Gibt es "böse Buddhas"?

Moderator: void

Hallo,

mal eine Frage in die Runde:

Gibt es so etwas wie "böse Buddhas"?

Oder vielleicht anders: Gibt es Buddhas, die sich dazu entschlossen haben, nicht mehr Buddhas zu sein? Die vielleicht die Götterwelt vorzogen, oder tatsächlich wieder in Samsara eingetaucht sind?
IkkyuSan hat geschrieben:
Hallo,

mal eine Frage in die Runde:

Gibt es so etwas wie "böse Buddhas"?

Oder vielleicht anders: Gibt es Buddhas, die sich dazu entschlossen haben, nicht mehr Buddhas zu sein? Die vielleicht die Götterwelt vorzogen, oder tatsächlich wieder in Samsara eingetaucht sind?



wie kommst Du denn auf solche Fragen?
Sherab Yönten hat geschrieben:
IkkyuSan hat geschrieben:
Hallo,

mal eine Frage in die Runde:

Gibt es so etwas wie "böse Buddhas"?

Oder vielleicht anders: Gibt es Buddhas, die sich dazu entschlossen haben, nicht mehr Buddhas zu sein? Die vielleicht die Götterwelt vorzogen, oder tatsächlich wieder in Samsara eingetaucht sind?



wie kommst Du denn auf solche Fragen?



Naja, ehrlich gesagt, nachdem ich wieder "Matrix" geschaut habe. Da gibt es ja einen, der wieder aus der "realen Welt" in die Matrix eingeschleust werden möchte, da er einfach wieder die "Sinne befriedigen" möchte. Natürlich hat ein Buddha alle Anhaftungen überwunden - aber vielleicht gibt es ja "Fälle", wo es ein Buddha vorgezogen hat, die "Welt" wieder zu wechseln.
IkkyuSan hat geschrieben:
Naja, ehrlich gesagt, nachdem ich wieder "Matrix" geschaut habe. Da gibt es ja einen, der wieder aus der "realen Welt" in die Matrix eingeschleust werden möchte, da er einfach wieder die "Sinne befriedigen" möchte. Natürlich hat ein Buddha alle Anhaftungen überwunden - aber vielleicht gibt es ja "Fälle", wo es ein Buddha vorgezogen hat, die "Welt" wieder zu wechseln.


Da gibt er doch einen Unterschied zumindest
zwischen Matrix und Buddhalehre.
Nach der Lehre ist ein Buddha auch deswegen
ein Buddha weil er nicht mehr zurück fallen kann.
Niemand kann aus nibbana wieder herausfallen, sonst
wäre es nicht nibbana. Genauso kann aus dem unbedingten
nicht irgend etwas bedingt sein.
Nach der Lehre ist ein Buddha auch deswegen
ein Buddha weil er nicht mehr zurück fallen kann.


Aber vielleicht "wollte" es ja mal ein Buddha?

Oder kann man da überhaupt nicht mehr von "Willen" sprechen? Ist das Verlöschen also wirklich vollkommen so, wie man sich ein Verlöschen vorstellt?
IkkyuSan hat geschrieben:
Nach der Lehre ist ein Buddha auch deswegen
ein Buddha weil er nicht mehr zurück fallen kann.

Aber vielleicht "wollte" es ja mal ein Buddha?
Oder kann man da überhaupt nicht mehr von "Willen" sprechen? Ist das Verlöschen also wirklich vollkommen so, wie man sich ein Verlöschen vorstellt?

Ja genau, der Wille ist ja bedingt, nicht unbedingt und
wenn die Bedingungen für einen Willen fehlen wie
Nichtwissen und Begehren, dann gibt es auch keinen
entsprechenden Willen.
accinca hat geschrieben:
IkkyuSan hat geschrieben:
Nach der Lehre ist ein Buddha auch deswegen
ein Buddha weil er nicht mehr zurück fallen kann.

