine jahrtausende alte Weisheit und es gibt sicher sehr viel lesenswertes. Vielleicht kann mir jemand ein solches Buch empfehlen, dass für einen Anfänger interessant und nützlich sein kann.

Meine drei Empfehlungen für 'Einsteiger':



pog hat geschrieben:
Für mich kann ich nur sagen, dass ich ohne Tolle, wahrscheinlich nicht zum Buddhismus gekommen wäre.

Vielleicht Dankst Du ihm ja mal dafür, denn (Natur-) Gesetz ist:
  • Wenn man einem, der außerhalb der Lehre des Buddha steht, der frei von Begierde nach Sinnesvergnügen ist, ein Geschenk macht, kann man erwarten, daß sich die Spende hunderttausendmal zehnmillionenfach bezahlt macht." M142
... auch, wenn die Absicht erst mal evtl. eine Eigennützige wäre ;-)

Herzliche Grüße
Hallo MIrco,

Mirco hat geschrieben:
pog hat geschrieben:
Für mich kann ich nur sagen, dass ich ohne Tolle, wahrscheinlich nicht zum Buddhismus gekommen wäre.

Vielleicht Dankst Du ihm ja mal dafür, denn (Natur-) Gesetz ist:
  • Wenn man einem, der außerhalb der Lehre des Buddha steht, der frei von Begierde nach Sinnesvergnügen ist, ein Geschenk macht, kann man erwarten, daß sich die Spende hunderttausendmal zehnmillionenfach bezahlt macht." M142
... auch, wenn die Absicht erst mal evtl. eine Eigennützige wäre ;-)

Herzliche Grüße


Weißt du dass Tolle frei von der Begierde nach Sinnesvergnügen ist? Dann sollte ich mich vielleicht auch mal mit ihm befassen.

Schöne Grüße
Hi Patrick
pog hat geschrieben:
Vortrag "Denken im Zen"
mein "Wohlbefinden" zum grössten Teil von meinem eigenen Denken (und damit verbundenen Gefühlen) abhängt.

hast du dein Denken denn in der Hand?
oder wird dir auch der nächste Gedanke einfach ein-fallen?
mukti hat geschrieben:
Hallo Mirco, weißt du dass Tolle frei von der Begierde nach Sinnesvergnügen ist? Dann sollte ich mich vielleicht auch mal mit ihm befassen


Hallo mukti,

*haha* nein, danke für den Hinweis. Da bin ich etwas übers Ziel hinaus geschossen bzw. habe die falsche Textzeile zitiert.

Gruß
Nachdem ich nun wieder die Zugangsdaten gefunden habe, komme ich auch kurz dazu, noch ein paar Sachen zu kommentieren und zu ergänzen.

Ich bekam mittlerweile das Buch von Matthieu Ricard "Weisheit" in die Hände, was ich am lesen bin.
Ricard teilt das Buch in unterschiedliche Kapitel, die er auch einführt. Dann folgt eine Sammlung von Zitaten alter Meister, welche für den tibetetischen Buddhismus wichtig sind.

Hier glaube ich, etwas die Essenz des (tibetischen) Buddhismus zu spüren.
Hier unterscheidet sich wohl auch der Buddhismus vom Gedankengut wie z.B. Tolle, wo z.B. das Thema Karma ein unerschütterlicher Bestandteil der Religion ist.
Wenn ich vom Blitz getroffen werde, hat das einen Zusammenhang mit meinem Karma und ev. meinem Vorleben, weil alles zusammenhängt.
Das wird von Tolle nicht so explizit ausgedrückt und macht wohl auch die "Religion" aus.
Auh hab ich den Eindruck, dass man quasi nur als Mönch an die Essenz des Buddhismus gelangen kann... (was aber nicht heisst, dass man versuchen kann den Weg zu gehen).

Was Tolle sagt, wird meiner Meinung nach vom Buddhismus nur bestätigt. Was die Unerschütterlichkeit des Karma angeht, ist es vielleicht wie mit dem Christentum und dem Himmel. Vielleicht gibt es auch im Buddhismus gewisse Aspekte, die nicht von allen als unerschütterliche Wahrheit angesehen werden.
Mit fortschreitender Dauer des Praktizieren, erhalte ich sicher noch vermehrte innere Kenntnisse, was für mich stimmt.
Buddha hat (meines Wissens) klar gesagt, dass man nur das glauben soll, was man selbst erfahren hat.

Hinter die Gedanken zu kommen, finde ich ausserordentlich schwierig. Wenn man den Mechanismus von Denken kennt, kann man versuchen, die Gedanken zu akzeptieren, die Inhalte zu aktzeptieren (sodass man sich z.B. nicht immer aufregt oder Frust empfindet).
Gedanken stossen ja immer etwas in einem an und bringen oft eine Verletzung hoch.
Auf jeden Fall sind alle Gedanken und Gefühle nicht zuletzt ein Signal, und kann über uns einen Aufschluss geben.

Tolle finde ich als typischer Westler einen grossartigen Einstieg in diese Art des buddhistischen Denkens.

Gruss
Patrick

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