Aber vielleicht "wollte" es ja mal ein Buddha?
Oder kann man da überhaupt nicht mehr von "Willen" sprechen? Ist das Verlöschen also wirklich vollkommen so, wie man sich ein Verlöschen vorstellt?

Ja genau, der Wille ist ja bedingt, nicht unbedingt und
wenn die Bedingungen für einen Willen fehlen wie
Nichtwissen und Begehren, dann gibt es auch keinen
entsprechenden Willen.


Das ist eine sehr gute Erklärung, danke!

Was mich dann aber weiter überlegen lässt:

Wenn es keinen Willen/Absicht mehr gibt, warum heißt es dann, dass sich Buddhas aus Erbarmen wieder erscheinen? Oder ist das eine Metapher?
accinca hat geschrieben:
IkkyuSan hat geschrieben:
Naja, ehrlich gesagt, nachdem ich wieder "Matrix" geschaut habe. Da gibt es ja einen, der wieder aus der "realen Welt" in die Matrix eingeschleust werden möchte, da er einfach wieder die "Sinne befriedigen" möchte. Natürlich hat ein Buddha alle Anhaftungen überwunden - aber vielleicht gibt es ja "Fälle", wo es ein Buddha vorgezogen hat, die "Welt" wieder zu wechseln.


Da gibt er doch einen Unterschied zumindest
zwischen Matrix und Buddhalehre.
Nach der Lehre ist ein Buddha auch deswegen
ein Buddha weil er nicht mehr zurück fallen kann.
Niemand kann aus nibbana wieder herausfallen, sonst
wäre es nicht nibbana. Genauso kann aus dem unbedingten
nicht irgend etwas bedingt sein.
Dem widerspreche ich! Auch Nibbana ist unbeständig, unpersönlich, bedingt durch was auch immer. Wenn es also möglich ist als Buddha "Da" zu sein muss es auch eine Möglichkeit geben "Da" rauszufallen. Deine Beschreibung von Nibbana kann nach Buddha Lehre nicht richtig sein schon weil sie gegen die Daseinsmerkmale verstößt und weil sie das tut kann sie nur ein Glaube sein.
Die "Erleuchtung" erfolgt immer innerhalb eines Systems, eines Daseins.
Daher kann "Erleuchtung" nur eine andere Form des Systems sein.

Was ist das System?
Es ist der Pseudo-Urgrund der Sozialisation.
Ellviral hat geschrieben:
Dem widerspreche ich! Auch Nibbana ist unbeständig, unpersönlich, bedingt durch was auch immer. Wenn es also möglich ist als Buddha "Da" zu sein muss es auch eine Möglichkeit geben "Da" rauszufallen. Deine Beschreibung von Nibbana kann nach Buddha Lehre nicht richtig sein schon weil sie gegen die Daseinsmerkmale verstößt und weil sie das tut kann sie nur ein Glaube sein.


Gut dass alles vergänglich ist.......

.......fast alles!
hedin02 hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Dem widerspreche ich! Auch Nibbana ist unbeständig, unpersönlich, bedingt durch was auch immer. Wenn es also möglich ist als Buddha "Da" zu sein muss es auch eine Möglichkeit geben "Da" rauszufallen. Deine Beschreibung von Nibbana kann nach Buddha Lehre nicht richtig sein schon weil sie gegen die Daseinsmerkmale verstößt und weil sie das tut kann sie nur ein Glaube sein.


Gut dass alles vergänglich ist.......

.......fast alles!

Gott sei Dank! ^^ 8)
hedin02 hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Dem widerspreche ich! Auch Nibbana ist unbeständig, unpersönlich, bedingt durch was auch immer. Wenn es also möglich ist als Buddha "Da" zu sein muss es auch eine Möglichkeit geben "Da" rauszufallen. Deine Beschreibung von Nibbana kann nach Buddha Lehre nicht richtig sein schon weil sie gegen die Daseinsmerkmale verstößt und weil sie das tut kann sie nur ein Glaube sein.


Gut dass alles vergänglich ist.......

.......fast alles!
Fast ist der sehr tief sitzende Glaube der immer wieder zu riesigen Gewächsen auswachsen kann. Warum ist da kein Vertrauen in Buddha Lehre?
Ellviral hat geschrieben:
hedin02 hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Dem widerspreche ich! Auch Nibbana ist unbeständig, unpersönlich, bedingt durch was auch immer. Wenn es also möglich ist als Buddha "Da" zu sein muss es auch eine Möglichkeit geben "Da" rauszufallen. Deine Beschreibung von Nibbana kann nach Buddha Lehre nicht richtig sein schon weil sie gegen die Daseinsmerkmale verstößt und weil sie das tut kann sie nur ein Glaube sein.


Gut dass alles vergänglich ist.......

.......fast alles!
Fast ist der sehr tief sitzende Glaube der immer wieder zu riesigen Gewächsen auswachsen kann. Warum ist da kein Vertrauen in Buddha Lehre?

Was meinst du mit "Vertrauen"?
Spacy hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
hedin02 hat geschrieben:

Gut dass alles vergänglich ist.......

.......fast alles!
Fast ist der sehr tief sitzende Glaube der immer wieder zu riesigen Gewächsen auswachsen kann. Warum ist da kein Vertrauen in Buddha Lehre?

Was meinst du mit "Vertrauen"?
Versuche es im Forum zu finden irgendwo hab ich mindestens hundert Beiträge die meinen Standpunkt zu dieser Sache klar machen.
IkkyuSan hat geschrieben:
aber vielleicht gibt es ja "Fälle", wo es ein Buddha vorgezogen hat, die "Welt" wieder zu wechseln.


Ich denke da an einen Bodhisattva. Der will angeblich auch nicht ins Nirvana obwohl er könnte.
Bakram hat geschrieben:
IkkyuSan hat geschrieben:
aber vielleicht gibt es ja "Fälle", wo es ein Buddha vorgezogen hat, die "Welt" wieder zu wechseln.


Ich denke da an einen Bodhisattva. Der will angeblich auch nicht ins Nirvana obwohl er könnte.

Einer meiner Lehrsätze: Erfülle dir NIE deine Träume!
IkkyuSan hat geschrieben:
Hallo,

mal eine Frage in die Runde:

Gibt es so etwas wie "böse Buddhas"?

Oder vielleicht anders: Gibt es Buddhas, die sich dazu entschlossen haben, nicht mehr Buddhas zu sein? Die vielleicht die Götterwelt vorzogen, oder tatsächlich wieder in Samsara eingetaucht sind?

Der götterberejch ist m.w. Teil von Samsara.
IkkyuSan hat geschrieben:
Hallo, mal eine Frage in die Runde: Gibt es so etwas wie "böse Buddhas"? Oder vielleicht anders: Gibt es Buddhas, die sich dazu entschlossen haben, nicht mehr Buddhas zu sein? Die vielleicht die Götterwelt vorzogen, oder tatsächlich wieder in Samsara eingetaucht sind?


Aus meiner Sicht gibt es böse Buddhas. Ein Buddha lebt mit seinem Bewusstsein im Nirvana (im Licht, in der Ruhe, Einheit, Glückseligkeit). Er hat kein Ego und keine Identität. Er kann deshalb auch nicht in der Welt handeln. Er hat keinen Antrieb. Wenn er in der Welt handeln möchte, braucht er eine Identität. Als Erleuchteter kann er sich frei eine Identität wählen. Er kann die Identität eines Guten oder eines Bösen annehmen. Wenn sein Geist vor seiner Erleuchtung positiv trainiert worden ist, wird er zu den Guten neigen. Deshalb ist die Schulung positiver Eigenschaften vor der Erleuchtung so wichtig. Es gibt aber auch spontane Erleuchtungen, bei denen ein Mensch seine bisherigen Charaktermerkmale behält. Da er als Erleuchteter viel Macht hat, kann er dazu neigen alle seine negativen Bedürfnisse auszuleben. Er ist sozusagen ein inkarnierter Teufel. Er muss aber nicht vollständig negativ sein. Er kann bestimmte positive und bestimmte negative Eigenschaften haben. So gibt es viele Erleuchtete, die merkwürdige Macht-und Sexspiele veranstalten.

Man kann natürlich sagen, dass sind keine Buddhas. Sie sind nicht vollständig erleuchtet. Dann definiert man durch einen Trick das Böse weg. Die Wahrheit ist, dass das Spiel des Guten und des Bösen nur auf der Ebene der Dualität existiert. Ein Buddha hat sich aber über diese Ebene erhoben. Er kann sich völlig frei in dieser Ebene bewegen. Warum sollte er die Identität des Bösen annehmen? Warum sollte er ein sogenannter verrückter Heiliger werden? Weil das manchmal hilfreich ist Egostrukturen zu zerschlagen.
Nils hat geschrieben:
...
Aus meiner Sicht gibt es böse Buddhas. Ein Buddha lebt mit seinem Bewusstsein im Nirvana (im Licht, in der Ruhe, Einheit, Glückseligkeit). Er hat kein Ego und keine Identität. Er kann deshalb auch nicht in der Welt handeln. Er hat keinen Antrieb. Wenn er in der Welt handeln möchte, braucht er eine Identität. ..


Wäre danach nicht Buddha, der sehr wohl in der Welt gehandelt hat (45 Jahre Lehrtätigkeit, Aufbau eines großen Ordens) kein Buddha in Deinem Sinne?
IkkyuSan hat geschrieben:
Hallo, mal eine Frage in die Runde: Gibt es so etwas wie "böse Buddhas"? Oder vielleicht anders: Gibt es Buddhas, die sich dazu entschlossen haben, nicht mehr Buddhas zu sein? Die vielleicht die Götterwelt vorzogen, oder tatsächlich wieder in Samsara eingetaucht sind?


Vielleicht ist es auch hilfreich sich deutlich zu machen, daß im Buddhismus 'gut und böse' als Begriffe erheblich weniger bedeuten als etwa hilfreich - nicht hilfreich. zielführend - nicht zielführend etc.

Gut und böse kommen zu oft mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger einer absoluten Moral daher, während die anderen Begriffspaare eher eine auf den ganz konkreten Moment bezogene Einschätzung darstellen, die meiner Meinung nach der persönlichen Verantwortung, die Buddhismus lehrt näher kommt.

In diesem zweiten Sinn könnte man durchaus Beispiele finden oder konstruieren, in denen etwa in ganz praktischen Dingen Buddha etwas gelehrt hat, das im Moment absolut hilfreich war, unter anderen Bedingungen eher hinderlich ist. Medizin
Für den Nachfolger Buddha mag es einen bösen Jesus geben
oder einen bösen Papst oder einen sonstigen Verwirrten
aber sicher keinen bösen Buddha denn sonnst wären sie
wohl kaum Nachfolger des Buddha und seiner Lehre.
Daher ist der Titel dieses threads hier völlig OT.(Off-Topic)
fotost hat geschrieben:
Wäre danach nicht Buddha, der sehr wohl in der Welt gehandelt hat (45 Jahre Lehrtätigkeit, Aufbau eines großen Ordens) kein Buddha in Deinem Sinne?
Es kommt darauf an wie er gehandelt hat. Es könnte sein, dass er zwar keine neuen Handlungsimpulse gebildet hat, aber alte geistige Reaktionen noch in ihm vorhanden waren. Dann hat er reflexartig reagiert. Das tuen viele Erleuchtete. Möglicherweise ist die Identitätsbildung auch ein Reflex, der irgendwann erlöscht.

Desweiteren gibt es die Möglichkeit egolos zu handeln. Man kann immer zum Wohle der Mitwesen handeln. So verstehe ich den Bodhisattvaweg. Auf diesem Weg kann man Erleuchtung und äußeres Handeln verbinden. Man bildet die Identität eines Vater oder Mutters aller Wesen. Amritanadamayi hatte bei ihrer Erleuchtung die Wahl zwischen einem ruhenden Buddha und einer aktiven Mutter aller Wesen. Sie konzentriert sich auf das Leid der Welt und kann handeln.

Ich persönlich glaube, dass es viele Stufen der Erleuchtung gibt. Man kann ewig spirituell wachsen. Je weiter man kommt, desto inaktiver wird man.
Nils hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Wäre danach nicht Buddha, der sehr wohl in der Welt gehandelt hat (45 Jahre Lehrtätigkeit, Aufbau eines großen Ordens) kein Buddha in Deinem Sinne?
Es kommt darauf an wie er gehandelt hat. Es könnte sein, dass er zwar keine neuen Handlungsimpulse gebildet hat, aber alte geistige Reaktionen noch in ihm vorhanden waren. Dann hat er reflexartig reagiert. Das tuen viele Erleuchtete. Möglicherweise ist die Identitätsbildung auch ein Reflex, der irgendwann erlöscht.

Desweiteren gibt es die Möglichkeit egolos zu handeln. Man kann immer zum Wohle der Mitwesen handeln. So verstehe ich den Bodhisattvaweg. Auf diesem Weg kann man Erleuchtung und äußeres Handeln verbinden. Man bildet die Identität eines Vater oder Mutters aller Wesen. Amritanadamayi hatte bei ihrer Erleuchtung die Wahl zwischen einem ruhenden Buddha und einer aktiven Mutter aller Wesen. Sie konzentriert sich auf das Leid der Welt und kann handeln.

Ich persönlich glaube, dass es viele Stufen der Erleuchtung gibt. Man kann ewig spirituell wachsen. Je weiter man kommt, desto inaktiver wird man.
:sunny: :moon:
Möglicherweise ist die Identitätsbildung auch ein Reflex, der irgendwann erlöscht. Je weiter man kommt, desto inaktiver wird man.
Desto inaktiver Erfahrung beweisen wollen wird man.
Daher ist der Titel dieses threads hier völlig OT.(Off-Topic)


Der Titel kann ja gar nicht "off topic" sein :mrgreen:

Also ja, die Götterwelt ist natürlich auch Teil des Samsaras und Bodhisattvas waren meines Wissens noch nicht im Nirvana, können also diesen Wechsel nicht vollziehen, wenn er denn möglich wäre.

Ansonsten finde ich das Ganze nicht so eindeutig, wie accinca es darstellen möchte - denn wenn es Buddhas gibt, die freiwillig wieder erscheinen, so gibt es eine Wahl - vor allem eine vollkommen bewusste Wahl. Oder anders: Wo kommt Maitreya her?

Ich glaube präziser wird das Ganze, wenn wir das Argument von Ellviral in Betracht ziehen, nämlich das Nirvana auch vergänglich ist. Wenn dies so ist, dann gäbe es lediglich "Buddhas auf Zeit". Und wer von uns sollte sicher stellen, dass die Leerheit keine "bösen Buddhas" hervorbringt - wenn die Gegebenheiten dazu bestehen. Vielleicht gibt es ja irgendwann einen "Anti-Manjushri", der genau den gegenteiligen Weg geht?
IkkyuSan hat geschrieben:
Ansonsten finde ich das Ganze nicht so eindeutig, wie accinca es darstellen möchte - denn wenn es Buddhas gibt, die freiwillig wieder erscheinen, so gibt es eine Wahl - vor allem eine vollkommen bewusste Wahl. Oder anders: Wo kommt Maitreya her?

Jetzt weiß ich endlich mal was du für einen "Buddha" hältst!
Da haben sie dir aber einen Bären aufgebunden.
Wenn ich sowas für einen "Buddha" halten würde, dann
würde ich dich auch fragen ob ein solcher "Buddha"
vielleicht in einem nächsten Leben auch freiwillig Papst
werden könnte, oder Hauptmann bei der freiwilligen Feuerwehr. :upsidedown:
Müsste man nicht vorher klären, in wie weit jemand der erleuchtet wurde, ins Nirvana eingegangen ist, ein Buddha ist, wie immer man es nennen will, überhaupt noch handlungsfähig ist, auf einer Ebene die wir wahrnehmen können?
Ich meine das jetzt nicht spirituell, sondern psychologisch. Denn was passiert wenn der Geist seine eigene Nichtexistenz erkennt?
War Gautama nicht eher ein Bodhisattva, zumindest zu seinen Lebzeiten?
Dawa Tschöden hat geschrieben:
Müsste man nicht vorher klären, in wie weit jemand der erleuchtet wurde, ins Nirvana eingegangen ist, ein Buddha ist, wie immer man es nennen will, überhaupt noch handlungsfähig ist, auf einer Ebene die wir wahrnehmen können?
Ich meine das jetzt nicht spirituell, sondern psychologisch. Denn was passiert wenn der Geist seine eigene Nichtexistenz erkennt?
War Gautama nicht eher ein Bodhisattva, zumindest zu seinen Lebzeiten?

Bevor er ein samasam Buddha wurde war er ein Bodhisatta.
Aber es war natürlich auch schon zu Zeiten des Buddhas
so, das der Buddha nur für seine Anhänger ein Buddha war.
Für die anderen Menschen war er nur ein Bettelmönch der
große Reden gehalten hat. Deine Fragen hier oben sind aber
so unsinnig, das man sie kaum beantworten kann oder wie sollte
ein nicht existierender Geist eine Nichtexistenz von was
auch immer erkennen können? Das ist doch ausgemachter Blödsinn
den sie dir im Mahayana eingeredet haben.
Da wird also suggeriert man könne je nach Belieben die Erleuchtungsampel auf Rot, Gelb oder Grün stellen.

Gelb wäre dann die Phase in der man die Welt verbessern würde. :angel:
hedin02 hat geschrieben:
Da wird also suggeriert man könne je nach Belieben die Erleuchtungsampel auf Rot, Gelb oder Grün stellen.
Gelb wäre dann die Phase in der man die Welt verbessern würde. :angel:

Daher meine ist, (genau wie Zumwinkel bzw. Mettiko) das es heutzutage
nötig ist zwischen Buddhismus und Buddhalehre zu unterscheiden.
Nachdem es diese Gaga-Diskussion schon auf 29 Beiträge gebracht hat, gebe ich jetzt auch noch meinen Senf zu.

Grundsätzlich gehe ich mal davon aus, dass sich an dieser Diskussion keine Buddhas beteiligen. Mithin alles, was hier vorgebracht werden kann, nicht auf eigener Erfahrung sondern entweder a) auf blanker Spekulation, Fantasie und unbegründetem Glauben beruht, mithin sinnlose Zeitvergeudung ist oder b) sich auf die Überlieferung beziehen muss, also darauf, wie die Begriffe 'Buddha' und 'nirvana' in dieser Überlieferung definiert sind. Damit sollte klar sein, dass ich nicht gedenke, zu einer Unsinnsdiskussion nach Variante a) beizutragen.

Ansonsten lässt sich zunächst einmal feststellen, dass sich über den psychischen Zustand eines Buddha schlicht keine Aussagen machen lassen; das ist avyākṛtavastūni, "etwas, das nicht ausgedrückt werden kann". Näheren Aufschluss dazu findet man etwa in SN.44. Nach dieser Aussage ist jede Spekulation über den 'Zustand' des Nirvana (wobei es schon Spekulation ist, Nirvana als 'Zustand' zu bezeichnen) notwendig falsch; ist Ausdruck von etwas Unausdrückbarem.

Auf der 'anderen Seite' von Nirvana, d.h. in der Annäherung an Nirvana durch buddhistische Praxis, lässt sich hingen Nirvana zumindest negativ bestimmen - nämlich durch endgültigen und dauerhaften Wegfall der sog. Fesseln (saṃyojana, vgl. AN.10.13). Anders gesagt: Nirvana lässt sich definieren durch die Abwesenheit der zehn saṃyojana. Dabei gehören speziell kāmarāga (Verlangen nach sinnlicher Erfahrung) und vyāpāda (Böswilligkeit) bereits zu den niederen saṃyojana (vierte und fünfte). Darauf folgen als sechste und siebte Verlangen nach materieller sowie immaterieller Existenz. Dass ein solches Verlangen auch nicht erneut auftritt (falls ein solches Erscheinen aus dem Nichts, d.h. ohne karmische Ursache, überhaupt denkbar wäre) ist natürlich auch durch die Überwindung speziell der neunten Fessel (Ruhelosigkeit) und der zehnten Fessel (Unwissenheit) ausgeschlossen. Ein Buddha weiss in seinem In-Sich-Ruhen, dass ein "Wiedereintauchen in Samsara" notwendig leidvoll ist. Ein solcher Buddha wäre nicht böse, sondern schlicht dämlich - wie ein Kind, das eine heiße Herdplatte angefasst hat und das ein zweites Mal versucht, um zu sehen ob es immer noch wehtut.

In einer einfacheren Definition (SN.1) wird Nirvana schlicht (und ebenfalls negativ) definiert als das Nicht-Bedingte (asaṃkhata), das identisch ist mit der Auslöschung von Begierde (rāgakkhayo), Hass (dosakkhayo) und Verblendung (mohakkhayo). Auch dies impliziert, dass es in diesem "Zustand" keinerlei irgendwie geartete Motivation gibt, den Zustand in irgendeiner Weise zu ändern.

Nun ist bei Buddhas zu differenzieren zwischen lebenden (und lehrenden) Buddhas und solchen, die in die endgültige Verwandlung (das parinirvāṇa) eingegangen sind. Entsprechend spricht man von einem sopadhiśeṣanirvāṇa (einem nirvāṇa mit [skandha-]Resten) und einem nirupadhiśeṣanirvāṇa (restlosen oder formlosen nirvāṇa). Die skandha-Reste des lebenden Buddha verbinden diesen mit den Wesen des Samsara, die er belehrt. Nach Wegfall von Begierde und Abneigung ist als einzig mögliche Motivation dieses Tuns mahākaruṇa verblieben, das aus der Verbindung der skandha-Reste mit dem Samsara resultierende 'große Mitgefühl'. Mit dem Eingang in das nirupadhiśeṣanirvāṇa ist auch diese letzte Verbindung endgültig gekappt.

Das Mahāyana fasst den Gedanken des sopadhiśeṣanirvāṇa insofern weiter als der frühe Buddhismus auf, als ein Buddha dieses auch über den körperlichen Tod hinaus, also auf einer immateriellen, nichtkörperlichen (arupa-)Ebene, aufrecht erhalten kann. Dies ist das apratiṣṭhitanirvāṇa, oder 'nicht-fixierte nirvāṇa' der Buddhas und Bodhisattvas der höchsten Stufe, die aus der Motivation von mahākaruṇa heraus auf eine 'Fixierung' des nirvāṇa vorläufig verzichten. apratiṣṭhitanirvāṇa ist kein unendlicher, wenn auch ein potentiell unfassbar lange erscheinender "Zustand", aus dem heraus ein In-Samsara-Hineinwirken lediglich noch aufgrund mahākaruṇa als Motivation, verbunden mit perfektem Wissen (avidya ist unumkehrbar überwunden) möglich ist. Hat sich diese letzte Motivation durch das Erscheinen eines neuen Buddha erschöpft, tritt pratiṣṭhita, die endgültige 'Fixierung' ein, aus der es keinen Rückweg in das Samsara gibt.

Wie deutlich geworden sein sollte, widerspricht die Definition von nirvāṇa und von Buddha als jemandem, der in nirvāṇa eingetreten ist so, wie sie von der Dharma-Überlieferung gegeben wird, den fantasievollen Spekulationen des UP. Das ist eben kein Buddhadharma. Mehr lässt sich darüber nicht aussagen - und das ist auch nicht notwendig.

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